Winterfjell https://www.winterfjell.de Wintertouren im hohen Norden Thu, 26 Mar 2020 08:15:21 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4 137796831 Rucksack oder Pulka – Nicht nur eine Glaubensfrage https://www.winterfjell.de/rucksack-oder-pulka-nicht-nur-eine-glaubensfrage/ https://www.winterfjell.de/rucksack-oder-pulka-nicht-nur-eine-glaubensfrage/#comments Thu, 13 Feb 2020 06:40:40 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=145 Voller Anerkennung habe ich in der Hardangervidda junge Frauen mit 100-Liter-Rucksäcken auf Ski in ästhetischer Leichtigkeit die Hügel heruntersausen gesehen. Das waren aber auch Norwegerinnen, die haben das Skifahren im Blut. Ich selbst bin leider kein so guter Skifahrer und schon gar nicht mit Pulka oder Rucksack. Mit Schneeschuhen ist ein großer Backpack vielleicht noch … Rucksack oder Pulka – Nicht nur eine Glaubensfrage weiterlesen

Der Beitrag Rucksack oder Pulka – Nicht nur eine Glaubensfrage erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
In einem Pulka lässt sich deutlich mehr verstauen als in einem Rucksack.
Rucksack oder Pulka? In einer Pulka lässt sich deutlich mehr verstauen als in einem Rucksack. (Foto: Malte Hübner)

Voller Anerkennung habe ich in der Hardangervidda junge Frauen mit 100-Liter-Rucksäcken auf Ski in ästhetischer Leichtigkeit die Hügel heruntersausen gesehen. Das waren aber auch Norwegerinnen, die haben das Skifahren im Blut. Ich selbst bin leider kein so guter Skifahrer und schon gar nicht mit Pulka oder Rucksack. Mit Schneeschuhen ist ein großer Backpack vielleicht noch besser zu koordinieren, aber sein Volumen schränkt trotzdem massiv ein.

Doch wie kannst du im Winter am besten deine Ausrüstung transportieren? Die Entscheidung zwischen Rucksack und Pulka hängt vor allem von der Dauer und der Beschaffenheit der Tour ab. Klar dürfte aber auch bei rucksacktauglichen Touren sein, dass es sich um ein sehr großvolumiges Modell handeln muss. Ein Modell mit einem Packvolumen von 90 Litern ist schnell gefüllt. Eine einfache Pulka hat etwa 300 Liter Stauraum.

Gepäck massenweise

Im Winter ist alles großvolumiger, alleine Schlafsack, Isomatte und Daunenjacke fallen um ein vielfaches größer aus, als im Sommer. Auch im Zelt darf im Winter etwas mehr Platz sein, falls du dort tagelang abwetterst. Es wird mehr Proviant und Brennstoff benötigt, da du dir dein Wasser selbst schmelzen musst. Sicherheitsausrüstung wie eine Schneeschaufel und Ersatzkleidung sind relevante Gegenstände, die auf keiner Tour fehlen sollten. Kurzum: Wählst du den Rucksack, bleibt wenig Platz für die kleinen Annehmlichkeiten wie ein gutes Buch, eine kleine Laterne, den Flachmann mit Whisky und und und…

Rucksack?

Bei der Frage Rucksack oder Pulka kommt der Rucksack augenscheinlich nicht so gut weg, aber hat auf jeden Fall seine Vorteile bei kurzen Touren im Gebirge, z. B. auch zu Trainingszwecken oder dem Test der Ausrüstung. Auch bei einer reinen Hüttentour reicht ein Rucksack aus, wobei ich trotzdem nie auf ein Mindestmaß an Sicherheit (Windsack, Schlafsack, Schneeschaufel) verzichten würde. Weitere Situationen, in denen der Rucksack von Vorteil ist:

  • bei der Anreise mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln
  • in Gebieten mit Flussüberquerungen, die nicht vollständig gefroren sind
  • bei warmen Bedingungen mit langen schneefreien Abschnitten
  • an sehr steilen Hängen
  • auf felsigen, exponierten Gratlinien
  • sobald zwischendurch geklettert werden muss

Pulka?

Für längere Touren in flachen Gebieten ist dennoch die einzig sinnvolle Wahl der Griff zur Pulka. Bei einer Pulka handelt es sich um einen Lastschlitten zum Transport von Gepäck. Einfache Modelle wie der Paris Expedition Sled oder die Aiguille-Pulka (früher Snowsled) sind geformte Wannen aus kältebeständigem Kunststoff ohne weiteres Zubehör. In der Mittelklasse findet sich Jemtlander mit verschiedenen Modellen. Hochwertige Einsteigermodelle von Acapulka und Fjellpulken haben in der Regel ein fest vernähtes Verdeck und Kufen aus HD-PE, kosten aber auch 600-900 Euro. In diese Preisklasse fallen auch die beiden Pulka-Modelle von Savotta. Hochwertige (oder einfach nur besonders leichte) Expeditionsmodelle sind preislich nach oben hin offen und nur für spezielle Unternehmungen nötig.

Die einfachen Pulka-Modelle reichen für den Anfang vollkommen aus und bieten genug Zuladung für die übliche Gepäckmenge. Auch das Gleitverhalten der einfachen Pulkawannen ist sehr gut. Wenn du damit allerdings Hänge queren willst, neigt eine einfache Pulka zum Umkippen. Mehr Stabilität bzw. Kippsicherheit bieten die Kufen der teureren Modelle. Auch diese gleiten natürlich sehr gut, besonders bei festem Schnee. Bei den teureren Modellen gibt es oft verschiedene Varianten für mehr Beladung bzw. größeres Volumen. Diese großen Pulkas sind aber für die normalen Touren schnell überdimensioniert.

Der erste große Vorteil einer Pulka ist der erhebliche größere Stauraum. Der zweite Vorteil ist, dass man sein Gepäck zieht anstatt es zu tragen. Dafür benötigst du einen Zuggurt oder befestigt die Pulka am Hüftgurt deines Rucksackes. Wahlweise ziehst du über ein festes Gestänge oder ein Zugseil. Ein Zuggestänge hat den Vorteil, dass die Pulka bergab nicht auffährt, führt jedoch gleichzeitig zu einem höheren Kurvenradius. Zu den unterschiedlichen Gestängearten (Bambus, Metall, Kunststoffe) und Zugseilen gibt es etliche Diskussionen. Zusammenfassend behaupte ich: Je bergiger es wird, desto eher wird ein Gestänge gewählt.

Eine Pulka kannst du natürlich sowohl mit Ski als auch mit Schneeschuhen ziehen. Um die Steigungen mit der zusätzlichen Last hoch zu kommen, empfehle ich dir Steigfelle.

Tipp: Ruckdämpfer einbauen

Da deine Bewegungen nie vollkommen fließend sein können, ruckelt die Pulka oft etwas am Gurtzeug. Dafür gibt es aber einen einfachen Trick. Mit einer doppelt gelegten Schlinge aus 8-mm Gummikordel kannst du dir einen einfachen, aber effektiven Ruckdämpfer zwischen Hüftgurt und Pulka hängen. Ich habe diese Gummischlinge in einer Schlaufe des Pulkagurtes verknotet und hänge den Karabiner des Pulkagestänges dort hinein. In ein Zugseil kannst du die Gummikordel entsprechend einknoten. Das Gummi darf in beiden Fällen nicht zu weich sein, sonst kannst du nicht genug Kraft auf die Pulka übertragen und schaukelst dich zu Tode.

Der angepriesene Ruckdämpfer in dem Pulkagestänge von Fjellpulken gefällt mir übrigens nicht so gut, da er eine Neigung zum Quietschen bei jeder Bewegung hat.

Meine Erfahrung spricht für den Lastenschlitten

Für Touren mit mehr als drei Nächten und unter Voraussetzungen einer größtenteils geschlossenen Schneedecke würde ich immer zur Pulka greifen. Dabei reichen die kleineren Modelle (bis 150 cm Länge) in der Regel für Touren bis zu zwei Wochen aus. Größere Modelle verleiten in dem Fall nur dazu, unnütze Dinge mitzunehmen.

Für die Pausen und das allernötigste habe ich oft ein Daypack mit ca. 30 Litern dabei. So muss ich in der Pause nicht an die Pulka.

Ich selbst bin mit einem etwas modifizierten Paris-Pulka-Selbstbau gut ausgekommen, besitze aber auch eine ältere Acapulka Expedition 135. In der Gruppe reicht mir die kleine, leichte und stabile Paris und ist bei der Anreise einfach praktischer. Allein bietet die Acapulka etwas mehr Platz, ist aber deutlich schwerer.

Wer günstig einsteigen will, findet bei mir die Anleitung zum Selbstbau einer Paris Pulka. Es gibt viele weitere Umbauten mit mehr oder weniger nützlichen Details. Lass dich gerne in Foren und auf Youtube inspirieren. Das einzige, was ich immer anders machen würde als andere: Metallkufen an den MYOG-Pulkas zweier Mitwanderer haben keinen Vorteil gebracht, weder bei Seitenhalt noch Geradeauslauf. Es gibt dafür passende HD-PE Kufen bei Extremtextil zu kaufen, die deutlich leichter sind und dennoch den Seitenhalt verbessern.

Wenn du selbst bereits einen Gepäckschlitten nutzt, dann schau dir doch noch meinen Beitrag für etwas mehr Komfort mit der Pulka an.

