Winterfjell https://www.winterfjell.de Wintertouren im hohen Norden Wed, 25 Nov 2020 09:11:05 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.3 137796831 Pulka mit Rollen https://www.winterfjell.de/pulka-mit-rollen/ https://www.winterfjell.de/pulka-mit-rollen/#respond Sun, 15 Nov 2020 14:37:06 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=5263 Wer schon einmal mit Bus und Bahn oder auch mit dem Flugzeug zur Wintertour angereist ist, kennt das Problem: Wie transportiere ich die gepackte Pulka am Bahnhof oder Flughafen? Vielerorts verschwinden die Transportwägelchen aus dem Serviceangebot und da wäre eine Pulka mit Rollen doch eine wirklich gute Idee! Bisher habe ich dafür ein Rollbrett benutzt, … Pulka mit Rollen weiterlesen

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Eine Pulka mit Rollen erleichtert die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln enorm
Eine Pulka mit Rollen erleichtert die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln enorm (Foto: Malte Hübner)

Wer schon einmal mit Bus und Bahn oder auch mit dem Flugzeug zur Wintertour angereist ist, kennt das Problem: Wie transportiere ich die gepackte Pulka am Bahnhof oder Flughafen? Vielerorts verschwinden die Transportwägelchen aus dem Serviceangebot und da wäre eine Pulka mit Rollen doch eine wirklich gute Idee!

Bisher habe ich dafür ein Rollbrett benutzt, das ich auf der Tour dann in der Pulka liegen hatte. Aber es gibt eine leichtere Lösung, wenn du nur kurze Umstiege zu erwarten hast: Du schraubst die Rollen direkt an die Pulka! Hier mein erstes Fazit dazu.

Ein Rollbrett für die Pulka

Bisher habe ich für mehr Komfort für die Pulka ein kleines selbstgebautes Rollbrett empfohlen. Dafür habe ich zwei Rollen auf eine Siebdruckplatte geschraubt, die dann mit einem Spanngurt um die Pulka geschlungen wurde. Diese Lösung wiegt etwa 480 g und die Pulka lässt sich damit recht gut rollen, wenn der Spanngurt fest genug gezogen ist. Sobald ich längere Strecken zum Hotel oder zur Fähre zu erwarten hätte, würde ich solch ein Rollbrett empfehlen. Als ich einmal durch halb Oslo musste, um vom Hotel zum Bus zu kommen, habe ich sogar ein zweites Rollbrett mit einer Lenkrolle für vorne dabeigehabt. Das sind dann aber fast 800 g Ballast, den ich auf Tour zusätzlich mit mir geschleppt habe.

Wenn die Entfernungen etwas größer werden oder verschiedene Bödenbeläge zu erwarten sind, eignet sich ein Rollbrett gut
Wenn die Entfernungen etwas größer werden oder verschiedene Bödenbeläge zu erwarten sind, eignet sich ein Rollbrett gut (Foto: Malte Hübner)

Leichter Pulkatransport gesucht

Im Zuge von Einsparungsmaßnahmen beim Gesamtgewicht der Pulka habe ich nach Alternativen gesucht und bin bei Bene Bähr von Absolut Canoe fündig geworden. Er hat seine Pulkarollen einfach direkt an die Pulka geschraubt und kann diese damit wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen. Die Idee gefiel mir so gut, dass ich sie nachgebaut habe.

Hier habe ich mir die Idee für Rollen direkt an der Pulka abgeschaut
Hier habe ich mir die Idee für Rollen direkt an der Pulka abgeschaut (Foto: Bene Bähr)

Im Baumarkt habe ich mich dann nach leichten, aber gleichzeitig belastbaren Rollen umgeschaut und mich für Doppelrollen (25 mm Durchmesser mit 55 kg Belastbarkeit) entschieden. Inklusive Schrauben wiegen die Rollen weniger als 100 g insgesamt, sodass ich fast 400 g einspare. Die hohe Belastbarkeit der Rollen scheint mir wichtig, weil es bei kleineren Unebenheiten schnell passieren kann, dass die Pulka nur ein Rädchen belastet.

Kleine Rollen mit großer Belastbarkeit! Hier in der Ruheposition bei liegender Pulka
Kleine Rollen mit großer Belastbarkeit! Hier in der Ruheposition bei liegender Pulka (Foto: Malte Hübner)

Rollen an die Pulka schrauben

Löcher in die Pulka zu bohren, tat im ersten Moment schon ein bisschen weh. Immerhin ist meine Acapulka nachträglich mit dem Wechselkufen nachgerüstet worden, sodass es nicht die ersten Löcher waren. Für die Befestigung der Rollen an der Pulka ergeben sich zwei Positionen. Die erste Möglichkeit ist es, durch die Kufen zu bohren. Oder du setzt die Rollen dahinter an. Das hängt auch von der Länge der Kufen ab. Bei Benes Fjellpulken Modell hat er durch die Kufen gebohrt, bei meiner Acapulka sitzen sie dahinter. Wir haben uns allerdings beide für eine Lösung entschieden, die auch auf der Tour an der Pulka verbleiben kann.

Die Rollen sitzen so am hinteren Teil, dass sie bei der liegenden Pulka nicht den Boden berühren. Hebt man die Pulka nun vorne an, senken sich die Rollen auf den Boden und die Pulka lässt sich wie ein Rollkoffer hinterherziehen. Ein sauschwerer Rollkoffer, zugegebenermaßen. Im Schnee laufen die Rollen in der Spur der Kufen und dürften so nur wenig bis gar nicht bremsen. Ich habe mich trotzdem für Flügelmuttern im Inneren der Pulka entschieden. So kann ich die Rollen mit wenigen Handgriffen nach innen verlegen und außen bleibt dann nur der Schraubenkopf.

Beim Anheben der Pulka senken sich die Rollen auf den Boden
Beim Anheben der Pulka senken sich die Rollen auf den Boden (Foto: Malte Hübner)

Belastbarkeit der Rollen an der Pulka

Jede Rolle sollte laut Hersteller 55 kg aushalten und ich erwarte nicht, dass ich jemals eine so schwere Pulka transportieren werde. Bei der Konstruktion liegt die Last dennoch auf den Schraubenlöchern und damit unverstärkt auf dem Glasfaserlaminat. Ich habe Unterlegscheiben dazwischen gelegt, um eine möglichst form- und kraftschlüssige Verbindung zu erreichen. Sinnvoll könnte aber gerade bei höherem Gewicht über 40 kg eine etwas herausgearbeitete Aufnahme sein, die sich um die Wölbung der Pulka anpasst. Mal sehen, ob mir da noch etwas einfällt.

Der erste Test ohne diese Verstärkung lief dennoch erfolgsversprechend. Zum Glück hat man ja Kinder, die exakt das Gewicht der Ausrüstung einer Solotour haben. So habe ich meine Tochter etwas durch den Keller gefahren und das ging ziemlich gut. Die etwas festeren Rollen sind aber deutlich knarziger als weiche Rollen. Und natürlich sind 40 kg auch mit Rollen kein Selbstläufer.

Situationen für eine Pulka mit Rädern

Die Rollen direkt an der Pulka würde ich dir empfehlen, wenn du mit der Pulka nur umsteigen oder aus dem Flughafen rollen musst. Für längere Strecken auf unterschiedlichen Bodenbelägen ist ein Rollbrett mit größeren Gummirollen angenehmer. Beide haben allerdings Schwierigkeiten mit kleinen Steinchen oder Rollsplit. Wenn du hingegen eine Lösung suchst, mit der du auch auf Tour über schneefreie Straßen oder sogar durch das Gelände kommst, dann würde ich dir eher einen Bootswagen mit richtigen Rädern empfehlen. Großer Fan bin ich von den leichten Modellen des Herkules Bootswagens von CaroKanu.

Diese sind nicht nur deutlich günstiger als die Konkurrenz von Zölzer, sondern auch leichter und schön klein zerlegbar. Gleichzeitig lassen sich damit ganze Anhänger bauen.

Mit dem Herkules Bootswagen von CaroKanu lassen sich ganze Gespanne bauen
Mit dem Herkules Bootswagen von CaroKanu lassen sich ganze Gespanne bauen (Foto: Malte Hübner)

Praxistest der Pulka mit Rollen

Ein echter Härtetest in der Praxis steht noch aus. Vielleicht ergibt sich im nächsten Winter etwas. Bis dahin vertraue ich auf die gute Erfahrung von Bene, der auf Nachfragen sicher gerne mehr erzählt. Für mich bleibt jetzt eigentlich nur noch die Frage, ob ich mich einfach über die 400 eingesparten Gramm freue oder diese auf der nächsten Tour mit vier Tafeln Schokolade wieder auffülle. 😉

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Skibindungen und Skistiefel https://www.winterfjell.de/skibindungen-und-skistiefel/ https://www.winterfjell.de/skibindungen-und-skistiefel/#comments Thu, 22 Oct 2020 11:06:32 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=443 Auch wenn für die ersten Versuche Schneeschuhe eine gute Wahl sind, greifen doch die meisten Menschen auf Wintertouren im skandinavischen Fjell auf Fjellski zurück. Diese Art Ski sind breiter als Langlaufski, aber schmaler als Abfahrtski und weniger tailliert. Ebenso speziell sind die Bindungen wie zum Beispiel die Kabelbindung im Telemarkstil, die den Ski und deine … Skibindungen und Skistiefel weiterlesen

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Auf meinen Touren habe ich bisher auf eine Kabelbindung und die passenden Stiefel im NN75-System vertraut. Meine Stiefel fallen dabei zwei Nummern größer aus, damit auch noch genug Socken hinein passen.
Auf meinen Touren habe ich bisher auf eine Kabelbindung und die passenden Stiefel im NN75-System vertraut. Meine Stiefel fallen dabei zwei Nummern größer aus, damit auch noch genug Socken hinein passen. (Foto: Malte Hübner)

Auch wenn für die ersten Versuche Schneeschuhe eine gute Wahl sind, greifen doch die meisten Menschen auf Wintertouren im skandinavischen Fjell auf Fjellski zurück. Diese Art Ski sind breiter als Langlaufski, aber schmaler als Abfahrtski und weniger tailliert. Ebenso speziell sind die Bindungen wie zum Beispiel die Kabelbindung im Telemarkstil, die den Ski und deine Stiefel miteinander verbinden. Welche Modelle sich dabei besser eignen und welche nicht, möchte ich kurz erläutern.

Warum keine normalen Abfahrtski mit Tourenbindung?

Deine vorhandene normale Skiausrüstung zu nehmen, ist aus Kostengründen natürlich ein naheliegender Gedanke, würde aber wenig Freude bedeuten. Du hättest nicht nur weniger Geradeauslauf damit. Mit einer automatischen Tourenbindung und den dazugehörigen steifen Skistiefeln, lässt sich der Fuß auch weniger bewegen und würde auf einer klassischen Wintertour zu wenig durchblutet. Du bekommst damit also eher kalte Füße. Die meisten Backcountry-Skistiefel sind deutlich weicher. Häufig werden sogar Stiefelmodelle aus Leder verwendet. Die normalen Abfahrtski taugen daher nicht für traditionelle Wintertouren mit vielen ebenen Flächen, besser sind die erwähnten Fjellski.

Geeignete Bindungen für Wintertouren

Die meisten Langlaufbindungen kommen grundsätzlich für den Einsatz auf einer Wintertouren in Frage. Wenn du schon eine Ausrüstung hast, dann kannst du damit natürlich deine ersten Gehversuche starten. Allerdings haben Langlaufski etwas zu wenig Auflagefläche für ungespurten Tiefschnee und sind daher eher für gespurte Loipen oder viel begangene Wege geeignet. Daran würde auch eine neue Bindung nichts ändern. Wenn du dir langfristig eine komplette Backcountry-Fjellski-Ausrüstung zulegen möchtest, dann hilft dir vielleicht diese Übersicht über passende Bindungen für Wintertouren:

SNS und NNN

Die beiden Systeme SNS (Salomon Nordic System) und NNN Bindung (New Nordic Norm) sind sich von der Bauart sehr ähnlich, aber leider nicht untereinander kompatibel. Bei beiden ist vorne an der Schuhspitze ein Quersteg montiert, der in die Bindung einrastet. Ein Gummipuffer am Ski sorgt dafür, dass der Stiefel wieder in seine Ausgangsposition zurück gedrückt wird.

Der Unterschied zwischen beiden Systemen ist der, dass bei SNS die Bindung einen langen Riegel von vorne bis hinten hat, der in das Profil der Stiefel passen muss. Bei dem NNN-System gibt es diesen so nicht. Dort finden sich stattdessen zwei schmale Stege am Rand. Das Profil von sportlichen Langlaufstiefeln ist oft leider nicht zum längeren Laufen ohne Ski ausgelegt und eher eine rutschige Angelegenheit.

Ein Problem kann bei beiden Systemen das Festfrieren der Bindungsmechanik sein. Dann lässt diese sich nicht mehr öffnen und dir bleibt nichts anderes übrig, als sie aufzutauen oder den Stiefel am Ski zu lassen. Der Quersteg am Schuh kann ebenfalls vereisen und lässt sich dann nicht mehr einrasten. Das lässt sich aber mit etwas stochern mit einem Messer leichter beheben. Sind diese Bindungen deshalb ungeeignet? Die Schneebeschaffenheit und die Temperaturen müssen schon ungünstig zusammenfallen, damit alles vereist. Nasser Sulzschnee und leichte Minusgrade können dazu führen. Bei dauerhaft tiefen Temperaturen sollte es kein Problem sein.