Eine Pulka mieten geht übrigens auch, bevor du dich gleich festlegst. Ich empfehle dafür den Outdoorshop Camp4 in Berlin unter „Verleih“.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Der Beitrag Rucksack oder Pulka – Nicht nur eine Glaubensfrage erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/rucksack-oder-pulka-nicht-nur-eine-glaubensfrage/feed/ 4 145
Die oder der Pulka? https://www.winterfjell.de/die-oder-der-pulka/ https://www.winterfjell.de/die-oder-der-pulka/#respond Sat, 08 Feb 2020 06:49:35 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=4759 Ab und zu werde ich darauf hingewiesen, dass der Duden von Pulka als generisches Maskulinum spricht. Jetzt könnte ich sagen: Was kümmert mich der Duden? Statt der Pulka klingt die Pulka viel harmonischer und findet sich meiner Erfahrung nach deutlich häufiger im allgemeinen Sprachgebrauch. Ich arbeite also mit Winterfjell daran, dass der Duden als Dokumentationsmittel … Die oder der Pulka? weiterlesen

Der Beitrag Die oder der Pulka? erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Drei Pulkas oder drei Pulken? Jeder zieht eine Pulka oder einen Pulka?
Drei Pulkas oder drei Pulken? Jeder zieht eine Pulka oder einen Pulka? (Foto: Lutz Grünke)

Ab und zu werde ich darauf hingewiesen, dass der Duden von Pulka als generisches Maskulinum spricht. Jetzt könnte ich sagen: Was kümmert mich der Duden? Statt der Pulka klingt die Pulka viel harmonischer und findet sich meiner Erfahrung nach deutlich häufiger im allgemeinen Sprachgebrauch. Ich arbeite also mit Winterfjell daran, dass der Duden als Dokumentationsmittel der deutschen Sprache endlich Einsehen zeigt und das ändert. Aber schauen wir uns den Begriff „Pulka“ einmal genauer an.

Woher kommt das Wort „Pulka“?

Der Begriff pulka kommt aus einer samischen Sprache und findet sich früh auch im Finnischen als pulkka. Im Nordsamischen gibt es die Variation bulki, im rekonstruierten Proto-Samischen findet sich pulkke. Die Schweden haben es als pulka in ihre Sprache übernommen und im Norwegischen wurde es in den meisten Dialekten als pulk etwas verkürzt.

Da sowohl Samisch als auch Finnisch ganz anderen linguistischen Gesetzmäßigkeiten folgen als die indogermanischen Sprachen, lässt sich aus dem (finno-ugrischen) Wortstamm wohl kein Genus ableiten.

Da die Schweden in ihrer Sprache nur Utrum und Neutrum verwenden, wird sich wohl auch dort kein Hinweis finden lassen.

Nachtrag Dank aus der Facebook-Gruppe „Anonym språkpolis“: Es gab im Schwedischen historisch ein Femininum und in den Dialekten in Österbotten und Värmland wäre Pulka weiblich gewesen.

Aber die Norweger haben ein generisches Maskulinum, welches durch den Artikel en angezeigt wird. Es heißt dort also unbestimmt en pulk und bestimmt pulken. Ein klarer Beweis für das Maskulinum?

Wenn man sich an den norwegischen Weg halten will, dann wäre ein Pulk/der Pulk angebracht, bei der Pulka wäre man jedoch dichter an der schwedischen/samischen Sprache und ein bestimmter Artikel fehlt. Meiner Meinung nach wäre das nicht konsequent. Im Deutschen ist der Pulka damit wohl eine Mischform aus norwegischem Maskulinum und schwedischem/samischem Wortstamm. Warum sollte sich dann nicht auch die Pulka durchsetzen lassen? Bei Paprika sind ja auch der Paprika und die Paprika erlaubt.

Global gesehen wäre sowieso nur das Pulka logisch, weil sie „dinglich“ ist. Aber die deutsche Sprache fuktioniert so eben nicht. Das wissen alle Deutschlerner seit der Vokabel das Mädchen. Und es gibt zwar viele Endungen, die das Geschlecht bestimmen, -a ist hier aber nicht eindeutig.

Plural von Pulka

Bei der Beschäftigung mit dem Begriff fiel mir noch etwas anderes auf: Der im Deutschen beliebte Plural die Pulken lehnt sich mutmaßlich an den bestimmten Singular im Norwegischen an, weil es so schön zur häufigen Pluralbildung im Deutschen passt. Außerdem klingt es dank der Marke Fjellpulken angenehm vertraut. Fjellpulken ist aber nichts anderes als die bestimmte Form von en Fjellpulk. Denn so deklinieren die Noweger pulk:

Norwegisch Sigular Plural
unbestimmt en pulk pulker
bestimmt pulken pulkene

Da wir im Deutschen hauptsächlich den Begriff Pulka verwenden, schauen wir auch noch einmal auf die schwedische Deklination von pulka:

Schwedisch Singular Plural
unbestimmt pulka pulkor
bestimmt pulkan pulkorna

Nichts davon hilft im Deutschen. Wenn wir dem Duden folgen wollen, wäre der richtige Plural von der Pulka nämlich die Pulkas. Damit kann auch ich mich anfreunden, obwohl ich mich weiterhin für den weiblichen Artikel im Singular einsetze. Wer trotzdem dafür ist, den norwegischen Artikeln zu folgen, sollte das durchgängig auch bei anderen Dingen tun und ab nun bitte immer das Apfel sagen.

Wenn du samisch sprichst und man dort pulka deklinieren kann, wäre ich sehr dankbar!

Synonyme für Pulka

Andere Begriffe sind Pulk, Pulke, Lastschlitten, Lastenschlitten, Transportschlitten, Nansenschlitten, Zugschlitten, Schlitten, Toboggan, Bulki, Ackja, Ahkio, Bobsleigh, Sled und Sledge. Oft sind damit aber auch nur ähnliche Gegenstände gemeint oder es soll auf feine Unterschiede hingewiesen werden.

Mehr zur typischen Pulka und den Unterschieden zum Rucksack findest du in verschiedenen Beiträgen auf meiner Seite. Klick dich einfach durch.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Der Beitrag Die oder der Pulka? erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/die-oder-der-pulka/feed/ 0 4759
Daunen- oder Kunstfaser­schlafsack https://www.winterfjell.de/daunen-oder-kunstfaserschlafsack/ https://www.winterfjell.de/daunen-oder-kunstfaserschlafsack/#comments Thu, 06 Feb 2020 10:00:45 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=331 Es war ein windiger Tag und dein Körper ist trotz der Anstrengung ganz schön durchgekühlt. Als das Zelt endlich steht und du dich in das geschützte Innere verkriechst, schüttelt es dich gleichzeitig vor Kälte und aus Vorfreude auf einen heißen Kakao und deinen kuscheligen Winterschlafsack. Worauf du bei solch einem Expeditionsschlafsack achten solltest und ob … Daunen- oder Kunstfaser­schlafsack weiterlesen

Der Beitrag Daunen- oder Kunstfaser­schlafsack erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Über Nacht im warmen Schlafsack reicht die Luftfeuchtigkeit trotzdem aus, eine Reifschicht an das Innenzelt zu zaubern.
Über Nacht im warmen Winterschlafsack reicht die Luftfeuchtigkeit trotzdem aus, eine Reifschicht an das Innenzelt zu zaubern. (Foto: Malte Hübner)

Es war ein windiger Tag und dein Körper ist trotz der Anstrengung ganz schön durchgekühlt. Als das Zelt endlich steht und du dich in das geschützte Innere verkriechst, schüttelt es dich gleichzeitig vor Kälte und aus Vorfreude auf einen heißen Kakao und deinen kuscheligen Winterschlafsack.

Worauf du bei solch einem Expeditionsschlafsack achten solltest und ob Daune oder Kunstfaser besser geeignet sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Grundlagen zum Winterschlafsack

Ein Schlafsack wärmt nicht, er hält dich nur warm. Die Wärme muss dabei von dir selbst erzeugt werden. Wenn du also richtig durchgefroren und leicht verschwitzt bist, wird es entsprechend länger dauern als wenn du vorher warm und trocken warst.

Die Körperwärme gibst du durch verschiedene Wege nach außen ab. Dies geschieht durch Wärmestrahlung (Radiation), Wärmeleitung (Konduktion) oder Wärmetransport über die Luft (Konvektion). Der Schlafsack hat dabei die Aufgabe, die durch Radiation erwärmte Luft im Schlafsack zu halten. Eine dicke Abdeckleiste am Reißverschluss und ein Wärmekragen um den Hals verhindern, dass sich die Luft im Schlafsack austauscht und unterbinden so Konvektion. Da auch die beste Füllung nach unten vom Eigengewicht des Schläfers platt gedrückt wird, brauchen wir eine gute Isomatte, damit wir keine Wärme über Konduktion an den kalten Boden abgeben. Ohne gute Isolation nach unten nutzt dir der beste Winterschlafsack nichts!

Meiner Erfahrung nach spielt es für die Temperatur im trockenen Schlafsack nur eine kleine Rolle, aber oft wird noch die Verdunstungskälte (Evaporation) erwähnt. Jeder Mensch gibt über Nacht Feuchtigkeit ab. Verdunstet die Feuchtigkeit auf der Haut, entsteht Verdunstungskälte und der Körper versucht, die Haut durch mehr Wärme zu trocknen, was wieder Energie verbraucht. Gleichzeitig frieren wir. Ein trockenes Klima im Schlafsack spart also Energie. Nicht nur aus diesem Grund solltest du nicht mit feuchten Klamotten in den Schlafsack steigen. Ganz anders sieht es bei einem Vapour Barrier Liner aus, doch dazu später mehr.

Was macht einen guten Schlafsack aus?

Zunächst sollte der Temperaturbereich des Schlafsacks zu den erwarteten Temperaturen am Reiseziel passen. Jeder Schlafsack hat einen gewissen Temperaturbereich, für welchen er geeignet ist. Die Temperaturangaben des Herstellers richten sich dabei in der Regel nach der Europäischen Norm 13537, die sich in drei Bereiche gliedert:

  • Komforttemperatur T comf

Dieser Wert wird für eine Standardfrau (25 Jahre, 60 Kg, 1,60m) berechnet, die gerade noch nicht friert.

  • Grenztemperatur T lim

Dieser Wert wird für einen Standardmann (25 Jahre, 70 Kg, 1,73m) berechnet, der gerade noch nicht friert.

  • Extremtemperatur T ext

Dieser Wert wird für eine „Standard-Frau“ (25 Jahre, 60 Kg, 1,60m) unter starker Kältebelastung berechnet. Hier besteht bereits ein Risiko der Unterkühlung oder leichter Erfrierungen.

Diese Angaben werden mit Messpuppen berechnet und von lebendigen Nutzer*innen daher individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen. Es lohnt sich, in Foren nach Erfahrungsberichten zu einzelnen Modellen zu suchen. Natürlich sind auch das subjektive Eindrücke, aber so fügt sich vielleicht ein Bild zusammen. Oft haben gerade die hochwertigen Marken einen gewissen Ruf, ehrliche oder geschönte Werte anzugeben.

Welches Temperaturlimit für den Winterschlafsack?

Für Wintertouren würde ich auch als Mann ganz pauschal nach Schlafsäcken mit einem Komfortbereich von mindestens -15° Celsius oder besser -20° Celsius schauen. In Skandinavien kann es natürlich deutlich kälter werden. Wenn es dir schnell kalt wird oder du schon früh im Jahr nach Lappland möchtest, dann sollte dein Winterschlafsack besser ein Temperaturlimit von -30° Celsius haben!

Wenn du zwischen zwei Versionen schwankst, empfehle ich dir die wärmere Variante. Ein deutlicher Puffer der Komforttemperatur des Schlafsacks zu den tatsächlichen Temperaturen ist sehr sinnvoll. Bei Erschöpfung oder leichter Unterkühlung sind 10° Celsius Reserve eine wahre Freude!

Auch wenn die Normwerte bei 3-Jahreszeiten-Schlafsäcken noch recht verlässlich sind, stoßen sie bei dicken Expeditionsschlafsäcken an ihre Grenzen. Teilweise findest du dort deshalb auch nur noch einen Grenzwert. Es gibt außerdem Hersteller, die den Wert nicht nach der Norm angeben. Dann kann dieser eher positiv ausfallen (Nahanny), weil Valeriu dort auf Nummer sicher geht. Es kann aber auch sein, dass die Werte etwas zu schön gerechnet scheinen, wie ich bei Cumulus den Eindruck habe. Deren Schlafsäcke sind nicht schlecht, ich würde aber immer mindestens 5° Celsius Differenz abziehen.

Für Daunenschlafsäcke gibt es eine Daumenregel, mit der du die Isoliereigenschaften anhand der Dicke in etwa bestimmen kannst. Gerade beim Gebrauchtkauf kann die Lofthöhe eine große Hilfe zur Orientierung sein. Dabei misst du entweder nur den Loft des Oberteils deines Schlafsackes oder den ganzen Schlafsack. Lege eine leichte Pappe auf den Schlafsack und miss die Höhe vom Boden.

Loft einfach (cm) Loft gesamt (cm) ~Grenztemperatur (°C)
5 10 +01
6 12 -03
7 14 -07
8 16 -11
9 18 -15
10 20 -19
11 22 -23
12 24 -27
13 26 -31

Im Temperaturbereich, wo ich von einem Winterschlafsack sprechen würde, macht 1 cm Loft also etwa 4° Celsius Temperaturgewinn aus.

Damit ist die Lofthöhe besser geeignet als die Füllmenge an Daunen. Je nach cuin-Werten und Länge/Breite des Schlafsacks wird der Schlafsack mit der gleichen Menge Daunen unterschiedlich ausfallen.

Bauweise

Neben der Lofthöhe ist es bei Daunenschlafsäcken wichtig, wie die Daunen im Schlafsack untergebracht sind. Die Daunenfüllung befindet sich in Kammern im Schlafsack, damit die Füllung nicht verrutscht. Diese oft mehr als 25 Kammern sind komplexe Konstruktionen, da sie anders als bei dünnen Daunenjacken oder -decken nicht durchgesteppt sind. An der Naht würde sonst eine Wärmebrücke für Wärmeverlust sorgen. Besser sind H-Kammern oder Trapezkammern mit großen Zwischenstegen. Die wärmsten Kammern bilden Doppel-H-Kammern (sicherer) und V-Kammern (leichter). Bei diesen V-Kammern stehen die Stege schräg wie ein V zueinander und verhindern so sehr gut, dass sich Wärmebrücken überhaupt bilden können. Gleichzeitig sind sie sehr leicht. Alle Vor- und Nachteile findest du auf der Seite von cumulus.

Auch Kunstfaserfüllungen werden in der Schlafsackhülle fixiert, um ein Verrutschen zu verhindern. Dort gibt es aber keine Kammerkonstruktionen sondern eher Schindeln.

Für Menschen mit verfrorenen Füßen gibt es Modelle mit extra warmer Fußbox. Auch ein dicker Wärmekragen ist sehr hilfreich. Noch wichtiger ist jedoch eine gut sitzende und fette Kapuze, die zugezogen nur ein kleines Atemloch freilässt. Zusätzlich verrichtet auch eine warme Mütze im Schlafsack wahre Wunder. Eine Menge Wärme geht sonst über den Kopf verloren. Idealerweise ist der Stoff um das Atemloch wasserabweisend, weil sich hier gerne Raureif bildet.

Bei den Außenmaterialien eines Schlafsacks vertrauen alle Hersteller auf Kunstfasern in unterschiedlichen Qualitäten und Gewichten. Wasserabweisend sollte die Außenhülle bei einem Winterschlafsack immer sein, schau einfach nur auf das Foto oben und du weißt warum. Wasserdichte Schlafsäcke lassen sich übrigens auf links gedreht besser verpacken.

Die Füllung besteht in der Regel entweder aus Daunen oder Kunstfasern, wobei es selten auch Kombinationen aus beiden Isolationsstoffen gibt. Beide Füllstoffe gibt es in unterschiedlichen Qualitäten.

Füllung

Daunenfüllungen bestehen hauptsächlich aus den weichen Daunen und einem kleinen Federanteil. Der Daunenanteil sorgt für die Wärme und der Federanteil stützt die Daune und bringt so den nötigen Loft. Oft werden Daunen im Verhältnis 90/10 zu Federn verwendet. Der cuin-Wert sagt etwas über die Bauschkraft der verwendeten Daune aus, wobei 650 cuin guter Standard, 750 cuin hochwertigste Daune und alles darüber schier unglaublich ist. Die europäischen Werte sind grundsätzlich etwas niedriger als die amerikanischen, weil verschiedene Testverfahren angewendet werden. Gänsedaunen sind dabei hochwertiger als Entendaunen. Mehr dazu findest du bei explore borders, die sich auch Zeit für eine kritische Betrachtung nehmen. Bei einem cuin-Wert über 700 kannst du übrigens bei den großen Produzenten davon ausgehen, dass es sich um Lebendrupf handelt.

Nur wenige Hersteller gehen andere Wege und sammeln die Daunen aus den Nestern (Western Mountaineering) oder recyceln alte Daunen in einem Pilotprojekt (Mountain Equipment). Auch Feathered Friends spricht sich gegen Lebendrupf aus, genauso wie Roberts aus Polen. Auch die französische Firma Valandre spricht von Totrupf. Wie sehr man den Labels und Aussagen vertrauen mag, ist jedem selbst überlassen.

Übrigens: Je höher der cuin-Wert, desto feuchtigkeitsempfindlicher sind die Daunen häufig. Dafür lassen sie sich besser komprimieren und sind bei gleichem Gewicht etwas wärmer.

Für die Qualität der Hohlfasern haben die Hersteller meist eigene Bezeichnungen, sodass ein Vergleich schwieriger bis unmöglich ist.

Vorteile und Nachteile von Kunstfaserfüllung

Feuchtigkeit schadet der Füllung weniger. Der Schlafsack kann auch in entsprechend feuchter Umgebung wie zum Beispiel bei viel Kondensfeuchte oder Nebel noch sehr gut wärmen. Kunstfaserschlafsäcke sind in der Anschaffung etwas günstiger, da ihre Hohlfasern in der Herstellung weniger aufwendig sind.

Kunstfaserfüllung lässt sich jedoch schlechter komprimieren als Daune. Zu starke Kompression schadet der Füllung sogar, da die Hohlfasern brechen können. Der Packsack wird daher etwas größer ausfallen. Außerdem ist die Füllung bei gleicher Wärmeleistung etwas schwerer und er wird nicht so lange halten.

Vorteile und Nachteile von Daunenfüllung

Daune hat das beste Verhältnis von Wärme zu Gewicht. Der Schlafsack kann dadurch etwas leichter ausfallen. Bei guter Behandlung hält ein Daunenschlafsack viele Jahre. Dazu gehören zum Beispiel die offene Lagerung und professionelle Reinigung. Das Schlafklima ist in Daune etwas angenehmer, was bei Verwendung eines VBL-Inletts aber irrelevant ist.