Die SNS- und NNN-Bindungen sind im Langlauf in Mitteleuropa der Standard. Normale Langlaufstiefel sind meist zu wenig isoliert, es gibt aber auch gute Stiefel für Wintertouren mit diesen Systemen.

NNN BC für den rauen Einsatz

Eine Erweiterung des normalen NNN Systems stellt die Version BC dar. BC steht dabei für Backcountry, also den Einsatz außerhalb der Loipe. Durch eine breitere Bindungsplatte ist diese etwas wintertauglicher. Allerdings ist die BC-Version nicht mit der Non-BC-Version kompatibel. Wenn du also bei der Bindung der Fjellski auf die Version NNN BC zurückzugreifen willst, brauchst du ebenfalls neue Stiefel.

Die automatischen NNN BC-Bindungen sind etwas empfindlicher zu Vereisen als die robusteren manuellen BC-Bindungen, weswegen manuelle NNN-BC-Bindungen wie die Rottefella BC Manual oder die breitere Rottefella BC Magnum den neuen Standard für ausgedehnte Wintertouren bilden.

Würde ich mich heute neu entscheiden, wäre dieses System meine Wahl. Es ist robust genug, etwas leichter als Kabelbindungen und die Stiefelauswahl ist groß.

NN Bindung

Die NN Bindung wird vor allem in Skandinavien noch von vielen verwendet. Die beiden Buchstaben stehen für Nordic Norm, aber leider ist das System nicht mit der New Nordic Norm kompatibel. Der Stiefel ist bei NN anders gebaut. An seiner Spitze steht die Sohle wie ein Schnabel über. In dieser Spitze sind von unten drei Löcher, in welche bei einfachen NN-Bindungen drei Stifte der Bindung eingehakt werden. Anschließend wird von oben ein Riegel der Bindung über die Schuhspitze geklappt und der Schuh so fixiert. Das ist zwar etwas schwerer zu bedienen als die neueren Systeme, aber sehr robust. Beispiele sind die Bindung Rottefella Super Telemark und Voile HD Mountaineer 3-Pin.

Achtung! Es gibt auch noch einen Unterschied innerhalb des NN-Systems: Die Schuhspitze gibt es in Ausführungen mit 75 mm Breite (NN 75) und nur 50 mm (NN 50) bei schmalen Stiefeln. Bindungen und Stiefel müssen hier von gleicher Breite sein!

Die Kraft wird bei der NN-Bindung über die Sohle übertragen. Durch die ausschließliche Fixierung an der Stiefelspitze hat der Schuh etwas weniger Fersenhalt als eine eine Kabelbindung. Ein Schwachpunkt kann die Knickstelle am Stiefel sein, wo bei zu weichen Stiefeln der Stiefel brüchig werden kann.

NN Kabelbindung im Telemarkstil

Diese Kabelbindungen erinnern an die alten Kabelsysteme vor einigen Jahrzehnten, sind aber deutlich weiter entwickelt. In der Regel führt zusätzlich zum NN-System eine Kabelbindung um die Ferse. Dort wird dieses Kabel mit einem Kipphebel am hinteren Sohlenrand auf leichte Spannung gebracht. So wird der Schuh stärker fixiert (und das System funktioniert selbst noch bei gebrochener Schuhsohle). Vereisen kann an einer Kabelbindung nichts.

Die verbreiteten Modelle sind die Chili-Kabelbindung der norwegischen Firma Rottefella oder die amerikanischen Modelle der Firma Voilé. Achte beim Kauf auf die richtige Länge des Kabels passend zu deinem Stiefel. Ich empfehle auch eine einfache Steighilfe als Zubehör, sofern sie nicht vorhanden ist. Die gibt es übrigens nur bei diesem Bindungstyp.

Allerdings hat auch eine Kabelbindung Nachteile:

  1. Der erste nicht ganz so große Nachteil einer Kabelbindung ist, dass du zum Spannen des Kipphebels in die Hocke gehen musst.
  2. Ein etwas größeres Problem kann es werden, wenn das Kabel um die Ferse nicht genügend Abstand vom Schuh hat. An dieser Stelle kann das Kabel den Schuh durchscheuern. Schuh und Kabelbindung müssen daher nicht nur vom System zusammenpassen, sondern auch in der Praxis. Nimm also im Zweifel deine Stiefel oder Ski samt Bindung mit zum Kauf.

Die 75 mm NN-Kabelbindung ist die klassische Bindung zum „Telemarken“. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie dieses System auch beim Abfahrtski verwendet wird, lies am besten den Artikel Telemarken bei Wikipedia.

Mit diesem Kabelbindung-System sind Generationen (und auch ich) relativ problemlos unterwegs gewesen. Inzwischen scheint es aber auch durch das höhere Gewicht etwas aus der Mode zu kommen.

Spezielle Polarfahrer-Bindungen

Da für die eisigen Temperaturen an den Polkappen „normale“ Tourenstiefel nicht immer ausreichend sind, gibt es dafür spezielle Bindungen. Eric Philips hat ein eigenes Modell für dicke Winterstiefel wie Kamiks entwickelt, welches aber eine sehr weiche Führung mit wenig Unterstützung für den Fuß hat. Es ist daher nicht dafür gedacht, längere Abfahrten im Schneepflug damit zu machen, sondern dient zum langen Geradeauslaufen über flaches Eis.

Eine andere Bindungsart sind die OAC oder X-Trace Bindung, in die du mit deinen normalen Winterstiefeln steigen kannst. Diese müssen dafür jedoch über eine flexible Sohle verfügen, steigeisenfeste starre Bergstiefel sind also nur bedingt geeignet. Wenn du viele Abschnitte mit Fußmärschen erwartest, kann diese Bindung nützlich sein.

Montage der Skibindung

Idealerweise lässt du dir deine Bindung direkt im Laden montieren. Meist ist das beim Kauf eines Sets kostenfrei oder zumindest sehr günstig möglich. Da aber nicht immer ein Laden um die Ecke ist, bleibt dir manchmal nur Do it yourself.

Entweder ist bei deinem neuen Bindungsset eine Schablone zur Montage dabei oder du findest eine im Internet. Frag ruhig auch in Foren oder beim Verkäufer/Hersteller danach. Wenn du gar nichts findest, musst du dir eine Schablone selbst erstellen: Die Löcher der Bindung werden auf Papier übertragen und dieses dann mit Tesafilm auf den Ski geklebt. So kannst du die Bohrungen sauber setzen. Verwende dafür am besten einen speziellen Bindungsbohrer passend zu deiner Schraubenweite und -länge. So bohrst du nicht zu tief.

Die richtige Position ist häufig auf dem Ski markiert und auch an Bindungen wie der Rottefella Chili ist diese Markierung, sodass du einfach nur Linie auf Linie setzen musst. Ansonsten gilt: Je weiter hinten, desto mehr schwimmt der Ski im Tiefschnee auf. Weiter vorne macht den Ski etwas stabiler auf eisigem Untergrund.

Übrigens: Alte Löcher sollten immer verklebt werden, damit keine Feuchtigkeit in den Kern der Ski eindringen kann.

Die Montage der Skibindung lasse ich im Laden wie hier bei Sport Kaufmann Hannover machen
Die Montage der Skibindung lasse ich im Laden wie hier bei Sport Kaufmann Hannover machen (Foto: Malte Hübner)

Reparatur-Set für die Tour

Mit den Jahren kann sich die Verschraubung der Bindung mit dem Ski lockern. Oder Teile der Bindung gehen kaputt. Ein sinnvolles Reparatur-Set sollte aus Ersatzteilen für die Bindung und 2-k-Kleber oder wenigstens Sekundenkleber und einem dicken Handbohrer bestehen. Ersatzschrauben bekommst du im Skihandel für ein paar Cent. Andere schleppen sogar eine Ersatzbindung mit. Für die Stiefel wären Ersatzschnürsenkel und Schuhkleber wie freesole sinnvoll. Bei einer Kabelbindung kann auch ein Ersatzkabel sinnvoll sein.

Sollten die Schraublöcher an einer Bindung unterwegs ausreißen und nicht zu kleben sein, ist es meist sinnvoller, die ganze Bindung ca. 1,5 cm nach hinten zu versetzen. Zu nah an der alten Bohrung hält das neue Loch nicht, zu weit versetzt hat der Ski andere Fahreigenschaften.

Was noch in dein Reparatur-Set auf Tour gehört, kannst du im Artikel „Werkzeug auf Wintertouren“ nachlesen.

Die passenden Stiefel zu deiner Bindung

Solltest du zuerst die Stiefel wählen oder zuerst die Bindung? Am besten beides zusammen! Das System muss natürlich zueinander passen, aber vor allem soll es sich für deinen Fuß gut anfühlen. Der Stiefel sollte zunächst einmal etwas größer ausfallen, damit deine drei Lagen Socken noch hinein passen. So vermeidest du kalte Füße.

Knickstellen kurz hinter der Zehenkappe können zu Druckstellen auf dem Fuß führen und behindern die Durchblutung. Gerade bei weicheren Lederstiefeln solltest du darauf achten. Andererseits führen weiche Stiefel insgesamt zu einer besseren Durchblutung der Füße. Damit frierst du also weniger. Und du läufst ohne Ski besser in weicheren Schuhen, falls es Etappen ohne Schnee gibt.

Noch ein Satz zur Passform: Die skandinavischen Leisten bei Lundhags und Alfa fallen nach meiner Erfahrung eher breiter aus, für schmale Füße eignen sich eher die Crispi-Leisten.

Stiefel mit Schnürsenkeln halte ich für sehr geeignet. Es gibt auch Modelle, die mit einer Schnalle geschlossen werden. Diese gibt guten Halt, lässt sich aber unterwegs nicht so schnell reparieren.

Noch drei weitere Tipps:

  1. Für die Lederpflege empfehle ich einfaches Stiefelwachs. Setze es sparsam ein, damit der Schuh nicht zu weich wird.
  2. Wer zwischendurch auch ohne Ski laufen muss, sollte einen Blick auf das Profil werfen.
  3. Bei Gletschertouren sollte man vorher probieren, ob die Steigeisen auch an die Stiefel passen. Für NN-Bindungen passen Telemark-Steigeisen.

Übersicht über erprobte Stiefel für Wintertouren

Wirklich gute Skistiefel-Manufakturen für Wintertouren finden sich entweder im hohen Norden oder in Italien.

Der italienische Hersteller Crispi hält verschiedene Schnürstiefeln vor. Eine Auswahl an sehr guten Stiefeln sind:

Und mit zusätzlichen Schnallen:

Ebenfalls aus Italien und mit einer Auswahl an verschiedenen Modellen kommt der Hersteller Alico Sport. Hier hatte ich bisher nur Gelegenheit für einen Blick auf ein älteres Modell, das aber gut verarbeitet und absolut tauglich war. Aktuell gibt es zum Beispiel Stiefel mit und ohne extra Schnalle.

Bei den Skandinaviern finden sich folgende Modelle von Alfa und Lundhags:

  • Alfa Greenland 75 Advance GTX: hoher Lederstiefel zum Schnüren mit Gore-Tex Futter; für Damen gibt es ihn auch mit schmalem Leisten, 75 mm NN Bindung
  • Alfa Skarvet Advance GTX: gleicher Stiefel wie der Greenland, aber mit NNN-BC-System
  • Alfa Rondane Core: einfacher, klassischer Lederstiefel im NNN-BC-System, ebenfalls als Damenversion erhältlich
  • Alfa Guard Advance GTX: Robuster, dicker gefütterter NNN-BC-Stiefel für mehr Stabilität und raue Umgebungen
  • Alfa Polar A/P/S: Skistiefel mit integrierter Gamasche für die NNN-BC-Bindung; es gibt auch eine verstärkte Polar-Variante mit Platz für einen Innenschuh
  • Alfa Polar Advance: Stiefel für Pol-Expeditionen mit verstärkter Sole und Lederschnallen für 75mm NN-Bindungen; die Isolation wird über einen extra erhältlichen Innenstiefel erreicht
  • Lundhags Guide Expedition 75: hoher Lederstiefel zum Schnüren in typischer Lundhagsverarbeitung mit Innenstiefel aus Wollfilz; es gibt ihn auch als NNN-BC-Version
  • Lundhags Guide: etwas weniger hoch geschnitten, dafür aber auch leichter und etwas vielseitiger im „normalen“ Winter; nur als NNN-BC-Version erhältlich

Gibt es noch weitere Modelle?

Natürlich gibt es noch weitere Modelle von diesen und anderen Herstellern. Mit den Kunststoffmodellen von Fischer wie dem Combi BCX 875 konnte ich mich – im Gegensatz zu deren großartigen Fjellski E99 crown – nicht anfreunden. Zumindest bei Globetrotter gab es lange ein Montagsmodell, wo der Kleber nicht gehalten hat oder die Zehenkappe schnell brüchig wurde. Möglicherweise hat Fischer da inzwischen nachgebessert, in meine Übersicht sind sie aber deshalb nicht aufgenommen worden. Auch mit Madshus habe ich keine Erfahrung.