Daune lässt sich zwar stark komprimieren, sollte aber auf längere Zeit nicht komprimiert gelagert werden, da sie damit ihre Bauschkraft verliert. Ihr guter Temperaturwert wird anschließend nicht mehr erreicht. Den gleichen Schaden kann Feuchtigkeit anrichten, weil die feinen Daunen durch sie verklumpen. Beim Auspacken braucht der fette Winterschlafsack immer eine Weile, bis er sein volles Volumen erreicht hat.

Schnitt

Winterschlafsäcke sind üblicherweise in Mumienform geschnitten und sollten so eng anliegen, dass möglichst wenig Luft innerhalb erwärmt werden muss.

Andererseits sollten sie weit genug sein, um sich darin noch etwas bewegen zu können oder um Kleidung im Fußraum warm halten zu können. Profis benutzen im Schlafsack ihre Pee-Bottle für das nächtliche „Müssen müssen“ und ziehen sich teilweise bereits im Schlafsack um. Auch beim Abwettern im Zelt freut man sich über die Möglichkeit verschiedener Liegepositionen im Schlafsack, denn in diesem verbringt man seine Zeit normalerweise.

Wer sich mit dicker Wollunterwäsche noch im sonst körpernah anliegenden Schlafsack drehen kann, sollte die richtige Größe gewählt haben. Hersteller wie Roberts in Polen oder Nahanny in Rumänien stellen Maßanfertigungen her.

Weitere Features für den Winterschlafsack

Neben Wärmekragen, Kapuze, Abdeckleiste und Fußbox gibt es noch andere sinnvolle Features:

  • kleine Tasche innen (für Brille, Müsliriegel, Tabletten oder kleine Geräte)
  • Schlaufen am Fußende innen und außen (zum Trocknen oder Fixieren eines Inletts)
  • kurzer Reißverschluss (wo keiner ist, da kann nichts durchziehen)
  • wasserdichte Außenhülle (im Biwak)
  • Fixiermöglichkeit für Isomatte (kein Verrutschen)

Tipps und Tricks

Wer genug Loft im Daunensack haben will, sollte diesen nach Aufbau des Lagers immer gleich im Zelt ausbreiten und erst dann mit dem weiterem Einrichten oder dem Kochen vor dem Zelt beginnen. (Beim Kochen im Zelt ist es besser, den Schlafsack erst später auszupacken, um ihn vor der Feuchtigkeit zu schützen.) Die Daune braucht ihre Zeit zur Entfaltung. Um diesen Loft zu erhalten, muss der Schlafsack immer unkomprimiert gelagert werden. Dafür eignen sich ein Netzsack oder ein alter Kopfkissenbezug. Ich empfehle dieses Vorgehen auch für Kunstfaserschlafsäcke.

Um es im Schlafsack schneller kuschelig warm zu haben, lohnt es sich, vor dem Schlafen eine Wärmflasche oder einen Taschenofen in ihn zu legen und seinen Kreislauf durch drei schnelle Runden ums Zelt in Gang zu bringen.

Die Hardshelljacke über dem Fußende schützt in kleinen Zelten gut vor Feuchtigkeit und deine Daunenjacke kannst du im Extremfall ausgebreitet über deinen Winterschlafsack legen. Plane das aber nicht als feste Reserve ein, so gut hält es nicht.

Bei tiefen Temperaturen lieber einen dicken Winterschlafsack wählen oder zwei dünne Säcke miteinander kombinieren?

Wenn es öfter losgehen soll, empfehle ich nur einen Schlafsack mit dem am besten passenden Temperaturspektrum zu wählen. Für die ersten Tests gehen sicher auch zwei 3-Jahreszeiten-Schlafsäcke als Kombination. Aber das ist auf Dauer sehr fummelig. Wichtig dabei ist, dass die Schlafsäcke unterschiedlich groß sind, damit sie sich nicht gegenseitig die Isolation platt drücken.

Trotz gutem Schlafsack kann es natürlich passieren, dass einzelne Kälteperioden auf Tour sehr viel kälter ausfallen als erwartet und du dafür ein Backup brauchst. Genauso ist eine Kombination aus Übernachtungen im Zelt und in Hütten möglich, wo dir der Winterschlafsack in der beheizten Hütte zu warm wäre.

Für solche Fälle eignen sich entweder Thermo-Inletts wie der Sea to Summit Thermolite Reactor oder ein Überschlafsack wie das Carinthia XP (Explorer) Top. Beide können solo als Hüttenschlafsack verwendet werden und erweitern den Temperaturbereich erfahrungsgemäß um ca. 5-10° Celsius, ohne allzu viel Stauraum zu benötigen. Carinthia sichert 6° Celsius zu, etwas mehr wird es nach meiner Erfahrung sein.

Auch ein Seideninlett kann die Nacht um ein bis zwei Grad wärmer werden lassen, macht aber nur ohne VBL Sinn.

VBL, wenn’s länger auf Tour geht

VBL steht für Vapour Barrier Liner und lässt sich als Dampfsperre übersetzen. Diese verhindert das Eindringen von ausgedünsteter Körperfeuchtigkeit in die Schlafsackfüllung und damit das Verklumpen der Daunen beim Komprimieren. Dieses Inlett ist komplett wasserdicht!

Wer sich vorstellen kann, wie das Klima in dieser Hülle nach einer Nacht ist, versteht schnell, dass ein VBL oben am Hals möglichst eng anliegen muss. Ansonsten würde sich die Luft im VBL austauschen und durch die Verdunstungskälte würde es unangenehm kühl. Wenn man morgens aus dem Schlafsack krabbelt, wird es ebenfalls kurz frisch. Ohne Unterwäsche ist es im VBL jedoch wirklich unangenehm feucht.

Für Touren bis zu einer Woche Dauer ist oft noch kein VBL notwendig, bei längeren Touren kann sich die Feuchtigkeit im Schlafsack allerdings durch niedrigere Wärmeleistung und höheres Gewicht bemerkbar machen. VBL-Gegner schwören auf die Alternative, den Schlafsack jeden Morgen oder in den Pausen gut durchlüften und von der Sonne trocknen zu lassen. Das funktioniert auch gut, solange die Umstände passen und es nicht zu kalt ist.

Da das Thema gern diskutiert wird findest du hier einen ausführlichen Beitrag über das Wundermittel Vapour Barrier Liner.

Tipps zur Reinigung

Da Winterschlafsäcke aller Wahrscheinlichkeit nach zu groß für eine Haushaltswaschmaschine sind, bleibt eigentlich nur der Waschsalon oder eine professionelle Reinigung. Wer normalerweise im Inlett oder einem VBL schläft, braucht jahrelang keine Reinigung. Wer den Schlafsack normal nutzt, sollte es erst einmal mit Lüften oder für einzelne Flecken mit einem feuchten Lappen versuchen. Ist die Reinigung wirklich unumgänglich, würde ich das nicht selbst in die Hand nehmen, sondern einen professionellen Service wie vom Outdoor-Service-Team in Berlin nutzen. Diese können dann bei einem in die Jahre gekommenen Schlafsack auch gleich noch ein paar Daunen auffüllen.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Der Beitrag Daunen- oder Kunstfaser­schlafsack erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/daunen-oder-kunstfaserschlafsack/feed/ 3 331
Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte) https://www.winterfjell.de/zehn-gefahren-auf-wintertour-ausser-kaelte/ https://www.winterfjell.de/zehn-gefahren-auf-wintertour-ausser-kaelte/#comments Sun, 26 Jan 2020 07:50:51 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=361 Zu den größeren Gefahren auf Wintertour zählt auf jeden Fall die Kälte. Ab minus 20 Grad Celsius abwärts funktioniert einfach alles ganz anders. Dennoch möchte ich diesmal nicht direkt auf die Temperaturen eingehen. Stattdessen zeige ich mit dieser Liste zehn Gefahren auf Wintertour, die nur unmittelbar etwas mit Kälte zu tun haben. Spoiler-Warnung: Wirklich gefährlich … Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte) weiterlesen

Der Beitrag Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte) erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Zu den Gefahren auf Wintertour gehört auf jeden Fall die Orientierungslosigkeit
Zu den Gefahren auf Wintertour gehört auf jeden Fall die Orientierungslosigkeit (Foto: Lutz Grünke)

Zu den größeren Gefahren auf Wintertour zählt auf jeden Fall die Kälte. Ab minus 20 Grad Celsius abwärts funktioniert einfach alles ganz anders. Dennoch möchte ich diesmal nicht direkt auf die Temperaturen eingehen. Stattdessen zeige ich mit dieser Liste zehn Gefahren auf Wintertour, die nur unmittelbar etwas mit Kälte zu tun haben. Spoiler-Warnung: Wirklich gefährlich wird es erst bei Punkt 10!

Zu meiner Absicherung möchte ich kurz darauf hinweisen, dass das Leben an sich mit einigen Risiken verbunden ist und in der Regel mit dem Tod enden wird. Ob eine Winterwanderung für dich zum Spaziergang, zum Abenteuer oder zur Grenzerfahrung wird, hängt zunächst von deinem Können und Wissen, dann aber auch von guter Ausrüstung ab. Gute Vorbereitung und aktuelle Kenntnisse in Erster Hilfe im Winter gehören in deine ganz eigene Verantwortung.

Doch für die nächsten 10 Schwierigkeiten liefere ich dir immer gleich einen Tipp dazu, wie du die Gefahr entschärfen kannst.

Welche Gefahren gibt es auf Wintertour?