Der Stiefel „Expedition Laces“ aus dem Hause Andrew war ein Lederstiefel mit hohem Schaft und Schnürsenkeln, mitteldick und nicht zusätzlich isoliert, aber damit auch im deutschen Winter gut zu tragen. Ich mochte ihn sehr gerne und bedauere, dass Andrew keine Skistiefel mehr herstellt.

Die slowenische Marke Alpina hat ebenfalls verschiedene Backcountry-Skistiefel im Programm, sowohl für das NNN-BC als auch als das NN System. Wenn du Erfahrungen damit hast, schreibe gerne einen Kommentar unten. Ich halte manche Modelle für sehr vielversprechend.

Gute Erfahrungen mit dem Baffin 3Pin Expedition hat zum Beispiel Andreas gemacht, den ich mal in der Hardangervidda getroffen habe. Leider gibt es dieses Stiefelmodell nicht mehr. Alternativ hat Baffin den 3Pin Guide Pro im Sortiment. Beides sind Gummi-Kunststoff-Stiefel für arktische Temperaturen.

Ich empfehle dir zu jedem Stiefel eine gute Gamasche, sofern du keine Stiefel mit integrierter Gamasche wählst. Und zu guter Letzt braucht es für warme Füße nicht nur die richtigen Stiefel, dazu mehr an anderer Stelle: Wie man warme Füße behält.

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Pulka Gewicht und richtige Beladung https://www.winterfjell.de/pulka-gewicht-und-richtige-beladung/ https://www.winterfjell.de/pulka-gewicht-und-richtige-beladung/#comments Sun, 27 Sep 2020 13:08:51 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=1035 Eine Pulka mit viel Platz birgt immer auch die Versuchung, den vielen Stauraum auszunutzen und zu viel einzupacken. Ein zu hohes Pulka Gewicht macht aber auf Tour keinen Spaß. Daher möchte ich hier einige Hinweise zum sinnvollen Packen und zum Reduzieren der Ausrüstung geben. An Ende kannst du vielleicht noch das eine oder andere Kilo … Pulka Gewicht und richtige Beladung weiterlesen

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Eine Pulka, zwei Personen, zehn Tage, absolut autark, unter 50 Kg Pulka Gewicht
Eine Pulka, zwei Personen, zehn Tage, absolut autark, unter 50 Kg Pulka Gewicht (Foto: Malte Hübner)

Eine Pulka mit viel Platz birgt immer auch die Versuchung, den vielen Stauraum auszunutzen und zu viel einzupacken. Ein zu hohes Pulka Gewicht macht aber auf Tour keinen Spaß. Daher möchte ich hier einige Hinweise zum sinnvollen Packen und zum Reduzieren der Ausrüstung geben. An Ende kannst du vielleicht noch das eine oder andere Kilo beim Gewicht der Pulka einsparen. Auch die Beladung der Pulka mit richtiger Gewichtsverteilung kommt dabei zur Sprache.

Wenn deine Pulka zu schwer ist

Vor einiger Zeit habe ich eine E-Mail von einem Leser bekommen, der gerade auf seiner ersten Wintertour war. Das Ziehen der Pulka wurde für ihn zur Qual, denn sie wog über 60 Kilo. Die Tour war dadurch zu einer Belastungsprobe von Mensch und Material geworden. Doch er war nicht etwa auf einer monatelangen Grönlandtraverse, sondern auf seiner ersten zweiwöchigen Tour in der Hardangervidda.

Seine Ausrüstung war hochwertig und für teures Geld zusammengestellt. Es waren einfach nur viel zu viele Gegenstände, die für das hohe Pulka Gewicht sorgten. Vielleicht lag es an der Unerfahrenheit bei der ersten Tour und er ist nun deutlich sorgfältiger bei der Auswahl. Kritische Selbstreflexion gab es auf seiner Seite jedenfalls genug und ich möchte die damit gemachte Erfahrung keinesfalls belächeln. Im Gegenteil frage ich mich eher selbst, wie ich mit dieser Seite meinen Teil dazu beitrage, sich alles Mögliche anzuschaffen. Daher soll dieser Beitrag etwas „entlasten“.

Warum zu viel Ausrüstung?

Manches Gear macht eben einfach Spaß. Der Platz in der Pulka lädt ein, mehr mitzunehmen als eigentlich nötig. Und auch eine Mischung aus Unerfahrenheit und großem Sicherheitsbedürfnis sorgt schnell dafür, ein paar Dinge mehr einzupacken als eigentlich nötig. Insgesamt finde ich das bei ein paar Dingen sogar vertretbar, solange du nach jeder Tour schaust, was du nicht gebraucht hast und was du daher nicht wieder einpackst. Empfehlenswert sind zu Beginn sowieso etwas kleinere Touren, bis du deine Ausrüstung gut kennst. Und natürlich gibt es keine Pflicht, weniger Gepäck mitzunehmen. Wenn du das machen möchtest, dann mach es.

Die Outdoorindustrie trägt ihren Teil dazu bei, immer mehr und immer speziellere Ausrüstung zu vermarkten, ohne die man „niemals auf solch eine Tour gehen sollte“. Insofern trifft wohl auch mich etwas Schuld daran, wenn ich begeistert über Ausrüstung schreibe und Teil dieser „Maschinerie“ bin. Allerdings versuche ich dabei auch immer wieder zu verdeutlichen, dass es sich um meine Erfahrungen handelt, die ich gerne mit dir teilen möchte. Vieles habe ich über die Jahre angepasst, verändert, dazugekauft oder (wieder) weggelassen. Ich betrachte das als Lernprozess, der mir noch dazu großen Spaß macht. Und dafür gebe ich (leider) gerne Geld aus, irgendwo muss es ja hin. Gleichzeitig mag ich meinen Pulka-Selbstbau oder den selbstgenähten Etaproof-Anorak besonders gern.

Ausrüstung ersetzt keine Fähigkeiten, auch wenn die Werbung oft gegenteiliges suggeriert.

Mit jeder Tour habe ich weitere Erfahrungen gewonnen und mache einiges anders als zu Beginn. Einen Teil dieses Wissens kann man vielleicht weitergeben. Aber du möchtest bestimmt auch deine eigenen Erfahrungen machen und ich freue mich, wenn du sie anschließend ebenfalls teilst. Bestimmt kann ich davon genauso wieder etwas lernen und mich mit dir austauschen.

Pulka Gewicht und Menge der Ausrüstung reduzieren

Es gibt grundsätzliche Kriterien für Ausrüstung auf Wintertouren. Aber am besten schaffst du dir gar nicht erst so viel unnötiges Zubehör an, bevor du diese Dinge dann später aus Gewichtsgründen wieder streichst. Überlege dir zunächst anhand einer Packliste mit nachgewogenen Gewichten, was du wirklich unbedingt brauchst. Natürlich macht es Sinn, sich dafür Packlisten anderer anzuschauen. Auch ich habe eine Packliste für Wintertouren veröffentlicht. Aber bitte nimm nicht alles von jeder Packliste mit, nur um irgendwie „vollständig“ zu sein. Ich empfehle dir außerdem, deine eigene Liste bei ein paar erfahreneren Tourenmenschen zur Diskussion zu stellen.

Schauen wir uns ein Beispiel an: Eine kleine Gaslaterne bringt Licht, etwas Wärme und damit angenehmen Komfort. Aber sie wiegt samt Gaskartusche auch ein paar hundert Gramm. Trotzdem nehmen manche eine mit, weil man damit in den dunklen Abendstunden einfach für eine angenehme Stimmung sorgen kann. Bestimmt sparen diese Menschen dann an anderen Dingen oder gehen kürzere Etappen. Es ist jedenfalls klar: Du kannst entweder den Komfort der Laterne genießen ODER Gewicht sparen.

Wie schwer deine Pulka am Ende sein sollte, hängt also von etlichen Faktoren ab. Wie lange bist du unterwegs? Bist du alleine unterwegs oder kannst du dir in der Gruppe schwere Dinge wie Zelt und Winterkocher teilen? Bist du vollkommen autark unterwegs oder kannst du Dinge nachkaufen? Es macht sogar einen Unterschied ob du XL oder M trägst. Konkret lässt sich also kaum ein einziger Richtwert finden. Ich versuche es dennoch einmal.

Das optimale Pulka Gewicht

Bei etwa 45-50 Kilo Gesamtgewicht der Pulka würde ich die Grenze setzen. Ein höheres Pulka Gewicht braucht es auf normalen Touren bis zu 14 Tagen einfach nicht. Besser wären 35-40 Kilo Gesamtgewicht, die du aber nur in einer Gruppe erreichst. Bedenke immer, dass jedes Kilo weniger die Tourfreude deutlich erhöht.

Für einen Tag veranschlage ich 900 g für Nahrung und 200 g (etwa 250 ml) Benzin. Bei 14 Tagen wären es also 15,4 Kilo, die du nach und nach verbrauchst. Wenn deine Ausrüstung in der Pulka ohne diese Verbrauchsgüter also bei etwa 25-30 kg landet, dann ist das Gewicht im normalen Rahmen. Dazu kommen dann noch rund 10 kg am Körper (Kleidung, Ski, Stöcke).

Pulka ultralight?

Die großen Pulkahersteller haben bzw. hatten zwischenzeitlich sehr leichte Modelle auf dem Markt, die durch die Verwendung moderner Materialien wie Kevlar und Kohlefaser Gewicht einsparen. Ich habe selbst keine praktischen Erfahrungen damit, aber sehr unterschiedliche Rückmeldungen dazu erhalten. Besonders bei einem Zusammenprall mit einem Felsen können Risse entstehen, die sich schwerer flicken lassen als es mit den bewährten Verbundstoffen möglich ist. Außerdem greifst du für diese Modelle etwa doppelt so tief in die Tasche wie für die normale Ausführung. Wenn du bereits bist, so viel Geld für eine leichtere Pulka auszugeben, schau dir die etablierte Acapulka Featherlight 120 an. Es gibt auch noch größere Modelle, aber dann füllst du den Raum ja doch nur mit neuem Gewicht.

Eine günstige Alternative ist es, die Paris Pulka mit einem Seil zu ziehen und auf eine möglichst leichte Tasche zu setzen. So wird ein Pulka Gewicht mit weniger als 4 Kilo für Pulka, Tasche, Seil und UL-Gurt möglich.

Eigenbauten wie meine Ultraleichte Pulka sind kein vollwertiger Ersatz und damit im Zweifel „Spielerei“. Für eine Hüttentour mit Rucksack würde ich sie trotzdem weiterhin in Betracht ziehen.

Hinterfrage deine Packliste

Es wird hier nicht um typische ultraleichte Ausrüstung gehen. Viele als ultralight bezeichnete Ausrüstungsgegenstände gehen Kompromisse in der Robustheit ein und haben damit im Winter nichts zu suchen. Aber ich weiß, dass der Ansatz der Ultraleicht-Bewegung oft einfach falsch verstanden wird. Es dreht sich bei UL vor allem darum, die Ausrüstung so weit wie möglich zu reduzieren und nichts Unnötiges mitzunehmen. Übertragen wir das auf ein Winterzelt, ist ein 30 d Außenzelt im nordischen Winter nun einmal Mindestmaß und schwerer als ein UL-Sommerzelt. Aber brauche ich wirklich eine GT-Apsis? Die Leitfragen sind durchaus ähnlich und können zum Beispiel sein:

  • Wie schwer ist deine Packliste insgesamt und wie hoch ist der Druck zu reduzieren?
  • Welche Gegenstände sind sicherheitsrelevant und welche eher Luxus?
  • Welche Annehmlichkeiten möchtest du dir ganz bewusst gönnen?
  • Brauchst du Ersatz? Oder kannst du durch doppelte Nutzung etwas einsparen? (z. B. Ski und Stöcke als Schneeheringe)
  • Wenn du den Gegenstand verlierst, musst du dann die Tour abbrechen?
  • Wie kannst du das Gewicht jedes einzelnen Gegenstandes (durch Tuning) verringern? (Sicherheit und Robustheit haben höchste Relevanz!)

Manchmal kann es helfen, den Stauraum künstlich zu reduzieren und nur das auszuwählen, was dort noch hineinpassen würde. Packe doch einfach mal für die Anreise mit dem Flugzeug mit 23 kg Aufgabegepäck plus 8 Kilo Handgepäck.

Die schwersten Gegenstände wie Zelt, Schlafsack und Kochausrüstung sind immer einen genauen Blick wert. Sie können vielleicht durch leichtere Modelle ersetzt werden. Allerdings kostet das meist mehr Geld, als Unnötiges einfach wegzulassen. Die typischen Hinweise auf noch leichtere Ausrüstung spare ich mir an dieser Stelle daher. Wo und wann ein Neukauf wirklich sinnvoll ist, musst du selbst entscheiden. Ein neuer Premium-Winterschlafsack kostet schnell über 800 Euro. Und spart er auch mehr als 800 g Gewicht ein?

Die farbigen Stausäcke helfen, in den Tiefen der Pulka alles wiederzufinden
Die farbigen Stausäcke helfen, in den Tiefen der Pulka alles wiederzufinden (Foto: Malte Hübner)

Sinnvoll auf Packsäcke aufteilen

Wenn du den großen Haufen Gepäck einfach nur in die Pulka stopfen würdest, findest du unterwegs wahrscheinlich nichts wieder oder musst ewig wühlen. Auch um die Pulka richtig zu beladen, hat eine Aufteilung auf verschiedene Packsäcke daher einige Vorteile:

  • empfindliche Dinge können schneesicher verpackt werden
  • in einen „Zeltbeutel“ kommen alle Dinge für die Nacht im Zelt
  • Ersatzkleidung kommt in einen extra Beutel und kann in der Pulka bleiben
  • Kochutensilien kommen in einen extra Beutel oder eine Kiste für die Apsis
  • Vorräte und Benzin können sicher voneinander getrennt transportiert werden
  • die Stausäcke bleiben beim richtigen Packen der Pulka an ihrem Ort
  • Gewöhne dir an, immer alles in den dazugehörigen Packsack zu verstauen, so findest du es schnell wieder

Es lohnt sich übrigens, in verschiedenfarbige Säcke zu investieren. Wir hatten auf einer der ersten Touren vom Arbeitgeber eines Freundes lauter dunkelblaue Beutel, in denen wir unsere meist schwarze Unterwäsche transportierten. So wusste man auf Tour im Zelt nie so ganz genau, ob es gerade der eigenen Beutel war, durch den man sich wühlt.

Die Pulka richtig beladen und das Gewicht verteilen

Wie schön wäre es, wenn dir deine Pulka wie von selbst folgt, sobald du sie nur richtig packst. Leider bleibt das ein Wunsch. Egal wie leicht oder schwer sie beladen ist, eine Pulka kann alleine schon durch ihre Größe unhandlich und störrisch sein. Abhängig von den Schneebedingungen wird es manchmal sehr mühsam sein, den Gepäckschlitten hinter dir herzuziehen. Manchen Frust kann man mit besserer Gewichtsverteilung in der Pulka ausgleichen, manchmal hilft aber nur noch fluchen.

Schweres nach unten und nach hinten!

Die richtige Lastverteilung in der Pulka zu finden, ist grundsätzlich eher einfach. Die schweren Genstände wie Brennstoffflaschen sollten möglichst weit unten und weiter hinten im Schlitten verstaut werden. So kippt der Schlitten seltener zur Seite um und bei Tiefschnee schwimmt er besser auf. Das Gepäck in der mittleren Gewichtsklasse wie Ersatzkleidung sollte an die Spitze der Pulka gepackt werden und das leichte voluminöse Gepäck ganz nach oben.

Daraus folgt auch, dass bei großen Mengen an Gepäck eine längere Pulka stabiler gepackt werden kann als ein kurzes Modell, welches dann zu sehr in die Höhe wächst. Allerdings bist du durch die zusätzliche Länge weniger wendig und die Pulka sollte daher insgesamt so klein wie möglich bleiben.

Wenige Ausnahmen gibt es bei der Gewichtsverteilung in der Pulka dennoch: Die Dinge für die Pause wie Thermoskanne und Daunenjacke oder auch die Lawinenschaufel kommen immer griffbereit nach oben. Und auch das Zelt sollte am Abend schnell hervorzuholen sein, ohne erst alles auspacken zu müssen.

In diesem Fall ist das Zelt oben auf die Pulka geschnallt, um es schnell aufbauen zu können
In diesem Fall ist das Zelt oben auf die Pulka geschnallt, um es schnell aufbauen zu können (Foto: Lutz Grünke)

Das Gepäck auf der Pulka sichern

Trotz guter Beladung der Pulka kann es im unwegsamen Gelände passieren, dass sie seitlich umkippt und sich am Hang überschlägt. Oder du bleibst im ebenen Terrain damit in einer Fjellbirke hängen. Irgendetwas passiert jedenfalls immer.

Profi-Tipp: Der Pulka einen Namen geben, um sie besser beschimpfen zu können.

Alle Gegenstände auf dem Lastschlitten sollten daher gut befestigt sein und die Gurte nicht in Schlaufen an den Seiten herunterhängen. Eine große Tasche oder ein geschlossenes Verdeck der Pulka schützen gut davor, dass etwas verloren geht. Du kannst auch einfach wie Erik Normark eine Plane wie einen Burrito um die einzelnen Beutel schlagen und diesen mit Spanngurten gut verzurren. Achte aber immer darauf, dass die Verschlüsse und Haken handschuhtauglich sind. Dann fällt das Beladen der Pulka deutlich leichter.

Kraftübertragung auf den Körper

Wichtig ist neben der optimalen Lastverteilung im Schlitten auch die richtige Lastübertragung auf den Körper. Das Pulka Gewicht sollte immer mit den Hüften gezogen werden, wozu du einen passenden Hüftgurt brauchst. Widerstehe besser der Versuchung, das Gestänge an deinem Rucksack ohne Hüftgurt zu verwenden, da das Gewicht der Pulka dann über die Schultern gezogen werden muss. Auf Dauer kann das sehr schmerzhaft werden. In einem anderen Beitrag findest du noch mehr Details zu den Anforderungen an ein gutes Zuggeschirr für die Pulka.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

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Nützliche Apps für Wintertouren https://www.winterfjell.de/nuetzliche-apps-fuer-wintertouren/ https://www.winterfjell.de/nuetzliche-apps-fuer-wintertouren/#respond Tue, 18 Aug 2020 17:50:00 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=4507 Mein Smartphone ist zu meinem ständigen Begleiter geworden und das macht sich vor allem in der Planung und Vorbereitung meiner Reisen bemerkbar. Auch wenn ich das Telefon in der Kälte tagsüber meist ausgeschaltet lasse, begleitet es mich dennoch auf den Touren in den hohen Norden. Hier möchte ich nun eine kleine Liste über nützliche Apps … Nützliche Apps für Wintertouren weiterlesen

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Winterfjell ist auf dem Smartphone immer eine gute Idee
Winterfjell ist auf dem Smartphone immer eine gute Idee (Foto: Malte Hübner)

Mein Smartphone ist zu meinem ständigen Begleiter geworden und das macht sich vor allem in der Planung und Vorbereitung meiner Reisen bemerkbar. Auch wenn ich das Telefon in der Kälte tagsüber meist ausgeschaltet lasse, begleitet es mich dennoch auf den Touren in den hohen Norden. Hier möchte ich nun eine kleine Liste über nützliche Apps für Wintertouren vorstellen.

Liste nützlicher Apps für Wintertouren

Liebe Apple-User, es tut mir leid. Ihr müsst jetzt sehr stark sein und eure Apps für Wintertouren leider selbst im App Store suchen. Die direkten Links hier gehen alle in den Playstore von Android. Ich besitze schlicht keine Apple-Geräte mehr und habe keinen Zugang zum App Store, aber ihr schafft das schon.

An- und Abreise

Skandinavien ist traditionell einen Schritt weiter als Deutschland, wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht. Beim Reisen mit Apps scheinen beide aber relativ gleichauf. In den meisten Fällen kannst du ohne Papierticket auskommen und brauchst nur den QR-Code aus der App. Das Papierticket mitzunehmen schadet natürlich trotzdem nicht, es kann aber sicher im Handgepäck verstaut bleiben.

  • SAS – flySAS fliegt in den Norden und mit der englischen App kannst du deine Flüge buchen, verwalten und einchecken.
  • Norwegian – Die alternative Fluggesellschaft für den hohen Norden bietet die gleichen Funktionen wie die schwedische Schwestergesellschaft.
  • Rentalcars – Falls du in eine abgelegene Region willst, hilft manchmal nur ein Mietwagen, die in Skandinavien aber allgemein nicht günstig sind.
  • Sj.se – Für die Zugreise in Schweden bietet diese schwedische App den nötigen Funktionsumfang für Ticketbuchung und -kontrolle.
  • Vy.no – Was die Schweden können, können die Norweger natürlich auch. Hier sind sogar einige Buslinien mit abgebildet. Die App ist in norwegischer Sprache.
  • Deutsche Bahn – Die Reise beginnt ja meistens in Deutschland und so schlecht kommt die Deutsche Bahn gar nicht weg, wenn es um das Reisen mit Pulka geht.
  • Busse in Skandinavien haben teilweise eigene Apps (zum Beispiel LTN), teilweise findet man sie in Apps wie Moovit.
  • Tiefergehende Details zum Thema findest du übrigens in dem Beitrag zu Tourplanung und Anreise zur Wintertour.
YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden
YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden (Foto: Malte Hübner)

Wetterberichte

Auf der Tour selbst ist Handyempfang Glückssache, aber bei der Anreise gehört ein letzter Check wohl immer dazu. Die jeweiligen Wetterdienste der Länder haben eigene Apps, die beide gut funktionieren.

  • Yr.no – Diese norwegische App sollte inzwischen auch allen deutschen Outdoorern bekannt sein, denn die Wettervorhersagen nach dem norwegischen Modell sind oft erstaunlich präzise.
  • Smhi.se – Für Schweden bietet sich diese schwedische App mindestens als Ergänzung an, da sie zusätzlich über ein abgebildetes Niederschlagsradar verfügt.
  • klart Väder – Die App vereint die beiden Wetterberichte von yr.no und smhi.se in einer App, lädt bei schlechtem Empfang nach meiner Erfahrung aber etwas langsamer.
  • Varsom Regobs – Zum Wetterbericht passt immer auch gut der Lawinenbericht, den du für Norwegen in dieser norwegischen App findest. Wer einen Tipp für Schweden hat, immer her damit.

Unterkünfte

Oft bietet sich eine erste Nacht in einem kleinen Hotel oder einer Hütte zum Klimatisieren und Sortieren der Ausrüstung an. Auch die letzte Nacht vor der Abreise verbinde ich gerne mit einer Dusche. Zur Unterkunftssuche bieten sich folgende Apps für Wintertouren an:

  • Booking.com, tripadvisor oder hrs – Das sind die klassischen Buchungsportale, in denen du Hotels, Hostels und Apartments findest. Manchmal lohnt sich der Anruf direkt bei der Unterkunft, die dir ein eigenes Angebot machen.
  • Airbnb – Die Ferienwohnungsplattform hat sich zu einer Alternative zu den bestehenden Plattformen entwickelt, allerdings finden sich die Angebote eher in Ballungsräumen.
  • Norcamp – Diese Campingplatz-App liefert dir eine gute Übersicht. Gerade in Norwegen sind Hütten auf Campingplätzen keine Seltenheit. So musst du nicht einmal im Zelt schlafen.
  • Ut.no – Die Hütten des norwegischen Tourismusverbandes (und die meisten privatwirtschaftlichen Hütten) liegen oft an den schönsten Plätzen im Fjell. Diese norwegische App zeigt dir wo.
  • DNT Hyttebetaling – Wenn du auf einer selbstbedienten Hütte übernachtest oder auch nur deinen Proviant aufstockst, kannst du mit dieser App bezahlen. Großes Plus: Wenn du kein Netz hast, speichert der Warenkorb alles für später.
  • DNT Medlem – Deine DNT Mitgliedskarte hast du hiermit digital dabei. Als Backup vielleicht nützlich, aber ich habe lieber ein Kärtchen dabei und lasse das Handy aus.
  • STF I FJÄLLEN – Die schwedischen Hütten und Fjällstationen finden sich in dieser schwedischen App.  (Achtung! Download bei Drittanbieter, da diese wunderschöne App momentan nicht mehr im Playstore zu finden ist.)
  • STF – Zusätzlich bietet der STF eine schwedische App, mit der du deine Mitgliedskarte digital mitführen kannst. Auch deine Buchungen kannst du darin verwalten, allerdings lassen sich nicht alle Hütten im Voraus für nur eine Nacht buchen. Du kommst aber immer unter und sei es, im Matratzenlager.
Locus Map Pro zeigt durch die Schummerung gut die Hangsituation am Tjäktjapass
Locus Map Pro zeigt durch die Schummerung gut die Hangsituation am Tjäktjapass (Foto: Malte Hübner)

Navigation

Das Smartphone ist zur Navigation im Fjäll bei Minusgraden nicht die beste Wahl. Der Akku hält nicht sonderlich lange und handschuhtauglich ist es auch nicht. Da empfehle ich zur tiefergehenden Lektüre meinen Beitrag zur Navigation im Winter. Als Backup oder zum entspannten Umplanen auf der Hütte ist ein Smartphone aber sehr wertvoll.

  • Norgeskart und Norgeskart Outdoor – Beide bieten dir hochwertige topografische Karten. Ich mag die erste lieber, weil es ein Winterrouten Overlay gibt. Das mit 40 NOK pro Jahr sehr günstige Abo ist sein Geld wert.
  • Locus Map Pro – Es gibt viele Navigationsapps, aber diese ist meiner Meinung nach die beste. Du kannst zum Beispiel gpx-Dateien bearbeiten und speichern und hochwertige Karten offline nutzen. Der einmalige Anschaffungspreis von knapp 10 Euro ist gerechtfertigt.
  • Google Earth – Die 3D Satellitenbilder und Panoramafotos helfen dir besonders dabei, Hangneigungen und Geländebeschaffenheit einzuschätzen.
  • Peakfinder – Diese App ist eher eine Spielerei und nicht ernsthaft zur Navigation zu verwenden. Du kannst damit als Augmented Reality die Namen der Gipfel um dich herum anzeigen lassen. Lade die Regionsdaten (meist so um 25 MB) am besten im WLAN herunter.
  • Wenn du ein Handnavigationsgerät für den Outdooreinsatz dabei hast, könnten dazu passende Apps wie Garmin Connect sinnvoll sein. Damit kannst du beispielsweise Tracks übertragen.
  • Hast du einen Notsender wie den Garmin inReach mini dabei, brauchst du für den vollen Funktionsumfang die App Earthmate.