  1. Falsche Routenplanung! Die erste Gefahr lauert schon bei der Planung der Tour, wenn du zu lange Distanzen annimmst. Oder du verlässt dich ohne Zelt auf Hütten, die vielleicht nicht auffindbar sind. Eine gute Tourenplanung kostet nur wenig Zeit, schafft aber viel Sicherheit.
  2. Orientierungslosigkeit! Wenn du im Whiteout merkst, dass die Navigation ohne Sicht schwierig ist, solltest du den Umgang mit Karte, Kompass und GPS-Gerät perfekt beherrschen.
  3. Lawinen! Die meisten Wintertouren auf markierten Routen sind im flachen Terrain und damit weniger lawinengefährdet. Wenn du allerdings auf eigene Faust losgehen willst, empfehle ich dir ein gutes Buch zur Lawinenkunde oder noch besser einen Kurs, z. B. im Alpenverein.
  4. Wetterumschwünge! Unterwegs steht dir selten ein aktueller Wetterbericht zur Verfügung und auch der kann sich irren. Du solltest also im Notfall im Zelt abwettern können oder einen Windsack dabei haben. Andererseits gehört aber auch immer eine Sonnencreme mit ins Gepäck.
  5. Überquerungen von dünnem Eis! Eine gesteckte Route oder Skooterspuren über Seen sind sehr verlässliche Zeichen für ausreichende Eisdicke, aber leider nicht immer vorhanden. Bei der Tourplanung solltest du Gewässer, die zur Wasserkraft genutzt werden, umgehen und auch sonst eher vorsichtig entscheiden, wenn du dir unsicher bist.
Die Gefahr von offenem Wasser oder dünnem Eis
Die Gefahr von offenem Wasser oder dünnem Eis (Foto: Malte Hübner)
  1. Benzin auf Haut! Da die meisten flüssigen Brennstoffe sehr flüchtig sind, erzeugen sie in großer Kälte bei Kontakt mit der Haut schnell Gefrierbrand. Schütze dich mit Handschuhen.
  2. Verbrennungen! Bleiben wir bei den Brennstoffen und ihrer eigentlichen Funktion. Unfälle mit dem Kocher bergen ein nicht unerhebliches Risiko, zumal die meisten Funktionsstoffe leicht entflammbar sind und sich schmelzendes Plastik tief in die Haut einbrennt. Der Umgang mit dem Winterkocher sollte daher geübt werden.
  3. CO/CO2 Vergiftung! Im Winter ist die Versuchung groß, geschützt in der Apsis zu kochen. Das ist mit genügend Erfahrung auch durchaus möglich. Du tust aber gut daran, immer mindestens einen Lüfter am Zelt geöffnet zu lassen.
  4. Wilde Tiere! Eisbären werden dir in Skandinavien nicht begegnen und du musst dich auch nicht bewaffnen. Aber im Frühling kann es schon einmal passieren, dass ein Nagetier ein kleines Loch in den Essenssack knabbert. Eine wirkliche Gefahr geht davon zum Glück nicht aus. Leg deine übrigen Vorräte am besten in die feste Pulka.
  5. Suchtgefahr! Es ist wohl die größte Gefahr, nach einer gelungenen Wintertour nicht mehr davon wegzukommen. Leider ist mir keine Möglichkeit bekannt, wie du dich davor schützen kannst.

Sorge für Sicherheit auf Wintertour

Für mehr Sicherheit im Fjell hat der norwegische Tourismusverband die Verhaltensregeln „Fjellvettreglene“ herausgegeben. Diese beziehen sich vor allem auf das richtige Verhalten deinerseits. Dort kannst du dich also gut tiefer einlesen.

Auch andere beschäftigen sich mit dem Thema und so möchte ich gerne auf den Artikel „Gefahren im Winter und Auswirkungen auf die Tourenplanung“ vom Blog aufundab.eu hinweisen.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Der Beitrag Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte) erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/zehn-gefahren-auf-wintertour-ausser-kaelte/feed/ 3 361
Nützliche Apps für Wintertouren https://www.winterfjell.de/nuetzliche-apps-fuer-wintertouren/ https://www.winterfjell.de/nuetzliche-apps-fuer-wintertouren/#respond Wed, 18 Dec 2019 18:50:00 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=4507 Mein Smartphone ist zu meinem ständigen Begleiter geworden und das macht sich vor allem in der Planung und Vorbereitung meiner Reisen bemerkbar. Auch wenn ich das Telefon in der Kälte tagsüber meist ausgeschaltet lasse, begleitet es mich dennoch auf den Touren in den hohen Norden. Hier möchte ich nun eine kleine Liste über nützliche Apps … Nützliche Apps für Wintertouren weiterlesen

Der Beitrag Nützliche Apps für Wintertouren erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Winterfjell ist auf dem Smartphone imer eine gute Idee
Winterfjell ist auf dem Smartphone imer eine gute Idee (Foto: Malte Hübner)

Mein Smartphone ist zu meinem ständigen Begleiter geworden und das macht sich vor allem in der Planung und Vorbereitung meiner Reisen bemerkbar. Auch wenn ich das Telefon in der Kälte tagsüber meist ausgeschaltet lasse, begleitet es mich dennoch auf den Touren in den hohen Norden. Hier möchte ich nun eine kleine Liste über nützliche Apps für Wintertouren vorstellen.

Liste nützlicher Apps für Wintertouren

Liebe Apple-User, es tut mir leid. Ihr müsst jetzt sehr stark sein und eure Apps für Wintertouren leider selbst im App Store suchen. Die direkten Links hier gehen alle in den Playstore von Android. Ich besitze schlicht keine Apple-Geräte mehr und habe keinen Zugang zum App Store, aber ihr schafft das schon.

An- und Abreise

Skandinavien ist traditionell einen Schritt weiter als Deutschland, wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht. Beim Reisen mit Apps scheinen beide aber relativ gleichauf. In den meisten Fällen kannst du ohne Papierticket auskommen und brauchst nur den QR-Code aus der App. Das Papierticket mitzunehmen schadet natürlich trotzdem nicht, es kann aber sicher im Handgepäck verstaut bleiben.

  • SAS – flySAS fliegt in den Norden und mit der englischen App kannst du deine Flüge buchen, verwalten und einchecken.
  • Norwegian – Die alternative Fluggesellschaft für den hohen Norden bietet die gleichen Funktionen wie die schwedische Schwestergesellschaft.
  • Rentalcars – Falls du in eine abgelegene Region willst, hilft manchmal nur ein Mietwagen, die in Skandinavien aber allgemein nicht günstig sind.
  • Sj.se – Für die Zugreise in Schweden bietet diese schwedische App den nötigen Funktionsumfang für Ticketbuchung und -kontrolle.
  • Vy.no – Was die Schweden können, können die Norweger natürlich auch. Hier sind sogar einige Buslinien mit abgebildet. Die App ist in norwegischer Sprache.
  • Deutsche Bahn – Die Reise beginnt ja meistens in Deutschland und so schlecht kommt die Deutsche Bahn gar nicht weg, wenn es um das Reisen mit Pulka geht.
  • Busse in Skandinavien haben teilweise eigene Apps (zum Beispiel LTN), teilweise findet man sie in Apps wie Moovit.
  • Tiefergehende Details zum Thema findest du übrigens in dem Beitrag zu Tourplanung und Anreise zur Wintertour.
YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden
YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden (Foto: Malte Hübner)

Wetterberichte

Auf der Tour selbst ist Handyempfang Glückssache, aber bei der Anreise gehört ein letzter Check wohl immer dazu. Die jeweiligen Wetterdienste der Länder haben eigene Apps, die beide gut funktionieren.

  • Yr.no – Diese norwegische App sollte inzwischen auch allen deutschen Outdoorern bekannt sein, denn die Wettervorhersagen nach dem norwegischen Modell sind oft erstaunlich präzise.
  • Smhi.se – Für Schweden bietet sich diese schwedische App mindestens als Ergänzung an, da sie zusätzlich über ein abgebildetes Niederschlagsradar verfügt.
  • Varsom Regobs – Zum Wetterbericht passt immer auch gut der Lawinenbericht, den du für Norwegen in dieser norwegischen App findest. Wer einen Tipp für Schweden hat, immer her damit.

Unterkünfte

Oft bietet sich eine erste Nacht in einem kleinen Hotel oder einer Hütte zum Klimatisieren und Sortieren der Ausrüstung an. Auch die letzte Nacht vor der Abreise verbinde ich gerne mit einer Dusche. Zur Unterkunftssuche bieten sich folgende Apps für Wintertouren an:

  • Booking.com, tripadvisor oder hrs – Das sind die klassischen Buchungsportale, in denen du Hotels, Hostels und Apartments findest. Manchmal lohnt sich der Anruf direkt bei der Unterkunft, die dir ein eigenes Angebot machen.
  • Airbnb – Die Ferienwohnungsplattform hat sich zu einer Alternative zu den bestehenden Plattformen entwickelt, allerdings finden sich die Angebote eher in Ballungsräumen.
  • Norcamp – Diese Campingplatz-App liefert dir eine gute Übersicht. Gerade in Norwegen sind Hütten auf Campingplätzen keine Seltenheit. So musst du nicht einmal im Zelt schlafen.
  • Ut.no – Die Hütten des norwegischen Tourismusverbandes (und die meisten privatwirtschaftlichen Hütten) liegen oft an den schönsten Plätzen im Fjell. Diese norwegische App zeigt dir wo.
  • STF I FJÄLLEN – Die schwedischen Hütten und Fjällstationen finden sich in dieser schwedischen App.  (Achtung! Download bei Drittanbieter, da diese wunderschöne App momentan nicht mehr im Playstore zu finden ist.)
  • STF – Zusätzlich bietet der STF eine schwedische App, mit der du deine Mitgliedskarte digital mitführen kannst. Auch deine Buchungen kannst du darin verwalten, allerdings lassen sich nicht alle Hütten im Voraus für nur eine Nacht buchen. Du kommst aber immer unter und sei es, im Matratzenlager.
Locus Map Pro zeigt durch die Schummerung gut die Hangsituation am Tjäktjapass
Locus Map Pro zeigt durch die Schummerung gut die Hangsituation am Tjäktjapass (Foto: Malte Hübner)

Navigation

Das Smartphone ist zur Navigation im Fjäll bei Minusgraden nicht die beste Wahl. Der Akku hält nicht sonderlich lange und handschuhtauglich ist es auch nicht. Da empfehle ich zur tiefergehenden Lektüre meinen Beitrag zur Navigation im Winter. Als Backup oder zum entspannten Umplanen auf der Hütte ist ein Smartphone aber sehr wertvoll.