Polarlichtvorhersage

Lohnt sich der abendliche Blick aus dem Zelt? Oder kannst du beruhigt im Schlafsack liegen bleiben? Eine gute Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern abzuschätzen, geben dir diese Apps für Wintertouren:

  • Aurora – Ich habe verschiedene Apps getestet, diese App zur Polarlichtvorhersage gefällt mir am besten.
  • Google Sky Map – Diese App hat sich hier herein geschummelt. Sie sagt natürlich keine Aurora Borealis voraus, bildet aber den Sternenhimmel in AR ab.

Bildbearbeitung

Die Voraussetzung dafür ist wohl eine Steckdose in der Nähe. Aber wenn du dein Smartphone und deine Kamera miteinander verbinden kannst, dann hast du mit den folgenden beiden Apps gute Bildbearbeitungsinstrumente mit nur kleinen Unterschieden:

  • Photoshop Express – Einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Adobe.
  • Snapseed – Ebenso einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Google.

Übersetzer und Sprachtrainer

Wenn du eine skandinavische Sprache beherrscht, kommst du damit auch in den angrenzenden Ländern oft recht weit. Die nordischen Sprachen kann man auch ganz gut lernen. Oder es kommt eine Übersetzer App mit.

  • Google Übersetzer – Diese App bietet dir die Möglichkeit, einzelne Sprachpakete offline verfügbar zu machen. So kannst du auch in der Hütte Hinweisschilder übersetzen.
  • Babbel – Das ist nur ein Beispiel für eine Sprachlernapp, mit der ich ganz gute Erfahrungen gemacht habe. In der schwedischen Variante gibt es zum Beispiel auch eine Lektion Land und Leute mit Begriffen wie „Baumgrenze“. Babbel erfordert ein Abonnement für die volle Nutzung.
Ordnung bei den Apps für Wintertouren
Ordnung bei den Apps für Wintertouren (Foto: Malte Hübner)

Unterhaltung

Ich nutze zwar klassisch weiterhin meinen MP3-Player, aber grundsätzlich geht das auch mit Apps hervorragend. Ob du jetzt Hörbücher, Musik oder sogar Filme bevorzugst, sei die selbst überlassen. Spotify, Audible und andere Anbieter sind wohl hinreichend bekannt.

Und das wichtigste zum Schluss

Von allen Apps für Wintertouren ist eine natürlich am wichtigsten: Du kannst dir in deinem Browser auch meine Seite zum Startbildschirm hinzufügen und sie dann wie eine App mit dem Klick auf das Icon starten. So hast du schnellen Zugriff auf alle Artikel bei Winterfjell. 😉

Das ist die Liste an Apps, die ich mehr oder weniger regelmäßig nutze. Hast du eigene Apps oder Tipps für mich? Dann freue ich mich über jeden Hinweis.

Wenn du dir über deinen Akku Sorgen machst, dann findest du mit dem Artikel Stromversorgung mit Akkus im Winter einen guten Weg, um dort weiterzulesen.

Jetzt bist du an der Reihe. Gefällt dir der Beitrag oder möchtest du etwas ergänzen? Dann freue ich mich über deinen Kommentar.

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Ein wenig Wärme im Zelt https://www.winterfjell.de/ein-wenig-waerme-im-zelt/ https://www.winterfjell.de/ein-wenig-waerme-im-zelt/#comments Thu, 11 Jun 2020 07:04:41 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=343 Sobald die Sonne im winterlichen Fjell verschwindet, wird es merklich kälter. Das Zelt schützt dich zwar vor dem eisigen Wind, aber für ein wenig Wärme im Zelt braucht es mehr, da es kaum isoliert. Die einzige dauerhafte Heizquelle ist deine Körperwärme und dein Schlafsack kann damit richtig gemütlich werden. Voraussetzung ist aber, dass du nicht … Ein wenig Wärme im Zelt weiterlesen

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Den wahren Luxus eines Zeltofens im Lavvu können wir uns nur im Basislager gönnen. Unterwegs mit Pulka braucht es andere Ideen für etwas Wärme im Zelt.
Den wahren Luxus eines Zeltofens im Lavvu können wir uns nur im Basislager gönnen. Unterwegs mit Pulka braucht es andere Ideen für etwas Wärme im Zelt. (Foto: Malte Hübner)

Sobald die Sonne im winterlichen Fjell verschwindet, wird es merklich kälter. Das Zelt schützt dich zwar vor dem eisigen Wind, aber für ein wenig Wärme im Zelt braucht es mehr, da es kaum isoliert. Die einzige dauerhafte Heizquelle ist deine Körperwärme und dein Schlafsack kann damit richtig gemütlich werden. Voraussetzung ist aber, dass du nicht zu ausgepowert bist und noch genug innere Wärme erzeugen kannst. Für etwas zusätzliche Wärme gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ich dir hier vorstellen möchte.

Eine kleine Gaslaterne

Als meine Kinder noch klein waren und gewickelt werden mussten, hatten wir im Frühjahr oder Herbst immer eine kleine Zeltlaterne mit Gaskartusche mit auf Tour. Diese gibt im Zelt erstaunlich viel Wärme von sich. Bei sehr niedrigen Temperaturen wärmt sich das Zelt dadurch zwar nur um wenige Grad auf, aber vielleicht reicht das, um sich kurz umzuziehen oder die Finger aufzuwärmen.

Eine kleine Laterne mit Edelstahlgitter (statt Glas) ist robust und findet schnell noch einen Platz im Gepäck. Ein Beispiel ist die Primus Micron Laterne. Denke beim Betrieb aber immer an ausreichend Frischluftzufuhr und hänge sie am besten auf, damit sie nicht umkippen kann. Auch mit solch einer Laterne besteht immer Feuergefahr! Verwende sie nicht, wenn du dabei einschlafen könntest. Im freiluft-blog findest du alles zum richtigen Umgang und dem Einbrennen des Glühstrumpfes.

Der einzige Haken: Licht gibt es zwar umsonst dazu, aber selbst gute Gaskartuschen funktionieren bei sehr niedrigen Temperaturen (unter -15°) nicht mehr zuverlässig, weil das Gas in der Kartusche nicht verdampft.

Den Kocher laufen lassen

Es ist naheliegend und verlockend, den Winterkocher nach dem Schneeschmelzen noch ein wenig weiterlaufen zu lassen. Aber es ist auch sehr gefährlich. Während du deine Zeltlaterne noch aufhängen kannst und sie mit Gas recht sicher betreibst, ist so ein Benzinkocher ein wahrer Flammenwerfer und unbeobachtet wirklich gefährlich.

  • offene Flamme: es steht dann kein Topf drauf, der die Flamme abschirmt (ein leerer Topf würde überhitzen und Wasser im Topf für Kondensfeuchte sorgen)
  • regelmäßige Wartung: der Druck des Kochers muss regelmäßig kontrolliert werden
  • große Gefahr: Risiko einer CO/CO2-Vergiftung bei geringer Frischluftzufuhr

Der Kocher ist eine verlässliche Wärmequelle, wenn du das Zelt schnell aufwärmen musst, weil zum Beispiel jemand ins Eis eingebrochen ist. Du solltest es dir aber sonst gut überlegen, ob es dir die Gefahren wert sind, deine Ausrüstung abzufackeln oder nicht wieder aufzuwachen. Und wenn du den Kocher doch nutzt, setze dich dabei besser hin, damit du nicht einschläfst.

Zeltofen ultralight

Ein Zeltofen aus Edelstahl ist eine großartige Erfindung und wir nutzen solch eine Heizung in unserem Lavvu, wenn wir als Familie oder Gruppe im Winter im Basislager wohnen. Aber selbst mit meiner Pulka möchte ich dieses 13-Kilo-Monster nicht über längere Strecken transportieren.

Anders sähe es mit einem ultraleichten Zeltofen aus Titan aus. Solche Modelle lassen sich in der Regel falten oder auseinander bauen. Das Gewicht wäre mit 2 Kilo auch noch vertretbar. Ich selbst habe keine Erfahrung mit solchen UL-Zeltöfen und habe es auch noch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, da es auf meinen bisherigen Touren einfach zu wenig Holz gab. Natürlich kommt nur Totholz in Frage und dieses wird meist unter viel Schnee verborgen sein. Vielleicht mag ja jemand seine Erfahrung damit ergänzen.

Ganz klarer Vorteil eines Ofens wäre es, abends im Zelt Wärme für 2-3 Stunden zu produzieren. Du erreichst bis zu 30° Celsius Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur. Danach sollte der Körper wieder aufgeheizt sein und über Nacht geht der Ofen eh aus. So könntest du dich also einmal am Tag ordentlich aufwärmen und deine Kleidung trocknen.

In der Regel sind Lavvus besser belüftet, aber auch hier gilt der Hinweis: Denke bitte an genug Sauerstoffzufuhr, damit du morgens wieder aufwachst.

Taschenofen

Gute Taschenöfen gibt es mit Kohlestäbchen und mit Benzintank, benötigen also beide einen Brennstoff. Und da liegt bei den Kohlestäbchen auch schon der erste Nachteil. Diese müssen für eine saubere Verbrennung sehr trocken gelagert werden und brechen leicht. Sauber verstaut taugen sie aber für eine Wintertour und geben ein paar Stunden angenehme Wärme.

Die Benzintaschenöfen haben einen Katalysator zur „Verbrennung“. Ich nutze bisher ein etwas teureres Modell des japanischen Herstellers Peacock. Dieser Handwärmer funktioniert dafür zuverlässig und es läuft auch nichts aus. Und Benzin hast du meistens bereits für den Kocher dabei. Ich empfehle aber möglichst sauberes Benzin und keines von der Tankstelle.

Wichtig für die korrekte Funktionsweise ist, dass der Ofen sich in seiner Tasche oder dem Schlafsack befindet und nicht zu viel Sauerstoff (kaum Wärmeentwicklung) und nicht zu wenig Sauerstoff (Ofen geht aus) bekommt.

Ich habe drei Verwendungen für meinen Taschenofen:

  • Innentasche der Daunenjacke, wenn man abends noch draußen sitzt
  • Schlafsack vorwärmen
  • Stiefel vorwärmen oder etwas trocknen

Ein Taschenofen verbrennt so langsam, dass du für einige Stunden Wärme hast. Er ist also ein echter Tipp für etwas Wärme im Zelt!

Wärmflasche

Meinen Schlafsack wärme ich noch lieber mit einer Wärmflasche vor. Diese wird beim abendlichen Schneeschmelzen gefüllt und kommt dann in den Schlafsack. Natürlich schleppe ich keine Gummi-Wärmflasche mit, sondern nutze eine Weithalsflasche mit einem Liter Fassungsvermögen. Der Schlafsack ist dann angenehm temperiert, wenn ich hineinsteige. Bevor die Flasche morgens wieder kalt ist, trinke ich sie meist über Nacht noch aus. Das ist auch gut so, weil ich tagsüber nicht genug trinke.

Einwegwärmer

Einwegwärmer gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Sie funktionieren auf der Grundlage einer chemischen Reaktion nach ihrer Aktivierung. Anschließend geben sie etwa 2-3 Stunden lang Wärme ab. Zwei von diesen kleinen Helfern kann man gut im Gepäck haben, gerade auch für die Versorgung bei leichter Unterkühlung. Dort kommt dann ein Einweg-Wärme-Pad unter jede Achsel der unterkühlten Person in den Schlafsack bis der Kocher warm genug ist, um eine richtige Wärmflasche zu füllen.

Leider sind die chemischen Wärmespender nicht immer ganz zuverlässig. Ich habe sogar den Eindruck, dass sie bei wirklich tiefen Temperaturen unter -20° Celsius nicht mehr richtig funktionieren. Also gerade dann, wenn man sie vielleicht wirklich gut gebrauchen kann.

Aneinander kuscheln

Ob als Pärchen eng aneinander oder einfach nur aufgereiht wie die Sardinen in der Büchse, je mehr Menschen nah beieinander liegen, desto wärmer wird es. Wer am meisten friert, kommt also in die Mitte.

Bitte fallt als Paar nicht auf die Idee koppelbarer Schlafsäcke herein. Die viele Luft im Inneren müsst ihr zusätzlich erwärmen, sodass diese Variante am Ende kälter ist als ein eigener Winterschlafsack.

Am Essen und Trinken wärmen

Nach einem langen Tag in großer Kälte freue ich mich auf mein Zelt, meinen Schlafsack und einen Haufen Kalorien, um den Speicher wieder aufzufüllen. Besonders angenehm ist es natürlich, wenn das Essen dafür schön heiß ist. Das wohlige Gefühl, welches sich danach von innen einstellt, ist einfach zu schön: Satt, warm, müde. Jetzt noch einen Tee oder eine heiße Schokolade hinterher und die Welt ist wieder in Ordnung.