  • Norgeskart und Norgeskart Outdoor – Beide bieten dir hochwertige topografische Karten. Ich mag die erste lieber, weil es ein Winterrouten Overlay gibt. Das mit 40 NOK pro Jahr sehr günstige Abo ist sein Geld wert.
  • Locus Map Pro – Es gibt viele Navigationsapps, aber diese ist meiner Meinung nach die beste. Du kannst zum Beispiel gpx-Dateien bearbeiten und speichern und hochwertige Karten offline nutzen. Der einmalige Anschaffungspreis von knapp 10 Euro ist gerechtfertigt.
  • Google Earth – Die 3D Satellitenbilder und Panoramafotos helfen dir besonders dabei, Hangneigungen und Geländebeschaffenheit einzuschätzen.
  • Peakfinder – Diese App ist eher eine Spielerei und nicht ernsthaft zur Navigation zu verwenden. Du kannst damit als Augmented Reality die Namen der Gipfel um dich herum anzeigen lassen.
  • Wenn du ein Handnavigationsgerät für den Outdooreinsatz dabei hast, könnten dazu passende Apps wie Garmin Connect sinnvoll sein. Damit kannst du beispielsweise Tracks übertragen.
  • Hast du einen Notsender wie den Garmin inReach mini dabei, brauchst du für den vollen Funktionsumfang die App Earthmate.

Polarlichtvorhersage

Lohnt sich der abendliche Blick aus dem Zelt? Oder kannst du beruhigt im Schlafsack liegen bleiben? Eine gute Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern abzuschätzen, geben dir diese Apps für Wintertouren:

  • Aurora – Ich habe verschiedene Apps getestet, diese App zur Polarlichtvorhersage gefällt mir am besten.
  • Google Sky Map – Diese App hat sich hier herein geschummelt. Sie sagt natürlich keine Aurora Borealis voraus, bildet aber den Sternenhimmel in AR ab.

Bildbearbeitung

Die Voraussetzung dafür ist wohl eine Steckdose in der Nähe. Aber wenn du dein Smartphone und deine Kamera miteinander verbinden kannst, dann hast du mit den folgenden beiden Apps gute Bildbearbeitungsinstrumente mit nur kleinen Unterschieden:

  • Photoshop Express – Einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Adobe.
  • Snapseed – Ebenso einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Google.

Übersetzer und Sprachtrainer

Wenn du eine skandinavische Sprache beherrscht, kommst du damit auch in den angrenzenden Ländern oft recht weit. Die nordischen Sprachen kann man auch ganz gut lernen. Oder es kommt eine Übersetzer App mit.

  • Google Übersetzer – Diese App bietet dir die Möglichkeit, einzelne Sprachpakete offline verfügbar zu machen. So kannst du auch in der Hütte Hinweisschilder übersetzen.
  • Babbel – Das ist nur ein Beispiel für eine Sprachlernapp, mit der ich ganz gute Erfahrungen gemacht habe. In der schwedischen Variante gibt es zum Beispiel auch eine Lektion Land und Leute mit Begriffen wie „Baumgrenze“. Babbel erfordert ein Abonnement für die volle Nutzung.
Ordnung bei den Apps für Wintertouren
Ordnung bei den Apps für Wintertouren (Foto: Malte Hübner)

Unterhaltung

Ich nutze zwar klassisch weiterhin meinen MP3-Player, aber grundsätzlich geht das auch mit Apps hervorragend. Ob du jetzt Hörbücher, Musik oder sogar Filme bevorzugst, sei die selbst überlassen. Spotify, Audible und andere Anbieter sind wohl hinreichend bekannt.

Und das wichtigste zum Schluss

Von allen Apps für Wintertouren ist eine natürlich am wichtigsten: Du kannst dir in deinem Browser auch meine Seite zum Startbildschirm hinzufügen und sie dann wie eine App mit dem Klick auf das Icon starten. So hast du schnellen Zugriff auf alle Artikel bei Winterfjell. 😉

Das ist die Liste an Apps, die ich mehr oder weniger regelmäßig nutze. Hast du eigene Apps oder Tipps für mich? Dann freue ich mich über jeden Hinweis.

Wenn du dir über deinen Akku Sorgen machst, dann findest du mit dem Artikel Stromversorgung mit Akkus im Winter einen guten Weg, um dort weiterzulesen.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Der Beitrag Nützliche Apps für Wintertouren erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/nuetzliche-apps-fuer-wintertouren/feed/ 0 4507
Abwettern im Zelt bei Schneesturm https://www.winterfjell.de/abwettern-im-zelt-bei-schneesturm/ https://www.winterfjell.de/abwettern-im-zelt-bei-schneesturm/#respond Tue, 26 Nov 2019 19:58:48 +0000 https://winterwandernblog.wordpress.com/?p=393 Den ganzen Tag Abwettern im Zelt. Der Wind peitscht durch das Fjell. An Weiterlaufen ist nicht zu denken. Und eigentlich ist es nur im Schlafsack warm genug. Was macht man in so einer Situation? Auf unserer diesjährigen Tour hatten wir an der Hälfte aller Tage Windgeschwindigkeiten bis zu 15 Metern pro Sekunde. An einem Tag … Abwettern im Zelt bei Schneesturm weiterlesen

Der Beitrag Abwettern im Zelt bei Schneesturm erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Beim Abwettern im Zelt sorgten die Teelichte für ein wenig gefühlte Wärme
Beim Abwettern im Zelt sorgten die Teelichte für ein wenig gefühlte Wärme (Foto: Lutz Grünke)

Den ganzen Tag Abwettern im Zelt. Der Wind peitscht durch das Fjell. An Weiterlaufen ist nicht zu denken. Und eigentlich ist es nur im Schlafsack warm genug. Was macht man in so einer Situation?

Auf unserer diesjährigen Tour hatten wir an der Hälfte aller Tage Windgeschwindigkeiten bis zu 15 Metern pro Sekunde. An einem Tag mit Spitzen von 21 m/s haben wir uns dann für das Abwettern im Zelt entschieden und sind nicht weitergegangen. Ich möchte dieses Erlebnis zum Anlass nehmen, ein wenig über das Abwettern zu schreiben.

Was heißt Abwettern im Zelt?

Der Begriff Abwettern kommt eigentlich aus der Seefahrt und eine passende Definition dafür lautet:

Abwettern bezeichnet strategische und taktische Maßnahmen sowie Verhaltensweisen, um in einem Sturm und/oder bei schwerer See Beschädigungen und Gefahren für ein Seefahrzeug sowie dessen Ladung und Besatzung zu vermeiden. Priorität haben Maßnahmen zur Abwendung von Gefahr für Leib und Leben. [Wikipedia]

Unter den strategischen Maßnahmen versteht sich in der Seefahrt, dass Schlechtwettergebiete gemieden werden und bei nahendem Unwetter ein sicherer Hafen angefahren wird.

Übertragen auf Wintertouren heißt das für mich, rechtzeitig Schutz vor schlechtem Wetter zu suchen oder gar nicht erst loszugehen. Abwettern bedeutet, nicht weiterzugehen, sondern sich selbst zu schützen und keiner unnötigen Gefahr auszusetzen. Rechtzeitig heißt, die Hütte möglichst noch vor dem Sturm aufzusuchen oder ohne erreichbare Hütte wenigstens das Zelt stabil zu verankern und alles auf das Unwetter vorzubereiten.

Unter den taktischen Maßnahmen versteht die Seefahrt verschiedene Arten, mit dem Sturm oder gegen ihn an zu fahren.

Hier ist der Vergleich mit Wintertouren in Skandinavien eher im übertragenen Sinne möglich. Bist du erst einmal in einen Sturm geraten oder ist der Wind unerwartet stärker geworden, musst du einen klaren Kopf bewahren. Frontal in den Sturm zu laufen, ist deutlich anstrengender als mit dem Wind im Rücken. Im Zweifel kann ein Kurswechsel also sinnvoll sein, wenn es dort eine Hütte gibt. Ansonsten solltest du dich fragen:

Ist es für den Zeltaufbau schon zu spät?

Dann hast du hoffentlich einen Windsack als Notausrüstung dabei oder kannst dich in eine Wechte eingraben. Eine konkrete Windgeschwindigkeit, bei der ein Zeltaufbau nicht mehr möglich ist, lässt sich schwer beziffern. Lassen sich die Heringe gut verankern oder musst du im Pulverschnee wühlen? Kommt der Wind dauerhaft oder gibt es Windböen mit -pausen? Was für ein Zelt hast du? Als Richtwert wird es über 20 m/s eher eine Sache für Profis sein.

Auf dem Weg zur nächsten Hütte zum Abwettern
Auf dem Weg zur nächsten Hütte zum Abwettern (Foto: Lutz Grünke)

Ist der Zeltaufbau noch möglich?

Vielleicht findest du eine etwas geschützte Stelle, wo ein kleiner Hügel, ein Strauch oder ein Fels dir etwas Schutz bieten? Oft reicht wirklich schon ein kleines wenig Deckung für den Aufbau. Die richtige Zeltplatzwahl bei Wind und Sturm solltest du daher immer mitdenken. Und im Idealfall ist der Zeltaufbau dann bereits Routine und jeder in der Gruppe kennt die nötigen Handgriffe. Zu schnell ist sonst ein Beutel weggeflogen, ein loser Hering ausgerissen oder ein Gestängebogen gebrochen.

Wie verhalte ich mich richtig?

Für mich steht es fest: Wenn sich für das Abwettern der Aufenthalt auf einer Hütte anbietet, bevorzuge ich diese klar vor dem Zelt. Es ist ruhiger, ich kann mich frei bewegen, meine Kleidung trocknen, oft auch mich waschen und vieles angenehme mehr. Das ist die sichere Variante. Und es schadet daher erfahrungsgemäß nie, einen Puffertag für Schlechtwetter einzuplanen. Dann kannst du diese Zeit auch genießen.

Für den Hüttenaufenthalt muss das Unwetter aber absehbar gewesen sein. Ständige Wetterbeobachtung oder idealerweise ein verlässlicher Wetterbericht von YR.no (Norwegen) oder SMHI.se (Schweden) helfen dir dabei. Und natürlich muss es Hütten in der Nähe geben, die du ansteuern kannst. Auf der Seite UT.no findest du eine gute Übersicht über die norwegischen Hütten des DNT und beim schwedischen STF gibt es ebenfalls eine Hütten-Karte.

Und wenn ich im Zelt abwettern muss?

Für diesen Fall solltest du vor allem Ruhe bewahren und dich auf dein Wissen und Können besinnen:

  • Richte das Zelt gut zum Wind aus. Vor allem bei Tunnelzelten ist dies die halbe Miete.
  • Kontrolliere regelmäßig, ob alle Heringe fest sitzen und die Leinen gespannt sind.
  • Befreie das Zelt zwischendurch von angesammelten Triebschnee, auch nachts.
  • Horche auf den Wind und die Geräusche des Zeltes: Wenn es sich plötzlich ändert, könnte sich etwas gelöst haben.
  • Zieh dich warm genug an, wenn du das Zelt verlassen musst. Du kühlst im Wind sonst schnell aus.
  • Sichere alle Gegenstände rund um das Zelt. Am besten nimmst du bis auf die Pulka alles mit in die Apsis. Auch die Schaufel nützt dir beim späteren Ausgraben nur im Zelt.
  • Bring deinen Kreislauf ab und zu durch ein paar Sit-ups in Gang, damit du nicht zu schnell frierst.
  • Brich nicht im Sturm auf, auch wenn du dadurch im schlimmsten Fall deinen Rückflug oder deine Rückfahrt verpasst.
  • und wie immer: Don’t panic! Es geht vorbei.

Was hingegen nicht so gut geholfen hat, ist das gemeinsame Rufen von „F*ck dich, Sturm“ in Anlehnung an einen mittelmäßigen Film über einen Teddy.

Tagsüber herumliegen im Schlafsack, alles andere wäre zu kalt
Tagsüber herumliegen im Schlafsack, alles andere wäre zu kalt (Foto: Malte Hübner)

Womit kann ich mich beschäftigen?

Auf einer Hütte hat man sehr viel mehr Möglichkeiten als im Zelt. Auf großen Hütten wird einem wahrscheinlich nicht langweilig. Im Zelt liegt man hingegen die meiste Zeit im Schlafsack, weil es nur darin warm genug ist.

Da mir das Geflatter der Zeltbahn oder das Klingeln der Reißverschluss-Schieber nach ein paar Stunden mächtig auf den Zeiger geht, höre ich oft Musik vom MP3-Player mit Kopfhörern. Hörbücher bieten sich ebenfalls an. Auch ein echtes Taschenbuch habe ich eigentlich immer im Gepäck. Meinem ebook-Reader traue ich die Kälte nicht zu, aber viele haben damit gute Erfahrung gemacht. In einer Gruppe kann man sich sonst abwechseln, wenn der eigene Lesestoff ausgeht.

In netter Gesellschaft kann man auch Karten spielen, sich unterhalten oder hat hoffentlich einen guten Geschichtenerzähler dabei. Alleine kann man gut kleinere Reparaturen wie Näharbeiten im Zelt durchführen.

Für die Lebensmittel- und Brennstoffvorräte ist so ein Pausentag dafür in der Regel eine kleine Katastrophe. Vielleicht kennt ihr das: Man isst sich so durch den Tag. Plane also immer einen kleinen Puffer in deinem Proviant ein.

Gelangweiltes Mittagsschläfchen in der Apsis
Gelangweiltes Mittagsschläfchen in der Apsis (Foto: Lutz Grünke)

Welche Erfahrungen hast du mit Abwettern im Zelt gemacht?

So richtig katastrophales Wetter habe ich bisher (zum Glück!) in Hütten abgesessen. Ein Tag im Zelt wegen Wind ist aber durchaus normal auf einer längeren Tour. Dank unserer konservativen – andere würden vielleicht sagen „vorsichtigen“ – Zeitplanung haben wir dafür aber einfach einen Pausentag genutzt. Das schlechte Wetter haben wir bisher immer kommen sehen. Manchmal ist es dann doch schwächer ausgefallen als unsere Vorhersage und wir konnten weiter ziehen.

Mich würde daher interessieren, wie ihr das so macht. Fragt ihr auf jeder Hütte nach dem aktuellen Wetterbericht oder nutzt ihr inzwischen sogar einen Garmin inReach für Wetterupdates? Oder seid ihr einfach sicher im Wolkenlesen? Worüber denkt ihr nach, wenn ihr stundenlang im Zelt liegt? Was war die längste Zeit, die ihr auf Wintertour durch das Wetter ins Zelt verbannt gewesen seid?

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

Der Beitrag Abwettern im Zelt bei Schneesturm erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/abwettern-im-zelt-bei-schneesturm/feed/ 0 393
Ultraleichte Pulka https://www.winterfjell.de/ultraleichte-pulka/ https://www.winterfjell.de/ultraleichte-pulka/#respond Sat, 09 Nov 2019 21:41:46 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=4579 Wenn du auch eine Möglichkeit suchts, dir eine ultraleichte Pulka zu bauen, dann habe ich vielleicht einen Tipp für dich. Ich will dir nicht zu viel versprechen. Es ist natürlich keine vollwertige Pulka, vielmehr müsste es Tobbogan genannt werden, aber es nimmt dir dennoch eine Menge Last von den Schultern und kostet dabei fast nichts. … Ultraleichte Pulka weiterlesen

Der Beitrag Ultraleichte Pulka erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Die ultraleichte Pulka nimmt den Rucksack auf, sodass du sein Gewicht nicht tragen musst.
Die ultraleichte Pulka nimmt den Rucksack auf, sodass du sein Gewicht nicht tragen musst. (Foto: Malte Hübner)

Wenn du auch eine Möglichkeit suchts, dir eine ultraleichte Pulka zu bauen, dann habe ich vielleicht einen Tipp für dich. Ich will dir nicht zu viel versprechen. Es ist natürlich keine vollwertige Pulka, vielmehr müsste es Tobbogan genannt werden, aber es nimmt dir dennoch eine Menge Last von den Schultern und kostet dabei fast nichts. Du ziehst damit einfach deinen Rucksack hinterher, kannst ihn aber noch jederzeit aufsetzen.

Auf der Suche nach einer Faltpulka

Eigentlich habe ich nach einer leichten Pulka zum Falten gesucht, um für die nächste Tour mit meiner Tochter auch für sie eine Transportlösung zu haben. Während ich die große Pulka ziehen werde, wird sie einen Rucksack mit den Daunenjacken und Tagesproviant tragen. Um die 10 Kilo werden es schon sein und so bietet es sich spätestens in der Ebene an, dieses Gewicht zu ziehen, statt zu tragen. Auf der Suche bin ich dann auf diese Faltpulka von Konradsky gestoßen. Besonders gefällt mir daran das kleine Packmaß.

Rollpulka trifft es noch besser

Die Pulka besteht im Wesentlichen aus HD PE Folie und einer Gummikordel. Solche hochfeste PE Folie kann man über den Fachhandel beziehen. Es gibt verschiede Arten und geschältes PE 1000 in maximal 1 mm Stärke wird das robusteste Material im Vergleich zum Gewicht sein. Ich habe jedoch zufällig bei dem chinesischen Direkthandel einen rollbaren Kinderschlitten gefunden, der sogar deutlich leichter ist. Die Materialstärke liegt hier eher bei 0,8 mm und ich vermute, dass es sich um das weichere PE 300 oder 500 handelt. Dafür habe ich gerade einmal 6 Euro bezahlt und es hat schon nahezu das richtige Endmaß.