Alkohol solltest du hingegen nicht zum Aufwärmen nehmen, das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Auf einen kleinen Schuss Rum im Kakao verzichten wir dennoch ungern.

In eine Hütte gehen

Wenn dir die Abende im Zelt zu kalt sind, eignet sich in den meisten Gebieten eine Hütte des DNT, STF oder privaten Betreibers als warmer Rückzugsort. Die Skandinavier können erfahrungsgemäß sowieso nicht verstehen, warum die Leute im Zelt schlafen, wenn es doch eine warme Hütte in der Nähe gibt.

Da die Nächte im Zelt aber nun einmal ihren eigenen Charme haben, taugen die Hütten gut als Backup für besonders kalte Nächte oder Unwetter. Auch eine ausgedehnte Mittagspause in einer Hütte kann dir den Tag versüßen.

Problematisch: elektrische Wärmespender

Für den Skisport gibt es elektrische Schuhwärmer als Einlegesohle oder beheizbare Handschuhe. Problematisch sind dabei immer die Akkus. Erstens leiden die Akkus in der andauernden Kälte und haben gerade einmal Kapazität für einen Tag. Und zweitens hast du in der Regel keine Möglichkeit, diese wieder aufzufüllen. Mit einem Solarpanel bräuchtest du mindestens einen Tag bei optimalen Bedingungen. Für einen einzigen Tag Wärme sind alle diese Modelle daher leider zu schwer und erscheinen mir ungeeignet.

Wie sorgen andere für Wärme im Zelt?

Ich habe mich hier eher auf die Wärme „von außen“, also durch eine Heizquelle konzentriert. Wie du sonst für eine wärmere Nacht im Schlafsack sorgen kannst, beschreiben dir Alex von Bergreif.de im Artikel „Zelten im Winter – So bleibst Du selbst bei Minusgraden schön warm im Schlafsack!“ und Axel von Outdoorseite.de mit dem Beitrag „Camping im Winter – Tipps für das Übernachten im Freien“.

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The Theory Works Quadratic Expeditionszelt im Test https://www.winterfjell.de/the-theory-works-quadratic-expeditionszelt-im-test/ https://www.winterfjell.de/the-theory-works-quadratic-expeditionszelt-im-test/#respond Sun, 24 May 2020 14:09:27 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=5081 Zelte habe ich eigentlich genug, wenn es überhaupt diesen Zustand gibt. Aber dennoch interessieren mich Konzepte, die etwas Neues ausprobieren. Durch Zufall bin ich vor kurzem bei der Recherche auf einen Tunnel mit Geodät-Qualitäten in wintertauglicher Ausstattung von The Theory Works gestoßen. Das musste ich mir doch einmal genauer anschauen. Der Kontakt zum Unternehmen war … The Theory Works Quadratic Expeditionszelt im Test weiterlesen

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Zelte habe ich eigentlich genug, wenn es überhaupt diesen Zustand gibt. Aber dennoch interessieren mich Konzepte, die etwas Neues ausprobieren. Durch Zufall bin ich vor kurzem bei der Recherche auf einen Tunnel mit Geodät-Qualitäten in wintertauglicher Ausstattung von The Theory Works gestoßen. Das musste ich mir doch einmal genauer anschauen. Der Kontakt zum Unternehmen war schnell hergestellt und glücklicherweise gab es meine gewünschte Konfiguration als Testzelt, denn The Theory Works stellt modulare Zelte her, die es in verschiedenen Ausstattungsmerkmalen gibt.

Expeditionszelt statt Leichtbau

Die leichten Zusammenstellungen haben die Kollegen vom Freiluft-Blog und der Outdoorseite schon getestet, dort kannst du alles darüber nachlesen, wenn du mehr erfahren willst. Bei mir hat die auf Gewicht getrimmte Ausstattungslinie weniger Interesse geweckt als die Expeditionsausstattung mit 40 Denier Außenzelt, 9 mm Gestänge und Snowflaps. Ich beziehe mich in diesem Test daher ausschließlich auf die expeditionstaugliche Ausstattung von Snow Outer, Winter Inner und dem genannten Expeditionsgestänge.

Das Zelt wurde mir von The Theory Works leihweise und ohne Auflagen kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei dem Test hat mir Markus Gründel helfend und fachsimpelnd zur Seite gestanden. Mein Dank geht daher an beide!

Innenzelt

Das Innenzelt gefällt mir besonders gut. Zu allererst ist es ausreichend groß für zwei Personen bis 1,90 m mit ihren Winterschlafsäcken. Zwar wäre es damit voll ausgefüllt, aber es handelt sich schließlich um ein Bergzelt. Die sind sonst knapper bemessen. Viele nehmen daher in der weiten skandinavischen Winterlandschaft zu zweit lieber ein Drei-Personen-Zelt, benötigen dann aber auch deutlich mehr Standfläche. Beim Quadratic passen zwei 60 cm breite Matten nebeneinander hinein und damit ist es als Winterzelt groß genug. Die Sitzhöhe ist an den niedrigeren Eingängen ausreichend hoch, in der Mitte hast du selbst mit einer dicken Isomatte genug Kopffreiheit.

Das Innenzelt wirkt angenehm groß und hell. Gleichzeitig gefallen mir die vielen Taschen.
Das Innenzelt wirkt angenehm groß und hell. Gleichzeitig gefallen mir die vielen Taschen. (Foto: Malte Hübner)

Die Eingänge

Das gesamte Zelt ist symmetrisch geschnitten und so kann das Innenzelt in beide Richtungen benutzt werden. Während eine Apsis als Eingang dient, können große Ausrüstungsteile wie die Rucksäcke in der anderen Apsis lagern. Im Inneren des Zeltes finden sich genug kleine Taschen, um von Brille über Uhr bis zu Stirnlampe alles zu verstauen. Auch Schlaufen für Wäscheleinen oder ein optional bestellbares Deckennetz sind reichlich vorhanden. So lässt sich leichter Ordnung halten und das Innenzelt wirkt sehr durchdacht.

Die Türen sind vollflächig mit Mesh und winddichtem Material hinterlegt. So kannst du dich im Innenzelt komplett abkapseln. Das ist für ein Winterzelt wichtig, da Triebschnee durch jeden noch so kleinen Spalt gelangt. Was ich sehr mag: Die geöffnete Tür hängt nicht nach unten, wie bei vielen anderen Zelten, sondern kommt in eine große Tasche direkt neben dem Eingang. Es gibt zwar auch die klassische Schlaufe zum Aufrollen der Tür, aber die besagte Tasche macht es so viel einfacher. Die Zipper mit Repschnur laufen alle flüssig, auch mit Handschuhen. Eingehängt ist das Innenzelt nicht mit Gummis, sondern Stoffschlaufen mit Ring und Knebel, es hängt aber kein bisschen durch.

Die Tür kann direkt in der Tasche neben dem Eingang verstaut werden und ist so deutlich handschuhtauglicher als andere Methoden.
Die Tür kann direkt in der Tasche neben dem Eingang verstaut werden und ist so deutlich handschuhtauglicher als andere Methoden. (Foto: Markus Gründel)

Der Boden

Die Bodenwanne ist sauber verarbeitet und wirft keine Falten, alle Nähte waren sorgfältig getaped. Die Apsis wäre mir zum Kochen beim geschlossenen Quadratic Expeditionszelt etwas zu klein. Mit Gas oder Spiritus mag es noch funktionieren, den Benzinkocher betreibe ich lieber in einer großen Apsis mit genug Abstand zum Zeltstoff.

Achtung! Der Hersteller rät davon ab, im Zelt zu kochen und weist deutlich auf die Gefahren hin. Aber natürlich kommt man auf Wintertouren durchaus in Situationen, wo man dennoch im Zelt kocht.

Die Apsis reicht zum Anziehen der Stiefel und zum Aufbewahren von Ausrüstung, ist aber zum Kochen eher zu knapp bemessen.
Die Apsis reicht zum Anziehen der Stiefel und zum Aufbewahren von Ausrüstung, ist aber zum Kochen eher zu knapp bemessen. (Foto: Malte Hübner)

Außen am Innenzelt finden sich zusätzliche Gurtbänder für die Seitenstangen, zu denen ich nachher noch einmal komme. Diese Gurte sind für die hohe Windstabilität unersetzlich, aber sie verkleinern den nutzbaren Raum der Apsis im Winter etwas. Ich habe mir nämlich bei ausreichend hoher Schneedecke angewöhnt, in der Apsis einen Graben auszuheben, um besser sitzen zu können oder darin zu kochen. Hebt man jetzt solch einen Graben aus, dann stört das innenliegende Gurtband des Dreiecks auf beiden Seiten etwas.

Die Gurtbänder nehmen die Kraft der Seitenstangen auf.
Die Gurtbänder nehmen die Kraft der Seitenstangen auf. (Foto: Malte Hübner)

Außenzelt

Fange ich beim Außenzelt mal mit dem kritischen Teil an: Die Abspannschnüre sind mit 2 Metern zu kurz. Da fehlt mir mindestens ein Meter, um im Schnee eine Festung zu bauen. Meiner Meinung nach wurde hier wie bei vielen Herstellern am falschen Ende Gewicht gespart. Nun kommt aber das Prinzip der Modularität von The Theory Works zum Tragen, denn du kannst die Schnüre beim Bestellprozess einfach weglassen und deine eigenen nehmen. Die Idee: Auch hier könnte man zwischen den normalen 2 Metern und einem Expeditionsset mit 3 Metern auswählen.

Die Zeltschnüre beim Quadratic Outer sind für meinen Geschmack zu kurz.
Die Zeltschnüre beim Quadratic Outer sind für meinen Geschmack zu kurz. (Foto: Malte Hübner)

Unabhängig von der Länge wirken die Zeltschnüre robust und die Lineloc Klemmen sind einfach die besten. Auch die zwei Abspannpunkte an jedem Bogen und jeder Seite sind solide mit dem Gestängekanal vernäht. Zusätzlich finden sich zwei Abspannpunkte rechts und links oberhalb des Einganges, sodass du auf 16 Abspannpunkte für Zeltschnüre kommst. Zusätzlich benötigst du zwei Heringe pro Apsis, um diese aufzuspannen. Mit gesetzten 20 Heringen hättest du aber auch einen Bunker von Zelt. Wenn du zwei Schnüre an der Seite an einen Schneehering hängst, benötigst du insgesamt 14 Schneeheringe oder Schneeanker und wirst fast die gleiche Stabilität erreichen.

Das beidseitig silikonisierte 40 Denier Ripstop-Nylonmaterial des Außenzeltes ist winterfest und die Nähte sind gut verarbeitet. Laut Hersteller soll man die Nähte nach dem Kauf noch mit dem beiliegenden Seamsealer versiegeln, aber bei einem reinen Winterzelt würde ich mir die Arbeit nicht machen.

Alle Luftöffnungen liegen hoch genug: Links der Seitenlüfter, rechts der Lüfter in der Tür.
Alle Luftöffnungen liegen hoch genug: Links der Seitenlüfter, rechts der Lüfter in der Tür. (Foto: Malte Hübner)

Lüfter

Insgesamt verfügt das Quadratic Snow Outer über sechs Lüfter. Jeweils zwei Lüfter finden sich rechts und links der Eingänge. Diese sind mit Mesh hinterlegt und lassen sich von Innen mit einer zusätzlichen Lage Stoff schneedicht verschließen. Die Eingangstüren selbst sind ebenfalls als Lüfter nutzbar. Wie die Seitenlüfter auch, verfügt jede Tür über einen kleinen Steg zum Aufstellen des Lüfters. Der Lüfter in der Eingangstür ist nicht mit Mesh hinterlegt, aber dafür lässt sich die Tür entsprechend weit öffnen. Auch der Einstieg von oben in die Apsis ist dadurch sehr gut möglich, wenn sich unten am Zelt schon viel Schnee angesammelt hat.

Die Seitenlüfter sind von Innen komplett schneesicher zu verschließen, weil es dort sonst im Schneesturm Flugschnee hereindrückt.
Die Seitenlüfter sind von Innen komplett schneesicher zu verschließen, weil es dort sonst im Schneesturm Flugschnee hereindrückt. (Foto: Malte Hübner)

Der Unterschied beim The Theory Works Quadratic: Die Seitenstangen

Bis jetzt würde es sich bei dem Testzelt um einen gutes Tunnelzelt handeln. Aber nun kommt der große Unterschied zum Tragen. Das Quadratic Zelt von The Theory Works hat an den Seiten jeweils einen Kanal für eine Seitenstange. Durch diese Seitenstangen lässt sich das Zelt deutlich versteifen, sodass es weniger anfällig für Seitenwind wird. Im Prinzip erhältst du damit sogar fast einen freistehenden Tunnel und musst weniger auf den richtigen Zeltplatz bei Wind und Sturm achten.