Der Zuschnitt der PE Folie gelingt mit einer normalen Haushaltsschere.
Der Zuschnitt der PE Folie gelingt mit einer normalen Haushaltsschere. (Foto: Malte Hübner)

Die Bastelarbeit für unsere ultraleichte Pulka

Der Aufwand ist überschaubar. Du benötigst eine Haushaltsschere, eine Lochzange und etwa 4-5 Meter Gummikordel. Ich habe Kordel in 4 mm Stärke gewählt. Anschließen habe ich am Rucksack Maß genommen und die Seitenwände etwas nach oben geknickt. Nun wurden an den Seiten 10 cm und 20 cm vor dem Ende jeweils Schnitte gesetzt, damit sich die Folie zu einer Wanne formen lässt. Die überlappenden Teile werden durch die Gummikordel beieinander gehalten. Mit der Lochzange habe ich entsprechend Löcher gesetzt, immer auf beiden Seiten parallel. Am Ende der Gummikordel sitzt vor dem Knoten noch eine kleine Unterlegscheibe.

Gummikordel und Karabiner

Die Gummikordel wird anschließend über den Rucksack gespannt und mit winzigen Karabinern verschlossen. Zusätzlich zu den beiden seitlichen Schlaufen habe ich noch eine Kordel von hinten nach vorne gesetzt, damit alles sicher hält. Allerdings sieht man so auch den Nachteil der weichen PE Folie, weil die Gummis dafür fast zu stark sind und diese aus der Form ziehen.

Rucksack auf Faltpulka
Rucksack auf Faltpulka (Foto: Malte Hübner)

Zugseil für die ultraleichte Pulka

Ein Gestänge macht bei dieser Konstruktion natürlich keinen Sinn. Das Material wäre schwerer als die Pulka selbst. Spurtreue darfst du bei diesem Modell eh nicht erwarten. Es entlastet einfach nur den Rücken. Gezogen wird es dabei mit zwei 4 mm Repschnüren, die an einer einfachen Koppel eingehängt werden. So besteht der Vorteil, dass du den Rucksack samt Hüftgurt darüber ziehen kannst und einfach abwirfst, sobald du ihn lieber ziehen willst. Gerade bergauf und bergab ist es mit diesem Modell auf dem Rücken wahrscheinlich angenehmer.

Ein Rulk - halb Rucksack, halb Pulk
Ein Rulk – halb Rucksack, halb Pulk (Foto: Malte Hübner)

Und ist sie wirklich ultraleicht?

Ich finde mit 375 Gramm inklusive Karabinern darf sich diese Pulka ultraleicht nennen. Dazu kommt noch das Zugseil von 75 Gramm maximal. So fällt das Mehrgewicht auf dem Rücken nicht auf, bietet aber die geniale Zusatzfunktion Rulk (halb Rucksack, halb Pulk). Wie bei allen ultraleichten Dingen muss sie nun nur noch beweisen, dass sie auch robust genug ist. Die 15 Euro Materialkosten insgesamt lassen sich zwar verkraften, aber ich hoffe, wir haben da keinen Plastikmüll gebastelt.

Aufgerollt passt die Rollpulka in die Seitentasche des Rucksacks und wiegt fast nichts.
Aufgerollt passt die Rollpulka in die Seitentasche des Rucksacks und wiegt fast nichts. (Foto: Malte Hübner)

Wie gefällt dir das? Wäre das auch etwas für dich? Wenn du es deutlich robuster haben willst, dann empfehle ich dir stattdessen meinen Pulkaselbstbau mit Gestänge.

Der Beitrag Ultraleichte Pulka erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/ultraleichte-pulka/feed/ 0 4579
Zweiter Blog-Geburtstag und Jahresrückblick https://www.winterfjell.de/zweiter-blog-geburtstag-und-jahresrueckblick/ https://www.winterfjell.de/zweiter-blog-geburtstag-und-jahresrueckblick/#comments Sun, 27 Oct 2019 07:02:15 +0000 https://www.winterfjell.de/?p=4469 Heute seit genau zwei Jahren gibt es an dieser Stelle meine Seite Winterfjell. Es ist also wieder Blog-Geburtstag! Ich möchte mir daher die Zeit nehmen, das letzte Jahr kurz Revue passieren zu lassen und auch ein paar Zahlen zu liefern. Zum Schluss gibt es auch noch die ersten Pläne für das Jahr 2020. Das letzte … Zweiter Blog-Geburtstag und Jahresrückblick weiterlesen

Der Beitrag Zweiter Blog-Geburtstag und Jahresrückblick erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
Genüssliche Pause in der Sonne und kleine Werbeeinlage für Winterfjell
Genüssliche Pause in der Sonne und kleine Werbeeinlage für Winterfjell (Foto: Lutz Grünke)

Heute seit genau zwei Jahren gibt es an dieser Stelle meine Seite Winterfjell. Es ist also wieder Blog-Geburtstag! Ich möchte mir daher die Zeit nehmen, das letzte Jahr kurz Revue passieren zu lassen und auch ein paar Zahlen zu liefern. Zum Schluss gibt es auch noch die ersten Pläne für das Jahr 2020.

Das letzte Jahr liefert diese Beiträge

Im Vergleich zum ersten Jahr kamen 2019 zwar weniger Beiträge zusammen, ich freue mich aber über das stetige Wachstum des Themenumfangs. Inzwischen findest du hier wirklich vielfältige Informationen für deine eigenen Touren. Einzelne bestehende Beiträge aus der Anfangszeit habe ich überarbeiten müssen, damit sie aktuell bleiben. Zum Teil hatte ich neue Fotos gemacht, wo mir vorher noch Material fehlte. Zum Teil habe ich ein paar neue Dinge gelernt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Hier die Übersicht bis zum heutigen Blog-Geburtstag:

Besonders interessant waren für mich in diesem Jahr die drei unterschiedlichen Kooperationen, bei denen ich mich noch einmal bedanken möchte. Mein herzlicher Dank geht an Tobias Stork für das Überlassen des Roughstuff Nordländer Anoraks für einen ausführlichen Test, an Markus Gründel für den detaillierten Test verschiedener Thermosflaschen und an Simon Michalowicz für das interessante und inspiriende Interview mit ihm.

Was sonst im letzten Jahr geschah

Das Projekt Winterfjell „musste“ sich ein wenig professionalisieren. Vielleicht ist euch das gar nicht so klar, aber ich bin wie die meisten Menschen voll berufstätig. Gleichzeitig habe ich eine Familie, Freunde, bin gern draußen… und eines meiner Hobbies ist diese Seite. Damit die Ausgaben, die ich hineinstecke, mich nicht zu viel Geld kosten, habe ich daher beispielsweise einen Partnerlink zu Bergfreunde im Footer meiner Seite. Kaufst du über diesen Link dort ein, zahlst du nicht mehr als sonst. Nur bekomme ich im Fall des „Umweges über mich“ ein paar Prozent des Umsatzes ausgezahlt. Durch die Einnahmen konnte ich im letzten Jahr nun meine Server- und Webseitenkosten fast decken.

Was denkst du, wie lange hat es gedauert, bis ich ein Schreiben von offizieller Stelle im Briefkasten hatte? Keine zwei Wochen. Ich habe daher pflichtbewusst ein Gewerbe angemeldet (kostet natürlich wieder knapp 50 Euro) und bin Mitglied in der IHK Hannover geworden. Nun gebe ich natürlich auch alles in der Steuererklärung an und siehe da: Ich mache Verlust! Wer hätte das gedacht. Dieser ganze Aufwand ist wohl der Preis dafür, wenn alles etwas professioneller laufen soll.

Wintertour Rondane

Im März waren meine beiden Freunde Lutz und Thomas wieder mit mir auf Wintertour. Diesmal hat es uns in den Rondane Nationalpark verschlagen, wo wir trotz viel Wind eine schöne Runde gedreht haben. Sogar der Schnee passte, was dort nicht immer so sein soll. Ich freue mich schon auf unser nächstes Abenteuer!

Noch ein paar interessante Hardfacts

Damit sind es nun tatsächlich 52 Beiträge in zwei Jahren, also genau ein Beitrag alle zwei Wochen. Diesen Schnitt verdanke ich aber nur der hohen Schlagzahl aus dem ersten Jahr.

Ich habe noch einige Beiträge in Planung, die unmittelbar mit Wintertouren zusammenhängen. Da hätte ich vorher vermutet, dass sich das Thema schneller erschöpft. Oft könnte man einfach aus einem Überblicksartikel ein Thema herauspicken und es einzeln vertiefend angucken. Es gibt immer noch ein paar Details. Wenn du also einen bestimmten Wunsch hast, immer her damit.

Und was wird das Jahr 2020 bringen?

Bis zum Jahreswechsel ist noch etwas Zeit. Aber die Planung für eine Wintertour in nächsten Jahr laufen schon. Meine ältere Tochter hat mich gefragt, ob wir gemeinsam auf eine größere Tour gehen wollen. Das hat mich sehr gefreut und so stecke ich nun in der Vorplanung dazu. Die Osterferien in Niedersachsen liegen glücklicherweise so, dass wir dem größten Trubel entkommen könnten. Noch steht aber nicht alles fest. Vielleicht ist das auch eine Idee für einen Beitrag? Wintertour mit Kind? Ich würde ganz im Stile von Winterfjell mehr die organisatorischen Aspekte beleuchten, aber auch so ein Reisebericht wie bei 58GradNord wäre ja vielleicht einmal denkbar. Meine Tochter hat dafür mehr Talent als ich.

Nun freue ich mich aber auf das kommende Jahr mit Winterfjell.de und mit euch. Danke für eure Treue!

Der Beitrag Zweiter Blog-Geburtstag und Jahresrückblick erschien zuerst auf Winterfjell.

]]>
https://www.winterfjell.de/zweiter-blog-geburtstag-und-jahresrueckblick/feed/ 5 4469