Die Seitenstangen gibt es in verschiedenen Stärken. Neben einer leichten Carbonvariante, sind zwei Aluvarianten mit 9,7 mm und 11 mm Durchmesser erhältlich. Ich konnte beide testen und das dünnere Alugestänge würde mir an der Seite ausreichen. Das Gestänge mit 11 mm Durchmesser wäre zwar noch steifer, aber damit nicht zwangsweise stabiler. Ein windstabiles Zelt steht erst lange steif, beugt sich dann aber bei sehr starken Böen und kehrt danach in seine Ausgangsposition zurück. Daher würde ich es hier nicht übertreiben wollen. Außerdem spart es Gewicht. Noch mehr Gewicht spart es, wenn du nur eine Seitenstange mitnimmst und diese einsetzt, sobald der Wind deinen Tunnel von der Seite angreift.

Leider lassen sich die Seitenstangen beim aufgebauten Zelt nachträglich nur noch schwer einschieben. Du solltest es dir also direkt beim Aufbau überlegen. Der Aufbau ist allein übrigens möglich, aber im Sturm zu zweit einfacher. Die Seitenstangen müssen in eine Öse eingefädelt werden, was allein nur mit Hin- und Herlaufen von einem Zeltende zum anderen möglich ist. Ich würde es daher nur als eingeschränkt solo-tauglich einstufen.

Fast freistehend

Als Konsequenz von diesem System hast du ein paar mehr Gurte, Schnallen und Ösen als sonst an einem Zelt zu finden sind. Falls dich das irritiert, möchte ich noch einmal zeigen, wie gut sich das Zelt abspannen lässt, ohne einen einzigen Hering zu verwenden.

Im Notfall steht das Quadratic ohne einen einzigen Hering.
Im Notfall steht das Quadratic ohne einen einzigen Hering. (Foto: Malte Hübner)

Durch die Seitenstangen steht zumindest das Innenzelt vollständig aufgespannt, nur die beiden Apsiden hängen ohne Heringe durch. Eine Nacht zwischen Felsen auf einer Bergtour ließe sich so aber dennoch überstehen. Oder du bist einfach entspannter, wenn mal wieder so gar kein Hering im Pulverschnee halten will. Dieses Konzept zum Abspannen der Stangen kenne ich von meinem Mountain Hardwear EV3, welches sehr sturmerprobt ist.

Weitere Erkenntnisse aus dem Test

Es gibt neben den Seitenstangen auch noch eine Firststange, die höhere Schneelasten ermöglichen soll. Sie wird wohl eher gegen Windgeräusche gut sein und das Zelt ist auch so stabil genug. Sie würde ich eher weglassen als die Seitenstangen.

Die Gestängekanäle sind alle mit den entsprechenden Stangenlängen markiert und damit ist der Aufbau recht einfach gemacht. Allerdings würde ich mir hier eine bessere (steifere) Öffnung zum Einfädeln wünschen, besonders mit dicken Handschuhen.

Die Snowflaps finden sich nur an den Apsiden. Im Bereich des Innenzeltes solltest du daher etwas mehr Schnee aufschaufeln, da auch durch den Spalt dort Flugschnee eindringen kann.  Ohne Snowflaps wäre das Zelt übrigens 120 g leichter und ist im Shop als All-Year Outer erhältlich. Ich weiß, dass es zu Snowflaps sehr verschiedene Meinungen gibt.

Mit allen Stangen bleibt das Zelt auch beim Umsetzen in Form.
Mit allen Stangen bleibt das Zelt auch beim Umsetzen in Form. (Foto: Malte Hübner)

Das Gewicht meiner Konfiguration würde nach Liste 3807 g wiegen. Auf der Waage dann die Überraschung: Es stimmt! Bei welchem Hersteller erlebt man denn sowas noch? Wer das Zelt im Packsack transportieren will, sollte noch etwa 60 Gramm dafür draufrechnen. Bei mir käme es aber eh als eine lange „Zeltwurst“ oben auf die Pulka. Das Gewicht ist in dieser Konfiguration nicht leicht für ein 2-Personen-Zelt, aber dafür mit Sicherheit sehr sturmsicher und absolut wintertauglich!

Fazit zum The Theory Works Quadratic

Das Zelt ist ein Bunker. Ich möchte es sogar in eine Liga mit etablierten Zelten wie dem The North Face VE 25 oder dem Mountain Hardwear EV 3 (heute ACI 3) zählen. Zwar werden diese beiden als 3-Personen-Zelte gehandelt, haben aber mit etwa 150 cm Breite realistisch auch nur Platz für zwei Personen in Winterschlafsäcken. Dabei schlägt das Quadratic das VE 25 durch den gemeinsamen Aufbau von Außen- und Innenzelt und beim Gewicht. Das EV 3 hat im Vergleich keine Apsis zum Kochen und verfügt über kein Innenzelt. Preislich ist das Quadratic sehr fair kalkuliert. Genau dort sehe ich eine gute Nische für das The Theory Works Quadratic Expeditionszelt und würde es als Bergzelt sofort in Betracht ziehen. Für den skandinavischen Winter wären mir die Apsis wohl etwas zu klein, zumal mein Kaitum 3 GT mit riesiger Apsis ähnlich viel wiegt, allerdings eben nicht so gern Seitenwind mag. Worauf es mir bei meiner Zeltwahl noch ankommt, findest du im Beitrag über Winterzelte.

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Der südliche Kungsleden im Winter – Toursteckbrief https://www.winterfjell.de/der-suedliche-kungsleden-im-winter-toursteckbrief/ https://www.winterfjell.de/der-suedliche-kungsleden-im-winter-toursteckbrief/#respond Sun, 03 May 2020 07:54:34 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=2607 Der südliche Kungsleden im Winter ist so etwas wie eine Einstiegsdroge in Wintertouren und läuft durch eine wunderschöne Region. Der hier vorgestellte Abschnitt ist eine entspannte Anfängertour für eine Woche Urlaub. Einfache Infrastruktur ist auf dem Weg vorhanden, nur die An- und Abreise sind etwas mühsamer als an anderen Orten. Gesamtlänge: ca. 66 km Etappen: … Der südliche Kungsleden im Winter – Toursteckbrief weiterlesen

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Der südliche Kungsleden im Winter ist auf diesem Abschnitt besonders schön und erstreckt sich über zwei Kartenblätter
Der südliche Kungsleden im Winter ist auf diesem Abschnitt besonders schön und erstreckt sich über zwei Kartenblätter (Foto: Malte Hübner)

Der südliche Kungsleden im Winter ist so etwas wie eine Einstiegsdroge in Wintertouren und läuft durch eine wunderschöne Region. Der hier vorgestellte Abschnitt ist eine entspannte Anfängertour für eine Woche Urlaub. Einfache Infrastruktur ist auf dem Weg vorhanden, nur die An- und Abreise sind etwas mühsamer als an anderen Orten.

Gesamtlänge: ca. 66 km
Etappen: 5 Etappen
Wegmarkierungen: in der Regel wintermarkiert
Beste Reisezeit: Ende Februar bis Ende März
Landkarte: Fjällkartan Z8 und W1 oder Calazo Fjällkarte C08

Tourcharakter:

  • als reine Hüttentour machbar, allerdings mit längerer erster Etappe
  • sowohl mit Schneeschuhen als auch mit Ski begehbar
  • insgesamt anfängertauglich
  • weder überlaufen noch einsam
  • keine Rundtour (Startpunkt mit Auto 150 km entfernt)
  • mit Backup, An- und Abreise gut in einer Woche Urlaub machbar

Besonderheiten:

Vor allem in Schweden gibt es außerhalb von Nationalparks viel Scooterverkehr. Das romantische Bild vom Dahingleiten über den Schnee stimmt dann leider nicht mehr, denn diese Schneemobile machen mächtig Krach. Es klingt eher wie der Nachbar, der den Rasen mäht, am Sonntag, um Sieben Uhr früh. Südlich von Fjällnäs ist der Scooterverkehr aber eingeschränkt, daher ist es hier ruhiger und ich kann den Abschnitt gut empfehlen.

Anreise und Abreise:

Die Anreise nach Funäsdalen ist mit Bus ab Mora (oder in 9 Stunden sogar von Stockholm) möglich, danach muss man Glück haben, dass die weiteren Verbindungen nach Tänndalen gut passen oder sich für die letzten 10 km ein Taxi nehmen. In Tänndalen kannst du die erste Nacht verbringen. Das winzige Dorf liegt in einem beliebten Skigebiet und so gibt es dort auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Bei der Abreise fährt von Grövelsjön ein Bus bis Idre, von wo du über Mora wieder Anschluss an Fernverbindungen oder dein dort geparktes Auto hast.

Der südliche Kungsleden im Winter – Etappenbeschreibungen

Es gibt am südlichen Kungsleden mehre Rasthütten, die Schutz bieten können. Diese sind nicht zum geplanten Übernachten gedacht, aber es spricht nichts dagegen, sein Zelt in der Nähe aufzuschlagen. Die Etappenlängen zwischen den folgenden Hütten sind so gewählt, dass sie anfängertauglich sind.

Tag 1: Tänndalen – Skedbrostuga (ca. 21 km, zu Beginn An- und Abstieg, später ohne große Höhenunterschiede)

Die erste Etappe ist die längste und erfordert daher etwas Kondition. Wenn du eh mit Zelt unterwegs bist, kannst du die Tour gerne kürzen und die restlichen Kilometer an den nächsten Tag hängen. Diese erste Etappe ist dabei sogar schon eine kleine Abkürzung, denn den eigentlichen Kungsleden erreichst du erst nach etwa 6,5 km.

Aus Tänndalen folgst du dem Winterweg in Richtung Süden in die Berge. Auf diesen Winterwegen sind meist Birkenzweige (Ruskmarkering) gesteckt, es fahren aber auch Scooter. Immer weiter aufsteigend folgst du dem Weg auf den Sattel zwischen Vättafjället und Rödfjället, bis du den höchsten Punkt dieser Etappe nach knapp 7 km erreicht hast. Kurz darauf steigst du fast 300 Höhenmeter mit ordentlichem Gefälle ab und kommst in einen Birkenwald und vorbei an einer Kote namens Broktjärnskojan. Mit dem Zelt könnte hier schon eine erste Etappe enden. Sobald der Wald sich nach wenigen Kilometern öffnet, bist du am See Dalstenshån. Von dort sind es noch etwa 5 km Weg mit wenig Steigungen und am nächsten See befindet sich schon die Skedbrostuga, die etwas südöstlich liegt.

Tag 2: Skedbrostuga – Rogenstuga (ca. 12 km ohne nennenswerte Höhenunterschiede)

Von der Skedbrostugan gilt es heute, zu der Rogenstugan zu gelangen. Bei gutem Wetter ist die gesteckte Route direkt über den Rogen ein Traum, da du hier ein eindrucksvolles Panorama vorfindest. Allerdings bist du dem Westwind dort voll ausgesetzt, da der See natürlich keinen Windschutz bietet. Der erste Abschnitt über den Rödsjön ist noch etwas geschützter.

Wer Kraft und Lust hat, kann die 250 Höhenmeter auf den Bustvålen erklimmen und hat einen wunderbaren Blick über das Naturreservat Rogen. Über die südöstliche Flanke des Bustvålen geht es steil hinauf und du kannst die Pulka unten stehen lassen. Der „Umweg“ beträgt dann insgesamt etwa 2 km. Der weitere Weg zur Stuga führt immer am Ostufer des Rogens entlang (bei guten Eisbedingungen auf dem See mit Ruskmarkering) und du kannst die Rogenstugan nach knapp 7 km nicht verfehlen.

Tag 3: Rogenstuga – Storrödtjärnstuga (ca. 12 km mit leichtem Anstieg am Ende)

Zu Beginn kannst du dem See auf dem Eis Richtung Süden folgen und triffst genau an seiner Südspitze wieder auf den Sommer- und Winterweg. Den Großteil dieser Etappe hast du nun schon hinter dir.

Nach einem leichten Anstieg von gut 100 Höhenmetern gelangst du zurück ins Kahlfjäll und betritts damit Dalarna Län. Die Storrödtsjärn Fjällstuga liegt kurz darauf direkt vor dir.

Tag 4: Storrödtjärnstuga – Hävlingenstuga (ca. 9 km mit moderatem Anstieg und anschließender Abfahrt)

Der vierte Tag lässt sich noch entspannter angehen und bleibt von den Kilometern einstellig. Nach einem moderaten Anstieg kommst du etwa bei der Hälfte der Strecke und fast am höchsten Punkt an einen Windschutz vorbei. Bei gutem Wetter bleibt hier sicher Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause und ein Sonnenbad. Danach geht es eine Weile bergab, bis du unten an einen See gelangst. Am gegenüberliegenden Ufer findest du die Hävlingenstuga, die nicht vom STF betreut wird.

Tag 5: Hävlingenstuga – Grövelsjön Fjällstation (ca. 12 km mit leichtem Anstieg und anschließendem Abstieg)

Die letzte Etappe bringt dich nach Grövelsjön, ohne dir noch besonderes Können oder viel Kondition abzuverlangen. Die ersten 8 km geht es immer wieder leicht bergauf. Ab dort geht es die restlichen Kilometer fast nur noch bergab, mit Pulka und Ski aber noch machbar. In Grövelsjön warten dann plötzlich wieder alle Annehmlichkeiten vom Shop, über Buffet, Sauna und Dusche auf dich. Ich empfehle daher, hier die Tour ausklingen zu lassen und nicht überhastet abzureisen.

Wenn du noch etwas Zeit hast, ist auch ein Abstecher nach Norwegen in Form einer Tagestour von hier noch möglich. So ganz ohne Pulka und schweres Gepäck…

Für deine weitere Vorbereitung helfen dir vielleicht noch die Beiträge zu Tourplanung und Anreise und über Apps auf Wintertouren.

Nun ruft der südliche Kungsleden im Winter und du bist du an der Reihe. Gefällt dir der Beitrag oder möchtest du etwas ergänzen? Dann freue ich mich über deinen Kommentar.

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Isomatte aus Schaum oder Luftmatratze https://www.winterfjell.de/isomatte-aus-schaum-oder-luftmatratze/ https://www.winterfjell.de/isomatte-aus-schaum-oder-luftmatratze/#comments Mon, 27 Apr 2020 09:00:29 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=335 Nach einem langen Tag auf Wintertour freue ich mich auf meinen Schlafsack, etwas Warmes zu essen und darauf, mich ins Zelt zu verkriechen. Der Schlafsack allein kann natürlich nicht ausreichend warmhalten, da seine Isolation nach unten durch das Körpergewicht plattgedrückt wird. Da könntest du auch gleich auf dem blanken Boden liegen. Daher braucht es eine … Isomatte aus Schaum oder Luftmatratze weiterlesen

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Die dicke Isomatte aus Evazote-Schaum nimmt in der Pulka viel Platz weg und kommt daher außen ans Gestänge.
Die dicke Isomatte aus Evazote-Schaum nimmt in der Pulka viel Platz weg und kommt daher außen ans Gestänge. (Foto: Malte Hübner)

Nach einem langen Tag auf Wintertour freue ich mich auf meinen Schlafsack, etwas Warmes zu essen und darauf, mich ins Zelt zu verkriechen. Der Schlafsack allein kann natürlich nicht ausreichend warmhalten, da seine Isolation nach unten durch das Körpergewicht plattgedrückt wird. Da könntest du auch gleich auf dem blanken Boden liegen. Daher braucht es eine gute Isolierung nach unten. Aber ist eine Isomatte aus Schaumstoff oder eine Luftmatratze besser geeignet?

Basics Luftmatratzen im Winter

Reine Luftmatratzen ohne aufwendig unterteilte Luftkammern oder zusätzliche Isolation scheiden direkt aus. Sie würden nicht ausreichend isolieren, da die Luft im Inneren der Matte vom Körper erwärmt werden müsste. Gleichzeitig wird dabei aber zu viel Wärme an den Boden abgegeben, weil die Luft im Inneren der Matte zirkuliert. Viele Hersteller lösen dieses Problem mit einer Isolation aus Schaumstoff oder Daune in der Matte. Es handelt sich also eher um Thermo-Luftmatratzen. Bei Topmodellen wie der Exped Downmat befinden sich Daunen in den Luftkammern, die das Zirkulieren der Luft verhindern. Andere Modelle haben statt Daunen eine Kunststoffisolation, ein aufgeklebtes Fleece in der Matte oder setzen auf eine Unterteilung der großen Luftkammern in viele kleine Kammern. Alle diese Lösungen verhindern den Wärmefluss.

Grundsätzlich gilt: Luftmatratzen haben immer Luft in sich und entsprechend ein Ventil zum Aufblasen und Ablassen. Auch die „selbstaufblasenden“ Modelle zähle ich folglich dazu.

Sorgen für Komfort: TAR Prolite, Prolite Plus oder seatosummit UL insulated
Sorgen für Komfort: TAR Prolite, Prolite Plus oder seatosummit UL insulated (Foto: Malte Hübner)

Vor- und Nachteile von Luftmatratzen im Winter

Vorteile Luftmatratze

  • sie sind bequemer und bieten mehr Liegekomfort besonders für Seitenschläfer
  • aufblasbare Matten sind deutlich kleiner verstaubar und passen in jeden Rucksack
  • die meisten Matten lassen sich vom Härtegrad etwas anpassen

Nachteile Luftmatratze

  • schon ein kleines Loch kann die Matte unbrauchbar machen
  • beim Aufpusten mit dem Mund kann Luftfeuchtigkeit eindringen, welche dann als Kondenswasser kaum wieder aus der Matte zu bekommen ist und für Schimmel oder Auflösen des Klebers sorgen könnte; Eiskristalle könnten den Schaumstoff schädigen
  • Kälte kann die Klebeverbindungen schwächen, da nicht jeder Kleber ausreichend temperaturbeständig ist; die Folge ist eine „delamination of death“, also fette Blasen in der Matte, leider irreparabel!
  • Je nach Bauart empfinden manche Menschen die längst angeordneten Luftkanäle als schaukliger als quer angeordnete oder umgekehrt

Zusammenfassen lässt sich also, dass du bei Thermo-Luftmatratzen eher eine robuste Version wählen solltest, die dann mit einem Pumpsack aufgeblasen wird. Ein kleines Reparaturset darf im Gepäck ebenfalls nicht fehlen.

Basics Schaummatten im Winter

Schaummatten sind vollständig aus Schaumstoff und werden gerollt oder gefaltet. Es gibt Schaumstoff aus offenzelligem und geschlossenzelligem Material. Offene Zellen wie bei billigen PE-Matten lassen Wasser eindringen und sind damit unbrauchbar. Das beste Material ist geschlossenzellig und aus Evazote, einem PU-Schaum. Genaugenommen ist in diesem Schaum natürlich auch Luft eingeschlossen, aber sie kann eben nicht abgelassen werden. Die einfachen Matten aus Evazote gibt es in verschiedener Materialstärke und Materialdichte. Bei der Dichte ist EV30 das flexiblere und etwas weichere Material und damit besser für Liegematten geeignet. Es lässt sich auch noch gut rollen. EV50 hingegen ist etwas steifer und dichter, also besser für Sitzkissen oder für dicke Wintermatten.

Vor- und Nachteile von Schaumisomatten im Winter

Vorteile Schaummatten

  • sie sind nahezu unzerstörbar, nur zu viel Sonne lässt sie altern
  • sie lassen sich reparieren oder Ecken können zum Abpolstern z. B. einer Druckstelle am Fuß einfach abgeschnitten werden
  • sie haben eine sehr hohe Isolationswirkung, schon 2 cm dicke Evazote-Matten reichen für nahezu jede Wintertour in Europa aus

Nachteile Schaummatten

  • sie sind sperrig; das Packmaß einer Evazote Winter mit 190x60x2 cm ist eine Rolle von 60 cm Breite und mindestens 20 cm Durchmesser (siehe Titelfoto)
  • sie sind härter und damit nicht sonderlich bequem, vor allem bei mehreren Nächten

Wenn es um Sicherheit geht, wird Evazote die bessere Variante sein, auch wenn man dann eben etwas härter liegt.

Woran erkenne ich, ob die Isomatte ausreichend ist?

Der R-Wert kennzeichnet den Wärmedurchgangswiderstand einer Isomatte. Dieser hängt vor allem von der Dicke und dem Material ab. Den R-Wert mehrerer Matten kannst du ganz einfach addieren.

Grundsätzliche Regeln

  • je höher der R-Wert, umso besser ist die Isolationswirkung einer Matte.
  • je höher der R-Wert, umso geringer ist der Wärmeverlust nach unten.
  • je dicker die Matte (aus demselben Material), umso höher ist der R-Wert.

Temperatur und R-Wert

Was heißt das jetzt konkret? Mit welchen R-Wert solltest du für deine Matte im Winter mindestens rechnen? Dafür habe ich folgendes Diagramm für dich entworfen:

Welchen R-Wert brauche ich mindestens bei X° Celsius?
Welchen R-Wert brauche ich mindestens bei X° Celsius? (Diagramm: Malte Hübner)

Über den R-Wert lässt sich nun theoretisch einschätzen, wie niedrig die tiefste Temperatur noch sein kann, ohne zu frieren. Die folgende Tabelle mit Beispielen für bekannte Referenzmatten zeigt gut die Unterschiede zwischen den verschiedenen Mattentypen.

Matte R-Wert  kg Vergleichswert
Exped DownMat 9 M 8,0 0,975 8,2
Exped DownMat 7 M 5,8 0,870 6,7
Exped DownMat UL Winter M 7,0 0,630 11,1
Exped SynMat UL Winter M 5,2 0,585 8,9
Exped Doublemat Evazote 1,2 0,260 4,6
Therm-a-rest NeoAir Xlite reg 4,2 0,340 12,4
Therm-a-rest NeoAir Xtherm reg 6,9 0,430 16,0
Therm-a-rest NeoAir Xtherm MAX 6,9 0,490 14,1
Therm-a-rest ProLite Plus 3,2 0,650 4,9
Therm-a-rest Ridge Rest SOLite 2,1 0,400 5,3
Therm-a-rest Z-Lite SOL 2,0 0,410 4,9
Therm-a-rest Z-Lite 1,7 0,410 4,1
Mountain Equipment Aerostat Down 7 reg 5,0 0,735 6,8
Globetrotter Evazote 19 mm 5,4 0,950 5,7
Globetrotter Evazote 14 mm 3,7 0,720 5,1
R-Wert und Gewicht nach Herstellerangabe; Stand: Nov. 2020

Der Vergleichswert ergibt sich, wenn du den R-Wert der Matte durch ihr Gewicht teilst. Was dabei nicht eingerechnet werden kann, ist der individuell empfundene Schlafkomfort. Ein Probeliegen unter echten Bedingungen schadet daher nie.

Besser eine Matte oder eine Kombination?

Zur Beantwortung kommt es vor allem auf den Platz im Gepäck, auf das Sicherheitsbedürfnis und den benötigten Liegekomfort an. Ein paar Beispiele meiner Kombinationen:

Auf einer Tour mit Auf- und Abbau an jedem Tag und wenn in der Pulka genug Platz ist, würde ich eine mitteldicke Evazote (mindestens 1,4 cm) wählen und dazu eine robuste Therm-a-rest (TAR) Prolite Plus für den Liegekomfort, da ich Seitenschläfer bin. Diese Thermo-Luftmatte hat bei mir bisher einfach alles mitgemacht. Mit Abstrichen wäre es eine TAR Prolite in Short (119 cm). Müsste ich mich weiter einschränken, wäre es eine dicke Evazote (1,9 cm) und sonst nichts.

Thermarest Prolite Short auf Evazote Winter heißt Liegekomfort und genug Isolation
Thermarest Prolite Short auf Evazote Winter heißt Liegekomfort und genug Isolation (Foto: Malte Hübner)

Für ein festes Basiscamp würde ich hingegen eine Evazote Doublemat (200x100x0,4 cm) als vollflächigen Zeltteppich ausbreiten. Darauf käme entweder eine NeoAir Xtherm, eine Mountain Equipment Aerostat Down bzw. Synthetic oder eine Downmat bzw. Synmat von Exped. Alle diese Isomatten kommen an die Isolation von einer Evazote Winter heran oder übertreffen sie sogar, sind dabei aber deutlich bequemer. Da sie nicht jeden Tag aufgeblasen werden müssen, wird sich das Kondensproblem im Rahmen halten. Sollte sich nun doch ein Loch in einer der Matten ergeben, kann man im Basislager leichter flicken. Notfalls wäre die Doublemat gefaltet als Liegeunterlage genug Isolation.

Für eine Tour im Mittelgebirge in Deutschland würde ich eine TAR Prolite Plus mit einer ganzen oder halben TAR Z-lite kombinieren.

Thermarest Prolite Short auf Evazote Winter heißt Liegekomfort und genug Isolation
Bei geriffelten oder strukturierten Matten sammelt sich oft Kondensat in den Zwischenräumen (Foto: Malte Hübner)

Welche Matte kommt nach oben?

Welche Matte bei der Kombination von Thermo-Luftmatratze und Festschaummatte besser oben und welche unten liegt, ist schwer zu sagen. Für die Bequemlichkeit müsste die aufblasbare Isomatte oben liegen. Für die bessere Isolation müsste eigentlich die feste Matte oben drauf. Am besten probiert jede*r selbst, was besser passt und weniger rutscht. Allerdings empfehle ich, bei strukturierten Matten diese nach unten zu legen, da sich in den Zwischenräumen Kondensat sammelt. Dadurch kann der Schlafsack durchnässen. Das passiert bei ungünstigen Bedingungen zum Beispiel bei TAR Z-lite und Ridgerest oder auch der Matte von Seatosummit auf dem Foto.

Tipps und Tricks

  • Luftmatten mit Pumpsack aufpusten, um Feuchtigkeit in der Matte zu vermeiden
  • bei Luftmatten immer ein kleines Flickzeug dabeihaben und dies vor jeder Tour checken
  • die aufgerollte Evazote-Isomatte außen an die Pulka oder das Gestänge schnallen, um Platz zu sparen
  • Um beim Packen Zeit zu sparen, könnte auch ein Bedding Bag helfen
  • eine zusätzliche halbe TAR Z-lite kann auf Tour Sitzkissen, Kochmatte, Backup und vieles anderes sein
  • Rettungsdecken reflektieren zwar als Decke die Wärme, bringen aber als Unterlage im Winter überhaupt nichts außer Rascheln

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