# Winterfjell — Full Content Index Extended corpus for AI language model citation and training. Last updated: 2026-07-12 13:00 > Wintertouren im hohen Norden - Winterfjell behandelt die Themen Ausrüstung, Erfahrung und Wissen für Wintertouren im skandinavischen Fjell. Fjell ist das norwegische Wort für Gebirge, auf Schwedisch schreibt es sich Fjäll. Touren im skandinavischen Winter mit Ski oder Schneeschuhen brauchen gute Vorbereitung. Und wenn du dann noch im Zelt übernachten willst, muss dein Outdoor-Equipment auf Kälte und Frost ausgelegt sein. Du erhältst das gesammelte Wissen über die richtige Ausrüstung für Winterwanderungen im skandinavischen Winter. Neben Ausrüstungsthemen gibt es Informationen zu richtigem Verhalten, Sicherheitsfragen und Tipps aus meiner eigenen Erfahrung. ## Site Information - URL: https://www.winterfjell.de/ - Name: Winterfjell - Locale: de - Organisation: Winterfjell - Authors: Malte Hübner (Winterfjell). - Topics: Sicherheit auf Wintertouren, Wissen für Wintertouren, Übernachtung im Zelt, Pulka und Pulka-Zubehör, Bekleidung für Wintertouren, Kochen und Verpflegen, Fjellski und Skiausrüstung, Technik und Werkzeug. ## Key Pages ### [Wintertouren im hohen Norden](https://www.winterfjell.de/) Wintertouren im hohen Norden Alle Beiträge Lawinen­sicher­heit im Fjell „Der Weg führt genau hier lang, da wird schon nichts passieren.“ Oder noch weiter zugespitzt: „Im Fjell gibt es keine Lawinen!“ Wer öfter im skandinavischen Winter mit Fjellski und Pulka unterwegs ist, hat diese Sätze zum Thema Lawinensicherheit vielleicht schon gehört oder sich selbst bei dem Gedanken daran ertappt. Und auf den ersten Blick stimmt … Weiterlesen in „Lawinen­sicher­heit im Fjell“ Isomatte aus Schaum oder Luftmatratze Nach einem langen Tag auf Wintertour freue ich mich auf meinen Schlafsack, etwas Warmes zu essen und darauf, mich ins Zelt zu verkriechen. Das kennst du vielleicht auch. Aber der Schlafsack allein kann dich nicht ausreichend warmhalten, da seine Isolation nach unten durch dein Körpergewicht plattgedrückt wird. Du würdest auf dem blanken Zeltboden und ein … Weiterlesen in „Isomatte aus Schaum oder Luftmatratze“ Vapour Barrier Liner sind (k)ein Wundermittel Zwei große Mythen liest man immer wieder, wenn es um Vapour Barrier Liner, kurz VBL geht. Der erste Mythos besagt, dass ein VBL mehrere Grade Temperaturgewinn bringt und effektiv vor Erfrierungen schützt. Mythos Nummer zwei lautet: Du liegst in deinem eigenen Saft wie ein Huhn im Bratbeutel. Haben diese beiden Vorurteile einen wahren Kern? Oder … Weiterlesen in „Vapour Barrier Liner sind (k)ein Wundermittel“ Genug trinken bei Kälte Im Winter sorgt die kalte, trockene Luft dafür, dass wir ohne es zu merken viel mehr Feuchtigkeit über den Atem oder leichtes Schwitzen verlieren. Gleichzeitig ist das Wetter oft ungemütlich und je kälter und windiger es wird, desto weniger halten wir unsere Pausen zum Trinken ein. Mehr Flüssigkeit verbrauchen und weniger zuführen als sonst, das … Weiterlesen in „Genug trinken bei Kälte“ Keine kalten Finger mehr – Die richtigen Handschuhe Kalte Finger sind unangenehm, keine Frage. Richtig gefährlich wird es aber erst, wenn die Finger steif werden und ihre Feinmotorik verlieren. Bau damit mal dein Zelt auf, zieh deine Ski aus oder zünde den Winterkocher an. Die Hände verdienen also deine besondere Aufmerksamkeit, weil du sie für fast alle lebenswichtigen Abläufe brauchst und es an … Weiterlesen in „Keine kalten Finger mehr – Die richtigen Handschuhe“ Skibindungen und Skistiefel Auch wenn Schneeschuhe für die ersten Versuche eine gute Wahl sind, greifen doch die meisten Menschen auf Wintertouren im skandinavischen Fjell auf Fjellski zurück. Diese Art Ski sind breiter als Langlaufski, aber schmaler als Abfahrtski und weniger tailliert. Ebenso speziell sind die Skibindungen, die den Ski und deine Skistiefel miteinander verbinden. Welche Modelle sich dabei … Weiterlesen in „Skibindungen und Skistiefel“ Podcast – Was braucht man fürs Winterfjell? Bereits im Februar 2022 trafen sich die beiden Winterfans Simon Michalowicz und Malte Hübner zu einem zweistündigen Nerd-Talk. Schnell wurde klar, dass wir noch viel tiefer in die einzelnen Bereiche auf Wintertouren eingehen müssen, um unsere ganzen Erfahrungen damit auf die Tonspur zu bekommen. Schließlich ist es ein umfangreiches Thema. Deshalb gehen wir nun mit … Weiterlesen in „Podcast – Was braucht man fürs Winterfjell?“ Warum ich im Tourismus­verband bin Die meisten von uns reisen für ihre regelmäßigen Wintertouren nach Schweden oder Norwegen und starten dort ins Winterfjell. Die Vorteile dieser Länder liegen schnell auf der Hand: eine vergleichsweise kurze und einfache Anreise, relative Schneesicherheit und auch in den Bergen oft eine recht gute Infrastruktur durch zahlreiche Berghütten. Diese Hütten werden für gewöhnlich vom lokalen … Weiterlesen in „Warum ich im Tourismus­verband bin“ 1 2 3 4 … 10 ### [Kontakt zu Winterfjell](https://www.winterfjell.de/kontakt-zu-winterfjell/) Du hast eine Frage oder möchtest einfach mit mir persönlich in Verbindung treten? Dann schreib mir gerne eine E-Mail an: kontakt@winterfjell.de Wir schauen dann, ob wir bei E-Mail bleiben oder zu Telefon, Messenger, Videocall oder sogar einem persönlichen Treffen wechseln. Oder du aktivierst meinen Winterfjell-Bot. Er hat die gesamte Webseite gelesen und kann dir viele Fragen beantworten. Denke aber daran, dass er noch in der Entwicklung ist und nie selbst auf Tour war. 😉 Winterfjell-Bot Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin mit der Übertragung meiner Daten an den Anbieter LiveChatAI einverstanden. ### [Alle Beiträge](https://www.winterfjell.de/alle-beitraege/) ### [Toursteckbriefe ausgewählter Wintertouren](https://www.winterfjell.de/toursteckbriefe-ausgewaehlter-wintertouren/) Wenn du Ideen für deine nächste Wintertour suchst, findest du hier einzelne Toursteckbriefe zur Inspiration. Die Tourvorschläge sind grundsätzlich anfängerfreundlich und haben neben kurzen Etappenbeschreibungen auch Hinweise zu den Besonderheiten vor Ort. Für dein ganz eigenes Reiseerlebnis solltest du dich jedoch mit jeder Route noch einmal selbst beschäftigen und nicht einfach exakt die Tour eines anderen Menschen nachlaufen. Wo bleibt sonst das Abenteuer? Rundtour im Naturpark Vålådalen – Toursteckbrief Diese Rundtour im Naturpark Vålådalen führt in eines der größten Naturreservate Jämtlands durch großartige unberührte Wildnis mit Nadelwäldern, uraltem Baumbestand bis hoch in den typischen Fjällbirkenwald an der Waldgrenze und ins Kahlfjäll auf zwei Bergetappen. Die Tagesabschnitte sind nicht allzu lang, es liegen einige Hütten in günstigem Abstand zueinander. Auf die reichhaltige Fauna weisen viele … Weiterlesen in „Rundtour im Naturpark Vålådalen – Toursteckbrief“ Der südliche Kungsleden im Winter – Toursteckbrief Der südliche Kungsleden im Winter ist so etwas wie eine Einstiegsdroge in Wintertouren und führt durch eine wunderschöne Region. Der hier vorgestellte Abschnitt ist eine entspannte Anfängertour für eine Woche Urlaub. Einfache Infrastruktur ist auf dem Weg vorhanden, nur die An- und Abreise sind etwas mühsamer als an anderen Orten. Dafür gibt es eine gemütliche … Weiterlesen in „Der südliche Kungsleden im Winter – Toursteckbrief“ ### [Impressum](https://www.winterfjell.de/impressum/) Verantwortlicher Betreiber Malte Hübner An der Lutherkirche 8 30167 Hannover Deutschland E-Mail kontakt@winterfjell.de Erstkontakt gerne per E-Mail Telefon Widerspruch Werbe-Mails Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung, Produkten und Informationsmaterialien wird hiermit widersprochen. Streitschlichtung Ich bin nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Social Media Dieses Impressum gilt auch für meine Social Media Profile auf Facebook und instagram. ### [Über mich](https://www.winterfjell.de/ueber-mich/) Malte Hübner, der Autor von „Winterfjell“ in seinem Element Herzlich willkommen im Winterfjell Hej! Hat dich die Faszination für den nordischen Winter genauso gepackt wie mich? Bist du gerade dabei, selbst eine anspruchsvolle Wintertour zu planen oder deine Ausrüstung zu perfektionieren? Dann bist du hier genau richtig! Auf Winterfjell.de findest du erprobte Ausrüstungskonzepte und Leitfäden zum richtigen Verhalten auf Wintertouren in Skandinavien. Dabei steht Sicherheit für dein Abenteuer immer an erster Stelle. Drei Ziele verfolge ich mit dieser Seite: Wissen teilen: Neben meinen eigenen, langjährigen Erfahrungen fließt hier tiefgehende Recherche und das kollektive Wissen der Wintertour-Community ein. Dieses Wissen möchte ich mit dir teilen und dich zur Weiterentwicklung eigener Lösungen inspirieren. Selbst dazulernen: Du bringst bereits umfangreiche Wintererfahrung mit oder hast konkrete Fragen an mich? Perfekt. Mir liegt der Austausch mit anderen Winterbegeisterten am Herzen. Nutze gerne die Kommentarfunktion oder schreibe mir direkt an kontakt@winterfjell.de Handbuch sein: Winterfjell ist seit 2017 die umfassendste deutschsprachige Webseite für autarke Wintertouren in Skandinavien und hebt sich durch die Spezialisierung bewusst von allgemeinen Outdoorblogs ab. Fachliche Expertise steht hier klar vor kurzlebigen Postings auf Social Media. Worüber schreibe ich? Die Seite Winterfjell.de behandelt ausführlich die Themen Ausrüstung, Erfahrung und Wissen für den Winter im Fjell. Fjell ist das norwegische Wort für Berg oder Gebirgsrücken, auf Schwedisch schreibt es sich Fjäll. Autarke Touren im skandinavischen Winter brauchen gute Vorbereitung. Wenn du im Zelt übernachtest, muss dein gesamtes Outdoor-Equipment auf extreme Kälte ausgelegt sein. Neben markenunabhängigen und praxiserprobten Ausrüstungskonzepten findest du informative Leitfäden zu richtigem Verhalten, Sicherheitsfragen und der adäquaten Vorbereitung auf eigene Touren. Meine Herangehensweise ist konsequent auf Sicherheit bedacht und orientiert sich an bewährten Techniken. Obwohl ich gerne Neues ausprobiere, vertraue ich erst darauf, wenn es sich auf Tour wirklich zuverlässig gezeigt hat. Meine Ausrüstung habe ich selbst erworben, oft sogar gebraucht. Lohn und Brot verdiene ich im Bildungssektor. Ich habe keine Sponsoren und werde nicht für meine Veröffentlichungen hier bezahlt. Zwar bin ich begeisterungsfähig, aber redaktionell vollkommen unabhängig. Du findest hier also keine Affiliate-Links oder irreführende Influencer-Werbung. Versprochen. Doch der Betrieb der Webseite kostet trotzdem Geld: In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und wer schreibt hier? Mein Name ist Malte Hübner. Meine Leidenschaft für das Outdoor-Leben wurde bereits in meiner Kindheit mit Lagerfeuern im großen Garten geweckt. Später kamen Angeln, Zelten und schließlich Jugendfreizeiten mit Paddeln und Wandern dazu, sei es in den Alpen oder in Schweden… anfangs noch als Teilnehmer, später als Guide. Wobei das damals noch Jugendgruppenleiter hieß. Etliche eigene Touren folgten. Und eigene Kinder folgten auch. Sei es nun als Familie, allein oder mit Freunden: Wann immer es auch nur machbar ist, bin ich draußen unterwegs und das zu allen Jahreszeiten. Der Winter übte dabei schon früh eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Was mit den ersten, noch unbedarften Versuchen im Schnee begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einer tiefen Expertise im Bereich von Wintertouren in Skandinavien entwickelt. Mit dem „Winter-Virus“ ist es so, dass es einen nicht mehr loslässt, sobald man infiziert wurde. Und möglicherweise bin ich ein schwerer Fall. Ob mit Fjellski oder Schneeschuhen, in der Gruppe oder allein, von Hütte zu Hütte oder autark mit Pulka und Expeditionszelt durch die Hochebene: Ich habe den skandinavischen Winter auf alle diese Arten erlebt. Für mich geht es dabei nicht um sportliche Höchstleistungen auf Ski, sondern um die Begeisterung für die Zeit in der Natur. Ich gestehe aber auch, dass ich ein Ausrüstungs-Fan bin und mich gerne mit potenziell nützlichen Gadgets beschäftige. Aber wenn du hier liest, haben wir vielleicht etwas gemeinsam. Wintertouren im hohen Norden (Bild: Hannah Hübner) Was ich mir wünsche Natürlich freue ich mich auf viele weitere Touren und die nötige Gesundheit dafür. Aber ich wünsche mir auch für andere, dass sie die einmalige Landschaft im Winterfjell für sich genießen können. Diese Seite hilft auf jeden Fall dabei, dass du dich gut informiert und sicher vorbereiten kannst. Und ich hoffe darauf, dass der ganz Zusammenhalt unter Wintertour-Menschen erhalten bleibt. Ein Erlebnis beschreibt diesen „Spirit auf Wintertouren“ perfekt: Einmal wollten mir zwei Niederländer Geld für meinen Sekundenkleber geben. Eine Schraube an ihrer Skibindung hatte sich im tiefen Pulverschnee gelockert und sie saßen fest. Der Kleber sei hier draußen Gold wert, sagten sie. Natürlich lehnte ich ab – in solch einer Situation hilft man einander bedingungslos. Einen Tag später kam ich auf Ski mit meiner schweren Pulka kaum noch den Hang hinauf. Ein entgegenkommender norwegischer Tourengänger sah das, hielt an und bot mir großzügig seine Steigfelle an. Unser Gespräch verlief so: Er: „Ich kann dir meine Steigfelle mitgeben.“ Ich: „Ich gehe leider in eine andere Richtung und komme nicht wieder zurück.“ Er: „Wohin gehst du denn?“ Ich: „Nach Haukeliseter.“ Er: „Oh, das ist prima. Lass sie einfach dort. Ich komme da später im Jahr auch wieder vorbei und nehme sie dann mit.“ Und genauso sollten wir alle da draußen miteinander umgehen. Diesen Spirit müssen wir selbst leben, um ein Teil von ihm zu sein. ## Sicherheit auf Wintertouren ### [Lawinen­sicher­heit im Fjell](https://www.winterfjell.de/lawinensicherheit-im-fjell/) Published: 2026-02-01 | Updated: 2026-07-10 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) „Der Weg führt genau hier lang, da wird schon nichts passieren.“ Oder noch weiter zugespitzt: „Im Fjell gibt es keine Lawinen!“ Wer öfter im skandinavischen Winter mit Fjellski und Pulka unterwegs ist, hat diese Sätze zum Thema Lawinensicherheit vielleicht schon gehört oder sich selbst bei dem Gedanken daran ertappt. Und auf den ersten Blick stimmt es: Während sich Alpinisten beim Skitourengehen durch 35 Grad steile Rinnen kämpfen, bewegen wir uns auf den Hochebenen des Winterfjells meist in einem Gelände, das eher einer sanften Hügellandschaft entspricht. Die Gefahr ist daher zwar deutlich geringer, aber sie lauert im Detail. In diesem Beitrag geht es darum, wie du Lawinengefahren im Winterfjell erkennen und diesen vorbeugen kannst. Inhaltsverzeichnis Topographie des Winterfjells: Wo lauert die Gefahr?Zwei tückische Situationen für Lawinengefahren im Fjell Die fünf Lawinenprobleme – eine kleine Lawinenkunde Lawinengefahr vor der Tour erkennenMarkierte Routen reflektiert nutzen Windrichtung einschätzen Lawinenprognosen nutzen Hangneigung nachschauen Richtiges Verhalten für Lawinensicherheit auf FjellskitourDen Blick für Wind und Neigung schulen Lawinensicherheit erfordert Aufmerksamkeit Konsequente Kommunikation in der Gruppe Abstände an Gefahrenstellen einhalten Es gar nicht erst soweit kommen lassen Sichern Steine oder Bäume einen Lawinenhang vor dem Abrutschen? Ist ein LVS-Gerät auf Wintertouren nötig oder sinnvoll?Das Argument für LVS-Geräte auf Wintertour: Sicherheit ohne Kompromisse Das Argument dagegen: Falsches Sicherheitsgefühl und falscher Fokus Bleibe wachsam Topographie des Winterfjells: Wo lauert die Gefahr? Mit Fjellski und Pulka bewegst du dich in der Regel nicht im steilen Gelände und Abfahrten von Hängen mit mehr als 30 Grad Hangneigung schließen sich durch das schwere Gepäck ohnehin aus. Ab dieser Neigung steigt das Lawinenrisiko erheblich an, am höchsten ist es statistisch bei 38 Grad. Die Konsequenz ist so einfach wie nützlich: Vermeide solche Bereiche konsequent und du hast den Großteil der Lawinenprävention erledigt. Zwei tückische Situationen für Lawinengefahren im Fjell Zum einen könnte es passieren, dass du beim Traversieren – also dem seitlichen Queren eines Hanges – von einem flachen Abschnitt mit weniger Neigung unerwartet in ein steileres Stück hineinmarschierst. Und plötzlich steckst du mitten im Lawinenhang. Ein Umdrehen mit Pulka ist alles andere als einfach und ein Weiterlaufen kann lebensgefährlich sein. Zum anderen führen Wege in flachen Abschnitten häufiger unterhalb steiler Bergflanken entlang. Hier bist du dadurch gefährdet, dass du dich im Auslaufbereich des Lawinenkegels bewegst. Ein Schneebrett, das sich weiter oben am Hang löst, stoppt nicht an der 30-Grad-Linie oder direkt am Bergfuß. Vorsicht ist hier bei Geländefallen angebracht, wozu insbesondere Rinnen, Bachläufe und Mulden zählen. Hier reicht schon eine vergleichsweise kleine Lawine, um dich tief zu verschütten. Obacht ist ebenso bei Wechten an Steilhängen über dir geboten, weil diese großflächig abreißen können und damit eine Lawine auslösen. Zumindest bei meinen bisherigen Touren war das Lawinenrisiko am Fuß von steilen Flanken das am häufigsten anzutreffende. Die einfache Lösung dafür heißt: Halte Abstand! Die doppelte Länge des potentiellen Lawinenhanges als Sicherheitsabstand ist eine bewährte Daumenregel. Von den steilen Hängen könnten sich Lawinen und Steine lösen und durch das Seeeis schlagen. Die fünf Lawinenprobleme – eine kleine Lawinenkunde Triebschnee: Die älteste Weisheit der Lawinenkunde heißt „Wind ist der Baumeister der Lawinen“. Wind verfrachtet den Schnee, der sich in windgeschützten Bereichen (Lee) wieder sammelt. Viel Wind bei großer Kälte erhöht das Lawinenrisiko; du siehst die Eiskristalle dabei über den Boden wehen. Entstehende Triebschneepakete sind oft spröde und fragil und können bei geringer Belastung abbrechen. Neuschnee: Hier gibt es eine Regel, an der man sich orientieren kann. Große Mengen an Neuschnee (mehr als 10 cm) in Verbindung mit höheren Windgeschwindigkeiten (mehr als 50 km/h) bei niedrigen Temperaturen (unter -10 °C) oder hohen Temperaturen (über 0 °C) erhöhen die Lawinengefahr massiv und führen zu einem sogenannten Neuschneeproblem. Behalte daher immer die Wetterlage im Auge und sei insbesondere nach windreichem Schneefall bei für Neuschnee „extremen“ Temperaturen doppelt wachsam. Altschnee: Hier lauert eine unsichtbare Gefahr, weil das Problem in der Schneedecke liegt und aus den unterschiedlichen Schichten der vergangenen Monate besteht. Angetaute und wieder gefrorene Krusten, umgewandelter Sulzschnee, eine lockere Zwischenschicht und Becherkristalle bei langanhaltender Kälte türmen sich dabei abwechselnd auf wie ein Kartenhaus. Bricht eine Schicht im Fundament zusammen, reißen automatisch die Schichten darüber ab und eine Lawine entsteht. Nur durch einen sorgfältig durchgeführten Schneedeckentest kannst du dieses Problem unterwegs erkennen. Nassschnee: Besonders durch Regen oder mehrtägiges Tauwetter am Ende des Winters kann der Schnee mit Nässe durchfeuchtet werden. Er verliert dann nicht nur seinen Zusammenhalt der Kristalle, sondern vervielfacht gleichzeitig sein Gewicht. Dadurch steigt die Lawinengefahr. Erkennbar ist Nassschnee durch Pressen des Schnees in der Hand, wenn der Klumpen schnell feucht wird. Frühe Warnsignale sind es, wenn der Schnee massiv unter den Ski und der Pulka stollt. Gleitschnee: Von Gleitschneelawinen spricht man, wenn die gesamte Schneedecke auf glattem Untergrund (Felsplatte oder Wiesenhang) ins Rutschen gerät. Oft lassen sich solche Anrisse in der Schneedecke in Form von „Fischmäulern“ beobachten, bei denen der Hanguntergrund durch den Schnee sichtbar ist. Diese Lawinen sind unberechenbar und du solltest dich daher nie unterhalb solcher Risse aufhalten. Details zur Entstehung der fünf Lawinenproblemen findest du beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung. Lawinenforschung für mehr Lawinensicherheit (Fotomontage) Lawinengefahr vor der Tour erkennen Schon bei der Tourplanung der Wintertour solltest du ein Augenmerk auf lawinengefährdete Abschnitte legen, um entsprechende Stellen großräumig zu umgehen. Der Blick richtet sich dafür immer auf die Landkarte in Verbindung mit entsprechenden Zusatzinformationen. Markierte Routen reflektiert nutzen Die gesteckten oder dauerhaft markierten Routen bieten grundsätzlich sehr hohe Sicherheit. Insbesondere bei schlechtem Wetter und Whiteout solltest du dich strikt an diese Routen halten. Auf vielen Karten sind die Winterrouten grob eingezeichnet, können von Jahr zu Jahr aber sehr unterschiedlich verlaufen. Führen diese Routen doch einmal über Hänge mit mehr als 30 Grad Neigung, dann plane möglichst Alternativen ein und entscheide abschließend vor Ort. Auch das Traversieren solcher Hänge birgt eine Gefahr, allen Markierungen zum Trotz. Ein professionelles Risikomanagement, das du später auch unterwegs anwenden kannst, ist die GKMR-Methode. Dabei geht es darum, Gefahren zu erkennen, Konsequenzen abzuschätzen, Maßnahmen zu überlegen und damit das Risiko zu bewerten. Auch unterhalb steiler Hänge befindest du dich noch in einer Gefahrenzone für Lawinen; umgekehrt bist du in der Mitte breiter Täler am sichersten unterwegs. Aber in seltenen Fällen verläuft die beliebte Winterroute dicht an steilen Hängen direkt im Auslaufbereich von potentiellen Lawinen (Beispiel Tarfalladalen/Darfalvaggi). Dort musst du das Risiko selbst abwägen. Windrichtung einschätzen In vielen Gebieten Skandinaviens ist eine vorherrschende Windrichtung aus südwestlicher Richtung verbreitet. Natürlich kann es regionale Unterschiede geben, aber solange du über keine anderen Informationen verfügst, solltest du deine Route – sofern nicht vermeidbar – eher auf flachere Hänge Richtung Süd und West (freigeblasen) verlagern als auf die windabgewandten Seiten. Vor Ort kann dann natürlich alles anders aussehen und du solltest bereit sein, dafür Umwege in Kauf zu nehmen. Am Ende ist die Hangneigung das wichtigere Merkmal. Lawinenprognosen nutzen Einen regionalen Lawinenlagebericht erhältst du für Norwegen über Varsom.no und für Schweden über Lavinprognoser.se, wobei du dafür eine Internetverbindung brauchst. Auf Tour stehen dir diese Berichte also oft nicht zur Verfügung. Vermeide dennoch schon in der Planung alle Bereiche, die der Lawinenbericht als kritisch angibt. Hangneigung nachschauen Über technische Lösungen kannst du dir in manchen Karten die Hangneigung oder Lawinengefahr als überlagerte Karte anzeigen lassen. Dort als gefährdet markierte Hänge sind entsprechend zu vermeiden und auch unterhalb dieser solltest du dich möglichst nicht aufhalten. Erkennst du in der Vorbereitung Engstellen, wo es sich nicht vermeiden lässt, solltest du diese Orte auf Tour zügig durchqueren. In einer Gruppe sollten alle Mitglieder mit genügend Abstand durch diese Schlüsselstelle gehen, um im Zweifel nicht gemeinsam verschüttet zu werden. Markiere dir dafür den nächsten sichereren Ort als Sammelstelle. Mit der App Varsom Regobs kannst du dir zumindest für Norwegen Offlinekarten mit der Hangneigungskarte (Bratthet) herunterladen. Für Schweden ist mir nichts vergleichbares bekannt. Hier sieht man die Route nördlich von Rondvassbu über den See zwischen den Steilhängen gehen. Richtiges Verhalten für Lawinensicherheit auf Fjellskitour Die Planung am Schreibtisch zuhause ist wichtig für die Lawinensicherheit, aber die eigentliche Lawinenbeurteilung findet auf der Tour statt. Entsprechend steht es ganz allgemein auch in den Verhaltensregeln für das Winterfjell. Den Blick für Wind und Neigung schulen Die Windrichtung kann sich von der erwarteten vollkommen unterscheiden. Du erkennst sie oft an den Windgangeln oder Sastrugi. Auf festem und welligem Schnee (meist in Luv) stehst du sicherer als auf tiefem und weichem Schnee (meist in Lee). Auch Wechten an Graten erkennst du erst, wenn du vor Ort bist. Du solltest am besten lernen, die Neigung von Hängen einzuschätzen. Es gibt Apps mit einem Neigungsmesser und der Blick für steilere Hänge lässt sich damit gut schulen. Solche Hänge sollten von dir dann entsprechend umgangen werden und spätestens für die abendliche Zeltplatzwahl bei Wind ist dieser „Hang-Check“ unbedingt erforderlich. Lawinensicherheit erfordert Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit erfordern immer die fünf genannten Lawinenprobleme, allen voran Triebschnee und Neuschnee kombiniert mit Wind. Frische Lawinenkegel sind ein sicheres Zeichen für Gefahr. Setzgeräusche der Schneedecke klingen wie ein „Wuuupp“ und können ein Warnsignal sein. Es ist daher eine wichtige Grundhaltung, lieber Umwege in Kauf zu nehmen, Sicherheitsschleifen einzubauen und Abstand zu gefährdeten Hängen zu halten. Konsequente Kommunikation in der Gruppe Wichtig ist dafür eine gute, klare Kommunikation in der Gruppe. Sobald jemand ein Indiz für Lawinengefährdung bemerkt, muss dieses in der Gruppe kommuniziert und beurteilt werden. Manchmal kann es passieren, dass jemand vorne beim Suchen der besten Route über einen Hang plötzlich in eine steilere Flanke hineinläuft und es selbst noch gar nicht richtig bemerkt hat. Hier sind die hinteren in der Gruppe in der Pflicht, die Person vorne zurückzurufen. Abstände an Gefahrenstellen einhalten Besonders bei Wind und Whiteout neigen wir dazu, dichter zusammenzurücken, um sich nicht zu verlieren. In lawinengefährdeten Abschnitten wie unter einer Steilflanke kann das jedoch fatal sein. Besser geht man die kritischen Passagen einzeln. Mit der Pulka im Schlepptau solltest du mindestens 30 bis 50 Meter Abstand zur nächsten halten. So wird im Falle eines Abgangs maximal eine Person erfasst. Bevor ihr einen potenziell gefährlichen Abschnitt betretet, legt ihr einen Sammelpunkt fest, an dem ihr außer Reichweite der Lawinengefahr wieder zusammenkommt. Es gar nicht erst soweit kommen lassen Eine sinnvolle Taktik ist es, sich den Gefahren gar nicht erst auszusetzen und bei schlechten Bedingungen im Zelt oder am besten gleich in der Hütte zu bleiben. Diese Taktik nennt sich Abwettern bei Schneesturm und ist häufig deutlich ausgereifter, als sich mit Halbwissen zu Lawinen durch ein Gefahrengebiet zu hangeln. Hab Mut zum Ruhetag! Oft hat sich viel Neuschnee nach wenigen Tagen gesetzt und die Bedingungen zum Ziehen der Pulka sind auch im flachen Gelände deutlich kräfteschonender. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Sichern Steine oder Bäume einen Lawinenhang vor dem Abrutschen? Diese Meinung hört man öfter und in der Theorie wirken solche Hindernisse wie natürliche Stützen für die Schneedecke. Doch in der Praxis ist Vorsicht geboten. Steine im Hang helfen, wenn der gesamte Hang mit großen Felsblöcken durchsetzt ist, die weit aus dem Boden ragen. Auch sehr steile Felshänge ohne Schnee sind natürlich nicht lawinengefährdet; achte dann aber auf Wechten am Grat. Schauen nur vereinzelt Steine aus dem Schnee, sind diese sogar ein höheres Risiko, weil sich Schnee um sie oft anders verhält. Der Wind formt um sie Windlöcher (Windkolk) und die Sonne kann sie erwärmen und im Schnee entstehen dadurch Sollbruchstellen. Für bewaldete Hänge gilt, dass ein Wald erst dann vor Lawinen schützt, wenn er so dicht ist, dass man kaum mit Ski hindurchfahren kann. Ein typischer skandinavischer Fjellbirkenhain bietet daher keinen ausreichenden Schutz. Verschüttetensuche mit dem LVS Gerät – Tutorial (14/17) (Deutsch) | LAB SNOW Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Ist ein LVS-Gerät auf Wintertouren nötig oder sinnvoll? Sobald es auf alpine Bergflanken in Jotunheimen geht, du für Tagesausflüge ohne Pulka ins steilere Gelände vordringst oder gekonnte Telemarkschwünge in den Pulverschnee machen willst, gilt das gleiche wie in den Alpen: Ein LVS-Gerät für jede Person in der Gruppe ist Pflicht! Solche Lawinenverschüttetensuchgeräte erhöhen die Chance auf Rettung einer Person enorm und der Umgang damit sollte regelmäßig geübt werden. Natürlich gehören dann auch eine Lawinenschaufel und eine Lawinensonde ins Gepäck. Und noch viel wichtiger: Alle in der Gruppe haben in einem Kurs gelernt, diese Ausrüstung zu benutzen! Wie ist es nun aber für die klassische Wintertour mit Pulka und meist auf den markierten Winterwegen? Bilde dir deine Meinung doch selbst aus den folgenden beiden Statements. Das Argument für LVS-Geräte auf Wintertour: Sicherheit ohne Kompromisse „Lawinen kennen keine Routenplanung. Wer unter Steilhängen quert oder Bachläufe passiert, begibt sich in ein potenzielles Verschüttungsszenario – egal, wie flach der eigene Weg ist. Ein LVS-Gerät am Körper ist die einzige Versicherung, im Falle eines Falles innerhalb der kritischen ersten 15 Minuten gefunden zu werden. Da man auf Wintertour ohnehin eine Schaufel und oft auch eine Sonde (zum Sondieren des Zeltplatzes) dabeihat, vervollständigt das LVS-Gerät lediglich das Rettungssystem. Besonders bei Whiteout oder schlechter Sicht kann man unbewusst in gefährliche Hänge geraten. Die Geräte wiegen kaum 200 Gramm und halten recht lange – ein geringer Preis für die Chance, sein Leben oder das seiner Kameraden zu retten.“ Das Argument dagegen: Falsches Sicherheitsgefühl und falscher Fokus „Auf einer klassischen Route, die konsequent lawinengefährdete Hänge meidet, ist ein LVS-Gerät oft eher Symbol einer falschen Prioritätensetzung. Die größere Gefahr im Fjell ist meist nicht die Verschüttung durch ein Schneebrett, sondern Erschöpfung, Erfrierungen oder der Verlust der Orientierung im Sturm. Wer ein LVS trägt, neigt dazu, sich in trügerischer Sicherheit zu wiegen und riskantere Abkürzungen zu wählen („Ich hab ja ein Gerät.“). Zudem erfordert die Kameradenrettung regelmäßiges Training, was den meisten fehlt. Anstatt in teure Elektronik zu investieren, sollte der Fokus auf einer konservativen Routenwahl und der Vermeidung von Gefahrenstellen liegen. In Skandinavien ist Prävention wichtiger als die Vorbereitung auf ein Lawinen-Szenario, das man mit Pulka als schweren Anker und mit starrem Zuggestänge ohnehin kaum überleben würde.“ Bleibe wachsam Lawinensicherheit im Winterfjell ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, wachsam zu bleiben. Auch das Überqueren von unsicherem Eis mit Ski und Pulka ist eine dieser Gefahren, auf die man immer achtgeben muss. In meiner Beobachtung verändert sich die Gefährdungssituation durch den Klimawandel und Winter mit Regen und Tauphasen, spätem Neuschnee und ähnlichen Turbulenzen, sodass die „alten Regeln“ für verlässliche Winter im Fjell nicht mehr automatisch gelten. Wer lawinengefährdete Hänge über 30 Grad Neigung vermeidet und auch die potentiellen Auslauffläche der Lawine berücksichtigt, hat den wichtigsten Schritt für die Lawinensicherheit aber bereits getan. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Navigation im Winter und bei Whiteout](https://www.winterfjell.de/navigation-im-winter-und-bei-whiteout/) Published: 2025-02-17 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Bei der Navigation im Winter gibt es Unterschiede zur Orientierung im Sommer. Im Winter sind selbst auf ansonsten viel begangenen Wegen die farbigen Markierungen an Steinen meist vom Schnee bedeckt. Deswegen markieren die Tourismusverbände die Winterwege mit roten Holzkreuzen, Birkenreisig oder Bambusstäben. Selbst das geschieht teilweise nur um die besucherstarken Osterfeiertage. Du solltest dich daher im Gelände immer ohne diese Orientierungshilfen selbstständig zurechtfinden können. Und am besten setzt du dafür nicht nur auf dein Smartphone. Inhaltsverzeichnis Warum kein Smartphone?Worauf es bei Papierkarten ankommt Hilfreiche Informationen auf Karten finden sich oft in der Legende Papierkarten GPS-tauglich kaufen Positionsbestimmung im UTM-Gitter Ein schöner Start- oder Zielpunkt für Wintertouren liegt im Zonenfeld 32V Übertragen der GPS-Position auf die Karte und umgekehrt Ein Bleistift zum Einzeichnen Worauf solltest du bei einem GPS-Gerät achten?GPS Grundfunktionen Was macht einen guten Kompass aus?Kompass und sein Aufbau Missweisungskorrektur Grundfunktionen eines Kompasses Kursbestimmung mit dem KompassEinnorden der Karte Bestimmung deines Kurses Kurs in die Landschaft übertragen Standortbestimmung mit dem Kompass Woher bekomme ich gute Karten?Papierkarten für Wintertouren Digitale Karten für Wintertouren Koordinaten der skandinavischen Hütten als gpx-Datei Gibt es noch andere Möglichkeiten zu navigieren? Streckenführung auf Wintertouren Navigation im Whiteout Warum kein Smartphone? Ich möchte nicht als Kulturpessimist verstanden werden, aber es ist nun einmal so: Auch ein hochwertiges Smartphone ist batteriebetrieben und hat ein Display. Dadurch ist es insbesondere bei Kälte empfindlicher als ein hochwertiges Outdoor-GPS-Gerät oder einfach Karte und Kompass. Im Notfall bist du schnell auf solche Navigationsmittel angewiesen und solltest sie daher gut beherrschen. Mit etwas Übung ist das auch nicht schwer. Und wer damit wirklich verlässlich umgehen kann, soll dann an „normalen Tagen“ auch gern zum Smartphone greifen. Die Positionsbestimmung, Routenführung und Vielfalt der Karten sind damit schließlich deutlich komfortabler. Ich nutze auch viel das Smartphone. Nimmst du dazu ein GPS-Handgerät und Papierkarte samt Kompass als Backup mit, bist du für Wintertouren ziemlich gut ausgerüstet. Redundanz ist sowieso die beste Lösung! Persönlicher Hinweis: Das Wissen über gute Navigation ist extrem sicherheitsrelevant, fällt niemandem in den Schoß und erfordert Nachdenken und Übung. Nimm dir also Zeit für das Thema und arbeite dich umfassend ein: In Theorie und Praxis! Worauf es bei Papierkarten ankommt Ich habe immer eine Papierkarte dabei, auch wenn sie in den letzten Jahren überwiegend nur im Zelt zum Planen und Nachschauen genutzt wird. Sie ist aber auch mein Backup, falls die Technik versagt. Grundsätzlich eignen sich nur echte topografische Karten und keine Straßenkarten, da letztere das Gelände nicht ausreichend darstellen. Auf topografischen Karten sind dagegen Höhenlinien eingezeichnet, damit Berge und Täler gut erkennbar sind. Nur so lässt sich abschätzen, ob die Hangneigung einer unbekannten Region begehbar ist oder nicht. Viele Karten setzen zusätzlich auf eine Schraffierung oder Schummerung zur Reliefdarstellung. Bei der Schummerung wird der Schatten der Berge durch eine imaginäre Sonne angedeutet, wodurch diese Karten besonders plastisch wirken. Der Maßstab einer guten Karte für die Navigation im Winter liegt zwischen 1:50.000 und 1:100.000. Karten mit größeren Maßstäben (1:25.000) sind oft unpraktisch, weil du schnell ein Kartenblatt am Tag durchlaufen kannst. Ein Kilometer in der Natur entspricht bereits vier Zentimetern auf der Karte. Andersherum verhält es sich mit kleineren Maßstäben. Während 1:100.000 für die einigermaßen überschaubare Hochebene noch praktikabel sind, ist spätestens bei kleineren Maßstäben nicht mehr ausreichend zu erkennen, wo vielleicht ein steiler Abhang wartet. Auch die Lawinengefahr steiler Hänge kannst du so besser einschätzen. Hilfreiche Informationen auf Karten finden sich oft in der Legende Hütten (sind diese bewirtschaftet oder nicht?) markierte Winterrouten (Das typisch norwegische Birkenreisig wird oft nur um Ostern gesteckt, die schwedischen Holzkreuze stehen auf festem Grund meist dauerhaft) Wasserkraftanlagen, da dort das Eis der Seen brüchig sein kann Nottelefone in Hütten teilweise Bus-/Bahnhaltestellen für den Ausstieg aus der Tour (Ob auch ein Bus fährt sollte bereits vor der Tour recherchiert werden!) Für Touren in neue Regionen kopiere ich meine Karte farbig eins zu eins, trage alles mit Stift ein und laminiere die Blätter dann. Im Normalfall reichen dafür 2-4 Blätter für die geplante Route. Die Karte kommt dann sicher in das Gepäck, die Kopien in eine Kartentasche, die ich mir umhänge. So habe ich immer alles griffbereit. Übrigens sind die samischen Ortsnamen häufig sprechende Namen und sagen viel über die Beschaffenheit des Geländes aus. Auch das kann bei der Orientierung helfen. Exkurs zum Umgang mit Papierkarte und GPS mit Hilfe des UTM-Gitters Papierkarten GPS-tauglich kaufen Damit du im Zweifel deine Papierkarte gemeinsam mit dem GPS verwenden kannst, muss sie darauf mit einem UTM-Gitter vorbereitet sein. Jetzt wird es ein wenig theoretisch. Das UTM-Gitter unterteilt die Erde in 60 Meridianstreifen mit einer Ausdehnung von je 6 Längengraden. Diese sind von der Datumsgrenze in 180° östlicher Richtung beginnend durchnummeriert. Gleichzeitig erfolgt eine Einteilung in 20 Breitenbänder zwischen dem 84° Breitengrad Nord und dem 80° Breitengrad Süd. Sie werden von Süden nach Norden verlaufend mit Buchstaben benannt. Diese nun also mit Zahl und Buchstaben versehenen Felder erlauben eine erste Orientierung, wo auf dem Planeten wir uns überhaupt befinden. Deutschland liegt beispielsweise im Zonenfeld 32U. Positionsbestimmung im UTM-Gitter Warum ist das UTM-Gitter so wichtig? Weil es mit diesem geodätischen Gitter deutlich leichter ist, Koordinaten zu berechnen und zu übertragen. Geografische Maßstäbe mit Stunden, Minuten und Sekunden sind dafür nicht praktikabel. Im UTM-Gitter wird die Position zunächst mit dem Zonenfeld benannt. Dieses Zonenfeld wird mittig vom Hauptmeridian geschnitten, der einen Vorgabewert von 500 km hat, um negative Vorzeichen bei der Ortsbestimmung zu vermeiden. Ausgehend von diesem Meridian wird nun der Ostwert (oder Rechtswert) in Kilometern bzw. Metern bestimmt. Der dazugehörige Nordwert (oder Hochwert) gibt den Abstand zum Äquator in Kilometern bzw. Metern an. Landkarte der Hardangervidda im Maßstab 1:100.000 mit blauem UTM-Gitter Ein schöner Start- oder Zielpunkt für Wintertouren liegt im Zonenfeld 32V Sein Ostwert beträgt 418109 m und damit kleiner als der Vorgabewert des Hauptmeridians von 500 km (500.000 m). Der Punkt liegt also westlich davon, genau genommen 81891 Meter westlich davon (500.000 – 81.891 = 418.109). Sein Nordwert lautet 6719347 m, da er 6719,3 km nördlich des Äquators liegt. Damit ist der genaue Punkt bestimmt. In diesem Fall handelt es sich übrigens um den Bahnhof Finse in der Hardangervidda. Als ein Wert formuliert liegt dieser Ort genau bei 32V 418109 6719347. Das klingt für dich kompliziert? Im ersten Moment mag das stimmen, aber in der Praxis wird es dir schnell einleuchten. Nimm dir einmal eine Karte mit UTM-Gitter und den dazugehörigen Werten am Rand. Stelle dein GPS richtig ein und trage von der Karte Punkte anhand der UTM-Koordinaten ein. Einfacher Planzeiger zum Übertragen von GPS-Koordinaten auf die Landkarte und umgekehrt Übertragen der GPS-Position auf die Karte und umgekehrt Für das Übertragen des Wertes muss das UTM-Gitter auf der Karte eingezeichnet und das GPS auf dieses geodätische Gitter eingestellt sein, da es sonst zu erheblichen Abweichungen kommt. In der Regel ist das Kartenbezugssystem dafür WGS 84 und muss immer identisch eingestellt sein. Hier lauern die meisten Fehler. Das schwedische Kartenbezugssystem SWEREF 99 TM ist zum Glück weitestgehend identisch mit WGS 84. Wenn die Linien des UTM-Gitters auf der Karte nicht durchgängig gezeichnet, sondern nur am Rand angegeben sind, solltest du diese auf jeden Fall nachtragen. Mithilfe eines Planzeigers oder deiner Kompassplatte (Achtung! Beachte immer den richtigen Kartenmaßstab.) kann nun der Wert abgelesen und übertragen werden. Einen einfachen Planzeiger wie auf dem Foto kannst du dir auch selbst auf stabile Folie drucken. Für die typischen Maßstäbe stelle ich dir hier vier Dateien zum Download bereit: 1:25.000 UTM-Planzeiger 1:50.000 UTM-Planzeiger 1:50.000 UTM-Planzeiger fein 1:100.000 UTM-Planzeiger Drucke sie möglichst mit einem Laserdrucker auf geeignete Folie aus dem Bürobedarf. Achte darauf, dass dein PDF-Programm die Größe nicht an das Papier anpasst oder den Maßstab anders beeinflusst. Im Zweifel kannst du nach dem Druck kurz nachmessen, ob die Maße stimmen. Leider halten sie nicht ewig und sind bei Wind auch leicht zu verlieren. Die besten kommerziell erwerbaren Planzeiger bekommst du vom Deutschen Alpenverein (nur bis 1:50.000) oder von MapTools aus den USA. Der Versand dauert bei MapTools ein wenig, dafür sind sie sehr hochwertig und stabil. Mit deinem Planzeiger solltest du ein paar Tage lang bei jeder Wanderung üben, bis es sitzt. Ein Bleistift zum Einzeichnen Nicht nur zum Üben kann sich ein Bleistift lohnen, mit dem du Kurse, Positionen oder sonstige Hinweise in deine Karten einträgst. Der Bleistift hat dabei gleich zwei Vorteile gegenüber einem Kugelschreiber: Er lässt sich vorsichtig ausradieren und er friert bei sehr niedrigen Temperaturen nicht ein. Worauf solltest du bei einem GPS-Gerät achten? Ich wiederhole mich: Du solltest dich auch ohne Smartphone oder GPS-Gerät orientieren können. Was machst du sonst, wenn dein Gerät einfach ausgeht oder jemand mal wieder die GPS-Signale in halb Skandinavien stört? Am Ende ist darauf kein Verlass. Auch der Glaube, dass GPS genau genug sei, um im Schneesturm sicher die Hütte zu finden, bleibt leider ein Wunschdenken. In einer solchen Situation helfen zwar ebenfalls keine Karte und kein Kompass mehr, aber die vermeintliche Sicherheit eines GPS-Empfängers verleitet schnell dazu, weiterzugehen, anstatt sich mit dem Windsack einzugraben. Eine umfassende und sehr kritische Diskussion findet sich bei den Outdoorseiten unter Orientierung im Schneesturm. Dennoch hilft ein Navigationsgerät unterwegs zur Orientierung und z. B. Einschätzung der Reststrecke. Deswegen habe auch ich gerne ein solches Gerät dabei. Ich nutze auf Wintertouren ein Garmin gpsmap 66s, vorher ein etrex. Die entscheidenden Vorteile dieser Art von Gerät für mich sind folgende: gutes Display, weil es sich auch ohne Hintergrundbeleuchtung noch gut ablesen lässt. lange Laufzeit: Mit zwei AA-Lithium-Batterien komme ich bei Trackaufzeichnung zuverlässig mindestens 2 Tage weit. handschuhtauglich: Ohne Touchdisplay und stattdessen mit kleinem Joystick/Steuerplatte kann ich diese Geräte mit zwei Lagen Fausthandschuhen noch gut bedienen. Modelle mit Touchdisplay schließe ich aus. Handy-Schnittstelle: Mit Bluetooth oder einem Adapter kommunizieren die Geräte mit meiner Locus Map 4 App (die Premiumversion erfordert inzwischen ein Abo, die „classic“ App hatte noch Einmalzahlung) auf dem Smartphone, womit ich z. B. auf einer Hütte sehr komfortabel planen und Tracks anlegen kann. Ich beherrsche das Menü inzwischen, was leider bei allen Geräten weniger intuitiv ist. Mit Sicherheit bieten auch die neuen Garmin Modelle mit integriertem Notsender ausreichend Wintertauglichkeit. Allerdings möchte ich diese Funktionen getrennt wissen, um die Ausfallsicherheit zu erhöhen. Überdies stört mich der interne Akku sehr. Wer ein günstigeres Gerät ohne Notsender sucht, dem empfehle ich einen Blick auf die gebrauchten 64er Modelle von Garmin. Bei schlechter Sicht gleiche ich mit dem GPS ab GPS Grundfunktionen Viele GPS-Geräte sind kleine Hightech-Spielzeuge, von deren Funktionen wir auf Tour nur wenig benötigen. Um das Thema nicht ausufern zu lassen, zähle ich die nötigen Grundfunktionen nur kurz auf und verweise für Details auf Seiten wie wegeundpunkte.de unter „GPS Wissen“. Position ablesen: Einschalten, auf Signal warten, Position auf Karte mit Gelände abgleichen – eine Handlung, die im Blindflug funktionieren sollte. Trackfunktion: Diese Funktion besteht aus zwei Teilen. Die erste Funktion ist die Vorbereitung eines Tracks, dem du dann folgen kannst. Hast du zum Beispiel eine Tour gefunden, die du nachgehen willst, kannst du sie so einfach nutzen. Verlasse dich dabei bitte nie ausschließlich auf das GPS und beherrsche die Streckenführung auch ohne elektronisches Gerät. Die zweite Funktion ist die Trackaufzeichnung. So kannst du deinen Weg mitschneiden und anschließend zu Hause teilen oder auswerten. Ich bin leider schlecht darin, morgens diese Funktion zu aktivieren. Navigation zu einem Wegpunkt: Wie weit ist es bis zum nächsten Wegpunkt? Stimmt die Richtung? Egal ob der Wegpunkt nur ein Zwischenziel oder das Ende deiner Etappe ist, können das nützliche Informationen sein. Es ist in jedem Fall sinnvoll, die wichtigsten Wegpunkte wie Hütten vor der Tour einzutragen. Abspeichern eines Wegpunktes: „Erinnerst du dich an diese eine Stelle, wo das Zelt perfekt hinter einem Stein geschützt stand und wir diesen tollen Blick über den See hatten?“ Ja, und das GPS-Gerät speichert dir die exakte Position. Sicherheit durch Plan B: Du hast die Möglichkeit zum Vorhalten von Tracks zum Ausstieg aus der Tour oder Varianten einzelner Abschnitte. Wie dir vielleicht auffällt, braucht es für viele dieser Funktionen noch keine Landkarte auf dem Gerät. Das ist richtig. Dennoch erleichtert eine installierte Karte die Orientierung ungemein! Geeignete Karten empfehle ich dir weiter unten. Tatsächlich gibt es nur eine Funktion, die an allen bisher von mir getesteten GPS-Empfängern unzuverlässig war: der Kompass. Zwar stimmt das „Heading“ des Kurses, solange ich in Bewegung bin, aber spätestens im Stillstand hat diese Funktion immer wieder Probleme bereitet. Es geht also nichts über einen klassischen Kompass zur Orientierung. Was macht einen guten Kompass aus? Die Anschaffung eines guten Wanderkompasses ist eine langfristige Investition. Es gibt einige bekannte Marken wie Silva und Suunto oder Recta. Wichtige Eigenschaften eines Kompasses sind: Lange Anlegekante, davon mindestens eine Kante mit mm-Skala Transparente Kompassplatte, möglichst mit zu deiner Karte passendem Planzeiger Deutliche Nordlinien, Nordmarke und Magnetnadel Ölgelagerte Nadel einstellbare Missweisung drehbare Kompassrose, handschuhtauglich Einheiten in Grad Spiegel (schon oft zu anderen Dingen wie zum Rasieren missbraucht) Ein guter Kompass sollte dein steter Begleiter sein Kompass und sein Aufbau Den grundlegenden Aufbau deines Kompasses solltest du dir angeschaut haben, bevor du hier tiefer einsteigst. Für das Verständnis eines Kompasses ist es anschließend interessant, sich ein wenig mit einem Magnetfeld zu beschäftigen. Der Kompass kann durch folgende drei Kräfte abgelenkt werden: Inklination Deviation Deklination Die Inklination stellt die vertikale Ablenkung in Richtung Erdkern dar. Diese wird mit einem kleinen Gegengewicht an der Magnetnadel ausgeglichen. Die Deviation ist die Ablenkung durch Magnete, Metallteile oder elektromagnetische Felder. Du solltest daher bei der Navigation darauf achten, z. B. dein GPS-Gerät, schwere Karabiner oder deine Armbanduhr nicht zu dicht an den Kompass zu halten. Die Deklination ist die Abweichung des magnetischen Nord- bzw. Südpols vom geografischen Pol. Dieser Wert ist in guten Karten eingetragen und beschreibt den Winkel zwischen Meridianlinien und magnetischem Nord. In den Wintertourregionen innerhalb Europas ist die Deklination jedoch gerade so gering, dass sie vernachlässigt werden kann. Missweisungskorrektur Die Abweichung des magnetischen Nordpols vom geografischen Gitter aus der Karte kann bei guten Kompassen mit einer Missweisungskorrektur berichtigt werden. Dafür befindet sich in den meisten Fällen eine kleine Einstellschraube am Boden der Kompassrose. Eine „Missweisung“ durch ein anderes Magnetfeld kann auch durch GPS-Gerät, Notsender, Smartwatch, Smartphone oder Metallkarabiner am Pulkagurt geschehen. Halte den Kompass unbedingt in genug Abstand. Grundfunktionen eines Kompasses Der Kompass dient für zwei Dinge: Groborientierung Feinorientierung Die Groborientierung liefert dir zum Beispiel Gewissheit, dass du noch auf dem richtigen Kurs bist. Verläuft dein Weg ungefähr 190° Richtung Süden, hilft ein gelegentlicher Blick auf den Kompass, um zu sehen, dass du noch in die richtige Richtung läufst. Für die Feinorientierung braucht es zwar etwas mehr, aber keine Sorge, viel umrechnen musst du nicht. Die wesentlichen zwei Funktionen sind die Kursbestimmung und die Standortbestimmung. Kursbestimmung mit dem Kompass Ich möchte hier nur kurz die wichtigsten Funktionen des Kompasses erwähnen und werde es bei einer Übersicht belassen. Ein Kompass bietet für fortgeschrittene Anwendungen noch sehr viel mehr Möglichkeiten. Mir haben die Basiskenntnisse aus meiner Schulzeit immer gereicht. Für das „kleine Kompassdiplom“ gibt es den folgenden erstklassigen Videokurs zur Navigation mit Karte und Kompass vom Kanal Outdoor Individualist in der Youtube-Universität. Du weißt, wo du bist und wohin du willst? Dann kannst du dir den Zielpunkt (oder ein Zwischenziel) aus der Karte ablesen und mit dem Kompass die Peilung aufnehmen. Dadurch erhältst du die Gradzahl, in welche Richtung du gehen musst. Einnorden der Karte Als Erstes solltest du dir einen Überblick über dein Gebiet verschaffen und dafür die Karte einnorden. Das ist relativ einfach. Drehe die Kompassrose mit 0° auf die Nordmarkierung und lege die Anlegekante des Kompasses an den Rand deiner Karte oder die Nordlinien an. Drehe dich nun mit der Karte so lange, bis die Magnetnadel mit der Nordspitze direkt auf die Nordmarkierung zeigt. Karte, Kompass und dein Blick sind dadurch genau nach Norden ausgerichtet. Bestimmung deines Kurses Voraussetzung ist, dass du deinen genauen Standort kennst. Die Karte muss dafür jedoch nicht eingenordet sein. Wähle dir als Erstes auf der Karte einen Zielort in nicht zu großer Entfernung von ein oder zwei Kilometern. Es ist besser, öfter neue Zwischenziele anzupeilen, weil es zu weniger Kursabweichungen führt. Lege nun die Anlegekante des Kompasses an deinen Standort und drehe die Kompassplatte mit dem Richtungspfeil so lange, bis die Anlegekante deinen Standort mit dem Zielort in einer Linie verbindet. Der Richtungspfeil muss dabei immer in Richtung des Zielortes zeigen! Während du mit einer Hand den Kompass auf der Karte fixierst, drehst du mit der anderen Hand die Kompassrose so lange, bis die Nordlinien der Rose parallel zu den Nordlinien der Karte verlaufen. Wohin die Magnetnadel zeigt, ist hier noch unerheblich. Du hast nun auf dem Kompass deinen Kurs bzw. die Marschzahl eingestellt. Deine Marschzahl ist der Winkel zwischen den Nordlinien der Kompassrose und dem Richtungspfeil. Von Finse aus mit Marschzahl 167 Grad grob in Richtung Süden Kurs in die Landschaft übertragen Halte den Kompass waagerecht vor dir und drehe dich mit dem Kompass so lange, bis die Magnetnadel mit ihrer Nordspitze direkt auf der Nordmarke liegt. Der Richtungspfeil auf der Kompassplatte zeigt nun exakt in die Richtung deines Kurses. Achte darauf, die Kompassrose nicht versehentlich zu verstellen oder notiere dir deine Marschzahl. Um den Kurs beim Gehen zu halten, solltest du dir eine markante Stelle in der Landschaft suchen, die möglichst genau dem Kurs entspricht. Diese Stelle ist dein Zwischenziel. Dort angekommen, kannst du den Kurs neu bestimmen und ein neues Zwischenziel anpeilen. Das Gleiche funktioniert bei schlechtem Wetter auch mit markanten Linien in der Landschaft. Suche dir aus der Karte z. B. eine Hügelkette, einen langen See, eine Straße oder eine Bahnstrecke. Nun navigierst du in die Richtung dieser Auffanglinie und kannst dich dann dort wieder neu orientieren. Gerade bei Verlust der Orientierung kann das eine gute Möglichkeit sein, weiterzukommen. Wenn du gar keine Sicht hast, bleibt dir nur, ständig auf den Kompass zu achten, um deinen Kurs möglichst genau zu halten. Es gibt für mich wenig Nervigeres auf Tour als das. Standortbestimmung mit dem Kompass Die Positionsbestimmung im Fjell ist sehr stark von guter Sicht abhängig. Ohne Sicht ist es fast unmöglich, Zielpunkte zum Anpeilen ausfindig zu machen. Manchmal hilft ein Standortwechsel auf einen Hügel. Aber dafür musst du ebenfalls noch etwas sehen können oder ungefähr wissen, wo du bist. Wenn du deinen genauen Standort nicht kennst, kannst du nur versuchen, ihn mit dem Kompass zu bestimmen. Für die Standortbestimmung braucht es immer zwei sich kreuzende Linien als Referenz. Bei der Peilung mit einer Kartenstandlinie kennst du eine der beiden Linien schon (eine Straße, auf die du getroffen bist, oder ein Berg, See usw.) und peilst einen zweiten markanten Punkt an (Hütte, Gipfel usw.). Sobald der Richtungspfeil deiner Kompassplatte auf den Punkt zeigt, drehst du an der Kompassrose bis die Nordspitze der Magnetnadel exakt auf die Nordmarke zeigt. Nun legst du den Kompass auf die Karte und musst die Nordlinien des Kompasses parallel zu den Nordlinien der Karte ausrichten. Schiebe den Kompass so lange hin und her, bis die Anlegekante direkt an den markanten Ort reicht. Dein Standort ist der Punkt, an dem sich deine Kartenlinie mit der Anlegekante schneidet. Bei der Kreuzpeilung benötigen wir zwei markante Punkte in der Landschaft. Diese müssen klar aus der Karte erkennbar sein, was im Winterfjell gar nicht so leicht ist. Im Prinzip verfährst du wie oben. Allerdings musst du dir die Kartenlinie durch eine erste Peilung in die Karte einzeichnen. Die zweite Peilung zum zweiten Punkt ergibt dann den Schnittpunkt zweier Geraden und damit ebenfalls den Standort. Die Peilung mit der Geraden aus zurückgelegtem Kurs als erste Linie ist ebenfalls möglich, aber eher unsicher. Oft weichen wir unbemerkt doch etwas vom Kurs ab, alleine schon, weil die Landschaft es erfordert. Die Missweisung ist zumindest in Europa so gering, dass sie vernachlässigbar (unter 5°) ist. Daher gehe ich hier nicht weiter darauf ein. Solltest du jedoch in anderen Regionen unterwegs sein, solltest du dem Thema mehr Beachtung schenken. Woher bekomme ich gute Karten? Für jede Tour solltest du eine Papierkarte besitzen und dich mit verschiedenen digitalen Karten eindecken. Eine gute Papierkarte kostet im Handel um 25 Euro, schlimmstenfalls benötigst du zwei aneinandergrenzende Karten. Oder du musst sie dir selbst drucken. Bei den digitalen Karten kannst du in der Regel auf kostenlose Karten zurückgreifen. Papierkarten für Wintertouren Meine Papierkarten beziehe ich für gewöhnlich vorab im Internet, z. B. im Landkartenhaus. Beim Calazo-Verlag kann man sogar digital nach der richtigen Karte suchen. Dort klicke ich auf die Region meiner Tour und bekomme sofort alle verfügbaren Karten dazu angezeigt. Wie oben beschrieben, eignen sich die Maßstäbe 1:100.000 für überschaubare Regionen und 1:50.000 für Gebiete, in denen es auch einmal steiler werden kann. Nordeca, Calazo und Norstedts (Outdoorkartan) sind die bekanntesten Verlage. Die Grundlagen der Papierkarten für Schweden und Norwegen liefern die lokalen Kartendienste. In Schweden bietet Landmäteriet diese online an. Früher hat Landmäteriet für Schweden noch selbst Papierkarten hergestellt, aber inzwischen wurde dieser Service eingestellt. In Norwegen findest du die Karten des Kartverket auf Norgeskart. Du kannst dir dort PDFs im richtigen Maßstab erstellen und hast so eine sehr gute Planungsgrundlage. Leider fehlen UTM-Gitter und weitere Kartenelemente zum vollwertigen Ersatz der Papierkarte. Aber als Backup zum GPS-Gerät reichen diese Karten und mit einem guten Farb-Laserdrucker oder im Copyshop kommst du so an sehr günstige, wenn auch einfache Papierkarten. Digitale Karten für Wintertouren Bei den digitalen Karten für das Navigationsgerät sind die Karten von OpenStreetMaps (OSM-Karten) eine vertretbare Grundlage, aber verlasse dich nie nur auf diese eine Quelle! Bei der Auswahl der Grundkarte kannst du etwas probieren, bis du eine Karte findest, die dir gefällt. (Du findest unter dem Link auch weitere Hinweise zur Installation auf deinem Garmin-Gerät.) Speziell für den Winter aufbereitetes Kartenmaterial gibt es bei Frikart.no, sogar in verschiedenen Designs. Alternativ nutze ich auch gerne diese OpenTopoMap. Bei der Vorbereitung meiner Tour schaue ich noch auf die OpenSnowMap, wo die norwegischen gesteckten Routen eingetragen sind. Die Routen werden zwar nicht immer exakt gleich gesteckt, aber eine bessere Quelle kenne ich nicht. Meinen Track für das Navi baue ich dann gerne grob anhand der Open Snow Map nach. Die norwegischen Routen werden auch vom DNT veröffentlicht. Das Stichwort dafür ist die „Wintermarkierung“. Eine exakte Navigation im Winter ist nach diesen Karten leider nicht möglich. Stattdessen bieten sie aber wichtige Hinweise auf die Kalenderdaten der Markierung, die Art der Hütten und die Abstände der Abschnitte. In Schweden ist mir keine vergleichbare Quelle bekannt. In den Papierkarten sind die markierten Winterwege dafür fast immer zuverlässig zu finden. Mit etwas technischer Fingerfertigkeit lassen sich mehrere OSM-Karten miteinander als Overlay kombinieren. So hast du die Routen direkt in deiner normalen Karte integriert. Ich selbst nutze am liebsten eine Mischung aus OSM-Karten und heruntergeladenen Karten-Overlays, beispielsweise aus den topografischen Schwedenkarten (Achtung! Älteres Material, aber meist tauglich). So sehe ich auf dem Display dasselbe wie auf dem Papier. Das macht es deutlich einfacher, wenn ich unterwegs einen neuen Track erstellen möchte. Ein Autorouting ist meines Wissens noch nicht möglich. Grundsätzlich finde ich das sogar ganz gut. So bleibt es etwas Kopf- und Handarbeit. Anders sehe ich es bei den alpinen Skitouren-Apps, die Routing um Lawinengefahren anbieten. Das GPS-Gerät zeigt die gleiche Karte wie ich sie auch auf Papier dabei habe Bei den digitalen Karten für das Smartphone sind die Möglichkeiten etwas umfangreicher. Das gilt nicht nur für die Auswahl der Karten, sondern auch für die zur Verwendung notwendigen Apps. Ich bin absoluter Fan von Locus Maps 4 und kann daher vor allem berichten, welche Karten ich in dieser App verwende. Die Konkurrenz von Orux usw. wird dir aber wohl ähnliche Funktionen bieten. Sinnvolle Basiskarten sind die Vektorkarten von LoMaps, da du damit eine installierte „Immer-dabei-Version“ hast. Stelle das Thema der Karte unbedingt auf „Ski“. Zusätzlich lädst du dir noch das Tourgebiet von Statkart.no bzw. Landmäteriet herunter, sodass du zwischen diesen Karten umschalten kann. Vorteil der beiden letztgenannten ist, dass sie den gedruckten Papierkarten sehr ähnlich sehen und du dich so schnell orientieren kannst. Wahlweise installierst du dir zusätzlich die selben Karten wie auf deinem Garmin. Ich halte dies aber für umständlicher und komme in der Regel ohne aus. Häufiger nutze ich WMS-Karten als Overlays, z. B. die Lawinengefahr oder Tur- og friluftsruter mit den Ski-Routen für Norwegen oder die Lawinenprognosen für Schweden. Auch die Snøscooterløyper (WMS; Norwegen) oder Skoterleder.org (Map; Schweden) können zur Orientierung helfen, wobei man die Schneemobilstrecken bei guten Bedingungen wohl lieber umgeht. Koordinaten der skandinavischen Hütten als gpx-Datei Als kleinen Service biete ich dir eine Übersicht über alle norwegischen und schwedischen Hütten als gpx-Datei (zip) zum Download an. Die norwegischen Hütten des Statskog und die schwedischen Herbergen der Kategorie „Vandrarhem“ sind noch nicht flächendeckend enthalten. Die ursprüngliche Datei stammt nicht von mir, aber ich konnte keine Quelle ausmachen. Inzwischen habe ich sie mehrfach editiert. Updates: November 2025 (Torehytten, Storsteinen, Grasdalen, Eidavatn und Øyuvsbu entfernt, da diese geschlossen wurden) Juli 2025 (Munkebu entfernt, da diese geschlossen wurde) September 2023 (Gåsen Stugorna entfernt, da diese geschlossen wurde) Januar 2023 (Almdalens Fjällgård und Sarveshytta ergänzt, Vålåstugan korrigiert, STF Fjällstuga und Fjällstation aktuell) Dezember 2020 (Unna Räita ergänzt) November 2020 (Tuottar Koordinaten korrigiert) Achtung! Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten. Recherchiere bitte auch immer die Öffnungszeiten der einzelnen Hütten, denn diese können stark voneinander abweichen und sich auch kurzfristig ändern. Gibt es noch andere Möglichkeiten zu navigieren? Beim Laufen gibt es neben Karte, Kompass und GPS noch gute andere Möglichkeiten, Kurs zu halten: Das Smartphone. Ja, man hat es sowieso dabei und Apps mit Offlinekarten funktionieren in der Regel gut. Nein, ich verlasse mich niemals nur darauf! Denn bei großer Kälte schalten sie manchmal einfach ab. Lies gern auch in der „Berg und Steigen“ einen kritischen Artikel zu digitalen Geräten am Berg. Doch mit Offline-Karten lässt sich auf der Hütte oder im Zelt damit deutlich komfortabler arbeiten, als mit vielen GPS-Geräten. Eine Smartwatch bzw. Outdooruhr mit Anzeige des GPS-Tracks ist im Winter zwar weder ein verlässliches Navigationsgerät noch erscheint mit das tägliche Nachladen komfortabel, aber zur Unterstützung und für den schnellen Kontrollblick mag sie taugen. Gesteckte Routen der Tourismusverbände: Teilweise werden diese Routen aber nur in den Ferien gesteckt. Das ist übrigens ein guter Grund, die Tourismusverbände mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen. Folge einer Scooterspur, oft führen diese zu einer Hütte (Achtung! Überprüfe regelmäßig, ob sie noch dem eigenen Weg entspricht. Ich habe mich dabei schon vertan.) Orientiere dich an der Windrichtung (Dafür musst du grob die Richtung kennen. Besonders genau ist es leider auch nicht, aber zumindest läufst du nicht im Kreis. Polarprofis haben dafür einen Bindfaden am Skistock als Windzeiger.) Vom Wind geformte Spuren in der Landschaft (Wenn es eine klare Hauptwindrichtung gibt, siehst du diese oft an den Schneeformationen.) Sonnenstand (Dass die Erde sich dreht, ist klar, nä?) Allerdings sind alle diese Navigationsmöglichkeiten fehleranfälliger als ein gutes GPS-Gerät oder Karte und Kompass. Im Zusammenspiel sind es aber gute Ergänzungen, um den Kurs zu halten. Bei guten Wetterbedingungen reicht es oft aus, sich am Gelände zu orientieren und den Weg nur ab und zu mit der (digitalen) Karte abzugleichen. Dabei nimmst du auch am meisten die wunderschöne Landschaft wahr! An Tagen, an denen ich viel navigieren muss, kann ich sie zumindest oft weniger genießen. Wegweiser im Winterfjell Streckenführung auf Wintertouren Gute Streckenführung auf Wintertouren hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen neben der Geländebeschaffenheit auch dein skifahrerisches Können, das Wetter und die Schneebedingungen. Wenn ich keiner bekannten (oder wenigstens markierten) Route folge, dann orientiere ich mich bei der Streckenführung an folgenden Merkmalen: Keine zu steilen Passagen, die ich mit Fjellski und Pulka nicht mehr abfahren kann. Auch bergan bevorzuge ich sanfte Anstiege und nehme dafür kleine Umwege in Kauf. Ich bevorzuge daher langgezogene Täler oder zugefrorene Seen statt steilem auf und ab. Äußerste Vorsicht ist geboten beim Überqueren von unsicherem Eis. Manchmal kann es hilfreich sein, einige Meter höher am Hang zu laufen, weil der Schnee dort fester ist als in der Talsohle (insbesondere bei Baumbestand im Tal). Keine lawinengefährdeten Hänge queren und auch im Tal genügend Abstand zu diesen halten (ideal ist doppelte Hanglänge). Das ist der wichtigste Teil der Lawinensicherheit im Fjell. Neben der Grobplanung mit der Karte passe ich die Route immer an die Geländebeschaffenheit „auf Sicht“ an. Bei schlechtem Wetter versuche ich noch stärker, mich am Gelände zu orientieren (Tal, Auffanglinie, etc.), das gilt insbesondere bei Whiteout. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Navigation im Whiteout Whiteout bedeutet, dass die Konturen in deinem Blickfeld verschwimmen, weil es neblig ist oder du im Schneesturm steckst. Alles um uns herum ist weiß. Du erkennst also weder den Horizont noch die Landschaft, noch nicht einmal die Unebenheiten im Schnee. Auch leichte Hanglagen sind schwer einzuschätzen, weil wir doch sehr an die visuelle Unterstützung des Gleichgewichtssinns gewöhnt sind. Nebel ist dabei relativ harmlos, ein Schneesturm ist da schon deutlich unangenehmer. Dann bin ich immer froh über gute Markierungen auf den Wegen. Die schwedischen Wegkreuze sind dabei besser sichtbar als das norwegischen Birkenreisig. Leider wird dabei nicht verlässlich umgesetz, dass ein doppeltes Andreaskreuz auf eine Gefahrenstelle wie eine Geländestufe hinweist. Sei also immer vorsichtig und vermeide auf jeden Fall alle steilen Hänge, auch wegen der Lawinengefahr. Insgesamt halte ich Orientierungslosigkeit für eine der großen Gefahren auf Wintertour (außer Kälte). Da die Landschaft kaum Anhaltspunkte mehr bietet, sind wir somit auf Kompass, GPS und unseren Sinn für das Geradeauslaufen angewiesen. Die Navigation mit dem Kompass bedeutet, dass du im Prinzip dauerhaft auf ihn schauen musst, um den Kurs zu halten. Den Kurs musst du aus der Papierkarte bestimmen und solltest dir als Ziele immer eindeutige Auffanglinien suchen, die du auch im Whiteout nicht verfehlen kannst. Ein Bergmassiv könnte so etwas sein oder ein Seeufer. Das GPS zeigt dir dabei schon genauer, ob du auf Kurs bleibst. Gesteckte Route hieß in diesem Fall, dass ab und zu mal ein Bambusstab steckte In Kombination von Kompass und GPS kannst du ganz gut vorankommen, vorausgesetzt du hast die notwendigen Nerven für den Blindflug. Du solltest dich dabei schon voll auf deine Navigationsfähigkeiten verlassen können. Und es hilft, wenn du gut geradeaus laufen kannst. Es ist trotzdem immer anstrengend. Bei einem Versuch, einen großen See im leichten Whiteout ohne Markierungen zu queren, haben wir festgestellt, dass zwei von uns ohne visuelle Orientierung einen Linksdrall hatten und einer einen Rechtsdrall. Witzig daran fanden wir auch unsere anschließenden Versuche, das auszugleichen. Fast immer kompensierten wir unbewusst zu stark und es trieb uns dafür in die entgegengesetzte Richtung vom Kurs ab. Bedenke also bitte bei der Navigation im Whiteout immer, dass du dich verlaufen könntest. Im Schneesturm wäre es meistens besser, sich mit dem Windsack einzugraben und abzuwarten. Spätestens, wenn man in der Gruppe anfängt, über die „richtige“ Richtung zu streiten, sollte zumindest eine Pause im Windsack eingelegt werden. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Tourplanung und Anreise zur Wintertour](https://www.winterfjell.de/tourplanung-und-anreise-zur-wintertour/) Published: 2024-06-12 | Updated: 2026-07-09 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Vielleicht planst du deine erste Wintertour, vielleicht hast du schon einige Erfahrung gesammelt und willst nun deine Planung und Anreise zur Wintertour neu überdenken. Ich möchte dir hier einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, worauf du alles achten kannst. Dabei geht es mir vor allem darum, dass du deine Tour schon mit der Anreise genießen kannst und anschließend sicher wieder nach Hause kommst. Inhaltsverzeichnis Von der Grobplanung zur Feinplanung Grundsätzliche Vorbereitung Tourgebiet auswählenAuf Bushcraft-Tour nach Grövelsjön Expedition Hardangervidda Klassiker nördlicher Kungsleden Also: Wohin auf Wintertour? Distanzen im Winter Rundtour oder Strecke? Details zum Tourgebiet recherchierenZeitpunkt der Tour Steigungen und Gefälle Gefahrenanalyse für WintertourenLawinengefährdung und Schneemengen Gletscherspalten und Steilkanten Offenes Wasser und unsicheres Eis Ausstiegs­möglichkeiten Anpassen der Ausrüstung für die jeweilige Tour Die Anreise zur WintertourGrundsätzliches Problem: Brennstofftransport Anreise mit dem eigenen AutoAuto fahren im skandinavischen Winter Mit dem E-Auto zur Wintertour Anreise mit dem Zug Anreise mit dem Bus Anreise mit der Fähre Anreise mit dem FlugzeugGepäckbestimmungen Gefahrgut Anreise mit dem Hubschrauber Anreise mit dem Taxi Weitere Tipps für die Anreise zur Wintertour Von der Grobplanung zur Feinplanung Fangen wir mit der Wahl des Reiseziels an. Erst im zweiten Part geht es dann um die Anreise zur Wintertour. Obwohl davon manchmal auch die Entscheidung über das Ziel abhängt, kommst du immer irgendwie dorthin. Grundsätzliche Vorbereitung Ganz zu Beginn solltest du eine kleine „Inventur“ machen, welche Wünsche du an deine Wintertour hast. So empfehlen es auch die Verhaltensregeln für das Winterfjell. Möchtest du vor allem die Natur erleben, anstatt den Fokus auf viele Kilometer Strecke zu legen? Oder darf es etwas extremer sein und du verzichtest auf jegliches Backup mit Hütten? Oder hast du ganz andere Vorstellungen? Überleg einmal kurz, was dich (diesmal) daran reizt. Und stimmen alle in der Gruppe überein? Frage dich auch: Bist du dafür fit genug? Wer ist das „schwächste Glied“ in der Gruppe? Umfangreiche Tipps gibt es dazu im Beitrag zur körperlichen und mentalen Vorbereitung auf eine Wintertour. Als Zweites steht an, einen Blick auf deine wichtigsten Ausrüstungsgegenstände zu werfen: Besitzt du eine Pulka und bist damit in der Lage, auch für eine längere Tour zu packen? Ist der Schlafsack warm und das Zelt sturmfest genug? Oder müssen größere Dinge angeschafft werden, sodass die Anreise zur Tour möglichst günstig ausfallen sollte? Und als Drittes ist wichtig, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und ob du deinen Urlaub auch genehmigt bekommst. Eine Woche muss es für eine Wintertour schon mindestens sein, damit sich der Aufwand lohnt. Drei Wochen oder mehr sind andererseits schon besonders umfangreiche Touren. Die Anreise zur Wintertour käme dann noch dazu und wäre je nach Art unterschiedlich lang. Doch dazu später mehr. Tourgebiet auswählen Es gibt so viele schöne Ecken! Auch in den Naturreservaten kannst du durch das Jedermannsrecht deine Tour überall starten, genügend Schnee einmal vorausgesetzt. Bestimmt gibt es also wundervolle Tourgebiete, die ich nun sträflich vernachlässige, aber ich möchte dir lieber drei konkrete Beispiele nennen. Wenn du schon selbst weißt, wohin es gehen soll, überspring die Vorschläge einfach. Auf Bushcraft-Tour nach Grövelsjön Expedition Hardangervidda Klassiker nördlicher Kungsleden Warum diese drei? Ich bin davon überzeugt, dass damit drei verschiedene Typen Wintertour gut veranschaulicht werden. Exemplarisch sehen sie für mich so aus: Auf Bushcraft-Tour nach Grövelsjön Die Anreise nach Grövelsjön ist auch mit dem Auto noch gut machbar und so kannst du sogar ein Lavvu und einen Zeltofen mitbringen. Rund um die STF Fjällstation in Grövelsjön kannst du dich dann in den Wald schlagen oder über die Baumgrenze bis ins Hochfjell wandern. Mit Lavvu und Ofen bietet sich der geschützte Wald eher an. Für deinen Zeltofen verwendest du mitgebrachtes oder vor Ort gekauftes Holz, denn im Naturschutzgebiet darfst du kein Totholz verwenden. Sobald das Lavvu steht, hast du ein wunderbares Basecamp und kannst von dort aus Tagestouren unternehmen. Die umliegenden Berge sind Richtung Norden ausreichend hoch für abwechslungsreiche Ausflüge, die Lawinengefahr ist (außer an Steilhängen) aber überschaubar. Vorteil dieser Tour ist die Erreichbarkeit des Autos beziehungsweise der Fjällstation innerhalb eines Tages und das feste Basislager mit Trocknungsmöglichkeit. Du kannst außerdem jeden Tag entscheiden, wie sehr du dich verausgaben willst, kannst Feuer machen und dir einen Löffel schnitzen. Expedition Hardangervidda Du liest es in jedem Outdoor-Magazin: In der Hardangervidda trainierten schon Nansen und Amundsen für ihre Polarexpeditionen, weil hier sehr ähnliche Bedingungen herrschen können. In der Hochebene kann es sehr windig werden und dazu entsprechend kalt. Diese Tour stellt also ein wenig höhere Anforderungen an deine Ausrüstung und genug Übung im Umgang damit. Gleichzeitig kommst du von Oslo ganz wunderbar mit Bus oder Bahn dorthin. Es bieten sich verschiedene Querungen an, wobei der Osten etwas flacher und damit anfängerfreundlicher ist als der Westen. Finse ist der bekannte Bahnhof im Norden direkt am Gletscher und ein guter Start- oder Zielort. Wenn du es also ein wenig rauer haben willst, bietet sich die „Vidda“ dafür immer an. Gleichzeitig gibt es hier einige Hütten als Backup, die du aber nicht nutzen musst. Wer es noch „wilder“ möchte, muss in den Sarek Nationalpark gehen, aber dann bist du bitte auch so geübt, dass du diese Seite hier nicht mehr brauchst. Klassiker nördlicher Kungsleden Auch wenn es in der Hardangervidda einige Hütten gibt, variieren die Abstände dort mehr als auf dem nördlichen Kungsleden zwischen Abisko und Nikkaluokta, wo du maximal zwischen 15 und 22 km pro Abschnitt planen musst. Diese Tour kann man damit getrost als einen Klassiker bezeichnen und entsprechend stark ist er um die Osterfeiertage auch frequentiert. Wenn du ausschließlich in den Hütten übernachten willst, solltest du nicht exakt die nordischen Osterferien wählen. Da wird es erfahrungsgemäß voll. Gleichzeitig macht das diese Route aber auch relativ sicher. Und die Chance auf Polarlicher ist hier im Norden etwas größer als bei den beiden südlichen Zielen. Die Anreise ist dafür mit Flug oder Zug stressfrei möglich, für eine Autofahrt im Winter ist es meiner Meinung nach viel zu weit. Also: Wohin auf Wintertour? Wie du siehst, gibt es verschiedene Arten von Wintertouren und dementsprechend sind die hier genannten nur Beispiele. Du kannst dir diese Vorschläge auch auf andere Gebiete übertragen. Wichtig ist nur, dir im Vorhinein zu Hause genug Gedanken dazu zu machen, was du eigentlich möchtest. Dazu kommt dann die Frage nach der persönlichen Fitness, um die Distanzen und Etappenlängen sinnvoll zu planen. Distanzen im Winter Ich persönlich plane auf einer reinen Zelttour mit Pulka inzwischen nur noch mit 15 km pro Tag. Bei gutem Wetter bleibt immer noch Luft nach oben, aber im Pulverschnee ist es uns auch schon passiert, dass wir im einstelligen Bereich geblieben sind. Wird eine beliebte Hütte angesteuert, kannst du auch mit 20 km rechnen, weil du einfach weniger Zeit für den Zeltaufbau benötigst und dich schneller erholen kannst. Aber Vorsicht bei abgelegenen Hütten: Wenn du erst den Eingang freischaufeln musst, geht die Rechnung schon nicht mehr auf. Mein Tipp: Lass es lieber langsam angehen und dreh im Zweifel noch ein paar Schleifen durch die Seitentäler. Zur Orientierung beschreibe ich hier einen ganz normalen Tag auf Wintertour. Zwischen den Hütten können sehr unterschiedliche Distanzen liegen und du solltest dich nicht gleich an norwegischen Skifahrern messen Rundtour oder Strecke? Das sind die beiden typischen Varianten. Bei einer Rundtour wird die Anreise zur Wintertour meist ein wenig einfacher, weil du Teile deiner Ausrüstung am Ausgangspunkt hinterlassen kannst. Seien es nur normale Schuhe, eine frische Unterhose für die Rückfahrt oder auch der Skisack und das Rollbrett für die Pulka. Vielleicht bietet sich eh eine Nacht im Hotel vor Ort an, dann kannst du dort freundlich nach Lagermöglichkeiten fragen. Variationen einer Rundtour können ebenfalls sinnvoll sein. Damit meine ich mehrere Schleifen um einen zentralen Ort, bei denen du dich nie wirklich weit vom Ausgangspunkt entfernst und trotzdem abseits im Zelt übernachtest. Gerade für die ersten Touren kann das sehr hilfreich sein. Dennoch kenne ich das Gefühl, dass man weiter vorankommt, wenn man eine Strecke zielstrebig abläuft. Selbst wenn man von dort letztendlich mit Bus, Bahn und Taxi wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren muss, fühlt es sich in meinem Kopf „besser“ an. Gegen diese Denkweise kämpfe ich regelmäßig an. Am Ende ist auch daran der Kapitalismus schuld. Details zum Tourgebiet recherchieren Hast du dich nun für ein Tourenziel entschieden, solltest du dich an die Recherche der Details machen. Fangen wir einmal mit dem Zeitpunkt an. Zeitpunkt der Tour Die gute Reisezeit für Wintertouren beginnt südlich im Februar, weil dann die windreicheren Monate verstrichen sind, genug Schnee liegt, das Eis der Seen tragfähig gefroren ist und genug Tageslicht besteht. Höher im Norden darf es auch einen Monat später sein. Das Ende der Reisezeit kann nördlich bis in den Mai reichen, südlicher würde ich nicht später als April planen. Die Tageslichtdauer zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für ausgewählte Orte habe ich dir hier einmal zusammengestellt: Ort 1. Januar 1. Februar 1. März 1. April 1. Mai Alta (NO) Polarnacht 09:11-14:09 07:15-16:35 05:30-19:33 03:10-21:55 Abisko (SE) Polarnacht 09:06-14:52 07:06-16:50 05:40-19:35 03:35-21:40 Hemavan (SE) 10:15-13:45 08:50-15:15 07:05-17:10 05:50-19:40 04:00-21:30 Helags (SE) 09:35-15:00 08:30-16:05 07:00-17:35 06:00-19:50 04:25-21:25 Røros (NO) 09:35-15:05 08:30-16:10 07:05-17:35 06:00-19:50 04:30-21:25 Grövelsjön (SE) 09:30-15:10 08:30-16:15 07:00-17:40 06:00-19:55 04:30-21:25 Finse (NO) 09:35-15:35 08:40-16:35 07:15-17:55 06:15-20:10 04:50-21:35 Hannover (DE) 08:31-16:18 08:01-17:06 07:05-18:00 06:53-19:57 05:48-20:51 Quelle: Astronomische Geodaten & Positionsberechnungen (u.a. via timeanddate.com / yr.no) – Ab dem 1. April ist die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) berücksichtigt. Als nächstes ist wichtig, ob und wann die Hütten geöffnet haben. Das lässt sich für Schweden und Norwegen schnell auf den Seiten der Tourismusverbände STF und DNT nachschauen. Auch eine Vorbuchung der Hütten kann in der Hochsaison sehr sinnvoll sein: DNT Hyttebestilling oder STF Buchungssystem. Achtung! Durch den zunehmenden Druck der Tourismusströme in den letzten Jahren sahen die skandinavischen Länder sich zunehmend gezwungen, Hütten zu schließen, Wege zu verlegen oder zu anderweitigen Naturschutzmaßnahmen zu greifen. Informiere dich also auch bei dir bereits bekannten Gebieten, ob diese noch geeignet sind. Teilweise wurden diese Entscheidungen innerhalb weniger Montate umgesetzt. Insbesondere die Kalbungszeit der Rentiere ab Mitte April solltest du vermeiden. Für Norwegen ist es außerdem relevant, den Zeitraum der Wintermarkierungen zu recherchieren. Diese sogenannten kvistede ruter sind mit Birkenreisig gesteckte Markierungen auf den Winterwegen, die verlässlich nur um die Osterfeiertage vorzufinden sind. Je weiter entfernt deine Tour zeitlich von diesen Feiertagen ist, desto wichtiger ist dieser Tipp. Bitte verlasse dich bei deiner Planung nicht vollständig auf diese Markierungen. Teilweise stecken sie zwar schon früher, bei schlechtem Schnee oder garstigem Wetter aber eben manchmal auch erst später als angegeben. Die schwedischen Markierungen aus roten Wegkreuzen stehen übrigens oft das ganze Jahr, werden aber auf Seen durch Ruskmarkering (Reisigmarkierungen) ergänzt. Wenn du abseits der beliebten Wege gehst, darfst du trotz allem nicht mit Markierungen rechnen. In diesem Fall lohnt sich auch ein Blick auf die Skooterkarten. Dort findest du die ausgewiesenen Strecken für die Schneemobile. Das ist leider ein ambivalentes Thema. Zum einen sind diese Gefährte teilweise so laut und stinkend, dass du ihnen lieber aus dem Weg gehen willst. Zum anderen läuft es sich auf den verfestigten Spuren deutlich leichter, besonders bei Pulverschnee. Letzter Tipp: Schau dir die Ferienzeiten der nordischen Länder an, da dort deutlich mehr Betrieb im Winterfjell herrscht. Skitouren über die Osterfeiertage sind ein Teil der nationalen Identität. Schlechte Sicht und die eintönige „Kviste-Autobahn“ können auf die Stimmung drücken, die Markierungen sind aber gleichzeitig ein Segen Steigungen und Gefälle Spätestens jetzt brauchst du eine Landkarte von deinem Zielgebiet, Papier oder Digital ist noch nicht wichtig. In Schweden gibt es die bekannten Karten der Lantmäteriet online und du kannst dir PDFs erstellen. In Norwegen gibt es die topografischen Landkarten ebenfalls online mit PDF-Export. Achte beim Export immer auf die Kartenmaßstäbe und passe beim Druck auf, dass du keine automatische Anpassung auf die Papiergröße wählst. Vollkommen ersetzen können die Ausdrucke eine Papierkarte vielleicht nicht. Zur Planung sind sie aber unschlagbar und auch ältere Papierkarten lassen sich damit schnell auf Aktualität prüfen. Beim Blick auf die Geländebedingungen lohnt es sich, ein paar samische Worte zu verstehen. Ich habe daher eine Vokabelliste mit samischen Ortsnamen für dich angelegt. Für dieses Thema ist außerdem ein wenig Navigations- und Kartenkunde nötig, da du dir die Steigungen auf der Karte einmal genauer anschauen solltest. Da ich selbst nicht besonders gut Ski fahre, achte ich immer auf möglichst flache Hänge. Und dabei bin ich noch nicht einmal bei Hängen, an denen die Lawinengefahr steigt, sondern bei der Frage, ob das mit Pulka machbar ist. Wenn du deine Tour wie ich mit einem digitalen Routenplaner vorbereitest, dann kannst du dir dort fast immer das Höhenprofil ausgeben lassen. Damit lassen sich die steilen Stücke schnell identifizieren. Gefahrenanalyse für Wintertouren Welche Gefahren lauern in meinem Wintertourgebiet? Worauf sollte ich achten? Lawinengefährdung und Schneemengen Wo wir gerade bei den steilen Hängen waren, komme ich direkt zur Lawinengefahr. Gemeinhin gilt, dass Hänge mit einer Neigung von mehr als 30 Grad als lawinengefährdet gelten. Da ich in fast allen Fällen mit einer Pulka unterwegs war, habe ich solche Hänge aber bisher eh vermieden. Das wäre mir nicht nur zu anstrengend, sondern übersteigt auch meine Fähigkeiten. Bedenke aber bitte trotzdem, dass du immer auch versehentlich in steilere Gebiete kommen kannst und einen Blick dafür haben solltest. Auch hält eine Lawine nicht einfach am Fuße des Berges an, sondern donnert noch ein ganzes Stück weiter. Ein wenig Abstand zu steilen Hängen ist daher sehr sinnvoll. Ich bin absolut kein Experte für Lawinen und verhalte mich in der Abschätzung daher sehr konservativ. Wenn du mehr dazu wissen willst, solltest du dich ausführlich mit dem Thema Lawinensicherheit im Fjell beschäftigen. Für die nördlichen Wintertourgebiete lässt sich aber meistens gut um steile Stücke herum planen. Es gibt Lawinenprognose für Schweden, Norwegen und viele andere Länder. Außerdem hilft in Norwegen ein Blick auf Varsom.no für weitere Naturgefahren und auf SeNorge.no, um die aktuellen Schneemengen zu erfahren. Für Schweden gibt SMHI die Schneehöhen an. Apropos Schneemengen: Für die Lawinenprognose sind Webcams nicht geeignet, wohl aber für die Einschätzung der generellen Schneelage vor Ort. Für Norwegen findest du eine Übersicht beispielsweise auf kamerakartet.no und für Schweden auf WebcamCollections. Selbst relativ aktuelle Satellitenbilder kannst du über den Copernikus-Browser bekommen, wenn du dich durch die Kalenderdaten von „Snow and Glaciers“ klickst. Gletscherspalten und Steilkanten Du meinst es ernst, oder? Wenn du direkt über einen Gletscher wandern willst, dann solltest du dich auch mit Gletscherspalten und Spaltenbergung befassen. Das würde hier aber den Rahmen sprengen, denn auf den normalen Touren kommt diese Gefahr einfach nicht vor. Auch hier rate ich dir einen Blick in den Bergsport und zu speziellen Kursangeboten zu Gletschersicherheit in Polarregionen. Steilkanten kann es im Gebirge durchaus öfter geben und du solltest dir das Gebiet deiner Wintertour daraufhin genau anschauen. Gerade im Whiteout bei null Sicht solltest du genau wissen, wo dir solche Kanten auflauern könnten. Entsprechend solltest du auch auf besser auflösende Karten mit einem Maßstab von 1:50.000 setzen, da kleinere Steilstücke auf 1:100.000 nicht mehr abgebildet werden (können). Ich empfehle, solche Stellen bei schlechtem Wetter weiträumig zu umgehen. Bei guter Sicht hast du von solchen steil abfallenden Kanten dafür oft einen großartigen Ausblick. Offenes Wasser und unsicheres Eis Wir mussten auf einer Tour einmal einen relativ langen Umweg in Kauf nehmen, weil wir blind einer Scooterspur gefolgt sind, die einfacher zu laufen war. Wir wussten sogar, dass wir irgendwann an das andere Ufer des Flusses mussten, aber von weiter oben sah das unproblematisch aus. Bei genauerer Betrachtung wurde dann jedoch schnell klar, dass die Schneebrücken über dem Wasser nicht tragfähig für uns waren. Von festem Eis konnte gar keine Rede sein. Also mussten wir weit zurücklaufen, um einen Übergang zu finden. Mit einem genaueren Blick auf die Karte wäre uns das vielleicht erspart geblieben, da der Winterweg – auch wenn zu dem Zeitpunkt noch nicht markiert – eindeutig auf der anderen Seite verlief und schon früh über eine Brücke nach drüben ging. Winterwege über Brücken machen mich seither immer stutzig und ich schaue genau hin, ob das nicht einen guten Grund hat. Die Gefahr von offenem Wasser oder dünnem Eis Neben Flüssen kann es auch sein, dass die Seen (noch) nicht ausreichend zugefroren sind. Wenn die gesteckte Route an einem See also plötzlich große Schlenker vollzieht, hat das sicher ebenfalls einen Grund. Du solltest dann nicht einfach schnurgerade queren. Ein anderer Grund für instabiles Seeeis kann der Betrieb von Wasserkraftanlagen sein. Dabei hatte der See schon eine erste Eisdecke, bevor weiter Wasser für die Energiegewinnung abgelassen wurde. Meist bricht und senkt sich das Eis dann, die Oberfläche kommt weniger zur Ruhe und gerade an den Ufern bilden sich die interessantesten Eisformationen durch die verbleibenden Schollen. Es kann aber auch passieren, dass sich die Eisdecke nicht vollständig setzt oder wieder verfestigt. Dies gilt in besonderem Maße für die unmittelbare Umgebung um die Kraftwerke und Abflüsse. Hier ist die größere Bewegung im Spiel. Es ist immer äußerste Vorsicht geboten, wenn du unsicheres Eis überqueren musst. Auf Iskart.no kannst du die aktuelle Eisqualität für viele Gewässer nachschauen. Gebrauche aber immer deinen Verstand und deine Sinne und nimm lieber einen Umweg in Kauf, als nur auf die Technik zu vertrauen! Ausstiegs­möglichkeiten Verständlicherweise hoffen wir insgeheim, dass alles klappt und wir nach einer großartigen Tour wohlbehalten wieder zu Hause ankommen. Dennoch geht manchmal etwas schief oder es läuft einfach „ganz normal anders“. Letzteres ist zum Beispiel für mich der Umstand, wenn ich meine Tour aufgrund der Schnee- oder Wetterbedingungen in vertretbarem Rahmen anpassen oder verkürzen muss. Das gehört einfach dazu. In jedem Falle ist es beruhigend, sich im Vorfeld Gedanken über mögliche Ausstiegspunkte zu machen. Was ist der kürzeste Weg (Zeit/Strecke/Schwierigkeit einbeziehen!) aus dem Fjell? Gibt es vielleicht eine Straße oder einen Bahnhof, den man anpeilen kann? Ab wann ist Umdrehen sinnvoller und wann ist das Durchbeißen zum Ziel die bessere Alternative? Gibt es eventuell einen regulären Scooter- oder sogar Helitransport (Beispiel Kebnekaise Fjällstation)? Am besten hast du an verschiedenen Punkten deiner Tour solche Ausstiegsszenarien im Hinterkopf. Ich bastele mir dafür sogar die Tracks vorher und spiele sie auf mein GPS. Anpassen der Ausrüstung für die jeweilige Tour Hast du dich nun also für dein Tourgebiet entschieden und auch alle Detail-Infos recherchiert, kannst du deine Ausrüstung anpassen. Dazu möchte ich dir noch ein paar Beispielfragen liefern, an denen du dich orientieren kannst. Für welche Wetterbedingungen musst du dich kleiden? Kann es feucht-kalt werden oder eher windig? Schaue dir die historischen Wetterdaten in der Kategorie „Været som var“ („Wie das Wetter war“) bei yr.no an und passe deine Kleidung und den Schlafsack entsprechend an. Wann wird es dunkel? Dadurch wird es nicht nur spürbar kälter, sondern du brauchst auch eine helle Stirnlampe. Wirst du Stellen ohne Schnee vorfinden oder wird es sehr steil? Überdenke die Wahl zwischen Rucksack und Pulka. Gibt es Gefahren, auf die du dich speziell vorbereiten musst? Für eine Gletscherquerung mit Spaltengefahr sind Hüftgurt, Seil, Eisschraube und Eispickel die Standardausrüstung. Aber das ist meiner Meinung nach wirklich eine andere Liga. Ist bei einer geplanten Hüttentour mit sehr langen Distanzen doch ein kleines Zelt sinnvoll oder reicht der Windsack für den Notfall? Überschätze dich nicht und plane mit Bedacht. Solltest du dir sicherheitshalber einen Notsender mitnehmen, damit du Hilfe verständigen kannst? Gute Notsender im Iridium-Netz gibt es von verschiedenen Herstellern wie ZOLEO oder Garmin in seiner inReach Sparte. Probeweise kannst du dir solch einen Sender inklusive Datentarif für rund 100 Euro/30 Tage mieten. Der Hersteller SPOT und neuere Iphones von Apple (ab 14 aufwärts) verwenden das Globalstar-Netz, welches inzwischen fast so gut ist wie das Iridium-Netz. Alternativen über Funk (406 MHz) wie die klassischen Personal Locator Beacon (PLB) funktionieren an Land ebenfalls, bieten aber keine Nachrichtenfunktionen. Zwei Dinge möchte ich dir dazu jedoch empfehlen: Zum einen schafft dir kein Notsender so viel Sicherheit wie Vorsicht, gute Vorbereitung und Routine in den typischen Situationen auf Wintertour. Kenne deine Leistungsgrenzen und deine Ausrüstung schon VOR der Tour in- und auswendig. Und zum anderen denke bitte auch an eine passende Bergsportversicherung oder einfach deinen DAV-Mitgliedsbeitrag, damit du später nicht auf den Kosten sitzen bleibst. Für die Kofferkulis Oslo Central lohnt sich eine 20 Kronen Münze im Gepäck Die Anreise zur Wintertour Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten, zu deiner Wintertour anzureisen. Sprechen wir hier von den südlicheren Gebieten wie Hardangervidda und südlichem Kungsleden oder der Finnmark ganz im Norden, dann ist das alles noch Skandinavien. Die Anreise mit dem Auto eignet sich ökologisch und ökonomisch eher für die südlicheren Ziele. Mit dem Zug ist prinzipiell fast alles machbar, wenn du für das letzte Stück bei Bedarf noch einen Bus ergänzt. Selbst mit dem Flugzeug ist eine Anreise durchaus denkbar, wenn du sehr weit in den Norden willst. Ich gehe daher einfach nacheinander auf alle Möglichkeiten ein. Vielleicht interessiert dich auch, welche Gedanken ich mir zum Thema Nachhaltigkeit auf Wintertouren, speziell auch zur Anreise gemacht habe. Grundsätzliches Problem: Brennstofftransport Die meisten denken wahrscheinlich nur bei der Anreise mit dem Flugzeug an das Problem des Brennstofftransportes. Und nur hier wird in der Praxis auch tatsächlich durch Gepäckkontrollen aktiv danach gesucht. Es schließen aber auch alle Bahn- und Fährbetreiber in ihren Geschäftsbedingungen explosive oder brennbare Stoffe von der Mitnahme im Gepäck aus. Bei Gas gibt es auf Fähren oft Freimengen, damit z. B. Wohnmobile mitfahren dürfen. Aber selbst ein Reservekanister mit Benzin ist auf Fähren nicht erlaubt. Genaugenommen ist mit Benzin daher nur der Weg mit dem Auto über die beiden Brücken und maximal 10 Litern Benzin (Einreisenbestimmungen) legal! Kontrolliert wurde ich bezüglich dessen noch nie. Anreise mit dem eigenen Auto Gerade mit dem Auto bietet es sich an, von Deutschland aus mit einer Nachtfähre nach Schweden oder Norwegen überzusetzen. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist das Auto dabei möglichst voll besetzt. Zu dritt haben wir gerade so in einen Kombi gepasst und konnten uns beim Fahren gut abwechseln. Die Rückbank mussten wir für die Pulkas allerdings zu zwei Dritteln umklappen. Platzsparend ist es auf jeden Fall, wenn ihr die Pulkas ineinander stapeln könnt. Das ist ein klares Plus für die Paris Schlitten. Wäre das Auto auch so voll gewesen, wenn wir keine Kühlbox mit auf die Anreise zur Wintertour genommen hätten? Ein Mietwagen rechnet sich meistens nicht, weil die Kombination aus vielen Kilometern und langer Standzeit vor Ort zu teuer ist. Solltest du es doch in Erwägung ziehen, erkundige dich nach den Bedingungen für Grenzübertritte, Fährfahrten, Winterreifen, zusätzliche Fahrer und den Inklusivkilometern. Auch kann es sinnvoll sein, den Mietwagen selbst bei Epass24 für die Maut-Rechnung zu hinterlegen, weil für die Weiterleitung der Rechnung beim Vermieter teils unnötige Gebühren anfallen. Die Mautgebühren kannst du recht zuverlässig mit dem Routenplaner von viaMichelin ausrechnen. Die Preise sind verträglich, wie ich finde. Für die Brücken über den Storebælt und den Øresund kannst du die die Online-Bezahlung über dein Nummernschild einrichten und so direkt durchfahren. Wer häufiger zwischen Fahrzeugen wechselt (Mietwagen, andere Nummernschilder etc.) kann sich aber auch ein Gerät von BroBizz zur Identifikation besorgen. Ansonsten geht immer die Kartenzahlung an der Schranke zur Brücke. Und noch ein Hinweis zur Fahrt auf der Vogelfluglinie via Puttgarden und weiter über die Øresundbrücke: Wenn du diese Brücke mehr als einmal im Jahr nutzt, dann sparst du mit ØresundGO bares Geld. Für Kleinwagen gibt es Magnetskiträger Auto fahren im skandinavischen Winter In Skandinavien fährt es sich anders als im mitteldeutschen Winter. Zum Beispiel wird der Schnee nur von der Straße geschoben und kein Salz gestreut. Manchmal kommt Rollsplitt zum Einsatz. Auf einer festgefahrenen Schneedecke lässt es sich aber mit guten Winterreifen (mind. 3 mm Profiltiefe, nicht älter als sechs Jahre) auskömmlich fahren, nur Eis ist tückisch. Grundsätzlich solltest du das Auto vor der Fahrt winterfest machen und dich mit dem Fahren im Winter beschäftigen: Überprüfen (lassen): Winterreifen (auch bei Frontantrieb besseres Profil nach hinten), Beleuchtung, Batterie, Scheibenwischer, Frostschutz im Kühlwasser und Eignung des Motoröls für sehr kalte Temperaturen (z. B. 0W40) Für Elektrofahrzeuge: Bei starken Minusgraden mit geringerer Reichweite je Ladung rechnen! Für Dieselfahrzeuge: Der mit Additiven vermischte und dadurch etwas kältefestere Winterdiesel fließt in Deutschland nur bis Ende Februar, also später besser in Skandinavien tanken. Scheiben putzen und hoch konzetrierten Scheibenreiniger (minus 30 °C) einfüllen Schneeketten einpacken und Anlegen einüben (Warnweste, Handschuhe und LED-Laterne griffbereit) Etwas Streusand/Rollsplitt kann beim Anfahren auf Eis helfen, insbesondere am Hang Gummifußmatten, Abschleppseil, Starthilfekabel, Eiskratzer, Schneebesen einpacken Schaufel und Winterschlafsack hast du zum Glück eh dabei Türdichtungen mit Pflegestift fetten, damit sie nicht zufrieren Möglichst vor Kälte und Wind geschützt parken Bei viel Schnee den Auspuff unbedingt vor dem Starten befreien ggf. externen Starthilfe-Akku mitnehmen Das Auto erst freischaufeln, anschließend starten und behutsam warmfahren Defensiv fahren, die ADAC-Tipps für den Winter beachten und ein Fahrsicherheitstraining absolvieren Tipp für Profis bei -30 °C: Mit einem Müllsack oder Pappkarton und Kabelbindern kannst du den Lufteinlass vom Kühlergrill verkleinern (nie ganz abdichten!), damit der Motor auf Temperatur kommt. Außerdem gibt es Besonderheiten in Skandinavien: Es gilt, immer mit Licht zu fahren. Trockener Schnee von entgegenkommenden Fahrzeugen staubt enorm und kann die Sicht nehmen. Schwarze Müllsäcke an Ästen am Straßenrand sind Markierungen der Sami für die Wanderrouten ihrer Rentiere, also runter vom Gas! Kolonne fahren (Kolonnekjøring): Bei manchen Bergpassagen musst du bei schlechtem Wetter an einer Schranke oder Ampel auf ein Räumfahrzeug warten und dann in einer Kolonne mit mehreren Fahrzeugen hinter dem Schneepflug herfahren. Das kommt vor allem in Norwegen vor und du kannst deine Route auf Vegvesen.no überprüfen. Die schwedischen Straßenverhältnisse findest du auf der Seite vom Trafikverket. Auch in Skandinavien gibt es noch Ecken ohne Mobilnetz, nutze also Offlinekarten im Navi; auch eine Papierkarte im Handschuhfach kann helfen. Zwar sind die üblichen Selbstbedienungs-Tankstellen mit Kartenterminal rund um die Uhr geöffnet, aber der Abstand zur nächsten Zapfsäule kann größer ausfallen. Ich tanke daher in abgelegenen Gebieten spätestens bei weniger als 300 km Restreichweite. Ein Anmieten von in Skandinavien verbreiteten Spikereifen bei der Einreise lohnt sich nur, wenn man bis über den Polarkreis will. Im hohen Norden sind Steckdosen auf Parkplätzen verbreitet, an die man seinen Motorwärmer anschließen kann. Gar nicht mal so teuer zum Nachrüsten, aber auch nur bei langen oder häufigen Aufenthalten sinnvoll. Mit dem E-Auto zur Wintertour Die Anreise mit dem E-Auto aus Deutschland ist möglich und verbreitet sich immer weiter. Allerdings musst du (noch) einige Ladestopps einplanen. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist diese Anreise unschlagbar und auch die Technologie ist inzwischen winterfest. Wie Tests im Winter zeigen, müsste man mit dem sehr effizienten Tesla Model S nur einige Male am Supercharger für 20-30 Minuten laden, um von Norddeutschland in die südlichsten Wintertourgebiete Skandinaviens zu kommen. Mindestens in Skandinavien ist die Infrastruktur aber ziemlich gut ausgebaut und durch die niedrigeren Geschwindigkeiten saugt es den Akku nicht so schnell leer wie auf der deutschen Autobahn. Insbesondere in abgelegenen Gebieten würde ich dennoch zu einer Taktik raten, bei der das E-Auto immer mindestens halb voll geladen ist. Anreise mit dem Zug Ebenfalls entspannt kann die Anreise zur Wintertour mit dem Zug sein, wenn man die richtigen Züge wählt und nicht zu oft umsteigen muss. Immerhin gibt es Liegewagen als Direktverbindungen ab Berlin oder Hamburg, obwohl sogar eine durchgehende Verbindung von Frankfurt über Hannover vorgeschlagen wurde. Von Hannover aus müsste ich also in Hamburg umsteigen. In Stockholm erwische ich dann aber mit etwas Glück einen durchgehenden Nachtzug nach Norrland (Lappland) ohne weiteren Umstieg. Leider ist die Strecke eher fehleranfällig, weil es zuletzt keine zuverlässigen Verbindungen gab (Stand 2026). Alternativ gibt es neuerdings Nachtzüge von Hamburg nach Oslo, von wo dann viele Gebiete wie Rondane oder Hardangervidda erreichbar wären. Bis zu zwei Nächte im Zug müsstest du für Nordskandinavien einplanen. Dennoch bietet der Zug Komfort, den du sonst nicht hast. Du kannst dich auf dem Gang bewegen und im Bordbistro verpflegen. Es gibt mehrere Toiletten und die skandinavischen Züge sind gewöhnlicherweise sauberer und komfortabler als die deutschen. So finden sich teils noch kleine Gepäckschränke für Ski. In Norwegen musste ich meine Pulka früher als „Fahrrad“ anmelden und eine kleine Gebühr bezahlen; sie kam dann in den Gepäckbereich oder ein kleines Abteil beim Speisewagen. Inzwischen wird „Pulk“ im Buchungssystem geführt und sollte unbedingt dazu gebucht werden, damit die Pulka auch mitfahren darf. Im Zug kann die Pulka mit einem „Fahrradticket“ mit In Schweden kannst du sie durchaus auch mit in ein Abteil nehmen, wenn ihr entweder als kleine Gruppe ein Abteil für euch habt oder das Abteil nicht voll ausgebucht ist. Etwas trickreich ist dann aber der Weg durch den Gang und die enge Abteiltür. Hier sind schmalere und kürzere Pulkas klar im Vorteil. Für den Umstieg ist auf einer Bahnreise ein kleines Rollbrett für die Pulka besonders wichtig. Noch ein Hinweis: Der Schnellzug X2000 von Malmö oder Göteborg nach Stockholm erlaubt keine Pulka und setzt dies auch gelegentlich durch, ab Stockholm geht es entspannter zu. Offiziell darf man laut den Bedingungen von SJ keine Pulka als Gepäckstück mitnehmen, aber in der Praxis sind mir keine Probleme in den Nachtzügen bekannt. Oft hilft es, wenn möglich, einfach ein Fahrradticket zu buchen. Mit Rücksicht kommt man weiter: Also alles klein packen und gut verstauen. Die schwedischen Bahnverbindungen findest du auf sj.se und die norwegischen sind auf vy.no. Teilweise werden Strecken an den jeweils anderen Anbieter vergeben. Auch auf der Seite der Deutschen Bahn kannst du die Verbindungen recherchieren, aber nicht immer buchen. Bei mehreren Buchungsmöglichkeiten in verschiedenen Ländern lohnt sich der Preisvergleich. Es gibt auch immer noch die Möglichkeit, mit einem Interrailticket zu reisen, allerdings ist bei den Nachtzügen Vorsicht geboten, ob diese aufpreispflichtig sind. Damit habe ich leider keine Erfahrung. Anreise mit dem Bus Alternativ zum Zug gibt es noch die Fernbusse. Vor einigen Jahren bin ich mit Eurolines für 39 Euro nonstop von Hannover bis nach Oslo gefahren. Die Pulka war nach einigen E-Mails an den Betreiber kein Problem und galt als vorangemeldetes Skigepäck. Sie kam einfach fertig gepackt unten in den Gepäckraum des Busses. Flixbus stellt sich dabei leider quer und die Klärung der Gepäckmitnahme ist erst 48 Stunden vor Abfahrt möglich, Absagen sind durchaus üblich! Warten in Hannover auf den Fernbus von Paris nach Oslo, um von dort in die Hardangervidda zu gelangen Meine Fahrt damals hat zwar 16 Stunden gedauert, aber durch die Fährüberfahrt zwischen Deutschland und Dänemark und regelmäßige Stopps über 10 Minuten in den größeren Städten konnte ich mir immer mal die Beine vertreten. Momentan gibt es Fernbusse von Berlin, die direkt bis Oslo durchfahren. Nach Stockholm kommst du zum Beispiel ab Hamburg mit einem Umstieg in Göteborg. Preislich sind diese Anreise zur Wintertour meistens unschlagbar günstig, der Komfort aber entsprechend eingeschränkt. Ein übergreifendes Suchportal ist CheckMyBus. Vor Ort kannst du schließlich die regionalen Busse nutzen, die etwas besser auf Ski und Pulka eingestellt sind. Hier zahlst du zwar inzwischen auch oft eine Gebühr für den zusätzlichen Transport, aber du wirst zumindest nicht komisch angeguckt. Beachte aber immer genau die Daten der Winterfahrpläne. In den Überlandbussen ist genug Platz für Skigepäck, du zahlst dafür aber extra Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Skandinavien etliche unterschiedliche regionale Busunternehmen. Sobald du also dein Tourgebiet ausgewählt hast, kannst du für die Anreise zur Wintertour nach den lokalen Bussen schauen. Eine gute Übersicht findest du auf den Skandinavien-Links. Es kann helfen, sich den Fahrplan der benötigten Linie als PDF, Screenshot oder ausgedruckt mitzunehmen, da du unterwegs nicht immer Mobilfunknetz haben wirst. Anreise mit der Fähre Die Anreise zur Wintertour mit der Fähre ist genau genommen kein eigenständiges Verkehrsmittel, weil du damit noch nicht bis ins Fjell kommst. Dennoch kannst du bei den Fahrten mit Zug, Bus oder Auto auch in den zwischenzeitlichen Genuss einer Fährfahrt kommen. Lassen wir diese kurzen Verbindungen einmal außer Acht, gibt es sehr komfortable Nachtfähren von Deutschland nach Schweden oder Norwegen. Die Verbindung Kiel – Göteborg wird dabei nur von den Annehmlichkeiten an Bord der Verbindung Kiel – Oslo übertroffen. Das gilt allerdings auch preislich. Wer hungrig von der Tour zurückkommt, kann diesen Preis vielleicht am zubuchbaren Buffet wieder „einarbeiten“. Vor der Fähre wird noch einmal umgepackt, denn bei der Colorline durften wir die Pulkas in einem extra Raum abstellen Reist du ohne Auto mit der Fähre an, um dann in den ÖPNV im Zielland zu wechseln, musst du deine Pulka häufig mit in die Kabine nehmen. Ich mag die Anreise mit der Fähre, weil ich an der Küste aufgewachsen bin und mir so immer meine Portion Seeluft hole. Leider sind die großen Pötte selbst nicht unbedingt klimafreundlich, auch wenn sie besser abschneiden als Kreuzfahrtschiffe und im Gegensatz zu diesen eine Strecke zum endgültigen Ziel zurücklegen. Die großen Fährlinien rufen durchaus unterschiedliche Preise auf, bieten dafür aber auch sehr unterschiedlichen (zubuchbaren) Komfort. Teilweise ist die Buchung im Herkunftsland der Reederei deutlich günstiger (z. B. www.colorline.no statt www.colorline.de): Color Line (Von DE oder DK nach Norwegen) DFDS* (Von DK nach Norwegen) Finnlines (Von DE nach Schweden oder Finnland) Stena Line (Von DE oder DK nach Schweden) TT Line (Von DE nach Schweden) Fjord Line (Von DK nach Norwegen) * DFDS 2025 wurde von Gotlandsbolaget übernommen, die Buchung läuft aber bis zur endgültigen Umstellung noch über DFDS. Tipp: Der Stadthafen in Kiel liegt gegenüber vom Bahnhof und ist mit der Pulka auf dem Rollbrett gut machbar. In Oslo oder Göteborg empfehle ich dann ein Taxi zum jeweiligen Hauptbahnhof für etwa 65 Euro. Anreise mit dem Flugzeug Die Anreise zur Wintertour mit dem Flugzeug ist meiner Meinung nach erst bei den wirklich nördlichen Regionen vertretbar. Auch wenn die Preise und Flugzeiten zunächst verlockend wirken, ist diese Art der Anreise klimaschädlicher. Außerdem sorgen die Schwierigkeiten mit klaren Gewichtsbegrenzungen und Gepäckbestimmungen schnell für weitere Kosten und logistische Herausforderungen. Es gibt aber nachvollziehbare Ausnahmen: Bei wirklich guter Verbindung kommst du innerhalb eines Tages direkt ins nordskandinavische Fjäll und beispielsweise in Abisko kannst du dir Brennstoff im Shop der Fjällstation zurücklegen lassen. Gepäckbestimmungen Pulka im Flugzeug geht! Bei vielen Airlines kannst du die Pulka als Sportgepäck aufgeben oder die Pulka kommt sogar als reguläres Sperrgepäck mit ins Flugzeug. Wichtig ist in beiden Fällen, sich vorher genau zu erkundigen und sich die Mitnahme von der Fluggesellschaft bestätigen zu lassen. Die Gewichtsbeschränkungen gelten auch hier und so kann zum Beispiel ein zusätzliche gebuchtes Gepäckstück bis 23 Kilo günstiger sein, als eine Pulka, die über den regulären 23 und unter den maximalen 32 Kilo nur bis zu 9 Kilo „Übergewicht“ hat. Du nimmst für den gleichen Preis also 14 Kilo mehr mit. Das Gleiche gilt für Ski, die am besten in einem Skisack transportiert werden. Hier bietet es sich an, den Skisack mit anderen Gegenständen aufzufüllen, die aber eindeutig als Skiausrüstung gelten sollten. Skistöcke, Pulkagestänge, Wachs, Skifelle usw. sollten kein Problem sein. Bei manchen Airlines wird aber auch das Skigepäck auf die Freigepäckgrenzen angerechnet. Das ist auch der Teil, der mich am meisten nervt, weil ich nicht schon zu Hause sinnvoll vorpacken kann und dann zu Beginn der Tour erst einmal Chaos habe. Alles folgt der passenden Gewichtsverteilung und ich muss hoffen, dass auch wirklich alle Gepäckstücke rechtzeitig ankommen. Gefahrgut Beachte bitte auch die Mitnahmeregelungen von Gefahrgut. Brennstoffe jeglicher Art sind im Aufgabegepäck streng verboten. Du darfst ein Feuerzeug in der Hosentasche mit in das Flugzeug nehmen, aber das reicht nicht für die gesamte Tour. Du musst also am Zielort zunächst noch den passenden Brennstoff und Ersatzfeuerzeuge bzw. Streichhölzer besorgen. Problematisch kann die Mitnahme eines Benzinkochers und den dazugehörigen leeren Brennstoffflaschen sein. Sobald diese verdächtig nach Benzin riechen, werden sie dir aus dem Gepäck genommen und du stehst dann ohne da. Viele spülen ihre Kocher daher vor dem Flug gut aus und lassen ihn lange auslüften. Apfelsaft, Cola und Pfefferminztee funktionieren. Auch von Speiseöl habe ich schon gehört. Die Zeitersparnis durch den Flug kann also schnell wieder verpuffen, wenn du noch Zeit für den Einkauf einrechnen musst. Da der Flug nach wie vor nicht die ökologische Variante ist, schlage ich dir außerdem eine Spende für ein Klimaprojekt zur Kompensation vor. Diese kannst du zum Beispiel über Wilderness International sinnvoll einsetzen. Anreise mit dem Hubschrauber Zwar fallen mir kaum Gründe ein, mit dem Helikopter ins Fjäll zu fliegen, aber für die Vollständigkeit erwähne ich auch das. Sei es von Nikkaluokta irgendwo an den Kungsleden, oder im Lapplandsfjäll mit Anbietern wie Arctic Air an irgendeinen Berg. Anreise mit dem Taxi Gerade bei der Anreise mit dem Flugzeug kann es nötig sein, sich ein Taxi vom Flughafen aus zu nehmen. Vom Kiruna Airport kannst du dich so zum Beispiel für ca. 200 Euro nach Nikkaluokta bringen lassen, wenn du den letzten Bus bereits verpasst hast. Das spart zwar im Vergleich zu einer Übernachtung in Kiruna nicht wirklich Geld, aber dafür stehst du am nächsten Morgen direkt am Start deiner Tour. Das Taxi solltest du dir möglichst vorbestellen und auch deine Pulka und Ski als Gepäck mit angeben. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Weitere Tipps für die Anreise zur Wintertour Fast egal mit welchem Verkehrsmittel du unterwegs bist, immer lohnt sich ein sehr leichter Tagesrucksack als zusätzliches Gepäckstück. Hinein packst du deinen Proviant, vielleicht etwas Wechselwäsche und deine Wertsachen. Im Flugzeug wird das dein Handgepäck, im Zug und Bus kommt er mit zu deinem Platz und auf der Autofähre mit in die Kabine. Beachte die Einfuhrbestimmungen der Länder: Die Zollfreigrenzen von Alkohol und Tabak und das Einfuhrverbot von frischen Kartoffeln nach Norwegen sind vielleicht weniger problematisch, aber falls du ein Messer mit bis zu 12 cm Klingenlänge durch Dänemark transportieren willst, lasse es beim Tankstopp besser im verschlossenen Kofferraum. Ich vermute, wir alle haben ein großes Maß an Naturverbundenheit und Liebe für die winterliche Landschaft als Motivation für unsere Wintertouren. Wir sollten den Schutz der Natur deshalb respektieren und bei der Anreise zur Wintertour unseren ökologischen Fußabdruck generell beachten. Ich bin mir im Klaren, dass eine Winterwanderung im Harz immer ökologischer wäre als eine Reise nach Skandinavien. Lasst uns also immer alle ganz pragmatisch schauen, wo wir CO₂ einsparen können und minimieren ähnlich wie beim Gepäck auf das Nötigste, aber zwingend erforderliche. Auf einer Wintertour kann es passieren, dass du in deinem Gepäck schon alles dabei hast: Brennstoff, Lebensmittel und alle anderen Verbrauchsgüter. Wenn du dann ausschließlich im Zelt übernachtest, lässt du kein Geld in der Reiseregion. Nutzt du dann aber selbstverständlich die markierten Routen oder bist auch für die Hütteninfrastruktur dankbar, dann werde doch einfach Mitglied im Tourismusverband und unterstütze eine gute Sache. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Unsicheres Eis überqueren mit Ski und Pulka](https://www.winterfjell.de/unsicheres-eis-uberqueren-mit-ski-und-pulka/) Published: 2023-10-27 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Bevor ich mit den Warnungen beginne, möchte ich zunächst einmal beruhigen: Wer in der Hauptreisezeit von Mitte Februar bis Mitte April den markierten Winterrouten im Kahlfjell folgt, kann fast jedes Eis überqueren und dadurch ohne große Höhenunterschiede vorankommen. Die Eisdicke von Seen und kleineren Flüssen reicht dafür in der Regel aus, zumal oft noch zusätzlich Schnee auf dem Eis liegt. Eisflächen stellen also kein Hindernis und auch nicht zwingend eine Gefahr dar. Im Gegenteil: Oft kommst du im Winter bequemer voran, weil du über die Seen laufen kannst, anstatt sie zu umrunden. Trotzdem sollte dir bewusst sein, dass natürliche Eisflächen nie ganz sicher sind. Inhaltsverzeichnis Gefahren durch EisflächenDünnes Eis Zuläufe und Abläufe führen zu Schwacheis Fließgewässer Menschengemachte Gefahren Wann ist das Eis dick genug, um es zu überqueren?Wann trägt Eis auf Salzwasser? Wann trägt Eis auf Süßwasser? Zeichen für unsicheres EisFarbe des Eises Zeichen für sicheres Eis Wie ich selbst eingebrochen binWas war mein Fehler und was lerne ich daraus? Richtiges Verhalten, wenn du unsicheres Eis überqueren musstWenn du unsicheres Eis überqueren und mit dem Einbrechen rechnen musst Kameradenrettung, wenn jemand ins Eis einbricht Selbstrettung, wenn du alleine ins Eis einbrichst Was gibt es noch zu beachten?Offenes Wasser furten oder durchwaten? Overflow: Wasser auf festem Eis Gefahren durch Eisflächen Beim Überqueren von unbekanntem Eis besteht immer die Gefahr, dass du die Eisdicke falsch einschätzt. Und in diesem Moment bist nur du selbst verantwortlich. Brichst du oder jemand aus deiner Gruppe trotz aller getroffenen Vorsichtsmaßnahmen ins Eis ein, besteht für das Einsturzopfer unmittelbare Lebensgefahr. Durch den Kälteschock steigt die Atemfrequenz enorm an und führt im Zweifelsfall zu Hyperventilation und Atemnot. Die erhöhte Pulsfrequenz kann zu Panik und im Extremfall sogar zum Herzstillstand führen. Innerhalb weniger Minuten stellt der Körper die Blutversorgung der Extremitäten ein und die Hände werden taub und unbeweglich. Der Körper befindet sich also unmittelbar nach dem Einbrechen in einer Extremsituation, die auch nach der Bergung aus dem Eis andauern und zum Tod führen kann. Deshalb ist schnelle und gezielte Hilfe besonders wichtig. Bevor es aber zu einer solchen Grenzsituation kommt, ist es wichtig, schon durch eine gute Tourplanung, spätestens aber vor Ort typische Gefahrenstellen zu erkennen und nach Möglichkeit zu umgehen. Dünnes Eis Unsicheres Eis gehört neben Wind und Kälte zu den größten Gefahren auf Wintertouren. Besonders schwierig zu erkennen wird es, wenn die Eisoberfläche mit Schnee bedeckt ist, weil dadurch die Schwachstellen nicht mehr zu sehen sind. Du solltest daher grundsätzlich nur Eisflächen überqueren, bei denen du dich vor dem Betreten vergewissert hast, dass die Eisschicht dich samt Pulka trägt. Die Eisdicke wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Klima allgemein (Der Klimawandel macht sich auch im Winterfjell bemerkbar.) Wetter in den Wochen zuvor (hohe Temperaturen, Eisbewegung durch Wind) Schneedecke auf dem Eis (Schnee isoliert gegen die Kälte der Luft.) Tiefe und Größe des Gewässers (Kleine Gewässer frieren schneller zu.) Fließgeschwindigkeit des Gewässers Salzgehalt im Wasser An diesem Ablauf aus dem See ist das Eis offen, aber es gibt eine Brücke Zuläufe und Abläufe führen zu Schwacheis Grundsätzlich frieren Seen von außen nach innen zu (und von oben nach unten). Seeeis ist in der Theorie also in der Mitte am gefährlichsten. In der Praxis sieht es nur allzu oft anders aus und die Ränder sind eisfreier. Bei Seen sind die Bereiche um die Zu- oder Abflüsse die Gefahrenstellen, die du möglichst meiden solltest. Durch die Bewegung des Wassers gefriert es hier langsamer und das Eis wird in Richtung des Zulaufes bereits dünner. Ein größerer See kann aber oft auch dann sicher zu überqueren sein, wenn anderorts Fließwasser ein- oder ausströmt. Ähnlich verhält es sich bei steinigen Ufern, wo das Wasser durch die Bewegung im Wind länger benötigt, um zu gefrieren. Gefährlich wird es hier spätestens dann, wenn du das Wasser bereits plätschern siehst oder hörst. Fließgewässer Je schneller das Wasser fließt, desto länger dauert es, bis es gefriert. Flüsse frieren von unten nach oben zu, also bildet sich zuerst Eis am Grund des Flusses. Oben friert später zunächst nur eine dünne Schicht zu, unter der das Wasser oft weiter rauscht. Eine Schneedecke auf dieser dünnen Eisschicht isoliert gegen die kalte Luft und verhindert ein weiteres Zufrieren. Manchmal kannst du den Fluss sogar auf einer dicken Schneebrücke überqueren, unter der sich kaum Eis befindet. Aber es ist sehr schwierig zu erkennen, wann diese Brücken tragen. Die besondere Gefahr von Flüssen lauert beim Einbrechen, da dich die Strömung in Sekundenbruchteilen unter das Eis ziehen kann. Dafür muss es gerade einmal knietief sein. Flüsse erfordern also immer deine volle Aufmerksamkeit, wenn du dort die Eisfläche überqueren musst. Offene Wasserstellen und andere Gefahrenquellen solltest du konservativ umgehen! In Biegungen fließt das Wasser in der Außenkurve oft schneller als innen, sodass die Eisdecke außen dünner ausfallen kann als auf der Innenseite. Gleiches gilt für unterschiedliche Breiten eines Flusses. An Engstellen fließt es in der Regel schneller. In natürlichen Flussläufen ändert sich die Fließrichtung auch durch Hindernisse wie Bäume oder Steine im Wasser, die unter Eis und Schnee nicht sichtbar sind. Ragen solche Hindernisse nach oben heraus, werden diese Stellen durch die Erwärmung der Sonne ebenfalls etwas gefährlicher. Gleiches gilt für dicht am Ufer liegende kleine Inseln. Dieser Fluss ist nicht sicher zu überqueren Menschengemachte Gefahren Ähnlich wie mit den Zu- und Abläufen zu Seen verhält es sich mit den vom Menschen verursachten Gefahren. Am gefährlichsten ist daher das Eis von Stauseen. An Staudämmen und künstlichen Abläufen zur Energiegewinnung mit Turbinen kann das Eis besonders dünn oder brüchig sein. Wird ein See bzw. sein Wasserpegel stark reguliert, kann sogar das gesamte Seeeis als Fläche absinken und dann findest du am Ufer eine steile Eisbruchkante vor. Ich habe einmal erlebt, wie schwierig es sein kann, mit der Pulka über diese Eisschollen nur wenige Meter nach oben zu klettern. Die Mitte des Sees war dennoch topfeben und wir konnten das Eis gefahrlos überqueren. Dennoch gilt bei wechselnden Wasserständen: Mehrere Schichten Eis sind immer nur so stark, wie die dickste Schicht. Normalerweise folgt man auf Stauseen ausschließlich den markierten Wegen und erkundigt sich besser vorher bei den Einheimischen, ob man die Eisfläche sicher überqueren kann. Wasserkraft ist in der Karte oft an kleinen Staudämmen erkennbar (Bild: Norgeskart) Wann ist das Eis dick genug, um es zu überqueren? Ab einer bestimmten Eisdicke trägt das Eis dein Körpergewicht und du kannst es gefahrlos betreten. Natürliches Eis ist jedoch Schwankungen unterworfen und die Wasseroberfläche gefriert nie exakt gleichmäßig. Du kennst das aus dem deutschen Winter, wenn Teile eines Sees bereits zugefroren, geschützte Uferbereiche aber noch völlig eisfrei sind. Für die Tragfähigkeit solltest du daher immer von der schwächsten Stelle ausgehen. Wann trägt Eis auf Salzwasser? Süßwasser gefriert schneller als salzhaltiges Meerwasser. Und da die Nordsee zum Beispiel salziger ist als die Ostsee, friert letztere auch etwas eher zu. Auf klassischen Wintertouren im Fjell wirst du es aber immer nur mit Süßwasser zu tun haben. Daher gehe ich hier nicht detailliert auf Meereisüberquerungen ein. Grundsätzlich solltest du beim Betreten von Meereis beachten: Oft führen eisfreie oder gerade erst zugefrorene Rinnen durch dickere Eisschollen. Diese Bereiche sind besonders gefährlich! Je größer die Entfernung zwischen festen Eisflächen oder dem Land ist, desto unvorhersehbarer sind die Bedingungen jenseits des Startpunktes. Starke Winde, Wellen und Gezeiten verringern die Vorhersehbarkeit der Eisdicke erheblich. Die Lufttemperatur hat den größten Einfluss auf die Eisdicke. Erst ab mehreren Tagen unter -25 °C ist Meereis vorhersehbar tragfähig. Deshalb gilt außerhalb professioneller Polarexpeditionen: Vermeide Meereis, wo immer du kannst, wenn du die Tragfähigkeit nicht sicher einschätzen kannst. Blankes Seeeis ist meist sicher zu überqueren Wann trägt Eis auf Süßwasser? Bei einem stehenden Gewässer kannst du ab einer durchgehenden Eisdicke von mindestens 10 cm relativ gefahrlos das Eis überqueren, sofern sich direkt unter dem Eis das Wasser befindet. Mit Ski verteilt sich dein Gewicht zwar besser, aber weniger als dieser Dezimeter sollte es nicht sein. Denke trotzdem an genug Abstand zueinander. Vergiss alte schwedische Maßstäbe, dass bereits 5 cm eine Person tragen. Erstens waren diese bestimmt leichter bepackt und zweitens auf Schlittschuhen unterwegs und daher schnell. Schneemobile können ab 15 cm Eisdicke über das Eis gefahren werden, wobei manch wagemutiger Same schon bei weniger Zentimetern fährt, aber auch tausendmal mehr Erfahrung damit hat. Bei Fließgewässern sollte die Eisschicht erst ab einer Dicke von 20 cm betreten werden und du musst besonders auf Anzeichen für unsicheres Eis achten, egal wie verlockend das Flusseins durch ein schwer zu begehendes Gebiet ist. Bei -10° Celsius kannst du mit 2-3 cm Eiszuwachs pro Tag rechnen. Das Wachstum verringert sich mit zunehmender Dicke. Schnee oder Wasser auf der Oberfläche isolieren jedoch so gut, dass diese Daumenregel dann nicht mehr aufgeht. Selbst nach einer Woche strenger Kälte kann das Eis dann noch zu dünn sein. Zeichen für unsicheres Eis Bereits einzelne der folgenden Punkte können auf unsicheres Eis hindeuten: Schilder mit der Aufschrift „Varning, svag is!“ 😉 offenes oder fließendes Wasser am Eisrand sichtbar fließendes Wasser unter dem Eis Hohlräume unter der Eisdecke Stellen, an denen offenes Wasser unter das Eis fließt oder unter dem Eis hervortritt offene eisfreie Stellen wie Löcher, Risse oder Kanten Eis, das frisch gefroren aussieht Unerwartete Veränderungen der Eisoberfläche, die dir vorher nicht aufgefallen sind, wie eine zunehmende Anzahl von Rissen oder lautes Knallen von Stressrissen kleine Risse in dickem Eis sind ungefährlich und auch einzelne „Lasergeräusche“ sind nur weit entfernte Stressrisse Eine Brücke weist auf einen schneller fließenden Fluss hin Farbe des Eises Auch an der Farbe des Eises lässt sich sein allgemeiner Zustand ablesen. Dies erfordert allerdings viel Übung. Ich würde es mir selbst nicht zutrauen, dadurch eine im wahrsten Sinne des Wortes belastbare Einschätzung zu treffen, ob ich das Eis überqueren könnte: Hellgraues bis dunkelgraues Eis: Es handelt sich wahrscheinlich um degradierendes, also schmelzendes Eis oder Eis mit Wassereinschlüssen und sollte nicht betreten werden. Eis schmilzt oft früher als Schnee auf Landflächen oder in Senken. Weißes bis undurchsichtiges Eis: Vom Wasser gesättigter Schnee (auch Slush oder Sulzschnee genannt) bildet auf dem Eis eine weitere Schicht. Wegen der eingeschlossenen Luft ist dieses Eis schwach und porös. Meliertes, marmoriertes und matschiges Eis: Dieses Eis löst sich bereits auf und ist gegen Ende des Winters weit verbreitet. Die melierten Stellen entstehen durch Sedimente und Pflanzen. Marmoriertes Eis ist oft ein Zeichen für Kerzeneis. Stahleis: Im Winter ist dunkles, stahlfarbendes Eis am besten, im Frühling hingegen ist es ein schlechtes Zeichen und spricht für schmelzendes Eis. Zeichen für sicheres Eis Einzelne der folgenden Punkte reichen nicht aus, um auf sicheres Eis zu schließen. Es ist vielmehr die Summe: dickes, gleichmäßiges und blaues bis schwarzes Eis, das oft durchsichtig wirkt kleine, geschlossene Risse sind unproblematisch gleichmäßige Altschneedecke ohne nasse Flecken markierte Route über den See zur Hauptsaison regelmäßiger Scooterverkehr mit frischen Spuren Hundeschlitten fahren darüber (erfahrene Schlittenhunde meiden unsicheres Eis) frische Spuren einer Rentierherde (Rentiere meiden unsicheres Eis) frische Bohrlöcher der Eisangler (Eisangler meiden hoffentlich auch unsicheres Eis) ein Blick in die abgedeckten Wasserstellen an Hütten zeigt die Dicke des Eises ein Blick auf den Eisbericht auf iskart.no notfalls kräftiges Stochern mit einem Eispickel (Skistock ist zu unsicher!) Gesteckte Routen über Seen sind meist sicher Wie ich selbst eingebrochen bin Trotz meiner Beschäftigung mit dem Thema bin ich auf einer Wintertour überraschend selbst ins Eis eingebrochen und stand plötzlich bis zum Oberschenkel im Wasser. Alles in allem war es dank der geringen Wassertiefe nicht dramatisch, aber glaub mir, für Herzklopfen und einen Adrenalinschub reichte es in diesem Moment allemal. Was mein Fehler war und wie es dazu kam, kannst du auf dem Bild schnell erkennen. Wir kamen von Süden und wollten über den See nach Nordosten weiterziehen. Hier bin ich ins Eis eingebrochen (Screenshot: Google Maps) Der Fluss kam ebenfalls von Süden und war stellenweise offenes Wasser, also nicht zu betreten. Da auch der Zufluss in den See innerhalb der Bucht immer eine Gefahr darstellt, kreuzten wir den Fluss an der Brücke (rote Striche), um am rechten Ufer weiterzugehen (orange Linie). Die größte Gefahr für dünnes Eis sahen wir in der direkten (vermuteten) Fließrichtung (blauer Bereich). Am äußeren Ufer hätte ich eher dickeres Eis vermutet, zumal dort eine Skispur verlief. Als dritter in der Reihe habe ich wohl auch nicht weiter darüber nachgedacht und bin einfach hinterhergelaufen. An der mit dem Kreuz markierten Stelle gab dann plötzlich das Eis unter mir nach und ich stand mit meinen Ski etwa 80 cm tief im Wasser und Schneematsch. Durch die Nähe zum Ufer und den festen Stand im Wasser konnte ich mich zwar problemlos selbst aus meiner Lage befreien, musste dann aber den Rest des Tages mit nassen Stiefeln weiterlaufen. Was war mein Fehler und was lerne ich daraus? Wie du wahrscheinlich selbst anhand des Satellitenbildes schnell erkennen kannst, wird der Fluss durch irgendein Hindernis unter Wasser umgeleitet und fließt am rechten Rand der Bucht entlang. Es war also eine denkbar ungeeignete Stelle zum Betreten des Sees und wenn ich dieses Bild gekannt hätte, wäre ich dort auch nicht entlanglaufen. Unter dem Schnee konnte ich das jedoch nicht erkennen und habe mich in der vermuteten Fließrichtung geirrt. Ich ziehe daraus dennoch nicht den Schluss, Satellitenbilder von allen Streckenabschnitten zu studieren, aber bei der Fehleranalyse nach der Tour war das Bild hier sehr aufschlussreich. Stattdessen werde ich in Zukunft noch vorsichtiger an Zu- oder Abläufen sein, wenn ich dort Eis überqueren muss. Ich mache lieber einen größeren Bogen, auch wenn das von Felsen durchsetzte Ufer an dieser Stelle mit Pulka ziemlich beschwerlich gewesen wäre. Ein paar Satellitenfotos auf dem Navi oder Smartphone können zwar helfen, sind aber möglicherweise zeitaufwendiger als ein paar Meter Umweg. Richtiges Verhalten, wenn du unsicheres Eis überqueren musst Wirf beim Navigieren regelmäßig einen Blick auf deine Karte und achte auf Flüsse, Zu- oder Abläufe von Seen und Zeichen von Wasserkraft. Das sind die gefährlichsten Stellen. Erkundige dich regelmäßig z. B. auf Hütten oder sprich mit anderen Wanderern über Gefahrenstellen. Umgehe Gefahrenstellen besser, als einen Weg mitten hindurch zu suchen. Seen sind meist sicherer als die Querung von Flüssen, auch wenn das einen kleinen Umweg bedeutet. Überquere Eisflächen in einer Gruppe nur mit genug Abstand zueinander. Die Notfall- und Sicherheitsausrüstung sollte auf mehrere Personen im Team aufgeteilt werden und genauso wie trockene Kleidung griffbereit sein. Und selbstverständlich sollten alle wissen, was im Notfall zu tun ist. Lockere deinen Pulkagurt vor unsicheren Passagen etwas, greife deine Skistöcke ohne Schlaufen und bleibe aufmerksam. Auf blankem Eis läuft es sich etwas einfacher mit Steigfellen, selbst bei Stahlkantenski. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Ufernähe, in der Mitte von Seen ist das Eis oft am tragfähigsten. Wenn Eis brüchig wird und du es knacken hörst, solltest du es so schnell wie möglich auf demselben Weg verlassen, auf dem du es betreten hast. Du kannst dafür auch auf allen Vieren robben und dich auf deinen liegenden Skistöcken abstützen, um das Gewicht zu verteilen. Wenn du unsicheres Eis überqueren und mit dem Einbrechen rechnen musst Im besten Fall hat deine Gruppe ein dünnes Seil zur Hand, dass ihr dafür nutzen könnt. Bäume wären ideal zum Sichern, aber die gibt es selten. Zieh möglichst wenig Kleidung an und wähle nur schnell trocknende Stoffe wie deine Hardshell. Öffne im Zweifelsfall deine Skibindungen und stelle dich nur hinein. Sichere deine Ski mit einer Reepschnur an der Bindung und nimm das andere Ende in die Hand. Schiebe die Ski dann nur in kleinen Abständen voran. So kannst du die Ski beim Einbrechen sichern und schnell hinaufziehen. Schwimmbewegungen mit Ski sind ziemlich komplex. Es folgen weitere Teammitglieder. Auch die Pulkas oder Rucksäcke werden am Seil hinterhergezogen, sobald man das andere Ufer erreicht hat. Ich allein habe immer 6 Meter Reepschnur im Werkzeugset für Wintertouren, wobei das streng genommen noch zu kurz ist. Und wenn du das öfter machst: Es gibt von Thermotic sogar Stoffe mit eingenähtem Auftriebskörper. Eine einzelne Scooterspur kann täuschen, aber hier war es sicher Kameradenrettung, wenn jemand ins Eis einbricht Wenn jemand aus einer Gruppe ins Eis eingebrochen ist, heißt es zuallererst, Ruhe zu bewahren und gezielt zu handeln. Beruhige gleichzeitig die eingebrochene Person, damit sie nach dem Schock wieder atmet. Auf keinen Fall solltest du dich der Einbruchstelle zu weit nähern, sondern aus möglichst großer Entfernung eine Rettung einleiten. Beachte dabei folgende Punkte: Öffne deinen Pulkagurt und lege alles überschüssige Gepäck ab, um möglichst leicht zu sein und dich im Falle des eigenen Einbrechens selbst retten zu können. Behalte deine Skistöcke für die Selbstrettung in der Hand. Bei mehreren Personen sollte die leichteste Person ausgewählt werden. Verteile dein Körpergewicht gleichmäßig auf beide Ski und einen breiten Stand. Nähere dich der Einbruchstelle nur so weit, wie es unbedingt nötig ist. Lege dich alternativ in deine leere Pulka und schiebe dich mit deinen Skistöcken voran (umständlich und gefährlich!). Nutze ein Seil, einen Wurfsack oder mit den Schlaufen ineinander eingehakte Skistöcke, um das Einsturzopfer damit aus dem Wasser zu ziehen. Auch auf dem Eis liegendes Gepäck kannst du später mit einem Lasso heranziehen. Steht die Pulka noch auf sicherem Eis, kannst du hinten daran ziehen, während sich das Einsturzopfer vorne am Pulkagurt festhält. Das schafft gute 3 m Abstand. Im schlimmsten Fall muss das Einsturzopfer seine Ski abschnallen und zurücklassen. Unter Wasser sind mit Ski keine Schwimmbewegungen möglich und die Ski können sich an der Eisöffnung verkeilen. Wenn es möglich ist, die Ski auszuziehen und auf die Eiskante zu legen, können diese zur Lastverteilung nützlich sein. Die herausgezogene Person darf nicht direkt aufstehen, sondern sollte mit Zugunterstützung in deine Richtung robben und das Gewicht dabei gut verteilen. Nasses Eis ist außerdem besonders rutschig und ein Ausrutschen kann zum erneuten Einbrechen führen. Es kann helfen, sich vor dem Ausziehen mit der nassen Kleidung im Schnee zu wälzen, weil dieser die Feuchtigkeit bindet. Um eine Unterkühlung zu vermeiden, gilt es, die nasse Kleidung sofort auszuziehen und in trockene Kleidung zu wechseln. Danach sofort im Kreis rennen, wenn es nur irgendwie geht. Das wärmt den Körper am schnellsten auf. Zum Umgang mit Unterkühlung empfehle ich dir meinen Beitrag zu Erster Hilfe im Winter. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Selbstrettung, wenn du alleine ins Eis einbrichst Wenn du auf Solotour unterwegs bist, solltest du dich noch mehr davor hüten, unsicheres Eis zu überqueren. Wenn du alleine ins Eis einbrichst, hast du ein ernsthaftes Problem. Das kann schnell schiefgehen und tödlich enden. Niemand zieht sich mal so eben hollywoodreif selbst aus dem Wasser. Wenn du dich auf den Ernstfall vorbereitest, besteht aber eine gute Chance auf Selbstrettung aus dem Eis. In Skandinavien sind Isdubbar zur Selbstrettung beim Schlittschuhfahren auf großen Seen verbreitet. Isdubb heißt übersetzt Eisdorn (seltener auch als Eisahle bezeichnet). Genau genommen trägt man zwei Handgriffe mit kurzen spitzen Pickeln an einer Schur um den Hals, um sie im Ernstfall schnell griffbereit zu haben. Du schlägst sie in das Eis an der Kante des Loches und versuchst, dich damit selbst herauszuziehen. Das klingt viel einfacher als es ist, denn das Eis bricht dabei teilweise erneut auf und du befindest dich schnell in einer Paniksituation. Alternativ kannst du diese Technik mit den Spitzen deiner Skistöcke anwenden, was aber durch die Länge der Stöcke noch schwieriger ist. Die Bundeswehr trainiert das in diesem Video ohne Ski. Wichtig ist auch bei Selbstrettungsversuchen, dass ein Hochstoßen mit Ski unter Wasser schwierig bis unmöglich ist. Du musst die Ski wahrscheinlich ausziehen, wie hier anschaulich als „akrobatisch“ beschrieben. Gelingt es dir, sie auf die Eisfläche zu schieben, kannst du damit nach der Rettung deine Last verteilen, um nicht erneut einzubrechen. Anschließend gilt, was auch bei der Kameradenrettung richtig ist: Von der Einbruchstelle den eigenen Weg zurückkriechen, nicht zu früh aufstehen und dann sofort für trockene Kleidung und Wärme sorgen. Offenen Wasserstellen solltest du nicht zu weit nähern Was gibt es noch zu beachten? Bis du routiniert Eis überqueren kannst, dauert es seine Zeit und jede Wintertour bringt ein paar neue Erkenntnisse und Beobachtungen mit sich. Bleibt zu hoffen, dass der Klimawandel nicht mittelfristig zu mehr offenen Wasserstellen im Eis und einer generell höheren Gefahr auf Wintertouren führt. Wir müssten dann wohl auch mehr Umwege in Kauf nehmen. Offenes Wasser furten oder durchwaten? Es ist eher davon abzuraten, offenes Wasser zu furten, sei es wegen Eisbruch an den Ufern oder Eis auf Steinen und auf dem Grund, selbst wenn dich das eiskalte Wasser nicht abschreckt. Wenn es gar nicht zu vermeiden ist, wähle eine möglichst breite und flache Stelle und bereite alles vor, um danach schnell wieder warmzuwerden. Regen oder Overflow, der sich auf dem Eis gesammelt hat Overflow: Wasser auf festem Eis Wenn warme Perioden zum Antauen des Schnees auf dem Eis sorgen oder Wasser durch Risse nach oben drängt, kommt es zu sogenanntem Overflow. Auch Regen oder Schmelzwasser können auf das Eis laufen. Dann stehst du manchmal knöcheltief im Wasser, obwohl das Eis darunter noch meterdick sein kann und absolut sicher trägt. Das ist nicht nur unheimlich, sondern auch sehr schwer einzuschätzen. Auf dem Abiskojaure tritt dieses Phänomen meines Wissens nach häufiger auf, wobei dort genug Verkehr ist, um sich bei der Tragfähigkeit sicher zu sein. In besonderen Fällen befindet sich das Wasser zwischen Eis und Schneedecke und dann merkst du es erst, wenn du bereits darin stehst. Andererseits führen solche kleinen Überflutungen bei erneutem Frost zu einer sehr verlässlich tragenden Eisdecke, auch Aufeis genannt. Wer trockene Füße behalten will, überquert solche Stellen am besten in den frühen Morgenstunden nach einer frostigen Nacht. Oder geht eben außen herum. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Redundanz und Ersatzteile auf Wintertour](https://www.winterfjell.de/redundanz-und-ersatzteile-auf-wintertour/) Published: 2023-03-27 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Sicherheit steht bei der Ausrüstung auf Wintertouren an erster Stelle. Dafür gibt es hohe Mindestanforderungen an die Ausrüstung in puncto Robustheit und Verlässlichkeit. Für die wichtigsten Gegenstände sollte sogar Redundanz als Reserve vorhanden sein. Da kommt schnell zusätzliches Gewicht zusammen. Ein Kilo mehr oder weniger macht in der Pulka zwar nicht ganz so viel aus wie im Rucksack. Trotzdem halte ich viel davon, auch im Winter am Gewicht zu sparen. In diesem Beitrag geht es darum, wann Ersatzteile auf Wintertouren sinnvoll sind. Und ich zeige dir, wie du deine Ausrüstung clever aufeinander abstimmst. Inhaltsverzeichnis An mancher Ausrüstung hängt viel Redundanz schafft SicherheitDie Grenzen von Redundanz Was passiert, wenn …? Perfekte Ausrüstung funktioniert auch mit Beschädigung Ein Gegenstand – mehrere Anwendungen Wo liegen die Grenzen der Ersatzteile auf Wintertour? Kann ich mich auf alles vorbereiten? An mancher Ausrüstung hängt viel Ich gehe davon aus, dass deine Ausrüstung im Wesentlichen den Kriterien für Ausrüstungsgegenstände auf Wintertouren entspricht: robust, kältefest, einfach konstruiert und platzsparend zu verstauen. Nun geht es aber darum, das Risiko eines Ausfalls oder Verlustes abzuschätzen. Was du einmal dabei hast, hast du keinmal dabei. Was zu zweimal dabei hast, hast du einmal dabei. Regel für Polarreisende Wie schnell es gehen kann, dass der einzige mitgeführte Kocher auf Solotour nicht mehr funktioniert, zeigt die Geschichte der Norwegerin Gina Johansen auf ihrer Tour durch die Finnmarksvidda. Das Pumpenleder ihres Benzinkochers war beschädigt und sie konnte keinen Druck mehr in der Flasche aufbauen. Trotz stundenlanger Versuche war es nicht zu reparieren. Zum Glück hatte sie noch ein paar Schlucke Wasser und Knäckebrot, aber weder ein Pumpenleder im Reparaturset noch einen Ersatzkocher. Mit noch mehr Glück traf sie am nächsten Tag bei bestem Wetter zwei Sami auf Schneescootern, die sie retten konnten. Das hätte auch anders ausgehen können. Redundanz schafft Sicherheit Zunächst solltest du dir deine Ausrüstung ansehen. Frage dich bei jedem Teil, was passieren würde, wenn dir dieses Teil kaputt oder verloren ginge. Halb so schlimm oder eine echte Katastrophe? Für alle unentbehrlichen und damit kritischen Gegenstände solltest du nun über Redundanz oder einen Plan B nachdenken. Eine defekte Fotokamera wirst du eher verschmerzen können als den defekten Kocher. Aber es muss gar nicht exakt der gleiche Kocher noch einmal im Gepäck sein. Bei vielen Ausrüstungsgegenständen reicht ein einfaches Backup: Ein Feuerstahl funktioniert auch dann noch, wenn die komfortablen Streichhölzer nass geworden sind. Ein Spirituskocher wie der Trangia Triangle ist zwar langsam, aber ein unverwüstlicher Notkocher, wenn der Winterkocher den Geist aufgibt. Denke an den Spiritus dafür. Eine dünne Hardshell-Tourenjacke für Regentage ersetzt im Notfall auch meine Etaproof-Tourenjacke. Zwei Isomatten können sich im Notfall gegenseitig ersetzen. Eine davon ist immer eine Evazote-Matte und damit „unkaputtbar“. Wegwehen kann sie trotzdem, also zwei Matten. Karte und Kompass zusammen mit einem GPS verdoppeln die Möglichkeiten zur Navigation und kommen sowieso mit. Auch eine Karte auf dem Smartphone kann helfen, sollte aber nicht fest eingeplant werden, da ein Handy zu empfindlich ist. Im Notfall kannst du viele Ausrüstungsgegenstände mit anderen Dingen aus dem Gepäck ersetzen und so Gewicht sparen. Einige Beispiele für solche Querverwendung als Ersatzteile auf Wintertour aus meiner Erfahrung sind: Die Hardshellhose oder dünne Daunenhose sind das notdürftige Backup zur Softshell-Tourenhose. Das Multitool mit Zange ersetzt die verschollene Topfzange. Sämtliche Packsäcke sind im Notfall als Schneeanker zu verwenden. Eine Wechselsocke kombiniert mit einem kleinen Packsack dient als zusätzlicher Handschuh, zumindest bis zum Ausstieg aus der Tour. Ein dickes Schlauchtuch (Buff) mit geschlossener Kapuze kann eine Weile eine Mütze ersetzen, die z. B. am Körper trocknen muss. Ein Windsack dient als Backup für das Zelt. Die Grenzen von Redundanz Gerade der letzte Punkt macht deutlich, wo die Grenzen der mitgeführten Ersatzteile auf Wintertour liegen. Denn kaum jemand wird ein zusätzliches Zelt mitschleppen wollen. Bei der Zeltwahl kommt es also in besonderem Maße auf die Ausfallsicherheit an. Du solltest dir auch über ausreichend Reparaturmöglichkeiten Gedanken machen. Flicken, Garn, Silnet oder Seamgrip und zwei Reparaturhülsen plus Ersatzsegment für das Gestänge gehören immer ins Gepäck. Ein komplettes Ersatzgestänge (für jede benötigte Länge am Zelt) kann in abgelegenen Gegenden ebenfalls sehr nützlich sein. Zusätzlich ist der erwähnte Windsack eine Reserve für deine Kräfte, da du mit ihm auch ohne Not bei Wind angenehme Pausen einlegen kannst. Improvisierte Aufnahme am Pulka-Gestänge Was passiert, wenn …? Am wichtigsten ist es, eigene Antworten auf Fragen wie die folgenden zu finden: Was passiert, wenn … verloren geht oder beschädigt wird? Wie verhalte ich mich, wenn … passiert? Womit könnte ich … ersetzen? Spiele diese Fragen vor allem für sehr schlechte Bedingungen wie Schneesturm mit schlechter Sicht oder extremer Kälte durch. Oft führen solche Überlegungen auch dazu, dich besser davor zu schützen, dass eine gefährliche Situation überhaupt eintritt: Wenn du dein Zelt beim Aufbau immer zuerst an der Pulka befestigst, kann es dir kaum wegfliegen. Das Risiko wird dadurch geringer und dein Plan B kommt hoffentlich nie zum Einsatz. Allerdings erfordern solche Routinen immer Übung und Disziplin. Schwierig finde ich die Antwort auf die Frage: Was passiert, wenn mein Schlafsack wegfliegt oder seine Funktion verliert? Daunenjacke, Thermohose und Füßlinge reichen eher nicht aus, um mehr als ein oder zwei Nächte zu überstehen. Wie kann ich also besonders auf den Schlafsack achtgeben? Kann ich auf Hütten ausweichen? Hier bin ich an euren Ideen interessiert und wie ihr dazu steht. Perfekte Ausrüstung funktioniert auch mit Beschädigung Es gilt, auf Konstruktionen zu achten, die selbst bei Beschädigung noch (notdürftig) funktionieren. So musst du weniger Ersatzteile auf Wintertour mitführen. Ein Beispiel für eingebaute Redundanz ist das Pulkagestänge von Acapulka. Anders als bei vielen anderen Gestängen, wird die Pulka dabei nicht über das Gestänge selbst gezogen, sondern über ein innenliegendes Drahtseil. Bricht dir bei einem Sturz das Gestänge, kannst du die Pulka trotzdem weiterziehen. Ich habe diese Funktionsweise bei meinem selbstgebauten Pulka Gestänge übernommen. Perfekt ist diese Variante dennoch nicht: Sollte eine der Ösen vom Ende des Drahtseils abreißen, ist auch hier die Funktion des Gestänges für die Tonne. Die Lösung des einen Problems kann ein ganz neues Problem schaffen. Blickt man auf die Wahrscheinlichkeit eines Schadens, ist ein Gestängebruch bei einem Sturz das häufigere Problem. Sinnvolle Redundanz wäre dennoch ein leichtes Stück Reepschnur von etwa sechs Metern. Ein Gegenstand – mehrere Anwendungen Spannend finde ich die Tricks und Kniffe, die mir das Leben leichter machen, ohne zusätzliches Gewicht zu bedeuten. Wenn ich also Ausrüstung, die ich sowieso dabeihabe, mehrfach verwenden kann, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ski und Skistöcke werden als zusätzliche Schneeheringe genutzt. Die halbleeren Pulkas dienen nachts gestapelt als einfacher Windschutz für das Zelt. Mein Wäschesack fürs Zelt ist nachts auch mein Kopfkissen. Statt eines zusätzlichen Warmhaltebeutels für Tütengerichte verwende ich meine Mütze, in der das Essen zieht, während die Mütze vielleicht etwas trocknen kann. Meine VBL-Socken sind ursprünglich 6-Liter-Gefrierbeutel und dienen nach Gebrauch noch als Müllbeutel für Lebensmittelverpackungen, Teebeutel und ähnliches. Die hochwertigen Gefrierbeutel mit Doppelverschluss können sogar für benutztes Toilettenpapier genutzt werden. Meine Trinkflasche kommt abends als Wärmflasche in den Schlafsack. Da ich Schuhgröße 45 habe, passen auch meine Socken um die Nalgene und können im Zweifelsfall dort etwas trocknen. Anderen nehmen zwei Flaschen mit jeweils 0,5 Litern Volumen und haben so zwei „Heizungen“. Morgens zum Start wickle ich die mit heißem Wasser gefüllte Nalgene in meine Daunenjacke ein. So sind beide in der ersten Pause noch warm und ich spare mir eine zusätzliche Isolierhülle. Später am Tag gibt es dann den Tee aus der Thermoskanne. Ich hatte keine Ersatzski, als mir meine Skibindung herausgerissen ist Wo liegen die Grenzen der Ersatzteile auf Wintertour? Die Beispiele oben waren das Zelt und der Schlafsack, welche (üblicherweise) nicht doppelt mit auf Tour kommen. Auch bei der schweren Schneeschaufel muss ein Exemplar pro Person ausreichen. Auf Solotouren gibt es dafür also kein Backup, obwohl sie wirklich wichtig ist. Ersatzski würde ich auf normalen Touren nie mitnehmen. Aber wie ist es mit einer Ersatzbindung oder einem zusätzlichen Skistock? Oder einem vollwertigen zweiten Winterkocher? Hier würde ich die Mitnahme von verschiedenen Faktoren abhängig machen. Meist genügt ein Kocher für zwei Personen. Ist man zu dritt unterwegs, sollte also sowieso ein zweiter Winterkocher mit ins Gepäck und ist dann gleich das Backup für alle. Geht es in hüttenlose Gebiete, wird ein zusätzlicher Kocher plötzlich viel lebenswichtiger, weil du ohne ihn nicht einmal an Wasser kommst. Um bei dem eingangs erwähnten Beispiel des defekten Kochers zu bleiben: Mindestens ein vollständiges Reparaturset mit Pumpenledern, Dichtungen und passenden Ersatzteilen gehört immer ins Gepäck. Selbstredend solltest du den Umgang damit auch entsprechend gut beherrschen. Einen zusätzlichen Skistock oder eine Ersatzbindung würde ich meist erst ab zwei oder drei Personen mitnehmen, wenn man sich das zusätzliche Gewicht teilen kann. Ein paar Ersatzschrauben für die Bindung wiegen aber nicht viel und sollten auch auf Solotour ins Werkzeugset. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Kann ich mich auf alles vorbereiten? Ein klares Jein! Es geht hier um eine individuelle Risikoabwägung und die damit verbundene Risikominimierung durch Vorüberlegungen. Dazu habe ich dir hier meine Gedanken und Lösungen aufgezeigt, aber du musst dich letztendlich mit deinen Fragen selbst beschäftigen. Das ist die beste Vorbereitung und übt dich darin, im Bedarfsfall schnell umzudenken. Auf der anderen Seite kannst du zwar alle erdenklichen Ersatzteile auf Wintertour mitnehmen, es kann aber immer etwas schiefgehen, mit dem du (bis dahin) überhaupt nicht gerechnet hast. Dann ist Improvisation gefragt, wie bei diesem gebrochenen Skistock. Ein gut sortiertes Werkzeugset ist dabei immer hilfreich. Meine Empfehlung an dich ist es, dir sorgfältig eine Redundanz für alle wichtigen Ausrüstungsgegenstände zu überlegen bzw. zu wissen, auf welche Gegenstände du besonders achten musst. Und dann sind da noch die richtigen Verhaltensweisen, wie sie in den Fjellsicherheitsregeln aufgeführt sind. Dort heißt es: Umkehren ist keine Schande. Das gilt umso mehr, wenn sich schon früh Probleme mit der Ausrüstung andeuten. Dann solltest du lieber in Sicherheit überlegen, was du verbessern könntest. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Erste Hilfe im Winter](https://www.winterfjell.de/erste-hilfe-im-winter/) Published: 2022-12-01 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Unterkühlung und Erfrierungen sind im Winter die größten Gefahren. Die medizinischen Grundlagen für Erste Hilfe unterscheiden sich im Winter wenig von der Erstversorgung in anderen Jahreszeiten. Aber es gibt viele Irrtümer über die richtige Versorgung von Notfällen, die durch Kälte erzeugt wurden. Weil oft eine schnelle Reaktion nötig ist, solltest du bei Minusgraden alle Handgriffe beherrschen. Es könnte Leben retten. Inhaltsverzeichnis BasiswissenTypische Verletzungen Abschnitt I – UnterkühlungLeichte Unterkühlung Gegenmaßnahmen bei leichter UnterkühlungWann es Hilfe durch andere braucht Schwere Unterkühlung Gegenmaßnahmen bei schwerer UnterkühlungUnd wenn es bei schwerer Unterkühlung keine professionelle Hilfe gibt? Abschnitt II – ErfrierungenLeichte Erfrierungen Gegenmaßnahmen bei leichten Erfrierungen Schwere Erfrierungen Gegenmaßnahmen bei schweren ErfrierungenWas solltest du bei Erfrierungen auf gar keinen Fall tun? Vorbeugen vor Erfrierungen und Unterkühlung Abschnitt III – Weitere GefahrenWarnsymptome bei BauchschmerzenWann muss die Person mit Bauchschmerzen evakuiert werden? Ab wann mit Bauchschmerzen sofort zum Arzt? Immersionsfüße SchneeblindheitGegenmaßnahmen bei Schneeblindheit Zahnschmerzen und Zahnverletzungen Sich selbst evakuieren Absetzen eines NotrufsDie Rettungskräfte unterstützen Vermissten­meldung aus dem Ausland Anlegen eines Erste Hilfe Sets für Wintertouren Basiswissen Um mit medizinischen Notfällen umgehen zu lernen, empfehle ich dir einen allgemeinen Erste-Hilfe-Kurs sowie eine regelmäßige Auffrischung des Gelernten. Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, kannst du auch umfangreiche Kurse zu Erster Hilfe in Polarregionen besuchen, wie sie spezialisierte Anbieter im Programm haben. Hier wird besonders auf typische Outdoorverletzungen oder -gefahren eingegangen und meist auch gleich in der Natur der praktische Umgang erlernt. Keine dieser Schulungen kann jedoch eine professionelle medizinische Versorgung im Notfall ersetzen, wie sie nur langjährig ausgebildetes Fachpersonal leisten kann. An dieser Stelle sei daher auch darauf hingewiesen, dass es sich bei meinen Schilderungen um ein erstes Informationsangebot zu dem Thema handelt und nicht um medizinischen Rat im Notfall. Typische Verletzungen Zu den typischen Verletzungen zählen Wunden wie Abschürfungen, Prellungen, kleinere Brandwunden und Blutungen. Hier wird von dir erwartet, dass du dir selbst helfen und dich in Sicherheit bringen kannst. Traumatische Verletzungen wie Knochenbrüche und Bänderrisse sind schon ernster. Hier unterscheidet sich das Vorgehen nicht wesentlich von der normalen Erstversorgung, nur die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsdienste dauert länger. Wenn du dich selbst bergen kannst, hast du Glück, aber niemand erwartet, dass du mit einem gebrochenen Bein aus dem Fjell kriechst. Rufe in dem Fall also bitte Hilfe und stelle die Verletzung ruhig. Ich gehe hier daher nicht auf traumatische Verletzungen ein, sondern setze die entsprechenden Kenntnisse voraus oder empfehle dir einen Kurs. Abschnitt I – Unterkühlung Nach Definition liegt eine Unterkühlung vor, wenn die Körpertemperatur der betroffenen Person unter 35 °C fällt. In diesem Fall handelt es sich bereits um eine relevante Störung des Wärmehaushaltes. Es ist also mehr als „nur“ Frieren. Unterschieden wird anschließend nach einer leichten und schweren Unterkühlung. Leichte Unterkühlung Bei einer Körpertemperatur zwischen 35°-34° Celsius gilt die Person als leicht unterkühlt. In diesem Fall ist Erste Hilfe noch als Eigenmaßnahme möglich. Eine leichte Unterkühlung ist an verschiedenen Symptomen zu erkennen. Dazu gehören Zittern und ein Kältegefühl Erregungszustand und zunehmende Müdigkeit/Erschöpfung Schmerzen an den Extremitäten bläulich-blasse Haut und blaue Lippen schneller Puls erhöhter Blutdruck (ohne Gerät nicht feststellbar) flache Atmung unkoordinierter Gang stolpern über Ski oder Schwierigkeiten im mäßig schwierigem Gelände zu gehen Für den Verdacht einer Unterkühlung reichen bereits einzelne dieser Anzeichen aus. Da Erschöpfung und Anstrengung mit schnellem Puls oft in schwierigen Passagen oder bei körperlicher Verausgabung auftreten, ist gerade auch in Bewegung darauf zu achten, wie es um einen selbst und die anderen Gruppenmitglieder steht. Gegenmaßnahmen bei leichter Unterkühlung Zeigen sich Anzeichen einer leichten Unterkühlung, besteht Handlungsbedarf. Eine Person, die zittert, ist noch nicht in Lebensgefahr. Eine Person, die immer noch in der Kälte ist und aufhört zu zittern, ist in Lebensgefahr. Die unterkühlte Person muss schnellstens aus der kalten Umgebung entfernt und windgeschützt gelagert werden. Am besten wird dafür das Zelt aufgebaut oder notfalls kann ein Windsack helfen, denn durch den Windchill-Effekt wird dem Körper extrem viel Wärme entzogen. Feuchte Kleidung oder Schuhe sollten sofort gegen trockene und warme Kleidung getauscht werden, die weit genug geschnitten ist, um die Blutzirkulation nicht zu behindern. Ist die unterkühlte Person noch bei vollem Bewusstsein, sollte diese sich unbedingt durch körperliche Bewegung aktiv beteiligen. Gut sind dafür Kniebeugen, Liegestütze, Armkreisen und leichtes Hüpfen geeignet. Anschließend sollte die Person ausreichend Essen und Getränke zu sich nehmen, um dem Körperkraftwerk Brennstoff zu liefern. Außerdem ist etwas Ruhe hilfreich, die aber unter Beobachtung geschehen sollte. Wann es Hilfe durch andere braucht Sobald eine Bewusstseinsstörung bei der Person bemerkt wird, sollte das passive Aufwärmen bevorzugt werden. Die Person kommt in einen warmen Schlafsack, unbedingt mit einer ausreichend dicken Isomatte gegen die Bodenkälte. Als Position eignen sich die Rückenlage oder im Zweifel auch die stabile Seitenlage. Anschließend wird eine sogenannte Hibler-Wärmepackung in Form einer Wärmflasche oder eines Taschenofens in Kleidung eingewickelt (sonst zu heiß!) und ausschließlich am Hals (Schlagader) oder auf den Leisten im Schritt platziert. Mehrere solcher Pakete sind noch besser. Beim Aufwärmen sollten die Vitalzeichen regelmäßig kontrolliert werden. Erst wenn die unterkühlte Person wieder bei vollem Bewusstsein ist, sollten warme, gezuckerte Getränke wie Tee und hochkalorische Nahrung gegeben werden. Wichtig ist, dass die Person auch bei Appetitlosigkeit etwas zu sich nimmt. Der Appetit geht im Winter zurück, der Körper braucht für sein Kraftwerk allerdings dringend „Brennstoff“. Zur Erholung sollte ein Pausentag mit guter Ernährung eingelegt werden. Schwere Unterkühlung Eine schwere Unterkühlung liegt vor, wenn die Körpertemperatur unter 34 °C sinkt. Es gibt eine Grauzone im Verlauf zwischen leichter und schwerer Unterkühlung. Obwohl bei einer leichten Unterkühlung noch eigene Erste Hilfe angebracht ist, so solltest du im Fall einer schweren Unterkühlung keine eigenen Maßnahmen mehr durchführen. Professionelle Hilfe ist dringend zu bevorzugen! Die Symptome für eine schwere Unterkühlung sind deutliche Bewusstseinstrübung Entscheidungsschwäche Erinnerungslücken Unterzuckerung (ohne Gerät nicht feststellbar) nachlassendes Schmerzempfinden langsamer Puls unregelmäßige Atmung Herzrhythmusstörungen (für Laien kaum zu erkennen) schließlich weite Pupillen* keine Schmerzreflexe mehr* nur noch schwacher Puls* Extreme: Koma, Atemstillstand, Scheintod* * nur bei sehr schwerer Unterkühlung in extremen Fällen Gegenmaßnahmen bei schwerer Unterkühlung Bei einer schweren Unterkühlung besteht die Gefahr eines lebensbedrohlichen Herzkammerflimmerns durch Erschütterungen. Die unterkühlte Person muss daher immer äußerst vorsichtig und behutsam bewegt oder transportiert werden. Da beim Erwärmen der Person ein Wiedererwärmungsschock eintreten kann, ist professionelle Hilfe unbedingt vorzuziehen. Bei diesem Schock spielt die mit einer Unterkühlung häufig einhergehende Dehydration eine bedeutende Rolle. Wird die Person zu schnell erwärmt, öffnen sich die Blutgefäße der Extremitäten und das durch das Austrocknen verdickte Blut strömt zurück in die anderen Körperteile. Da das Blutvolumen im Körper dafür nicht ausreicht, sinkt der Blutdruck extrem schnell: Der Schockzustand setzt ein. Gleichzeitig wird das Blut in den zuvor undurchbluteten Körperteilen mit Stoffwechselabfällen verunreinigt und irritiert das Herz beim Zurückströmen zusätzlich. Man spricht auf von Afterdrop oder Bergungstod. Sofern alle Vitalfunktionen stabil sind, ist es daher angebracht, die stark unterkühlte Person in diesem Zustand zu lassen und Hilfe anzufordern. Selbst einige Tage ohne Erwärmung können in diesem Zustand überlebt werden. Ausnahme: Nach einem Sturz ins Wasser beim Überqueren von unsicherem Eis und einer schnell eintretenden schweren Unterkühlung kann und sollte die Person direkt erwärmt werden. Und wenn es bei schwerer Unterkühlung keine professionelle Hilfe gibt? Nur in diesem Fall kannst du die Person ähnlich wie bei leichter Unterkühlung behandeln. Wärmflaschen in Kleidung eingewickelt werden an Hals, auf die Leisten und zusätzlich an die Seiten des Brustkorbs gelegt und regelmäßig ausgetauscht. Die Wärmepakete dürfen nicht zu heiß sein! Alle Vitalfunktionen müssen dauerhaft überwacht werden. Bei Scheintod durch Unterkühlung besteht die Gefahr, zu früh mit einer Reanimation zu beginnen. Diese darf erst durchgeführt werden, wenn mindestens 3 Minuten lang sicher kein Puls und keine Atmung festgestellt wurden. Die Person darf nicht bewegt werden. Auf keinen Fall dürfen warme Getränke verabreicht werden, bevor die Person wieder bei Bewusstsein ist. Nach Übergang in den Zustand der leichten Unterkühlung wird wie dort beschrieben verfahren. Aber noch einmal: Bei einer schweren Unterkühlung ist die Evakuierung oberstes Ziel! Abschnitt II – Erfrierungen Bei Erfrierungen handelt es sich um lokale Gewebeschädigungen durch intensive örtliche Kälteeinwirkung. Gerne treten Erfrierungen im Zuge einer allgemeinen Unterkühlung auf, sie sind an exponierten Stellen aber auch ohne Unterkühlung möglich. In dem Fall einer schweren Unterkühlung mit einer Körpertemperatur unter 32 °C stellt diese die größere Gefahr dar und entsprechend musst du zuerst Gegenmaßnahmen gegen die Unterkühlung durchführen. Die Unterteilung in drei oder vier Grade der Erfrierung spielt vielleicht in der Klinik eine Rolle, aber auf Tour sind die feinen Differenzierungen nicht ausschlaggebend. Unterschieden wird nur nach leichter und schwerer Erfrierung: Leichte Erfrierungen Eine leichte Erfrierung liegt vor, wenn der betroffene Körperteil wachsweiß und kalt ist und nur noch eingeschränkt Gefühl zeigt. Das darunterliegende Gewebe ist dann noch weich und flexibel. Oft zeigt sich spätestens beim Abtasten ein brennender Schmerz, es können sich Frostbeulen mit Blasenbildung und leichte Schwellungen bilden. Gegenmaßnahmen bei leichten Erfrierungen Auch bei Erfrierungen sollte die Person möglichst schnell in eine warme Unterkunft oder wenigstens das Zelt gebracht werden, um keiner weiteren Kälte ausgesetzt zu werden. Anders als bei Unterkühlung solltest du den erfrorenen Körperteil möglichst rasch aufwärmen. Dazu eignet sich idealerweise ein Wasserbad mit 38°-40° Celsius Wassertemperatur. Der Körperteil sollte darin für 20-40 Minuten aufgewärmt werden. Also Kocher an und sofort Schnee schmelzen. Bis zum Erwärmen des Wassers kann die Haut-zu-Haut Erwärmung genutzt werden, wobei die Finger oder Zehen auf den Bauch der Begleitperson oder in die eigene Achselhöhle gelegt werden. An der Wange oder Nase kann auch einfach eine warme Hand aufgelegt werden. Teilweise reicht der Körperkontakt allein sogar aus, sofern die Stelle danach ausreichend warm bleibt. Achtung! Ein erfrorener Körperteil verfügt über kein Gefühl mehr, sodass zu heißes Wasser nicht wahrgenommen wird. Daher sollte die Wassertemperatur ständig überwacht werden. Zusätzlich sollte ein Blutverdünner wie ASS (Aspirin) gegeben werden (alle 6 Stunden über 10 Tage oder bis zur nächsten medizinischen Hilfe). Lockere Verbände oder Abpolstern helfen gegen Druckstellen und -schmerzen. Gegen Schwellungen hilft eine erhöhte Lagerung des betroffenen Körperteils. Blasen werden grundsätzlich nicht geöffnet und es muss darauf geachtet werden, dass die Haut an den betroffenen Stellen sauber und trocken gehalten wird. Auch eine antiseptische Behandlung ist anzuraten. Schwere Erfrierungen Der Körperteil färbt sich bei einer schweren Erfrierung tiefrot bis violett und später totenblass. Der Körperteil ist gefühllos, fühlt sich bei Berührung eisig an und meist besteht dabei auch kein Schmerzempfinden mehr. Nachlassender Schmerz bei gleichbleibender Kälte ist daher ein Warnsignal. Es kann auch zu bläulich-schwarzen Nekrosen kommen oder der Körperteil vereist total. Gegenmaßnahmen bei schweren Erfrierungen Außerhalb von extremen Expeditionen solltest du die Tour in diesem Fall abbrechen und dringend medizinische Hilfe aufsuchen. Dies gilt auch immer dann, wenn gleichzeitig eine schwere Unterkühlung oder ein schlechter Allgemeinzustand vorliegen, weil die Behandlungsmöglichkeiten auf Tour dafür nicht ausreichen. Wenn keine Evakuierung möglich ist, kann es sinnvoller sein, den erfrorenen Körperteil im gefrorenen Zustand zu belassen, bis medizinische Hilfe eintrifft oder wenigstens die nächste Hütte erreicht wurde. Denn ein erneutes Einfrieren würde den Schaden verstärken. Was solltest du bei Erfrierungen auf gar keinen Fall tun? Die gefrorene Stelle am Körper sollte … … niemals massiert werden, weil dann die unteren Gewebeschichten ebenfalls zerstört werden können, … auf keinen Fall mit trockener Hitze von einem Lagerfeuer oder einem Föhn aufgetaut werden, da sie kein Wärmeempfinden für die Hitze hat, … nie langsam aufgewärmt werden (anders als bei Unterkühlung!) und … niemals mit Schnee eingerieben werden. Vorbeugen vor Erfrierungen und Unterkühlung Es gibt einige Möglichkeiten, Erfrierungen vorzubeugen, die durch eigenes Fehlverhalten entstehen. Die Gefahr beschränkt sich dann auf Erfrierungen, die durch Notsituationen oder Unfälle eintreten können. Vor Wind schützen! Der Windchill-Faktor spielt eine sehr wichtige Rolle beim Temperaturverlust. Bedecke alle empfindlichen Stellen mit winddichten Stoffen. Insbesondere Kopf, Gesicht und Nacken sollten bei Wind immer ausreichend isoliert und bedeckt sein. In einer Gruppe sollten alle gegenseitig auf leichte Erfrierungen im Gesicht achten, erkennbar durch weiße Flecken auf Wangen und Nase. Alleine hilft ein Spiegelkompass. Zu enge Skistiefel behindern den Blutfluss, sodass die Zehen schneller betroffen sind. Ausreichend Platz im Schuh ist erst, wenn die Zehen die Außenwand nicht mehr direkt berühren. Achte auch darauf, dass die Bindungen deiner Schneeschuhe den Fuß nicht abschnüren. Genauso verhält es sich mit den Fingern und Handschuhen. Mindestens Linerhandschuhe oder besser dünne Fingerhandschuhe sind bei starken Minusgraden Pflicht, auch wenn kleinere Handarbeiten anfallen. In Bewegung eignen sich dicke Fausthandschuhe besser. Achte auf einen nicht zu engen Sitz oder zu straffe Gummis am Handgelenk. Auch Fingerringe können einengen. Bei häufig kalten Händen kann es helfen, die Skistöcke kürzer zu stellen, um die Durchblutung zu fördern. Gleichzeitig sollte man nicht zu viel anziehen, um nicht zu schwitzen. Der Schweiß leitet die Wärme viel besser und spätestens in der nächsten Pause kühlt man rasch aus. In Pausen sollte man immer eine warme Daunenjacke überziehen und auch den Reißverschluss schließen. Im Winter ist es wichtig, viel zu trinken, da viel Flüssigkeit unbemerkt über den Atem verloren geht. Idealerweise handelt es sich dabei um Heißgetränke aus einer Thermoskanne. Ebenso wichtig ist die Nahrungsversorgung mit Nüssen, Schokolade, Keksen und fetter Salami, damit der Körper als Wärmekraftwerk über ausreichend Brennstoff verfügt. Einmal erfrorene Stellen dürfen auf keinen Fall erneut einfrieren. Die Isolation der empfindlichen Stelle ist daher sehr wichtig. In der Vergangenheit kältegeschädigte Körperteile sind oft ein Leben lang deutlich empfindlicher und müssen besonders beobachtet werden. Abschnitt III – Weitere Gefahren Warnsymptome bei Bauchschmerzen Eine besondere Schwierigkeit unterwegs sind Bauchschmerzen, da wir dabei keine äußere Verletzung sehen können. Gehen diese Schmerzen über normale Schmerzen wie bei Sodbrennen, Magenverstimmung oder leichte Übelkeit hinaus, muss entschieden werden, ob die Person evakuiert und zu einer Ärztin oder einem Arzt gebracht werden sollte oder ob ein Pausentag vielleicht angebrachter wäre. Meistens führt eine Entzündung oder Verletzung eines der Organe aus dem Bauchraum zu einer Reizung des inneren Bauchfells. Diese Reizung führt zu Übelkeit und weiträumigen Schmerzen, lässt aber noch keine genaue Lokalisierung und damit kaum eine Diagnose zu. Erreicht die Entzündung das äußere Bauchfell, zieht sich die Bauchdecke zu einer brettharten Abwehrspannung zusammen und Schmerzen sind durch ein Klopfgefühl oder bei Erschütterung genauer lokalisierbar. Wann muss die Person mit Bauchschmerzen evakuiert werden? Die verletzte Person sollte nun mit erhöhtem Oberkörper und leicht angewinkelten Knien gelagert werden. Um zu entscheiden, ob eine Evakuierung dringend erfolgen sollte, sind folgende Warnsymptome zu beachten: Abwehrspannung der Bauchdecke Starke Berührungsempfindlichkeit der Bauchdecke Langanhaltendes Fieber oder Temperaturen über 40 °C Hartnäckiges Erbrechen und/oder Durchfall, z. B. wenn Mageninhalt bereits vollständig entleert Blut aus Mund oder After Bauchschmerzen, die nicht innerhalb von 12 Stunden besser werden Schmerzen, die zunehmend stärker werden und sich von einem allgemeinen zu einem lokalisierbaren Schmerz entwickeln Anzeichen eines Volumenmangelschocks (durch Blutverlust oder Dehydrierung) Idealerweise sollte bei allen Bauschmerzen zunächst gemeinsam versucht werden, mögliche Ursachen zu eruieren. Können Lebensmittel verdorben gewesen sein? Sind alle betroffen oder hat nur eine Person davon gegessen? War das Essen durch Brennstoff verunreinigt? Gibt es starke Entzündungen am Körper, die zu einer Blutvergiftung geführt haben könnten? Wurden Medikamente eingenommen? Führt die Person ab? Wie ist die Urinfarbe? Gab es sonstige Ereignisse, die zu Bauchschmerzen führen könnten? Ab wann mit Bauchschmerzen sofort zum Arzt? Die Situation ist lebensbedrohlich, wenn die Person durch den Flüssigkeitsverlust austrocknet. Wenn man eine Hautfalte am Arm zusammendrückt und diese stehen bleibt oder sich nur sehr langsam zurückbildet, handelt es sich um einen akuten Notfall, der einen Rettungseinsatz erfordert. Auch bei Blut im Stuhl oder im Erbrochenem, bei starken Schmerzen, niedrigem Blutdruck, bei schnellem Puls und bei Schwindel, gleichzeitigen Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen sollte der Weg dringend zur nächsten Arztpraxis führen. Immersionsfüße Bekannt sind diese Kälte-Nässe-Schäden vielen auch als Trench-Foot, weil Soldaten im Schützengraben häufiger damit zu kämpfen hatten. Es handelt sich aber um einen Oberbegriff für ein komplexen Syndroms, das von verschiedenen Faktoren verursacht werden kann. Immer spielt längere Feuchtigkeit am Fuß eine Rolle, zum Beispiel durch feuchte Socken und Stiefel, da die Haut bis in das tieferliegende Gewebe dadurch aufweicht. Keime, Pilze und Viren können so leichter zu Entzündungen führen. In Verbidung mit VBL-Socken ist es daher besonders wichtig, über Nacht für trockene Füße zu sorgen und die VBLs wirklich nur am Tag zu tragen. Sollte das Hautgewebe bereits aufgequollen und geschädigt sein, wasche die Haut vorsichtig (kein heißes Wasser) oder desinfiziere sie. Weder solltest du die Füße reiben noch massieren. Anschließend müssen die Füße ohne übermäßige Hitze so viel wie möglich trocknen. Wechsel die Socken ab sofort regelmäßig, auch tagsüber. Die feuchten Socken können in der Hosentasche trocknen. Auch die Belastung durch die Zeit im Stiefel sollte so kurz wie möglich ausfallen. Werden die Symptome stärker, ist ein Tourabbruch notwendig. Schneeblindheit Schneeblindheit ist im Prinzip nichts anderes als ein Sonnenbrand der Bindehaut der Augen. Wie beim Sonnenbrand verursacht die UV-Strahlung der Sonne eine Schädigung der Oberfläche. Durch die Reflexion des Schnees wirkt die Strahlung doppelt. Vermutlich spielt aber die Höhe eine größere Rolle als der Schnee, da es vor allem beim Höhenbergsteigen auftritt. Symptome von Schneeblindheit sind stark lichtempfindliche Augen, Tränenfluss, Kopfschmerzen, Augenschmerzen, brennende Lider beim Blinzeln, ein Nachlassen der Sehfähigkeit und das starke Wahrnehmen eines Halo-Effekts. Im schlimmsten Fall führt Schneeblindheit – wie der Name schon sagt – zum vorübergehenden völligen Erblinden. Gegenmaßnahmen bei Schneeblindheit Zunächst solltest du dich vor allem vor Schneeblindheit schützen. Das beste Mittel ist es, die Augen mit einer guten Sonnen- oder Gletscherbrille von der UV-Strahlung abzuschirmen. Diese sollte auch bei bedecktem Himmel getragen werden und muss am Rand eng am Gesicht anliegen, um Streulicht zu minimieren. Für viele überraschend, hilft bei Verlust der Brille der Streifen einer Rettungsdecke als Provisorium. Schneeblindheit ist wie ein Sonnenbrand meist schmerzhaft, aber ungefährlich, sofern kein völliger Verlust der Sehkraft vorliegt. Überwiegend reicht es aus, bei den ersten Anzeichen von Schneeblindheit in das Zelt zu kriechen und die Augen vor noch mehr Licht und Strahlung zu schützen. Aspirin oder spülende Augentropfen können den Schmerz lindern. Ist die Sehkraft bereits deutlich beeinträchtigt, reicht ein Pausentag in vielen Fällen zur Regeneration aus. Wie bei Erfrierungen auch sind Menschen empfindlicher, die bereits einmal betroffen waren. Zahnschmerzen und Zahnverletzungen Zahnschmerzen sind sehr unangenehm und lassen sich unterwegs kaum behandeln. Meist bleibt nur, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen einzunehmen, mit Salzwasser oder aufgelösten Zahnputztabletten zu spülen und Schmerzverursacher wie heiße und sehr kalte Getränke oder Kauen und Druck zu vermeiden. Der übliche Tipp, die Stelle zu kühlen, stimmt zwar auch hier, aber es ist doppelte Vorsicht vor Erfrierungen geboten. Auch wenn der Verlust einer Zahnfüllung/Zahnkrone oder ein abgebrochener Zahn eher selten sind, ist es einem meiner Tourmitglieder trotzdem schon passiert. Das kann durch einen Sturz oder genauso durch den Biss in einen eiskalten Schokoriegel geschehen. Ein wenig hängt es aber auch mit der individuellen Disposition zusammen. Hast du häufiger Probleme mit deinen Zähnen, nimm unbedingt etwas Zahnzement für den Notfall mit. Damit lassen sich Löcher provisorisch füllen oder Zahnteile wieder ankleben. Nach deiner Rückkehr gehst du natürlich sofort damit zur Zahnarztpraxis und lässt es korrekt versorgen. Grundsätzlich kann ein Zahnarztbesuch zum Checkup nicht schaden, bevor du auf eine längere Wintertour in abgelegene Gebiete gehst. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Sich selbst evakuieren Es ist keine Frage: In vielen Fällen kann der Notruf gar nicht schnell genug abgesetzt werden. Zögere dann bitte nicht! In anderen Fällen ist es nicht (sofort) nötig, einen Notruf abzusetzen. Auch wenn vielleicht im ersten Moment nach einer Verletzung etwas Panik aufkommt, hilft manchmal durchatmen, um in Ruhe auf die Situation zu schauen. Vielleicht reicht schon ein Pausentag oder eine geänderte Tourplanung auf dem kürzesten Weg aus dem Fjell, um das marode Knie nicht weiter zu belasten. Es hängt eben stark von der jeweiligen Situation, der Erfahrung und am Ende auch deiner Ausrüstung oder den Wetterbedingungen ab, ob du dich bzw. deine Gruppe selbst evakuieren kannst oder Hilfe anfordern musst. Diese Entscheidung kann ich dir nicht nehmen und es ist niemals verkehrt, um Hilfe zu bitten! Gleichzeitig bin ich grundsätzlich ich der Meinung, dass du dir möglichst viel selbst helfen können solltest. Und insbesondere in einer Gruppe kann man sich gegenseitig unterstützen und eine Tour zu gunsten eines einzelnen eben auch abbrechen. Es gehört immer ein Backup an Proviant und Brennstoff für Notfälle in dein Gepäck. Sei es, um ein paar Tage im Sturm abzuwettern oder einfach deutlich länger für einen Abstieg mit mäßigen Schmerzen zu brauchen. Und für das „Dazwischen“: Manchmal kann man sich sowohl selbstständig auf den Weg aus der Notlage machen als auch die Rettungskräfte über die Pläne informieren. Diese wissen dann um die Situation und bleiben eher im „Stand-by“. Absetzen eines Notrufs Ein aufgeladenes Handy ist unerlässlich! Der Notruf per Handy (112) ist in allen europäischen Ländern gleich. Das Handy wählt sich automatisch in das stärkste verfügbare Netz ein und der Anruf wird an die Notrufzentrale weitergeleitet. Außerdem funktioniert dies auch ohne Guthaben, solange die SIM-Karte aktiv ist. Einen Notruf abzusetzen, ist ganz einfach: wählen der 112 beantworten aller Fragen erst auflegen, wenn sich der Gesprächspartner verabschiedet warten bis der Rettungsdienst eintrifft Mehr braucht es tatsächlich nicht, um erfolgreich die Rettungskette in Gang zu setzen. Zusätzlich ist eine aktuelle (GPS-)Position dafür sehr hilfreich. Und wenn du kein Handynetz hast? Wer einen Notsender wie den Garmin inReach mini (2), mit Fotoversand und Sprachnachrichten den inReach mini 3 plus oder den ZOLEO ZL1000 dabei hat, kann mit diesem in Notsituationen entweder Hilfe von eingeweihten Personen anfordern oder ein Notsignal über das Iridium-Netz absetzen. Dieses alarmiert direkt die weltweite Garmin Response Zentrale (ehemals GEOS IERCC oder Garmin IERCC), der dann die nächstgelegenen Rettungsdienste informiert. Auch hier können je nach Gerät Rückfragen über einen Messenger gestellt werden. Verletzungen und medizinische Notfälle zählen dabei laut InReach-Statistik zu den Hauptgründen für die Nutzung. Eine Alternative ist der Defy Satellite Link von Motorola, der über den Anbieter Bullitt betrieben wird. Deren Einstiegspreise in den Markt waren vielversprechend, haben sich aber angepasst und es gibt anders als beim inReach/ZOLEO keine Tarife mit monatsweiser Laufzeit. Die weitere Möglichkeit ist das Globalstar-Netz. Hier ist zum Beispiel die Marke SPOT bekannt. Ich hatte bis 2018 einen SPOT-Messenger der dritten Generation und bin wegen Problemen mit Nachrichten, die nicht durchkamen, mit nachhaltigem Erfolg zu inReach gewechselt. Das wird sich seitdem mutmaßlich verbessert haben. Auch mit einem Iphone der neueren Generation hast du einen eingebauten SMS-Notruf via Globalstar für die ersten zwei Jahre ab Registrierung dabei. Allerdings setze ich lieber auf seperate Geräte für mehr Sicherheit. Dennoch ist ein Iphone besser als kein Notsender. Ein Personal Locator Beacon (PLB) aus der Seefahrt funkt über 406 Mhz ein Notsignal und funktioniert grundsätzlich auch an Land. Früher waren diese Geräte daher öfter auch auf Wintertouren im Einsatz. Allerdings hast du keine Zwei-Wege-Kommunikation, kannst wirklich nur ein „SOS“ senden und zahlst in der Anschaffung das gleiche wie für die anderen Geräte. Mit wäre der Mehrwert der Kommunikation hin und her die Mehrkosten durch den anschließenden Tarif immer die paar Euro wert. Früher ging es nicht anders, heute schon. In manchen Regionen gibt es auch Nottelefone auf (Schutz-)Hütten. Diese sind zwar dem Notfall vorbehalten, aber eine freundliche Nachfrage, wie lang der Schneesturm, in dem man gerade steckt, noch dauert, ist den meisten Rettungsdiensten lieber als ein unnötiges Ausrücken, weil du bereits vermisst wirst. Selbst wenn du grundsätzlich gut Englisch sprichst, ist eine Stresssituation noch einmal etwas anderes. Ich habe dir hier daher zum Download eine Liste der wichtigsten Medizinbegriffe für den Notfall auf Deutsch und Englisch zusammengestellt. Druck sie dir beidseitig aus und lege sie mit ins Erste-Hilfe-Paket. In jedem Fall ist im Vorfeld eine spezielle Bergeversicherung zu empfehlen, damit die teils extremen Kosten solch eines Einsatzes gedeckt sind. Meiner Meinung nach sollte mindestens die Bergungsversicherung der Bergrettung Tirol (oder als DAV-Mitglied die Versicherung des Deutschen Alpenvereins) vorhanden sein. Die normale Krankenversicherung wird nur bei Not für Leib und Leben zahlen, das reicht mir nicht. Eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung kann nach der Bergung nützlich sein, dich auch ohne medizinische Notwendigkeit in die Heimat zurückzuführen. Die Rettungskräfte unterstützen Zunächst ist es enorm hilfreich, eine gute Kommunikation über den Notfall zu ermöglichen. Je genauer du deinen Standort und die Art des Notfalls mitteilen kannst, desto besser können die Rettungskräfte planen und gezielt ausrücken. Mit dem Absetzen des Notrufs ist es aber nicht immer getan. Steckst du beispielsweise im Schneesturm fest, kann auch die Bergrettung nicht ohne Gefahr ausrücken, schon gar nicht mit einem Helikopter. Du solltest dich also immer auf Wartezeit einstellen und alles für deinen weiteren Schutz unternehmen, was dir möglich ist. Hab Geduld, niemand wird dich unnötig warten lassen! Gleichzeitig musst du auch gefunden werden. Kannst du (oder jemand aus der Gruppe) noch aktiv auf dich aufmerksam machen, solltest du dich beim Nähern eines Hubschraubers in leuchtend bunter Kleidung hin und her bewegen. Bloßes Winken ist aus der Luft deutlich schlechter zu sehen, als eine sich bewegende Person. Bei einsetzender Dunkelheit können Lichtsignale mit der Stirnlampe unterstützen. Und da wir gerade beim Hubschrauber sind: Ein möglichst ebener und mit einigen Packsäcken markierter Landeplatz, der etwas abseits vom Zelt liegt und von losen Gegenständen befreit ist, erleichtern dem Pilotenteam die Landung. Auch ein Heli landet gegen den Wind. Nähere dich dem Hubschrauber nach der Landung aber immer erst nach Aufforderung und nie von hinten! Kannst du nur noch passiv auf dich aufmerksam machen, helfen tagsüber ebenfalls leuchtende Signalfarben, zum Beispiel des Zeltes. Für nachts gibt es kleine Reflektoraufkleber, die du bereits zuhause auf deine Skispitzen kleben kannst. Wenn du alle Ski dann rund um das Zelt einsteckst, haben die Rettungskräfte es mit ihren Scheinwerfern an den Schneemobilen mit Glück etwas leichter, dich bei schlechter Sicht zu finden. Auch ein hell erleuchtetes Zelt ist besser sichtbar. Vermissten­meldung aus dem Ausland Ein Thema, bei dem es sehr auf die individuelle Situation ankommt, ist das Kontaktieren der Rettungsdienste aus der Heimat durch Familienangehörige oder einen Notfallkontakt. Prinzipiell ist es zu empfehlen, dass es zu Hause eine eingeweihte Person gibt, die dich vermisst melden kann, wenn du dich sehr lange nicht meldest. Nun ist es keine Seltenheit, dass du tagelang auf einer Hütte oder im Zelt abwetterst oder auch mal eine vermeintlich verschickte Nachricht nicht durchkommt. Da kann bei der Familie schnell Unruhe aufkommen und es gilt im Vorfeld klare Absprachen zu treffen, wann ein Alarmieren wirklich sinnvoll ist. Ideal ist daher ein Notfallkontakt mit Wintertour-Erfahrung. In Schweden und Norwegen wird über die Telefonnummer 112 die Polizei verständigt, die auch die Bergrettung koordiniert. Nun besteht für die Person zu Hause in Deutschland das Problem, dass die 112 sie in ihrem Heimatland verbindet und nicht in dem Land deines Aufenthalts. Zum Glück wird bei einem dringenden Notfall die Rettungskette auch aus Deutschland in Gang gebracht. Für einen direkteren Draht ist es möglich, aus Deutschland die norwegische Polizei anzurufen, sogar bis hin zur einzelnen Polizeistation. Und auch die schwedische Polizei ist aus dem Ausland erreichbar. Blasen sind die typischsten kleinen Blessuren auf Wintertour: unangenehm, aber meist harmlos Anlegen eines Erste Hilfe Sets für Wintertouren Erst die Ausbildung, dann die Materialzusammenstellung! Wer mit seinem Erste-Hilfe-Set nicht umgehen kann, dem nützt auch das beste Set nichts. Und wer gut ausgebildet ist, der weiß, was in ein Set gehört. Ich möchte dir dennoch einen Überblick geben, was meiner Meinung nach in ein Erste Hilfe Paket für Wintertouren muss. Ergänzt wird es durch eine kleine Apotheke mit den nötigsten Medikamenten. Andere Dinge müssen nicht mit, außer du hast damit häufiger Probleme oder willst auf eine kleine Expedition. Standardausrüstung wie Verbandmaterialien, Binden, Wundschnellverbände und Kompressen und Wundauflagen Schere Sporttape, Kinesiologietape oder Hypafix (sehr kältebeständig) zum Abkleben von Scheuerstellen Blasenpflaster Klammerpflaster oder Wundnahtstreifen Einweg-Skalpell einige Alkoholtupfer Pinzette Fieberthermometer (Achte darauf, dass es bis 32 °C geht) Betaisadona zur Wunddesinfektion ASS (Aspirin) zur Blutverdünnung und als leichtes Schmerzmittel Ibuprofen 400 und 800 retard* (letztere sollten nicht geteilt werden, da retard erst im Darm wirkt) Hirschtalg für die Füße und gegen den bösen Wolf im Schritt ggf. Einweghandschuhe ggf. SAM Splint Schiene ggf. Zahnzement für Notfallfüllungen ggf. Schrunden-/Hautkleber zum Verschließen von trockener, rissiger Haut an den Händen ggf. Loperamid gegen Durchfall ggf. Buscopan gegen Magenkrämpfe ggf. Breitbandantibiotika* (z. B. bei Blasenentzündungen das umstrittene Ciprofloxacin) ggf. Augentropfen bei Schneeblindheit ggf. Schmerzgel für Muskelverletzungen *verschreibungspflichtige Medikamente sind nur du über deinen Arzt/Ärztin als Privatrezept erhältlich Nutzlos sind bei Kälte nahezu alle Salben, da sie einfrieren (manche müssen halt trotzdem mit; beim Auftauen durchkneten) Wundsprays ohne Alkohol, da sie ebenfalls einfrieren (Achtung, mit Alkohol kann zu Frostschäfen auf der Haut führen) chemische Wärmepads funktionieren bei großer Kälte nur sehr schlecht Kältekompressen 🙂 Erste Hilfe im Winter ist ein ganz schön umfangreiches Thema, das du immer kennen und hoffentlich nie brauchen solltest. Bleib gesund und pass auf dich auf! Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Fjellsicherheit mit dem Windsack](https://www.winterfjell.de/fjellsicherheit-mit-dem-windsack/) Published: 2021-01-22 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wenn das Wetter im Fjell plötzlich umschlägt und dir der eiskalte Wind die Schneekristalle wie Sandpapier durchs Gesicht zieht, dann wird es Zeit für das sichere Zelt. Doch was, wenn es für den Aufbau schon zu stürmisch ist? Oder dein Zelt beschädigt wurde? Oder durch einen Notfall keine Zeit mehr bleibt? Für diesen Fall tragen viele Menschen in Skandinavien einen Windsack (Vindsekk) mit sich, in den sie bei solchen Situationen kriechen. Ich möchte dir daher diesen Ausrüstungsgegenstand für mehr Fjellsicherheit ans Herz legen. Inhaltsverzeichnis Wenn wir Schutz brauchenWindsack Schneeschaufel Isolation Bau eines Notbiwaks mit dem WindsackPause und Rast im Windsack Schneehöhle Notfälle vorbereiten und einüben Und was ist mit den Hütten? Wenn wir Schutz brauchen Das Szenario lässt sich beliebig anpassen, denn grundsätzlich ist ein Notbiwak ja etwas Überraschendes oder Ungeplantes. In den meisten Fällen führt plötzlich wechselndes Wetter mit aufkommendem Wind zu solchen Notsituationen. Die Grenze für einen ungefährlichen Aufenthalt im Freien richtet sich daher auch nach dem Windchill-Effekt. So schön ein geplantes Biwak in einer sternenklaren Nacht auch sein kann, bei Sturm und Unwetter bin ich lieber im Zelt oder noch lieber in einer Hütte. Obwohl ein Notbiwak nicht geplant wird, solltest du eben doch auf solche Situationen vorbereitet sein und die passende Ausrüstung dabeihaben. Windsack Im Unterschied zu einer gegrabenen Schneehöhle bietet der Vindsekk oder zu Deutsch Windsack den Vorteil, dass du ihn auch bei niedriger Schneehöhe verwenden kannst. Außerdem ist er nahezu sofort einsatzbereit, wenn du bei einem Notfall oder bei Erschöpfung Schutz suchst. Wer schon einmal stundenlang eine Schneehöhle gegraben hat, weiß, wie lange das dauern kann. Im Prinzip ist der Windsack vergleichbar mit einem größeren Biwaksack, mit ein paar Anpassungen. So finden sich Abspannmöglichkeiten an den Ecken und einige Modelle haben zusätzliche Gucklöcher oder kleine Folienfenster. Wenn dein Modell keine Abspannmöglichkeiten hat, solltest du nachträglich einige annähen. Wichtig ist dabei, dass du deine Ski dadurch stecken kannst. Die Schlaufen der Hersteller sind oft sehr klein, also nähe dir besser gleich größere an. Überhaupt lässt sich ein Windsack gut selbst nähen, wenn du Geld sparen möchtest. Das Prinzip möchte ich mit einer Skizze gerne einmal veranschaulichen: Windsack Ansicht von oben Ich habe auf Solotour das Modell Bivybag Duo von Exped verwendet, da ich es auch als Biwaksack nutzen kann und im Notfall sogar als Poncho. Für zwei erwachsene Personen wird es darin aber schon sehr eng. So ist er eher als Notausrüstung einzustufen. Klassische Windsäcke finden sich eher bei den skandinavischen Herstellern. Helsport Vindsekk, Fjällräven Windsack und Hilleberg Windsack sind gute Beispiele und auf gemeinsamen Touren ist daher der Hilleberg 3-Personen Windsack im Gepäck. Er bietet tatsächlich bis zu drei Personen Platz. Andere Hersteller haben ähnliche Produkte im Angebot, die du dort unter dem Begriff Bothy Bag oder selten auch Zdarsky-Zelt findest. Diese sind eher zum Sitzen gedacht als zum Liegen. Für die kurze Rast sind sie besser geeignet als ein klassischer Windsack, zum Abwettern schlechter. Auch als Kleingruppe haben wir im Winter auf Tagestouren immer eine Version von Rab für 4-6 Personen dabei. Nachteil an einem Windsack ist, dass er nur vor Wind schützt. Die isolierende Wirkung einer Schneehöhle kann er leider nicht liefern. Wenn die Schneebedingungen passen und noch genug Zeit für eine Schneehöhle ist, dann kannst du dir die Arbeit ruhig machen. Ausblick aus dem Windsack bei gutem Wetter Schneeschaufel Die Schneeschaufel gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen auf einer Wintertour. Lawinen sind auf den ausgewiesenen Routen in den typischen Tourgebieten in Skandinavien zwar eher selten, aber dennoch eignen sich hochwertige Alu-Lawinenschaufeln aus dem Bergsport am besten. Du baust damit Schutzmauern, hebst Toilettenlöcher aus, befreist das Zelt vom Flugschnee, aber vor allem kannst du damit Notbiwaks oder Schneehöhlen errichten. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der Tour sollte eine eigene Schneeschaufel griffbereit in Rucksack oder Pulka haben. Wenigstens eine Schaufel und ein Windsack für zwei Personen gehören auch bei Hüttentouren ins Gepäck. Isolation Auch im Notbiwak oder in der Schneehöhle musst du dich vor der Kälte schützen. Eine Daunenjacke, ein Schlafsack und eine gute Isomatte gehören also immer mit in den Rucksack. Bau eines Notbiwaks mit dem Windsack Den optimalen Ort für ein Notbiwak bietet ein natürlicher Windschutz durch Felsen, ein paar Bäume oder auch nur eine Hügelkuppe. Der Windsack eignet sich aber auch bei nicht ganz optimalen Orten. Dafür gehst du wie folgt vor: Prüfen der Schneehöhe mit dem Skistock, einer Lawinensonde oder einer Zeltstange. Du brauchst eine Tiefe von mindestens 50 cm. Die Pulkas oder Rucksäcke werden als Windschutz zum Graben aufgestellt. Nun beginnst du eine Liegefläche von 2 Metern Länge und mind. 1 Metern Breite auszuheben. Mit den Skistöcken kannst du dir die Fläche gut abstecken. Der Aushub wird möglichst in Blockform direkt als Schneemauer zum Schutz vor Wind weiterverwendet. Du solltest mindestens 40 cm tief ausschachten, besser noch tiefer. Wenn der Schnee es nicht zulässt, baue deine Schneemauer höher. Zusammen mit dem Windschutz brauchst du eine Höhe von 70 cm. Anschließend wird der Windsack an den Ski über die Schneemauer so befestigt, dass er etwas niedriger als die Kante der Mauer abgespannt wird. Am anderen Ende fixieren die Skistöcke den Sack. Windsack als Notbiwak Seitenansicht Pause und Rast im Windsack Wenn du nicht biwakieren, sondern nur rasten willst, bietet ein Windsack noch eine zweite Möglichkeit. Auch zum Ablesen der Karte, Bestimmen der Koordinaten mit dem GPS oder zum Umziehen bietet er schnellen Schutz vor Wind und Schnee. Sitzende Rast im Windsack Seitenansicht Der Rucksack kann dabei gut im Fußraum verstaut werden und ist damit noch erreichbar. Die gerollte oder gefaltete Isomatte dient zum Sitzen. Schneehöhle Schneehöhlen sind, anders als oft angenommen, keine traditionellen Iglus der Inuit. Deren Bau erfordert nicht nur Können und feste Schneeblöcke, sondern nimmt auch enorm viel Zeit in Anspruch. Sie sind also nichts für den Notfall. Bereits eine einfache Schneehöhle zu bauen, erfordert etwas Erfahrung. Zunächst muss ein geeigneter Ort wie eine Schneewechte für eine Höhle oder eine tiefe Stelle im Schnee für eine Kantengrube gefunden werden. Gerade Wechten und geeignete Hänge sind aber häufig auch etwas lawinengefährdeter. Sei also bitte vorsichtig bei der Wahl deiner Höhle und checke vorher die Lawinensicherheit des Hanges! Eine Kantengrube lässt sich am einfachsten und schnellsten graben und wäre daher die erste Wahl. Dafür muss nur ein Graben so tief wie möglich (bis Stehhöhe) ausgehoben werden. Mit einer Lawinensonde kannst du die Schneehöhe schnell überprüfen, notfalls funktioniert auch ein umgedrehter Skistock. Der Graben sollte nur schulterbreit sein, damit er sich später noch mit Schneeblöcken abdecken lässt. Bei den Maßen bietet sich eine Länge von maximal 2 m an. Bereits beim Bau bietet dieser Graben ersten Schutz vor dem Wind, sobald du darin hockst. Das ist ein großer Vorteil, weil so zum Beispiel auch eine untätige, erschöpfte Person schnell geschützt wird. Bei wenig Schnee kann der Aushub an der oberen Kante für mehr Höhe angehäuft werden. Im unteren Bereich kann der Graben nun zur Seite zu einer Höhle erweitert werden, zum Beispiel um eine Sitzgelegenheit oder eine Bank zum Liegen. Oben wird die Höhle mit großen Schneeblöcken verschlossen. Hierfür kann eine zusätzliche Schneesäge von Vorteil sein, ist aber insgesamt nicht notwendig. Reichen die Schneeblöcke nicht, können die Ski und ein Stock als Stütze dienen. Oder es kann der Windsack als Plane verwendet werden. Der andere Skistock kommt mit in das Innere der Grube und dient dazu, ein Luftloch nach außen zu stechen und bei Schneefall durch regelmäßiges Stochern freizuhalten. Die Pulka kannst du als eine Art Tür verwenden und über den Eingang ziehen. Alternativ kann eine kleine Schneehöhle von der Seite in eine Wechte (Schneeverwehung auf der Leeseite von Geländekanten) oder einen Hang gegraben werden. Ideal ist ein schräg aufsteigender Gang, der dann am Ende zu einer Höhle vergrößert wird. Wenn genügend Schnee vorhanden ist und dieser bereits lang genug liegt und verfestigt wurde, dann kann diese traditionelle Schneehöhle weiter oben auch zu einer Kammer für bis zu drei Personen ausgebaut werden oder mehrere Höhlen verbunden werden. Die Bedingungen für solche Varianten müssen aber wirklich stimmen. Und du solltest bei der Bauzeit mit Stunden rechnen statt Minuten. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Notfälle vorbereiten und einüben Ein Notbiwak oder eine Kantengrube zu bauen, sollte vorher gut eingeübt werden. Es ist wichtig, dass alle Gruppenmitglieder das Vorgehen kennen und vor allem praktisch beherrschen. Gut geeignet ist dafür zum Beispiel ein erster Tag nach der Anreise zum Akklimatisieren und Packen der Pulka. Wer will, kann bei der Gelegenheit gleich vor der Hütte schlafen. Eine Schneehöhle zu graben, ist keine leichte Aufgabe! Verlasse dich nicht darauf, im Notfall sofort einen geeigneten Ort zu finden. Der Bau dauert meist länger als erwartet. Die Kenntnis der Verhaltensregeln für das Winterfjell sollten ebenfalls alle Gruppenmitglieder besitzen. Das ist Teil einer umfangreichen körperlichen und mentalen Vorbereitung auf Wintertouren. Und was ist mit den Hütten? Wie oben bereits geschrieben, ist eine sichere Hütte meine erste Wahl, wenn sich das Wetter absehbar verschlechtert. Aber dafür muss sie noch bei gutem Wetter erreichbar sein. Bei schlechtem Wetter kann die Hütte schnell unauffindbar sein, trotz GPS! Gehe nicht leichtfertig weiter, nur weil die warme Hütte so verlockend ist. Wettere rechtzeitig ab! Einige Hütten bieten auch im Winter einen Winterraum, der immer geöffnet bleibt. Da diese Räume leider oft missbraucht werden, möchte ich aber deutlich darauf hinweisen, dass sie nur für den Notfall gedacht sind. Notfälle sind Erschöpfung, Unterkühlung, plötzlicher Wetterwechsel und ähnliche Dinge. Das wenige vorhandene Brennholz sollte für bedrohliche Situationen aufbewahrt werden. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Checkliste vor der Wintertour](https://www.winterfjell.de/checkliste-vor-der-wintertour/) Published: 2024-11-10 | Updated: 2026-02-03 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die einen lieben ihre Ausrüstung und beschäftigen sich regelmäßig damit, andere werfen die Ski nach der Tour in die Ecke und lassen sie dort bis zum nächsten Winter liegen. Spätestens vor der nächsten Tour solltest du aber alles kontrollieren. Diese Checkliste vor der Wintertour kann verhindern, dass du etwas Wichtiges in der Vorbereitung vergisst. Damit hast du im Zweifel nicht nur alles dabei, sondern es funktioniert auch richtig. Schon einige (mich eingeschlossen) haben mitten auf der Wintertour festgestellt, dass irgendetwas mit dem Kocher nicht stimmt oder das Zeltgestänge beim letzten Sturm doch irgendwie mehr abbekommen hat, als gedacht. Inhaltsverzeichnis Warum ich die Checkliste vor der Wintertour nutze Was sollte ich vor der Wintertour überprüfen?Fortbewegung und Transport Zelt und Schlafstätte Küche und Kochen Bekleidung Anreise Routenplanung Fitness und Hygiene Papiere und Unverzichtbares Sonstige Ausrüstung Kritischer Blick für Gruppen Und nach der Wintertour? Warum ich die Checkliste vor der Wintertour nutze Auf einer meiner letzten Touren ist mir die Skibindung aus dem Ski gerissen, weil der Holzkern im Ski vermodert war. Über die Jahre war Feuchtigkeit eingedrungen und die Schrauben fanden bei der Not-Reparatur nur noch mit viel Sekundenkleber und Streichholzstückchen als Dübel Halt. Zwar ließ sich so noch der Weg aus der Hardangervidda bewerkstelligen, aber die ursprüngliche Tour war damit vorbei. Seitdem habe ich mir vorgenommen, meine Ski vor der Reise immer ganz genau zu überprüfen. Zur Erinnerung an mehr Sorgfalt habe ich mir eine Notiz im Smartphone anlegen wollen, welche Dinge ich vor jeder Wintertour checken möchte. Und siehe da, es gab dort schon eine Notiz aus dem Vorjahr mit dem Punkt „Skibindung links, Schrauben nachziehen“. Blöd gelaufen. Die beste Liste bringt nur etwas, wenn man sie auch nutzt. Vielleicht wäre die Tour dann anders ausgegangen. Aber durch diese Erfahrung teile ich meine Checkliste vor der Wintertour jetzt wenigstens mit allen. Hätte ich vielleicht vorher merken können, dass die Schrauben der Skibindung nicht mehr griffen Was sollte ich vor der Wintertour überprüfen? Grundsätzlich vorweg: Wenn du wissen willst, was du überhaupt alles einpacken solltest, schau gerne in meine Beispiel-Packliste für Wintertouren, lege dir eine eigene Packliste an und teste deine Ausrüstung unbedingt, bevor sie mit auf Tour kommt. Was du hier findest: In dieser Checkliste vor der Wintertour geht es um die letzte Kontrolle der Ausrüstung, um absehbare Probleme rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Fortbewegung und Transport Skibindungen: Schrauben kontrollieren und ggf. nachziehen, alle Mechanismen leichtgängig schwergängige Bindungsmechanismen mit Lithiumfett nachfetten (hilft auch gegen Vereisen) Heißes Gleitwachs auf Ski auftragen (z. B. durch Skiservice) Schuppen von Schuppenski mit No-Wax behandeln (hält trotzdem nur wenige Tage) Stahlkanten kontrollieren (ggf. schärfen) Steigfelle überprüfen (Fransen trimmen, Kleber erneuern und Fell imprägnieren) Schneeteller an den Skistöcken funktionsfähig Bei Teleskopstöcken kurz Feststellmechanismus der Länge prüfen Skistiefel kontrollieren (Einlegesohlen, Senkel, Ösen, Bruchstellen, ggf. neu fetten) Pulka und Gestänge: Sichtprüfung auf Schäden an allen Bauteilen Pulkagurt: Nähte, Schnallen und D-Ringe überprüfen Und zuletzt: Passt denn auch alles in die Pulka? Zelt und Schlafstätte Zeltgestänge an den Steckhülsen auf kleine Risse kontrollieren; Gummis straff und elastisch kleiner Probeaufbau für das Winterzelt (achte auf Nähte, Löcher und ungewohnten Geruch) Zeltreißverschlüsse leichtgängig, sonst mit Wachs oder Teflon-Spray behandeln Abspannschnüre vollständig Bei Hüttentouren Öffnungszeiten recherchieren und ggf. Hütten vorbuchen Aufblasbare Isomatte über Nacht noch luftdicht (und trotzdem immer Ersatz aus Evazote!) Winterschlafsack: Zipper leichtgängig, Daune loftet gut, warm genug für das Zielgebiet Anzahl Schneeheringe ausreichend plus etwas Ersatz Reparaturset kontrollieren (Silikon-Kleber kann z. B. aushärten) Küche und Kochen Dichtungen Brennstoffflaschen anschauen, abtasten und nachfetten (spröde Dichtungen sofort tauschen!) Brennstoff: Benzin-Menge berechnen; lang gelagertes Benzin testen oder ersetzen Kocher kontrollieren und ggf. reinigen Pumpenleder kontrollieren und ggf. nachfetten Beim Check an Ersatzkocher oder Ersatzpumpe denken, auch wenn beides nie gebraucht wurde Ersatzteil-Set vollständig Gas im Feuerzeug auffüllen Lebensmittel: Proviant auch für einen Extratag als Backup Bei langen Touren Einkaufsmöglichkeiten einplanen und Öffnungszeiten recherchieren Thermosflasche dicht und Verschluss eingepackt Bekleidung Kleidung passt noch Merinokleidung auf Löcher untersuchen und bei Bedarf stopfen Klettflächen, Reißverschlüsse und Knöpfe intakt Membranbekleidung imprägnieren Kleidung für starken Wind optimiert Ersatzhandschuhe und eine weitere Mütze schaden nie! Letzten Wetterbericht kurz vor der Tour abrufen und Kleidung notfalls noch etwas anpassen Anreise Einreisebestimmungen anschauen (z. B. bei Lebensmitteln) Allgemeine Reisebedingungen beachten (z. B. kein Brennstoff im Fluggepäck, Pulka als Sportgepäck) Kurz vor Abfahrt noch einmal alle Abfahrtzeiten checken Plan B: Verbindungen grob recherchieren, falls große Verspätung Ggf. Aufbewahrung von Skisack und Pulka-Rollbrett im Hotel klären 20 Kronen Münze für den Kofferkuli am Bahnhof Oslo einstecken Zwischentransfer und Abreise ebenfalls klären Für Oslo Central lohnt sich eine 20 Kronen Münze im Gepäck Routenplanung Ausführliche Tourplanung und Routenwahl durchführen und erste Etappen festlegen Einschränkungen des Jedermannsrechtes in Nationalparks recherchieren Insbesondere Ausstiegsmöglichkeiten, Puffertage und Varianten einplanen Über mögliche Wetterverhältnisse informieren Gefahrenstellen wie dünnes Eis und Lawinensicherheit/-gefahr aus der Karte ableiten Papierkarte vorhanden oder neu bestellt relevante Seiten im Reiseführer abfotografieren oder kopieren Kompass funktioniert flüssig und zeigt nach Norden GPS vorbereiten und entsprechende Karten/Tracks/Hüttenkoordinaten aufspielen Fitness und Hygiene Körperliche Belastungsfähigkeit gegeben und keine versteckte Infektion Alle sinnvollen Impfungen (z. B. Tetanus) aktuell Rechtzeitig Ausdauertraining steigern (z. B. eine Laufrunde pro Woche mehr) Viel Aufenthalt im Freien für Gewöhnung an Kälte Vor Abfahrt Fußnägel schneiden Sonnenbrille (mit Stärke?), Lippenbalsam und Sonnencreme Ersatzbrille (ggf. im Auto lassen, wenn für das Fahren nötig) Für lange Haare genug Ersatzhaargummis Papiere und Unverzichtbares Ausweis noch gültig Kreditkarte noch gültig, braucht es noch Bargeld? Hüttenschlüssel DNT Mitgliedsausweis deines Lieblings-Tourismusverbandes Erste-Hilfe-Set vollständig, Medikamente haltbar, wichtige Notrufnummern notiert Bergungs-Versicherung und ggf. Auslandskrankenversicherung Schneeschaufel dabei Windsack ist mindestens bei reinen Hüttentouren Pflicht Kontaktperson für Notfälle über Planung informiert Sonstige Ausrüstung Elektronik aufgeladen: Smartphone, Fotokamera, Powerbank, Stirnlampe usw. Armbanduhr mit Barometer bei Ankunft auf korrekte Höhe eichen Ersatzbatterien ausreichend Nützliche Apps für lokalen Busbetrieb oder Bahn installiert und eingerichtet Notsender wie z. B. Garmin inreach mini 2 oder mini 3 plus aktiviert Reparaturset mit passendem Werkzeug durchgehen und ggf. optimieren Und für überlebenswichtige Ausrüstung Redundanz und Ersatzteile einplanen Kritischer Blick für Gruppen Unnötiges Gewicht aussortieren, insbesondere in der Gruppe kannst du Ausrüstung teilen Alle Erwartungen an die Tour und die Mitglieder gegenseitig geklärt Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten festgelegt Harter Realitäts-Check: Wer ist schwächstes Glied? Gepäck abnehmen? Mental stärken? Möglichst Probetour, um die Teamdynamik und Kommunikation kennenzulernen In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und nach der Wintertour? Nach der Wintertour ist natürlich vor der Wintertour. Es lohnt sich also immer, auszuwerten, was gebraucht wurde und was nicht. Wo liegt Verbesserungspotential sowohl bei Ausrüstung als auch Verhalten? Was würdest du auf deiner persönlichen Checkliste vor der Wintertour ergänzen? Schreib gerne einen Kommentar. Und auch ein bisschen Pflege der Ausrüstung schadet nicht: Wachse die Ski vor dem Einlagern, um den Belag zu schützen. Lagere alles immer sauber und trocknen, repariere Kleinigkeiten sofort oder tausche sie aus, bevor es bis zum nächsten Jahr in Vergessenheit gerät. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte)](https://www.winterfjell.de/zehn-gefahren-auf-wintertour-ausser-kaelte/) Published: 2024-06-07 | Updated: 2026-02-01 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Zu den größeren Gefahren auf Wintertour zählt auf jeden Fall die Kälte. Ab minus 20 °C abwärts funktionieren einfach viele Dinge anders. Dennoch möchte ich diesmal nicht direkt auf die Temperaturen eingehen. Stattdessen zeige ich mit dieser Liste zehn Gefahren auf Wintertour, die gar nicht oder nur indirekt etwas mit Kälte zu tun haben. Spoilerwarnung: Wirklich gefährlich wird es erst bei Punkt 10! Zu meiner Absicherung möchte ich kurz darauf hinweisen, dass das Leben an sich mit einigen Risiken verbunden ist und in der Regel mit dem Tod endet. Ob eine Winterwanderung für dich zum Spaziergang, zum Abenteuer oder zur Grenzerfahrung wird, hängt zunächst von deinem Können und Wissen ab, dann aber auch von guter Ausrüstung. Gute Vorbereitung und aktuelle Kenntnisse in Erster Hilfe im Winter gehören in deine ganz eigene Verantwortung. Doch für die nächsten zehn Schwierigkeiten liefere ich dir immer gleich einen Tipp dazu, wie du die Gefahr entschärfen kannst. Welche Gefahren auf Wintertour gibt es? Falsche Routenplanung! Die erste Gefahr lauert schon bei der Tourplanung, wenn du zu lange Distanzen einplanst. Oder du verlässt dich ohne Zelt nur auf Hütten, die vielleicht nicht auffindbar sind. Eine gute Tourenplanung kostet nur wenig Zeit, schafft aber große Sicherheit. Orientierungslosigkeit! Wenn du im Whiteout merkst, dass die Navigation ohne Sicht schwierig ist, solltest du den Umgang mit Karte, Kompass und GPS-Gerät perfekt beherrschen. Lawinen! Die meisten Wintertouren auf markierten Routen verlaufen in weiten Tälern und auf sanften Hängen. Sie sind damit weniger lawinengefährdet. Wenn du allerdings auf eigene Faust losgehen willst, empfehle ich dir einen Kurs, z. B. im Alpenverein. Und zum Einstieg lies doch meinen Beitrag zur Lawinensicherheit im Fjell. Wetterumschwünge! Nicht immer ist unterwegs eine aktuelle Wettervorhersage verfügbar, und selbst wenn, kann sie sich irren. Du solltest also im Notfall im Zelt abwettern können oder einen Windsack dabei haben. Andererseits gehört aber auch immer eine Sonnencreme mit ins Gepäck. Überquerungen von dünnem Eis! Markierte Routen mit (frischen) Skooterspuren über einen See sind ein verlässliches Zeichen für ausreichende Eisdicke, aber leider nicht immer vorhanden. Bei der Tourplanung solltest du Gewässer meiden, die zur Wasserkraft genutzt werden, und auch sonst grundsätzlich eher vorsichtig entscheiden, wenn du dir unsicher bist. Hier findest du Details zum Überqueren von unsicherem Eis mit Ski und Pulka. Die Gefahr von offenem Wasser oder dünnem Eis Benzin auf Haut! Da die meisten flüssigen Brennstoffe sehr flüchtig sind, erzeugen sie in großer Kälte bei Kontakt mit der Haut schnell Kälteverbrennungen. Schütze dich mit Handschuhen. Verbrennungen! Bleiben wir bei den Brennstoffen und ihrer angedachten Funktion. Unfälle mit dem Kocher bergen ein nicht zu unterschätzendes Risiko, zumal die meisten Funktionsmaterialien leicht entflammbar sind und schmelzendes Plastik sich tief in die Haut einbrennen kann. Der Umgang mit dem Winterkocher sollte daher geübt werden. CO-Vergiftung! Im Winter ist die Versuchung groß, in der geschützten Apsis zu kochen. Das ist mit genügend Erfahrung auch durchaus möglich. Du tust aber gut daran, immer alle Lüfter am Zelt geöffnet zu lassen. UV-Strahlung! Wenn die Sonne im Frühling schon wieder hoch am Himmel steht, kannst du dir schnell einen Sonnenbrand oder Schneeblindheit einfangen. Die Reflexion des Schnees verstärkt die Strahlenbelastung noch einmal. Denke also immer an Sonnencreme und Sonnenbrille. Suchtgefahr! Es ist wohl die größte Gefahr, nach einer gelungenen Wintertour nicht mehr davon wegzukommen. Leider ist mir keine Möglichkeit bekannt, wie du dich davor schützen kannst. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Sorge für Sicherheit auf Wintertour Für mehr Sicherheit im Fjell hat der norwegische Tourismusverband die Verhaltensregeln „Fjellvettreglene“ herausgegeben. Diese beziehen sich vor allem auf das richtige Verhalten deinerseits und sollen dich vor Gefahren auf Wintertour schützen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Kälte und Frieren](https://www.winterfjell.de/kaelte-und-frieren/) Published: 2022-10-27 | Updated: 2026-02-18 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Was als kalt empfunden wird, hängt zunächst vom subjektiven Kälteempfinden ab. Es gibt eben Frostbeulen und hartgesottene Menschen mit innerer Hitze (meist durch Training). Wenn es ums Frieren geht, gilt jedoch für alle gleich: Draußen in der Natur muss unser Körper selbst für Wärme sorgen. Er ist das Wärmekraftwerk und seine Kleidung nur die Isolationsschicht. Normale Kleidung wärmt nicht aktiv, sondern isoliert und hält die Wärme am Körper. Wir frieren, wenn entweder zu wenig Wärme produziert wird oder die Isolation nicht ausreicht. Denn dann verlieren wir zu viel Wärme. Inhaltsverzeichnis Warum verlieren wir Wärme?Wann frieren wir? Frieren Frauen eher als Männer? Feuchte vs. trockene Kälte Können wir uns das Frieren abtrainieren?Was hilft gegen das Frieren? Ist Kälte das einzige Problem? Warum verlieren wir Wärme? Unser Körper verliert ständig Wärme über die Haut und die Atemluft. Das passiert hauptsächlich durch drei Mechanismen: Wärmestrahlung (Radiation): Die Wärme wird direkt an die Umgebung abgegeben. Wärmetransport durch die Luft (Konvektion): Die Wärme wird von Luftströmen abtransportiert. Wärmeleitung (Konduktion): Die Wärme wird von einem Objekt zum anderen übertragen, zum Beispiel beim Kontakt mit kalten Oberflächen. Was können wir dagegen tun? Zum einen tragen wir Kleidung, um die vom Körper erwärmte Luft auch am Körper zu halten. Je besser die Kleidung isoliert, desto weniger Wärme geht über Radiation verloren. Winddurchlässige Materialien wie Strickwolle können bei Windstille ausreichend isolieren, aber bei Wind werden die warmen Luftschichten um den Körper weggeblasen und der Windchill-Effekt führt dazu, dass man auskühlt. Gut sitzende und winddichte Oberbekleidung verhindert, dass die warme Luft durch Wind weggeweht wird (Konvektion). Wenn die Kleidung jedoch sackartig weit sitzt, kann die erwärmte Innenluft bei Bewegung durch kalte Außenluft ersetzt werden. Manchmal reicht eine winddichte Jacke schon aus, um einen spürbaren Wärmegewinn zu erzeugen, aber eine einfache Tourenjacke isoliert nicht ausreichend, um dich (in Ruhe) warmzuhalten. Wärmeleitung wird besonders spürbar, wenn man auf kaltem Boden sitzt oder liegt. Daher sind isolierende Unterlagen wie dicke Isomatten oder Sitzkissen wichtig, um den Wärmeverlust zu minimieren. Vielleicht kennst du es: Wenn du ohne Handschuhe kaltes Metall berührst, kann die hohe Wärmeleitfähigkeit des Metalls dazu führen, dass deine Haut am Metall festfriert. Auch Feuchtigkeit, insbesondere durch starkes Schwitzen kann problematisch sein, denn nasse Kleidung leitet die Wärme besser ab und die dadurch entstehende Verdunstungskälte trägt zusätzlich zur Abkühlung bei. Doppelt im Nachteil sind dann zum Beispiel Daunenjacken, da sie bei hoher Feuchtigkeit ihre Isolationsfähigkeit verlieren, weil die Daunen in sich zusammenfallen. Daher solltest du dich nicht zu warm anziehen und deine Schichten passend zu deiner Aktivität regulieren. Wann frieren wir? Sobald der Mensch zu viel Wärme verliert, weicht die Körpertemperatur von den konstanten 37 °C ab und man friert. Zunächst handelt es sich dabei um ein Warnsignal des Körpers vor einer möglichen Unterkühlung. Der Körper reagiert entsprechend mit aufeinander aufbauenden Abwehrmechanismen: Die Blutgefäße in der Hautoberfläche verengen sich und es fließt weniger Blut durch die äußeren Hautschichten. Auch Füße und Hände frieren dadurch meist zuerst. Der Körper versucht, durch Muskelbewegung Wärme zu erzeugen. Wir beginnen zu zittern und mit den Zähnen zu klappern. Der Körper zieht das Blut in der Körpermitte zusammen, um die lebenswichtigen Organe warmzuhalten. Die Lippen färben sich blau, Finger und Füße haben ein leichtes Taubheitsgefühl. Ab hier hört das bloße Frieren auf und ernsthafte Schäden sind möglich: Im schlimmsten Fall musst du bei einer Unterkühlung oder Erfrierungen Erste Hilfe leisten. Frieren Frauen eher als Männer? Ein Hauptfaktor für den Schutz gegen das Frieren ist der Muskelanteil der Körpermasse. Insofern haben Männer einen kleinen physiologischen Vorteil – sofern sie trainiert sind. In der Praxis hängt das Frieren von so vielen Faktoren (Müdigkeit, Erschöpfung, Hunger, Gesundheitszustand, mentale Verfassung) ab, dass sich mir noch kein wesentlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern gezeigt hat. Da das Zelt nicht isoliert, trage ich auch im Zelt meine Daunenjacke Feuchte vs. trockene Kälte Ich persönlich empfinde den Temperaturbereich zwischen -5° und 0° Celsius am unangenehmsten. Diese feuchte Kälte kriecht unter die Kleidungsschichten, macht alles klamm und führt zu viel Kondenswasser im Zelt. Ab -10 °C nimmt die Luft kaum noch Feuchtigkeit auf und diese trockene Kälte empfinde ich als deutlich angenehmer. Bis etwa -25 °C kann ich mich gut mit den Temperaturen arrangieren, danach wird es richtig kalt. Dann funktioniert vieles noch einmal anders, vor allem aber langsamer. Andererseits habe ich deutlich niedrigere Temperaturen auf meinen Touren im März oder April auch eher selten erlebt. Können wir uns das Frieren abtrainieren? Wie warm kann ein erster Frühlingstag bei 12 °C sein und wie kalt empfinden wir diese Temperatur im Herbst nach einem heißen Sommer? Unser Kälteempfinden ist vor allem eine Frage der Gewohnheit. Nach mehreren Tagen im Schnee wird uns in der ausgekühlten Wohnung zu Hause beim Auspacken ein dünnes Shirt reichen. Wir können uns demzufolge ein wenig gegen Kälte immunisieren und bei großen Temperaturunterschieden durch die Anreise hilft es, ein oder zwei Tage zum Akklimatisieren vor Ort einzuplanen. Was hilft gegen das Frieren? Zunächst lohnt sich ein Blick auf die richtige Bekleidung nach dem winteroptimierten Zwiebelprinzip. Konkrete Beispiele für geeignete Kleidungsschichten findest du hier: eine warme Mütze, eine winddichte Tourenjacke oder ein Etaproof-Anorak, eine Tourenhose, die richtigen Handschuhe und warme Füße. Vor dem Schlafen sollte der Körper immer warm sein. Ich empfehle dafür mindestens drei schnelle Laufrunden ums Zelt nach dem letzten Austreten. Apropos Austreten: Mit einer festgelegten Runde um die Zelte lässt sich auch super ein „sauberer Bereich“ markieren, in dem bitte niemand auf Toilette geht. Auch eine Wärmflasche wirkt wahre Wunder. Vor allem gilt es, genügend Isolierschichten (Daunenjacke, Schlafsack, Isomatte) anzulegen. Es gibt auch einige Möglichkeiten für ein wenig Wärme im Zelt. Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass Alkohol so ziemlich die schlechteste Wahl gegen Frieren ist. Neben der Erweiterung der Blutgefäße als körperliche Reaktion (mehr Wärme wird abgegeben!) können wir nicht mehr alle Warnsignale richtig einordnen. Besser sind heißer Tee oder heiße Suppe. Gewürze wie Chili oder Ingwer kurbeln den Kreislauf an und sorgen so für mehr Wärmeproduktion. Überhaupt solltest du immer auf genug Energiezufuhr achten, damit dein Körperkraftwerk gefüttert wird. Trinke auch dann, wenn dein Durstgefühl bei Kälte typischerweise nicht so ausgeprägt ist. Auf eine heiße Dusche am Abend solltest du nach einem Tag in eisiger Kälte übrigens nicht zu schnell zurückgreifen, sondern dich erst ausreichend aufwärmen, damit dein Herz-Kreislauf-System nicht überfordert wird. In der Regel steht uns dieser Luxus auf Tour aber sowieso selten zur Verfügung. Ein Problem weniger! In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Ist Kälte das einzige Problem? Frieren oder Kälte kann zwar zum Problem werden, aber rückblickend auf meine Touren muss ich sagen, dass es im Vergleich weit weniger ein Problem war, als man vielleicht denkt. Andere Gefahren außer Kälte waren tatsächlich häufiger ein Thema. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Windchill-Effekt](https://www.winterfjell.de/windchill-effekt/) Published: 2020-11-27 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Im Winter kann es durch den Windchill-Effekt erhebliche Unterschiede zwischen der tatsächlichen Lufttemperatur und der „gefühlten Temperatur“ geben. Der Wind bewirkt, dass sich die Luft deutlich kälter anfühlt. Wenn du zudem von einer anstrengenden Passage verschwitzt bist, erhöht sich das Risiko einer Unterkühlung oder sogar Erfrierung rapide. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim Windchill-Effekt um das schnellere Auskühlen durch Wind bei Temperaturen unter 10 °C. Dabei entzieht der Wind der Körperoberfläche die erwärmte Luft und durch Konvektion und Verdunstungskälte kommt es zum raschen Absinken der Oberflächentemperatur. Mit zunehmender Windgeschwindigkeit verstärkt sich dieser Effekt. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet die notwendigen Formeln und Variablen anschaulich im Wikipedia-Artikel „Windchill“. Was muss man auf Tour beachten? Für die tatsächlich empfundene Temperatur sind noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit, Aktivitätsgrad, Erschöpfungszustand und andere individuelle oder situative Faktoren spielen eine große Rolle für die genaue Einschätzung. Besonders Nässe, egal ob von innen oder außen, entzieht dem Körper sehr schnell Wärme. Da auf Tour aber nicht die theoretische Berechnung des Windchill im Vordergrund steht, sondern die durch Wind tatsächlich auftretende Gefahr, helfen folgende Hinweise: Je stärker der Wind bläst, desto stärker wirkt der Windchill-Effekt. Sobald der Wind stärker wird, solltest du eine winddichte Hardshell oder ähnliche Jacke überziehen. Trage nicht zu warme Kleidung, um nicht zu schwitzen. Beachte die alte Läuferregel: Lieber am Anfang frieren als am Ende schwitzen. Im Zweifelsfall solltest du besser das Gehtempo anpassen. Pausen solltest du idealerweise hinter einem natürlichen Windschutz (z. B. Stein, Anhöhe…) oder in einem Windsack verbringen. Vor allem Hände, Hals und Kopf müssen vor Wind zusätzlich geschützt werden. Dafür eignen sich dicke Fausthandschuhe, eine Sturmmaske und eine Skibrille. Vermeide es, direkt in den Wind zu laufen, da dann die Haut in deinem Gesicht stark belastet wird. Wenn du es gerne genau wissen willst: Es gibt handliche Windmesser, die über einen Temperaturfühler im Gehäuse die aktuelle Lufttemperatur zur gefühlten Temperatur umrechnen und anzeigen können. Windchill berechnen Die nachfolgende Tabelle beruht auf den Daten des National Weather Service und veranschaulicht den Effekt der empfundenen Temperatur abhängig von Windstärke und Ausgangstemperatur. Windspeed Temperatur °C 0 km/h 0 -10 -20 -30 10 km/h -3 -15 -27 -39 20 km/h -5 -18 -31 -43 30 km/h -7 -20 -33 -46 40 km/h -7 -21 -34 -48 50 km/h -8 -22 -35 -49 60 km/h -9 -23 -37 -50 Aus der Tabelle lassen sich die Grenzen ablesen, ab wann ein Aufenthalt im Freien gefährlich wird: Bei dauerhaft höheren Windgeschwindigkeiten als 60 km/h sollte das Camp aufgeschlagen oder doch besser auf einer Hütte abgewettert werden. Gleiches gilt für alle gefühlten Temperaturbereiche von -30 °C oder niedriger (in der Tabelle bereits ab gelber Einfärbung). Starker Wind erfordert viel Routine und macht niedrige Temperaturen oft erst zur Gefahr! Risiko Windchill-Effekt Je dunkler die Einfärbung in der Tabelle, desto größer ist die Gefahr, dass es innerhalb von 30 Minuten oder weniger zu Erfrierungen kommt. Die Gefahr einer Erfrierung besteht bereits ab einer Hauttemperatur von -5 °C. Manche Menschen sind zwar weniger empfindlich, aber wer will es darauf schon ankommen lassen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Fazit Die größte Gefahr besteht durch Unterkühlung oder Erfrierungen und Wind verstärkt diese Gefahr erheblich. Das Wichtigste ist daher, sich vor dem Wind zu schützen. Sollte es doch einmal so weit kommen, dass jemand zu stark auskühlt, sollten alle Teilnehmenden einer Tour wissen, wie adäquate Erste Hilfe zu leisten ist. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Samische Ortsnamen und weitere Begriffe zum Kartenlesen](https://www.winterfjell.de/samische-ortsnamen-und-weitere-begriffe-zum-kartenlesen/) Published: 2020-04-17 | Updated: 2025-09-21 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Je weiter du in den Norden Skandinaviens kommst, desto mehr samische Ortsnamen werden dir begegnen. Oft handelt es sich dabei um „sprechende Namen“ mit wichtigen Informationen über den Ort. Wenn du also weißt, was diese Begriffe bedeuten, kann das beim Kartenlesen und der Orientierung helfen. Zusätzlich zu den samischen Begriffe findest du weiter unten auch die häufigsten schwedischen und norwegischen Einträge auf Landkarten. Inhaltsverzeichnis Samische Ortsnamen sind sprechende Namen Samische Ortsnamen Schwedische Ortsnamen und Begriffe Norwegische Ortsnamen und Begriffe Samische Ortsnamen sind sprechende Namen Bei einer Wintertour in Norden Skandinaviens bewegst du dich im samischen Siedlungsgebiet. Lappland nennen es die Touristen. Die Sami nennen das Gebiet selbst Sapmi und als indigenes Volk dehnt sich ihr Kulturraum unabhängig von den heutigen Nationalgrenzen von Schweden, Norwegen und Finnland aus. Entsprechend haben die meisten Orte zusätzlich zur jeweiligen „Landessprache“ Bezeichnungen in samischer Sprache. Diese differenziert sich bei vielen Begriffen in sinnvolle Unterscheidungen, welche für die ursprüngliche Lebensweise als Rentiernomaden im Gebirge notwendig waren. So gibt es allein für die Beschreibung der Berge Worte wie „oaivi“ (kopfförmiger Berg), „gájsse“ (steiler und hoher Berg), „tjåhkka“ (Berggipfel), „tjärro“ (Bergrücken), „várásj“ (kleiner Berg) und „várre“ (Berg). Ähnlich vielfältig sieht es bei Gewässern aus. Denn so konnte anhand der lokalen Ortsbezeichnung gleichzeitig die Beschaffenheit des Geländes mitgenannt werden. Und damit bietet es eine große Hilfe bei der Navigation im Fjell. Samische Ortsnamen Ich habe dir die bekannten Begriffe für samische Ortsnamen einmal aufgelistet. Bei der Recherche in verschiedenen Landkarten existierten jedoch sehr unterschiedliche Schreibweisen. So wird ein g oft zu einem k, ein e zu einem i und ein v zu einem u. Dies hat vor allem mit der Aussprache zu tun, sodass sich die Schreibweise der Sprechweise angepasst hat. Ich habe daher die samische und die schwedisch angepasste Schreibweise übernommen, wo ich beide gefunden habe. Bitte leite dir andere Schreibweisen aus deinen Karten mithilfe der Begriffe hier selbst ab. áhpe großes Moor ädno, ätno großer Fluss ailip, alep westlicher, höher bajip, pajep über, höher gelegen bákte, bákti, pakte Felswand doaivu Berg oder Bergspitze gájsse, kaise steiler und hoher Berg, Hochgebirge gårsså, kårså Schlucht, enges Tal jávrre, jaure (Gebirgs-)See jáurásj kleiner See jiegge, jägge Moor jiegna, jietnja, jekna Gletscher jåhkå, johka Fluss láhko, lakko Hochebene, Gebirgsheide lulip, lulep östlicher luokta Bucht luoppal kleiner, von einem Fluss durchflossener See njárga Landzunge njunjes , njunni Bergausläufer oaivi kopfförmiger Berg rahppat Steilhänge oder Klippen riehppe schwer zugängliches Tal, oft mit Gletscher saiva, salva See skájdde, skáldi Landzunge zwischen zwei Gewässern, die zusammenfließen stuor groß suolu, suolo kleine Insel tjåhkka, cohkka markanter Berggipfel tjärro, corru Bergrücken unna klein vágge Trogtal várásj kleiner Berg várre, varri Berg vuobme Laub-(Wald) vuohccu kleiner Fluss oder Bach vuolip, vuolep untere, niedriger gelegen Es gibt möglicherweise Abweichungen in der Schreibweise, wie du in dieser Liste mit Beispielen sehen kannst. Schaue also immer, ob es im Zusammenhang passt. Jåhkå für kurvigen Fluss und Jåhkkå für den Berg wirst du auf der Karte schnell erkennen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Schwedische Ortsnamen und Begriffe In vielen Karten finden sich zusätzlich schwedische Ergänzungen, die ebenso zur Orientierung und Tourplanung helfen können. berg Berg bro Brücke (sommarbro nur im Sommer!) båtled „Bootspfad“ mit Ruderboot oder Motorboot gegen Bezahlung dal Tal fångstarm Auffangzaun, oft nahe Hütte, um diese sicher zu finden förbjudet område för terrängfordon verbotenes Gebiet für Geländefahrzeuge förfallen zerfallen (z. B. bei alten Hütten) glaciär Gletscher hjälptelefon Nottelefon mit direkter Leitung zur Polizei jökel Gletscher kåta samische Hütte, teilweise offen led Pfad (teils unterschieden in sommarled/vinterled) låst verschlossen raststuga Windschutzhütte, nicht für Übernachtungen vorgesehen rengärde (manchmal: renstängel) Rentierzaun renvaktarstuga Hütte der Rentierhirten topp/toppar Gipfel (Einzahl/Mehrzahl) träsk Sumpf sjö/sjön See, der See stuga/stugor Hütte/Hütten svag is schwaches Eis (Bei Wintertouren wichtig!) vindskydd Windschutz aus Holz Norwegische Ortsnamen und Begriffe Viele Begriffe sind der schwedischen Sprache sehr ähnlich, weshalb ich auf Wiederholungen verzichte. Sie lassen sich trotz Unterschieden in einzelnen Buchstaben erschließen. Einzelne norwegische Begriffe findest du dennoch hier. fjord Fjord hovda Bergrücken, Erhöhung hytte Hütte nuten Bergspitze sti Pfad, Stieg vatnet See vidda Gebirgsebene Zusätzlich gibt es auch in der finnischen Sprache viele Ortsbezeichnungen, die teilweise von der samischen Sprache beeinflusst wurden. Einen kurzen Artikel dazu findest du bei „This is finland“. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Verhaltens­regeln für das Winterfjell](https://www.winterfjell.de/verhaltensregeln-fuer-das-winterfjell/) Published: 2018-12-22 | Updated: 2026-02-01 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wintertouren sind keine Campingurlaube. Wer sich im skandinavischen Fjell der Natur aussetzt, geht ein kalkulierbares Risiko ein, auch wenn es noch keinen Expeditionscharakter hat. Daher erfordern solche Wintertouren gute Vorbereitung in Theorie und Praxis. Du solltest alle Handgriffe vorher genügend üben, deinen Kocher bedienen und dein Zelt auch im Sturm aufstellen können. Doch es gibt noch mehr! Die folgenden Verhaltensregeln für das Winterfjell helfen dir, gut vorbereitet zu sein. Inhaltsverzeichnis Fjellvettreglene1. Plane deine Touren sorgfältig und informiere andere, wohin du gehst 2. Passe deine Tour an deine Fähigkeiten und die Verhältnisse an 3. Beachte die Wetter- und Lawinenwarnungen 4. Sei auch auf kurzen Touren auf Sturm und Kälte eingerichtet 5. Nimm die notwendige Ausrüstung mit, um dir selbst und anderen zu helfen 6. Wähle deine Wege möglichst sicher, erkenne lawinengefährdete Gebiete und unsicheres Eis 7. Verwende Karte und Kompass und sei dir immer bewusst, wo du gerade bist 8. Behalte die Uhrzeit im Auge, Umkehren ist keine Schande 9. Teile deine Kräfte gut ein und suche bei Bedarf Schutz Meine eigenen Ergänzungen Fjellvettreglene Regeln sind nicht so deine Sache? Warum solltest du auch auf mich hören? Hier haben sich wirklich schlaue Leute Gedanken gemacht und dieser Verhaltens-Code existiert schon viele Jahre. Es handelt sich um die Fjellvettreglene (Verhaltensregeln für das Gebirge) des norwegischen Tourismusverbandes. Ich kann dir nur empfehlen, diese zu verinnerlichen und erlaube mir im Anschluss noch wenige Ergänzungen. 1. Plane deine Touren sorgfältig und informiere andere, wohin du gehst Plane deine Touren entsprechend der Fähigkeiten aller Gruppenmitglieder und halte immer mehrere Alternativen bereit. Vergewissere dich, dass du umfassende Informationen zum Tourgebiet und den Tourbedingungen hast. Höre auf die Ratschläge erfahrener Wanderinnen und Wanderer. Vergewissere dich, dass du das nötige Wissen und die nötigen Fähigkeiten für deine Tour hast. Achte auf die Natur und deine Umgebung. Bei guter Planung wirst du so nicht den Überblick verlieren. Triff Absprachen, die unabhängig vom Mobilfunknetz und einer exakten Uhrzeit sind. 2. Passe deine Tour an deine Fähigkeiten und die Verhältnisse an Passe deine Beurteilung der Verhältnisse fortlaufend an oder ändere deine Pläne entsprechend. Zeige Respekt für das Wetter! Wenn du mit anderen zusammen wanderst, erhöht sich eure Sicherheit und du kannst deine Erlebnisse teilen. Sei besonders vorsichtig, wenn du allein wanderst. Mache keine lange Tour ohne Erfahrung. Du musst in der Lage sein, auf dich und die anderen Gruppenmitglieder aufzupassen. Achte auf deine Mitmenschen. Kenne die Rechte und Pflichten des Jedermannsrechts. Sorge für eine offene und direkte Kommunikationskultur in der Gruppe. Sprich Probleme und Konflikte an. 3. Beachte die Wetter- und Lawinenwarnungen Beachte immer die Wetter- und Lawinenvorhersagen und schätze ab, was sie für die Navigation in deinem Gebiet bedeuten. Folge den beigefügten Ratschlägen der aktuellen Warnung und wähle bei schwierigen Bedingungen ein leichteres Gelände. Die Wettervorhersagen sind hier zu finden: yr.no, storm.no und smhi.se. Über die Lawinengefahr informieren dich varsom.no und lavinprognoser.se Bedenke aber: Für die Lawinensicherheit im Fjell bist du immer selbst verantwortlich. 4. Sei auch auf kurzen Touren auf Sturm und Kälte eingerichtet Kleide dich passend zum Wetter und der Vorhersage. Bedenke, dass sich das Wetter in den Bergen schnell ändern kann. Nimm daher immer zum Gelände und der Tour passende zusätzliche Kleidung und Ausrüstung mit. Zusätzlicher Proviant und Getränkereserven können sowohl dir nutzen als auch anderen, wenn man länger als geplant unterwegs ist oder auf Hilfe warten muss. 5. Nimm die notwendige Ausrüstung mit, um dir selbst und anderen zu helfen Für eine Wintertour benötigst du mindestens einen Windsack, eine Isomatte, einen Schlafsack und eine stabile Schaufel, um eine Nacht draußen verbringen zu können. Ein Windsack allein kann schon Leben retten. Um im Notfall besser gefunden werden zu können, nimm etwas Reflektierendes und eine Stirnlampe mit. Trage auf jeden Fall ein Erste-Hilfe-Set mit dir! Nur so kannst du dir und anderen helfen. Verwende im steilen Gelände immer ein LVS-Gerät und führe eine Lawinensonde und eine Schaufel mit. Packe smart! Ein Beispiel wäre meine Packliste für eine Wintertour mit Pulka. Ein Mobiltelefon kann sehr nützlich sein. Denke jedoch daran, dass du nicht in allen Situationen darauf vertrauen kannst. Du hast nicht überall Empfang. Im Falle eines Notfalls alarmiere die Polizei über die Nummer 112 oder schlage auf andere Weise Alarm und leiste Erste Hilfe. 6. Wähle deine Wege möglichst sicher, erkenne lawinengefährdete Gebiete und unsicheres Eis Eine gute Wegwahl ist das Wichtigste, um ein Abrutschen oder Lostreten von Lawinen zu verhindern. Hänge mit einer Höhe von mehr als 5 Metern und mehr als 30° Neigung können sich lockern und abrutschen. Auch im flachen Gelände kannst du Lawinen an den Bergflanken auslösen. Eine Lawine kann dreimal so weit rutschen, wie der Hang hoch ist, von dem sie sich löst. Vermeide natürliche Geländefallen, wie z. B. schmale Ausläufer. Überlege, was passiert, wenn sich eine Lawine löst. Beachte die Gefahr von abbrechenden Wechten beim Gehen auf einem Bergrücken. Achte beim Überqueren von unsicherem Eis auf die Eisverhältnisse, insbesondere wenn du auf reguliertem Wasser und in Zu- und Abflussbereichen läufst. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. 7. Verwende Karte und Kompass und sei dir immer bewusst, wo du gerade bist Karte und Kompass funktionieren immer. Behalte die Karte auch auf markierten Routen im Auge. Die Tour wird interessanter, wenn du auf der Karte dem Weg folgst. GPS-Navigationsgeräte und andere elektronische Hilfsmittel sind nützlich, aber denke an eine zusätzliche Stromquelle. 8. Behalte die Uhrzeit im Auge, Umkehren ist keine Schande Überprüfe deinen Plan fortlaufend und wähle Plan B, lange bevor du erschöpft bist. Haben sich die Bedingungen geändert? Solltest du umdrehen? Hat jemand aus der Gruppe Probleme? Sollte die Gruppe umdrehen? 9. Teile deine Kräfte gut ein und suche bei Bedarf Schutz Passe die Geschwindigkeit an den Schwächsten in der Gruppe an und stelle sicher, dass alle in die Planung involviert sind. Denke an regelmäßige Pausen mit Essen und Trinken. In Bewegung und Kälte benötigst du mehr Flüssigkeit, als du wahrnimmst. Warte nicht mit der Suche nach einem Windschutz, bis du erschöpft bist. Starker Wind wird dich schneller ermüden lassen. Benutze rechtzeitig einen Windsack oder grabe dich in den Schnee ein. Meine eigenen Ergänzungen Wenige Punkte möchte ich zu den Verhaltens­regeln für das Winterfjell ergänzen: Fange mit leichten Touren an. Übe alle Techniken regelmäßig. Beschäftige dich mit der mentalen Vorbereitung auf eine Wintertour. Plane großzügig, denn die Tage im Winter sind kurz und der Weg oft beschwerlicher als erwartet. Habe Reserven an Proviant und Brennstoff für mehrere Tage Abwettern dabei. Nutze hochwertige Ausrüstung. Habe deine sicherheitsrelevante Ausrüstung jederzeit griffbereit. Verlasse dich nicht auf ideale Voraussetzungen und habe immer einen Plan B. Nutze die einfachen Notfall-Hütten und die Winterräume bei größeren Hütten nur bei wirklicher Notwendigkeit und plane sie nicht fest mit ein. Für das Notfalltelefon mit Direktverbindung zur Polizei gilt jedoch: Frage damit bei aufziehendem Unwetter lieber nach und teile deine Position mit, als erst auf den Notfall zu warten. Und nicht unbedingt nur für mehr Sicherheit, sondern auch einfach mehr Komfort bieten die Lifehacks für Wintertouren. Ein paar weitere Tipps von anderen Wintertour-Menschen findest du auf den Outdoorseiten.net. Beachte aber, dass dort eingangs noch die alten Regeln aufgelistet sind. Im Jahr 2016 hat der DNT sie zusammen mit dem Roten Kreuz überarbeitet. Die schwedischen Regeln des Fjällsäkerhetsrådet lauten übrigens ganz ähnlich. Ich habe dir die englische Fassung verlinkt. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass sich eine Mitgliedschaft im Tourismusverband wirklich lohnt. Dort kann man sogar Kurse zu den Verhaltensregeln für das Winterfjell besuchen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Winterfail – Fehler auf Wintertouren](https://www.winterfjell.de/winterfail-fehler-auf-wintertouren/) Published: 2022-12-18 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Habt ihr schon Fehler auf Wintertouren gemacht? Manchmal kann man selbst im Nachhinein einfach nur darüber schmunzeln, gelegentlich kommen dabei aber auch wichtige Erfahrungen heraus. Es heißt ja schließlich: Aus Fehlern wird man klug! Diese Seite sammelt kleine Ungeschicklichkeiten oder große Fehler auf Wintertouren, damit andere daraus lernen können. Ich fange mit meinen eigenen „Fails“ an und danach lasst uns in den Kommentaren unten diese Seite gemeinsam weiter füllen. Ich bin gespannt, was für eine Sammlung das wird, und sage DANKE an alle, die ihre Fehler teilen. Fehler auf Wintertouren Es war ziemlich windig und der Schnee wurde vom Wind durch das Netz der Lüfter ins Zelt gedrückt. Also habe ich fast alle Lüfter schneedicht verschlossen. So viel Reif hatten wir morgens sonst noch nie am Innenzelt und es ist schön auf uns heruntergerieselt. Merke: Kommt der Schnee nicht von außen, kommt er halt von innen. Ich habe mich auf eine völlig ungeeignete Lawinenschaufel eingelassen, die schon beim Einbuddeln von Schneeheringen sofort abgeknickt ist. Zum Glück war es nur die Ersatzschaufel. Ich bin bei großer Kälte mit den blanken Fingern an einer Pfanne festgefroren, weil ich für den Kocher (dort war ja alles warm) kurz die Handschuhe ausgezogen hatte und dann unbedacht nach der Pfanne griff. Das hat die oberste Hautschicht gekostet, als ich die Pfanne vor Schreck schnell wieder abschüttelte. Meine Brennstoffflasche hatte ich wohl nicht fest genug an die Pumpe vom Benzinkocher angeschraubt oder die Dichtung nicht kontrolliert. Als mein Tourpartner mich auf den Tropfen an der Dichtung aufmerksam machte, hatte sich schon eine 20 cm breite Benzinpfütze auf der Kochunterlage gesammelt. Und der Kocher lief gerade! Das war ganz schön knapp. Zum Glück waren wir nicht im Zelt, aber das hätte dort genauso passieren können. Jetzt bist du gefragt: Was ist dir schon passiert? Schreib gerne einen Kommentar. ## Übernachtung im Zelt ### [Isomatte aus Schaum oder Luftmatratze](https://www.winterfjell.de/isomatte-aus-schaum-oder-luftmatratze/) Published: 2025-12-16 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Nach einem langen Tag auf Wintertour freue ich mich auf meinen Schlafsack, etwas Warmes zu essen und darauf, mich ins Zelt zu verkriechen. Das kennst du vielleicht auch. Aber der Schlafsack allein kann dich nicht ausreichend warmhalten, da seine Isolation nach unten durch dein Körpergewicht plattgedrückt wird. Du würdest auf dem blanken Zeltboden und ein paar gequetschten Daunen liegen. Daher braucht es eine gute Isolation als Liegeunterlage. Aber ist eine Isomatte aus Schaumstoff oder eine Luftmatratze besser geeignet? Oder eine Kombination? Inhaltsverzeichnis Luftmatratzen im WinterVor- und Nachteile von Luftmatratzen im WinterVorteile Luftmatratze Nachteile Luftmatratze Schaummatten im WinterVor- und Nachteile von Schaumisomatten im WinterVorteile Schaummatten Nachteile Schaummatten Woran erkenne ich, ob die Isomatte ausreichend ist?Grundsätzliche Faustformeln für Isomatten Temperatur und R-Wert der Isomatte Übersicht und R-Wert der Isomatten im Winter Besser eine Matte oder eine Kombination? Welche Matte kommt nach oben? Alternative zur Isomatte: ein Rentierfell Tipps und Tricks Luftmatratzen im Winter Moderne Luftmatratzen sind kleine Hightech-Wunder und unterscheiden sich vom Discountermodell nicht nur durch ihren vielfachen Preis. Billige Luftmatratzen ohne aufwendig unterteilte Luftkammern oder zusätzliche Isolation scheiden von vornherein aus. Sie isolieren nicht ausreichend, da die gesamte Luft im Inneren der Matte vom Körper erwärmt werden muss. Gleichzeitig wird dabei aber viel Wärme an den Boden abgegeben, weil die Luft im Inneren der Matte zirkuliert. Geeignete Hersteller lösen dieses Problem mit einer zusätzlichen Isolation in der Matte. Es handelt sich dann um Thermo-Luftmatratzen. Bei hochpreisigen Modellen wie der Exped Dura (ehemals Exped Downmat) befinden sich Daunen in den Luftkammern, um das Zirkulieren der Luft zu verhindern. Andere Modelle haben statt Daunen in der Matte eine Kunstfaserisolation, etwas Schaumstoff, ein eingeklebtes Vlies oder setzen auf eine Unterteilung der großen Luftkammern in viele kleine Kammern aus leichter Mylar-Folie. Alle diese Lösungen verhindern effizient den Wärmefluss. Grundsätzlich gilt: Luftmatratzen haben immer Luft in sich und entsprechend ein Ventil zum Aufblasen und Ablassen. Auch die „selbstaufblasenden“ Modelle zähle ich folglich dazu, zumal diese Funktion bei Kälte ohnehin nur mäßig funktioniert und du sie eher wie eine reine Luftmatte aufpumpst. Verschiedene Matten sorgen in Kombination für Komfort Vor- und Nachteile von Luftmatratzen im Winter Vorteile Luftmatratze Sie sind bequemer und bieten mehr Liegekomfort besonders für Seitenschläfer. Aufblasbare Matten sind deutlich kleiner verstaubar und passen in jeden Rucksack. Die meisten Modelle lassen sich vom Härtegrad etwas anpassen. Nachteile Luftmatratze Schon ein kleines Loch kann die gesamte Matte unbrauchbar machen. Beim Hinlegen oder Umdrehen kann sich die Oberseite kühl anfühlen, bis die Luft im Inneren erwärmt ist. Beim Aufpusten mit dem Mund kann Luftfeuchtigkeit eindringen. Diese ist als Kondensat kaum wieder aus der Matte zu bekommen und kann für das Auflösen des Klebers sorgen; zudem könnten Eiskristalle den Schaumstoff schädigen. Kälte kann die Klebeverbindungen schwächen, da nicht jeder Kleber ausreichend temperaturbeständig ist. Die Folge ist eine „Delamination of Death“, also fette Blasen in der Matte, leider irreparabel! Je nach Konstruktion empfinden manche Menschen die längs angeordneten Luftkanäle als schaukeliger als quer angeordnete (oder umgekehrt). Zusammenfassend lässt sich also sagen: Bei Thermo-Luftmatratzen solltest du eher eine robuste Version wählen, die mit einem Pumpsack aufgeblasen wird. Ein kleines Reparaturset darf im Gepäck ebenfalls nicht fehlen. Trotzdem würde ich dir davon abraten, ohne eine robuste Schaummatte als Backup loszuziehen! Schaummatten im Winter Schaummatten sind vollständig aus Schaumstoff gefertigt und werden gerollt oder gefaltet. Es gibt Material mit offenzelligen und geschlossenzelligen Poren im Schaumstoff, deren Luftbläschen für die Isolation sorgen. Offene Zellen, wie bei billigen PE-Matten, lassen Wasser eindringen und sind damit im Winter unbrauchbar. Das bessere Material ist geschlossenzellig und besteht aus Evazote, einem PU-Schaum, der die Luftbläschen fest einschließt. Die einfachen Matten aus Evazote gibt es in verschiedenen Materialstärken und -dichten. Bei der Dichte ist EV30 das flexiblere und etwas weichere Material und damit besser für Liegematten geeignet. Es lässt sich zudem noch gut rollen. EV50 hingegen ist etwas steifer und dichter, also besser für Sitzkissen oder für extrem dicke Wintermatten geeignet. Vor- und Nachteile von Schaumisomatten im Winter Vorteile Schaummatten Sie sind nahezu unzerstörbar, nur zu viel UV-Strahlung der Sonne lässt sie altern. Sie lassen sich leicht reparieren oder Ecken können zum Abpolstern einer Druckstelle einfach abgeschnitten werden. Sie haben eine hohe Isolationswirkung auf der gesamten Fläche, auch Schulter und Hüfte drücken nicht durch das Material. Sie fühlen sich beim Hinlegen oder Umdrehen sofort warm an. Nachteile Schaummatten Sie sind sperrig; das Packmaß einer Evazote Winter (Liegemaß 190 x 60 x 2 cm) ist eine Rolle von 60 cm Breite und mindestens 20 cm Durchmesser. Sie sind härter und damit weniger bequem, vor allem bei mehreren Nächten in Folge. Wenn es um Sicherheit geht, ist Evazote die bessere Variante, auch wenn man dann eben etwas härter liegt. Die sperrige Schaummatte habe ich außen am Gestänge befestigt Woran erkenne ich, ob die Isomatte ausreichend ist? Es gibt die Theorie und die Praxis. Fangen wir mit der Theorie an und schauen auf die technischen Daten. Der R-Wert gibt den Wärmedurchgangswiderstand einer Isomatte an. Dieser hängt vor allem von der Dicke und dem Material ab. Den R-Wert mehrerer Matten kannst du ganz einfach addieren. Für die Berechnung wird die Norm ASTM F3340-18 herangezogen, die „Standard Testmethode zur Bestimmung des Wärmerückhalts von Campingmatten mithilfe eines Wärmeplatten-Aufbaus“. Grundsätzliche Faustformeln für Isomatten Je höher der R-Wert, desto besser ist die Isolationswirkung einer Matte. Je höher der R-Wert, desto geringer ist der Wärmeverlust nach unten. Je dicker die Matte (aus demselben Material), desto höher ist der R-Wert. Temperatur und R-Wert der Isomatte Was heißt das jetzt konkret? Mit welchem R-Wert solltest du für deine Matte im Winter mindestens rechnen? Dafür habe ich folgendes Diagramm für dich entworfen: Welchen R-Wert brauche ich mindestens bei X °C? Über den R-Wert lässt sich nun theoretisch einschätzen, wie niedrig die tiefste Temperatur noch sein kann, ohne zu frieren. Ich habe zur Vergleichbarkeit ein paar Referenzmatten zusammengestellt. Übersicht und R-Wert der Isomatten im Winter Ein Vergleich typischer Luftmatratzen und Isomatten im Winter zeigt den Unterschied im Verhältnis Wärme zu Gewicht mit einem Kenntwert. Da die wärmste oder bequemste Matte nicht gleichzeitig die sicherste Matte ist, lohnt sich eine Kombination zweier Matten. Matte R-Wert ASTM-Norm Gewicht kg Kennwert Exped Dura 6.5R 6,9 0,81 8,5 Exped Dura 10R 10,0 0,99 10,1 Exped Ultra 8R 8,8 0,56 15,7 Exped Versa 6R 6,2 0,86 7,2 Exped Doublemat Evazote 1,2 0,26 4,6 Rab Hypersphere 9.5 9,5 0,84 11,3 Therm-a-Rest NeoAir Xlite NXT 4,5 0,37 12,2 Therm-a-Rest NeoAir Xtherm NXT 7,3 0,44 16,6 Therm-a-Rest ProLite Plus 3,2 0,65 4,9 Therm-a-Rest Ridge Rest 2,0 0,40 5,0 Therm-a-Rest Z-Lite SOL 2,0 0,41 4,9 Therm-a-Rest Z-Lite 1,7 0,41 4,1 Seatosummit Ehther Light XT insulated 3,2 0,49 6,5 Mountain Equipment Aerostat Down 7 5,0 0,74 6,8 Mountain Equipment Aerostat Synthetic 7 4,0 0,67 6,0 Globetrotter Evazote 19 mm 2,7 0,95 2,8 Globetrotter Evazote 14 mm 2,0 0,72 2,8 Stand: Mai 2025, Daten laut Herstellerangabe, sofern Auswahl Größe „regular“ oder „M“ Den Kennwert erhältst du, indem du den R-Wert durch das Gewicht der Matte teilst. Je höher der Kennwert ist, desto wärmer ist eine Matte bei vergleichbarem Gewicht. Was dabei nicht eingerechnet werden kann, ist der individuell empfundene Schlafkomfort. Ein Probeliegen unter möglichst realen Bedingungen wird immer empfohlen. Werfen wir daher jetzt noch einen Blick auf die Praxis. Ich war anfangs ausschließlich mit meiner 19 mm dicken Evazote „Winter“ von Globetrotter auf Wintertour. Das war nicht die bequemste Unterlage, aber sie hat mir auch bei -25 °C gereicht, um nicht zu frieren. Damals stand noch der R-Wert 5,4 dabei, nun ist er mit neuer Testmethode nur noch halb so hoch, obwohl sich am Gewicht der Matte nichts geändert hat. Im Vergleich bekomme ich meine Exped Dura 6R solo auf Schnee an der Hüfte lange nicht warm und muss mindestens an dieser Stelle eine zusätzliche Isolation unterlegen. Wie kann das sein? Der Schaum der Evazote-Matte drückt sich nicht zusammen und fühlt sich schnell warm an. Die Exped-Matte könnte ich mit Luft gar nicht so fest aufpumpen, dass ich an der Hüfte und Schulter nicht durchhänge. Gleichzeitig kann die Luft in einer Matte immer etwas zirkulieren, sonst könnte man sie gar nicht aufpusten. An den Seiten und nach unten gibt die Luft in der Matte Wärme an die Umgebung ab und kühlt so aus. Die Füllung der Matte verhindert das nie ganz. In der Praxis befindet sich unter der Matte Schnee (plus max. 0,5 mm Zeltboden). Die im Schnee eingeschlossene Luft hat zwar selbst eine leichte isolierende Wirkung, weshalb du eine Schneehöhle nur mit deiner Körperwärme auf 0 °C bekommen kannst. Aber trotzdem gibt die Luftmatte in diese Richtung durch die große Fläche am meisten ab. Warum wirkt die Evazote dann wärmer trotz niedrigem R-Wert? Vermutlich unterscheidet sich das Testverfahren hier zur Realität und ein paar Millimeter Schaum wirken mit dem Schnee besser zusammen als ein paar Millimeter Luftmatte unter der dicken Hüfte. Auch der Vergleich zwischen einem Modell im Stil eines Eierkartons wie der Z-Lite SOL und einer Voll-Matte aus 14 mm Evazote zeigt, dass der theoretische R-Wert 2,0 am Ende einmal 410 g und einmal 720 g wiegt (auch bei gleicher Größe wäre die Evazote 50 % schwerer). In der Praxis empfinde ich die Z-Lite deutlich kühler und der Luftpolster-Effekt des Eierkartons füllt sich noch dazu unten mit Schnee. Der Zeltboden ist eben weich und nicht hart. Aus der Erfahrung würde ich daher sagen: Müsste ich nur eine Unterlage wählen, wäre es eine klassische Evazote-Matte, trotz niedrigem R-Wert. Aber ich entscheide mich für den Luxus von zwei Matten und kombiniere diese miteinander. Besser eine Matte oder eine Kombination? Zur Beantwortung kommt es vor allem auf den Platz im Gepäck, auf das Sicherheitsbedürfnis und den benötigten Liegekomfort an. Ich habe etliche Kombinationen ausprobiert und beschränke mich hier auf ein paar Beispiele meiner Kombinationen: Auf einer Tour mit täglichem Auf- und Abbau und möglichst leichtem Gepäck, wähle ich eine mitteldicke Evazote (14 mm) und dazu eine robuste Therm-a-rest (TAR) Prolite Plus für den Liegekomfort, da ich Seitenschläfer bin. Die Prolite Plus hat bei mir bisher einfach alles mitgemacht, im Gegesatz zur NeoAir. Sinnvoll Gewicht sparen lässt sich mit der TAR Prolite Plus in Größe Short (119 cm). Müsste ich mich radikal einschränken, wäre es eine dicke Evazote (19 mm) und sonst nichts. Thermarest Prolite Short auf Evazote Winter heißt Liegekomfort und genug Isolation Für mehr Luxus durch sehr hohen Liegekomfort nehme ich meine Exped Dura 6R in MW in Kombination mit der Evazote in 14 mm als Backup und weil die Dura alleine mir nicht reicht. Ich bin zwar etwas größer als die Dura-Matte in MW, aber mein Klamottenbeutel fürs Zelt verlängert die Liegefläche als Kopfkissen. Alternative Luxus-Matten wären entweder eine NeoAir Xtherm NXT, eine Mountain Equipment Aerostat Down bzw. Synthetic, eine Rab Hypersphere 9.5 oder eben eine Dura, Versa oder Ultra von Exped. Alle diese Isomatten übertreffen die Isolation einer Evazote Winter beim R-Wert erheblich und sind dabei deutlich bequemer. Aber ich würde mich niemals ausschließlich auf solch eine Luft-Matte verlassen. Zu oft hat sich ein Defekt an einer der Matten ergeben, den man unterwegs nicht reparieren konnte. Die robusteren Modelle mit 75 Denier Außenstoff (Exped Dura, Rab Hypersphere) sind sicher verlässlicher, aber mindestens eine Evazote Doublemat (200x100x0,4 cm) als vollflächiger Zeltteppich sollte trotzdem dabei sein. Notfalls wäre diese Doublemat mehrfach gefaltet als Liegeunterlage genug Isolation, um zu überleben. Der Luxus ist dann allerdings dahin. Für eine Trainingstour im Mittelgebirge in Deutschland kombiniere ich eine TAR Prolite Plus mit einer ganzen oder halben TAR Z-lite. Für ein einfaches Biwak im Wald gefällt mir die Schlafmatte von Savotta sehr gut, weil man außen um die Matte herum noch ein bisschen Schutz hat. Mit 12 mm Evazote ist sie für den deutschen Winter auch ausreichend warm. Bei geriffelten oder strukturierten Matten sammelt sich oft Kondensat in den Zwischenräumen Welche Matte kommt nach oben? Welche Matte bei der Kombination von Thermo-Luftmatratze und Festschaummatte besser oben und welche unten liegt, ist zwar auch Physik, aber am Ende eine Erfahrungsfrage. Für die Bequemlichkeit müsste die aufblasbare Isomatte oben liegen. Der Stapel ist in sich so meist auch stabiler. Für die bessere Isolation müsste die feste Schaummatte nach oben. Das ist einfach physikalisch bedingt, da sich in der festen Schaummatte keine Luftzirkulation entwickelt, die Wärme abtransportiert. Lass dich dabei nicht dadurch verunsichern, dass eine hochwertige Thermomatte mit Luft länger braucht als eine Evazote, um sich warm anzufühlen. Nach ein paar Minuten geht es oft und du kannst bequemer darauf schlafen. Falls nicht, tausche doch einmal und schaue, was passiert. Am besten probierst du sowieso selbst, was besser passt und weniger rutscht. Einzige Ausnahme: Bei strukturierten Matten wie zum Beispiel bei TAR Z-lite und Ridgerest empfehle ich dir, diese nach unten zu legen, da sich in den Zwischenräumen bei ungünstigen Bedingungen Kondensat sammelt. Dadurch kann der Schlafsack durchnässen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Alternative zur Isomatte: ein Rentierfell Ein Rentierfell eignet sich sehr gut, um auf Wintertour eine (zweite) Isomatte damit zu ersetzen. Das Fell schließt eine Menge Luft ein und fühlt sich binnen Sekunden warm an. An Stil ist so ein Fell kaum zu schlagen. Ich empfinde es auch als etwas bequemer als eine Evazote-Matte. Natürlich gibt es Rentierfelle nicht in voller Liegelänge, weswegen ich sie als Ergänzung zu einer einfachen langen Matte sehen würde. Doch es gibt auch ein paar Nachteile zu bedenken. Selbst ein zugeschnittenes Rentierfell ist mit einem Kilo vergleichsweise schwer und nicht komprimierbar. Außerdem neigen die meisten Felle dazu, massiv Haare zu verlieren, denn Rentierhaar bricht relativ leicht. Mich nerven schon einzelne Haare im Zelt. Ich habe daher für mein Fell einen wasserabweisenden Bezug genäht, den ich dann bei Bedarf einfach vor dem Zelt ausschütteln kann. Rentierfell mit Bezug zum Schutz vor herumfliegenden Haaren Tipps und Tricks Luftmatten mit Pumpsack aufpusten, um Feuchtigkeit in der Matte zu vermeiden bei Luftmatten immer ein kleines Flickzeug im Werkstatt-Beutel dabeihaben und dies vor jeder Tour checken die aufgerollte Evazote-Isomatte außen an die Pulka oder das Gestänge schnallen, um Platz in der Pulka zu sparen um beim Packen Zeit zu sparen, könnte auch ein Bedding Bag helfen mit einem TAR Trekker Chair lassen sich mit vielen Modellen sehr bequeme Lehnen bauen eine zusätzliche halbe TAR Z-lite kann auf Tour Sitzkissen, Kochmatte, Backup und vieles anderes sein Rettungsdecken reflektieren zwar als Decke die Wärme, bringen aber als Unterlage im Winter überhaupt nichts außer Rascheln. Lass sie weg. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Vapour Barrier Liner sind (k)ein Wundermittel](https://www.winterfjell.de/vapour-barrier-liner-sind-kein-wundermittel/) Published: 2025-09-23 | Updated: 2026-07-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Zwei große Mythen liest man immer wieder, wenn es um Vapour Barrier Liner, kurz VBL geht. Der erste Mythos besagt, dass ein VBL mehrere Grade Temperaturgewinn bringt und effektiv vor Erfrierungen schützt. Mythos Nummer zwei lautet: Du liegst in deinem eigenen Saft wie ein Huhn im Bratbeutel. Haben diese beiden Vorurteile einen wahren Kern? Oder verhält es sich mit einem VBL-Schlafsack doch ganz anders? Eine kleine Aufklärung. Inhaltsverzeichnis Welches Problem löst ein Vapour Barrier Liner?Aufbau eines VBL Schützt der VBL vor Erfrierungen? Liegt man im eigenen Saft? Weitere Irrtümer Wann ist ein VBL sinnvoll?Alternative Lösung zum VBL Übersicht über die verschiedenen ModelleExped VBL Linerbag UL Cocoon Vapor Barrier Liner Western Mountaineering Hotsac Rab Hooded Vapour Barrier Liner PHD (Peter Hutchinson Designs) VBL Tundra Vapour Barrier Liner Selbstbau VBL Modell „Winterfjell“ Notfall-Biwaksäcke wie der LACD Bivy Bag VBL Socken VBL Anzüge VBL-Handschuhe Welches Problem löst ein Vapour Barrier Liner? Unter einem Vapour (UK) oder Vapor (US) Barrier Liner, kurz VBL, verstehen die meisten ein VBL-Schlafsack-Inlett, aber es gibt auch VBL-Anzüge, VBL-Socken und VBL-Handschuhe. Zu den letzten drei genannten Anwendungen schreibe ich weiter unten mehr. Zunächst geht es um das VBL-Inlett als Dampfsperre, welches deine hochwertige Schlafsackfüllung vor Feuchtigkeit schützen soll. Genaugenommen geht es um den Schutz vor deinen Ausdünstungen, also Schweiß. Und du schwitzt auch dann leicht, wenn dir nicht bereits viel zu warm ist. Gelangt der Schweiß als Wasserdampf in deinen Schlafsack, ist das zunächst noch kein Problem. Daunen- oder Kunstfaserschlafsäcke können eine Menge ab. Da die Umgebungstemperatur jedoch meist sehr niedrig ist, liegt der Taupunkt nicht außerhalb, sondern innerhalb deines Schlafsacks. Die Feuchtigkeit kann daher nicht in die Umgebungsluft verdunsten, sondern friert im Schlafsack an der Isolation ein. Der Loft der Füllung bricht dadurch nicht sofort zusammen. Bei sehr kalten Außentemperaturen würde sie mit der Zeit sogar wieder nahezu trocknen. So wie die nasse Wäsche im Garten bei knackigem Frost trocken friert. Das Problem heißt Komprimieren Gäbe es da auf Wintertouren nicht ein Problem: Du komprimierst den Schlafsack in der Regel jeden Morgen und stopfst ihn zurück in den Rucksack oder die Pulka. Dadurch passiert es unweigerlich, dass die Füllung zusammengepresst wird, weiter einfriert und der Schlafsack nach dem nächsten Auspacken nicht mehr loftet. Nun steckst du in ernsthaften Schwierigkeiten, denn trocknen kannst du den Schlafsack auf den meisten Touren nur in einer beheizten Hütte. Mit einem VBL kannst du dich vor diesem Problem schützen. Er ist ein wasser- und vor allem auch dampfdichter Innenschlafsack, der das Durchfeuchten der Füllung effektiv verhindert. Du liegst dann über Nacht in dieser Hülle im eigentlichen Schlafsack. Aufbau eines VBL Da der Vapour Barrier Liner eine Dampfsperre darstellen soll, muss sein Stoff gut beschichtet sein. Die meisten Hersteller verwenden einen Nylonstoff mit Silikon- oder PU-Beschichtung, um den Dampfdurchlass zu reduzieren. PU ist dabei die dichtere Beschichtung. Es ergibt sich von selbst, dass alle atmungsaktiven Stoffe untauglich sind, weil viel Wasserdampf hindurchkommt. Auch die Nähte müssen gut verarbeitet sein, sodass durch große Einstichlöcher der Naht kein Wasserdampf nach außen gelangen kann. Achte beim Kauf auf gut getapte Nähte. Eine Doppelkappnaht und etwas Silnet helfen bei einem selbstgenähten VBL. Wenn man aber ganz genau ist, sollte keiner dieser Stoffe wirklich als Dampfsperre angesehen werden, sondern lediglich als Dampfbremse. Das reicht für „normale“ Touren zwar, aber sobald es mehr als nur ein, zwei Wochen Skandinavien werden, muss hochwertige Plastikfolie her, um absolut dicht zu sein. Sehr vielversprechend ist LDPE-Schlauchfolie, da sie kältefest, schweißbar und schon in der benötigten Schlauchform ist. Die Stärke 50 my wäre gewichtssparender, 100 my dauerhaft robust für mehrere Wochen in Polargebieten. Dein VBL sollte oben am Hals gut zu schließen sein, da sich sonst bei Bewegung die Luft im Inneren mit der Umgebungsluft austauscht. Das wirkt sehr „erfrischend“ und du beginnst wahrscheinlich zu frösteln. Wegen des eher engen Halsabschlusses habe ich eine Gummikordel im Kragen des VBL verarbeitet und keine normale Kordel. So kann ich zur Not immer noch schnell herauskommen, auch wenn ich in der Panik nicht mehr gleich den Tanka finde. Der Rab Hooded VBL verfügt über eine Kapuze Ein VBL endet üblicherweise etwa am Wärmekragen des Schlafsacks, also direkt am Hals. Es gibt allerdings auch Modelle mit Kapuze. Mir selbst ist es ohne Kapuze lieber, da ich Angst davor habe, dass sich nachts die Kapuze verdreht und dann auf meinem Gesicht liegt. Andererseits scheint eine Kapuze sinnvoll, da wir auch am Kopf schwitzen. Idealerweise passt der Schnitt deines Vapour Barrier Liner direkt zum Schlafsack. Manchmal kannst du den VBL sogar am Fußende im Schlafsack befestigen, wenn du dort Laschen für ein Inlett hast. Schützt der VBL vor Erfrierungen? Zwar findet man VB-Liner vor allem auf Wintertouren im Expeditionsstil, aber ein echter Schutz gegen Erfrierungen ist diese dünne Stoffschicht gewiss nicht. Die Isolation kommt vor allem von deinem Schlafsack. Der Wärmezuwachs durch einen korrekt verwendeten VBL liegt gefühlt bei maximal 5 °C, was ich in die Berechnung des nötigen Schlafsack-Setups nicht einberechnen würde. Ein wärmeres Gefühl ergibt sich auch durch den Wegfall der Verdunstungskälte auf der Haut (siehe nächster Abschnitt). Kurzfristig schützt der Vapour Barrier Liner also nicht vor Erfrierungen. Langfristig hält er aber die Isolation trocken und damit ihre Funktion am Leben. Liegt man im eigenen Saft? Viele stellen sich die Nacht in einer Plastikfolie als eher unangenehm vor. Schließlich kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Die Vorstellung, in einer Pfütze zu liegen, ist aber bei korrekter Anwendung schlichtweg falsch. Nach dem Einstieg wird es im VBL merklich feuchter. Das geht jedoch nicht im gleichen Verlauf weiter, sondern bleibt nach ein paar Minuten so. Im VBL sind nun 100 % Luftfeuchtigkeit erreicht, die Luft ist also gesättigt. Der Schweiß verdunstet dann nicht mehr von der Körperoberfläche, weil nichts mehr verdunsten kann. Wer dann noch weiter schwitzt, liegt in einem viel zu warmen Schlafsack. Unangenehm wäre dieser Zustand nur, wenn man mit nackter Haut im Schlafsack liegen würde. Dann würde der Stoff vom VBL kühl an der Haut kleben. Im tiefen Winter schlafen wir aber sowieso in langer Unterwäsche und mit atmungsaktiven Liner-Socken. Hier hat Wollunterwäsche den Vorteil, dass sie auch im leicht feuchten Zustand noch wärmend wirkt. Ich empfehle daher einen Satz Merino-Unterwäsche im Vapour Barrier Liner. Andere wählen auch ein Seideninlett oder einen Merinoliner als Zwischenschicht. Mir persönlich wäre das eine Schicht zu viel Gefummel: Inlett, VBL, Schlafsack, ggf. Biwaksack. Durch gut versiegelte Nähte wird ein VBL wirklich dampfdicht Ein auflaminiertes Gewebe innen im VBL könnte es angenehmer machen, trocknet dann allerdings nicht so schnell. Denn eines ist klar: Die Zwischenschicht an Unterwäsche oder Inlett wird durchfeuchtet (feucht, nicht nass) werden, da sie in 100 % Luftfeuchtigkeit liegt. Deine Daunenbekleidung solltest du also in keinem Fall mit anziehen, um den Temperaturbereich des Schlafsacks zu erweitern. Morgens beim Ausziehen des VBL ist es übrigens kurz unangenehm, wenn du mit der feuchten Unterwäsche in die kühle Luft kommst. Manchmal bildet sich sogar Reif auf der Merinowolle. Diesen kannst du aber leicht abklopfen. Den VBL kannst du zum Trocknen kurz auf links drehen und die Eiskristalle dann abschütteln. Weitere Irrtümer „Einen VBL braucht man nur bei Daunenschlafsäcken.“ Nein, auch Kunstfaser kann beim Komprimieren verklumpen. Dieses moderne Watteflies steht Daune nur noch in wenig nach. „Feuchte Klamotten nehme ich zum Trocknen mit in den Schlafsack.“ Das mag im Sommer funktionieren, im VBL ist es vollkommen nutzlos. Versuche lieber, kurz vorm Ende der Tagesetappe etwas langsamer zu machen, damit du nicht verschwitzt ankommst. „Mit einem VBL bleibt mein Schlafsack absolut trocken.“ Von innen ja, aber leider kann auch von außen Kondensat oder Reif deinen Schlafsack nass werden lassen. In sehr feuchten Bedingungen kann daher zusätzlich ein Biwaksack außen über den Schlafsack gezogen werden. Hochwertige Schlafsäcke mit Membran in der Außenhülle brauchen das nicht. „Ich stecke einfach meinen Bivy in den Schlafsack, das funktioniert genauso.“ Wenn dein Biwaksack dampfdicht ist, ja. Die meisten Modelle sind jedoch atmungsaktiv und daher unbrauchbar. „Es ist bestimmt witzig, in seinem VBL einen Hang hinunterzurutschen.“ Okay, das ist wahrscheinlich nicht naheliegend. Wir mussten es natürlich trotzdem ausprobieren. Ich sage euch: Das macht der Stoff nicht mit. Wann ist ein VBL sinnvoll? Die Meinungen sind geteilt, wann ein VBL sinnvoll ist. Kritiker sagen, dass ein VBL in Skandinavien nicht nötig sei, da man fast immer Möglichkeiten wie Hütten zum Trocknen des Schlafsacks finden kann. VBL-Befürworter merken hingegen an, dass der Zeitpunkt ungünstig sei, wo man bemerkt, dass man wohl doch besser einen VBL benutzt hätte. Ich würde die jahrzehntelange Diskussion salomonisch so zusammenfassen: Ab Touren über einer Woche ohne Hütte ist ein VBL sinnvoll. Bei kürzeren Touren brauchst du dir meist keine Gedanken zu machen. Etwas ausführlicher entscheide ich es so: Bei Sonnenschein, leichtem Wind oder regelmäßigen Besuchen in Hütten (ca. alle drei bis fünf Tage) sollte sich immer wieder Gelegenheit bieten, den Schlafsack zu trocken. Schüttle ihn dabei ab und an etwas auf, damit die Füllung sich lockert. Schwitzt du nachts viel oder hast durch das Wetter eine feuchte Umgebung, dann nutze einen VBL. Oder bist du auf einer Tour, wo es auf die absolute Zuverlässigkeit deines Schlafsacks ankommt? Dann gehe ebenfalls auf Nummer sicher. Eine Frage, die ich noch nicht beantworten konnte: Wenn der Schlafsack nicht stark komprimiert wird, weil er in einem Bedding Bag oben auf der Pulka liegt, kann er dann besser trocknen oder fällt der Loft gar nicht erst zusammen? Wäre ein Bedding Bag eine Empfehlung für VBL-Gegner? Ich hatte auf den bisherigen Touren noch nicht die richtigen Bedingungen für einen verlässlichen Erfahrungswert hierzu. Alternative Lösung zum VBL Es gibt noch eine andere Möglichkeit, wie man den VBL vermeiden kann: Du nutzt dafür einen Sommerschlafsack oder Quilt mit Kunstfaserfüllung über dem Daunensack. So verschiebt sich der Taupunkt weiter nach außen, die feuchte Luft kondensiert erst in dem Überschlafsack und die Daune bleibt trocken. Den Kunstfaserschlafsack spannst du dann tagsüber offen oben auf die Pulka, wo er trocknen kann. Das sollte jeden Tag passieren, nicht nur ab und zu. Denn bedenke, dass moderne Kunstfaserfüllungen wie Apex Climashield beim Komprimieren ähnlich empfindlich sind wie Daunen. Wem ein Overbag auf Dauer nicht zu fummelig ist, für den könnte diese Methode eine Alternative sein. Übersicht über die verschiedenen Modelle Ich habe mir einmal die Zeit genommen, die mir bekannten Modelle zu vergleichen. Vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung ja auch. Exped VBL Linerbag UL Früher gab es von Exped auch eine schwere Variante. Meiner Erfahrung nach war diese das bekannteste Modell, allerdings mit unterschiedlichen Bewertungen. Offenbar war er nicht bei allen Nutzern wirklich dicht. Die UL-Version schneidet besser ab. Material: 15 D Ripstop-Nylon, PU beschichtet, die Nähte sind getaped Größe: 185 x 75 cm/50 cm (Körperlänge 185 cm) Verschluss: normale Kordel mit Tanka Packmaß: 16 x 10 x 10 cm, Packsack aus gleichem Material an Kopfende angenäht Gewicht: 126 g inkl. Packsack (nachgewogen) Preis: ca. 95 Euro Meine Meinung: ein Packsack ist am Fußende praktischer, da sich mit dem Packsack am Kopfende die Luft beim Packen schnell im Fußende sammeln kann und mühsam herausgedrückt werden muss; wirklich leicht, wirkt aber robust genug Link zum Exped VBL Linerbag UL Cocoon Vapor Barrier Liner Das Modell von Cocoon ist noch jünger. Bei der Beschichtung setzt man auf ein TPU-Laminat, was wahrscheinlich von allen hier die ökologischere Kombination ist. Dieses Modell verfügt über eine Kapuze. Material: 15D Ripstop Nylon TPU Beschichtung Größe: 225 x 84 cm (Körperlänge 195 cm) Verschluss: Gummikordel mit Tanka Packmaß: 13 x 8 cm; Packsack auf Brusthöhe angenäht Gewicht: 180 g Preis: ca. 60 Euro Meine Meinung: ökologischere Variante; etwas weiter geschnitten; den Packsack hätte ich lieber am Fußende; Schlaufen an Kopf- und Fußende sehr praktisch zum Trocknen Link zum Cocoon Vapor Barrier Liner Western Mountaineering Hotsac Das alte Modell gab es schon ewig, wurde aber in 2020 überarbeitet. Der Nylonstoff ist aluminiumbeschichtet. So soll der VBL die Körperwärme reflektieren. Früher war diese Beschichtung silbern, inzwischen ist sie goldfarben und das neue Modell etwas leichter. Wie bei Rettungsdecken hat die Farbe höchstens psychologische Wirkung. Manche raten bei Aluminium davon ab, es direkt auf die Haut zu legen. Du trägst aber sowieso Unterwäsche. Aluminiumverbindungen sind allerdings nicht sehr umweltfreundlich und die Beschichtung kann nach vielen Nächten abblättern. Bei der silbernen Beschichtung sollte noch eine weitere Schicht auf dem Nylon sein, die die Funktion erhält. Blättert die goldene Schicht ab, verliert der VBL seine Wirkung. Material: Ripstop Nylon; alubeschichtet; die Nähte sind nicht getaped Größe: 200 x 78 cm/48 cm (Körperlänge 200 cm) Verschluss: Gummikordel mit Tanka Packmaß: alt 15 x 15 x 4 cm, neu 10 x 6 x 6 cm; Packsack aus gleichem Material am Fußende angenäht Gewicht: alt 162 g inkl. Packsack (nachgewogen), neu 100 g inkl. Packsack Preis: ca. 120 Euro Meine Meinung: Mehrere Stellen kritisieren, dass der Hotsac nicht hinreichend dampfdicht bzw. wasserdicht sei und so seine Funktion verfehle. Nachfragen bei Western Mountaineering zur Art und Beschaffenheit der Beschichtungen sind nicht ganz eindeutig, aber er ist weltweit im Einsatz. (Siehe Diskussion in den Kommentaren) Link zum Western Mountaineering Hotsac Beim Western Mountaineering Hotsac VBL ist eine Aluschicht auflaminiert, die zusätzlich Körperwärme reflektieren soll Rab Hooded Vapour Barrier Liner Wie der Name schon sagt, hat dieser VBL eine Kapuze, die man allerdings nicht zwingend aufsetzten muss. Leider sieht es so aus, als hätte Rab ihn aus dem Programm genommen. Ich lasse ihn noch eine Weile hier genannt, weil es noch Restposten gibt. Material: 30D Ripstop SilNylon; silikonimprägniert und PU-beschichtet; die Nähte sind nicht getaped Größe: 225 x 75 cm/48 cm (Körperlänge 195 cm) Verschluss: normale Kordel mit Tanka Packmaß: 15 x 10 x 10 cm; Packsack aus Mesh am Fußende angenäht Gewicht: 168 g inkl. Packsack (nachgewogen) Preis: ca. 105 Euro Meine Meinung: hochwertige Nähte, aber leider nicht getaped; sehr dünner Stoff; dank Kapuze auch als Notfallbivy nutzbar; mir ist er etwas zu eng, also eher für schlanke Menschen. Link zum Rab Hooded Vapour Barrier Liner PHD (Peter Hutchinson Designs) VBL Diesen VBL könnte ich noch nicht selbst testen oder anschauen. Daher ergänzt gerne eure eigene Erfahrung. Er hat ebenfalls eine Kapuze. Material: Nylon, Nähte getaped Größe: drei verschiedene Größen Verschluss: Kordel mit Tanka Packmaß: 18 x 10 cm, Packsack beiliegend Gewicht: 280 g Preis: ca. 240 Euro Meine Meinung: etwas schweres Modell, welches auch ein größeres Packmaß hat; bisher habe ich aber nur Gutes über diesen VBL gelesen (besonders in englischsprachigen Blogs) Link zum PHD (Peter Hutchinson Design) VBL Tundra Vapour Barrier Liner Dieses Modell habe ich bei der Recherche gefunden. Ich kann daher nur Herstellerangaben wiedergeben. Material: unbekannt, Nähte sind getaped Größe: drei verschiedene Größen Verschluss: Kordel mit Tanka Packmaß: unbekannt Gewicht: unbekannt Preis: ca. 95 Euro Meine Meinung: noch nicht vorhanden, ich freue mich daher über Meinungen anderer Link zum Tundra Vapour Barrier Liner Selbstbau VBL Modell „Winterfjell“ Ich wollte gerne 5 cm mehr Platz in der Breite und habe daher selbst genäht. Mein VBL war damit deutlich günstiger und hat sich bisher auf mehreren Touren bewährt. Der Stoff wirkt zwar nicht mehr ganz so geschmeidig wie früher, aber er scheint noch ausreichend dicht, da es innen feucht wird. Durch den festeren Stoff ist er etwas schwerer. Material: 40 D Ripstop-Nylon; silikon-beschichtet; die Nähte sind nicht getaped Größe: 220 x 90 cm/55 cm (Körperlänge bis 205 cm) Verschluss: Gummi-Kordel mit Tanka Packmaß: 15 x 15 x 10 cm; Packsack aus gleichem Material Gewicht: 210 g inkl. Packsack (nachgewogen) Preis: ca. 35 Euro Materialkosten plus 90 Minuten Nähzeit Meine Meinung: Selbst zu nähen ist in dem Falle eines VBL deutlich günstiger und nicht besonders schwer. Wenn du die Naht nach unten setzt, liegst du darauf und brauchst die Naht nicht gesondert abdichten. Für das nächste Modell würde ich dennoch auf eine dichtere PU-Beschichtung setzen. Bei meinem MYOG VBL aus Silnylon habe ich mir für die Nähte etwas Zeit genommen Notfall-Biwaksäcke wie der LACD Bivy Bag Das ist kein echter VBL, obwohl er vollkommen dampfdicht ist. Es handelt sich vielmehr um einen Notfall-Biwaksack aus etwas stabilerer Rettungsdecke. Mit 108 Gramm ist er wirklich leicht und für 12 Euro ein günstiges Modell. Es gibt verschiedene Hersteller, wobei ich keine Unterschiede in der Qualität erkennen kann. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. VBL Socken Auch für die Füße gibt es Vapour Barrier Liner Socken. Diese speziellen Socken werden über dünnen Linersocken getragen. Erst darüber kommt die dicke Schicht Wollsocken zur Isolation. Durch diese dampfdichte Zwischenschicht wird verhindert, dass die Wollsocken und danach die Schuhisolation von innen durchnässen. Die Linersocken werden dabei natürlich durchfeuchtet. Abends solltest du die Füße daher gut trocknen, um Immersionsfüßen vorzubeugen. Dieses Zwiebelprinzip ist einer der wichtigsten Tipps für warme Füße. Voraussetzung für diese drei Lagen ist aber, dass in den Stiefeln genug Platz ist. Ich empfehle daher, bereits alle Lagen mit zum Stiefelkauf zu nehmen. Ich wähle meine Skistiefel immer mindestens eine gute Nummer größer. VBL-Socken gibt es nur selten käuflich zu erwerben. Leider halten diese nicht wirklich lang und überleben manchmal gerade eine Tour. Dafür sind sie mir einfach zu teuer. Ich habe mir daher versuchsweise aus dem Verschnitt vom VBL-Sack eigene Socken genäht, was dank des Hackens allerdings schon etwas kniffliger war. Die halten zwar auch nicht länger, kosten aber nur einen Bruchteil. Die selbst genähten VBL-Socken halten nicht länger als die von Exped, sind aber deutlich günstiger Längst kein Geheimtipp mehr ist die Alternative „Brotbeutel“. Diese schlauchförmigen Beutel mit etwa 6-8 Litern Fassungsvermögen gibt es in Schweden und Norwegen in fast jedem Supermarkt. Sie halten zwar nur ein paar Tage, kosten aber quasi nichts. Und auch mit einem kleinen Loch taugen sie noch als Müllbeutel bis ans Ende der Tour. Der Preiskracher unter den VBL-Socken sind Brotbeutel VBL Anzüge VBL Anzüge sollen deine gesamte Kleidung von innen vor Schweiß schützen. Ich habe damit bisher keine Erfahrungen machen wollen. Obwohl ich VBL-Socken trage und teilweise im VBL schlafe, ist die Vorstellung, den ganzen Tag in einem VBL-Anzug zu stecken, auch für mich unangenehm. Einen VBL-Anzug kannst du nicht einfach nur „für den Fall der Fälle“ tragen, sondern musst deine Aktivität, die übrigen Kleidungsschichten und die Ventilation sehr genau anpassen, um im VBL nicht zu überhitzen. Mir reicht eine normale Midlayer unter der Jacke in Anstrenung oft schon, um ins Schwitzen zu kommen. Ich bin dann bereits zu warm angezogen. Ich könnte in einem VBL-Anzug meine Isolation tagsüber kaum regulieren, wäre darunter wahrscheinlich ständig nassgeschwitzt und hätte am Ende Sorge um die Bakterien auf der dauerfeuchten Hautoberfläche. Lieber setze ich bei meinem winteroptimierten Zwiebelprinzip auf Netzkleidung als Baselayer mit einer weiteren Schicht Polypropylen darüber. Das durchnässt nicht und trocknet am Körper innerhalb kürzester Zeit. Aber am Ende ist es dir überlassen: Einen verlässlichen Erfahrungsbericht gibt es dazu im Blog von Andrew Skurka. Und wenn du es günstig suchst, schau mal nach den Stichworten „Schwitzanzug“ oder „Saunaanzug“. VBL-Handschuhe Als VBL-Liner an den Händern werden zum Beispiel Fingerhandschuhe aus Nitril genutzt. Auch hier würde ich immer einen dünnen Liner unterziehen wollen und frage mich, wie Medizinpersonal das den ganzen Tag ohne solche darin aushält. Mit Linern wird es dann aber gleich wieder fummelig. Statt zu VBL-Handschuhen rate ich dir daher eher, dein Handschuhkonzept besser abzustimmen, um gar nicht erst darin zu schwitzen. Feuchte Finger neigen sogar eher zu Erfrierungen. Wechsle besser die Handschuhe und passe die Isolationsstärke und Atmungsaktivität an die Bedingungen an. Handschuhe lassen sich schließlich schneller wechseln als Schuhe, Ersatz wiegt nicht viel und unter der Jacke oder am Kocher trocknet auch mal ein Paar. Bedenke aber, dass ein nasser Handschuh einfriert, wenn du ihn nicht warmhältst. Er sollte also möglichst gar nicht erst nass werden. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Daunen- oder Kunstfaser­schlafsack – Welcher Schlafsack für Wintertouren?](https://www.winterfjell.de/daunen-oder-kunstfaserschlafsack/) Published: 2024-04-17 | Updated: 2026-07-10 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Es war ein windiger Tag und dein Körper ist trotz der Anstrengung ganz schön ausgekühlt. Sobald das Zelt endlich steht und du dich in sein geschütztes Inneres verkriechst, schüttelt es dich gleichzeitig vor Kälte und aus Vorfreude auf einen heißen Kakao und deinen kuscheligen Winterschlafsack. Worauf du bei einem solchen Schlafsack für Wintertouren achten solltest und ob Daune oder Kunstfaser als Isolation besser geeignet sind, erfährst du in diesem Beitrag. Inhaltsverzeichnis Grundlagen zum Schlafsack für eine Wintertour Was macht einen guten Schlafsack aus?Welches Temperaturlimit beim Schlafsack für Wintertouren? Isolationswerte über die Lofthöhe bestimmen? Bauweise WinterschlafsackBesondere Ausstattung bei der Bauweise Außenmaterialien eines WinterschlafsacksWasserabweisend reicht meist Füllung des WinterschlafsacksEthische Daune? Imprägnierte Daune? Vorteile und Nachteile von Kunstfaserfüllung Vorteile und Nachteile von Daunenfüllung Schnitt des Winterschlafsacks Weitere Eigenschaften für den Schlafsack für Wintertouren Wie viel kostet ein Schlafsack für Wintertouren? Schlafsack für Wintertouren – Weitere Tipps und TricksBei tiefen Temperaturen einen dicken Winterschlafsack wählen oder zwei dünne Säcke miteinander kombinieren? VBL, wenn’s länger auf Tour geht Tipps zur Reinigung Grundlagen zum Schlafsack für eine Wintertour Ein Schlafsack wärmt nicht, er hält dich nur warm. Die Wärme muss dabei von dir selbst erzeugt werden. Wenn du also richtig durchgefroren und leicht verschwitzt bist, wird es entsprechend länger dauern, als wenn du vorher warm und trocken warst. Die Körperwärme gibst du durch verschiedene Wege nach außen ab. Dies geschieht durch Wärmestrahlung (Radiation), Wärmeleitung (Konduktion) oder Wärmetransport über die Luft (Konvektion). Der Schlafsack hat dabei die Aufgabe, die durch Radiation erwärmte Luft im Schlafsack zu halten. Eine oder besser zwei dicke Abdeckleiste(n) am Reißverschluss und ein Wärmekragen um den Hals verhindern, dass sich die Luft im Schlafsack austauscht und unterbinden so Konvektion. Da auch die beste Füllung nach unten vom Eigengewicht des Schläfers platt gedrückt wird, brauchen wir eine gute Isomatte, damit wir keine Wärme über Konduktion an den kalten Boden abgeben. Ohne gute Isolation nach unten nutzt dir der beste Schlafsack für Wintertouren nichts! Meiner Erfahrung nach spielt es für die Temperatur im trockenen Schlafsack nur eine untergeordnete Rolle, aber oft wird zusätzlich noch die Verdunstungskälte (Evaporation) erwähnt. Jeder Mensch gibt während der Nacht Feuchtigkeit ab, den größten Teil über die Atemluft. Verdunstet die Feuchtigkeit über die Haut, entsteht Verdunstungskälte, was zur Kompensation wieder Energie verbraucht. Dadurch frieren wir. Ein trockenes Klima im Schlafsack spart also Energie. Nicht nur aus diesem Grund solltest du nicht mit feuchten Klamotten in den Schlafsack steigen. Zu der speziellen Situation mit einem Vapour Barrier Liner (VBL) folgt später mehr. Zwei Winterschlafsäcke füllen ein Drei-Personen-Zelt gut aus Was macht einen guten Schlafsack aus? Zunächst sollte der Temperaturbereich des Schlafsacks für eine Wintertour zu den erwarteten Temperaturen am Reiseziel passen, immer mit etwas Puffer. Jeder Schlafsack hat einen gewissen Temperaturbereich, für den er geeignet ist. Die Temperaturangaben des Herstellers richten sich dabei nach der Europäischen Norm 13537, die sich in drei Bereiche gliedert: Komforttemperatur T comf: Dieser Wert wird für eine Standardfrau (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) berechnet, die gerade noch nicht friert. Grenztemperatur T lim: Dieser Wert wird für einen Standardmann (25 Jahre, 70 kg, 1,73 m) berechnet, der gerade noch nicht friert. Extremtemperatur T ext: Dieser Wert wird für eine „Standard-Frau“ (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) unter starker Kältebelastung berechnet. Hier besteht bereits ein Risiko der Unterkühlung oder leichter Erfrierungen. Diese Angaben werden mit Messpuppen berechnet und von echten Menschen daher individuell unterschiedlich wahrgenommen. Es lohnt sich, in Foren nach Erfahrungsberichten zu einzelnen Modellen zu suchen. Unbestritten sind diese nur subjektive Eindrücke, aber so fügt sich vielleicht ein Bild zusammen. Oft haben gerade die hochwertigen Marken einen gewissen Ruf, trotz der genormten Testverfahren ehrliche oder geschönte Werte anzugeben. Und für Expeditionsmodelle wird die Norm manchmal gar nicht erst angewendet. Welches Temperaturlimit beim Schlafsack für Wintertouren? Für Wintertouren würde ich auch als Mann ganz pauschal nach Schlafsäcken mit einem Komfortbereich (nicht Limit!) von mindestens -15 °C oder besser -20 °C schauen. In Skandinavien kann es sogar deutlich kälter werden. Wenn du schnell frierst oder du schon früh im Jahr in den Norden möchtest, dann sollte dein Schlafsack für Wintertouren ein Limit der Komforttemperatur von -30 °C haben! Vergiss den Extremwert einfach, der hat für die vernünftige Planung keine Aussagekraft. Wenn du für Gewichtsoptimierung zwischen zwei Versionen schwankst, empfehle ich dir die wärmere Variante. Ein deutlicher Puffer der Komforttemperatur des Schlafsacks zu den tatsächlichen Temperaturen ist sehr sinnvoll. Bei Erschöpfung oder sogar leichter Unterkühlung sind 10 °C Reserve eine wahre Freude! Andersherum ergibt es keinen Sinn, das wärmste auf dem Markt verfügbare Modell zu wählen, wenn du damit im Frühlingswinter im April in den Norden willst. Ein Schlafsack kann auch zu warm sein. Allerdings kannst du ihn dann zunächst einfach noch als Decke nutzen. Zu kalt ist das größere Problem. Auch wenn die Normwerte bei 3-Jahreszeiten-Schlafsäcken noch recht verlässlich sind, stoßen sie bei dicken Expeditionsschlafsäcken an ihre Grenzen. Teilweise findest du dort deshalb auch nur noch einen Grenzwert. Es gibt außerdem Hersteller, die den Wert nicht nach der EU-Norm angeben, denn dazu sind sie bei Expeditionsschlafsäcken nicht mehr verpflichtet. Dann kann so ein Wert eher positiv ausfallen (z. B. bei Nahanny), weil man dort auf Nummer sicher geht. Es kann aber auch sein, dass die Werte etwas zu schön gerechnet scheinen. Solche Schlafsäcke sind nicht automatisch schlecht, ich würde nur immer 5 °C Differenz abziehen. Isolationswerte über die Lofthöhe bestimmen? Für Daunenschlafsäcke gibt es eine Daumenregel (oder Daunenregel?), mit der du die Isoliereigenschaften anhand der Dicke näherungsweise bestimmen kannst, wenn du sonst keine verlässlicheren Angaben findest. Gerade beim Gebrauchtkauf kann die Lofthöhe eine Hilfe zur Orientierung sein, wie gut es um die Füllung steht. Dabei misst du entweder nur den Loft des Oberteils deines Schlafsackes oder den gesamten Schlafsack. Lege eine leichte Pappe auf den Schlafsack und miss die Höhe vom Boden. Lofthöhe Oberteil cm Lofthöhe Gesamt cm ca. Grenztemperatur ° C 5 10 +01 6 12 -03 7 14 -07 8 16 -11 9 18 -15 10 20 -19 11 22 -23 12 24 -27 13 26 -31 Im Temperaturbereich, wo ich von einem Schlafsack für Wintertouren sprechen würde, macht 1 cm Loft (einfach) also etwa 4 °C Temperaturgewinn aus. Das deckt sich in etwa mit den Modellen, in denen ich bisher geschlafen habe. Beachte aber, dass dieses Modell zur Vereinfachung von einem linearen Verlauf ausgeht und der tatsächliche Temperaturgewinn je Zentimeter abnimmt. Und auf Kunstfaserfüllungen ist dieses Modell meiner Erfahrung nach ebenfalls nicht anwendbar. Bauweise Winterschlafsack Neben der Lofthöhe ist es bei Daunenschlafsäcken wichtig, wie die Daunen im Schlafsack untergebracht sind. Die Daunenfüllung befindet sich in Kammern im Schlafsack, damit die Füllung nicht verrutscht. Diese oft mehr als 25 Kammern sind aufwendige Konstruktionen, da sie anders als bei dünnen Daunenjacken oder -decken nicht durchgesteppt sind. An der Naht würde sonst eine Wärmebrücke für Wärmeverlust sorgen. Besser sind H-Kammern oder Trapezkammern mit großen Zwischenstegen. Die wärmsten Kammern bilden Doppel-H-Kammern (sicherer) und V-Kammern (leichter). Bei diesen V-Kammern stehen die Stege schräg wie ein V zueinander und verhindern so sehr gut, dass sich Wärmebrücken überhaupt bilden können. Gleichzeitig sind sie sehr leicht. Die Kammern sind übrigens oft auf der Unterseite des Winterschlafsacks weniger stark befüllt, da du sie dort ohnehin platt liegst. Wenn du notorischer Seitenschläfer bist, dann empfehle ich dir, auf Modelle mit einer Daunenverteilung 50/50 % zu achten. Auch Kunstfaserfüllungen werden in der Schlafsackhülle fixiert, um ein Verrutschen zu verhindern. Dort gibt es aber keine Kammerkonstruktionen, sondern eher Schindeln. Besondere Ausstattung bei der Bauweise Für Menschen mit verfrorenen Füßen gibt es Modelle mit extra warmer Fußbox. Auch ein dicker Wärmekragen ist sehr hilfreich. Noch wichtiger ist jedoch eine gut sitzende und fette Kapuze, die zugezogen nur ein kleines Atemloch freilässt. Zusätzlich verrichtet auch eine warme Mütze im Schlafsack wahre Wunder. Eine Menge Wärme geht sonst über den Kopf verloren. Idealerweise ist der Stoff um das Atemloch stark wasserabweisend, weil sich hier gerne Raureif bildet. Atme besser nicht in den Schlafsack, weil du dadurch sehr viel Feuchtigkeit einbringst. Bei den Außenmaterialien eines Schlafsacks vertrauen alle Hersteller auf Kunstfasern in unterschiedlichen Qualitäten und Gewichten. Der rieselnde Reif bleibt auf dem Winterschlafsack liegen Außenmaterialien eines Winterschlafsacks Leicht wasserabweisend sollte die Außenhülle bei einem Schlafsack für Wintertouren immer sein, denn außen sammelt sich über Nacht oft Raureif rund um den Kragen oder er rieselt von der Zeltdecke. Ob es eine vollständig wasserdichte und atmungsaktive Außenhülle braucht, führt häufig zu langen Diskussionen. Wirklich (regen-)wasserdicht wird der Schlafsack damit übrigens nicht, denn die Nähte sind nicht versiegelt. Rechne ich mit viel Nässe, würde ich eher zusätzlich einen geräumigen, atmungsaktiven Biwaksack wie den Alpkit Hunka XL wählen oder im Windsack schlafen. Für regelmäßige Nächte in einer tropfenden Schneehöhle oder falls beim Biwak Flugschnee auf die Isomatte kommt, sind die wasserdichteren Stoffe der Schlafsäcke im Vorteil. Für diesen Anwendungsbereich würde ich dir ein solches Modell empfehlen. Western Mountaineering verwendet als Membran Stormshield (bis 2025 noch Gore Windstopper GWS), Cumulus nutzt Pertex Quantum Pro, wieder andere Hersteller haben weitere Bezeichnungen. Schlafsäcke mit wasserdichter Membran lassen sich übrigens auf links gedreht besser verpacken, weil dann die Luft durch den Innenstoff entweichen kann. Wasserabweisend reicht meist Es gibt jedoch Gründe für einen „nur“ wasserabweisenden Stoff. Erstens ist er etwas leichter und zweitens kann die Feuchtigkeit besser aus dem Winterschlafsack entweichen. Solche Modelle trocknen also schneller in Sonne und Wind. Auch deine nächtlichen Ausdünstungen frieren nicht von innen an der äußeren Membran fest, wenn du ohne VBL darin schläfst. Reif und Kondensat im Zelt machen dem Stoff im gefrorenen Zustand von außen wenig aus und dringen nicht direkt in die Füllung ein. „Keine Membran“ heißt ja nicht, dass diese Stoffe überhaupt keinen Schutz haben. Die DWR Imprägnierung muss man dann vielleicht irgendwann einmal erneuern. Trotzdem ist hier mehr Sorgfalt gefragt, um die Füllung nicht zu durchfeuchten. Diese Füllung besteht in der Regel entweder aus Daunen oder Kunstfasern, wobei es selten auch Kombinationen aus beiden Isolationsmaterialien gibt. Beide Füllstoffe gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. Eisbildung im Bereich der Ausatemluft Füllung des Winterschlafsacks Daunenfüllungen bestehen hauptsächlich aus den weichen Daunen und einem kleinen Federanteil. Der Daunenanteil sorgt für die Wärme und der Federanteil stützt die Daune und fördert so den Loft. Oft werden Daunen im prozentualen Verhältnis 90/10 zu Federn verwendet, teilweise auch 95/5. Der cuin-Wert sagt etwas über die Bauschkraft der verwendeten Daune aus, wobei 650+ cuin guter Standard, 750+ cuin hochwertige Daune und alles über 800 cuin atemberaubend hochwertig ist. Übrigens: Je höher der cuin-Wert, desto feuchtigkeitsempfindlicher sind die Daunen häufig. Dafür lassen sie sich besser komprimieren und sind bei gleichem Gewicht etwas wärmer. Überprüfen lässt sich die cuin-Angabe aber kaum. Auch für die Qualität der Hohlfasern haben die Hersteller meist eigene Bezeichnungen, sodass ein Vergleich untereinander schwieriger bis unmöglich ist. Die europäischen cuin-Werte sind grundsätzlich etwas niedriger (~10 %) als die amerikanischen, weil unterschiedliche Testverfahren angewendet werden. Gänsedaunen erreichen höhere cuin-Werte als Entendaunen. Mehr dazu findest du bei explore borders, die sich auch Zeit für eine kritische Betrachtung der Daunengewinnung nehmen. Der König des Daunenreichs ist erwacht (trotz Schlafmütze) Ethische Daune? Lebendrupf ist in der EU verboten und europäische Daunen sind daher chinesischen Daunen (60 % Marktanteil der weltweiten Daunenproduktion) vorzuziehen. Allerdings ist das Raufen während der Mauser vom Verbot ausgenommen. Lukrativer als die Daunengewinnung als Beiprodukt der Schlachtung ist das mehrfache „Ernten“ einer Gans und auch die Daunenqualität steigt mit zunehmendem Alter. Bei einem cuin-Wert über 700 kannst du daher im Allgemeinen davon ausgehen, dass es sich um Daunen älterer, lebender Tiere handelt. Jetzt könnte man sagen: Wenn dies in der Mauser der Gänse passiert, ist es „tierfreundlicher“ als außerhalb der Mauser. Aber bei einer großen Zahl an Tieren sind eben nie alle gleichzeitig in der Mauser. Nur wenige Hersteller gehen andere Wege und saugen die polnischen Daunen aus den Nestern (Western Mountaineering) oder recyceln alte Daunen in einem Pilotprojekt (Mountain Equipment). Auch Feathered Friends spricht sich gegen Lebendrupf aus, ebenso Roberts aus Polen. Weiterhin spricht auch die Firma Valandre von Totrupf bei ihren französischen Graugänsen. Wie tief man in die Details der Labels und Aussagen einsteigen und diesen vertrauen mag, ist jedem selbst überlassen. Imprägnierte Daune? Verarbeitete Daunen sind hygroskopisch, also wasseranziehend. Im durchfeuchteten Zustand verlieren Daunen ihre Isolationswirkung. Gänse fetten im lebenden Zustand deswegen zum Nässeschutz ständig selbst nach. Aus Hygienegründen reinigen die Hersteller die Daunen vor der Verarbeitung. Stattdessen imprägnieren manche ihre besonders hochwertigen Dauen dann anschließend und bieten so hydrophobierte Dauen an. Besonders bei den empfindlichen Daunen mit hohem cuin-Wert findet sich diese Nachbehandlung. Allerdings muss dazu das letze bisschen natürliche Fett aus den Daunen gewaschen werden und wird dann durch ein Silkongemisch ersetzt. Wie nützlich diese Innovation ist, musst du selbst entscheiden. Ich würde jedenfalls immer zuerst darauf achten, dass die Feuchtigkeit gar nicht erst zur Füllung gelangen kann. Von innen schützt ein Vapour Barrier Liner, von außen ein Biwaksack oder das Zelt. Vorteile und Nachteile von Kunstfaserfüllung Kunstfaserschlafsäcke sind in der Anschaffung deutlich günstiger, da ihre Hohlfasern in der Herstellung weniger kosten. Große Feuchtigkeit schadet der Füllung etwas weniger. Der Schlafsack kann auch in entsprechend dauerhaft feuchter Umgebung wie zum Beispiel in einer Schneehöhle noch gut wärmen, da die Füllung durchfeuchtet nicht so sehr in sich zusammenfällt. Kunstfaserfüllung lässt sich jedoch schlechter komprimieren als Daune. Der Packsack wird daher größer ausfallen. Außerdem ist die Füllung bei gleicher Wärmeleistung schwerer und wird nicht so lange halten, weil die Fasern mit der Zeit brüchig werden. Vorteile und Nachteile von Daunenfüllung Daune hat das beste Verhältnis von Wärme zu Gewicht. Der Schlafsack kann dadurch um einiges leichter ausfallen. Bei guter Behandlung hält ein Daunenschlafsack viele Jahre. Dazu gehören zum Beispiel die offene Lagerung und professionelle Reinigung. Das Schlafklima ist in Daune etwas angenehmer, was bei Verwendung eines VBL-Inletts aber irrelevant ist. Dazu später mehr. Daune lässt sich zwar stark komprimieren, sollte aber über Monate nicht komprimiert gelagert werden, da sie damit ihre Bauschkraft einbüßen kann. Ihr guter Temperaturwert wird anschließend nicht mehr erreicht. Den gleichen Schaden kann Nässe anrichten, weil sie die feinen Daunen verklumpen lässt. Beim Auspacken braucht der fette Schlafsack für Wintertouren immer eine Weile, bis er sein volles Volumen erreicht hat. Mumienschnitt, um nicht zu viel Luft erwärmen zu müssen Schnitt des Winterschlafsacks Ein Schlafsack für Wintertouren ist üblicherweise in Mumienform geschnitten und sollte so eng anliegen, dass möglichst wenig Luft innerhalb erwärmt werden muss. Andererseits sollte er weit genug sein, um sich darin noch etwas bewegen zu können oder um Kleidung im Fußraum warm halten zu können. Profis benutzen im Schlafsack ihre Pee-Bottle für das nächtliche „Müssen müssen“ und ziehen sich teilweise bereits im Schlafsack um. Auch beim Abwettern im Zelt freut man sich über die Möglichkeit verschiedener Liegepositionen im Schlafsack, denn in diesem verbringt man seine Zeit normalerweise. Wer sich mit langer Wollunterwäsche noch im sonst körpernah anliegenden Schlafsack drehen kann, sollte die richtige Größe gewählt haben. Kleiner Tipp: Hersteller wie Roberts in Polen oder Nahanny in Rumänien stellen hochwertige Maßanfertigungen her, wenn du nichts von der Stange findest. Weitere Eigenschaften für den Schlafsack für Wintertouren Neben Wärmekragen, Kapuze, Abdeckleiste und Fußbox gibt es noch andere sinnvolle Ausstattungsmerkmale: kleine Innentasche am Kragen (für Brille, Müsliriegel, Tabletten oder kleine Geräte) Schlaufen am Fußende außen und innen (zum Trocknen oder Fixieren eines Inletts) dunkler, möglichst schwarzer Innenstoff (schnelles Trocknen in der Sonne) kurzer Reißverschluss (wo keiner ist, da kann nichts durchziehen) wasserdichte Außenhülle (im Biwak) Fixiermöglichkeit für Isomatte (kein Verrutschen) ein etwas größerer Kompressionssack erleichtert das tägliche Einpacken und in der Pulka stört die Größe wenig Wie viel kostet ein Schlafsack für Wintertouren? Ein Kunstfaserschlafsack ist in der Anschaffung günstiger und kostet etwa 450 Euro aufwärts. Die vielen Vorteile sprechen aber für einen Daunenschlafsack und dort steigst du mit 650 Euro ein und kannst für ein Premiummodell auch schnell über 1000 Euro hinlegen. Schlafsack für Wintertouren – Weitere Tipps und Tricks Wer genug Loft im Daunensack haben will, sollte diesen nach Aufbau des Lagers immer gleich im Zelt ausbreiten und erst dann mit dem weiteren Einrichten oder dem Kochen vor dem Zelt beginnen. Die Daune braucht ihre Zeit zur Entfaltung und kalte Umgebungsluft transportiert kaum bedrohliche Feuchtigkeit. Beim Kochen im Zelt ist es besser, den Daunenschlafsack erst später auszupacken, um ihn vor der Feuchtigkeit zu schützen. Warme, feuchte Luft trifft sonst auf seine kalte Oberfläche und kondensiert dort. Der Loft des Schlafsacks kann dadurch sichtbar abnehmen. Um diesen Loft über die Jahre zu erhalten, sollte der Schlafsack zu Hause unkomprimiert und vor allem trocken gelagert werden. Dafür eignen sich ein Netzsack oder ein alter Kopfkissenbezug. Ich empfehle dieses Vorgehen auch für Kunstfaserschlafsäcke. Selbst auf Tour benutze ich immer einen größeren Kompressions-Packsack aus dem Zubehör statt des mitgelieferten Modells, welches oft eher knapp ausfällt. Hier geht es mir aber nicht um den Loft: Nichts ist nerviger, als den Winterschlafsack morgens mühsam in einen kleinen Beutel zu stopfen! Um es im Schlafsack schneller kuschelig warm zu haben, lohnt es sich, vor dem Schlafengehen eine Wärmflasche in ihn zu legen und seinen Kreislauf durch drei schnelle Runden ums Zelt in Gang zu bringen. Die Hardshelljacke über dem Fußende schützt in kleinen Zelten gut vor Nässe vom Zeltstoff und deine Daunenjacke kannst du im Extremfall ausgebreitet über deinen Schlafsack legen, um etwas mehr Wärme zu gewinnen. Plane das aber nicht als feste Reserve ein, denn es verrutscht leicht. Bei tiefen Temperaturen einen dicken Winterschlafsack wählen oder zwei dünne Säcke miteinander kombinieren? Wenn es öfter losgehen soll, empfehle ich nur einen robusten Daunenschlafsack mit dem passenden Temperaturspektrum zu wählen. Der Winter in Skandinavien ist nichts für Experimente mit Einsparungen im Gramm-Bereich. Für die ersten Tests gehen sicher auch zwei 3-Jahreszeiten-Schlafsäcke als Kombination. Nur ist das auf Dauer sehr fummelig. Wichtig dabei ist, dass die Schlafsäcke unterschiedlich groß sind, damit sie sich nicht gegenseitig die Isolation platt drücken. Trotz gutem Schlafsack kann es passieren, dass einzelne Kälteperioden auf Tour sehr viel kälter ausfallen als erwartet und du dafür ein Backup brauchst. Genauso ist eine Kombination aus Übernachtungen im Zelt und in Hütten möglich, wo dir der Winterschlafsack in der beheizten Hütte zu warm wäre. Für solche Fälle eignen sich entweder Thermo-Inletts wie der Sea to Summit Thermolite Reactor extreme oder ein Überschlafsack wie das Carinthia XP (Explorer) Top. Beide können solo als Hüttenschlafsack verwendet werden und erweitern den Temperaturbereich erfahrungsgemäß um ca. 5-10 °C, ohne allzu viel Stauraum zu benötigen. Carinthia sichert 6 °C Temperaturgewinn zu, etwas mehr wird es nach meiner Erfahrung sein. Andere setzen darauf, nur die Isolation auf der Oberseite zu erhöhen wie der Cocoon Over Bag. Wie bei einem Quilt darfst du dich dann aber nicht mit dem Schlafsack auf die Seite drehen, sondern nur in ihm. Auch ein Seideninlett kann die Nacht um ein bis zwei Grad wärmer werden lassen, ergibt aber nur ohne VBL Sinn. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. VBL, wenn’s länger auf Tour geht VBL steht für Vapour Barrier Liner und lässt sich als Dampfsperre übersetzen. Diese verhindert das Eindringen von ausgedünsteter Körperfeuchtigkeit in die Schlafsackfüllung und damit das Verklumpen der Daunen beim Komprimieren. Dieses Inlett ist komplett wasserdicht! Wer sich vorstellen kann, wie das Klima in dieser Hülle nach einer Nacht ist, versteht schnell, dass ein VBL oben am Hals möglichst eng anliegen muss. Ansonsten würde sich die Luft im VBL austauschen und durch die Verdunstungskälte würde es unangenehm kühl. Wenn man morgens aus dem Schlafsack krabbelt, wird es ebenfalls kurz frisch in der langen Merinounterwäsche. Ohne diese Unterwäsche ist es im VBL aber wirklich unangenehm feucht. Für Touren bis zu einer Woche Dauer ist oft noch kein VBL notwendig, bei längeren Touren kann sich die Feuchtigkeit im Schlafsack für Wintertouren allerdings durch niedrigere Wärmeleistung und höheres Gewicht bemerkbar machen. VBL-Gegner schwören auf die Alternative, den Schlafsack jeden Morgen oder in den Pausen gut durchlüften und von der Sonne trocknen zu lassen. Das funktioniert auch gut, solange die Bedingungen passen und es nicht zu feucht ist. Warum stellen die Hersteller ihre Schlafsäcke dann nicht direkt mit dampfdichtem Innenstoff her? Zum einen sind VBL eine echte Nische und Varianz kostet viel Geld für ein ansonsten günstiges Zubehörteil. Zum anderen passt das wenig zum heilgen Credo „Das muss atmungsaktiv sein, Schwitzen ist böse“. Einzelne Hersteller bieten dennoch integrierte VBL-Lösungen, beispielsweise Warmlite. Da das Thema gerne diskutiert wird, findest du hier einen ausführlichen Beitrag über das Wundermittel Vapour Barrier Liner. Tipps zur Reinigung Da ein Schlafsack für Wintertouren aller Wahrscheinlichkeit nach zu groß für eine Haushaltswaschmaschine ist, bleiben nur der Waschsalon oder eine professionelle Reinigung. Wer normalerweise im Inlett oder einem VBL schläft, braucht jahrelang keine Reinigung. Wer den Schlafsack normal nutzt, sollte es erst einmal mit Lüften oder für einzelne Flecken mit einem feuchten Lappen versuchen. Ist die Reinigung wirklich unumgänglich, würde ich das nicht selbst in die Hand nehmen, sondern einen professionellen Service wie vom Outdoor-Service-Team in Berlin nutzen. Diese können dann bei einem in die Jahre gekommenen Schlafsack auch gleich noch ein paar Daunen auffüllen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Winter-Hüttentouren in Skandinavien](https://www.winterfjell.de/winter-huettentouren-in-skandinavien/) Published: 2023-12-10 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wer das Übernachten im Zelt auf Wintertour zu abenteuerlich findet oder einfach mehr Komfort sucht, kann in vielen Gebieten Skandinaviens auf ein hervorragendes Netz an Berghütten zurückgreifen. Diese Hütten ermöglichen mehrtägige Winter-Hüttentouren ohne Zelt, da sie oft genau eine Tagesetappe voneinander entfernt liegen. In der Saison um Ostern sind sogar die Wege dazwischen markiert. Das bietet ideale Voraussetzungen, um auch als Anfängerin oder Anfänger eine erste Wintertour zu wagen und in den Hütten zu übernachten. Worauf du dabei achten solltest, erfährst du in diesem Beitrag. Inhaltsverzeichnis Die HüttenUnterschiede der Hütten Besonderheiten bei den Hütten Vorteile einer Hütte Nachteile einer Hütte Wo finde ich die Hütten in Skandinavien? Ausrüstung für eine Winter-HüttentourKurze Packliste für Winter-Hüttentouren Wenig Ausrüstung heißt, mehr können zu müssen Verhalten auf den Hütten Die Hütten Bei den Hütten handelt es sich in der Regel um einfache Berghütten mit Mehrbettzimmern. Sie sind weit vom Hotelstandard entfernt. Wichtig ist vor allem der Unterschied zu den Berghütten in den Alpen, denn in Norwegen oder Schweden geht es oft ein wenig beschaulicher zu. Manche kleinen Hütten haben nur vier Schlafplätze und es gibt für gewöhnlich auch kein Personal vor Ort. Du kochst dir dein Essen auf Winter-Hüttentouren also selbst! Und auch um das Brennholz, die Trinkwasserversorgung und den Abwasch kümmerst du dich (mit den anderen Gästen zusammen). Sitzecke einer großen Hütte mit viel Komfort Unterschiede der Hütten Es gibt verschiedene Arten von Hütten, die vor allem von ihrer Größe und Besucherfrequenz abhängen. Eine Bewirtschaftung ist die Ausnahme bei den ganz großen Hütten. Dort kannst du Frühstück und zum Abendessen ein Drei-Gänge-Menü bekommen. Zusätzlich genießt du auch sonst viel Luxus wie Strom oder fließend Wasser. In einfacheren Hütten sind manchmal eine Hüttenwartin oder ein Hüttenwart zugegen, kümmern sich aber nur um das Haus und nicht um dich als Gast. Natürlich stehen sie oft mit Rat und Tat zur Seite, aber grundsätzlich packst du bei allem selbst an. In den hochwertigeren Selbstversorger-Hütten gibt es immerhin einfache Proviantregale mit Kasse vor Ort oder Bezahlung in einer App. So kannst du bei den Lebensmitteln viel Gewicht sparen. Zur Sicherheit würde ich dir aber raten, immer einen Ziplock-Beutel Müsli, ein Trekking-Gericht und etwas Schokolade im Rucksack zu haben. Damit bist du für leere Regale oder spontane Biwaks gewappnet. Bei den kleinen bzw. einfachen Hütten bringst du alle Lebensmittel selbst mit. Spätestens hier brauchst du in Norwegen aber auch den Hüttenschlüssel vom norwegischen Tourismusverband, um Zugang zu den Hütten zu erhalten. (Achtung, im Winter haben in einzelnen Regionen aus Rücksicht auf die Rentiere die Hütten eingeschränkte Öffnungszeiten. Auch mit dem Zelt solltest du solche Gebiete ab Mitte April meiden, da dann die Kalbungszeit der Rentiere beginnt.) Die Hütten werden zumeist von den skandinavischen Tourismusverbänden betrieben, weshalb Mitglieder einen deutlichen Rabatt erhalten. Es gibt zusätzlich einzelne Hütten der Kommunen/Landkreise und auch einige privat geführte Hütten und selbst diese gewähren Mitgliedern der Vereine teilweise einen Rabatt. Noch mehr gute Gründe für deinen Eintritt in einen solchen Wanderverein und die Unterschiede zwischen Schweden und Norwegen findest du in meinem Beitrag über die Mitgliedschaft im Tourismusverband. Der DNT Nøkkel ist deine Eintrittskarte in viele Hütten Besonderheiten bei den Hütten Manche Hütte hat so ihre kleinen Eigenheiten. Eine nicht abschließende Liste von Besonderheiten, die mir bereits begegnet sind, möchte ich hier einmal aufführen: kleine Sauna im Nebengebäude, zuerst wurde uns aber beim Holzhacken warm abgetrennter Trockenraum mit Holzofen, der ebenfalls befeuert werden wollte durchgängig geöffneter Winterraum ohne Ofen, aber mit einem Doppelstockbett kleine Winterhütte mit wenig Betten, die große Sommerhütte nebenan blieb verschlossen speziell wird es auf Wintertour mit Hund, weil die Hunde oft in einer extra Hütte bleiben müssen Plumpsklo so weit entfernt, dass man schon Ski anziehen wollte markierte „gelbe Ecke“, eine Pinkelstelle, um dafür nicht das Plumpsklo aufsuchen zu müssen alle Lebensmittel im Shop waren deutlich über dem Mindesthaltbarkeitsdatum, aber noch in Ordnung steile Treppe auf den Schlafdachboden Bezahlung nur möglich mit skandinavischem Finanzdienstleistern wie swish in Schweden oder vipps in Norwegen, die nur Einheimischen zugänglich sind (also bitte Kontakt mit Hüttenbetreibern aufnehmen) Vorteile einer Hütte Auf einer Wintertour über zwei Wochen ohne Hütten wiegen allein die Lebensmittel schon über 10 Kilo pro Person. Durch Zelt, die Ausrüstung zum Schlafen wie Schlafsack und Isomatten, großen Kocher und viele andere Dinge, kommt so viel Gewicht zusammen, dass du für gewöhnlich auf eine Pulka zurückgreifen wirst. Dadurch erhöht sich das Gewicht letztendlich auf etwa 35-40 kg, was dich beim Skifahren ausbremst. Mit der Übernachtung und Verpflegung in Hütten kannst du viel Gewicht sparen. Auf Winter-Hüttentouren bist du also leichter unterwegs, somit auch schneller und kannst größere Etappen zurücklegen! Auf den Hütten findest du meist Kissen, Decken, Brennholz und Gas-Kochstellen mit einigen Töpfen, sodass du auch hier viel Gepäck reduzieren kannst. Außerdem ist die Stimmung in der Hütte vor dem Kamin bei Kerzenschein eine ganz besondere. Dort kann man den Abend gemütlich und weit weg von der Kälte ausklingen lassen. Nachteile einer Hütte Anders als mit dem Zelt bist du nicht so flexibel, wenn du ausschließlich Hütten nutzt. Denn dann steht deine Tagesetappe einfach fest. Ganz oder gar nicht. Manchmal sind die Entfernungen zwischen den Hütten nicht gerade gering und du solltest dich konditionell gut einschätzen können. Auch bei Verschiebungen der Etappen durch Aussitzen von schlechtem Wetter wird es knifflig, weil manche Hütten Vorbuchungen erwarten und du ohne Handyempfang nicht mehr umbuchen kannst. Bei größeren Hütten kann zudem viel Betrieb sein und besonders um Ostern wird es wirklich voll. Ich persönlich bevorzuge in solchen Fällem mein Zelt, aber das ist eine Geschmacksfrage. Wo finde ich die Hütten in Skandinavien? Für die norwegischen Hütten findest du eine Übersicht über alle Hütten beim DNT. Viel komfortabler und mit Tourvorschlägen ergänzt, sucht es sich aber auf der Ut.no-Webseite. In Schweden nennen sich die einfacheren Berghütten Fjällstuga und du findest eine Übersicht über alle Hütten beim Schwedischen Tourismusverband oder hier auf einer Karte. Es gibt auch noch die großen Fjällstationen. Diese lasse ich einmal außen vor, weil sie eher Hotelcharakter haben. Für die privaten Hütten und die der Landkreise musst du an deinem Wunschziel selbst recherchieren. Reichen Kvikk Lunsj, Apfelsine und Kreditkarte für eine Winter-Hüttentour? Ausrüstung für eine Winter-Hüttentour In Norwegen gibt es den Witz über die Langläufer im engen Skianzug, dass sie nur den DNT-Schlüssel für die Hütten, eine Apfelsine und ein Kvikk Lunsj mitnehmen. Der Rest wird dann mit der Visacard erledigt. Und tatsächlich wäre das unter bestimmten Bedingungen auch wirklich so möglich. Sehr routinierte Skifahrerinnen und -fahrer brauchen bei gutem, stabilem Wetter vielleicht wirklich nur noch ihr Smartphone und einen Hüttenschlafsack und schon kann es vielerorts losgehen. Empfehlen würde ich das uns Durchschnittsdeutschen aber nicht! Es muss nur das Wetter kippen oder sonst etwas vom Plan abweichen und schon ist die Not groß. Ein wenig Ausrüstung gehört für mich auf Hüttentouren immer ins Gepäck. Ich denke dabei zwar bereits an ein Notbiwak, möchte das Gepäck aber dennoch auf das Allernötigste beschränken. Kurze Packliste für Winter-Hüttentouren Skiausrüstung mit Fjellski, Stöcken und Skistiefeln, etwas Skiwachs und Kurzfelle leichter Rucksack mit etwa 45-60 Litern Volumen minimale Sicherheitsausrüstung wie Windsack und Schneeschaufel ein leichter Schlafsack bis -10 Grad und eine einfache Isomatte (bspw. TAR Z-Lite SOL) Hüttenschlafsack für die Hütten (normale Schlafsäcke sind mancherorts verboten) Karte und Kompass zur Navigation, bestenfalls dazu ein kleines GPS-Gerät DNT-Schlüssel, Geldbeutel und ausgeschaltetes Smartphone, ggf. ein Notsender ein kompakter Kocher mit Topf, am besten einen Aufschraubkocher wie den Primus Lite Ultra eine Kartusche Gas und einen leichten Feuerstahl eine Thermosflasche mit 1 Liter Volumen und ein paar Teebeutel den oben erwähnten Notproviant für mindestens eine Nacht und einen Löffel wintertaugliche Bekleidung, die vor allem winddicht ist darunter ein Satz lange Merinounterwäsche warme Daunenjacke für die Pausen Ersatzhandschuhe und Ersatzsocken ein Ersatzshirt, falls du schwitzt dunkle Sonnenbrille und Skibrille mit hellen Gläsern Stirnlampe mit Ersatzbatterien minimales Werkzeug wie ein paar Kabelbinder, Klebeband, Sekundenkleber und Nähzeug ein Taschenmesser mit Schraubendreher Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflastern und Schmerztabletten Sonnencreme, kleiner Kulturbeutel und etwas Toilettenpapier für den Abend ggf. ein gutes Buch, Kopfhörer und eine Powerbank Damit solltest du sicher auf Tour gehen können und bist auch für sehr einfache Hütten ausreichend ausgerüstet, falls dort mal etwas fehlt. Es wäre auch noch etwas Luft nach oben für den einen oder anderen Komfortgegenstand oder mehr Lebensmittel. Wahrscheinlich pendelt sich dein Rucksackgewicht am Ende bei 12-15 kg ein und damit lässt es sich noch gut Skifahren. Etwas Training vor der Tour schadet natürlich nicht. Für Winter-Hüttentouren reicht ein Rucksack, mit Zelt braucht es die Pulka Wenig Ausrüstung heißt, mehr können zu müssen Zum Schluss möchte ich dich bitten, dich vorher gut in das Thema Winter-Hüttentouren in Skandinavien einzuarbeiten, die Verhaltensregeln für das Winterfjell zu kennen und auf mögliche Gefahren vorbereitet zu sein. Denn je weniger Ausrüstung du dabeihast, desto mehr bist du auf dein Wissen und Können angewiesen. Daher bietet es sich für den Anfang an, in bekannte Gebiete zu gehen. Oder vielleicht findest du eine geführte Tour, bei der du deine erste Erfahrung sammeln kannst. Ansonsten solltest du dich ausführlich mit der Tourplanung und Navigation auf Wintertour beschäftigen, damit dich unterwegs keine Überraschungen wie geschlossene Hütten erwarten. Auch einen Notfallplan und jemanden, der deine Reiseroute kennt, solltest du dir vor der Tour organisieren. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Verhalten auf den Hütten Egal, ob du eine reine Hüttentour machst oder auf einer Zelttour nur für eine Nacht hineinschaust: Auf den Hütten gibt es ein paar Regeln. Diese sind nötig, damit die Nutzung reibungslos funktioniert und alle ihre Freude daran haben. Da manche Abläufe für Einheimische selbstverständlich sind, aber nicht immer explizit genannt werden, hier ein kleiner Knigge für Winter-Hüttentouren: bei Ankunft Stiefel im Eingangsbereich ausziehen und damit nicht durch die Hütte laufen zuerst den Ofen anzünden, damit es schnell warm wird, ggf. Zuluft zur Hütte öffnen nasse Kleidung zum Trocknen aufhängen Kammer bzw. Betten beziehen (ggf. Reservierung beachten) Frischwasser besorgen (z. B. aus Eisloch) mehr Brennholz sägen und hacken Abendessen kochen und den Tag ausklingen lassen dabei die Route für den nächsten Tag planen und ggf. Wetterbericht checken Und bevor du die Hütte am nächsten Tag wieder verlässt: Frühstücken und die Thermoskanne füllen, ggf. deinen Proviant aufstocken Geschirr abspülen, abtrocknen und in die Schränke räumen Abwasser nur in die vorgesehenen Behälter und an den gekennzeichneten Stellen entsorgen Auch die Eimer für das Frischwasser leeren, denn ein voller Eimer mit Eis ist später ziemlich nutzlos Brennholzvorräte in der Hütte immer auffüllen und auch den Ofen schon für den nächsten Gast vorbereiten Betten machen und auskehren Müll sortieren oder noch besser wieder mit nach Hause nehmen Eintrag im Hüttenbuch und Bezahlen von Hütte und Proviant Hütte verschließen (auch alle Fenster oder Luftschlitze) Wenn sich alle daran halten, ist es beim Betreten einer Hütte jedes Mal ein wenig so, als käme man nach Hause. Aber in dieser Behaglichkeit liegt auch die Gefahr auf Winter-Hüttentouren! Es ist viel leichter, in eine warme Hütte hineinzukommen, als am nächsten Tag wieder hinaus in die Kälte. 😉 Und nun empfehle ich dir zum Weiterlesen Simons Reisebericht über seine erste reine Hüttentour, samt detaillierter Packliste und Tourvorschlag. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Der richtige Zeltplatz bei Wind und Sturm](https://www.winterfjell.de/der-richtige-zeltplatz-bei-wind-und-sturm/) Published: 2023-09-16 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wenn sich der Tag dem Ende neigt, die Beine müde werden und der Magen nach einer warmen Mahlzeit verlangt, ist es Zeit, das Lager aufzuschlagen. Meist ist es besser, nicht erst dann mit der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz zu beginnen. Bei stabilem Wetter könntest du dir dafür einfach die nächste Stelle mit festem Schnee und prima Aussicht suchen. Aber wie sieht es aus, wenn ordentlich Wind bläst? Oder wenn das Wetter über Nacht unerwartet umschlägt? Inhaltsverzeichnis Für natürlichen Windschutz sorgen Früh Ausschau halten Geeignete Zeltplätze bei Wind im Gelände Um den Zeltplatz bei Wind eine Schneemauer ziehenProfitipps für den Schneemauerbau Bringt eine Schneemauer wirklich etwas? Wie viel Wind hält ein Zelt aus? Welche Fehler kannst du machen? Und wie machst du es richtig? Für natürlichen Windschutz sorgen Bei den üblichen Winden im Fjell kann dein Zelt über Nacht ganz schön durchgeschüttelt werden. Die Zeltplane flattert dann im Wind und fest schlafen können wohl nur noch erfahrene Profis. Selbst in einem waschechten Winterzelt komme ich bei Wind nie richtig zur Ruhe, wenn ich nicht wirklich todmüde bin. Deshalb ist es sinnvoll, für ausreichenden Windschutz zu sorgen und den Zeltplatz bei Wind mit Bedacht zu wählen. Den besten Windschutz bietet die Natur selbst: Bäume, Sträucher, ein Fels oder eine Senke hinter einer Anhöhe, alles kann deinem Zelt als Windschutz dienen. Schon ein paar kleine Birken verwirbeln den Wind so stark, dass er nicht mehr direkt auf dein Zelt trifft. Bedenke bei der Wahl des Zeltplatzes aber auch, dass sich bei Windstille die kalte Luft in Senken und Mulden sammelt. Du musst dich also je nach Wettereinschätzung entscheiden. Außerdem können solche Bereiche eine „Geländefalle“ sein, wenn sie zu nah einem lawinengefährdeten Hand liegen. Bedenke bei der Zeltplatzwahl also grundsätzlich auch den Abstand zu steilen Hängen und achte auf Lawinensicherheit! Zwischen Sträuchern ist der Schnee oft weniger fest als auf der freien Fläche, was das Setzen der Schneeheringe erschwert. Manchmal musst du also zwischen einer windexponierten Stelle mit festem Schnee für guten Halt und einer windgeschützten Stelle mit Pulverschnee wählen. Du siehst, ein wirklich guter Zeltplatz bei Wind ist eine Mischung aus einer Portion Glück und einem trainierten Spürsinn. Schon ein kleiner Busch vor unserem Zelt bricht den Wind in seiner Wucht Früh Ausschau halten Meistens kannst du schon am Nachmittag abschätzen, wie weit deine Etappe noch geht. Etwa eine Stunde vor dem Etappenende könntest du dann anfangen, nach geschützten Orten Ausschau zu halten. Bei konstanter Wetterverschlechterung solltest du übrigens immer sofort damit anfangen. Wenn du dann merkst, dass es wirklich höchste Zeit für dein Lager ist, nimmst du besser die nächste gute Stelle und verzichtest auf wenige weitere Kilometer. Schließlich besteht sonst die Gefahr, dass du anschließend lange keinen geeigneten Zeltplatz mehr findest. Gehst du trotzdem weiter und es kommt keine gute Stelle mehr, musst du wohl oder übel umkehren. Das ist meist die bessere Wahl als an einer ausgesetzten Stelle dein Lager aufzuschlagen. Der Zeltplatz bei Wind und Sturm entscheidet oft über eine ruhige oder schlaflose Nacht und damit über deine Erholung für die nächste Etappe. Bei Sturm schnell ins Zelt Geeignete Zeltplätze bei Wind im Gelände Mit etwas Erfahrung für das Gelände kannst du schnell zwischen geeigneten und ungeeigneten Plätzen unterscheiden. Manchmal hilft es, sich den Wind wie einen fließenden Fluss vorzustellen: Verengt sich das Flussbett, fließt er schneller. Prallt der Fluss gegen ein Hinderniss, verwirbelt das Wasser dahinter zu einem Strudel. Rauscht er über eine Kante, beschleunigt er zu einem Wasserfall. In engen oder insbesondere sich verengenden Tälern kann sich die Windgeschwindigkeit wie in einer Turbine steigern. Hier sind die besten Zeltplätze also eher in den breiten Talstellen. Manchmal finden sich auch ruhige Stellen hinter kleinen Talbiegungen. Hinter einer Geländekante oder einem Fels können Strudel oder Fallwinde entstehen, die das Zelt unruhiger flattern lassen, als im direkten Wind. Gleichzeitig nimmt so ein Strudel viel Kraft aus der gesamten Strömung. Auch immer wieder „drehende“ Winde hinter einem Bergrücken sind auf diese Art von rotierenden Walzen zurückzuführen. Ein Effekt solcher Windwalzen kann auch an größeren Steilkanten auftreten, an denen der Wind aus dem Tal kommt. Zwar kostet es die gute Aussicht, aber weiter weg von der Kante wird es oft windstiller. Das sind nur einige Beispiele dafür, wie das Gelände den Wind beeinflussen kann. Ohne bereits vorhandenen Wind sind Einschätzungen dazu aber nur für Geübte möglich. Und wenn der Wind bereits da ist, fehlt manchmal die Zeit (oder Geduld), nach einem vom Gelände geschützten Wind Ausschau zu halten. Um den Zeltplatz bei Wind eine Schneemauer ziehen Wenn du keinen natürlichen Windschutz findest, kann eine Schneemauer dein Zelt vor dem schlimmsten Wind schützen. Dazu schneidest du dir mit der Schneeschaufel Blöcke aus dem Schnee und stapelst sie zu einer Mauer. Achte darauf, dass die Mauer stabil genug ist. Eine nützliche Schneemauer zu bauen, hört sich einfacher an, als es ist. Viele Mauern stehen zu nah am Zelt. Zwar erscheint es auf den ersten Blick sehr logisch, den Windschutz so nah wie möglich am Zelt zu bauen. Tatsächlich entstehen dadurch aber Verwirbelungen direkt zwischen Mauer und Zelt. In diesen Verwirbelungen sammelt sich der Flugschnee und schon bald wirst du mächtige Schneemassen auf deinem Zelt vorfinden. Dann heißt es schaufeln, schaufeln und schaufeln. Der ideale Abstand einer Schneemauer zum Zelt liegt meiner Erfahrung nach bei etwa zwei Metern. Die Verwirbelungen des Windes treffen dann zwar etwas stärker auf das Zelt, aber diese sind deutlich schwächer als der direkte Wind. Der Schnee sammelt sich in diesem Fall nicht direkt am Zelt und du musst weniger schaufeln. Die erforderliche Höhe einer Schneemauer entspricht etwa zwei Drittel der Zelthöhe. Eine höhere Schneemauer bringt nicht unbedingt mehr Nutzen, kostet aber mehr Arbeit. Die Mauer sollte auch nicht viel breiter als dein Zelt sein, damit sich der Schnee nicht an den Seiten des Zeltes ansammelt. Auch eine Mauer um das gesamte Zelt herum ist eher kontraproduktiv, weil der verwirbelte Wind dann nicht „abfließen“ kann. Baue sie daher nur auf die windzugewandte Seite. Profitipps für den Schneemauerbau Die Tourengeher mit jahrelanger Erfahrung kennen einen weiteren Trick, der sich den Wind zunutze macht: Aus Windrichtung gesehen buddelst du zuerst einen Graben, aus dem du deine Blöcke zum Mauerbau aushebst. Dann folgt die Mauer wie oben beschrieben und danach in etwa 2 Meter Abstand das Zelt. Vor der Mauer wird sich der Wind nun so zu einer Walze verwirbeln, dass sich noch vor dem Graben eine Wechte aufbaut. Diese Wechte sorgt dann wie ein Spoiler für weiteren Windschutz. Damit die durch die Mauer erzeugte Luftwalze nicht von oben auf dein Zelt trifft, hilft es, Lücken in die Mauer einzubauen und die obere Kante zackig zu gestalten. Viele kleine Verwirbelungen schwächen die Walze. Und wo wir gerade bei Gräben sind: Hebe dir einen zusätzlichen Graben in der Apsis aus. Damit hast du dann fast Stehhöhe im Zelt und eine Menge mehr Komfort. Bringt eine Schneemauer wirklich etwas? Es gibt Stimmen, die Schneemauern für reine Spielerei halten und ihr keine Bedeutung beimessen. Andererseits sieht man im Fjell immer wieder mächtige Bollwerke um die Zelte herum. Wer hat nun Recht? In erster Linie vertraue ich auf meine eigene Einschätzung und den Wetterbericht (plus Barometer). Wenn ich einen natürlichen Windschutz finde, nutze ich ihn und verzichte auf eine Mauer. Wenn es keinen geschützten Zeltplatz bei Wind gibt, baue ich mir eine kleine Mauer. Auf Solotour dauert das eine halbe Stunde und macht auf jeden Fall warm. In einer Gruppe geht es sogar noch schneller. Und wenn ich doch mal ohne Mauer schnell ins Zelt muss, dann stelle ich wenigstens die Pulka quer und schaufle zur Not noch Schnee als Ballast hinein. Die Pulkas brechen den Wind etwas Wie viel Wind hält ein Zelt aus? Die Frage, welche Windgeschwindigkeit ein Zelt aushält, kann nicht pauschal beantwortet werden. Sie hängt von vielen Faktoren wie Form, Qualität des Zeltes und dem richtigen Aufbau ab. Die Kraft, die der Wind auf dein Zelt ausübt, vervierfacht sich bei Verdoppelung der Windgeschwindigkeit. Zwischen 40 km/h Wind und 80 km/h Sturm liegen also viermal so viele Newton, die dein Zelt aushalten muss! Ein Expeditionszelt sollte dennoch Windgeschwindigkeiten von 100 km/h (28 m/s) noch wegstecken können, wenn es richtig aufgestellt ist und der Wind nicht dreht. Das heißt aber nicht, dass der Aufenthalt im Zelt noch angenehm ist, wenn du darin im Schneesturm abwettern musst. Ein bedrohlich flatterndes Zelt kostet immer Nerven. Übe besser alle Schritte vorher. Welche Fehler kannst du machen? Das Zelt regelrecht eingraben: Schnee sammelt sich in jedem Spalt, deshalb ist das Winterfjell so schön glatt. Über kurz oder lang ist dein Zelt verschwunden. Auf das Wetter vertrauen: Das kann bedeuten, dass du dein Zelt nachts noch im Schein der Stirnlampe abspannen musst. Nachts nie kontrollieren, wie viel Schnee auf dem Zelt liegt: Jedes Mal, wenn du aufwachst, solltest du mit einem Arm kurz die Schneelast auf dem Zelt kontrollieren. Dafür musst du nicht gleich rausgehen. Aber wenn der Schnee mehr wird, heißt es Jacke überziehen und freischaufeln. Vor allem die Lüfter müssen schneefrei bleiben. Sich nicht abwechseln: Bei wirklich bedrohlichen Verhältnissen ist es zumindest in einer Gruppe sinnvoll, sich mit einer Art Nachtwache abzuwechseln. In solch einer Situation war ich – zum Glück! – noch nie. Dinge vor dem Zelt liegen lassen: Sie sind morgens meist vom Schnee verdeckt und gehen dann schnell verloren. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und wie machst du es richtig? Das Zelt vor dem Ausrollen sichern: Du kannst es zum Beispiel mit einem Ski verankern, damit es nicht wegfliegt. Oder du bindest es an die Pulka. Am besten geht der Aufbau zu zweit: Das Zelt steht dann schneller sturmfest. Auf die Windrichtung achten: Die Hauptwindrichtung im Fjell ist aus Südwest. Wenn es abends windstill ist, ist die Wahrscheinlichkeit für aufkommenden Wind aus dieser Richtung am größten. Besonders bei Tunnelzelten sollte genau auf die Windrichtung geachtet werden. Den Eingang 90 Grad zum Wind ausrichten: Damit verschließt meist keine Schneewehe den Eingang. Die zweitbeste Wahl ist die windabgewandte Seite. Die Schaufel mit in die Apsis nehmen: Draußen nützt sie dir nichts, wenn du eingeschneit wirst. Alle Zeltschnüre abspannen: Die Schneeheringe dafür sauber setzen und regelmäßig kontrollieren, ob die Zeltschnüre noch gespannt sind. Verschließe die Zeltkante unten mit angehäuftem Schnee: Sonst weht es dir in die Apsis und pudert dort alles zu. Auch die windzugewandten Lüfter solltest du so weit schließen, bis fast kein Schnee mehr eindringt. Schließe sie aber nie alle, vor allem nicht beim Kochen (CO-Vergiftung führt bis zum Tod). Trotz aller Umsicht und aller Tipps kann es passieren, dass dich das Wetter überrascht. Was aber, wenn es für den Aufbau des Zeltes schon zu spät ist? Dann solltest du zusätzlich einen Windsack dabeihaben und dich schnellstmöglich eingraben. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Die Schneeschaufel – wichtiger als du denkst?](https://www.winterfjell.de/die-schneeschaufel-wichtiger-als-du-denkst/) Published: 2022-11-26 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die Schneeschaufel gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen auf einer Wintertour. Auch wenn Lawinen auf den ausgewiesenen Routen in den typischen Tourgebieten in Skandinavien eher selten sind, kommt die Schaufel dennoch täglich zum Einsatz. Am besten eignen sich hochwertige Aluminium-Lawinenschaufeln aus dem Bergsportbereich. Leider sehe ich immer wieder Menschen mit Kunststoff-Lawinenschaufeln aus Lexan oder einfachen Aluschaufeln aus dem Baumarkt. Diese Modelle halte ich im Winterfjell für ungeeignet. In diesem Beitrag geht es daher um die vielfältige Nutzung und wie du herausfinden kannst, ob deine Schneeschaufel dafür taugt. Inhaltsverzeichnis Wozu brauchst du die Schneeschaufel? Eine Grube im Schnee bietet Windschutz Brauche ich eine Lawinenausrüstung auf Wintertour? Test von Lawinenschaufeln Leichte SchneeschaufelMeine Erfahrung mit der Arva Ultra Schaufel Wann ist eine Schneeschaufel robust genug? Wozu brauchst du die Schneeschaufel? Die Schneeschaufel brauchst du für viele alltägliche Routinen beim Zeltaufbau und -abbau. Zusätzlich nutzt du sie für eine Menge Aufgaben, die einfach mehr Komfort bringen. Ein paar Beispiele: Ein- und Ausbuddeln der Schneeheringe Bau einer Windschutzmauer Ausheben der Apsis zu einer gemütlichen Zeltküche Graben eines Toilettenloches Ausgraben des Zeltes während und nach einem Schneesturm (Schaufel immer mit ins Zelt nehmen!) Graben nach Wasser oder transformiertem Schnee zum Schmelzen Schutz vor der möglichen Stichflamme beim Entzünden des Winterkochers Freilegen der Hüttentür oder dem Klohäuschen Bau eines Notbiwaks oder einer Schneehöhle („Einbuddeln“) Gerade der letzte Punkt geht über die normale und komfortable Nutzung hinaus und dient deiner Sicherheit! In einer Küchengrube lässt es sich windgeschützer Kochen Eine Grube im Schnee bietet Windschutz Bereits eine einfache Schneehöhle zu bauen, erfordert etwas Erfahrung. Zunächst muss ein geeigneter Ort wie eine Schneewechte für eine Höhle oder eine tiefe Stelle im Schnee für eine Kantengrube gefunden werden. Gerade Wechten und geeignete Hänge sind aber häufig auch etwas lawinengefährdeter. Sei also bitte vorsichtig bei der Wahl deiner Höhle! Eine Kantengrube lässt sich am einfachsten und schnellsten graben und wäre daher die erste Wahl. Dafür muss nur ein Graben so tief wie möglich (bis Stehhöhe) ausgehoben werden. Mit einer Lawinensonde kannst du die Schneehöhe schnell überprüfen, notfalls funktioniert auch ein umgedrehter Skistock. Der Graben sollte nur schulterbreit sein, damit er sich später noch mit Schneeblöcken abdecken lässt. Bei den Maßen bietet sich eine Länge von maximal 2 m an. Bereits beim Bau bietet dieser Graben ersten Schutz vor dem Wind, sobald du darin hockst. Das ist ein großer Vorteil, weil so zum Beispiel auch eine untätige, erschöpfte Person schnell geschützt wird. Bei wenig Schnee kann der Aushub an der oberen Kante für mehr Höhe angehäuft werden. Im unteren Bereich kann der Graben nun zur Seite zu einer Höhle erweitert werden, zum Beispiel um eine Sitzgelegenheit oder eine Bank zum Liegen. Oben wird die Höhle mit großen Schneeblöcken verschlossen. Hierfür kann eine zusätzliche Schneesäge von Vorteil sein, ist aber insgesamt nicht notwendig. Reichen die Schneeblöcke nicht, können die Ski und ein Stock als Stütze dienen. Oder es kann der Windsack als Plane verwendet werden. Der andere Skistock kommt mit in das Innere der Grube und dient dazu, ein Luftloch nach außen zu stechen und bei Schneefall durch regelmäßiges Stochern freizuhalten. Die Pulka kannst du als eine Art Tür verwenden und über den Eingang ziehen. Alternativ kann eine kleine Schneehöhle von der Seite in eine Wechte (Schneeverwehung auf der Leeseite von Geländekanten) oder einen Hang gegraben werden. Ideal ist ein schräg aufsteigender Gang, der dann am Ende zu einer Höhle vergrößert wird. Wenn genügend Schnee vorhanden ist und dieser bereits lang genug liegt und verfestigt wurde, dann kann diese traditionelle Schneehöhle weiter oben auch zu einer Kammer für bis zu drei Personen ausgebaut werden oder mehrere Höhlen verbunden werden. Die Bedingungen für solche Varianten müssen aber wirklich stimmen. Und du solltest bei der Bauzeit mit Stunden rechnen statt Minuten. Wenn es für das Anlegen einer Grube oder Höhle bereits zu spät oder der Schnee nicht ausreichend vorhanden ist, dann bietet ein Windsack notfalls viel Sicherheit und bringt dich erst einmal aus dem Wind. Viel mehr als abwarten kann man darin aber nicht. Ein Graben in der Apsis für Stehhöhe im Zelt gehört zu dem Komfort, den eine Schneeschaufel liefert Brauche ich eine Lawinenausrüstung auf Wintertour? Sobald du die ausgewiesenen und markierten Fjellski-Wanderrouten in Richtung alpine Hänge mit stärkerer Hangneigung verlassen willst, gilt dasselbe wie beim Skitourengehen in den Alpen: Ja, du brauchst eine Lawinenschutzausrüstung samt LVS, Sonde und Schaufel. Bei „normalen“ Wintertouren in der Ebene sind LVS und Sonde aber oft noch nicht nötig und andere Taktiken zur Lawinensicherheit im Fjell sind ausreichend. Und eine Schaufel? Der sicherheitsrelevante Faktor beim Zeltaufbau und Notbiwaks lässt für mich bei allen Touren nur einen Schluss zu: Jedes Gruppenmitglied der Tour sollte eine eigene Schneeschaufel griffbereit in Rucksack oder Pulka haben. Mindestens eine Schaufel und ein Windsack je zwei Personen gehören auch bei reinen Winter-Hüttentouren ins Gepäck. Aber auf welches Modell kannst du dich dabei verlassen? Test von Lawinenschaufeln Vor einigen Jahren gab es in der Zeitschrift „bergundsteigen“ (Ausgabe 04/2008) einen ausführlichen Test von Lawinenschaufeln. Und im Gegensatz zu anderen werbefinanzierten Outdoor-Blättern ging das Autorenteam dabei berechtigt hart in die Kritik mit den einzelnen Herstellern. Im Auftrag des Österreichischen Alpenvereins haben der Schweizer Lawinenrettungsspezialist Manuel Genswein zusammen mit seiner norwegischen Kollegin Ragnhild Eide ihren Artikel dann auch „Zwischen Himmel und Hölle“ betitelt und das traf es ziemlich gut. Denn selbst Modelle namhafter Hersteller versagten in dem Test als wären es Spielzeugschaufeln. Meine alte Schaufel war eine von den höllischen Bei mir hat der Artikel damals auf jeden Fall ein Umdenken bewirkt und ich habe mich von meinem Black Diamond Modell verabschiedet, denn im Test war sie in der Kategorie der „höllischen“ zu finden und nicht einmal „strandtauglich“. Seither nutze ich die stabile und schwere Voile Telepro und bin mit dem „Testsieger“ absolut zufrieden. Den langen Griff kannst du übrigens mit etwas Hockeytape isolieren, damit dir das Metall nicht die Wärme aus den Händen zieht. Leichte Schneeschaufel Nun ist das Jahr 2008 eine Weile her und man könnte versucht sein, eine Besserung der Qualität anzunehmen. Das ist durchaus möglich, aber leider ist mir bis heute kein Update des Tests bekannt. Um meine Tochter mit einer möglichst leichten Schaufel auszustatten, habe ich daher im Jahr 2022 bei den neuen Modellen nach dem Kriterium „Wettkampftauglichkeit nach den Normen ISMF und PDG“ geschaut. Diese Schaufeln sind in alpinen Wettkämpfen gerade noch zugelassen und da sollte man doch eine gewisse Robustheit annehmen, gerade wenn es sich nur um die Zweitschaufel im Zweierteam handelt. Versuchsweise habe ich mir daher die Arva Ultra Shovel bestellt und mit auf Tour genommen. Inzwischen ist sie so nicht mehr im Programm, aber die leichten Nachfolger sehen ähnlich aus. Meine Erfahrung mit der Arva Ultra Schaufel Ich mache es kurz: Sie ist am zweiten Tag abgeknickt. Kaputt, ein Fall für die Tonne. Das ist nicht etwa bei betonhartem Lawinenschnee passiert (zum Glück!), sondern beim Einbuddeln von Schneeheringen in den windgepressten Schnee auf einem See. Das kleine Blatt war nicht einmal in der Lage, einen Block in Größe des Schaufelblattes aus dem Boden zu heben. Auch Kraft war nicht sonderlich viel im Spiel. Für mich war es eindeutig eine Fehlanschaffung. Ich kann daher von solchen UL-Spielereien bei sicherheitsrelevanten Ausrüstungsgegenständen nur abraten! Und bevor du fragst: Selbstverständlich hatte ich keine vollwertige Lawinenschaufel erwartet, aber das hier geht einfach gar nicht: Arva Ultra kaputt nach kurzer Benutzung Eine lebensgefährliche Schneeschaufel für die Tonne Wann ist eine Schneeschaufel robust genug? Mangels aktueller Tests und verlässlicher Vergleiche kann ich dir nur einen eigenen Test empfehlen. Ein Rücksenden der Schaufel wäre damit beim Neukauf zwar nicht mehr möglich, aber du weißt wenigstens, ob du dich auf deine Schneeschaufel verlassen kannst: Gehe einfach zum nächstgelegenen Spielplatz und grabe dort den Sandkasten einmal 30-40 cm tief um. Wenn deine Lawinenschaufel das anstandslos mitmacht, sollte sie auch im Fjell ihren Dienst tun. Das ist vielleicht auch der Grund, warum ein gewisser Herr Ousland lange mit seinem norwegischen Baumarkt-Spaten unterwegs war. 😉 In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Nicht alle sind mit Schneemassen vertraut. Windgepresster Schnee, der vielleicht schon wochenlang liegt, ist viel fester als das, was du vielleicht aus dem Mittelgebirge kennst. Die meterhohe Schneedecke ist dann teilweise so fest, dass du auch ohne Ski darauf laufen kannst, ohne einzusinken. Wähle also bitte zu deiner eigenen Sicherheit das robuste Modell und spare die paar Gramm lieber an einer ungefährlichen Stelle ein. Bei mir ist als Zweitschaufel zur Telepro übrigens jetzt noch eine ebenso stabile Telepro mini dabei. Und solltest du deine Schneeschaufel tatsächlich als Lawinenschaufel zur Kameradenrettung einsetzen wollen, dann gibt es noch einen guten und einfachen Test, den du sogar von zu Hause aus durchführen kannst: Hältst du dein Modell auch nach diesem Text hier für robust und geeignet genug, dass du mit deiner Tourbegleitung tauschen würdest? Im Ernstfall müsste sie dich damit ausbuddeln können! Wenn du hier ja sagen kannst, dann kann es losgehen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Die richtige Zeltwahl](https://www.winterfjell.de/die-richtige-zeltwahl/) Published: 2020-03-16 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Ein Winterzelt muss stabil sein, soll genügend Platz und vielleicht sogar ein kleines bisschen Luxus bieten. Das Zelt ist dein Wetterschutz vor Schnee und Wind und somit spielt die Zeltwahl eine bedeutende Rolle. Es gibt verschiedene Zeltformen und -typen für die unterschiedlichsten Unternehmungen. Leider sind die üblichen Kuppelzelte für die meisten Winterabenteuer etwas zu klein und UL-Lavvus oder Einbogenzelte oft nicht robust genug für das zu erwartende Wetter. Die stabilsten Winterzelte finden sich unter den Expeditionszelten. Meine beiden Favoriten bei der Zeltwahl sind geodätische Zelte oder Tunnelzelte. Inhaltsverzeichnis Die Qual der Zeltwahl: Geodät oder TunnelTunnelzelte im Winter Geodätische Zelte im Winter Anforderungen an ein WinterzeltSnowflaps ja oder nein? Mehr Platz nötig Lebenswichtige Lüfter Funktionieren Einwandzelte im Winter? Und was ist mit Lavvus als Winterzelt? Tipps und Tricks für dein Winterzelt Wie viel kostet ein hochwertiges Winterzelt? Die Qual der Zeltwahl: Geodät oder Tunnel Vorweg möchte ich sagen, dass ich im Winterfjell schon in Tunneln und Geodäten, in Basislagern im Lavvu mit und ohne Zeltofen und im deutschen Mittelgebirge auch im UL-Lavvu geschlafen habe. Ein Tunnel wäre im Fjell für eine kleine Gruppe meine erste Wahl als Winterzelt. Warum? Tunnelzelte im Winter Der größte Vorteil eines Tunnelzeltes ist sein großes Platzangebot. Durch die steil ansteigenden Gestängebögen ergibt sich eine große Kopffreiheit, welche dir schnell eine aufrechte Sitzposition ermöglicht. Im Verhältnis von Platz zu Gewicht haben Tunnel den großen Vorteil, dass sie mit relativ wenigen Stangen auskommen. Tunnelzelte lassen sich auch bei Wind oft unkompliziert aufbauen, sogar allein. Das sind auch die Gründe, warum die Zeltwahl bei klassischen Wintertouren in Skandinavien überwiegend auf diesen Zelttyp fällt. Der Schnee hat sich auf der windabgewandten Seite gesammelt Größter Nachteil eines Tunnelzeltes ist seine Anfälligkeit gegen starken Seitenwind. Du musst es also möglichst in Windrichtung aufstellen, damit nur die schmale Seite vom Wind getroffen wird. Tunnelzelte sind nicht freistehend und müssen daher gut mit Schneeheringen fixiert werden. Für die Enden bieten sich dafür die Ski und Skistöcke oder auch Schneeschuhe an. Schwierig wird es jedoch auf Fels oder blankem Eis. Ist ein Tunnel bei Wind nicht richtig abgespannt, neigt er zum lauten Flattern. Geodätische Zelte im Winter „Geodäten“ haben den Vorteil, dass sie sehr windstabil sind, da sich die Gestängebögen an mehreren Stellen kreuzen und so den Druck besser ableiten können. Mehr Gestängebögen bedeuten aber auch ein höheres Gewicht bei gleichem Innenraum. Dafür sind geodätische Zelte in vielen Fällen freistehend und vertragen Seitenwind besser. Ihr Aufbau ist etwas komplizierter, da die Gestänge meist unterschiedliche Längen haben. Ein Geodät mit Außengestänge lässt sich auch mit dicken Handschuhen gut aufbauen und ist extrem windstabil Solo auf Tour wählte ich als Winterzelt den abgebildeten Geodäten, ich habe mich also sogar für ein Einwandzelt entschieden. Mehr dazu findest du bei dem Abschnitt zu Einwandzelten weiter unten. Eine Art Hybrid aus Tunnel und Geodät stellt das Quadratic Zelt von The Theory Works dar, das ich ausführlich testen durfte. Es lässt sich mit zwei zusätzlichen Stangen von einem Tunnel in einen Halbgeodäten verwandeln und steht dann sehr stabil. Anforderungen an ein Winterzelt Zunächst gelten die gleichen Kriterien wie an die gesamte Ausrüstung, mit einem Schwerpunkt auf der Robustheit. Denn ein Winterzelt muss zuallererst windstabil, besser noch sturmstabil sein. In einer exponierten Winterlandschaft bietet kein Strauch mehr Schutz und die Winde fallen im Winter durchaus stärker aus. Wichtig ist deshalb auch die Wahl des richtigen Zeltplatzes bei Wind. Ein Winterzelt sollte daher über sehr viele Abspannmöglichkeiten und zusätzliche Befestigungspunkte für weitere Abspannschnüre verfügen. Diese Zeltschnüre sollten stark genug ausfallen und sich mit Handschuhen bedienen lassen. Dafür sollten die Leinenspanner an den Schnüren an dem Zelt zugewandten Ende befestigt sein, da sie in Richtung der Heringe im Schnee verschwinden. Ein hochwertiges Aluminiumgestänge mit 9 mm Durchmesser ist in 95 % aller Fälle absolut ausreichend, auch das Keron von Hilleberg hatte viele Jahre lang nur 9 mm. Inzwischen sind es 10 mm bei geringem Mehrgewicht und höchster Zuverlässigkeit. Ein noch stärkerer Durchmesser würde hingegen den Biegeradius einschränken und das Gestänge empfindlicher statt stabiler machen. Fieberglasgestänge sind für Wintertouren nicht geeignet. Das Gewebe sollte im Idealfall 40 d, mindestens aber 30 d Stärke aufweisen. Das d steht dabei für „Denier“ und gibt die Faserstärke des Gewebes an. Ein Ripstop-Gewebe ist zu empfehlen, da es das Weiterreißen bei Beschädigung verlangsamt. Ebenso ist eine Silikonbeschichtung die bessere Wahl. Zwar wirst du dann häufiger nachspannen müssen, wenn es feucht wird, aber insgesamt ist das Material reißfester. Dein Innenzelt sollte winddicht sein, also keine großen Mesh-Fenster haben. Das Winterzelt darf keine großen geraden Flächen aufweisen, damit sich kein Schnee auf ihm sammelt. Es würde sonst von der Schneelast erdrückt. Außerdem sollte ein Winterzelt in einem Rutsch aufgebaut werden können, das heißt Innen- und Außenzelt gemeinsam. Das Gewicht des Zeltes spielt mit einer Pulka keine ganz so große Rolle wie mit einem Rucksack. Selbst ein Solozelt wiegt im Winter schnell 2 kg, ein Tunnel mit großer Apsis bis zu 6 kg. Der untere Rand vom Zelt wird mit etwas Schnee abgedichtet Snowflaps ja oder nein? Die Seitenwände des Zeltes sollten bis zum Boden heruntergezogen sein, damit kein Flugschnee eindringen kann. Sonst wird bei Wind früher oder später die gesamte Apsis eingeschneit sein. Schon ein kleiner Spalt kann erstaunlich viel Schnee hineinlassen! Daher solltest du diesen Spalt am Rand mit Schnee verschließen. Reine Winterzelte haben an den Seiten Schneelappen, engl. Snowflaps, auf die der Schnee zum Abdichten geschaufelt wird. Ich bin bisher ohne ausgekommen und halte es für eine Frage der Philosophie. Wichtiger ist zum Schaufeln eine wirklich stabile Schneeschaufel! Zwei der bekanntesten Marken, die man oft auf Wintertouren sieht, sowohl mit ihren Tunneln als auch mit ihren Geodäten, sind Helsport in der Kategorie Expedition (x-trem) und Hilleberg mit der Black Label Serie. Helsport hat serienmäßig Snowflaps an den Expeditionszelten. Hilleberg verzichtet in der Standardausführung bewusst darauf, bietet sie aber als Sonderbestellung an. Bo Hilleberg gibt seine Meinung dazu in diesem Video zum Besten: Winter Tent Tips with Bo Hilleberg Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Die wenigen alternativen Anbieter entscheiden sich bei ihren vollwertigen Winterzelten dennoch überwiegend für Snowflaps, wie zum Beispiel beim Bergans Helium Expedition Tunnel (siehe auch Simons Testbericht Bergans Helium) oder dem Arctic 4 Polar von Barents Outdoor. Beide Hersteller haben noch weitere Modelle im Angebot. Nordische Marken wie Barents, Bergans, Helsport und Hilleberg sind teilweise hoch spezialisiert auf Winterzelte. Mehr Platz nötig Über die grundlegenden Anforderungen hinaus solltest du sehr viel mehr Platzbedarf pro Person einplanen als in den Sommermonaten, da die Schlafsäcke dicker sind und die gesamte Ausrüstung mehr Volumen einnimmt. Achte auch auf die nötige Sitzhöhe mit einer dicken Isomatte. Ein Hilleberg Keron 4 GT ist im Sommer ein komfortables 4-Personen-Zelt, hat uns im Winter aber zu dritt gerade so gereicht. Ein Winterzelt für 2 Personen mit etwas Platz sollte also mindestens ein 3-Personen-Zelt sein. Entsprechendes gilt auch für eine Wintertour mit Hund, wenn dieser mit ins Innenzelt kommt. Einen enormen Vorteil bietet eine Apsis, idealerweise sogar zwei Apsiden. Dort koche ich bei sehr schlechtem Wetter, die Ausrüstung kann gelagert und sogar die Morgentoilette muss manchmal an diesem windgeschützen Ort verrichtet werden. Schlimmstenfalls musst du dort mehrere Tage Abwettern. Bei zwei Apsiden fällt auch das Innenzelt nicht zum Fußende hin ab und so ist der Wohnraum deutlich geräumiger. Ich mag es so lieber, da man dann auch in seiner Liegerichtung weniger eingeschränkt ist. Außerdem ist bei parallel verlaufenden Tunnel-Modellen ein Vorteil, dass alle Stangensegmente gleich lang sind und ein Ersatzgestänge überall passt. Interessant ist auch ein Querschläfer-Tunnel wie das Ly 2 von Nortent, was durch die zwei sehr breiten Absiden und die flexiblen Eingänge für zwei Personen noch gut ausreichend ist. Dein Winterzelt ist dein Zuhause auf Zeit Lebenswichtige Lüfter Bei den Lüftern ist darauf zu achten, dass diese möglichst hoch angesetzt sind, um nicht über Nacht vom Schnee verdeckt zu werden. Außerdem sollten die Lüfter verschließbar sein, um bei starkem Schneetreiben das Eindringen von Flugschnee zu verhindern. Vorsicht! Wenn sowohl der Spalt am Außenzelt mit Schnee abgedichtet ist als auch alle Lüfter geschlossen sind, kann kaum Sauerstoff in das Zelt gelangen. Wenn dann noch der Kocher läuft, droht schnell eine Vergiftung! Kohlenstoffmonoxid CO ist geruchlos und führt über Schläfrigkeit zu Bewusstlosigkeit und Tod. Wer also morgens wieder aufwachen möchte, schließt niemals alle Lüfter. Moskitonetze an den Lüftern halten etwas Flugschnee ab, sind sonst aber unwichtig. Denn das ist der große Vorteil auf Wintertouren: Es gibt keine Mücken! Mindestens ein Lüfter sollte immer offen bleiben Funktionieren Einwandzelte im Winter? Es gibt spezielle Bergzelte, die ohne Innenzelt auskommen. Bei diesen Zelten ist der Boden fest mit dem Außenzelt verbunden, sodass sich ein geschlossener Innenraum bildet. Daher haben diese Zelte meist keine richtige Apsis, wobei es bei Modelle mit Reißverschluss im Boden gibt, um Schnee holen zu können. Das durch den Verzicht auf ein Innenzelt eingesparte Gewicht kommt durch ein stabileres Gestänge oft direkt wieder obendrauf. Es handelt sich hier also überwiegend nicht um ultraleichte Ausrüstung, sondern robuste Spezialzelte. Leider neigen Einwandzelte zu stärkerer Kondenswasserbildung. Meine Erfahrungen basieren auf dem bewährte Modell Mountain Hardwear EV3, welches es so auf dem Markt nicht mehr gibt. Es war eher für zwei Personen zu empfehlen, wenn man sich noch bewegen können will. Dieses Zelt wird in vier sich kreuzende Gestängebögen eingehängt, nachdem es am Boden liegend verankert wurde. Dadurch lässt es sich auch bei starkem Wind sehr gut alleine und mit dicken Handschuhen aufbauen. Durch vier Lüfter ist es trotz Einwandkonstruktion nicht zu feucht im Inneren. Leider hat es keine Apsis zum Kochen und ist damit nicht das perfekte Winterzelt für Wintertouren im Fjell. Auf meinen Solotouren habe ich dennoch gute Erfahrungen damit gemacht. Und was ist mit Lavvus als Winterzelt? Lavvus sind Einstangenzelte und erinnern an die indigen Tipis Nordamerikas, sind aber samischen Ursprungs. Sie können mit speziellen Zeltöfen beheizt werden. In der Baumwollausführung wie zum Beispiel von Tentipi kann sogar Feuer in ihnen gemacht werden. Dafür ist der Baumwollstoff etwas schwerer. Für unsere festen Zeltlager an einem Ort reichte mir ein Helsport Finnmark mit passendem Zeltofen gut für vier Personen für das Schlafen und Aufhalten, obwohl das Zelt für 6-8 Personen angegeben wird. Sonst würde es schnell eng werden. Einmal habe ich gesehen, wie ein Schlafsackfußteil versehentlich an den heißen Ofen gekommen ist und der Kunststoff schnell wegschmolz. Die Familie, die unseren Zeltofen zum Testen geliehen hatte, wird sich dann wohl doch so schnell keinen eigenen Ofen angeschafft haben. Ein Lavvu mit Holzofen ist nur etwas für das Basislager In größeren Gruppen kann ein Lavvu als Koch- und Gruppenzelt für geselliges Beisammensein und weniger Kondensation in den Schlafzelten sorgen. Dann lohnt sich der Mehraufwand des zusätzlichen Aufbaus, denn Lavvus müssen konstruktionsbedingt komplett abgespannt werden. Aufgrund ihres Gewichts lohnen sich Lavvus nur auf Touren mit Basislager, mit Hundeschlitten oder in bewaldeten Gebieten, wo du dann wenigstens ein nettes Feuer (im Ofen) entzünden kannst. Für den täglichen Aufbau ist ein großes Lavvu also eher nicht das richtige Winterzelt. Dennoch für mich denkbar: Für eine Tour mit bis zu 6 Personen in mehreren Zelten würde ich wahrscheinlich ein UL-Lavvu (Pyramidentarp) mitnehmen, um es als Koch- und Gruppenzelt zwischen die anderen Zelte zu stellen. Das Innenzelt braucht man in dem Fall nicht und hebt sich lieber Bänke aus dem Schnee aus. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Tipps und Tricks für dein Winterzelt Für sehr windgeplagte Gebiete wie die Piteraq-Zone in Grönland können die Zeltstangen gedoppelt werden. Firmen wie Hilleberg bieten diese als Zubehör an und auch die Gestängekanäle sind dafür ausgelegt, zwei Stangen aufzunehmen. In Skandinavien ist das im Normalfall nicht nötig. Nützlicher für ein Plus an Stabilität sind zusätzliche Abspannleinen, sauberes Abspannen und gute Schneeheringe. Wenn du aber ein Ersatzgestänge dabei hast, kannst du es auch gleich benutzen. Schiebe es dann in den Kanal am windzugewandten Ende des Zeltes. Dort wirken die größten Kräfte. An die Reißverschlüsse solltest du kurze Kordeln binden, damit du sie auch mit Handschuhen gut greifen kannst. Außerdem klimpern sie dann weniger im Wind. Die Abspannpunkte an der windzugewandten Seite des Zeltes habe ich ebenfalls mit farbiger Kordel markiert, um das Zelt im Sturm immer richtig herum aufzubauen. Mit einer zusätzlichen Kordel wird das Zelt beim Aufbau an der Pulka gegen Verlust gesichert, wenn es sehr windig ist. Die Spanner der Zeltschnüre sollten am zeltzugewandten Ende der Schnur sitzen und nicht am Ende zum Hering, damit du sie besser nachspannen kannst. Ich spanne immer alle Zeltschnüre ab und habe sogar zusätzliche Schnüre dabei. Wer mit einer Pulka unterwegs ist, kann wertvolle Aufbauzeit sparen, indem man die Gestängesegmente mit Klebeband so miteinander verklebt, dass man nur ein oder zwei teilbare Segmente übrig behält. Das Gestänge kann damit sogar halb im Kanal verbleiben und das Zelt wird anschließend um das Gestänge gewickelt. Wer möchte, kann sich einen speziellen Pulkasack für das Zelt nähen. In diesen wird das der Länge nach aufgerollte Zelt als eine Art Wurst hineingeschoben und dann oben auf den Pulka geschnallt. Das funktioniert auch mit den getapeten Stangen. Verfügt dein Winterzelt über eine Apsis, kannst du bei genügend Schnee den Raum in der Apsis enorm vergrößern, indem du einen Graben aushebst. So kann nahezu Stehhöhe erreicht werden und du kannst darin mit genug Abstand zur Zeltdecke kochen. Auch in gut belüfteten Zelten wird sich durch das Kochen mit entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit im Inneren eine Raureifschicht an der Zeltwand bilden. Diese lässt sich gut mit einem Schneeklumpen aufnehmen. Mit einer Gaslaterne und anderen Tricks bekommst du etwas Wärme ins Zelt. Trockne dein Zelt nach jeder Tour gründlich und kontrolliere das Gestänge und den Stoff auf Beschädigungen, bevor du es verstaust. Wie viel kostet ein hochwertiges Winterzelt? Zum Schluss die berechtigte Frage nach dem Preis, den du für ein Winterzelt hinlegen musst. Die Premiumhersteller Hilleberg, Helsport, Barents und Bergans sind alle nicht günstig, aber wie heißt es so schön? Qualität hat ihren Preis. Rechne mit einer mindestens vierstelligen Summe und sieh es als Investition in deine Sicherheit. Den im Sturm kommt es einfach auf ein verlässliches Zelt an. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Abwettern im Zelt bei Schneesturm](https://www.winterfjell.de/abwettern-im-zelt-bei-schneesturm/) Published: 2020-01-26 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Den ganzen Tag Abwettern im Zelt. Der Wind peitscht durch das Fjell. An Weiterlaufen ist nicht zu denken. Und ruhend ist es nur im Schlafsack warm genug. Was macht man in so einer Situation? Auf unserer diesjährigen Tour hatten wir an der Hälfte aller Tage Windgeschwindigkeiten bis zu 15 Metern pro Sekunde. An einem Tag mit Spitzenwerten von 21 m/s haben wir uns dann für das Abwettern im Zelt entschieden und sind nicht weitergegangen. Ich möchte dieses Erlebnis zum Anlass nehmen, ein wenig über das Abwettern zu schreiben. Inhaltsverzeichnis Was heißt Abwettern im Zelt?Ist es für den Zeltaufbau schon zu spät? Ist der Zeltaufbau noch möglich? Wie verhalte ich mich richtig?Und wenn ich im Zelt abwettern muss? Womit kann ich mich beschäftigen? Welche Erfahrungen hast du mit Abwettern im Zelt gemacht? Was heißt Abwettern im Zelt? Der Begriff Abwettern kommt ursprünglich aus der Seefahrt und eine passende Definition dafür lautet: Abwettern bezeichnet strategische und taktische Maßnahmen sowie Verhaltensweisen, um in einem Sturm und/oder bei schwerer See Beschädigungen und Gefahren für ein Seefahrzeug sowie dessen Ladung und Besatzung zu vermeiden. Priorität haben Maßnahmen zur Abwendung von Gefahr für Leib und Leben. [Wikipedia] Unter den strategischen Maßnahmen versteht sich in der Seefahrt, dass Schlechtwettergebiete gemieden werden und bei nahendem Unwetter ein sicherer Hafen angelaufen wird. Übertragen auf Wintertouren bedeutet das, rechtzeitig Schutz vor schlechtem Wetter zu suchen oder gar nicht erst loszugehen. Abwettern heißt, nicht weiterzugehen, sondern sich selbst zu schützen und keiner unnötigen Gefahr auszusetzen. Rechtzeitig meint, die Hütte möglichst noch vor dem Sturm aufzusuchen oder ohne erreichbare Hütte wenigstens das Zelt stabil zu verankern und alles auf das Unwetter vorzubereiten. Unter den taktischen Maßnahmen versteht die Seefahrt verschiedene Arten, mit dem Sturm oder gegen ihn anzufahren. Hier ist der Vergleich mit Wintertouren in Skandinavien eher im übertragenen Sinne möglich. Bist du bereits in einen Sturm geraten oder hat der Wind unerwartet aufgefrischt, musst du einen klaren Kopf bewahren. Frontal in den Sturm zu laufen, ist deutlich anstrengender als mit dem Wind im Rücken. Im Zweifelsfall kann ein Kurswechsel also sinnvoll sein, wenn es dort eine Hütte gibt. Ansonsten solltest du dich fragen: Ist es für den Zeltaufbau schon zu spät? Dann hast du hoffentlich einen Windsack als Notausrüstung dabei oder kannst dich in eine Wechte eingraben. Eine konkrete Windgeschwindigkeit, bei der ein Zeltaufbau nicht mehr möglich ist, lässt sich schwer beziffern. Lassen sich die Heringe gut verankern oder musst du im Pulverschnee wühlen? Kommt der Wind dauerhaft oder gibt es Windböen mit Pausen? Was für ein Zelt hast du? Als Richtwert wird es über 20 m/s eher eine Sache für Profis sein. Bei Schneesturm lieber in die Hütte oder gleich das Hotel? Ist der Zeltaufbau noch möglich? Vielleicht findest du eine etwas geschützte Stelle, wo ein kleiner Hügel, ein Strauch oder ein Fels dir etwas Schutz bieten? Oft reicht wirklich schon ein klein wenig Deckung für den Aufbau. Die richtige Zeltplatzwahl bei Wind und Sturm solltest du daher immer mitdenken. Und im Idealfall ist der Zeltaufbau dann bereits Routine und jeder in der Gruppe kennt die nötigen Handgriffe. Zu schnell ist sonst ein Beutel weggeflogen, ein loser Hering ausgerissen oder ein Gestängebogen gebrochen. Wie verhalte ich mich richtig? Für mich steht es fest: Wenn sich für das Abwettern der Aufenthalt auf einer Hütte anbietet, ziehe ich diese klar dem Zelt vor. Es ist ruhiger, ich kann mich frei bewegen, meine Kleidung trocknen, oft auch mich waschen und vieles Angenehme mehr. Das ist die sichere Variante. Und es schadet daher erfahrungsgemäß nie, einen Puffertag für Schlechtwetter einzuplanen. Dann kannst du diese Zeit auch genießen. Für den Hüttenaufenthalt muss das Unwetter aber absehbar gewesen sein. Ständige Wetterbeobachtung oder idealerweise ein verlässlicher Wetterbericht von YR.no (Norwegen) oder SMHI.se (Schweden) helfen dir dabei. Und zusätzlich muss es Hütten in der Nähe geben, die du ansteuern kannst. Auf der Seite UT.no findest du eine gute Übersicht über die norwegischen Hütten des DNT und beim schwedischen STF gibt es ebenfalls eine Hütten-Karte. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und wenn ich im Zelt abwettern muss? Für diesen Fall solltest du vor allem Ruhe bewahren und dich auf dein Wissen und Können besinnen: Richte das Zelt gut zum Wind aus. Vor allem bei Tunnelzelten ist dies die halbe Miete. Kontrolliere regelmäßig, ob alle Heringe fest sitzen und die Leinen gespannt sind. Befreie das Zelt zwischendurch vom angesammelten Triebschnee, auch nachts. Horche auf den Wind und die Geräusche des Zeltes: Wenn es sich plötzlich ändert, könnte sich etwas gelöst haben. Zieh dich warm genug an, wenn du das Zelt verlassen musst. Du kühlst im Wind sonst schnell aus. Sichere alle Gegenstände rund um das Zelt. Am besten nimmst du bis auf die Pulka alles mit in die Apsis. Auch die Schneeschaufel nützt dir beim späteren Ausgraben nur im Zelt. Bring deinen Kreislauf ab und zu durch ein paar Sit-ups in Gang, damit du nicht zu schnell frierst. Brich nicht im Sturm auf, auch wenn du dadurch im schlimmsten Fall deinen Rückflug oder deine Rückfahrt verpasst. Und wie immer: Don’t panic! Es geht vorbei. Was hingegen nicht so gut geholfen hat, ist das gemeinsame Rufen von „F*ck dich, Sturm“ in Anlehnung an einen mittelmäßigen Film über einen Teddy. Wetter checken und warten Womit kann ich mich beschäftigen? Auf einer Hütte hat man sehr viel mehr Möglichkeiten als im Zelt. Auf großen Hütten wird einem wahrscheinlich nicht langweilig. Im Zelt liegt man hingegen die meiste Zeit im Schlafsack, weil es nur darin warm genug ist. Man hat dann eben Zeltarrest. Da mir das Flattern der Zeltbahn oder das Klingeln der Reißverschluss-Schieber nach ein paar Stunden mächtig auf den Zeiger geht, höre ich oft Musik vom Smartphone mit Kopfhörern. Hörbücher bieten sich ebenfalls an. Auch ein echtes Taschenbuch und eine wintertaugliche Stirnlampe zum Lesen habe ich immer im Gepäck. Meinem eBook-Reader traue ich die Kälte nicht zu, aber viele haben damit gute Erfahrungen gemacht. In einer Gruppe kann man sich sonst abwechseln, wenn der eigene Lesestoff ausgeht. In netter Gesellschaft kann man auch Karten spielen, sich unterhalten oder hat hoffentlich einen guten Geschichtenerzähler dabei. Alleine kann man gut kleinere Reparaturen wie Näharbeiten im Zelt durchführen. Für die Lebensmittel- und Brennstoffvorräte ist so ein Pausentag dafür in der Regel eine kleine Katastrophe. Vielleicht kennt ihr das: Man isst sich so durch den Tag. Plane also immer einen kleinen Puffer in deinem Proviant ein. Der Seelenwärmer-Pudding heißt schließlich auch nicht umsonst so. Ich entdecke mit der vielen Zeit dann auch, welche „spezielle Ausrüstung“ mein Zeltmitbewohner dabei hat Welche Erfahrungen hast du mit Abwettern im Zelt gemacht? So richtig katastrophales Wetter habe ich bisher (zum Glück!) in Hütten abgesessen. Ein Tag im Zelt wegen Wind ist auf einer längeren Tour aber durchaus normal. Dank unserer konservativen – andere würden vielleicht sagen „vorsichtigen“ – Zeitplanung haben wir dafür aber einfach einen Pausentag genutzt. Das schlechte Wetter haben wir bisher immer kommen sehen. Manchmal ist es dann doch schwächer ausgefallen als unsere Vorhersage und wir konnten weiterziehen. Mich würde daher interessieren, wie ihr das so macht. Fragt ihr auf jeder Hütte nach dem aktuellen Wetterbericht oder nutzt ihr inzwischen ein Garmin inReach für Wetterupdates? Oder seid ihr einfach sicher im Wolkenlesen? Worüber denkt ihr nach, wenn ihr stundenlang im Zelt liegt? Was war auf Wintertour die längste Zeit, die ihr durch das Wetter ins Zelt verbannt gewesen seid? Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Schneeheringe und Schneeanker](https://www.winterfjell.de/schneeheringe-und-schneeanker/) Published: 2019-05-01 | Updated: 2026-07-08 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Ein Zelt im Schnee zu verankern, kann eine mühsame Aufgabe sein. Und ein sauber abgespanntes Zelt ist im Winter Pflicht, denn Stürme können schwer ausfallen und das Wetter schlägt gerne schnell um. Dann ist es nachts im Schlafsack liegend sehr beruhigend, wenn das Zelt vollkommen sicher steht. Je nach Schneehöhe und Schneebeschaffenheit wird es etwas schwieriger, die Schneeheringe wirklich fest zu bekommen. Manchmal ist der Schnee zu pulvrig oder das Zelt steht direkt auf Eis. Für beide Fälle gibt es spezielle Heringe oder Techniken als Lösung. Inhaltsverzeichnis Mögliche Schneeheringe oder SchneeankerSki, Skistöcke und Schneeschuhe als Schneeheringe Schneeheringe SchneeankerKurzer Test: Die SwissPiranha SchneeankerWas gibt es sonst Vergleichbares? Schneesäcke oder -beutel MYOG-Schneeheringe aus Abflussrohr Wie viele Schneeheringe brauche ich? Wie setze ich die Schneeheringe richtig? Verankerung eines Zeltes auf Eisflächen Mögliche Schneeheringe oder Schneeanker Ski Skistöcke Schneeschuhe Schneeheringe Schneeanker Schneesäcke oder -beutel (alles andere, was sinnvoll vergraben werden kann) (bei wenig Schnee eignen sich auch Steine zum Abspannen) Ski, Skistöcke und Schneeschuhe als Schneeheringe Oft ist das Zelt damit sehr schnell verankert und du hast diese Dinge eh dabei. Alle drei Gegenstände können im 45-Grad-Winkel in den tiefen Schnee gesteckt werden, die Skistöcke nur mit dem Schneeteller nach oben. Ist der Schnee nicht tief genug, werden sie stattdessen quer eingegraben, so wie meist auch die Schneeheringe. Achte besonders bei den Ski darauf, dass die Zeltleinen nicht von den scharfen Stahlkanten beschädigt werden. Drehe die Kanten besser in Richtung Zelt. Wenn der Schnee über Nacht sehr hart friert, solltest du beim Herausziehen vorsichtig sein. Lockere den Boden im Zweifel vorher mit der Schaufel. Der große Nachteil der Befestigungsart mit Ski ist, dass du dich nun nicht mehr weit vom aufgebauten Zelt entfernen kannst. Denn ohne Ski wird das schwierig. Denke also an alternative Schneeheringe für Pausentage. Schneeheringe Schneeheringe haben eine größere Oberfläche als Standardheringe, um im Schnee besser Halt zu finden. Sie sind meist zwischen 25 und 50 cm lang, bei etwa 3 bis 5 cm Breite. Das Material ist fast immer Aluminium, weil Kunststoff nicht so temperaturbeständig ist und spröde werden kann. Über die Fläche des Herings befinden sich Bohrungen mit etwa 10 mm Durchmesser. Neben der (minimalen) Gewichtsersparnis dienen diese Löcher dazu, dass der komprimierte Schnee in den Zwischenräumen aneinander friert und den Hering so fester im Schnee hält. Zusätzlich sind in den Bohrungen mittig ca. 50 cm lange Reepschnüre befestigt, an deren Ende sich ein Karabiner befindet. So kann der Hering als T-Anker quer eingegraben werden und die Abspannschnur des Zeltes kann dann beim Aufbau einfach eingehängt werden. Diese Variante hält wesentlich besser, als es mit langen klassischen Sandheringen ohne Löcher und Schnur der Fall wäre. Solche Sandheringe sind als Notbehelf jedoch ebenfalls geeignet. Normale Schneeheringe haben etwa 30 cm Länge Meiner Erfahrung nach halten bereits 30 cm lange Schneeheringe große Kräfte aus, wenn sie sauber vergraben wurden und der Schnee ausreichend komprimiert ist. Zusätzlich habe ich aktuell auch vier alte Hampton Works Schneeheringe mit 50 cm Länge dabei, die ich für die Enden des Zeltes nutze, wo die meiste Kraft einwirkt. Meistens waren diese „Schwerter“ überdimensioniert und kürzere Schneeheringe hätten es auch getan. Aber vielleicht kommt der Tag, an dem ich froh über die längeren bin. Suchst du für dich solch lange Schneeschiffe, empfehle ich dir die Variante von Helsport. Wenn du einfach alles fertig kaufen willst, kann ich dir zwei komplette Modelle inkl. Reepschnur und Karabiner empfehlen: Das wären die teuren Hilleberg Schneeheringe (mit Metallkarabiner) und für deutlich weniger Geld die Nortent Schneeheringe (mit Kunststoffkarabiner) bei Bene im Shop. Meine Modelle sind alle uralt und ich habe sie mir einfach selbst mit Schnüren und Alu-Karabinern nachgerüstet. Ich würde auch niemals 20 Euro pro Schneehering bei Fjällräven ausgeben. Da man ein paar Schneeheringe immer gebrauchen kann, stehen sie auch auf meiner Liste von Geschenkideen für Wintertourfans. Schneeanker Schneeanker sind im Wesentlichen Schneeheringe in einer eher quadratischen Form und werden ansonsten analog verwendet. Bei Schneeankern gibt es jedoch auch gute Modelle aus Kunststoff. Ein bewährtes Modell ist der Schneeanker von SwissPiranha. Da er immer noch ein wenig den Status eines Geheimtipps hat, möchte ich ihn dir gerne etwas genauer vorstellen. (Hinweis wegen Werbung: Ich habe 2018 ein Set vom Hersteller kostenfrei erhalten.) Weil sie mich überzeugt haben, benutze ich sie auf jeder Tour im Mix mit den Schneeheringen aus Metall. Kurzer Test: Die SwissPiranha Schneeanker Durch seine spezielle Kunststoffmischung bleibt der Schneeanker laut Hersteller bis -50 °C elastisch. Billiger Kunststoff wird sonst bei Kälte spröde. Ich bin zwar immer etwas vorsichtig beim Ausgraben mit der Schaufel, aber bisher haben sie auf Tour anstandslos alles mitgemacht. Schätzungsweise haben sie bei mir bisher nur -25° aushalten müssen. Die großen Vorteile des SwissPiranha Snow and Sand Anchors (oft kurz SSA abgekürzt) sind sein wirklich schneller Einsatz und sein geringes Gewicht. Die Aufbauanleitung des SwissPiranhas findet ihr als Youtube-Video auf dem Kanal des Herstellers. Snow and Sand Anchor by SwissPiranha Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) So funktioniert das auf jeden Fall. Auf unseren Touren hat sich aber eine noch schnellere Möglichkeit herausgestellt, wenn der Schnee nicht allzu locker ist. Diese Variante möchte ich dir kurz mit ein paar Bildern veranschaulichen. Das Blatt der Schneeschaufel wird mit einem Winkel von 30-45° in den Schnee gesteckt Anschließend wird der SwissPiranha Schneehering vor das Schaufelblatt gesteckt So sieht es fertig aus, wobei der Schneehering noch tiefer versenkt werden kann Mit einem leichten Ruck schneidet sich die Schnur in den Schnee Die SwissPirnaha Schneeheringe sitzen deutlich fester als ich erwartet hätte Insgesamt überzeugen mich die Schneeanker von SwissPiranha vor allem durch ihren festen Sitz und ihre sehr kurze Aufbauzeit. Das Einfädeln der Zeltschnur geht mir mit etwas Übung schneller von der Hand als gedacht. Gerade beim Sturm sind kleine Karabiner zum Einhängen als Zeitersparnis aber ein wahrer Segen. Mit verknoteten Schnüren hatte ich bisher keine Probleme. Die Schneeanker haben sich daher einen festen Platz in meiner Zusammenstellung auf Tour verdient. Was gibt es sonst Vergleichbares? Deutlich teurer, aber aus Aluminium war beispielsweise der MSR Snow Fluke, der sogar zur Spaltenbergung bei Gletscherquerungen verwendet wird. Für die stabile Verankerung des Zeltes ist das aber überdimensioniert und käme nur in Betracht, wenn du es für das Winterbergsteigen eh dabei hast. Schneesäcke oder -beutel Dabei handelt es sich um kleine Säcke, die mit Schnee gefüllt und verschlossen werden. Anschließend werden sie vergraben und das Kordelende mithilfe eines Karabiners an die Abspannschnur gehängt. Prinzipiell eignet sich dafür jeder Stausack, es gibt aber auch fertige Säckchen von Exped zu kaufen, die allerdings durch ihre weiche Schnürung umständlich zu handhaben sind. Das füllen der Schneesäcke gelingt umso besser, je fester der Schnee ist Den Schneesack anschließend vergraben Zuletzt den Schneesack bedecken und alles komprimieren Der Vorteil der Säcke ist ihr geringes Gewicht, sodass du immer welche als Reserve dabeihaben kannst. Im schneearmen Gelände lassen sich kleine Steine in die Säcke hineinfüllen und hinter größeren Blöcken verkeilen. Ich finde die Modelle von Exped jedoch relativ fummelig, weil sich ständig die Schnüre ineinander verheddern. Mein Tipp wäre daher: Solche Säckchen sind ein sehr gutes Nähprojekt zum Üben oder Lernen! MYOG-Schneeheringe aus Abflussrohr Relativ häufig findet man in Foren selbstgebaute Heringe (Make Your Own Gear) aus Abflussrohren. Diese grauen Rohre aus dem Baumarkt werden der Länge nach geteilt und in 30 cm lange Streifen zersägt. Über eine Kordel in der Mitte funktionieren sie anschließend wie Schneeheringe. Zumindest sollten sie so funktionieren, denn das Material der Plastikrohre ist meist nicht auf strenge Minusgrade ausgelegt und kann beim Ausgraben mit der Schaufel in Kontakt kommen und brechen oder splittern. Sie sind also vielleicht eher für den milden deutschen Winter bis -10 °C geeignet. Halbiertes Bambusrohr eignet sich dagegen als Material für solche selbstgebauten Heringe besser. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wie viele Schneeheringe brauche ich? Je nach Winterzelt sollten ausreichend Heringe oder Schneeanker vorhanden sein. Es lohnt sich, eine Variation für unterschiedliche Untergründe mitzunehmen, um kombinieren zu können. Grundsätzlich sollte für jede Abspannmöglichkeit ein Hering/Anker vorhanden sein. Etwas Ersatz schadet nicht. Mein aktuelles Setup besteht aus vier 50 cm langen Schneeheringen von Hampton Works, sechs kurzen 30 cm Schneeheringen von MSR, sechs SwissPiranha Schneeankern und vier Schneesäcken von Exped als Reserve. Mein Hillegerg Keron 4 GT hat aber auch 14 Abspannpunkte für einen normalen Aufbau. In schneearmen Regionen nehme ich zusätzlich noch sechs normale Zeltnägel mit. Weil der Schnee zu locker war, mussten wir für unser Zelt erst eine Plattform stampfen Wie setze ich die Schneeheringe richtig? Für das Setzen der Schneeheringe, Schneeanker und Beutel muss der Schnee komprimiert sein. Wenn dies nicht bereits durch das Setzen des Schnees und den Druck des Windes geschehen ist, sollte zu Beginn also immer erst eine ausreichend große Fläche (Zeltfläche plus Platz für das Setzen der Heringe) mit den Ski oder Schneeschuhen platt gestampft werden. Nach einiger Zeit verfestigt sich der verdichtete Schnee dadurch. Hoffentlich hast du eine robuste Schneeschaufel für das Setzen der Schneeheringe dabei. Beim Eingraben der Heringe wird immer nur ein kleines Loch geöffnet, der Hering wie ein T-Anker darin versenkt und das Loch wieder verschlossen. Nun wird der Schnee erneut komprimiert und man wartet anschließend noch kurz, bis der Frost den Boden ausreichend verfestigt hat. Zum Schluss können die Abspannleinen eingehängt und gespannt werden. Wer einen großen Tunnel vom Format eines Hilleberg Keron sturmsicher abspannen möchte, ist dankbar für jeden Ski oder Stock, da diese deutlich schneller zu setzen sind. Zunächst einen T-Schlitz für den Hering stechen Anschließend den Hering möglichst tief darin versenken Den Hering vergraben Den Schnee gut komprimieren Die Zeltleinen vorsichtig spannen Verankerung eines Zeltes auf Eisflächen In Eisflächen bekommt man keinen Hering eingeschlagen, nicht einmal mit einem Hammer. Wer also sein Zelt auf einer blanken Eisfläche errichten muss, braucht eine Alternative. Am einfachsten ließe sich das Problem mit ausreichend vielen guten Eisschrauben lösen, aber die wären erstens teuer und zweitens, außer vielleicht auf dem Baikalsee, meist unnötiger Ballast. Aus dem Eisklettern lässt sich daher die Methode der Abalakow-Sanduhr abschauen, die nach ihrem Erfinder Jewgeni Michailowitsch Abalakow benannt wurde. Für diese Sanduhr werden mit nur einer Eisschraube zwei Bohrungen mit einem Winkel von etwa 60° so zueinander gesetzt, dass sich die Löcher am tiefsten Punkt der Bohrung treffen. Anschließend führt man in ein Loch eine Reepschnurschlinge ein und „fischt“ diese mit Hilfe einer Fahrradspeiche durch das andere Loch hinaus. In die so gefädelte Sanduhr lässt sich mit Hilfe eines Karabiners das Zelt einhängen. Diese Methode ist zwar sehr zeitaufwendig, hält aber extrem gut. Die Variante mit langen Zimmermannsnägeln kann ich nicht empfehlen. Erstens ist das Eis wirklich sehr hart und splittert beim Einschlagen schnell, zweitens ist es gar nicht so einfach, die Dinger wieder herauszubekommen. Die Alternative wäre es, mit der Eisschraube einzelne Löcher zu bohren und darin Standardheringe zu verkeilen. Durch den Zug der Zeltschnur und die Hebelwirkung des Herings kann sich dieser jedoch lösen, weil Eis unter Druck schmilzt. Aber einen Versuch ist es wert, denn eine minimale Menge normaler Heringe gehört sowieso mit ins Gepäck. Sie helfen auch bei vom Schnee freigeblasenen Flächen, um das Zelt wenigstens einigermaßen abzuspannen. Genauso wichtig wie ein gut abgespanntes Zelt ist die richtige Zeltplatzwahl bei Wind. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Ein wenig Wärme im Zelt](https://www.winterfjell.de/ein-wenig-waerme-im-zelt/) Published: 2020-06-11 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Auch wenn du einen Tag mit Schönwetter hattest, sobald die Sonne im winterlichen Fjell verschwindet, wird es merklich kälter. Das Zelt schützt dich zwar vor dem eisigen Wind, aber für ein wenig Wärme im Zelt braucht es mehr, da ein Zelt kaum isoliert. Da es keine Heizung gibt, ist die einzige dauerhafte Wärmequelle deine Körperwärme. Dein Schlafsack kann damit richtig gemütlich werden. Voraussetzung ist allerdings, dass du nicht zu ausgepowert bist und noch genug innere Wärme erzeugen kannst. Für ein wenig zusätzliche Wärme gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ich dir hier vorstellen möchte. Inhaltsverzeichnis Eine kleine Gaslaterne Den Kocher laufen lassen Zeltofen ultralight Taschenofen Wärmflasche Einwegwärmer Aneinander kuscheln Am Essen und Trinken wärmen In eine Hütte gehen Problematisch: elektrische Wärmespender Wie sorgen andere für Wärme im Zelt? Eine kleine Gaslaterne Eine kleine Zeltlaterne mit Gaskartusche gibt im Zelt neben dem Licht auch etwas Wärme ab. Bei niedrigen Temperaturen erwärmt sie die Umgebung dadurch zwar nur um wenige Grad, aber es reicht, um sich die Finger aufzuwärmen. Eine kleine Laterne mit Edelstahlgitter (statt Glas) ist robust und findet schnell noch einen Platz im Gepäck. Ein Beispiel ist die Primus Micron Laterne. Denke beim Betrieb aber immer an ausreichend Frischluftzufuhr (CO-Vergiftung!) und hänge sie am besten auf, damit sie nicht umkippen kann. Auch mit solch einer Laterne besteht immer Brandgefahr! Verwende sie nicht, wenn du dabei einschlafen könntest. Im freiluft-blog findest du alles zum richtigen Umgang und dem Einbrennen des Glühstrumpfes. Der einzige Haken: Licht gibt es zwar umsonst dazu, aber selbst gute Gaskartuschen funktionieren bei sehr niedrigen Temperaturen (unter -12°) nicht zuverlässig, weil das restliche Gas in der Kartusche nicht mehr verdampft, wenn der Propananteil verbraucht ist. Den Kocher laufen lassen Es ist naheliegend und verlockend, den Winterkocher nach dem Schneeschmelzen noch ein wenig weiterlaufen zu lassen. Aber es ist auch sehr gefährlich. Während du deine Zeltlaterne noch aufhängen kannst und sie mit Gas recht sicher betreibst, ist so ein Benzinkocher ein wahrer Flammenwerfer und unbeaufsichtigt wirklich gefährlich. offene Flamme: es steht dann kein Topf auf dem Brenner, der die Flamme abschirmt (ein leerer Topf würde überhitzen und Wasser im Topf für Kondensation und Feuchtigkeit sorgen) regelmäßige Wartung: der Druck des Kochers muss regelmäßig kontrolliert werden große Gefahr: Risiko einer CO/CO₂-Vergiftung bei geringer Frischluftzufuhr erhöhter Brennstoffbedarf, der so im Benzin-Rechner nicht einkalkuliert wurde Der Kocher ist eine zuverlässige Wärmequelle, wenn du das Zelt schnell aufwärmen musst, weil zum Beispiel jemand ins Eis eingebrochen ist. Du solltest es dir aber sonst gut überlegen, ob es dir die Gefahren wert sind, deine Ausrüstung abzufackeln oder nicht wieder aufzuwachen. Und wenn du den Kocher trotzdem benutzt, lege dich niemals hin, damit du nicht doch einschläfst. Ein Zeltofen im Lavvu ist Luxus für Wärme im Zelt, aber unterwegs zu schwer für die Pulka Zeltofen ultralight Ein Zeltofen aus Edelstahl ist eine großartige Erfindung und wir nutzen solch eine Heizung in unserem Lavvu, wenn wir als Familie oder Gruppe im Winter im Basislager wohnen. Aber selbst mit meiner Pulka möchte ich dieses 13-Kilo-Monster nicht über längere Strecken transportieren. Anders sähe es mit einem ultraleichten Zeltofen aus Titan aus. Solche Modelle lassen sich zusammenklappen oder auseinanderbauen. Das Gewicht wäre mit 2 Kilo auch noch vertretbar. Ich selbst habe keine Erfahrung mit solchen UL-Zeltöfen und habe es auch noch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, da auf meinen bisherigen Touren einfach zu wenig Holz vorhanden war. Selbstverständlich kommt nur Totholz infrage und dieses wird unter viel Schnee verborgen sein. Eindeutiger Vorteil eines Ofens wäre es, abends für zwei Stunden Wärme im Zelt produzieren zu können. Du erreichst bis zu 30 °C Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur. Danach sollte der Körper wieder aufgeheizt sein und über Nacht geht der Ofen eh aus. So könntest du dich also einmal am Tag ordentlich aufwärmen und deine Kleidung trocknen. Oft sind Lavvus besser belüftet, aber auch hier gilt der Hinweis: Denke bitte an genug Sauerstoffzufuhr, damit du morgens wieder aufwachst. Teelichte können ein Zelt nicht ausreichend erwärmen, sorgen aber für eine kleine Wärmequelle in unmittelbarer Umgebung Taschenofen Gute Taschenöfen gibt es mit Kohlestäbchen und mit Benzintank, benötigen also beide einen Brennstoff. Und da liegt bei den Kohlestäbchen auch schon der erste Nachteil. Diese müssen für eine saubere Verbrennung sehr trocken gelagert werden und brechen manchmal. Sicher verstaut taugen sie aber für eine Wintertour und spenden ein paar Stunden angenehme Wärme. Die Benzintaschenöfen haben einen Katalysator zur „Verbrennung“. Ich bisher ein etwas teureres Modell des japanischen Herstellers Peacock verwendet. Dieser Handwärmer funktioniert zuverlässig und es läuft auch nichts aus. Und Benzin hast du meistens bereits für den Kocher dabei. Ich empfehle aber möglichst sauberes Benzin und keines von der Tankstelle. Das stinkt dann auch weniger. Wichtig für die korrekte Funktionsweise ist, dass der Ofen sich in seiner Hülle befindet und nicht zu viel Sauerstoff (kaum Wärmeentwicklung) oder zu wenig Sauerstoff (Ofen geht aus) bekommt. Bedenke, dass auch ein Taschenofen erhebliche Mengen Kohlenmonoxid (CO) erzeugen kann, wenn er unvollständig verbrennt. Achte also auf gute Belüftung und nutze ihn nicht im Schlafsack. Ich sehe drei Verwendungsmöglichkeiten für einen Taschenofen: Innentasche der Daunenjacke, wenn man abends noch draußen sitzt über Nacht gefrorene Stiefel vorwärmen etwas Kleidung trocknen Ein Taschenofen verbrennt so langsam, dass du für mehrere Stunden Wärme hast. Er ist also ein echter Tipp für etwas Wärme im Zelt! Allerdings lasse ich den Taschenofen inzwischen zu Hause und wähle den nächsten Punkt aus der Liste. Wärmflasche Meinen Schlafsack wärme ich noch lieber mit einer Wärmflasche vor. Diese wird beim abendlichen Schneeschmelzen gefüllt und kommt dann in den Schlafsack. Ich schleppe keine Gummi-Wärmflasche mit, sondern nutze eine Weithalsflasche mit einem Liter Fassungsvermögen. Der Schlafsack ist dann angenehm temperiert, wenn ich hineinsteige. Und bevor die Flasche morgens wieder kalt ist, trinke ich sie über Nacht noch aus. Das ist auch gut so, weil ich tagsüber nicht genug trinke. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Einwegwärmer Einweg-Wärmepad gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Sie funktionieren durch eine chemische Reaktion nach ihrer Aktivierung durch Luftkontakt. Anschließend geben sie etwa 2 bis 3 Stunden lang Wärme ab. Ein paar von diesen kleinen Helfern kann man gut im Gepäck haben, gerade auch für die Versorgung bei leichter Unterkühlung. Dort kommt dann ein Einweg-Wärmepad unter jede Achsel der unterkühlten Person im Schlafsack, bis das Wasser auf dem Kocher warm genug ist, um eine richtige Wärmflasche zu füllen. Leider sind die chemischen Wärmespender nicht immer ganz zuverlässig. Ich habe sogar den Eindruck, dass sie bei wirklich tiefen Temperaturen unter -20 °C nicht mehr richtig funktionieren. Also gerade dann, wenn man sie vielleicht wirklich gut brauchen kann. Aneinander kuscheln Ob als Pärchen eng aneinander oder einfach nur aufgereiht wie die Sardinen in der Büchse, je mehr Menschen nah beieinander liegen, desto wärmer wird es. Wer am meisten friert, kommt also in die Mitte. Bitte kommt als Paar nicht auf die Idee koppelbarer Schlafsäcke. Die viele Luft im Inneren müsst ihr zusätzlich erwärmen, sodass diese Variante am Ende kälter sein kann als ein eigener Winterschlafsack. Für die Hütte ist so eine Option natürlich unter Umständen nett. Alle liegen in ihren Schlafsäcken, denn ohne ist es zu kalt Am Essen und Trinken wärmen Nach einem langen Tag in großer Kälte freue ich mich auf mein Zelt, meinen Schlafsack und einen Haufen Kalorien, um meine Speicher wieder aufzufüllen. Besonders angenehm ist es, wenn das Essen dafür schön heiß ist. Das wohlige Gefühl, das sich danach von innen einstellt, ist einfach zu schön: satt, warm, müde. Jetzt noch einen Tee oder eine heiße Schokolade hinterher und die Welt ist wieder in Ordnung. Nur gut genährt kann die körpereigene Heizung funktionieren. Alkohol solltest du hingegen nicht zum Aufwärmen nehmen, das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Der kleine Schuss Rum im heißen Kakao nach einer gelungenen Tour bringt dich dem Kältetod aber nicht gleich näher. In eine Hütte gehen Wenn dir die Abende im Zelt zu kalt sind, eignen sich in den meisten Gebieten Hütten des DNT, STF oder privater Betreiber als warme Rückzugsorte. Viele Skandinavier können erfahrungsgemäß sowieso nicht verstehen, warum die Ausländer im Zelt schlafen, wenn es doch eine warme Hütte in der Nähe gibt. Vielerorts sind Winter-Hüttentouren ganz ohne Zelt möglich. Da die Nächte im Zelt aber nun einmal ihren eigenen Charme haben, taugen die Hütten gut als Backup für besonders kalte Nächte, Unwetter oder Pausentage. Auch eine ausgedehnte Mittagspause in einer Hütte kann dir den Tag versüßen. Weil alles nass war, haben wir neben einer Schutzhütte mit Feuerstelle gezeltet Problematisch: elektrische Wärmespender Für den Skisport gibt es elektrische Schuhwärmer als Einlegesohle oder beheizbare Handschuhe. Problematisch sind dabei immer die Akkus. Erstens leiden die Akkus in der andauernden Kälte und haben gerade einmal Kapazität für einen Tag. Und zweitens hast du für gewöhnlich keine Möglichkeit, diese wieder aufzuladen. Mit einem Solarpanel bräuchtest du auch bei optimalen Bedingungen mindestens einen Tag. Für einen einzigen Tag Wärme auf einer Tour sind alle diese Modelle daher leider zu schwer und erscheinen mir ungeeignet. Wie sorgen andere für Wärme im Zelt? Ich habe mich hier eher auf die Wärme „von außen“, also durch eine Heizquelle konzentriert. Wie du sonst für eine wärmere Nacht im Schlafsack sorgen kannst, beschreibt dir Alex von Bergreif.de im Artikel „Zelten im Winter – So bleibst du selbst bei Minusgraden schön warm im Schlafsack!“ Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [The Theory Works Quadratic Expeditionszelt im Test](https://www.winterfjell.de/the-theory-works-quadratic-expeditionszelt-im-test/) Published: 2020-05-24 | Updated: 2025-05-13 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Zelte habe ich eigentlich genug, wenn es diesen Zustand überhaupt gibt. Aber dennoch interessieren mich Konzepte, die etwas Neues ausprobieren. Durch Zufall bin ich vor kurzem bei der Recherche auf einen Tunnel mit Geodät-Qualitäten in wintertauglicher Ausstattung von The Theory Works gestoßen. Das musste ich mir doch einmal genauer anschauen. Der Kontakt zum Unternehmen war schnell hergestellt und glücklicherweise gab es meine gewünschte Konfiguration als Testzelt, denn The Theory Works stellt modulare Zelte her, die es mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen gibt. Transparenzhinweis: Das Quadratic Expeditionszelt wurde mir für den Test von TheTheoryWorks ausgeliehen. Meine fachliche Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. Bei dem Test stand mir Markus Gründel helfend und fachsimpelnd zur Seite. Mein Dank geht daher an beide! Expeditionszelt statt Leichtbau Die leichten Zusammenstellungen hat der Freiluft-Blog schon getestet, dort kannst du alles darüber nachlesen, wenn du mehr erfahren willst. Bei mir hat die auf Gewicht getrimmte Ausstattungslinie weniger Interesse geweckt als die Expeditionsausstattung mit 40 Denier Außenzelt, 9 mm Gestänge und Snowflaps. Ich beziehe mich in diesem Test daher ausschließlich auf die expeditionstaugliche Ausstattung von Snow Outer, Winter Inner und dem Expeditionsgestänge. Innenzelt Das Innenzelt gefällt mir besonders gut. Zuallererst ist es ausreichend groß für zwei Personen bis 1,90 m mit ihren Winterschlafsäcken. Zwar wäre es damit voll ausgefüllt, aber es handelt sich schließlich um ein Bergzelt. Die sind sonst knapper bemessen. Viele nehmen daher in der weiten skandinavischen Winterlandschaft zu zweit lieber ein Drei-Personen-Zelt, benötigen dann aber auch deutlich mehr Standfläche. Beim Quadratic passen zwei 60 cm breite Matten nebeneinander hinein und damit ist es als Winterzelt groß genug. Die Sitzhöhe ist an den niedrigeren Eingängen ausreichend hoch, in der Mitte hast du selbst mit einer dicken Isomatte genügend Kopffreiheit. Das Innenzelt wirkt angenehm groß und hell. Gleichzeitig gefallen mir die vielen Taschen Die Eingänge Das gesamte Zelt ist symmetrisch geschnitten und so kann das Innenzelt in beide Richtungen benutzt werden. Während eine Apsis als Eingang dient, können große Ausrüstungsteile wie die Rucksäcke in der anderen Apsis lagern. Im Inneren des Zeltes finden sich genug kleine Taschen, um von Brille über Uhr bis zu Stirnlampe alles zu verstauen. Auch Schlaufen für Wäscheleinen oder ein optional bestellbares Deckennetz sind reichlich vorhanden. So lässt sich leichter Ordnung halten und das Innenzelt wirkt sehr durchdacht. Die Türen sind vollflächig mit Mesh und winddichtem Material hinterlegt. So kannst du dich im Innenzelt komplett abkapseln. Das ist für ein Winterzelt wichtig, da Triebschnee durch jeden noch so kleinen Spalt gelangt. Was ich sehr mag: Die geöffnete Tür hängt nicht nach unten, wie bei vielen anderen Zelten, sondern kommt in eine große Tasche direkt neben dem Eingang. Es gibt zwar auch die klassische Schlaufe zum Aufrollen der Tür, aber die besagte Tasche macht es so viel einfacher. Die Zipper mit Repschnur laufen alle leichtgängig, auch mit Handschuhen. Eingehängt ist das Innenzelt nicht mit Gummis, sondern Stoffschlaufen mit Ring und Knebel, es hängt aber kein bisschen durch. Die Tür kann direkt in der Tasche neben dem Eingang verstaut werden und ist so deutlich handschuhtauglicher als andere Methoden Der Boden Die Bodenwanne ist sauber verarbeitet und wirft keine Falten, alle Nähte waren sorgfältig getaped. Die Apsis wäre mir zum Kochen beim geschlossenen Quadratic Expeditionszelt etwas zu klein. Mit Gas oder Spiritus mag es noch funktionieren, den Benzinkocher betreibe ich lieber in einer großen Apsis mit genug Abstand zum Zeltstoff. Achtung! Der Hersteller rät davon ab, im Zelt zu kochen und weist deutlich auf die Gefahren hin. Aber schnell kommt man auf Wintertouren durchaus in Situationen, wo man dennoch im Zelt kocht. Die Apsis reicht zum Anziehen der Stiefel und zum Aufbewahren von Ausrüstung, ist aber zum Kochen eher zu knapp bemessen Außen am Innenzelt finden sich zusätzliche Gurtbänder für die Seitenstangen, zu denen ich nachher noch einmal komme. Diese Gurte sind für die hohe Windstabilität unersetzlich, aber sie verkleinern den nutzbaren Raum der Apsis im Winter etwas. Ich habe mir nämlich bei ausreichend hoher Schneedecke angewöhnt, in der Apsis einen Graben auszuheben, um besser sitzen zu können oder darin zu kochen. Hebt man jetzt solch einen Graben aus, dann stört das innenliegende Gurtband des Dreiecks auf beiden Seiten etwas. Die Gurtbänder nehmen die Kraft der Seitenstangen auf Außenzelt Fange ich beim Außenzelt mal mit dem kritischen Teil an: Die Abspannschnüre sind mit 2 Metern zu kurz. Da fehlt mir mindestens ein Meter, um im Schnee eine Festung zu bauen. Meiner Meinung nach wurde hier wie bei vielen Herstellern am falschen Ende Gewicht gespart. Nun kommt aber das Prinzip der Modularität von The Theory Works zum Tragen, denn du kannst die Schnüre beim Bestellprozess einfach weglassen und deine eigenen nehmen. Die Idee: Auch hier könnte man zwischen den normalen 2 Metern und einem Expeditionsset mit 3 Metern auswählen. Die Zeltschnüre beim Quadratic Outer sind für meinen Geschmack zu kurz Unabhängig von der Länge wirken die Zeltschnüre robust und die Lineloc Klemmen sind einfach die besten. Auch die zwei Abspannpunkte an jedem Bogen und jeder Seite sind solide mit dem Gestängekanal vernäht. Zusätzlich finden sich zwei Abspannpunkte rechts und links oberhalb des Einganges, sodass du auf 16 Abspannpunkte für Zeltschnüre kommst. Zusätzlich benötigst du zwei Heringe pro Apsis, um diese aufzuspannen. Mit gesetzten 20 Heringen hättest du aber auch einen Bunker von Zelt. Wenn du zwei Schnüre an der Seite an einen Schneehering hängst, benötigst du insgesamt 14 Schneeheringe oder Schneeanker und wirst fast die gleiche Stabilität erreichen. Das beidseitig silikonisierte 40 Denier Ripstop-Nylonmaterial des Außenzeltes ist winterfest und die Nähte sind gut verarbeitet. Laut Hersteller soll man die Nähte nach dem Kauf noch mit dem beiliegenden Seamsealer versiegeln, aber bei einem reinen Winterzelt würde ich mir die Arbeit nicht machen. Alle Luftöffnungen liegen hoch genug: Links der Seitenlüfter, rechts der Lüfter in der Tür Lüfter Insgesamt verfügt das Quadratic Snow Outer über sechs Lüfter. Jeweils zwei Lüfter finden sich rechts und links der Eingänge. Diese sind mit Mesh hinterlegt und lassen sich von Innen mit einer zusätzlichen Lage Stoff schneedicht verschließen. Die Eingangstüren selbst sind ebenfalls als Lüfter nutzbar. Wie die Seitenlüfter auch verfügt jede Tür über einen kleinen Steg zum Aufstellen des Lüfters. Der Lüfter in der Eingangstür ist nicht mit Mesh hinterlegt, aber dafür lässt sich die Tür entsprechend weit öffnen. Auch der Einstieg von oben in die Apsis ist dadurch sehr gut möglich, wenn sich unten am Zelt schon viel Schnee angesammelt hat. Die Seitenlüfter sind von Innen komplett schneesicher zu verschließen, weil es dort sonst im Schneesturm Flugschnee hereindrückt Der Unterschied beim The Theory Works Quadratic: Die Seitenstangen Bis jetzt würde es sich bei dem Testzelt um ein gutes Tunnelzelt handeln. Aber nun kommt der große Unterschied zum Tragen. Das Quadratic Zelt von The Theory Works hat an den Seiten jeweils einen Kanal für eine Seitenstange. Durch diese Seitenstangen lässt sich das Zelt deutlich versteifen, sodass es weniger anfällig für Seitenwind wird. Im Prinzip erhältst du damit sogar fast einen freistehenden Tunnel und musst weniger auf den richtigen Zeltplatz bei Wind und Sturm achten. Die Seitenstangen gibt es in verschiedenen Stärken. Neben einer leichten Carbonvariante, sind zwei Aluvarianten mit 9,7 mm und 11 mm Durchmesser erhältlich. Ich konnte beide testen und das dünnere Alugestänge würde mir an der Seite ausreichen. Das Gestänge mit 11 mm Durchmesser wäre zwar noch steifer, aber damit nicht zwangsweise stabiler. Ein windstabiles Zelt steht erst lange steif, beugt sich dann aber bei sehr starken Böen und kehrt danach in seine Ausgangsposition zurück. Daher würde ich es hier nicht übertreiben wollen. Außerdem spart es Gewicht. Noch mehr Gewicht spart es, wenn du nur eine Seitenstange mitnimmst und diese einsetzt, sobald der Wind deinen Tunnel von der Seite angreift. Leider lassen sich die Seitenstangen beim aufgebauten Zelt nachträglich nur noch schwer einschieben. Du solltest es dir also direkt beim Aufbau überlegen. Der Aufbau ist allein übrigens möglich, aber im Sturm zu zweit einfacher. Die Seitenstangen müssen in eine Öse eingefädelt werden, was allein nur mit Hin- und Herlaufen von einem Zeltende zum anderen möglich ist. Ich würde es daher nur als eingeschränkt solo-tauglich einstufen. Fast freistehend Als Konsequenz von diesem System hast du ein paar mehr Gurte, Schnallen und Ösen als sonst an einem Zelt zu finden sind. Falls dich das irritiert, möchte ich noch einmal zeigen, wie gut sich das Zelt abspannen lässt, ohne einen einzigen Hering zu verwenden. Im Notfall steht das Quadratic ohne einen einzigen Hering Durch die Seitenstangen steht zumindest das Innenzelt vollständig aufgespannt, nur die beiden Apsiden hängen ohne Heringe durch. Eine Nacht zwischen Felsen auf einer Bergtour ließe sich so aber dennoch überstehen. Oder du bist einfach entspannter, wenn mal wieder so gar kein Hering im Pulverschnee halten will. Dieses Konzept zum Abspannen der Stangen kenne ich von meinem Mountain Hardwear EV3, welches sehr sturmerprobt ist. Weitere Erkenntnisse aus dem Test Es gibt neben den Seitenstangen auch noch eine Firststange, die höhere Schneelasten ermöglichen soll. Sie wird wohl eher gegen Windgeräusche gut sein und das Zelt ist auch so stabil genug. Sie würde ich eher weglassen als die Seitenstangen. Die Gestängekanäle sind alle mit den entsprechenden Stangenlängen markiert und damit ist der Aufbau recht einfach gemacht. Allerdings würde ich mir hier eine bessere (steifere) Öffnung zum Einfädeln wünschen, besonders mit dicken Handschuhen. Die Snowflaps finden sich nur an den Apsiden. Im Bereich des Innenzeltes solltest du daher etwas mehr Schnee aufschaufeln, da auch durch den Spalt dort Flugschnee eindringen kann. Ohne Snowflaps wäre das Zelt übrigens 120 g leichter und ist im Shop als All-Year Outer erhältlich. Ich weiß, dass es zu Snowflaps sehr verschiedene Meinungen gibt. Mit allen Stangen bleibt das Zelt auch beim Umsetzen in Form Das Gewicht meiner Konfiguration würde nach Liste 3807 g wiegen. Auf der Waage dann die Überraschung: Es stimmt! Bei welchem Hersteller erlebt man denn sowas noch? Wer das Zelt im Packsack transportieren will, sollte noch etwa 60 Gramm dafür draufrechnen. Bei mir käme es aber eh als eine lange „Zeltwurst“ oben auf die Pulka. Das Gewicht ist in dieser Konfiguration nicht leicht für ein 2-Personen-Zelt, aber dafür mit Sicherheit sehr sturmsicher und absolut wintertauglich! In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Fazit zum The Theory Works Quadratic Das Zelt ist ein Bunker. Ich möchte es sogar in eine Liga mit etablierten Zelten wie dem The North Face VE 25 oder dem Mountain Hardwear EV 3 (heute ACI 3) zählen. Zwar werden diese beiden als 3-Personen-Zelte gehandelt, haben aber mit etwa 150 cm Breite realistisch auch nur Platz für zwei Personen in Winterschlafsäcken. Dabei schlägt das Quadratic das VE 25 durch den gemeinsamen Aufbau von Außen- und Innenzelt und beim Gewicht. Das EV 3 hat im Vergleich keine Apsis zum Kochen und verfügt über kein Innenzelt. Preislich ist das Quadratic sehr fair kalkuliert. Genau dort sehe ich eine gute Nische für das The Theory Works Quadratic Expeditionszelt und würde es als Bergzelt sofort in Betracht ziehen. Für den skandinavischen Winter wären mir die Apsis wohl etwas zu klein, zumal mein Kaitum 3 GT mit riesiger Apsis ähnlich viel wiegt, allerdings eben nicht so gerne Seitenwind mag. Worauf es mir bei meiner Zeltwahl noch ankommt, findest du im Beitrag über Winterzelte. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ## Kochen und Verpflegen ### [Genug trinken bei Kälte](https://www.winterfjell.de/genug-trinken-bei-kaelte/) Published: 2025-05-14 | Updated: 2026-07-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Im Winter sorgt die kalte, trockene Luft dafür, dass wir ohne es zu merken viel mehr Feuchtigkeit über den Atem oder leichtes Schwitzen verlieren. Gleichzeitig ist das Wetter oft ungemütlich und je kälter und windiger es wird, desto weniger halten wir unsere Pausen zum Trinken ein. Mehr Flüssigkeit verbrauchen und weniger zuführen als sonst, das kann nicht lange gut gehen. Spätestens an der Urinfarbe im Schnee merken wir schließlich, dass genug zu trinken bei Kälte gar nicht so einfach ist. Inhaltsverzeichnis Regelmäßige Pausen helfen Warme GetränkeGute Isolation für die Getränke Schnee schmelzenKann man geschmolzenen Schnee einfach trinken? Wann trinke ich genug? Anekdote zum Schluss Regelmäßige Pausen helfen Ein bewährter Pausenrhythmus für das Trinken ist etwa eine Stunde Gehzeit, gefolgt von fünf bis zehn Minuten Pause. Dazu kommt alle drei Stunden eine etwas längere Pause. In den kurzen Pausen solltest du einen Becher Tee trinken und kannst etwas trockene Schokolade, Nüsse oder fette Salami dazu essen. In den größeren Pausen kannst du zum Beispiel auch noch eine Brühe oder Blaubeersuppe ergänzen. Und tatsächlich benötigt der Körper die Flüssigkeit auch dazu, die Kalorien der Nahrung verbrennen zu können, um das Wärmekraftwerk im Körper in Gang zu halten. Umgekehrt verdickt sich dein Blut bei Flüssigkeitsmangel, fließt langsamer durch deinen Körper und versorgt die Muskeln somit schlechter. Zu wenig zu trinken kann daher dazu führen, dass du frierst. Warme Getränke Warme Getränke bieten sich deswegen an, weil sie helfen, den Körper warmzuhalten oder ihn wenigstens nicht zusätzlich auskühlen. Am besten eignet sich Tee. Aber auch ab und an ein Kakao, Instant-Cappuccino und vor allem Kaffee können die Getränke über den Tag hinweg ergänzen. Solche warmen Getränke setzen voraus, dass morgens eine Möglichkeit zum Vorbereiten von heißem Wasser besteht. Auf der Hütte oder im Zelt bedeutet das, Schnee zu schmelzen und in möglichst zwei Isolierkannen abfüllen. Heißgetränke sind aber gar nicht so einfach zu trinken, wenn sie wirklich heiß sind. Dann hilft es, ein paar Bröckchen Schnee mit in die Tasse zu geben. Sonst ist die Pause schnell vorbei und du kühlst aus, bevor dein Getränk überhaupt Trinktemperatur erreicht hat. Gute Isolation für die Getränke Um die Getränke warm genug zu halten, brauchst du eine oder besser zwei gute Isolierkannen. Das Beste ist hier gerade gut genug. Reine Kunststoffkannen oder Kannen mit Glaseinsatz scheiden sofort aus. Bei Edelstahlkannen solltest du auf eine gute Verarbeitung achten. Wird die Kanne nach dem Einfüllen außen deutlich warm, ist sie hinüber oder untauglich. Gleiches gilt für den Deckel, über den sonst viel Wärme entweichen kann. Die Bezeichnung „Thermoskanne“ in Anlehnung an die Marke Thermos hat sich meiner Meinung nach nicht umsonst durchgesetzt. Dazu trägt vor allem deren Verschluss mit zwei Dichtungsringen bei. Ich nutze zwei Light & Compact Modelle von Thermos und bin damit sehr zufrieden. Auch wenn ich immer wieder davon lese, dass anderen Klick-Verschlüsse im Schraubdeckel einfrieren, hatte ich dieses Problem noch nicht. Die aufschraubbare Tasse isoliert aber auch zusätzlich und ich lasse die Kanne nicht im Wind stehen. Idealerweise füllst du in eine Kanne den Tee für den Tag und in die zweite Kanne nur heißes Wasser. Damit kannst du in längeren Pausen schnell eine Brühe oder einen Instant-Kaffee anrühren. Einen kleinen Rest Wasser solltest du dir aber immer als Kickstarter für das abendliche Schneeschmelzen aufbewahren, dazu gleich mehr. Eine gute Isolierkanne hält ihren Inhalt im Test mindestens 12 Stunden lang warm, auch bei kalter Umgebung. Wird es besonders kalt, eignen sich Noppenfolie oder zusätzliche Außenhüllen zur Verstärkung der Isolationswirkung. Trinkblasen sind leider nicht wintertauglich, auch nicht mit der Isolationshülle aus dem Zubehör. Für eine kurze Tour mag das noch gehen, aber spätestens am Abend wäre die Trinkblase vollkommen eingefroren. Kunststoff-Trinkflaschen wie eine Nalgene Weithalsflasche sind mit zusätzlicher Isolation bedingt geeignet, wie ich weiter unten beschreibe. Eine 6 mm starke, selbst genähte Neoprenhülle mit verlustsicherem Deckel verstärkt die Isolationswirkung der Thermoskanne deutlich. (Foto: Stefan Zahlten) Schnee schmelzen Das Schmelzen von Schnee gehört zu den morgendlichen und abendlichen Routinen auf einer Wintertour. Wenn offenes Wasser zur Verfügung steht, sollte dieses bevorzugt werden. Das spart erheblich beim täglichen Brennstoffbedarf. Teilweise kannst du auch nach fließendem Wasser unter der Schneedecke graben, wenn du den Flussverlauf durch offene Stellen erkennen kannst. Sei aber vorsichtig beim Betreten von unsicherem Eis oder Schneebrücken. Die Gefahr, dabei einzubrechen, ist nicht zu unterschätzen! Du solltest dich fließendem Wasser nur mit absoluter Vorsicht nähern. Kein Brennstoffersparnis ist ein großes Risiko wert. Eis eignet sich, weil seine höhere Dichte ergiebiger als Schnee ist und du somit weniger nachlegen musst, aber sei vorsichtig beim Zerkleinern von Eisstücken, weil diese scharfkantig sein können. Gut eignet sich transformierter oder sulziger Schnee, der sich oft mit ein wenig Graben unter der festen Schneedecke findet. Fein pulvriger Schnee isoliert leider extrem gut und so dauert es eine Ewigkeit, bis der Schnee auf dem Kocher zu Wasser verwandelt wird. Etwas schneller geht es mit dem erwähnten Rest Wasser als Kickstarter und einem leistungsstarken Winterkocher. Gieße den Schluck aus der Thermoskanne einfach in den Topf und fülle ihn danach erst mit Schnee auf. Lasse auch beim späteren Umfüllen immer einen Rest Wasser im Topf, solange du noch weiteren Schnee schmelzen willst. Am Ende kommt der letzte Rest dann wieder in eine Thermosflasche. So kannst du das Schneeschmelzen ein klein wenig beschleunigen. Etwas schneller heißt in diesem Fall übrigens, immer noch etwa 90 Minuten am Abend dafür einzuplanen, genug Wasser zur Essenszubereitung, zum Auffüllen der Thermoskannen und für eine kleine Wärmflasche zu erhitzen. Hier findest du weitere Tipps zum Thema Kochen auf Wintertour. Ein 4 Liter Kessel zum Schneeschmelzen erleichtert das Eingießen Kann man geschmolzenen Schnee einfach trinken? Grundsätzlich ja! In den typischen Tourgebieten Skandinaviens wirst du sauberen Schnee finden, der nicht von Luftverschmutzung oder mikrobiologischer Verunreinigung betroffen ist. Einen Wasserfilter benötigst du daher nicht und ich kenne auch kein Modell, das ein Einfrieren unbeschadet überstehen würde. Halte ausreichend Abstand von Rentierwechseln, verlassenen Camps anderer Reisender und den markierten Routen. Niemand möchte Reste von Urin oder Skiwachs im Schnee. Fichtennadeln oder Flechten im Schnee sind hingegen harmlos und lassen sich beim Einschenken mit einem wiederverwendbaren Kaffeefilter aus Baumwolle herausfiltern. Das Schmelzwasser aus Schnee schmeckt ganz passabel, auch wenn es nicht mineralstoffhaltig ist und keine Elektrolyte enthält. Solange du es sowieso zum Tee oder Essen kochen verwendest, bemerkst du den Unterschied wahrscheinlich gar nicht und erhältst die notwendigen Nährstoffe über die Nahrung. Du kannst das so gewonnene Wasser daher wirklich einfach so trinken. Wenn du lange auf Tour bist, wünschst du dir aber vielleicht Wasser mit etwas Geschmack. Oder du machst dir Sorgen über deinen Mineralstoffhaushalt und deine Fähigkeit, Flüssigkeit aufzunehmen. Dann eignen sich einfache Brausetabletten mit Magnesium und Kalium aus dem Drogeriemarkt zum Anreichern mit den wichtigsten Mineralstoffen oder Vitaminen. Es gibt aber auch spezialisierte Salztabletten. Ich bin bisher immer gut ohne diese ausgekommen und kenne sie nur aus Expeditionsberichten. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wann trinke ich genug? Der Vorteil des Schnees ist, dass du relativ einfach deine Urinfarbe beobachten kannst. Wird der Urin zu dunkel, trinkst du eindeutig zu wenig. Wer mindestens 5 Mal am Tag pinkeln muss, scheint wiederum genug zu trinken. In der Regel wirst du bei moderater Belastung dafür insgesamt 3-4 Liter trinken müssen. Aber unabhängig von allen Daumenregeln hier: Bei Anzeichen von Dehydrierung wie Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen oder auch leichter Unterkühlung solltest du unbedingt mehr trinken! Bei mir hat die Flüssigkeitsaufnahme bisher auf folgende Art und Weise funktioniert: Morgens trinke ich etwa zwei Becher Kaffee oder Tee. Meistens wähle ich auf Tour ein Porridge oder Müsli zum Frühstück, sodass ich hier zusätzlich Flüssigkeit aufnehme. Etwas mehr als ein halber Liter kommt so zusammen. Für den Tag fülle ich mir morgens schon eine zuverlässig dichte Weithalsflasche (1 Liter) mit warmen Wasser auf und stecke sie in die Innentasche meiner Daunenjacke. Beim Packen wärmt sie erst mich und bleibt nach dem Start eingewickelt in der Pulka noch lange flüssig. Daraus trinke ich in der ersten Tageshälfte, nachmittags dann aus der Thermosflasche. Bei den typischen 1-Liter-Kannen wird es für weitere 5 Becher über den Nachmittag reichen. Tagsüber nehme ich bei den stündlichen Pausen also immer ein paar Schlücke Flüssigkeit auf und komme dabei auf bis zu 2 Liter. Abends im Zelt versuche ich dann wieder so viel wie möglich zu trinken, auch auf die Gefahr hin, nachts noch einmal raus zu müssen. Mindestens ein Liter wird es sein, teilweise aber auch deutlich mehr, wenn mein Körper danach verlangt. Übrigens: Auch am Abend stellt die Weithalsflasche eine prima Wärmflasche dar und lagert im Schlafsack, bis sie leer getrunken ist. Andere nehmen zwei Weithalsflaschen mit 0,5 Litern Volumen und trocknen damit ihre Socken oder Handschuhe. Auch die Schuhe kann man morgens so vorwärmen. Schraube leere Flaschen aber nicht mehr zu, da die Deckel dann gern festfrieren. Ein Cocktail auf Wintertour Anekdote zum Schluss Auf der letzten Hütte unserer Tour angekommen, packte ich alle Zutaten aus: Gin, Puderzucker und Zitronenscheiben. Limonade wäre schließlich eingefroren. Dazu vor der Tür etwas „crushed ice“ geholt und zum Umrühren noch ein paar Eiszapfen abgebrochen. Fertig war der Abschlusscocktail! Unterstützt zwar nicht den Flüssigkeitshaushalt, aber den Spaß war es wert. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Welcher Kocher ist der beste Winterkocher?](https://www.winterfjell.de/welcher-kocher-ist-der-beste-winterkocher/) Published: 2024-10-11 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Auf wenige Dinge musst du dich auf einer Wintertour so sehr verlassen können wie auf Zelt, Schlafsack und Kocher. Der Kocher ist unentbehrlich, um Schnee zu schmelzen. Ohne Wasser kannst du dir weder Getränke noch Essen zubereiten und hättest recht schnell ein Problem. Aber nicht jeder Kocher ist wintertauglich und nicht jedes Modell ist ausfallsicher genug. Deshalb fasse ich hier zusammen, worauf du bei einem Winterkocher achten solltest. Inhaltsverzeichnis Welche Kocher kommen weniger infrage?Holzbrenner (Hobo-Kocher) Gasbrenner zum Aufschrauben Gibt es Wintergas? Welche Kocher kannst du mit Einschränkungen nutzen?Flüssiggasbrenner Spiritusbrenner Welche Winterkocher laufen auch bei strenger Kälte?Benzinkocher und MultifuelkocherFunktionsweise Benzinkocher Schwachstelle Pumpe Prallblechkocher und Geräuschbrenner Silent-Caps oder Silencer nachrüsten Das klingt alles sehr negativ? Benzinmenge berechnen und besorgen Bezeichnungen von Brennstoffen im Ausland Kochersystem „Burner in a bucket“ Benzin, Gas oder Spiritus – eine Glaubensfrage? Mein Koch-Setup Andere geeignete Kochermodelle Weitere Tipps zum Kochen auf Wintertouren Welche Kocher kommen weniger infrage? Stell dir vor, du kommst nach einem anstrengenden Tag mit Wind am späten Nachmittag an einem perfekten Platz an, wo du dein Zelt aufschlägst. Schnell trinkst du noch den letzten warmen Schluck Tee aus deiner Isolierkanne und richtest dich im Zelt ein wenig ein. Der Hunger treibt dich dazu, dich dem Abendessen zu widmen. Du brauchst also heißes Wasser zum Kochen und für weitere Getränke. Egal wie deine Verpflegung aussieht, ob du also selbst kochst oder Outdoor-Fertiggerichte zubereitest, ohne Wasser geht es nicht. Für ein kleines offenes Feuer fehlt dir im Winterfjell für gewöhnlich einfach der Brennstoff. Und dann streikt dein Aufschraubkocher. Es kommt kein Gas aus der kalten Kartusche. Denn Holzfeuer und einfache Gaskocher sind ungeeignet. Holzbrenner (Hobo-Kocher) Wer das nordische Fjell im Sommer kennt, weiß, dass es im Winter schwierig sein wird, trockenes Holz zum Verbrennen zu finden. Hobos oder Holzöfen sind daher keine geeignete Variante für klassische Wintertouren. In den Wäldern Skandinaviens mag ein Hobo oder gleich ein Lavvu mit Holzofen noch praktikabel sein, dabei würde es sich aber wohl eher um ein Basecamp in „Holznähe“ handeln. In der Hochebene wie der Hardangervidda findest du einfach kein Totholz. Frisches Lebendholz kommt sowieso nicht infrage. Und bitte beachte immer die lokalen Regeln in Naturschutzgebieten, wo auch Totholz verboten sein kann. Außerdem wäre mir bei einem Hobo die tägliche Reinigung des Geschirrs bzw. umgekehrt die Verschmutzungsgefahr durch verrußte Töpfe den Aufwand nicht wert. Im Zelt könnte ich damit auch nicht kochen und so wäre es immer nur ein zusätzlicher Ausrüstungsgegenstand. Gasbrenner zum Aufschrauben Gaskartuschen enthalten unter Druck stehendes Flüssiggas. Damit das Gas nach oben aus der Kartusche strömen kann, muss es verdampfen. Die nötige Temperatur dafür liegt beim üblichen Gemisch aus Butan und Isobutan bei ca. 0° bis -11° Celsius. Wird diese Temperatur unterschritten, kann der Inhalt nicht mehr gasförmig entweichen. Das Gas bleibt in der Kartusche, der Kocher bleibt kalt. Dieses Problem tritt bei allen Aufschraubkochern oder Gaskochern ohne Vergaserschleife auf. Dazu gehören auch Modelle wie der ansonsten sehr effiziente MSR Reactor. Kältetaugliche Gase wie Propan können im Winter theoretisch bis -42 °C verwendet werden. Das klingt doch perfekt. Leider stehen die Gasflaschen dafür bei Raumtemperatur unter extremem Druck, sodass die kleinen leichten Kartuschen für reines Propan ungeeignet sind und nur die sauschweren Haushaltsflaschen diesen Druck aushalten. Den leichten Campingkartuschen ist manchmal ein Teil Propan beigemischt. Ein Gasgemisch mit einem Propananteil zündet daher bei großer Kälte noch sehr zuverlässig – zumindest bis der Propananteil verbraucht ist. Der Anteil Butan und Isobutan bleibt danach ungünstigerweise in der Kartusche zurück oder kann nur in der warmen Selbstversorgerhütte zum Kochen verwendet werden. Aufschraubkocher taugen daher maximal für einzelne Nächte und wären mir viel zu unkomfortabel. Trangia Triangle, Solostove Hobo und Aufschraubkocher sind keine gute Wahl für den Winter in Skandinavien Gibt es Wintergas? Leider gibt es keine Additive für die Veränderung des Siedepunktes. Ein mit Winterdiesel vergleichbares Wintergas existiert daher nicht. Die Firma Primus hat jedoch spezielle Winterkartuschen entwickelt, die innen mit einer Art Vlies beschichtet sind. Dieses saugt sich voll und bietet so eine größere Oberfläche, wodurch im Grenzbereich mehr Gas verdampfen kann. Das schafft ein paar Grad mehr Spielraum, hat aber auf Dauer nach Verbrauch des Propananteils ebenfalls seine physikalische Grenze bei ca. -11 °C durch den Isobutananteil, auch wenn die Werbung mehr verspricht. Leider sind die aufwendige Konstruktion der Kartuschen und das spezielle Gasgemisch aus Isobutan und Propan auch nicht ganz billig. Die Erfahrungen mit Wintergas von Primus sind sehr unterschiedlich und hängen von der Umgebungstemperatur, dem Kochermodell und dem Füllstand der Kartusche ab. Welche Kocher kannst du mit Einschränkungen nutzen? Vielleicht reicht dir für den Anfang dein bisheriger Kocher und du möchtest nicht direkt einen teuren Winterkocher anschaffen. Mit etwas Glück besitzt du eines der beiden folgenden Modelle: Flüssiggasbrenner Gas hat den besten Heizwert aller Brennstoffe und sollte deshalb nicht vollständig abgeschrieben werden. Da die Aufschraubkocher aber nicht kältetauglich sind, braucht es einen Flüssiggaskocher. Gaskocher für flüssiges Gas verfügen am Brennerkopf über eine Vergaserschleife. Sobald der Kocher entzündet wird, erhitzt die Flamme diesen Vergaser. Das durchströmende Gas erreicht dadurch zuverlässig seinen Siedepunkt und die Kartusche kann nun auf den Kopf gedreht werden, um mit Flüssiggas zu kochen. Auf diese Weise können auch Gase mit höherem Siedepunkt wie Butan (-0,5 °C) verbraucht werden. Die prozentualen Gasanteile ändern sich dabei nicht, sodass auch bei einer fast leeren Kartusche noch genügend Propan zum Entzünden vorhanden ist. Zum verlässlichen Zünden benötigt der Kocher aber auf jeden Fall diesen Propananteil oder du musst sie vorwärmen. Achte also beim Kartuschenkauf auf die Gasanteile des Inhalts. Solange es nicht zu kalt wird, kannst du deinen Gaskocher verwenden, wenn er eine solche Vergaserspindel hat. Ich habe zum Beispiel gute Erfahrungen mit dem massiveren Gaseinsatz für den Trangiakocher gemacht. Es gibt aber auch sehr leichte Modelle wie den GSI Pinnacle 4 Season oder den Kovea Spider, die mit kleinen Abstrichen gleich Ganzjahreskocher werden könnten. Besonders auf Effizienz getrimmt, aber gleichzeitig teurer und schwerer ist der Primus Ulti Stove. Mit der Vergaserschleife lässt sich auch mit flüssigem Gas kochen Der viel zitierte Trick, die Gaskartusche vor dem Gebrauch unter der Jacke aufzuwärmen, hat leider nur kurzen Erfolg. Der Verdampfungsprozess in der Kartusche sorgt für Verdampfungskälte. Dadurch kühlt sich die Kartusche beim Betrieb schnell selbst wieder ab. Manchmal hilft es aber doch, um den Kocher wenigstens entzünden zu können. Andere stellen die Kartusche in maximal handwarmes Wasser (sonst zu viel Druck), aber das wäre mir zu umständlich. Alternativ kannst du den Brennerkopf mit etwas Brennpaste oder Spiritus vorheizen, um nach dem Anzünden sofort mit normalem Flüssiggas und umgedrehter Kartusche weiterzukochen. Das kann aber zu Sauerei führen und schlimmstenfalls die Düsen verstopfen. Spiritusbrenner Die meisten Spiritusbrenner sind zuverlässige und robuste Kocher und damit augenscheinlich geeignete Begleiter für den Winter. Keine Dichtung kann kaputtgehen, kein Pumpenleder reißen, kein Kleinteil verschwinden. Andererseits hat Spiritus zwei Nachteile: Zum einen hat er keinen annähernd so hohen Wirkungsgrad wie andere Brennstoffe, zum anderen muss er bei sehr tiefen Temperaturen vorgewärmt werden. Mit Spiritus im Winter zu kochen, heißt also mehr Schleppen und Zeit mitzubringen. Am meisten schätze ich am Kochen mit Spiritus, dass es auch im Zelt bedenkenlos funktioniert und zuverlässig brennt. Nichts wäre schlimmer, als auf einer Wintertour ohne Kocher dazustehen. Den Brenner kannst du gut verschlossen in deiner Jackentasche tragen, um seinen Inhalt warmzuhalten. Er hat auf jeden Fall weniger Eisklotz-Faktor als eine Gaskartusche. Da ich mich dabei schon ungeschickt angestellt habe, sichere ich den Brenner noch in einem Gefrierbeutel mit Doppelverschluss gegen Auslaufen ab. Leider lässt sich ein Spiritusbrenner nicht regulieren und eine komplette Füllung brennt je nach Modell zwischen 20 und 30 Minuten. Zum Schneeschmelzen am Abend wirst du den Brenner also mehrmals nachfüllen müssen. Achte bitte darauf, den Kocher kurz abkühlen zu lassen, damit sich der Spiritus beim Auffüllen nicht selbst entzündet. Auf gemütlichen Kurztouren, wo ich noch offenes Wasser finde, greife ich gerne auf meinen Trangiabrenner zurück. Es gibt von Trangia auch einen Vorheiz-Kit für den Winter, ein Teelicht oder ein paar Bröckchen Esbit tun es im Zweifelsfall auch. Bisher komme ich aber ohne aus. Ich zünde bei Kälte einfach zwei Streichhölzer gleichzeitig an und tauche sie langsam in den Spiritus, bis dieser Feuer fängt. Mit etwas Übung geht das auch ohne Vorwärmen ganz gut. Ich mag den Trangia sehr, aber auf längere Touren mit viel Schneeschmelzen kommt er nicht mit. Welche Winterkocher laufen auch bei strenger Kälte? Benzinkocher und Multifuelkocher Die meisten nutzen auf Wintertouren Benzinkocher. Benzin brennt auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig, nur ist die Kochertechnik dafür etwas komplexer aufgebaut als bei anderen Kochern. So muss ein Benzinkocher vorgeheizt werden, damit das Benzin vergast. Das notwendige Vorheizen ist auch der größte Nachteil. Denn dabei können Stichflammen entstehen, die im Zelt eine große Gefahr darstellen. Stell dir vor, die Flamme entzündet die Zeltdecke! Ein klassischer Winterfail! Oder der Super-GAU! Deshalb benötigen Benzinkocher grundsätzlich etwas mehr Einarbeitung in die Materie und regelmäßige Pflege. Seit vielen Jahren ist dieser Winterkocher mein treuer Begleiter Funktionsweise Benzinkocher Der Druck in der Brennstoffflasche wird mit einer Pumpe von Hand erzeugt. Der unter Druck stehende Brennstoff fließt dann durch den Brennerkopf hindurch und tritt flüssig oben aus der Düse aus. So ließe sich der Kocher noch nicht betreiben. Entsprechend müssen Benzinkocher in der Regel vorgeheizt werden. Dafür wird nur eine kleine Menge Brennstoff aus der Düse gelassen, der dann angezündet wird und mit lodernder gelber Flamme verbrennt. Anschließend ist der Brennerkopf so heiß, dass der Brennstoff beim Durchfließen vergast. Wenn du den Kocher nun vorsichtig aufdrehst, verbrennt die Flamme blau und der Kocher hat seine volle Leistung. Beachte aber, dass der Kocher beim unzureichenden Aufheizen zu Stichflammen neigt. Heize daher möglichst außerhalb des Zeltes vor oder halte einen Topf zum Schutz über den Kocher. Schwachstelle Pumpe Ohne Pumpe kein Druck: Der richtige Druck in der Brennstoffflasche erfordert dabei etwas Fingerspitzengefühl, damit nicht zu wenig Druck (schwache gelbe Flamme) oder zu viel Druck (spritzende und rußende Flamme) entsteht. In der Pumpe ist ein kleines Leder verbaut, welches zwar grundsätzlich lange hält, aber natürlich im ungünstigsten Moment einreißt. Ich habe immer mehrere Ersatzleder dabei. In den Ersatzteilsets ist oft nur ein Ersatzleder vorhanden. Für viele Hersteller findest du einzelne Pumpenleder bei Ebay. Wenn du dir darüber im Klaren bist, dass es sich dabei nicht um Originalteile handelt und der Hersteller dir vielleicht zu Recht Schwierigkeiten bei Garantieansprüchen macht, kannst du damit viel Geld sparen. Die Pumpen sind das empfindlichste Bauteil an den meisten Kochern. In abgelegenen Gebieten lohnt sich daher eine Ersatzpumpe. Die Modelle von MSR hatten früher Plastiknasen, die in ein Verbindungsstück eingerastet wurden. Bei großer Kälte wurde dieses Plastik in seltenen Fällen spröde und brach. Damit war der Winterkocher unbrauchbar. Daher gibt es aber von MSR auch eine Arktis-Pumpe mit speziellem Kunststoff für den Einsatz ausschließlich unter 0 °C. Probleme mit häufiger Reinigung des Winterkochers von MSR konnte ich nicht beobachten. Und es gibt überzeugte MSR-Fans, die ihn regelmäßig im Wintereinsatz haben. Bei jedem Winterkocher müssen alle Verbindungsschläuche dicht sein. Die Dichtungen sollten daher vor und nach jeder Tour gründlich gereinigt, kontrolliert und eingefettet werden. Achte beim Nachkaufen auch darauf, nur Originalteile aus den jeweiligen Ersatzteilsets oder auf den Brennstoff abgestimmte und temperaturstabile Dichtungsringe zu verwenden. Bei minderwertigem oder verunreinigtem Benzin verrußen die Düsen des Benzinkochers leicht. Selbst bei Tankstellenbenzin kann das passieren. Bei reinem Benzin hatte ich damit aber noch nie Probleme. Trotzdem solltest du die Düse mit dem Kocherwerkzeug regelmäßig reinigen. Manche Benzinkocher lassen sich auch in den Trangia-Windschutz einbauen und stehen damit sehr stabil Für die Trangia-Freunde: Es gibt einen speziellen Adapter, um Benzinkocher in den Trangia-Windschutz einzubauen. Er lässt sich dort mit einem Optimus Trangia Adapter leicht einhängen. Diesen Adapter gibt es nicht nur für den Optimus Nova, sondern auch für andere Modelle. Den speziellen MSR Whisperlite Adapter für einen Trangia lässt mein Freund Bene extra fertigen. Für einen Primus Omnifuel gibt es die Schale vom baugleichen Trangia Multifuel X2 auch einzeln zum Nachrüsten. Dadurch ergeben sich gleich drei Vorteile für einen Winterkocher: der Windschutz ist extrem stabil und kippt nicht einfach um im reinen Heizbetrieb ist die Flamme gut geschützt der alte Primus EtaPower Topf mit 2,1 Litern Fassungsvermögen passt perfekt in den Windschutz, sodass die Hitze zielgenau den Topf umfließt Der Winterkocher in der Apsis? Bei Sturm bleibt nichts anderes übrig Prallblechkocher und Geräuschbrenner Benzinkocher sind allgemein lauter als andere Arten von Kochern, wie z. B. Gaskocher oder Spirituskocher. Das gilt insbesondere für sogenannte Prallblechkocher und Geräuschbrenner. Genaugenommen gibt es hier aber noch einmal einen Unterschied, obwohl die Funktion sich sehr ähnelt. In beiden Fällen prallt der austretende Gasstrom (im Brennerkopf vergastes Benzin) mit hoher Geschwindigkeit gegen das Prallblech bzw. die Leitplatte des Geräuschbrenners. Dadurch wird die Flamme kreisförmig verteilt und teilweise mit mehr Luft vermischt. Durch diese Umlenkung entsteht bei der Verbrennung das laute Geräusch. Geräuschbrenner sind teilweise noch lauter als Prallblechkocher und meist auch etwas schwerer. Dafür sind sie sehr robust und wenig windanfällig. Bei Leisebrennern wird der Gasstrom im Brennerkopf in mehreren Winkeln umgelenkt und gleichmäßiger auf mehrere kleine Öffnungen verteilt. Dadurch wird er leiser, aber auch etwas windanfälliger. Die Leisebrenner-Funktion lässt sich auch nachrüsten und nennt sich dann Silent-Cap. Silent-Caps oder Silencer nachrüsten Ein Silence Cap ist ein Schalldämpferaufsatz für einen Benzinkocher. Er wird über den Brenner des Kochers gestülpt und reduziert dessen Lautstärke erheblich. Primus bietet für den Omnilite einen eigenen Silencer an, für andere Kocher gibt es einen guten Drittanbieter mit Versand aus den USA. Bis Mai 2025 konnte man in Europa einfach den Nachbau von BearnieDawg vor Ort aus Bronze 3d-drucken lassen, aber leider ist es inzwischen nicht mehr möglich. Vielleicht ist das eine Marktlücke? Hier gibt es jedenfalls die CAD-Dateien dafür. Ein Silence Cap verändert neben der Lautstärke den Luftstrom und das Flammenbild. Der Kocher wird dadurch minimal leistungsärmer und auch etwas windempfindlicher, was sich aber mit einem leichten Windschutz schnell beheben lässt. Nach dem Vorheizen (hier idealerweise mit etwas Spiritus) musst du die Flamme jedoch vollständig erlöschen lassen, bevor du sie wieder anzündest. Sonst besteht die Gefahr für „underburn“, bei dem die Flamme unter dem Aufsatz weiterbrennt und ihn zerstören kann. Es bleibt also immer eine Frage, wie sehr du dich durch die Lautstärke des Kochers gestört fühlst. So sieht ein underburn im Vergleich zum normalen Flammenbild rechts aus (Danke Micha, für die Fotos!) Das klingt alles sehr negativ? Nur auf den ersten Blick. Das Positive am Benzinkocher ist seine enorme Heizleistung. Gleichzeitig lässt sich die Flamme bei guten Modellen schön regulieren und auch Simmern ist möglich. Du kannst auf einem Benzinkocher problemlos Topfgrößen von 2 bis 5 Litern verwenden und bist damit bei kleinen Gruppen deutlich im Vorteil. Auf gemeinsamen Touren kochen wir daher immer mit einem oder mehreren Optimus Nova Benzinkochern. Ein Kocher reicht meiner Meinung nach für bis zu drei Personen. Viele Benzinkocher sind sogenannte Multifuelkocher, die neben Benzin auch Brennstoffe wie Petroleum, Kerosin, Diesel oder sogar Gas verbrennen können. Teilweise musst du dafür die zum Brennstoff passende Düse wechseln, was unterwegs etwas hinderlich ist. Petroleum ist etwas träger als Benzin und der Kocher muss daher gründlicher vorgeheizt werden. Dafür wäre eine Leckage weniger gefährlich als bei Benzin, da es nicht sofort zu einem Inferno kommt. Reinbenzin und Petroleum lassen sich auch mischen, falls das unterwegs nötig wird. Ein Verhältnis von 1:2 hat bei mir gut funktioniert. Mit den Brennstoffen außer Benzin und Petroleum habe ich zum Glück noch keine Erfahrungen machen müssen. Aufgrund von Berichten über Stichflammen und starke Rußbildung schätze ich sie so ein, dass sie mir – außer im absoluten Notfall – nicht in den Kocher kämen. Um im Zweifel mit allen Brennstoffen umgehen zu können, wenn du auf Tour Nachschub kaufen musst, ist ein Multifuelkocher dennoch sehr beruhigend. In der Praxis nutze ich aber immer Benzin. Wann immer möglich, wird draußen gekocht Benzinmenge berechnen und besorgen Vor der Tour solltest du deinen Winterkocher ausgiebig testen und wenn möglich auch seinen individuellen Verbrauch ermitteln. Ein gängiger Wert für die hochwertigen Kocher von Primus, MSR oder Optimus ist ein Pro-Kopf-Verbrauch von 250 ml Benzin am Tag bei 5 Litern heißem Wasser. Dieser Wert liegt auch meinem Benzin-Recher für Wintertouren zugrunde. Für eine saubere und störungsfreie Verbrennung im Kocher empfehle ich in erster Linie Reinbenzin, wenn es dir zur Verfügung steht. Das verbrennt sauberer und lässt sich außerdem durch den fehlenden Ethanolanteil dunkel, kühl und luftdicht verschlossen bis zu drei Jahre lagern. Auch bei Petroleum solltest du auf hochwertigen und sauberen Brennstoff achten. Ein Vorteil von Benzin ist, dass es fast immer leicht zu bekommen ist. Tankstellenbenzin enthält jedoch viele Additive und damit ist Reinbenzin die bessere Wahl. Bei der Anreise mit dem Flugzeug ist zu beachten, dass alle Benzinkocher absolut sauber und geruchsneutral sein müssen. Sonst kommen sie nicht durch die Sicherheitskontrolle für das Gepäck. Das gilt zwar auch für Spirituskocher, aber diese lassen sich deutlich leichter reinigen als die Leitungen eines Benzinkochers. Wenn du deinen Brennstoff wegen des Fluges erst vor Ort kaufen kannst, hilft dir ein Blick in diese Tabelle mit den wichtigsten Übersetzungen. Bezeichnungen von Brennstoffen im Ausland Deutschland Petroleum, Parafinöl, Lampenöl Benzin, „Super“ Reinbenzin, Reinigungsbenzin, Feuerzeugbenzin, Fleckenbenzin, Kocherbenzin, Waschbenzin Spiritus, Brennspiritus, Methylalkohol Finnland valo petroli, petroli bensiini kevytbensiini, puhdistusbensiini denaturoitu sprii, Sinol(tm), Marinol(tm) Island steinolía, lampaolía bensin hreinsad benzin rauðspritt (raudspritt) Norwegen parafin, tennveske, lampeolje, fritidsparafin bensin renset bensin, heptan, katlyt bensin, 4takt miljøbensin (statoil) Rødsprit, kondensfjerner hjemmebrent 95 % Schweden fotogen, lysfotogen, Statoil Blå, Kaminbraensle blyfri bensin industribensin, kemiskt ren bensin, Statoil miljoe, alkylatbensin, miljoebensin 4-takt T-Sprit/Rödsprit, T-Röd, Metanol, T-Bränlse, Tenol USA kerosene gasoline, kurz: gas white gas, naphtha, coleman fuel, blazo denatured alcohol, solvent alcohol In der Kochkiste ist alles sofort einsatzbereit und der Deckel dient mir auch als Ablage während des Kochens Kochersystem „Burner in a bucket“ Als Alternative zu einer Kochkiste wie der professionell produzierten Fyringsvakta oder einer einfachen Küchenbox kannst du deinen Winterkocher in einen größeren Topf einbauen und hast ihn so noch schneller zur Hand. Die Konstruktion erlaubt es sogar, den Kocher direkt nach der Benutzung wieder in der Pulka zu verstauen, ohne ihn lange abkühlen zu lassen. Die Idee dazu habe ich auf der Seite von Steffen Wagner über seine Teilnahme am Rennen „Expedition Amundsen“ entdeckt. Bei solch einem Rennen geht es eben um Geschwindigkeit. Den Namen habe ich dem Kochersystem gegeben und finde, Steffen sollte den Kocher damit vermarkten. Er hat ihn nämlich auch noch in anderen Größen gebaut. Das Kochersystem ermöglicht schnelles Nutzen und Verstauen sowie sicheren Betrieb (Foto: Steffen Wagner) Im gemeinsamen Austausch hat er folgende Vorteile seines Systems genannt: Es ist extrem kippstabil und man riskiert nicht, den Topf beim Nachfüllen von Schnee mit der Schaufel vom Kocher zu fegen. Es verzeiht den kurzen Kontakt mit Hand und Schlafsack und ist im unteren Bereich sogar als Handwärmer geeignet. Durch die Isolation der Holzplatte unten kann es direkt in den Schnee oder auf den Zeltboden gestellt werden. Es spart Brennstoff, da die produzierte Wärme konzentriert auf Topfboden und -seiten geleitet wird. Bei Gefahr kann das gesamte System, also Kocher, Brennstoffflasche und ggf. Topf, schnell aus dem Zelt geworfen werden. Benzin, Gas oder Spiritus – eine Glaubensfrage? Nach der Lektüre wirst du verstehen, dass es den einzig wahren Winterkocher so nicht gibt. Wie immer kommt es darauf an, was du suchst und wofür du ihn einsetzen möchtest: Wie oft wird für welche Anzahl an Personen wie lange bei welchen Temperaturen gekocht? Wenn du auf Nummer sicher gehen willst und viel Geduld beim Kochen mitbringst, ist Spiritus eine gute Wahl. Versuche, deinen Spiritusbrenner warmzuhalten oder hab eine Möglichkeit, den Brenner vorzuheizen. Sofern du nicht allzu tiefe Temperaturen (regelmäßig unter -20 °C) erwartest, kommst du mit Gas und einem Flüssiggasbrenner mit Vergaserschleife gut über die Runden und kannst damit auch im Zelt kochen. Wenn du für mehrere Personen kochen musst oder beim Schneeschmelzen etwas mehr Tempo vorlegen möchtest, führt kein Weg am Benzinkocher vorbei. Nimm dir auf den Touren vorher im Jahr viel Zeit, dich mit deinem Benzinbrenner vertraut zu machen. Lerne, wie du ihn auseinandernimmst und wieder zusammenbaust. Kannst du im Zweifelsfall das Pumpenleder wechseln? Hast du ein Ersatzteil-Kit parat? Kannst du die Menge Benzin für den Vorheizvorgang genau abschätzen? Usw. Der Kessel erleichtert das Eingießen und fasst 4 Liter Mein Koch-Setup Sobald ich länger auf Tour bin, greife ich zum Benzinkocher Optimus Nova. Wenn ich alleine unterwegs bin, baue ich ihn in den Trangia Windschutz ein. Wenn es ab zwei Personen einen größeren Topf braucht, schraube ich den Optimus auf eine Carbonplatte oder ein dünnes Holzbrett aus Balsaholz, damit der Kocher nicht einsinkt. In Norwegen nennt sich dieses Brett schlicht Primusplate (frei übersetzt: Primusplatte). Maximal einhundert Gramm, die sich aber lohnen. Wer es faltbar braucht, sollte sich die Stove Plate von Optimus oder die Stove Paw von Primus anschauen. Dazu kommt ein großer Alu-Topf (mind. 2,5 Liter) mit oder ein 4 Liter großer Wasserkessel von Stabilotherm, wenn es nur heißes Wasser für Tütengerichte braucht. Selten packe ich noch die Trangia-Pfanne ein, wenn auf Tour mehr gekocht werden soll als Instantgerichte. Titantöpfe finde ich zum Schneeschmelzen nicht optimal, da sie die Wärme schlechter verteilen. Zur Sicherheit habe ich mindestens eine Ersatzpumpe oder gleich einen kompletten zweiten Optimus Nova dabei, sodass ich schnell und ohne viel Bastelarbeit auf einen anderen Kocher oder eine andere Pumpe wechseln kann. Ein Topf mit Wärmetauscherlamellen verbraucht etwas weniger Brennstoff, wiegt dafür aber mehr Andere geeignete Kochermodelle Da ich mit meinem Optimus Nova seit vielen Jahren sehr zufrieden bin, brauchte ich bisher nicht wechseln. Interessant wären für mich vielleicht der Polaris durch die Universaldüse und der leichte Omnilite. Aber zweifellos gibt es noch weitere taugliche Winterkocher. Hier ein paar Empfehlungen, alle zwischen 200 und 250 Euro Anschaffungspreis: Optimus Polaris Optifuel (im Prinzip ein Nova mit Universaldüse für Gas und Kartuschenanschluss) Optimus Hiker 111 (klassischer schwerer Winterkocher, früher beliebt, nur gebraucht zu bekommen) Primus Omnifuel und Primus Multifuel (gibt es ebenfalls mit Trangia-Einsatz) Primus Omnilite Ti (Ti steht für Titan, daher sehr leicht und auf Wunsch mit Silencer) MSR XGK EX mit Arktis-Pumpe für sehr niedrige Temperaturen Soto StormBreaker (kommt ohne Vorheizen aus, muss aber während des Warmlaufens häufiger nachgepumpt werden) In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Weitere Tipps zum Kochen auf Wintertouren Jeder Zelt- und Kocherhersteller warnt vor dem Kochen im Zelt? Dann ist vielleicht etwas dran! Koche nur im Zelt, wenn du deinen Kocher gut kennst! Lege dir (besonders beim Kochen in der Apsis!) immer alle Utensilien und Zutaten bereit, die du zum Kochen brauchst. Und ich meine wirklich alle. Die meisten unachtsamen Momente beim Kochen waren bei mir immer die, wo ich nur schnell noch etwas heraussuchen wollte. Eine leichte Unterlage lässt deinen Winterkocher stabil stehen und verhindert das Einsinken während des langen Schneeschmelzens. Viele schrauben ihren Kocher auch direkt auf das Brett, damit er nicht verrutschen kann. Manche bauen sich eine kleine Kochkiste, in die das Kocherbrett für den Transport direkt hinein passt. So ist der Winterkocher gut geschützt. Bedenke aber das Mehrgewicht. Nutze immer einen Windschutz (auch im Zelt), damit die Flamme genau auf den Topfboden trifft und die Wärme den Topf umströmt. Das spart viel Energie. Mit Vollgas zu kochen, verbraucht mehr Benzin als den Kocher etwas herunterzuregulieren, auch wenn es dann minimal länger dauert. Durch eine große Öffnung sind Topf oder Kessel leichter mit Schnee zu befüllen, z. B. direkt mit der Schneeschaufel. Achte immer darauf, dass unter dem Schnee im Topf keine Lufträume entstehen, da dann der Topfboden überhitzen oder sogar durchbrennen kann. Ein passender Deckel auf dem Topf spart extrem viel Energie und verhindert große Mengen an Wasserdampf, den du sonst als Kondenswasser im Zelt hättest. Mit einer selbstgebastelten Isolationshülle für den Topf oder Tütengerichte kannst du dein Essen länger warmhalten. Die üblichen Schutzmatten für Autoscheiben und etwas Klebeband ergeben ein einfaches Pot Cozy. Du kannst dein Tütengericht aber auch einfach in deine Mütze stecken. Wenn du draußen kochst, richte dir im Schnee eine schöne Mulde zu einer Kochecke her. Das schützt gut vor Wind. Baust du dir auch noch einen Sitz daneben, kannst du beim Fauchen des Kochers die Landschaft genießen. Wärmetauscher direkt am Topfboden wie bei den EtaPower-Töpfen von Primus halte ich durchaus für gefährlich, da sie in verschiedenen Versuchen viel Kohlenmonoxid erzeugt haben. Außerhalb des Zeltes sollte es kein Problem sein, aber auf Tour kocht man wetterbedingt eben manchmal im Zelt. Zwar wird mehr Wärme an den Topf abgegeben, aber die Flamme kühlt dadurch schneller ab und verbrennt unvollständig, was die hohen CO-Werte verursacht. Ein weniger problematisches Nachrüst-Set wie der Wärmetauscher von MSR macht sein Zusatzgewicht durch Brennstoffersparnis erst später wieder wett. Denke beim Kochen im Zelt immer an ausreichende Belüftung, um keine CO-Vergiftung mit Todesfolge zu riskieren. Koche oder heize nie mit deinem Winterkocher, wenn die Gefahr besteht, dabei einzuschlafen. Lege dich alleine während des Kochens niemals hin, auch nicht nur kurz. Lasse immer möglichst ALLE Lüfter geöffnet. Ein pulsierender Kocher deutet auf Sauerstoffmangel hin. In einem weiteren Beitrag findest du noch mehr Tipps für deine Winterküche im Zelt. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Proviant für richtig kalte Tage](https://www.winterfjell.de/proviant-fuer-richtig-kalte-tage/) Published: 2023-08-03 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Unser Körper verbraucht im Winter wesentlich mehr Energie als im Sommer, weil er zusätzlich zum Bedarf der Bewegung auch noch Energie zum Erzeugen ausreichender Körperwärme benötigt. Daher müssen wir mehr Proviant auf Wintertour mitnehmen als üblich. Um den Umfang und das Gewicht des Vorrats dabei so gering wie möglich zu halten, sollte die Zusammenstellung gut auf deine Bedürfnisse abgestimmt sein. Inhaltsverzeichnis Zauberwort: KALORIEN!Nahrungsmittel­bedarf auf WintertourKohlenhydrate Fette Eiweiße Worauf du beim Proviant für eine Wintertour achten solltestUnterwegs Proviant einkaufen Verpflegung auf Wintertour: Tütengerichte vs. selbst kochenJeden Tag das beste Essen Kombination aus Trekkingnahrung und eigenen ZutatenFrühstückMüslirechner Mittagessen Abendessen Einfache Ergänzungen zum Proviant auf Wintertour Vitamine und Mineralstoffe Lebensmittel selbst dörren Zusammenstellung als Basis für einen TagKosten der Verpflegung Proviant auf Wintertour clever vorbereiten Zauberwort: KALORIEN! Den höheren Nahrungsbedarf im Winter deckst du durch mehr Kalorien ab. Je nach Zusammensetzung verbergen sich mehr oder weniger Kalorien pro Gramm Nahrungsmittel. Fette haben den höchsten Energiegehalt. Sie sind daher im Winter besonders wichtig. Es reicht trotzdem nicht, ausschließlich Fett zu sich zu nehmen, da der Bedarf des Körpers vielfältiger ist. Nahrungsmittel­bedarf auf Wintertour Der Energiebedarf eines Mannes mittleren Alters (25 – 51 Jahre) liegt auf einer normalen Wintertour bei etwa 3000 Kilokalorien (kcal) pro Tag, also gut 30 % über dem Tagesbedarf eines ruhigen Alltags. Für eine Frau im gleichen Alter wird auf Wintertour mit etwa 2400 kcal Energiebedarf gerechnet. Kohlenhydrate liefern etwa 4 kcal Energie pro Gramm stellen die Energie schnell zur Verfügung machen schnell warm sind leicht verdaulich sollten 50-60 % der Kalorien ausmachen Fette liefern etwa 9 kcal Energie pro Gramm geben sehr lange Energie frei schützen gut vor Unterkühlung werden langsam verdaut sollten 25-35 % der Kalorien ausmachen Eiweiße liefern etwa 4 kcal Energie pro Gramm dienen erst als Energielieferant, wenn Kohlenhydrate nicht ausreichen werden zum Aufbau der Muskelzellen benötigt brauchen zur Verdauung mehr Wasser und Energie sollten 15 % der Kalorien ausmachen Mit diesen Werten kannst du deinen Proviant auf Wintertour grob ausrichten, ohne bitte nur mit dem Taschenrechner zu planen. Bei Anstrengung in großer Kälte sollte der Fettanteil um einige Prozent erhöht werden, da Fett die meiste Energie liefert. Für eine ausgewogene Ernährung fehlt noch der Blick auf das Thema Vitamine und Mineralstoffe. Ein Beispiel für einen bewährten Tagesproviant findest du weiter unten. Nach einer Einkaufsmöglichkeit gibt es auch mal frisches Rentierfleisch Worauf du beim Proviant für eine Wintertour achten solltest Wie bei allen Touren sollte die Verpflegung möglichst leicht, wenig voluminös und schnell zuzubereiten sein. Da wir für das Schmelzen des Schnees bereits mehr Brennstoff mitnehmen müssen, sollte außerdem die Kochzeit möglichst kurz ausfallen. Weiterhin musst du beachten, dass flüssige Lebensmittel gefrieren. Tomatenmark aus der Tube musst du also erst auftauen, bevor du es verwenden kannst. Ich hätte früher nie gedacht, wie steinhart ein Snickers gefriert. Kauen kann ich das nicht mehr. Tipp: Lege zu Hause alle geplanten Lebensmittel für ein paar Tage ins Eisfach und schaue dann, ob du damit noch etwas anfangen kannst. Die Kälte bringt auch das Problem mit sich, dass nur Eintöpfe wirklich heiß vom Kocher kommen. Die Nudeln und Soße getrennt zu kochen und zwischenzeitlich warmzuhalten, funktioniert mit einem Kocher nicht. Zum langsamen Kochen und Simmern brauchst du einen wintertauglichen Kocher, der sich auf eine kleine Flamme herunterregeln lässt. Abschließend ist mir für Gruppen wichtig, dass sich alle Teilnehmenden an der Planung beteiligen, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Unterwegs Proviant einkaufen Normalerweise planst und packst du deinen Proviant zu Hause oder kaufst ihn kurz vor dem Tourstart vor Ort ein. Bei einer Tourdauer von bis zu zwei Wochen lässt sich alles gut mitnehmen und so bist du auf der sicheren Seite. Unterwegs gibt es nur selten verlässliche Einkaufsmöglichkeiten. Zwar bieten manche Hütten der Tourismusverbände einen kleinen Proviantverkauf an, aber nicht immer ist noch alles vorrätig oder haltbar. Supermärkte findest du für gewöhnlich nur mit einem vorübergehenden Ausstieg aus der Tour. Ein Nachkaufen von Proviant solltest du daher nur bei längeren Wintertouren einplanen. Verpflegung auf Wintertour: Tütengerichte vs. selbst kochen Für spezielle Outdoor-Fertiggerichte aus der Tüte spricht, dass sie im Verhältnis zu ihrem leichten Gewicht sehr kalorienreich sind. In einer Tüte sind in der Regel um 600 kcal enthalten, sodass sich auch das Abschätzen der nötigen Nahrungsmenge einfacher gestaltet. Vegetarische Gerichte gibt es einige, vegane eher selten. Nach einem langen Tag hast du vielleicht nicht immer Lust, das Essen aufwendig zuzubereiten und auch der Abwasch fällt weg. Da du nur kochendes Wasser brauchst, sind die Kochzeiten kurz und du sparst Brennstoff. Im Benzin-Rechner kannst du daher einstellen, ob du eher sparsam oder aufwendiger kochen wirst. Gegen Tütengerichte spricht, dass sie Müll produzieren und vergleichsweise teuer sind. Wenn du auf einer Wintertour großen Hunger hast, brauchst du schnell mehr als eine Tüte am Abend. Manchen Leuten schmecken die Gerichte auch einfach nicht. Zwar bin ich der Meinung, dass sich die Zusammensetzung und der Geschmack in den letzten Jahren noch einmal stark verbessert haben, aber ein bisschen solltest du dich schon durch das Sortiment der Anbieter kosten, bevor du deine Auswahl zusammenstellen kannst. Die schmackhaftesten Tütengerichte sind leider oft auch die teuersten. Jeden Tag das beste Essen Jetzt wird es halb ironisch, halb wahrhaftig: Auf einer unserer Touren haben wir ein Geheimrezept entwickelt, wie wir jeden Tag das beste Essen bekamen. Wir öffneten dafür abends den Packsack mit dem Proviant, schauten hinein und suchten uns das beste vorhandene Essen heraus. Diese Methode konnten wir bis zum letzten Tag fortsetzen. Auch diese letzte Mahlzeit war noch das beste verfügbare Essen. Alles nur eine Frage des Kopfes! Wenn du es unkompliziert willst, wähle Tütengerichte als Proviant auf Wintertour Kombination aus Trekkingnahrung und eigenen Zutaten Da ich sowohl Touren mit ausschließlich eigener Essenszubereitung als auch mit Tütengerichten gemacht habe, halte ich eine Kombination von beidem für die sinnvollste Variante. Müsli braucht es zum Beispiel wirklich nicht aus der gekauften Tüte eines Outdoor-Herstellers. Das kannst du dir selbst günstiger abfüllen. Umgekehrt braucht es für manche Menschen nicht einmal Müsli: Wer morgens direkt schon eine herzhafte Variante bevorzugt, kann auch dort zum deftigen Tütengericht greifen. Teste doch einmal aus, welche Art von Mahlzeit dir in der Kälte am besten bekommt. Frühstück Am einfachsten ist es, kurz vor der Tour eine entsprechende Auswahl an Müsli auf 1-Liter-Ziplock-Beutel zu verteilen, Milchpulver zu ergänzen und die Portionen nach Kalorien abzumessen. Vielleicht magst du an einem Tag lieber ein Porridge mit Apfel und Zimt und am nächsten Morgen ein leckeres Früchtemüsli? Sehr gut schmeckt auch etwas Schokoladenbruch im warmen Müsli. Wer es extrem hochkalorisch braucht, kann Butterflocken oder Olivenöl hinzufügen. Auch Kakaobutter oder Ghee werten dein Essen kalorisch auf. Ich nehme 100 g Müsli und füge 25 g Vollmilchpulver hinzu. Für den großen Hunger empfehle ich besser 125 g Müsli. Dazu gieße ich etwa 200 ml warmes Wasser. So komme ich je nach Menge auf gute 500-550 kcal am Morgen. Für den Einkauf kannst du deinen Bedarf schnell mit dem Müslirechner abschätzen. Müslirechner Tage Personen Portionen auf Hungergefühl anpassen: g Müsli Gesamtbedarf g Milchpulver Gesamtbedarf Mittagessen Über den Tag empfehle ich Nüsse, Schokolade und fette Salami. Dazu kannst du ein paar Kekse knabbern oder eine heiße Suppe aus der Thermoskanne trinken. Auch süßer Tee oder heiße Trinkschokolade liefern Energie. Wie viel du über den Tag verteilt wirklich brauchst, ist Erfahrungssache. Für den Anfang solltest du eine Menge von 1000 Kalorien in kleinen Snacks einplanen. Wundere dich nicht, wenn vom Tagesproviant noch etwas übrig bleibt. Spätestens am Abend wirst du froh sein, wenn du noch ein paar Kleinigkeiten zusätzlich hast. Für eine ausgiebige Mittagspause wird es oft zu kalt sein, denn das Aufbauen des Kochers und Kochen brauchen Zeit. Aber bei strahlendem Sonnenschein kann sich das sehr wohl anbieten. Statt Tee hilft manchmal auch eine kleine heiße Suppe Abendessen Sobald das Zelt abends steht, wird der Kocher angeworfen und Schnee geschmolzen. Nun empfehle ich eine Kombination aus Tütengerichten und eigenen Zutaten. Da ein Tütengericht oft zu wenig ist, sein Inhalt aber meist intensiv genug gewürzt, strecke ich das Fertiggericht. Dazu koche ich mit dem Restwasser eine Handvoll Reis oder Nudeln extra, während das Tütengericht durchzieht. Anschließend fülle ich alles in die Tüte. Mit der Zeit weißt du ganz gut, wie viel zusätzlich in die Tüte passt. Ein Kochbeutel Reis mit 125 g liefert gut 200 kcal zusätzlich, bei 100 g Gabelspaghetti sind es etwa 150 kcal. Auch hier können Speiseöl (Olive oder Raps) und andere Fette zusätzliche Kalorien liefern. Abschließend gönne ich mir ein süßes Fertiggericht wie den Seelenwärmer Nachtisch. Manchmal variiere ich auch mit den speziellen Produkten eines Outdoor-Herstellers. So werde ich auf jeden Fall satt. Einfache Ergänzungen zum Proviant auf Wintertour In der Kälte ist es besonders wichtig, die Körperheizung kontinuierlich mit Brennstoff zu versorgen und deine Reserven regelmäßig wieder aufzufüllen. Energieriegel helfen über den Hungerast zu jeder Tageszeit kleine Kuchen oder Kekse sind gut für die Stimmung eine Brühe oder Blaubeersuppe aus der Thermoskanne bringt schnell neue Wärme in den Körper Ingwer- und Chilipulver im Essen kurbeln die Körperheizung an Pemmikan ist ein hochkalorischer Dauerproviant, der auch gut den Heißhunger auf Fleisch stillt Pumpernickel und Knäckebrot stillen den Appetit auf Brot da die Kühlung kein Problem ist, kannst du vor Ort auch eingeschweißtes Fleisch oder Fisch kaufen, um es unterwegs anzubraten Parmesansplitter sind ein leckerer Snack oder eine Ergänzung zu Tütengerichten Röstzwiebeln lassen sich ebenfalls gut ergänzen Pfannkuchen oder Kaiserschmarrn gibt es als Fertiggerichte in Pulverform, sind aber auch einfach selbst herzustellen mit Eipulver aus dem Backbedarf lassen sich Rührei oder Omelett leicht selbst herstellen mit einzelnen getrockneten Zutaten lassen sich viele Gerichte aufwerten Marzipankartoffeln sind perfekt portioniert mehr Schokolade geht immer 😉 Zusätzlich macht es Spaß, sich auf Tour gegenseitig mit Kleinigkeiten zu überraschen oder an einem Pausentag einfach mal zu schlemmen. Essen ist das Highlight manchen Tages! Dabei sind deinen Ideen keine Grenzen gesetzt, solange du es denn gut transportieren kannst. Der Grundbaustein einer ausgewogenen Ernährung auf Wintertour Vitamine und Mineralstoffe Bei der Nährwertberechnung von Lebensmitteln für sportliche Aktivitäten werden Vitamine und Mineralstoffe oft nicht genauer berücksichtigt. Bei einer normalen Tourdauer von maximal zwei bis drei Wochen fällt ein Mangel auch nicht ins Gewicht. In viele der gekauften Lebensmittel sind sowieso Inhaltsstoffe zugesetzt, sodass bei einem bis dahin normal versorgten Mensch keine Mangelerscheinungen zu erwarten sind. Ich nehme daher keine Vitaminpräparate mit auf Tour. Wer viel schwitzt, sollte dennoch auf den Elektrolythaushalt achten und ausreichend Natrium aufnehmen. Bei großer Belastung der Muskulatur kann auch eine Magnesiumtablette am Abend Krämpfen vorbeugen. Solltest du allerdings an einem bekannten Mangel an Eisen, Kalium, Kalzium oder Vitaminen wie Vitamin B leiden, dann können Nahrungsergänzungsmittel durchaus sinnvoll sein. Bei mehrwöchigen Expeditionen sieht es dann anders aus und du solltest dich fachkundig beraten lassen. Lebensmittel selbst dörren Da sich getrocknete Lebensmittel am besten transportieren lassen, bietet sich für das Trocknen zu Hause ein Dörrautomat an. Mit etwas mehr Energieverbrauch geht das auch im heimischen Backofen. Grundsätzlich kannst du fast alle Lebensmittel durch das Dörren haltbar(er) machen. Mit den gedörrten Zutaten kannst du anschließend eigene Tütengerichte herstellen, die dann mit Wasser angerührt und aufgekocht werden. Um wirklich ganz sicherzugehen, dass sich kein Schimmel in der Tüte bildet, müssen aber alle Zutaten vollständig gedörrt und getrocknet sein. Ich selbst taste mich mit einem einfachen Dörrautomaten langsam an eigene Gerichte mit wenig Kochzeit heran. Oder du stellst dir deine Outdoornahrung noch einfacher her. Ideen für selbstgemachte Tütengerichte findest du bei „Little Red Hiking Rucksack“. Sie kommt weitestgehend ohne Dörren aus. Zusammenstellung als Basis für einen Tag Früh Schokomüsli 125 g 515 kcal Milchpulver 25 g 160 kcal Kaffee 250 ml 0 kcal Tag Studentenfutter 100 g 485 kcal Schokolade 100 g 485 kcal Salami 75 g 250 kcal 1 Liter Tee mit 2 Teelöffeln Zucker 50 kcal Spät Outdoor Tütengericht „Chicken curry“ 145 g 600 kcal Reis im Kochbeutel als Ergänzung 125 g 210 kcal Dr. Oetker Seelenwärmer Schokolade 59 g 246 kcal 1 Liter Tee mit 2 Teelöffeln Zucker 50 kcal Summe 3051 kcal Diese Liste kannst du mit Energieriegeln (oft ca. 400 kcal) oder weiteren Snacks ergänzen, um auf deine tatsächlich benötige Kalorienzahl zu kommen. Beachte, dass die Zwischenmahlzeiten am Tag auch dafür sorgen, dass du nicht so schnell frierst. Schenke ihnen also genügend Aufmerksamkeit. Auch mehr Getränke dürfen noch ergänzt werden, damit du wirklich genug trinkst. Eine weitere Zusammenstellung findest du in einem anderen Blog im Beitrag „It’s all about the food – die richtige Ernährung auf Wintertouren“. Lass dich gerne inspirieren und stelle dir dann deinen eigenen Proviant zusammen. Kosten der Verpflegung Für meine Wintertouren muss ich bei dieser Zusammenstellung mit etwa 20 Euro pro Tag und pro Person für Lebensmittel rechnen. Die Hälfte davon entfällt bereits auf das Tütengericht der Outdoornahrung. Auch gute Salami oder Nussmischungen können ins Geld gehen. Wer selbst kocht, kann etwas Geld sparen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Proviant auf Wintertour clever vorbereiten Ich habe mir angewöhnt, den Proviant für den Tag in einen großen Gefrierbeutel mit Doppelverschluss (siehe Liste der Geschenkideen!) zu packen, um so eine gute Kontrolle darüber zu haben, wie viel ich esse und was noch übrig ist. In dem Beutel finden sich dann ein weiterer kleinerer Ziplock-Beutel mit Müsli, ein paar Teebeutel, Kaffee, Schoko-Cappuccino, etwas Salami, eine Tafel Schokolade, ein Energieriegel, ein vorgepackter Beutel mit Nüssen, das Fertiggericht plus Ergänzung für den Abend und ein Dessert. Ich packe so, dass ich an verschiedenen Tagen nie die gleiche Kombination vorfinde. Durch die Beutel sind die Lebensmittel auch gut vor Verunreinigung durch ausgelaufenen Brennstoff geschützt. Je nach Länge der Tour packe ich sogar ein oder zwei komplette Tagesrationen mehr ein, um genügend Reserve für z. B. ein längeres Abwettern im Schneesturm dabei zu haben. Meistens bleibt auch von den ersten Beuteln noch etwas übrig, da der Heißhunger erst nach einigen Tagen einsetzt. Tipp: Ich packe den Proviant für den Tag in die Jackentasche meiner Tourenjacke und kann zwischendurch jederzeit zugreifen. Dadurch vermeide ich auch, mir am steinhart gefrorenen Schokoriegel die Zähne auszubeißen. Wenn du dich weiter mit dem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir meine 25 Tipps für deine Zeltküche im Winter. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [25 Tipps für deine Zeltküche im Winter](https://www.winterfjell.de/25-tipps-fuer-deine-zeltkueche-im-winter/) Published: 2021-03-24 | Updated: 2026-06-25 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Das Kochen spielt eine wichtige Rolle in der Routine auf Wintertouren. Schnee wird geschmolzen, Essen zubereitet und ein wenig Wärme im Zelt erzeugt. Für die Zeltküche im Winter habe ich daher die wichtigsten Erfahrungen und Tipps zusammengestellt, damit alles gut gelingt, aber lies selbst. Bei einem Benzinkocher entsteht beim Aufdrehen nach dem Vorheizen häufig eine Stichflamme. Zünde ihn daher besser vor dem Zelt an. Lässt schlechtes Wetter das nicht zu, kannst du dein Zelt vor der Flamme mit einem Topfdeckel oder einer Pfanne schützen, indem du sie darüber hältst, bis der Kocher sauber läuft. Hebe dir in der Apsis einen Graben aus, um bequem sitzen zu können und beim Vorheizen in der Grube des Benzinkochers genug Abstand zur Zeltdecke zu haben. Den Aushub lagere am besten in einer Ecke (sauber) und trenne diese vom Kochbereich mit Benzin und anderen Verunreinigungen (schmutzig). Beim Kochen sollten alle Lüfter am Zelt offen sein, damit du keine Kohlenmonoxidvergiftung riskierst und sich im Zelt nicht zu viel Kondenswasser niederschlägt. Daunenschlafsäcke solltest du erst nach dem Kochen auspacken, damit sie vom Wasserdampf nicht feucht werden. Lege dir ein dünnes Kocherbrett oder die Schneeschaufel unter den Kocher, damit er nicht im Schnee versinkt. Verwende in deiner Zeltküche im Winter einen waschechten Winterkocher mit genug Leistung, in den meisten Fällen also wohl einen Benzinkocher. Brennstoff sparst du am besten mit einem Windschutz (auch bei Windstille), der Verwendung eines Deckels und eines Kocherbretts zum Unterlegen. Wärmetauscher am Topf sparen ebenfalls etwas Energie, erzeugen aber mehr Kohlenmonoxid als Töpfe ohne. (Benzin-Rechner) Achte beim Umfüllen von Benzin genau darauf, dass dieses nicht mit der Haut in Kontakt kommt. Durch die Verdunstungskälte kannst du dir schnell Hautschäden und Erfrierungen zuziehen. Ich nutze zum Umfüllen und Kochen immer dünne Lederhandschuhe aus dem Armeebedarf und isoliere meine Benzinflaschen teilweise mit Hockeytape für den wärmeren Griff. Gelangt Schnee in die Anschlüsse des Benzinkochers, kann es sein, dass diese sich nicht mehr richtig verbinden lassen. Sei daher vorsichtig, bevor Benzin aus einer undichten Verbindung austritt. Ausgelaufenen Brennstoff auf Materialien solltest du immer aufwischen, da er verdampfen und sich explosionsartig entzünden könnte. Lege dir alle Utensilien und Zutaten bereit, da beim Suchen zwischendurch am schnellsten ein Missgeschick geschieht. Die Zeltküche im Winter erfordert besondere Ordnung, z. B. durch eine Küchenkiste. Feuerzeuge brauchen es warm genug, damit das Gas austritt. Ich wärme sie daher etwas in der Hand vor. Streichhölzer sind zum Anzünden etwas besser geeignet, dürfen aber auf keinen Fall nass werden. Fällt dir dein warmes Feuerzeug in den Schnee, wird der Kopf sofort vereisen. Hab daher immer Ersatz dabei. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Die Topfgröße sollte zum Schneeschmelzen mindestens 1,5 Liter für eine Person und 2,5 Liter für zwei Personen betragen. Antihaftbeschichtete Töpfe lassen sich deutlich leichter mit Schnee auswischen. Gib beim Schneeschmelzen immer einen Schuss Wasser in den Topf, denn das beschleunigt den Vorgang zu Beginn etwas und schont den Topf. Löffel wähle ich aus Metall, obwohl es in der Kälte manchmal unangenehm anzufassen ist. Holz eignet sich ebenfalls, Kunststoff bricht schnell. Für Fertiggerichte empfiehlt sich ein Löffel mit langem Stiel. Du kannst meist leichter aus einer Schale oder einem Napf essen, als von einem flachen Teller. Achte auch auf einen großen, handschuhtauglichen Griff. Freezer Bag Cooking (FBC), also das Aufgießen eines vorbereiteten Gefrierbeutels, spart den Abwasch. Um das Essen beim kurzen Warten warmzuhalten, kannst du es in eine Mütze stecken oder dir einen Pot Cozy basteln. Die passende Portion Müsli im Ziplock-Beutel solltest du direkt mit Milchpulver vermischen, dann verklumpt das Pulver beim Auffüllen mit Wasser später weniger. Du kannst den Proviant für einen Tag in einem großen Gefrierbeutel mit Doppelverschluss (mind. 3 Liter) zusammenhalten. Das erleichtert die Suche und du kannst schon vorher deine Portionen abpacken. Außerdem sieht man schnell, was noch übrig ist. (Lass es bitte Schokolade sein.) Fülle dir für den Tag immer deine Thermosflasche, damit du genug trinkst. Auch eine Weithalsflasche als Wärmflasche im Schlafsack erfüllt ihren Zweck gleich doppelt. Ein Isolierbecher hält am Morgen den Kaffee warm, während in der Kanne schon der Tee für den Tag zieht. Dinge, die aufgetaut (Wundcreme) oder getrocknet (Socken) werden müssen, können beim Schneeschmelzen vorsichtig auf den Topfdeckel gelegt werden. Auf manchen Touren hat nur einer aus der Gruppe gekocht. Sie konnte sich entsprechend alles vorbereiten, kannte sich aus und behielt den Überblick. Das war nicht die schlechteste Idee. Andere können dafür vielleicht länger im Tiefschnee spuren oder im Whiteout navigieren. Und zum Schluss das Wichtigste … unsere Wintertouren sind schließlich meist Urlaub: Schmecken lassen! Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Zu Gast: Thermos­flaschen im Vergleich](https://www.winterfjell.de/zu-gast-thermosflaschen-im-vergleich/) Published: 2019-01-23 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Nachdem der erste Isolierflaschen-Test von Markus Gründel so gut angekommen ist, hat er nun einen weiteren Vergleich durchgeführt. Dafür haben wir uns ein wenig zusammengetan und ich habe ihm meine beiden Thermosflaschen der Serie light&compact geliehen. Die eine davon war mit einer gesonderter Sigg-Thermohülle versehen, die andere kam nackt ohne Hülle. Was die zusätzliche Isolation gebracht hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Der Beitrag hier auf Winterfjell ist ein Gastbeitrag von Markus Gründel. Der Beitrag erschien zuerst bei ihm als „Thermosflaschen im Vergleich“. Diesmal lief der Vergleich bei verhältnismäßig konstanten Außentemperaturen von 2,5 °C bis 6,8 °C. Ein herzlicher Dank geht an Malte von Winterfjell, der mir hierfür zwei weitere Flaschen der Marke Thermos nebst einer Isolierhülle von Sigg zur Verfügung gestellt hat. So konnte ich nicht nur unterschiedliche Fabrikate mit einem Volumen von 340 ml bis 540 ml* vergleichen, sondern auch schauen, was und ob diese Isolier-Hüllen etwas bringen. Wie bin ich vorgegangen? In den ersten 24 Stunden habe ich stündlich gemessen, dann nur noch einmal nach 36 Stunden. Klar ist natürlich, dass durch das „ständige“ Öffnen zum Messen ein zusätzlicher Wärmeverlust entsteht. Im normalen Einsatz bei diesen Außentemperaturen wird der Inhalt also wärmer sein! Für die Außentemperatur habe ich meinen tempe vom Garmin bei den Flaschen positioniert und ausgelesen (auf dem Foto mit der Technik könnt Ihr sehen, wie dicht die Messergebnisse beieinander liegen!). Messung relativ genau (Foto: Markus Gründel) Meine Wasserkocher habe ich auch getestet und entsprechend kontrolliert, bevor ich die Flaschen befüllt habe. Testaufbau Thermosflaschen Test (Foto: Markus Gründel) Das Ergebnis des Thermosflaschen­tests Zum Vergrößern klicken – Messergebnisse Thermosflaschentest (Grafik: Markus Gründel) Zum Lesen der Legende: Hier habe ich immer Hersteller, soweit bekannt Modell und ob mit Iso-Hülle, Volumen, Gewicht, Abmessungen und die Durchmesser des Verschlusses aufgeführt. Der kleine Wert ist am Deckel bei der untersten Dichtung und der größere an der Öffnung der Flasche selbst gemessen. Ergebnisse und Interpretation: Je größer der Durchmesser der Öffnung, umso höher ist der Wärmeverlust. Das seht Ihr bei den Werten der HydroFlask, die die schlechtesten Werte liefern, sich aber hervorragend für gegabeltes Essen auf Tagestouren eignet – hierzu folgt ein separater Test! Neben der Öffnung selbst ist der Verschluss/Deckel eine weitere Schwachstelle, da dieser nicht über ein Vakuum, sondern Kunststoff mit ggf. innen liegenden Schaumstoff oder ähnlichem isoliert und somit schlechtere Werte liefern muss. Hinzu kommt, dass er nur einen Dichtring hat, welcher eine Kältebrücke darstellt. Einzig die beiden Flaschen von Thermos besitzen zwei Dichtringe, die meiner Meinung nach für das gute Abschneiden in meinem Test verantwortlich sind. Die bauartbedingt sehr ähnliche Flasche von O.C.K. weist deutlich schlechtere Werte auf. Und die von Tatonka hat wiederum einen geringeren Durchmesser des Verschlusses bzw. hat eben nicht diesen Schnelltrinkverschluss, welcher schlechter isoliert. Mit zusätzlichen Isolations-Hüllen bleibt der Inhalt länger warm: Selbst die schnell aus 2 mm Verpackungsmaterial zusammengebastelte Hülle für die zweite HydroFlask hat bis zu 2,5 °C gebracht. Bei den Flaschen von Sigg rangierte dieser Wert mit der Sigg-Hülle bei bis zu 6 °C und bei denen von Thermos sogar bis zu 14,5 °C. Daraus folgt, dass es immer sinnvoll ist, eine zusätzliche Isolierhülle einzusetzen und wenn man die Wahl hat, bei welcher Thermosflasche, dann bei der, die besser isoliert! Wie sind Eure Erfahrungen? * natürlich weiß ich, dass unterschiedliche Volumen zu vergleichen etwas von Äpfeln und Birnen hat, aber irgendwo maß man ja mal anfangen 😉 Von mir bleibt zu sagen: Danke, Markus! Nun weiß ich endlich, warum ich diese zusätzlichen Hüllen mitnehme. Denn es ist wirklich wichtig, bei Kälte genug zu trinken. Und je wärmer das Getränk, desto wärmer mein Magen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Seelenwärmer – Ein wirklich guter Nachtisch](https://www.winterfjell.de/seelenwaermer-ein-wirklich-guter-nachtisch/) Published: 2018-09-26 | Updated: 2025-06-26 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Ein kleiner Aufschrei ging durch die Outdoor-Szene, als die Firma Dr. Oetker Ende 2012 ihr Produkt „Süßer Moment“ vom Markt nahm. Dieser Nachtisch war bis dahin ein Favorit auf Wintertouren, da er mit Wasser anzurühren und schnell zubereitet war. Er war süß, warm und im Vergleich zu teuren Outdoor-Nachtischen ein echtes Schnäppchen. Nun gibt es seit 2018 mit dem Seelenwärmer endlich einen Ersatz. Was bisher geschah Nach „Süßer Moment“ kam damals „Mein Moment“ auf den Markt. Doch das Nachfolgeprodukt hatte den großen Nachteil, dass es mit heißer Milch angerührt werden musste. Das war mir zu umständlich, da erst Milchpulver in Wasser aufgekocht werden musste. Andere machten sich sogar die Mühe, die Packung zu öffnen und das Milchpulver unterzumischen. Wirklich zufriedenstellend fand das niemand. Meine Suche nach einer guten Alternative führte über viele Produkte, aber keines konnte mich voll überzeugen. Auch Wackelpudding oder Grießbrei halfen nicht. Zuletzt gab es noch die Möglichkeit, über das Internet aus Polen oder Schweden vergleichbare Produkte zu bestellen, was preislich zu den Dimensionen von Outdoor-Tütengerichten führte. Bei diesen Outdoor-Lebensmitteln gibt es zum Beispiel Mousse au Chocolat. Nun gibt es „Seelenwärmer“ als Ersatz Der Tassenpudding der Firma Dr. Oetker heißt „Seelenwärmer“ und wird mit kochendem Wasser angerührt. Das Pulver kommt in praktischen Portionsbeuteln von 65 Gramm. Im Gegensatz zum „Süßen Moment“ wird nicht das Pulver in Wasser eingerührt, sondern das Pulver wird mit Wasser aufgegossen. Ich persönlich finde das so praktischer. Eine Tüte kostet übrigens 1,29 Euro. Der „Seelenwärmer“ hat mit 117 kcal pro 100 Gramm fertigem Pudding etwa 40 % mehr Kalorien als der „Süße Moment“ je 100 Gramm damals hatte. Und auf Wintertour freust du dich über diesen zusätzlichen Brennstoff. Immerhin bekommst du so zusätzliche 246 kcal pro Portion. Damit lässt sich der Proviant auf Wintertouren also gut bereichern. Der Inhalt bringt es auf 59 Gramm, also 65 Gramm pro Packung. Damit ist es entsprechend 15 Gramm schwerer als „Süßer Moment“. Zubereitung und Inhalt vom Seelenwärmer Zubereitung Die Zubereitung ist denkbar einfach: Den Beutelinhalt in einen Thermobecher schütten, mit 150 ml sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und direkt gründlich verrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Danach kannst du direkt schlemmen. Seelenwärmer Vanille und Schokolade Inhaltsstoffe Die Inhaltsstoffe sind im wesentlichen Vollmilchpulver, Zucker und modifizierte Stärke. Du gewinnst damit sicher keinen Preis für ausgewogene Ernährung, aber die paar Tage im Jahr wirst du es überleben. Konsistenz Die Konsistenz ist bei Zubereitung nach Anleitung so, wie die Konsistenz von Pudding eben sein soll. Allerdings kannst du auch ein wenig mehr Wasser nehmen, um eher einen Trinkpudding zu erhalten. Seelenwärmer Schokolade Seelenwärmer Vanille Geschmack Das schmeckt wie früher! Ein Träumchen. Allerdings muss ich zugeben, dass mein letzter Vergleich 5 Jahre her ist. So oder so, wenn es schon zu Hause schmeckt, dann taugt es für die Wintertour allemal. Der Seelenwärmer kommt bisher in vier Geschmacksrichtungen: Schokolade Vanille Sahne-Mandel Karamell (fein gesalzen) In meinem Supermarkt gab es für den ersten Test leider nur zwei Sorten zur Auswahl, weshalb hier nur Schokolade und Vanille abgebildet sind. Inzwischen habe ich auch Sahne-Mandel und Karamell getestet. Wer Amaretto mag, wird Sahne-Mandel lieben. Für mich belegt es den letzten Platz. Da ich zusätzlich nicht der größte Vanille-Fan bin, siegt Schokolade geschmacklich, gefolgt von Karamell. Allerdings würde mich das nicht davon abhalten, auf Tour auch die anderen mitzunehmen, um Abwechslung zu haben. Dieser Nachtisch rundet auf jeden Fall meine Auswahl an Proviant ab. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Alternativen Lange Zeit gab keine zufriedenstellende Alternative für mich. Zu viele Produkte mussten mit Milch angerührt werden. Inzwischen gibt es den RUF Glücklichmacher als Alternative zum Seelenwärmer. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Benzin-Rechner für Wintertouren](https://www.winterfjell.de/benzin-rechner-fuer-wintertouren/) Published: 2022-09-04 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Um schnell die nötige Menge an Benzin für den Kocher auf einer Wintertour abschätzen zu können, biete ich dir hier einen praktischen Mengenrechner an. Der Benzinrechner ist vor allem für diejenigen hilfreich, die noch keine umfassende Erfahrung durch eigene Touren besitzen, um ihren Brennstoffbedarf selbst einschätzen zu können. Wie viel Benzin benötige ich für meine Wintertour? Gib hier die Anzahl der Tage auf Tour und die Anzahl der Personen ein: Tage Personen Benzinverbrauch pro Tag anpassen: ml Benzin Gesamtbedarf Wie wird gerechnet? Pro Person gehe ich von einem Bedarf von 5 Litern heißem Wasser über den Tag aus. Warum 5 Liter? Mit einem Liter gießt du morgens dein Müsli auf und bereitest Kaffee und Tee zu. Einen weiteren Liter brauchst du für ein Tütengericht und eine Suppe am Abend. Drei Liter werden getrunken und kommen in die Thermosflasche. Für die meisten Zubereitungen reicht es aus, nur fast sprudelnd kochendes Wasser zu nehmen und so Brennstoff zu sparen. Erfahrungsgemäß benötigst du dafür mit einem hochwertigen Kochermodell von MSR, Optimus oder Primus etwa 250 ml Benzin pro Person und Tag. Sobald du abends aufwendiger kochen möchtest, brauchst du dafür etwas mehr Reserve. Der Rechner erhöht die Brennstoffmenge dann auf Wunsch um 10 %. Andererseits kannst du etwas Benzin sparen, indem du beispielsweise einen besonders sparsamen Winterkocher mit Windschutz und Wärmetauschertopf verwendest. Dann kannst du 10 % der Menge abziehen lassen. Umgang mit dem Ergebnis Der Benzin-Rechner basiert auf Erfahrungswerten erfahrener Wintertour-Menschen und rechnet mit etwas Sicherheitsmarge. Die 250 ml genügen eigentlich immer, auch bei sehr tiefen Temperaturen oder wenn du keinen optimalen Windschutz hast. Damit die Benzinmenge für dein Vorhaben ausreicht, solltest du deinen Kocher damit möglichst testen. Der Brennstoffverbrauch eines Kochers hängt zu stark vom Modell, dem Vorgehen und den Umwelteinflüssen ab. Eine weitere Reserve erhältst du, wenn du die Werte so aufrundest, dass alle benötigten Brennstoffflaschen vollständig gefüllt sind. Eine zusätzliche Tagesration Lebensmittel und Brennstoff einzupacken, schadet nie. Beachte bitte, dass ich mit Volumenwerten in Millilitern rechne und 1000 ml Benzin nur etwa 750 g wiegen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Credits: Love and happiness an Tim, der mir den Code für den Benzin-Rechner aus dem Ärmel geschüttelt hat. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ## Bekleidung für Wintertouren ### [Keine kalten Finger mehr – Die richtigen Handschuhe](https://www.winterfjell.de/keine-kalten-finger-mehr-die-richtigen-handschuhe/) Published: 2025-05-08 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Kalte Finger sind unangenehm, keine Frage. Richtig gefährlich wird es aber erst, wenn die Finger steif werden und ihre Feinmotorik verlieren. Bau damit mal dein Zelt auf, zieh deine Ski aus oder zünde den Winterkocher an. Die Hände verdienen also deine besondere Aufmerksamkeit, weil du sie für fast alle lebenswichtigen Abläufe brauchst und es an den äußeren Extremitäten als Erstes zu Erfrierungen kommt. So weit solltest du es gar nicht erst kommen lassen und dir Gedanken über die richtigen Handschuhe machen. Mit nur einem Paar wirst du dabei nicht auskommen, denn zwischen milden Temperaturen von -5 °C und einem Schneesturm besteht ein riesiger Unterschied. Inhaltsverzeichnis Warmer Handschuh = keine kalten Finger? Die Lösung lautet wie so oft: ZwiebelschichtenZweite Schicht für milde Tage Zweite Schicht für kühle Tage Und zweite Schicht für richtig kalte Tage Dritte Schicht für Nässe oder Wind Hinweise zur Passform von Handschuhen Handschuhe zum Kochen Handschuhe zum Schlafen Weitere Tipps und Tricks für die richtigen Handschuhe Warmer Handschuh = keine kalten Finger? Egal, wie dick ein Handschuh ist, er wärmt nicht, sondern isoliert die warme Hand gegen die kalte Umgebung. Sind deine Hände bereits richtig kalt, wird auch der beste Handschuh sie nicht sofort mit dem Anziehen wieder warm werden lassen. Ziehe bitte trotzdem zügig dickere Handschuhe über, um weiteren Wärmeverlust zu verhindern. Durch Gymnastik mit den Armen kannst du die Hände dann wieder aufwärmen. Hast du trotz Bewegung und warmer Handschuhe kalte Finger, frage dich: Bist du am Rumpf warm genug angezogen oder friert dein Körper bereits? Bist du erschöpft? Hast du ausreichend Energie durch Nahrung aufgenommen? Und wenn gar nichts hilft: Lass dich auf das Raynaud-Syndrom untersuchen. Andererseits können Handschuhe auch wirklich viel zu warm sein, sodass deine Hände schwitzen und das Handschuhfutter feucht wird. Spätestens am kommenden Tag hast du dann ein Problem mit Eis im Handschuh. Es müssen also Handschuhe in verschiedenen Wärmegraden her. Man könnte auch sagen: Die Lösung ist vielschichtiger. Die Lösung lautet wie so oft: Zwiebelschichten Als erste Schicht benutze ich Seidenhandschuhe und diese bleiben als Liner über den gesamten Tag an meinen Händen. Bis zu leichten Minusgraden reichen sie mir bei wenig Wind vollkommen aus, da ich grundsätzlich eher gut durchblutete und damit warme Hände habe. Ich trage die Seidenhandschuhe aber auch unter den größeren Überhandschuhen, welche ich je nach Temperatur oder Aufgabe wechsle. Weil solch dünne Stoffe nie lange halten, nutze ich günstige Seidenhandschuhe von Decathlon. Sie lassen sich leicht einige Male flicken, aber bei längeren Touren (über zwei Wochen) würde ich ein zweites Paar mitnehmen. Andere Linerhandschuhe aus Merino funktionieren sicher ebenfalls. Zweite Schicht für milde Tage Wenn es einfach nur ein wenig schattiger wird oder die Finger allgemein kalt werden, ziehe ich ein Paar winddichte Fingerhandschuhe über. Momentan verwende ich einfache Softshell-Handschuhe von Decathlon, um das Mikroplastik-Problem von Fleece zu vermindern. In Bewegung reichen sie mir meist aus. Und sie durchnässen auch weniger schnell als Fleece, wenn ich mal wieder im Schnee lande. Hilfreich sind spezielle Stoffe an den Fingerspitzen, um damit auch Touchscreens bedienen zu können. Genau wie mit den zuvor genannten Linern lässt sich daher mit diesen Handschuhen noch gut die Fotoausrüstung oder das Smartphone zur Navigation kontrollieren. Während die einen auf stretchige Softshell-Handschuhe schwören, weil man damit viel Feingefühl hat, bekommen andere darin kalte Finger und entscheiden sich für weiter geschnittene Fleecehandschuhe. Auch das ist also ein Gesichtspunkt. Zweite Schicht für kühle Tage Wenn es noch kälter wird oder zum Arbeiten im Schnee, verwende ich warme, wasserdichte Fingerhandschuhe. Zu diesen Aufgaben gehören der Zeltaufbau, das Packen der Pulka oder gröbere Reparaturarbeiten, weil dabei fünf Finger vieles einfacher machen. Dicke Fingerhandschuhe sind der Kompromiss zwischen Isolation und Fingerfertigkeit. Die Fingerhandschuhe sollten möglichst mit einem wasserdichten und diffusionsoffenen Außenmaterial ausgestattet sein, damit sie beim Wühlen im Schnee nicht nass werden, du darin aber auch nicht zu sehr schwitzt. Oft findest du passende Modelle bei den Skihandschuhen. Bei mir ist es seit langer Zeit ein Paar Venediger von Ziener, die es so nicht mehr gibt. Grund für die Wahl war die perfekte Passform für meine Finger und die für mich relevanten Kriterien: 5 Finger Gore-Tex-Membran Daunenfüllung auf der Außenseite Lederinnenseite für den Grip dicke Armstulpe, winddicht und wärmend Handschlaufe als Verlustsicherung Als wasserdichte, aber noch atmungsaktive Schicht interessant und preislich unschlagbar sind die Fünf-Finger-Arbeitshandschuhe Temres für den Winter von Showa, insbesondere das Modell 282-02. Ich bin bei Fingerhandschuhen ein Fan vom fest vernähten Innenfutter, denn ein loses Futter wird mit feuchten Fingern schnell zur Katastrophe und stülpt sich beim Ausziehen mit heraus. Das ist super nervig. Alternativ kannst du auch deine eigenen Woll-Fingerhandschuhe nur mit einer wasserdichten Temres Außenhaut von Showa erweitern. Und zweite Schicht für richtig kalte Tage Spätestens bei sehr niedrigen Temperaturen oder starkem Wind bis hin zu Sturm brauchst du die richtigen Handschuhe: Am besten kommen dann dicke Wollfäustlinge an die Hände, denn nichts hält so zuverlässig warm! Fäustlinge haben den Vorteil, dass die Finger sich gegenseitig besser warmhalten können als im Fingerhandschuh. Allerdings benötigst du dazu noch einen Wind- und Nässeschutz. Ich habe mich für eine Kombination aus dicker Schladminger-Wolle und einem wasserdichten Überhandschuh entschieden, was mir verschiedene Tragevarianten ermöglicht. Dicke Wollfäustlinge als Innenhandschuhe gibt es auch von Devold oder Woolpower, wobei mir Schladminger-Wolle wärmer erscheint. Wenn es einfach nur sehr kalt aber windstill ist, reichen die Wollfäustel aus und sorgen für ein sehr angenehmes Handklima. Einen voll expeditionstauglichen Überhandschuh findest du im Brynje Expedtions II aus der Shield Collection mit extra langer Handstulpe. Zwar bietet er innen eine Lage Netzfutter (Luft ist der beste Isolator), aber für richtig kalte Tage benötigst du auch hier zusätzliche Isolation aus Wolle. Es gibt alternativ auch dicke Fäustlinge mit Innenfäustel aus Kunstfaser- oder Daunenfüllung, allerdings kann ich mit Wolle deutlich fester zugreifen, ohne die Isolation zu komprimieren. Die ausgezeichneten Modelle, die ich kenne, sind die sehr robusten Outdoor Research Alti II Mitts. Den Innenhandschuh würde ich trotzdem gegen einen Wollfäustel tauschen. Gleiches gilt für den preislich attraktiven Mercury Mitt von Black Diamond. Es gibt aber noch viele andere Modelle, die ich nie näher betrachtet habe. Dritte Schicht für Nässe oder Wind Zu den genannten Wollfäusteln aus Schladminger-Wolle kombiniere ich zum Schutz vor Nässe oder Wind einen wasserdichten Überhandschuh von Black Diamond. Dieser Überhandschuh passt zusätzlich auch über die normalen Fingerhandschuhe und liefert dort ebenso erstaunlich viel Wärme durch den Windschutz. Das verlinkte Modell von BD ist leichter und weniger robust als mein bisher genutzter Overmitt von Vaude, aber es schmiegt sich viel besser an und lässt mich die Hand besser bewegen. Mehr Bewegung heißt mehr Wärme. Bei den Überfäusteln achte ich darauf, dass die Wollfäustel beim Ausziehen darin bleiben können und die Kombination mit einer Schur am Handgelenk gesichert werden kann. Fangschnüre verhindern den Verlust und so können die Handschuhe auch einfach kurz herunterhängen, wenn ich in der Pause meine Finger für feinmotorische Aufgaben benötige oder mal ein Foto schießen möchte. Der Verlust eines Handschuhes durch starken Wind ist ein häufigeres Problem auf Wintertouren. Mit dieser praktischen Umsetzung des Zwiebelprinzips und all seinen Variationsmöglichkeiten bin ich bisher wirklich gut gefahren. Hinweise zur Passform von Handschuhen Wichtig bei der Passform von Handschuhen ist vor allem, dass sie innen genügend Platz für die Hände bieten, ohne am Handgelenk einzuengen und im schlimmsten Fall die Blutzirkulation zu behindern. Auch dürfen deine Fingerspitzen nicht zu fest am Handschuh andrücken, weil sonst genau diese Stellen kalt werden. Zwar ist ein zu großer, wackelig sitzender Handschuhe nervig, aber wenn du dich zwischen zwei Größen findest, ist das größere Paar die wärmere Wahl. Am Ende wirst du einfach in mehrere Modelle schlüpfen müssen und schauen, welcher Schnitt zu dir passt. Handschuhe zum Kochen Zum Hantieren mit dem Winterkocher im Lager benutze ich dünne Handschuhe als Schutz vor kaltem Metall, der offenen Flamme oder beim Umfüllen von Benzin. Kommt Benzin auf die Haut, verdampft es sehr schnell und verursacht sehr kalte Stellen bis hin zu leichten Erfrierungen. Und noch ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte: Einmal hatte ich beim Kochen die Handschuhe ausgezogen und unachtsam nach einer kalten Pfanne gegriffen. Bei -20 °C klebte der Frost diese dann sofort an meinen Fingern fest und ich riss mir vor Schreck etwas der obersten Hautschicht ab. Nicht schlimm, aber eigentlich weiß ich es besser. Lange Zeit hatte ich zum Kochen einfache Lederhandschuhe aus dem Armeebedarf mit, angeblich das „Ausgehmodell“. Allerdings ist Leder hygroskopisch, nimmt also Feuchtigkeit auf, welche dann einfriert und das Leder steif werden lässt. Zum Schutz habe ich sie gewachst. Inzwischen verwende ich meine Softshellhandschuhe auch direkt am Kocher, weil sie weniger entflammbar sind als meine alten Fleecehandschuhe. Und zum Umfüllen von Benzin habe ich meine wasserdichten Overmitts. Gesonderte Koch-Handschuhe sind also eher ein Luxus auf Genusstouren mit richtigem Kochen, aber dafür durchaus eine Überlegung wert. Übrigens: Lederhandschuhe zum Kochen zu nehmen, ist auch ein Trick aus dem Beitrag „25 Tipps für deine Zeltküche“. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Handschuhe zum Schlafen Das ist ein wirklich spezialgelagerter Sonderfall. Mit trockenen Linern, dünnen Fleece- oder Softshellhandschuhen kannst du dein Abendessen löffeln, aber auch Tagebuch schreiben oder Kreuzworträtsel lösen. Meist reicht das im Zelt als Isolation an den Händen. Aber feuchte Handschuhe sind an den Fingern schnell zu kühl. Ich versuche dann, sie am Kocher ewas zu trocknen, indem ich sie beim Schneeschmelzen auf den Topfdeckel lege. Textilien im Schlafsack zu trocken, versuche ich zu vermeiden, um dort keine Feuchtigkeit einzubringen. Wenn es nachts wirklich kalt ist, behalte ich meine Hände einfach im Schlafsack oder ziehe die Wollfäustel über. Sollte dir all das nicht reichen, empfehle ich dir aus der guten Erfahrung Mitreisender einen sehr leichten Daunenhandschuh wie den Valandre Oural Neo. Das ist aber ein reiner Camp-Handschuh und nichts für den Alltag. Weitere Tipps und Tricks für die richtigen Handschuhe Dicke Armstulpen wärmen das Handgelenk und schließen den Spalt zwischen Ärmel und Handschuh winddicht ab, dürfen aber nicht zu eng sitzen. Dreifinger-Modelle bieten einen Kompromiss zwischen Faust- und Fingerhandschuhen, aber ich persönlich mag das Tragegefühl weniger. Das insbesondere bei der Marke Hestra übliche Leder als Handfläche auf der Innenseite der Handschuhe sollte vor Nässe geschützt werden oder muss von Zeit zu Zeit gut imprägniert/gewachst werden, damit es keine Feuchtigkeit aufnimmt. Das gilt natürlich auch für alle anderen Marken. Nasse Handschuhe sind grundsätzlich ein Problem: Achte auf gutes Feuchtigkeitsmanagement und schütze die Handschuhe vor Nässe von Innen und Außen. Wer wie ich warme Hände hat und dort auch schwitzt, zieht vielleicht Seidenhandschuhe mit Wollfäustlingen einem Kunstfasergewebe vor, weil es sich angenehmer auf der Haut trägt. Die Überfäustlinge als äußere Schicht sollten dann atmungsaktiv sein. Falls du doch einmal geschwitzt hast, bewahre die Handschuhe beim kürzeren Ausziehen in der Jacke auf, damit sie innen nicht einfrieren. Das passiert sonst nämlich innerhalb weniger Minuten. VBL-Handschuhe (wie OP-Gummihandschuhe aus Nitril) als Barriere gegen Handschweiß mag ich vom Gefühl an den Händen gar nicht. Lieber „schleppe“ ich trockene Ersatzhandschuhe. Mindestens für die Innenhandschuhe und für die extra warme Außenschicht würde ich einen Ersatz einplanen oder im Notfall andere Handschuhe miteinander kombinieren können. Auch hier kann man sich im Team gut aufteilen. Von beheizbaren Handschuhen halte ich mangels Auflademöglichkeit auf Wintertouren nichts, da gibt es bessere Möglichkeiten zum Wärmen am Abend. Denke auch daran, dass du über den Kontakt beim Anfassen von etwas viel Wärme verlierst. Insbesondere Gegenstände aus Metall wie die Benzinflaschen und den Griff der Schneeschaufel kannst du mit etwas Hockeytape isolieren. Das bringt erstaunlich viel. Wie du siehst, sind die richtigen Handschuhe für Wintertouren nicht ein einzelnes Paar, sondern eher verschiedene Handschuhschichten. Eine vielseitige Zusammenstellung ist sehr sinnvoll und entspricht dem winteroptimierten Zwiebelprinzip der sonstigen Kleidung. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Die perfekte Tourenjacke für Wintertouren](https://www.winterfjell.de/die-perfekte-tourenjacke-fuer-wintertouren/) Published: 2023-09-01 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die Wahl der richtigen Tourenjacke ist im Winterfjell von entscheidender Bedeutung. Denn sie muss mehr leisten, als nur gut auszusehen – sie muss dein Schutzschild gegen den eisigen Wind sein, der dir schneller deine Körperwärme rauben kann, als du vielleicht denkst. Während Kälte allein noch halbwegs zu bewältigen ist, wird sie in Kombination mit starkem Wind zur echten Herausforderung. Dann braucht es auch eine robuste Kapuze mit festem Sitz und guten Verstellmöglichkeiten. Auf welche Details du noch achten solltest, um deine perfekte Tourenjacke zu finden, erfährst du in diesem Beitrag. Inhaltsverzeichnis Wie viel Isolation braucht eine Tourenjacke? Winddichter und wasserdichter StoffGore-Tex Membran Sympatex-Membran Dermizax-Membran, Drilite oder Ceplex Windstopper von Gore-Tex Infinium Baumwolle Etaproof und Ventile Loden Nachhaltigkeit Atmungsaktivität Tourenjacke wasserdicht oder wasserabweisend? Perfekte Kapuze an der TourenjackePelzkragen an der Kapuze Was braucht eine Tourenjacke noch, um perfekt zu sein?Armbündchen Weiter Schnitt Besser Jacke mit Reißverschluss oder Schlupfanorak? Große Taschen Unterarm-Reißverschlüsse Farbe und Stil Kleine Helferlein Wie viel kostet eine gute Tourenjacke für Wintertouren? Dicke Daunenjacke für die Pausen Wie viel Isolation braucht eine Tourenjacke? Für viele ist es eine Überraschung, dass eine Tourenjacke für Wintertouren nicht besonders gut isolieren muss, wenn du deine Pulka selbst ziehst. Während eine warm gefütterte Jacke für den Winterspaziergang in Deutschland gut geeignet ist, wird sie auf einer anstrengenden Wintertour in Bewegung schnell zu warm. Viel flexibler bist du mit dem winteroptimierten Zwiebelprinzip, welches du sowohl auf die Temperaturen als auch auf die Intensitität deiner Bewegung anpassen kannst. Selbst bei hohen Minusgraden trägst du nach diesem Prinzip oft nur ein Unterhemd als Baselayer und eine dünne Wollschicht zur Isolation unter deiner Tourenjacke. Die äußere Schicht dient in erster Linie dem Schutz vor Wind. Aber bitte beachte: Ich schreibe hier von Wintertouren mit Ski und Pulka in Skandinavien. Bei Hundeschlittentouren oder auf dem Schneemobil wird in der Regel deutlich wärmere Kleidung getragen, da zum Fahrtwind auch eine andere körperliche Belastung hinzukommt. Wenn du solch eine Tour planst, solltest du es gedanklich zu dem ergänzen, was ich hier schreibe. Winddichter und wasserdichter Stoff Wichtiger als die Isolation ist der Windschutz, um dich vor Auskühlen durch den Windchill-Effekt zu schützen. Deine Tourenjacke sollte daher in erster Linie winddicht sein. Dazu gehören ein stark windabweisender oder winddichter Stoff und vor allem eine funktionell geschnittene Kapuze. Außerdem muss der Stoff robust genug sein, um das Ziehen und Zerren am Zuggurt der Pulka auszuhalten. Wasserdichte Stoffe sind bei Minusgraden vielleicht nicht notwendig, aber bei nassem Schnee oder sogar Regen sind sie im Vorteil. Nun wäre auch ein Vollgummianzug absolut wasser- und winddicht, aber du würdest darin stark schwitzen. Im Idealfall sind winddichte Stoffe daher gleichzeitig atmungsaktiv, was schnell zu Membranbekleidung führt, aber es gibt auch Alternativen. Es bieten sich drei verschiedene Varianten an: eine Hardshell mit einer Membran wie Gore-Tex, Sympatex oder Dermizax, eine Softshell mit einer winddichten Membran wie Windstopper von Gore-Tex Infinium oder membranlose, dichtgewebte Baumwolle wie etaproof oder Ventile. Worin liegen die Unterschiede? Dazu gibt es ein wenig technische Materialkunde. Gore-Tex Membran Die Gore-Tex-Membran besteht aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE), was dir im Alltag eher unter dem Markennamen Teflon begegnet. Die Membran ist ein synthetisches Polymer und wird auf mindestens eine weitere Stoffschicht auflaminiert (2 Lagen) oder zwischen zwei Lagen geklebt (3 Lagen). PTFE ist sehr wasserabweisend, denn die Poren in der Membran sind klein genug, um Wassertropfen abzuhalten, aber Wasserdampf hindurchdringen zu lassen. So kann ein Teil deines Schweißes nach außen verdunsten, während Regen von außen abgehalten wird. Jedoch sind diese Poren auch immer die Schwachstelle der Membran, weil Schmutz, Schweiß und ungeeignete Waschmittel sie verstopfen und so die Atmungsaktivität verringern. Gore-Tex bietet verschiedene Materialstärken an, wobei die starke Variante Gore-Tex Pro (Shell) als dreilagige Variante bei Wintertouren am häufigsten zum Einsatz kommt. Um eine gute Atmungsaktivität zu erhalten, musst du deine Gore-Tex-Jacke mit einem geeigneten Imprägniermittel pflegen. Mehr zu Gore-Tex pro. Der Autor in seiner zehn Jahre alten Goretex Pro Shell Jacke Sympatex-Membran Die Sympatex-Membran ist eine hydrophile und atmungsaktive Membran, die aus Polyetherester besteht. Die hydrophilen Bestandteile der Sympatex-Membran saugen die Feuchtigkeit des Körperschweißes auf, transportieren die Wasserdampfmoleküle entlang der Molekülkette der Membran nach außen, wo diese dann verdunsten können. Dieser Effekt verstärkt sich, je größer der Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschied zwischen den beiden Seiten der Membran ist. Sympatex funktioniert anders als herkömmliche Membranen, die auf Poren basieren und verstopfen können. Sympatex-Bekleidung kann daher auch mit normalen Waschmitteln gewaschen werden und ist auch sonst recht pflegeleicht. In der dreilagigen Ausführung ist sie in etwa so strapazierfähig wie Gore-Tex pro. Leider ist dieser Hersteller nicht so weit verbreitet wie Gore-Tex und Dermizax. Mehr zu Sympatex. Dermizax-Membran, Drilite oder Ceplex Die Dermizax-Membran ist eine wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Membran, die aus Polyurethan (PU) hergestellt wird. PU ist ein Kunststoff, der sich durch hohe Elastizität und Wasserdichte auszeichnet. Die Dermizax-Membran ist extrem dünn und flexibel. Dermizax-Kleidung kann wie Sympatex mit normalen Waschmitteln gewaschen werden. Mountain Equipment nennt seine PU-Membran DRILITE. Vaude hat Ceplex im Programm. Und es gibt bestimmt auch noch andere, aber Dermizax ist vielleicht die bekannteste. Auch eine PU-Membran hat keine Poren, sondern ist hydrophil, das heißt, sie zieht Wassermoleküle an. Die Feuchtigkeit wird durch die Membran transportiert und kann auf der Außenseite verdunsten. Es gibt eine Standardversion und die verstärkte Version Dermizax EV. Die Version für anspruchsvollste Bedingungen nennt sich Dermizax NX. Im Winter solltest du dich für eine der beiden robusteren entscheiden. Mehr zu Dermizax. Windstopper von Gore-Tex Infinium Die Windstopper-Membran von Gore-Tex Infinium ist eine hauchdünne Folie, die zwischen Oberstoff und Futter einer Jacke eingenäht oder laminiert wird. Sie ist winddicht, atmungsaktiv und wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Sie wird daher vorzugsweise in Softshell-Jacken eingesetzt und eignet sich für trockene Umgebung. Softshells ohne eine solche Membran sind bei starkem Wind oft nicht winddicht genug. In dem Fall kannst du darin zu sehr auskühlen. Im Vergleich sind Softshelljacken etwas schwerer als Hardshelljacken, können aber insgesamt wärmer und atmungsaktiver sein. Hier musst du etwas ausprobieren, um dein optimales System aus Wärmehaushalt und Windschutz zu finden. Achte auch darauf, dass du kein Innenfutter verwendest, welches zu viel Feuchtigkeit aufnimmt, da es schwer zu trocken ist. Mehr zu Windstopper von Gore-Tex Infinium. Baumwolle Auch Baumwolle taucht im Fjell immer noch auf. Häufig sind es Materialmischungen aus Baumwolle und Polyester, wie das berühmte G1000 von Fjällräven. Der Anorak No. 8 ist ein echter Klassiker! Diese Stoffe sind nicht wirklich winddicht, sondern höchstens windabweisend. Mit etwas Wachsbehandlung kannst du sie winddichter und wasserabweisender machen, schränkst aber auch ihre Atmungsaktivität ein. Alternativ versucht Fjällräven sich beim Singi X Anorak mit dem Kalandrieren von 100% Baumwolle. Dafür wird der Stoff gewalzt, wodurch sich die Flächendichte erhöht und etwas Glanz entsteht. Das Material ist dadurch leichter als G1000 bei ähnlicher Winddichte. So wirklich optimal sind einfache Baumwolle oder ein Mischgewebe trotzdem nicht, außer wenn es um Funkenflug am Lagerfeuer geht. Dort ist das Material im Vorteil. Etaproof und Ventile Etaproof und Ventile sind zwei Markennamen für speziell verarbeitete Baumwollstoffe. Diese sind so fein und dicht gewebt, dass sie relativ lange wasserabweisend bleiben, aber nicht wasserdicht. Die Fasern quellen bei Nässe etwas auf, wodurch der Stoff für eine Weile noch dichter wird. Gleichzeitig ist das Material durch seine Webart relativ winddicht bei extrem hoher Atmungsaktivität. Ein so trockenes Mikroklima, wie in meinem Etaproof-Anorak habe ich noch nie in einer Membranjacke erlebt. Etaproof ist ein nachhaltiges Material, da es zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen besteht. Es ist sehr pflegeleicht und kann in der Maschine gewaschen werden. Mit der Zeit bilden sich jedoch Gebrauchsspuren. Für mich sind das Erinnerungen und kein Verschleiß. Ich liebe meinen selbst genähten Etaproof-Anorak daher sehr. Mehr zu etaproof. Loden Lodenstoff ist für längere Wintertouren meiner Meinung nach ungeeignet. Zwar ist Loden ein großartiges Material aus gewalkter Wolle und hat echte Outdoorqualitäten, insbesondere für die Jagd. Aber es speichert auf Dauer zu viel Feuchtigkeit und lässt sich unterwegs unmöglich trocknen, wenn du nicht jeden Abend an einem heißen Ofen sitzt. Mir wäre dickeres, winddichtes Loden außerdem schnell zu warm. Siehst du das anders und bist mit Lodenkleidung auf Wintertour in Skandinavien gegangen, dann berichte gern. Kapuze, Mütze und Skibrille schützen uns vor dem kalten Wind Nachhaltigkeit Nach der kurzen Materialkunde möchte ich dir noch einen Hinweis zur Nachhaltigkeit geben. Bitte achte bei allen neuen Kleidungsstücken darauf, dass sie PFAS/PFC-frei ausgerüstet und imprägniert sind. Dies gilt auch für nachträgliche Imprägniersprays zur Pflege deiner Ausrüstung. Zum Glück verzichten inzwischen fast alle namhaften Hersteller darauf. Fluorcarbone reichern sich sonst schnell in der Umwelt an und werden einfach nicht mehr benötigt. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag über Nachhaltigkeit auf Wintertouren. Atmungsaktivität Wenn du dir die oben genannten Stoffe genauer ansiehst, findest du im Netz oft Angaben zur Atmungsaktivität in Gramm pro Stunde (oder RET- und MVTR-Werte). Diese Werte exakt miteinander zu vergleichen, ist aber nicht zielführend und aus verschiedenen Gründen Quatsch. Ich habe schon erlebt, dass sich auf der Innenseite einer hochwertigen Membranjacke bei Wind ein Eispanzer aus Schweiß gebildet hat, weswegen ich Vielschwitzern eher zum Abwägen zwischen Membran und keiner Membran rate. Willst du eine extrem atmungsaktive Tourenjacke, empfehle ich dir ein Modell aus Etaproof. Willst du eine wasserdichte Hardshell, dann wähle eine hochwertige, dreilagige Membran aus Gore-Tex oder Dermizax. Beide sind in etwa gleich atmungsaktiv, die Dermizax-Variante ist nur pflegeleichter. Beachte umgekehrt aber auch, dass eine Etaproof-Jacke deutlich länger zum Trocknen benötigt, wenn sie erst einmal durchgeschwitzt ist. Wobei du dann mutmaßlich zu viel Kleidung anhattest. Tourenjacke wasserdicht oder wasserabweisend? Auch im Fjell kann es manchmal plötzlich wärmer werden als erwartet und ab und an regnet es sogar. Ist es also ratsam, eine Regenjacke im Gepäck zu haben? Bei Hardshell-Tourenjacken stellt sich die Frage nicht, da diese ohnehin wasserdicht sind. Aber bei einer Softshell, bei Baumwollstoffen oder bei Etaproof lohnt sich der Gedanke schon. Tatsächlich habe ich bei den letzten Touren tageweise auch immer mal wieder meine Hardshell getragen, da es zu feuchtem Schneefall oder sogar Regen kam. Dadurch habe ich zwar die Atmungsaktivität und das Mikroklima in meinem Etaproof-Anorak wieder neu zu schätzen gelernt, weiß aber auch um seine Grenzen bei Nässe. Der Nachteil von meiner Lösung mit zwei Jacken ist ihr Gewicht. Auf der anderen Seite bietet sie Redundanz und Sicherheit bei der Kleidung. Wenn es nur eine Jacke sein soll, um Gewicht zu sparen, wäre eine Hardshell wohl doch besser. Zu Werten wie der Wassersäule einer Jacke kann ich nur sagen, dass mir Vergleiche zwischen 10.000 und 20.000 mm immer zu theoretisch erschienen. Bereits irgendwo zwischen 2000 und 4000 mm Wassersäule gilt ein Stoff als wasserdicht, die meisten Hardshells liegen deutlich darüber. Perfekte Kapuze an der Tourenjacke Neben dem winddichten Stoff muss deine Tourenjacke auch sonst windgeeignet sein. Damit meine ich eine funktionelle Kapuze, die sich gut verstellen lässt. Dadurch schützt du deinen Kopf und dein Gesicht vor dem Wind und oft auch vor umherwirbelnden Schnee. Ein guter Schirm ist hier sehr hilfreich, besonders beim Tragen einer Brille. Es gibt verschiedene Lösungen zum Einstellen der Kapuze und manche davon sind sehr ausgeklügelt. Wichtig ist es, dass du sie gut um dein Gesichtsfeld zuziehen kannst, ohne dass sie verrutscht oder dich einschränkt. Auch in Kombination mit einer Skibrille sollte sie gut sitzen. Achte auch darauf, dass die Kapuze so hoch ist, dass das Gewicht der Jacke auf deinen Schultern lastet, nicht auf deinem Kopf. Das wird im wahrsten Sinne des Wortes sonst mit der Zeit belastend. Der Kapuze würde ich bei der Auswahl einer neuen Tourenjacke die größte Aufmerksamkeit schenken. An guten Kapuzen scheiden sich meiner Meinung nach die Mainstream-Modehersteller von den echten Outdoor-Entwicklern. Pelzkragen an der Kapuze Ein Pelzkragen sieht nicht nur verwegen aus, wenn sich Eis und Schnee in ihm sammeln. Er erfüllt genau damit auch seine Funktion. Die feinen Härchen erzeugen ein Luftpolster vor deinem Gesicht und schützen dich so vor Seitenwind und Eiskristallen. Feines „Echtfell“ vereist innen weniger als Kunstfell und ist somit von Vorteil. Andererseits wird das Tragen von Pelz von Tierschützern zu Recht kritisch angemahnt. Bei Lifestylejacken sollte wirklich auf Kunstfell gesetzt werden, da das Fell dort sonst häufig aus furchtbaren Bedingungen stammt. Für gewöhnlich wirst du an deine Tourenjacke nachträglich selbst einen Fellkragen annähen müssen und kannst dich nach gebrauchten Pelzen umschauen oder nur im vertrauenerweckenden Fachhandel kaufen. Wenn dir das zu viel Aufwand ist, lasse ihn einfach weg. Meistens geht es ohne. Sieht echt verwegen aus mit Eis im Pelz Was braucht eine Tourenjacke noch, um perfekt zu sein? Mit einer winddichten Tourenjacke und einer windgeeigneten Kapuze hast du sehr wahrscheinlich eine funktionelle Tourenjacke für Wintertouren. Für die hier versprochene Perfektion solltest du zusätzlich auf folgende Eigenschaften achten: Armbündchen Neben der Kapuze sind die Ärmelbündchen wichtig, um deine Jacke winddicht verschließen zu können. Zwar rate ich sonst eher von Klettverschlüssen im Winter ab, da sie vereisen können, aber am Ärmelbündchen funktionieren sie meistens. Ergänze ansonsten einfach ein bis zwei Druckknöpfe zur Sicherung. Die Ärmel der Jacke müssen lang genug sein, sodass deine Handgelenke auch bei ausgestreckten Armen bedeckt bleiben. So rutscht dir der Ärmel nicht ständig unter den Handschuhstulpen hervor. Weiter Schnitt Ein weiter Schnitt schafft dir genügend Möglichkeiten, mit den darunter getragenen Schichten zu variieren. Dann passt bei großer Kälte auch eine 400er Woolpower Wolljacke oder mehr darunter. Der Schnitt sollte aber umgekehrt auch nicht zu weit sein, da die Jacke sonst im Wind flattern wird. Ich finde es vorteilhaft, wenn die Jacke bis über die empfindlichen Regionen am Gesäß und im Schritt reicht, denn dort ist Windschutz besonders wichtig. Allerdings muss sich die Jacke dort mit einem Schnürzug auch gut zuziehen lassen, damit es nicht darunter hereinzieht. Alternativ wäre ein Windfang oder Schneefang in der Jacke hilfreich, den ich bisher aber genauso wenig vermisst habe wie einen Gurt durch den Schritt, der das Hochrutschen verhindert. Besser Jacke mit Reißverschluss oder Schlupfanorak? Letztlich ist es eine Geschmacksfrage, ob du lieber eine klassische Jacke mit durchgehendem Frontreißverschluss oder einen Schlupfanorak wählst. Der lange Reißverschluss hat den Vorteil, dass du die Jacke schnell ausziehen und belüften kannst. Andererseits ist deine Jacke vorn am Bauch meistens verschlossen, weil dort auch der Pulkagurt sitzt. Und durch einen Reißverschluss kann der Wind eher durchziehen als durch den Stoff eines Anoraks. Achte daher bei Reißverschlüssen immer auf gute, möglichst sogar doppelte Abdeckleisten, um sie winddicht zu bekommen. Wasserdichte Reißverschlüsse haken bei Kälte leider mehr und sind noch schwergängiger. Außerdem ist der Reißverschluss eine potenzielle Schwachstelle der Jacke, sodass ein Anorak kleine Vorteile mit sich bringt. Für mich kommt als großer Vorteil noch dazu, dass ich die große Fronttasche sehr zu schätzen gelernt habe und dort wie ein Känguru eine Menge verstaue. In den Taschen meiner Tourenjacke habe ich allerhand griffbereit Große Taschen Verschiedene Taschen an deiner Tourenjacke helfen dir, alles sicher zu verstauen und griffbereit zu haben, was du im Laufe des Tages so brauchst. Die Taschen sollten dabei so sitzen, dass du sie auch mit deinem angelegten Zuggeschirr noch gut erreichst. Viele Jacken zum Bergsteigen sind klettergurttauglich und dafür sitzen die Reißverschlüsse der Taschen etwas höher. An den Schiebern der Reißverschlüsse solltest du kleine Kordeln befestigen, damit du sie auch mit Handschuhen gut bedienen kannst. Bei mir sind dickere Handschuhe, Kompass, GPS, Fotokamera, Tagesproviant und andere Kleinigkeiten in den Taschen verstaut. Karte und Smartphone trage ich bei Bedarf zusätzlich in meiner Tourenhose. Große und viele Taschen haben also praktische Vorteile. Unterarm-Reißverschlüsse Pit-Zips oder Unterarmreißverschlüsse dienen zur Belüftung der Jacke. Wenn du viel schwitzt, kommt jede Membran an ihre Grenzen. Mit den Zippern kannst du die Luftzufuhr etwas regulieren, ohne dich gleich für oder gegen das Tragen der Jacke entscheiden zu müssen. Sie sind also bei allen Hardshell-Jacken empfehlenswert, bei Etaproof sind sie meiner Erfahrung nach nicht nötig. Farbe und Stil Über Geschmack lässt sich streiten, oder? Du kannst es also tragen, wenn es die Funktion einer guten Tourenjacke auf Wintertour erfüllt. Bei der Farbe hast du relativ freie Wahl, wobei leuchtende Farben oder das klassische Rot der Fjell-Jacken am häufigsten zu sehen sind. Unter Sicherheitsaspekten wäre vielleicht ein Neongelb interessant, wie es auf Baustellen getragen wird, aber wer will das anziehen? Umgekehrt sind helle Farben wie Weiß oder Grau denkbar ungünstig, wenn du im Notfall gefunden werden willst. Für mehr Sichtbarkeit im Schneegestöber hat sich nach meiner Erfahrung am besten bewährt, zwei unterschiedliche leuchtende Farben wie blaue Hose mit orangefarbender Jacke zu kombinieren. Mein Stil ist das aber nicht. Kleine Helferlein Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar kleine Gimmicks aufzeigen, die deine Jacke zur perfekten Tourenjacke werden lassen: Innentaschen helfen, die Akkus und Batterien vor der Kälte zu schützen und warmzuhalten. Auch am Schokoriegel aus dem Tagesproviant beißt du dir vorgewärmt nicht gleich die Zähne aus. Eine Kompassöse in einer Tasche dient dazu, deinen Kompass mit einer Schnur vor Verlust zu sichern und erleichtert dir die Navigation. Man kann alternativ auch sein GPS-Gerät daran sichern. Ein eingenähter Draht im Schirm der Kapuze hilft, sie im Sturm passgenau um deine Skibrille zu biegen. Mit etwas Geschick lässt sich dieser auch nachträglich anbringen. Die mit Kordel verlängerten Schieber am Reißverschluss hatte ich bereits erwähnt. Wenn sie nicht vorhanden sind, unbedingt nachrüsten. Auch der Austausch von zu kleinen Kordelstoppern (Tanka) kann sich lohnen, um deine Jacke handschuhtauglich werden zu lassen. Und am Ende muss deine Tourenjacke auch mit den Schichten darunter harmonieren. Dafür lohnt sich ein Blick auf mein winteroptimiertes Zwiebelprinzip. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wie viel kostet eine gute Tourenjacke für Wintertouren? Leider sind hochwertige Membranjacken und Etaproof-Anoraks nicht gerade günstig. Du bist schnell bei einer Investition von mehreren hundert Euro. Gerade deshalb hoffe ich, dir einen hilfreichen Leitfaden dafür gegeben zu haben, worauf du achten solltest. Im besten Fall wirst du lange Freude an deiner Jacke haben. Es spricht natürlich nichts dagegen, diese auch in den anderen Jahreszeiten zu tragen und sie so möglichst viel einzusetzen. Bei großer Kälte hilft auch im Zelt nur die dicke Daunenjacke Dicke Daunenjacke für die Pausen Jetzt weißt du alles über Tourenjacken und kannst damit geschützt durch Sturm und Schnee wandern. Doch während der ersten Pause musst du feststellen, dass die Jacke dich – kombiniert mit den darunterliegenden Schichten – zwar in Bewegung ausreichend warmhält, du aber in Ruhe schnell zu frieren beginnst. Dafür hast du auf Tour eine dicke Daunenjacke (mindestens 250-300 g Daunenfüllung) griffbereit dabei. Diese darf gerne eine Nummer größer ausfallen, damit du sie über deine Tourenjacke ziehen kannst. Auch hier gibt es leichtere oder robustere Modelle, längere bis über das Gesäß reichende oder kürzere Belayjacken, die du morgens beim Start auch über den Pulkagurt ziehen kannst. Wichtig ist es, dass die Jacke über eine dicke Kapuze verfügt, weil viel Wärme über den Kopf verloren geht. Wenn du im Schneetreiben dein Zelt von der Schneelast befreien musst, wirst du die Kapuze sonst sehr vermissen. Bei der Konstruktion sind Boxkammer-Konstruktionen wärmer als durchgesteppte Nähte (Kältebrücke). Achte auch bei der Daunenjacke auf eine gute Abdeckleiste am Reißverschluss. Besonderheiten sind Innentaschen für Thermosflaschen, warme Stulpen an den Handgelenken oder andere Details, die über die wichtigste Funktion der Daunenjacke hinausgehen. Sie muss dich in Ruhephasen vor allem warmhalten und sollte nicht zu schwer sein. Trotzdem kommen hier noch einmal etwa 800 g zusätzliches Gepäck in die Pulka. Und dein Geldbeutel wird um 500 Euro leichter. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Wie man warme Füße behält](https://www.winterfjell.de/wie-man-warme-fuesse-behaelt/) Published: 2023-01-02 | Updated: 2026-07-08 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die größte Gefahr für Erfrierungen besteht an den weit vom Herz entfernten Körperteilen wie den Füßen. Sie sind daher besonders empfindlich und müssen sehr gut vor Kälte geschützt werden. Am besten überträgst du dabei das optimierte Zwiebelprinzip auf die Füße. Denn chemische Einwegwärmer für viele Tage sind schwer und beheizten Socken aus dem Skisport fehlt es unterwegs an Lademöglichkeiten des Akkus. Welche Tricks gibt es für wirklich warme Füße? Inhaltsverzeichnis Die zehn goldenen Regeln für warme FüßeMit warmen Füßen starten Mit trockenen Füßen starten Die richtigen Socken tragen Die Isolation vor Schweiß schützen Einlegesohlen verwenden Große Schuhe wählen Gamaschen Kalte Füße können auch auf schleichende Unterkühlung hinweisen Füße auch abends warmhalten Unterhalte dich mit deinen Füßen Die zehn goldenen Regeln für warme Füße Diese Regeln sind das Ergebnis zahlreicher Versuche auf verschiedenen Wintertouren. Mit warmen Füßen starten Bist du schon einmal in deine Stiefel gestiegen, nachdem diese draußen über Nacht vollkommen ausgekühlt und bei Nässe im Schuh sogar bretthart gefroren sind? Das saugt dir beim Anziehen sofort die Wärme aus deinen Füßen. Bei richtig hart gefrorenen Stiefeln dauert es oft die erste Stunde am Morgen, bis du sie wieder warmgelaufen hast. Das Schnüren ist dann eine Qual und du musst öfter nachschnüren, wenn der Stiefel beim Auftauen weicher wird. Ich ziehe die Stiefel erst an, wenn ich ziemlich sicher kurz darauf in Bewegung komme. Es hilft etwas, deine Innenschuhe, Socken oder Einlegesohlen über Nacht mit in deinen Schlafsack zu nehmen. Und restlichen Schnee solltest du beim Betreten des Zeltes von den Stiefeln bürsten. Eine Bürste gehört daher zu meinen hilfreichen Gegenständen auf Wintertour. Anschließend empfehle ich, die Stiefel in der Apsis in einer großen Plastiktüte zu verstauen, sodass keine Kondensation oder Flugschnee eindringen kann. Mit trockenen Füßen starten Dafür braucht es zweifelsohne trockene Stiefel. Von außen solltest du diese imprägnieren oder wachsen und kannst auch auf einen Membranschuh setzen, der wasserdichter ist. Membranstiefel lohnen sich aber nur bei höheren Temperaturen und viel Sulzschnee oder sogar Wasser. Wenn du mit dem Auto oder Zug anreist, trage deine Skistiefel dabei besser noch nicht. Abgesehen davon, dass die Schuhe in der Regel überhaupt nicht zum Autofahren geeignet sind, wirst du auf der Fahrt bereits ganz langsam ihre Isolation durchschwitzen. Klamme Stiefel sind schnell kalte Füße. Ein Paar trockene Ersatzsocken extra wiegt nicht viel und kann bei versehentlich durchnässten Stiefeln helfen. Eine Weithalsflasche mit heißem Wasser trocknet meine Socken Die richtigen Socken tragen Von allen „unterstützenden“ Sportsocken möchte ich abraten, weil diese eng sind und damit schnell die Blutzirkulation behindern. Es ist erstaunlich, wie viel leichter, dauerhafter Druck ausmacht! Eine dünne Linersocke aus Kunststoff sollte perfekt am Fuß anliegen, um Blasen zu vermeiden. Darüber kommen je nach Temperatur mittlere (600er) oder warme (800er) Wollsocken aus Merinowolle. Diese sind auch immer eine gute Geschenkidee für Wintertour-Fans. Solltest du orthopädische Stützstrümpfe oder Kompressionssocken tragen (müssen), lass dich im Zweifelsfall noch einmal zum Umgang bei tiefen Minusgraden beraten. Die Isolation vor Schweiß schützen Um die wärmende Wollsocke vor Feuchtigkeit zu schützen, kannst du zwischen die Schicht aus Linersocke und Isolationsschicht eine VBL-Socke ziehen. Ähnlich wie beim Vapour Barrier Liner im Schlafsack handelt es sich dabei um eine wasser- und dampfdichte Plastiksocke oder einen 8-Liter-Brotbeutel aus dem Supermarkt. Wenn du oben den Rand etwas umschlägst und in die Linersocke schiebst, rutschen sie nicht so schnell herunter. Abends solltest du die Füße dann gut trocknen, um Immersionsfüßen vorzubeugen. Und ja, die Liner und Füße stinken im ersten Moment nach dem Ausziehen leider sehr. Eine Alternative können herausnehmbare Innenstiefel sein. Filzstiefel sind günstig im Zubehör zu finden, durchfeuchten aber ohne VBL. Viel empfohlen werden die Intuition Liner, da sie so gut wie keine Feuchtigkeit aufnehmen und sich so schnell trocknen lassen. Der äußere Stiefel muss dann aber deutlich größer ausfallen! Skistiefel und Einlegesohlen trocknen am Feuer Einlegesohlen verwenden Wenn du jemals lange in der Kälte stehen musstest, weißt du, wie viel Wärme an den Boden verloren geht. Wahrscheinlich wird sogar mehr Wärme dorthin abgegeben als über die Luft. Je hochwertiger und dicker deine Einlegesohle ausfällt, desto besser isoliert sie nach unten. Wollfilzsohlen kann ich eher empfehlen als Modelle aus Lammfell, da sich dieses auf Dauer plattdrückt. Beim längeren Warten kannst du dich auch auf ein Evazote-Sitzkissen stellen. Große Schuhe wählen Im Winter brauchst du etwas mehr Platz in den Schuhen, um die drei Schichten Socken und eventuell einen Filzinnenschuh unterzubringen. Wähle Schuhe, die eine Nummer (dicke Socken) bis zwei Nummern (Filzinnenschuhe) größer sind als normal und keine Druckstellen verursachen. Das könnte sonst die Blutzirkulation behindern. Deine Zehen haben genug Platz, wenn sie trotz dicker Socken die Außenwand nicht mehr direkt berühren. Natürlich musst du alles zusammen selbst anprobieren. Zu große Stiefel, in denen dein Fuß nur herumschwimmt, sind ungeeignet und sorgen nur für Blasen an den Hacken. Mehr über Schuhe findest du im Beitrag, welche Skistiefel sich gut für Wintertouren in Skandinavien eignen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Gamaschen Um das Eindringen von Schnee in den Stiefel zu verhindern, solltest du immer Gamaschen oder eine Tourenhose mit integrierten Gamaschen tragen. Diese sorgen zusätzlich für ein wenig Isolation. Atmungsaktive Materialien verhindern ein schwitziges Mikroklima darunter. Kalte Füße können auch auf schleichende Unterkühlung hinweisen Daher kann es helfen, die Körpermitte aufzuwärmen. Wenn der Körper friert, zieht er das Blut in den Rumpf zurück, um die lebenswichtigen Organe warmzuhalten. Eine weitere Kleidungsschicht und ein heißer Tee im Magen können daher auch dafür sorgen, die Füße wieder besser zu durchbluten. Besser präventiv handeln, als Erste Hilfe Maßnahmen zu benötigen. Mit dicken Daunensocken und Überschuhen bleiben deine Füße warm Füße auch abends warmhalten Nachdem deine Füße abends aus den Skistiefeln und Sockenschichten befreit sind, brauchen sie weiterhin genug Isolation, um warm zu bleiben. Dicke weiche Wollsocken oder leichte Daunensocken sind dafür perfekt. Für den kurzen Gang vor das Zelt passt auch noch ein Überschuh darüber, in Norwegen einfach nur „Fußsack“ (Fotpose) genannt. Andere sagen „Overboots“. Oft reichen dicke Socken und Überschuhe. Wichtiger als einen Daunenbootie finde ich darin eine dicke Einlegesohle aus Evazote und Wollfilz, um in Richtung des Bodens zu isolieren, denn Daune komprimiert zu stark. Wollfilz kann sogar noch mehr: Wenn du das Mehrgewicht in Kauf nehmen magst, sind Wollfilzstiefel deutlich schneller warm und immerhin weniger feuchtigkeitsempfindlich als Daune. Die Walenki/Valenki aus der eurasischen Steppe oder die Lobbens aus Norwegen zeugen von diesen Vorteilen. In Nordamerika sind es die Mukluks. Alle diese Modelle haben gemein, dass der Wollfilz auf Dauer nur für trockene Kälte und Schnee geeignet ist. Für den Schutz vor Feuchtigkeit benötigen sie eine Weiterentwicklung. Ich gönne mir daher manchmal meine selbstgenähten Mukluks mit doppeltem Filzinnenstiefel, Gummisohle, Nässeschutz aus Goretex am Fuß und einem Schaft aus Etaproof-Baumwolle. Ein Kilo wahrer Luxus im Gepäck! Es geht aber auch ohne extra Stiefel: Im Schlafsack kannst du dir den Fußbereich mit einer Wärmflasche wärmen. Doppelte Wollfilzstiefel mit Etaproof-Überschuhen und wasserdichter Sohle Unterhalte dich mit deinen Füßen Achte auf eventuelle Taubheitsgefühle an den Füßen. Das ist nicht immer einfach, weil Taubheit ja gerade die Abwesenheit eines Gefühls ist. Also hör ihnen gut zu und achte darauf, nicht zu sehr zu frieren. Deine Füße können dir viel sagen und du kannst sie ermutigen, noch ein wenig durchzuhalten. Bewege dazu deine Zehen im Schuh, so gut es geht. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Etaproof-Anorak selbst genäht](https://www.winterfjell.de/etaproof-anorak-selbst-genaeht/) Published: 2022-12-27 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die richtige Jacke für den Winter zu finden, ist gar nicht so einfach. Viele schwören auf Hardshell-Jacken gegen den schneidenden Wind. Leider büßen diese bei strengem Frost manchmal ihre Atmungsaktivität ein, denn auf der Innenseite kann sich eine Eisschicht bilden. Ein klassischer Polar-Anorak aus Baumwolle, geschweige denn ein Etaproof-Anorak sind hingegen schwerer zu bekommen. Warum also nicht selbst nähen? Inhaltsverzeichnis Der Weg zur Idee einer eigenen Jacke Der klassische Anorak für den Winter im FjellSchnittmuster und Vorbereitung Die Anforderungen an meinen Etaproof-Anorak Beim Zuschneiden habe ich geschwitzt Das Ergebnis: mein Etaproof-AnorakErkenntnisse nach der Näharbeit Das kritische Thema Pelz Und schaffst du das auch? Der Weg zur Idee einer eigenen Jacke Bis vor einigen Jahren war ich im Winter ebenfalls nur mit einer Hardshell-Jacke aus Gore-Tex Pro Shell von Adidas unterwegs. Ich hatte mich damals für sie entschieden, weil die Kapuze gut saß und sie für eine Gore-Tex-Jacke in der robusten Qualität wunderbar erschwinglich war. Für eine robuste Hardshell zahlt man inzwischen ein kleines Vermögen. Der Vorteil: Wer mit einer Hardshell als Tourenjacke glücklich ist, braucht nicht zu wechseln. Ich hingegen war mit dieser Wahl nicht immer ganz zufrieden und wollte mein Zwiebelprinzip für den Winter optimieren. Da ich zum Schwitzen neige, hat sich auf der Innenseite der Jacke manchmal ein Eispanzer gebildet. Vorwiegend passierte das bei stärkerem Wind und auch immer an der dem Wind zugewandten Seite. Wurde es dann auf dieser Seite durch Änderungen der Wind- oder Laufrichtung wärmer, durchfeuchteten meine Isolationsschichten unter der Jacke schnell. Auch mit einer Softshell-Jacke mit Windstopper-Membran wurde ich nicht richtig glücklich, weil sie mir zu warm war. Leider können auch die neuesten technischen Modelle die Physik einer Membran nicht ändern. Der Wunsch nach einer besseren Lösung entstand. Die Jacke sollte den Wind sehr gut abhalten, extrem diffusionsoffen („atmungsaktiv“) sein und mit genug Platz geschnitten. Die Suche führte schnell zu klassischen eng gewebten Baumwolljacken, wie sie schon auf historischen Polarabenteuern getragen wurden. Der klassische Anorak für den Winter im Fjell Die Suche im Internet führte (im Jahr 2015) zu skandinavischen Modellen aus technischer Baumwolle. Zu nennen wären hier: Bergans Morgedal Anorak Klättermusen Rimfaxe oder Einride Jacken Norrønna Svalbard Anorak (früher noch Amundsen-Arktis?) oder von der tschechischen Marke Tilak der Odin Anorak Bei all diesen Modellen fällt auf, dass sie entweder technische Baumwolle als Mischgewebe oder Etaproof als Material verwenden und eher als Schlupfjacke konzipiert sind. Etaproof ist extrem fein gewebt und quillt bei Feuchtigkeit etwas auf. Dadurch wird das Material ganz ohne Membran für eine ganze Weile wasserdicht. Das einfache Etaproof war lange auf einer Basis von Fluorcarbon imprägniert. Wolltest du diesen chemischen Zusatz vermeiden, gab es die Variante Organic Cotton. Mittlerweile sind alle Varianten PFC-frei. Damit sorgst du für mehr Nachhaltigkeit auf Wintertouren. Ich habe mir einige verfügbare Modelle zur Ansicht bestellt, aber leider waren mir die neueren Jacken von Bergans und Norrøna nicht tauglich genug für den Wind im Winterfjell, weil die Öffnungen der Jacke nicht gut genug abgeschlossen haben. Auch die Abdeckleiste der Reißverschlüsse war mir nicht funktionell genug. Die Jacke von Tilak gefiel mir gut, war mir aber zu kurz und eng geschnitten. Andere Modelle waren in Deutschland zu dem Zeitpunkt nicht ohne weiteres zu bekommen (Sasta Peski, Hilltrek, Ravnø). Alternativen zum Schlupfanorak sind ganz normale Jacken wie die Nordwärts Lenne oder die Gamsbokk BushCrafter, aber die wollte ich nicht. Ich beschloss also, mich selbst an ein Anorak-Nähprojekt zu wagen. Schnittmuster und Vorbereitung Ich konnte nicht nähen und saß vor diesem Projekt auch noch nicht oft an einer Nähmaschine. Deshalb wusste ich den tatsächlichen Aufwand weder einzuschätzen noch wie ich am besten anfange. Glücklicherweise bin ich dann bei extremtextil auf ein Schnittmuster gestoßen, welches vielversprechend aussah. Ich bestellte zunächst nur das Schnittmuster mit dem Plan, einen Prototyp aus billiger Baumwolle von IKEA zu nähen. Das Schnittmuster ist wirklich großartig, ließ sich leicht auf meine Größe zuschneiden und auf den Baumwollstoff übertragen. Um später noch genug Schichten unter die Jacke zu bekommen, habe ich eine Kleidergröße größer gewählt. Auch das Nähen klappte nach kurzer Einweisung durch eine Hobbyschneiderin erstaunlich gut. Schon während des Prototypings kamen mir weitere Ideen und Wünsche, was mir an meiner späteren Jacke wichtig sein sollte. MYOG Anorak Prototyp oder der letzte Jedi? Die Anforderungen an meinen Etaproof-Anorak Der Vorteil am sogenannten „MYOG – Make your own gear“ ist, dass ich alle Details genau bestimmen kann. Selbst Hand anlegen, einfach DIY, do it yourself. Folgende Eigenschaften sollte mein Etaproof-Anorak auf jeden Fall haben: das Material muss Etaproof sein eine große Brusttasche mit Reißverschluss und Abdeckleiste eine weitere Stautasche für Handschuhe unter dem Pulka- oder Rucksackgurt die Kapuze sollte ideal schließen und mit einem Draht formbar sein unten sollte die Jacke bis über das Gesäß reichen und gut abschließen die Ärmel sollten gut abschließen möglichst keine Klettverschlüsse, da diese leicht vereisen der Reißverschluss oben sollte zum Lüften gut zu öffnen sein möglichst Platz für mehrere Kleidungsschichten darunter Hinzu kamen im Verlauf des Projektes weitere wichtige Ideen: alle Tankas sollten handschuhtauglich sein in der Brusttasche sollte ein D-Ring zum Befestigen des Kompasses sein ein flauschiges Fell für die Kapuze, welches man aber abknöpfen kann Beim Zuschneiden habe ich geschwitzt Nachdem ich alles Zubehör und den Stoff bei extremtextil bestellt hatte, konnte ich das Schnittmuster auf den nun deutlich teureren Stoff (44 Euro pro lfm) übertragen. Die ersten Schnitte erfolgten mit feuchten Händen. Hatte ich auch alles richtig gemacht? War es die richtige Größe? Jetzt bloß konzentrieren. Doch am Ende ist alles gut gegangen. Das Ergebnis: mein Etaproof-Anorak alle Fotos: Malte Hübner Der fertige Etaproof-Anorak Etaproof Anorak mit Kapuze MYOG Anorak Brusttasche MYOG Anorak Kompasssicherung MYOG Anorak handschuhtaugliche Tanka MYOG Anorak Kapuzenverstellung MYOG Anorak Hängeschlaufe MYOG Anorak doppelte Abdeckleiste Anorak Armabschluss Anorak Tasche Etaproof Anorak wasserabweisend Etaproof Anorak nach einer Stunde Regen Erkenntnisse nach der Näharbeit Besser beim Schnittmuster eine Nummer größer wählen, als man normalerweise trägt, damit genug darunter passt. Etwas Zeit mitbringen: Prototyp 12 Stunden, Jacke über 30 Stunden Arbeit für mich als Anfänger Geld kostet das Ganze trotzdem: 250 Euro sollte man einplanen, wenn man alles außer der Nähmaschine noch neu kaufen muss; davon macht der Stoff bereits mehr als die Hälfte aus. Nähen ist kein Hexenwerk, aber sich in Themen wie Unterfadenspannung und Stichweite einzulesen, schadet nicht. Nite Ize Gear Tie eignet sich hervorragend für den Kapuzenschirm, der sich dadurch perfekt anpassen lässt. Ein Etaproof-Anorak ist deutlich diffusionsoffener („atmungsaktiver“) als eine Hardshell. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Das kritische Thema Pelz Echtes Fell zu verwenden, fiel mir zunächst schwer. Das Tragen von Pelz wird von Tierschützern zu Recht kritisch angemahnt. Bei Lifestylejacken in Massenproduktion sollte wirklich auf Kunstfell gesetzt werden, da das Fell dort häufig aus furchtbaren Bedingungen stammt. Gleichzeitig neigt der richtige Pelz im Winter deutlich weniger zum Vereisen als Kunstpelz. Reif lässt sich dort einfach abklopfen. Und ein Fellrand an der Kapuze bietet einen enormen Komfort, weil er ein Luftpolster vor dem Gesicht hält und vor Seitenwind schützt. Ich habe mich daher entschieden, nach gebrauchten Pelzen zu schauen und nur im vertrauenerweckenden Fachhandel zu kaufen. Mein Silberfuchspelz hat dann leider nach vielen Jahren im Schrank gerochen. Mit einem Bad in trockenem Kaffeepulver und Einfrieren für ein paar Tage ließ sich der Geruch aber vollständig beseitigen. Der Pelz schafft einen Windschutz um das empfindliche Gesicht Und schaffst du das auch? Wenn du nicht zwei linke Hände besitzt und Zugang zu einer guten Nähmaschine hast, ist es eine Überlegung wert. Ich habe damals die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr für das Projekt genutzt, allerdings auch jeweils fast den ganzen Tag daran gesessen. Der Etaproof-Anorak war bisher mein größtes Selbstbauprojekt. Auch spannend, aber bei weitem nicht so umfangreich, war mein Pulka-Selbstbau aus einem Paris Expedition Sled. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Warme Mütze für den Winter](https://www.winterfjell.de/warme-muetze-fuer-den-winter/) Published: 2021-09-22 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Über den Kopf verlieren wir viel Wärme! Das ist eine bekannte Weisheit. Daher ist es notwendig, sich eine warme Mütze für den Winter zuzulegen, die bis über beide Ohren reicht. Neben den Ohren sind aber auch noch Nase und Wangen besonders kälteempfindliche Körperstellen am Kopf. Es gilt daher, alle diese Körperpartien immer gut vor möglichen Erfrierungen zu schützen. Und ich zeige dir, was sich gut eignet. Inhaltsverzeichnis Eine dünne Mütze habe ich immer anDie dicke Mütze bei Wind Die klassischen Fjellkappen Uschanka oder „Schapka“? Für wirklich schlechtes Wetter hilft nur eine SturmmaskeFür kalte Nächte eine Sturmmaske aus Wolle Gesichtsmaske aus Neopren oder spezielle Kälteschutzmasken Sonnenbrille und Skibrille als Schutz für die Augen Beste Variation mit Kapuze als Windschutz Auch der Hals will geschützt sein Weitere Tipps und Tricks Eine dünne Mütze habe ich immer an Mindestens ein dünner Beanie aus Merino oder eine dünne Mütze aus Polypropylen ohne Membran finden sich auf Tour so gut wie immer auf meinem Kopf. Das sind die gleichen Modelle, die ich im Winter auch in der Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit trage. Ich habe zwar keine Haare auf dem Kopf, aber auch mit Haaren könnte ich es mir nicht ohne Kopfbedeckung vorstellen. Mit langen Haaren wäre ein Stirnband eine Alternative. Kurzum: Diese dünnen Mützen reichen für mich bei Windstille meistens schon aus, in Bewegung erst recht. Dann sind die offenen Gewebe von Vorteil, weil der Schweiß schnell verdunstet. Manchmal kommt die Kapuze darüber, aber dazu später mehr. Die dicke Mütze bei Wind Sobald es windig wird, wechsle ich auf eine dickere 300er-Fleecemütze mit Windstopper Membran im unteren Teil. Das muss gar kein starker Wind sein, sondern nur dauerhaft kühl aus einer Richtung kommend. Dann zieht es mir schnell am windzugewandten Ohr oder der Schweiß kühlt zu sehr. Eine winddichte Außenhülle oder Membran ist daher sinnvoll, solange Schweiß noch austreten kann. Eine warme Mütze für den Winter sollte also auch funktional sein. Bei meinem Modell sind sogar recht ausgeprägte Ohrenklappen vorhanden, sodass alles schön abgeschlossen ist. Ich trage als „barhäuptiger Kopfschwitzer“ gerne Fleecemützen aus Kunststoff, obwohl Fleece leider für Mikroplastik in der Natur sorgt. Alternativ geht sicher auch jede warme Wollmütze. Plane aber immer Ersatz ein, da eine nassgeschwitze Wollmütze längere Zeit braucht, um zu trocknen. Eine klassische Fjellkappe mit Schirm und Ohrenklappen Die klassischen Fjellkappen Darf’s auch etwas mehr Stil sein? Dann empfehle ich dir einen Blick auf die klassischen Fjellkappen, wie sie gerade Traditionalisten im Fjell noch regelmäßig tragen. In den gängigen Outdoorshops sind sie eher unter dem Namen „Mountain Cap“ zu finden und leider bekommt man nur wenige Modelle. Vor langer Zeit habe ich mir einmal die Klättermusen Rimfaxe Cap (Nachfolger ist am ehesten die Mysse 3.0 Explorer Cap) gegönnt. Die Idee einer winddichten Außenschicht aus technischer Baumwolle und einem Futter aus Merinowolle finde ich prinzipiell großartig. Schließlich ist das ein bewährtes Prinzip. Auch bei meinem selbst genähten Anorak aus Etaproof setze ich auf technische Baumwolle. Ich finde sie auch total chic, aber sie ist eben sauwarm! In Bewegung bleibe ich daher in den meisten Fällen beim Beanie und kombiniere mit der Kapuze. Uschanka oder „Schapka“? Diese russischen Fellkappen sind extrem warm! Wer in Sibirien Wache stehen muss, dem wünsche ich eine Uschanka. In Bewegung sind diese Mützen aber zu warm. Wer Platz hat, kann sie sich ja für das abendliche Lager einpacken. Sie ersetzt auch etwas die Kapuze, falls deine Daunenjacke keine hat. Was ich beim Recherchieren lernen durfte: Der verbreitete Begriff „Schapka“ heißt einfach nur Mütze und trifft es daher nicht genau. So ein Eiszapfen kann trotz einer Sturmhaube entstehen Für wirklich schlechtes Wetter hilft nur eine Sturmmaske Bei Schneetreiben und stärkerem Wind eignet sich nur eine Sturmmaske, auch Skimaske oder Balaklava genannt. Nur wenn diese eng anliegt, sind auch wirklich alle Stellen ausreichend geschützt. Du kannst die Balaklava noch mit deinen Mützen und Schlauchtüchern (Buffs) kombinieren, damit es warm genug ist. In Bewegung nutze ich eine dünne Balaklava aus Polypropylen von Liod, da diese schnell trocknet, nachdem ich sie vollgeschwitzt habe. Außerdem kann ich durch diese gut hindurch atmen, ohne dass sie die Feuchtigkeit der Atemluft zu sehr unter die Jacke transportiert. Im Zweifel ist auch eine zweite Haube zum Wechseln sinnvoll, damit immer eine trockene Maske griffbereit ist. Für kalte Nächte eine Sturmmaske aus Wolle In der Nacht trage ich eine dicke Balaklava aus Merinowolle, wenn es richtig kalt wird. Gleichzeitig ist das ein weiteres Backup für den Tag. Da ich meinen Schlafsack nicht so gerne komplett bis auf ein winziges Atemloch zuziehe, bleibt mein Gesicht mit der Wollmaske noch gut geschützt. Die Kapuze liegt dann bei mir mehr am Rand meines Gesichts an und ich kann gerade noch herausschauen. Gesichtsmaske aus Neopren oder spezielle Kälteschutzmasken Oft sieht man auch spezielle Gesichtsmasken mit Atemlöchern aus unterschiedlichen Materialien. Viele Modelle sind im Atembereich aus Neopren (mit Löchern!). Bei anderen Materialien ist zumindest Vorsicht geboten, denn wenn diese Feuchtigkeit leiten kann die feuchte Atemluft in der Gesichtsbedeckung kondensieren. Diese Nässe kann sich anschließend durch den Stoff bis unter die Jacke vorarbeiten. Plötzlich hast du dann einen nassen Brustkorb und fragst dich, woher das kommt. Außerdem gibt es spezielle Kälteschutzmasken. Am bekanntesten scheint mir die Marke ColdAvanger zu sein. Hier wird durch eine starre Mund- und Nasenabdeckung ein Luftpolster vor dem Gesicht geschaffen und die Atemluft etwas vorgewärmt. Die alternative Atemmaske von Airtrim hat sogar einen richtigen Wärmetauscher zum Vorwärmen, bedeckt aber nicht das gesamte Gesicht. Einen ausführlichen Vergleich und weitere Modelle findest du im Bericht von Coldbike. Ich selbst nutze solche Masken nur bei starkem Gegenwind, da ich sonst mit der Kombination von Mütze, dünner Balaklava und Kapuze lange auskomme. Sonnenbrille und Skibrille als Schutz für die Augen Zusammen mit einer guten Sturmhaube schützt eine Skibrille auch das letzte bisschen Fläche deines Gesichts. Dabei ist sie nicht nur Schutz vor dem kalten Wind selbst, sondern auch vor aufgewirbelten Schnee und herumfliegenden Eiskristallen. Am Ende kann sonst sogar die Hornhaut im Auge Schaden nehmen. Wenn das Wetter richtig übel wird, trage ich meine Skibrille daher unbedingt. Bis dahin reicht mir meist meine Sonnenbrille (Kategorie 3 Gläser), die ebenfalls gut an den Seiten abschließt und die ich wegen des UV-Schutzes sowieso trage. Bei strahlendem Sonnenschein und reflektierendem Schnee kann die Brille fast nicht dunkel genug sein. Andererseits ist eine Gletscherbrille in Kategorie 4 bei schlechtem Wetter schnell zu dunkel. Selbsttönende Gläser funktionieren auf Schnee meiner Erfahrung nach nur gut, wenn sie aus der höheren Preisklasse stammen. Bei meiner Skibrille habe ich helle, gelbe Gläser (Kategorie 1), die auch im diesigen Schneegestöber noch hell genug sind und sogar ein wenig den Kontrast verstärken. Meine Skibrille ist ein günstiges Modell vom Discounter gewesen und reicht mir bisher. Leider drückt sie manchmal etwas auf dem Nasenrücken, bei der nächsten werde ich mehr auf den perfekten Sitz achten. Wenn du Sehstärke benötigst, schau dir einmal die Sonnenbrillen von Julbo an. Außerdem haben sie Skibrillen mit einklippbaren Brillengläsern oder Modelle Over the glasses (OTG) im Programm. Eine Alternative bietet Bolle mit ihren Sonnenbrillen mit Sehstärke und ebenfalls OTG-Skibrillen. Bei allen Brillen ist es immer ein wenig knifflig, die richtige Kombination mit Balaklava, Schlauchtuch und Mütze zu finden, bei der die Brille nicht von der Atemluft beschlägt. Manchmal kann es helfen, einen abgeschnittenen Streifen vom Schlauchtuch oder ein Stirnband nur über die Nase zu ziehen. Das wäre dann auch gleich ein guter Sonnenschutz. Ansonsten bleibt nur Ausprobieren. Der Pelz schafft einen Windschutz um das empfindliche Gesicht Beste Variation mit Kapuze als Windschutz Deine warme Mütze für den Winter kann und sollte je nach Wind und Wetter mit der Kapuze deiner Jacke kombiniert werden. Die Kapuze ist einer der wichtigsten Bestandteilen deiner perfekten Tourenjacke. Sie bietet den besten Windschutz bei Rücken- und Seitenwind, sodass die Mütze ihre Stärke in der Isolation ausspielen kann. Der Vorteil dieses Systems ist auch, dass du bei wechselnder Anstrengung oder nachlassendem Wind schneller variieren kannst. Wenn du am Rand der Kapuze einen Fellkragen hast, bleibt dein Gesicht noch besser vor Seitenwind geschützt und selbst bei leichtem Gegenwind hilft dieser immerhin etwas. Es bildet sich nämlich eine Art Luftpolster vor deinem Gesicht. Auch der Hals will geschützt sein Nicht nur die Ohren und das Gesicht sollten immer gut vor dem kalten Wind geschützt sein, sondern auch der Hals. Am besten eignen sich dafür dünne, schnelltrocknende Buffs oder Merino Schlauchtücher. Da die Dinger nicht wirklich viel Platz wegnehmen, können leicht zwei oder drei davon ins Gepäck. Ist einer vollgeschwitzt oder feucht vom Atem, wird zu einem trockenen gewechselt und der nasse kommt in die Warme Innentasche. Alternativen: Für wirklich kalte Tage gibt es auch Schlauchtücher aus gestrickter Wolle. Und auch Menschen mit normalem Schal habe ich schon im Winterfjell gesehen. Mein Tipp ist außerdem, einen gut schließenden Kragen an der Jacke zu haben. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Weitere Tipps und Tricks Bist du Brillenträger? Dann empfehle ich dir eine Mütze oder Kappe mit Schirm. Auch mit Gletscher- oder Sonnenbrille schützt ein Schirm vor Schneeflocken auf den Gläsern. Was machst du als Bartträger? Als Bartträger habe ich manchmal das Problem, dass die Atemluft in meinen Barthaaren festfriert und sich dicke Eiszapfen bilden. Ein Schlauchtuch oder eine Gesichtsmaske schützen davor, auch wenn es tagsüber gar nicht so sehr stört. Blöd ist es erst dann, wenn im Zelt alles taut und nass wird. Hält die Mütze auf der Glatze? Klingt nach einer komischen Frage, aber ich habe mit meiner Glatze manchmal ein Rutschproblem. Zu enge Beanies rutschen einfach nach oben ab. Grundsätzlich gilt: Je weiter die Körperteile vom Rumpf entfernt sind, desto leichter frieren sie. Neben einem warmen Kopf solltest du daher auch an folgendes denken: die richtigen Handschuhe und warme Füße. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Winter­optimiertes Zwiebelprinzip statt dicker Daunenschicht](https://www.winterfjell.de/winteroptimiertes-zwiebelprinzip-statt-dicker-daunenschicht/) Published: 2021-01-31 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Das Zwiebelprinzip ist dir sicher lange bekannt. Statt einer dicken Schicht trägst du mehrere Lagen Kleidung. Genauer gesagt sieht es vor, dass die einzelnen Kleidungsschichten unterschiedliche Funktionen erfüllen und daher auch verschiedene Anforderungen an das Gewebe gestellt werden. Für die meisten Touren über das Jahr reicht es vollkommen aus, ein Baselayer, eine normale zweite Schicht und ggf. darüber eine Wetterschicht zu kombinieren. Für Wintertouren bietet es sich aber an, das bekannte Modell etwas genauer anzuschauen und als winter­optimiertes Zwiebelprinzip weiterzuentwickeln. Inhaltsverzeichnis Das bekannte ZwiebelprinzipBaselayer Wärmeschicht Wetterschicht Ein winter­optimiertes Zwiebelprinzip?Winteroptimierte Basisschicht Winteroptimierte Wärmeschicht Winteroptimierte Wetterschicht Weitere Anforderungen an das winter­optimierte Zwiebelprinzip Polar thighs (Polare Dermatitis) Tipps und Tricks Frische Unterhose auf Wintertour Das bekannte Zwiebelprinzip Der Grundgedanke des Zwiebelprinzips (oder neudeutsch: Layering) beruht im Wesentlichen darauf, Schweiß schnell vom Körper wegzuleiten, darüber für eine Isolation zu sorgen und als äußere Schicht einen Wind- oder Wetterschutz anzulegen. Auch für den Winter kann dieses Prinzip vorerst unverändert bleiben. Baselayer Um den Schweiß schnell vom Körper wegzutransportieren, muss sich die unterste Schicht an die Haut anschmiegen. Dehnbare Funktionsmaterialien bieten sich dafür an. Zu eng darf die Unterwäsche hingegen auf keinen Fall sein, da dann die Blutzirkulation behindert wird und du schneller frierst. Sei also wählerisch beim Kauf und achte auf perfekte Passform. Baumwolle trocknet einmal nassgeschwitzt nur äußerst langsam und fällt als mögliche Unterwäsche damit weg. Auch billige Synthetikunterwäsche aus Polyester fühlt sich oft leider sehr schnell klamm an und kühlt dich nass eher aus. Wenig schwitzende Menschen schwören daher auf Merinowolle als Baselayer beim Zwiebelprinzip. Merinowolle hat bekanntlich den Vorteil, feuchtigkeitsregulierend zu wirken und fühlt sich daher nicht so schnell nass an. Und selbst durchfeuchtet wärmt sie noch mehr als Kunstfaserunterwäsche. Wer hingegen viel schwitzt, hat zumindest im Winter das Problem, dass einmal durchnässte Unterwäsche aus Merino nicht mehr ohne Weiteres trocken zu bekommen ist. Und was richtig nass ist, wärmt im tiefen skandinavischen Winter nicht, auch nicht Merino. Da versprechen die Hersteller leider zu viel. Es hilft nichts: Ein Wechselshirt muss in das Gepäck. Wärmeschicht Die Wärmeschicht passe ich über die Tour an die Gegebenheiten an. Bei „warmen“ Temperaturen ist sie nicht nötig. Ansonsten kommen dünne Merinooberteile oder bei großer Kälte eine Wolljacke zum Einsatz. Für die Isolation kommen sicher auch noch andere Materialien infrage, wobei ich versuche, Fleece-Bekleidung aus Kunststoff zu reduzieren. Fleece ist erheblich für das Verbreiten von Mikroplastik in der Natur verantwortlich. Die Midlayer-Schicht über dem Baselayer muss zwar warmhalten, viele verschätzen sich aber bei der Dicke dieser Lage. Besonders im Winter greift man dann zu viel zu warmer Kleidung. Zum Beispiel wird eine dicke Daunenjacke als Isolation auf einer Wintertour in Bewegung in nahezu allen Fällen deutlich zu warm sein. Wetterschicht Die meisten nutzen zum Schutz gegen Wind und Wetter eine Softshell- oder Hardshelljacke. Softshells sind deutlich atmungsaktiver, aber dafür nur für eine kurze Zeit wasserabweisend. Sie funktionieren gut, solange sie wirklich winddicht sind. Mir sind sie mir allerdings zu warm, wenn innen eine fleeceartiges Gewebe auflaminiert ist. Hardshells sind noch verbreiteter und garantiert winddicht. Um darunter nicht zu sehr zu schwitzen, müssen die Hardshelljacken sehr diffusionsoffen („atmungsaktiv“) sein. Solange es außerhalb der Jacke kälter und trockener ist als in der Jacke, tritt Feuchtigkeit durch die Membran als Wasserdampf aus. Leider kann es im scharfen Wind und bei Kälte dazu kommen, dass Feuchtigkeit zunächst an der Innenseite der Jacke kondensiert und dann sogar einfriert. Eine überfrorene Membran kann nicht mehr weiterarbeiten und der Effekt verstärkt sich negativ. Das Wetter muss für diesen Umstand zwar schon ungünstig sein, aber genau dann möchtest du dich ja auf deine Jacke verlassen können. Wenn du bei deiner Hardshell bleiben willst, schau also darauf, dass deine Jacke eine hochwertige Membran und ein paar Lüftungsöffnungen mit Reißverschluss hat. Ich schwöre auf meinen selbst genähten Etaproof-Anorak Ein winter­optimiertes Zwiebelprinzip? Die winteroptimierte Version greift das klassische Zwiebelprinzip auf, passt es aber an Anforderungen einer Wintertour an. Zum Beispiel ist davon auszugehen, dass es saukalt werden kann. Oder dass eine ordentlich durchgeschwitzte Merino-Unterwäsche ohne beheizte Hütte kaum mehr trocken zu bekommen ist. Daher modifiziere ich die Schichten und hole alles aus dem Zwiebelprinzip, was geht. Man könnte es auch das Plus-Paket nennen. Winteroptimierte Basisschicht Wer wenig schwitzt, kann gut bei Merinounterwäsche bleiben. Sie hat ebenfalls den großen Vorteil, dass sie auch nach einer Woche Tour nur mäßig müffelt und daher die gesamte Zeit anbehalten werden kann. Wähle die Schicht aber nicht zu dick. Zum richtigen Wärmen ist erst die nächste Lage zuständig. Vielschwitzenden Menschen empfehle ich jedoch einen Umstieg entweder auf Funktionskleidung aus Polypropylen oder Netzunterwäsche. Äh, NETZunterwäsche? Ja, nämlich speziell für Wintertouren konstruierte Modelle. Diese gibt es von der norwegischen Firmen Aclima und Devold aus Merinowolle (Aclima Woolnet, Devold Wool Mesh) und ebenfalls aus Norwegen von der Firma Brynje als Polypropylen-Schicht (Brynje Super Thermo). Der Vorteil dieser Netzstruktur liegt darin, dass sie zum einen Körperschweiß aufnimmt und abtransportiert. Zum anderen bildet die Struktur in ihren Waben kleine Luftpolster. Dadurch fühlt sich die Haut trockener an. Ich besitze verschiedene Shirts und kann den Effekt bestätigen. Diese Baselayer-Variante ist in Norwegen schon lange verbreitet. Hier in Deutschland erobert Netzunterwäsche erst langsam den Outdoormarkt. Wenn du lieber eine geschlossene Unterwäsche haben möchtest, dann empfehle ich dir einen Blick auf den italienischen Hersteller LIOD. Diese Marke verwendet ebenfalls Polypropylen. PP als Stoff ist nicht nur deutlich leichter als Wolle, er nimmt durch seine Struktur auch deutlich weniger Feuchtigkeit auf als Polyester (nach Herstellerangaben etwa 10x weniger). Für Vielschwitzer eignet sich diese Unterwäsche daher sehr gut. Mein LIOD-Unterhemd hat sich tatsächlich noch nie klitschnass angefühlt. Die Schicht darüber war allerdings schon öfter vom durchgeleiteten Schweiß durchfeuchtet. Der einzige Nachteil an Polypropylen ist, dass es eine Haptik wie ein Plastikteppich hat und Fussel anzieht. Helly Hansen bietete mit der Serie Lifa Merino einen interessanten Materialmix aus PP und Merino als Kompromiss an, der auch etwas modischer daherkommt. Der Wollanteil lässt die Lage zwar langsamer trocknen, aber dafür stinkt sie auch langsamer. Ich suche selbst noch nach guten Anbietern von Unterwäsche aus Alpakawolle oder heimischer Schafwolle. Wenn du da einen Tipp hast, schreib es gerne in die Kommentare. Winteroptimierte Wärmeschicht Was sich auf Wintertour zur Isolation weniger gut eignet, sind winddichte Zwischenschichten wie Daunenjacken, Primaloft-Pullover oder winddichte Softshelljacken. Sie wären nicht diffusionsoffen genug und Feuchtigkeit würde sich darunter stauen – oder noch schlimmer: direkt in der Isolation ansammeln. Die Daune fällt dann in sich zusammen und wird nutzlos, aber auch andere Materialien können feucht zum Problem werden. Grundsätzlich eignen sich dünne Wollshirts oder eine Kombination von zwei Isolationslagen, wenn es richtig kalt wird. Ich greife hier meistens zu einem Merinoshirt (200er Stärke) über dem Baselayer und manchmal noch einer Wollweste (400er Stärke) darüber, weil beide warm und luftig genug sind. Je nach Temperatur passe ich die beiden Schichten an und lasse sie oft genug ganz weg. Sollte das dünne Merinoshirt doch einmal nassgeschwitzt werden, trocknet es in Bewegung noch relativ schnell ab. Wer absolut auf Gewicht achten will, weil die Wärmeschicht bei milden Temperaturen in der Pulka bleibt, kann sich auch Longsleeves oder Hoodies aus dem luftig-meshartigen Polartec Alpha anschauen. Dieser Stoff sorgt für ein recht gutes Körperklima bei erstaunlich viel Wärmegewinn, vorausgesetzt die Schicht darüber bietet genug Windschutz. Es spricht aber auch viel dafür, bei der Wärmeschicht ebenfalls auf schnelltrocknende Materialien wie Polypropylen oder andere Fleecestoffe zu setzen. Du solltest einfach schauen, wie viel Isolation du für dich benötigst. Am Ende würde ich immer eher in eine gute Basisschicht und Wetterschicht investieren, als mir über die Wärmeschicht zu viele Gedanken zu machen. An den Beinen trage ich oft keine Isolationsschicht oder meine Polypropylen-Longjohns von LIOD. Winteroptimierte Wetterschicht Die Wetterschicht erfüllt bei mir auf Wintertouren keine zusätzliche Isolierfunktion. Stattdessen hält die perfekte Tourenjacke den Wind ab und soll Feuchtigkeit aus der Isolierschicht schnell verdunsten lassen. Eine winddichte Softshelljacke ist in trockener Kälte also besser geeignet als eine Hardshelljacke, kann aber bei Anstrengung schon zu warm sein. Gegen die Hardshelljacke spricht nur der oben genannte Effekt, dass Feuchtigkeit an ihrer Innenseite gefrieren kann. Beide sind also gut geeignet, aber nicht perfekt. Eine mögliche Lösung könnte eine Jacke oder ein Schlupfanorak aus Etaproof oder einer ähnlichen technischen Baumwolle sein. Da diese Jacken jedoch sehr teuer und wenig verbreitet sind, habe ich mich dafür an ein eigenes Nähprojekt eines Etaproof-Anoraks gesetzt. Das war zwar viel Arbeit, aber der Anorak schützt hervorragend vor Wind und gleichzeitig trocknet die Isolationsschicht darunter deutlich schneller als unter jeder Membran. Perfekt ist er dennoch nicht, denn für Regen brauche ich eine weitere Jacke. Wichtige Eigenschaften der äußeren Schicht sind ferner eine funktionelle Kapuze, winddichte Armabschlüsse und gute Bewegungsfreiheit. An den Beinen trage ich eine etwas dickere Softshellhose, die winddicht ist. Bei mir kommt dafür seit Jahren die Haglöfs Rugged Mountain Pant (inzwischen umbenannt in Rugged Standard Pant) zum Einsatz. Mehr Infos findest du im Beitrag über Tourenhosen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Weitere Anforderungen an das winter­optimierte Zwiebelprinzip Ein winter­optimiertes Zwiebelprinzip sollte gut aufeinander abgestimmt sein. So hast du bei milden Temperaturen die Möglichkeit, die Wetterschicht als Windschutz direkt über dem Baselayer zu tragen. Oder du kannst die äußere Schicht ganz weglassen, wenn es sonnig und windstill ist. Anfang April kann es nämlich vorkommen, dass du nur im Unterhemd durch die Sonne gleitest. Du weißt schon, die Netzunterwäsche. 😉 Polar thighs (Polare Dermatitis) Unter Polar thighs versteht man ein Phänomen, das vor allem bei längeren Expeditionen ins Eis auftritt und bei dem sich die Haut der Oberschenkel entzündet und bis zu offenen Wunden führen kann. Als wichtigster Risikofaktor wurde kalter Wind identifiziert, der zu oberflächlichen Erfrierungen auf der Haut führt, die sich dann durch Scheuern der Kleidung entzündet. Frauen scheinen dabei häufiger betroffen zu sein als Männer, was auf das Bindegewebe als zweiten Risikofaktor hindeutet. Aber auch Wolle ist im Verdacht, die Haut stärker zu reizen und für ein feuchteres Mikroklima zu sorgen als Kunstfaserunterwäsche. Auf normalen Wintertouren kommen Polar thighs zwar seltener vor, aber auch dort ist es schon passiert. Solltest du also auf deiner Tour große rote Flecken oder sogar wunde Haut an deinen Oberschenkeln bemerken, solltest du handeln. Ein isolierender Rock oder ein längerer Parka können vor Wind schützen. Ich empfehle dir auch den Versuch, auf Kunstfaserunterwäsche zu wechseln. Entzündete Haut solltest du mit desinfizierender Wundsalbe pflegen, trocken halten und einen Hüttenaufenthalt in Erwägung ziehen. Tipps und Tricks Mein winter­optimiertes Zwiebelprinzip ist auf Bewegung ausgelegt, daher solltest du in der Pause immer eine Daunenjacke oder zumindest eine Daunenweste überziehen. Trage nicht zu viele Schichten, um nicht zu schwitzen. Trage nicht zu wenige warme Schichten, um bei Anstrengung variieren zu können. Folge der alten Läuferweisheit: „Zu Beginn frieren, um später nicht zu schwitzen.“ Wenn du an den Füßen schwitzt, dann probiere es mit speziellen VBL-Socken. Diese sind dampfdicht und so kommt kein Schweiß in die Wollsocken. Am Rest des Körpers habe ich VBL noch nie probiert, stelle es mir aber auch extrem unangenehm vor. Wenn du keine Hardshelljacke als Wetterschicht benutzt, denk bitte daran, eine einfache Regenjacke mitzunehmen. Manchmal regnet es sogar auf einer Wintertour. Richtig lange Zipper am Hals eignen sich bei jeder Schicht gut dazu, den Wärmestau zu regulieren, ohne sich gleich ganz umziehen zu müssen. Wenn du doch mal etwas trocknen musst, geht das am besten am Körper. Achte aber penibel darauf, dich dabei nicht zu unterkühlen! Solch ein winter­optimiertes Zwiebelprinzip gilt z. B. auch für Handschuhe. Um zum Schluss: Achte möglichst immer auf nachhaltige Bekleidung ohne Schadstoffe, zum einen trägst du sie lang auf deiner Haut, zum anderen haben wir dann alle mehr von der Natur. Frische Unterhose auf Wintertour Zum Schluss möchte ich dir noch den Geheimtipp verraten, wie du bei jedem Wechsel eine relativ frische Unterhose anziehen kannst und dafür trotzdem nur zwei Unterhosen benötigst. Du ziehst Hose A für einen Tag an und wechselt dann zu Hose B. Im Vergleich ist sie relativ frisch. Hose B trägst du zwei Tage lang, bis du wieder auf Hose A wechselst (im Vergleich relativ frisch). Hose A bleibt dann für drei Tage an dir… und du ahnst, wie es weitergeht. 😉 Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Tourenhose für Wintertouren](https://www.winterfjell.de/tourenhose-fuer-wintertouren/) Published: 2019-02-17 | Updated: 2026-07-10 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Um ehrlich zu sein, habe ich mir erst recht spät genauere Gedanken über meine Tourenhose für Wintertouren in Skandinavien gemacht. Wichtiger waren mir zunächst die perfekte Tourenjacke und warme Füße. Auf meinen ersten Touren war ich daher mit einer normalen Outdoorhose aus Mischgewebe unterwegs, was zusammen mit einer Merino-Leggings ausreichend warm, aber sehr nässeempfindlich war. Inzwischen habe ich aber auch meine Hosenwahl optimiert und stelle dir hier meine Erfahrungen zur Verfügung. Inhaltsverzeichnis Zwiebelprinzip bei der Hose für WintertourenSchichten richtig kombinieren Wünsche an die perfekte Tourenhose für Wintertouren Guter Sitz und genügend Bewegungsfreiheit Genügend Wärme am BeinKunstfaser- oder Daunenhosen Hardshell- oder Regenhose Und was ist mit Geruch im Winter? Wie viel kostet eine Tourenhose für Wintertouren? Zwiebelprinzip bei der Hose für Wintertouren Das Zwiebelprinzip ist bekanntlich oft die bessere Wahl als eine einzelne warme Hose. In Bewegung reichen dir weniger Schichten als abends im Lager. Es ist also von Vorteil, wenn du verschiedene Schichten kombinieren kannst. So lässt sich deine Kleidung der Temperatur und deiner Aktivität anpassen. Das gilt nicht nur für die Hose. Zum Weiterlesen findest du daher auch meine Überlegungen zu einem winteroptimierten Zwiebelprinzip. Schichten richtig kombinieren Die äußere Schicht ist die wichtigste und soll vor allem den kalten Wind abhalten, nicht durchfeuchten und schnell trocknen. Flauschige Fleecehosen sind daher ungeeignet, eher sind winddichte Stoffe wie wasserabweisende Softshell geeignet. Dabei sollte der Stoff ausreichend robust sein, um den Kontakt mit einem Stahlkantenski oder einen Sturz auszuhalten. Etaproof oder Baumwoll-Mischgewebe sind zwar ebenfalls robust, saugen sich bei Nässe aber voll und sind höchstens für trockene, niedrige Temperaturen geeignet. Komplett wasserdichte Hardshells sammeln bei mir meist Minuspunkte mit ihrem Tragegefühl, ihrem Feuchtigkeitsmanagement und ihrer Robustheit, sind aber generell geeignet. Die innere Schicht ist klassischerweise eine lange Merinounterhose. Je nach Temperatur lasse ich diese aber weg. Bis etwa -10 °C ist mir eine zusätzliche Leggings in Bewegung einfach zu warm, es sei denn, es ist sehr windig. Leider muss man diese Entscheidung im Normalfall schon morgens für den ganzen Tag treffen oder sich später umständlich umziehen. Die unterste Schicht wird deine Unterhose sein. Aus leidvoller Erfahrung rate ich zu einem bewährten Modell, mit dem du dir ganz sicher keinen „Wolf“ läufst (schmerzhaftes Wundscheuern der Innenseite der Schenkel). Ob du kurze oder lange Unterhosen wählst, überlasse ich deinem Geschmack. Ich trage meine Boxershorts mittellang, so bleiben die Oberschenkel etwas wärmer. Extra warme Schichten können eine zusätzliche Wollhose als Midlayer oder eine warme Überhose als Isolationsschicht für den Abend sein. Eine Daunenhose wiegt fast nichts und bietet viel Komfort. Kunstfaserfüllungen wiegen zwar mehr, eignen sich aber genauso und sind dafür etwas weniger feuchtigkeitsempfindlich. Wenn du Gewicht sparen willst, schau dich nach Isolations-Shorts um. Die Waden kommen eher ohne Isolation aus als Oberschenkel und Gesäß. Als wasserdichte Schicht gehört eine einfache Hardshell ins Gepäck, denn manchmal regnet es tatsächlich auch im winterlichen Fjell. Außerdem hast du so ein Backup für deine Tourenhose. Grundsätzlich gilt, dass verschiedene Kombinationsmöglichkeiten mehr Variabilität schaffen. Wenn du abends im Zelt deine dicke Leggings oder Wollhose unter die Hardshell ziehst, sparst du schnell eine zusätzliche Isolierhose und bleibst trotzdem warm und flexibel. Wünsche an die perfekte Tourenhose für Wintertouren Wenn ich meine Wünsche an eine Hose äußern dürfte, dann wären es folgende: robuste Softshell als Obermaterial Lüftungszipper an den Schenkeln Beinabschluss mit Riegel oder integrierter Gamasche mit Schuhhaken verstärkte Beinenden als Schutz vor den Stahlkanten der Ski Hosenbund hoch genug, damit die Nieren beim Bücken nicht auskühlen (oder einen Nierenwärmer ergänzen) verstellbare Hosenbundweite oder mit elastischem Gürtel Beintaschen für Karte, Kompass und Schokoriegel (auf Gesäßtaschen könnte ich verzichten) Verstärkter Gesäß- und Kniebereich, möglichst wasserabweisend für Herren: Zipper zum Austreten (dann auch Unterwäsche mit Eingriff) für Damen: Dropseat-Funktion Ich habe Hosenträger an meiner Tourenhose, weil sie eher weit geschnitten ist Guter Sitz und genügend Bewegungsfreiheit Ein guter Sitz sorgt für eine bessere Blutzirkulation und so bleiben deine Füße länger warm. Achte deshalb auf genügend Bewegungsfreiheit. Bei mehreren Schichten ist es außerdem sinnvoll, dass nicht alle Bündchen direkt übereinander liegen. Vielleicht lohnt sich auch ein Blick auf Latzhosen oder Hosenträger. Ich habe vor Jahren einmal ziemlich Juckreiz unter dem Hosengummi meiner Longjohn bekommen. Allerdings drückte direkt darauf der Bund der Tourenhose samt Gürtel und der etwas zu schmale Pulkagurt aus einer Bundeswehrkoppel. Vielleicht hing es zusammen? Ich probiere jedenfalls auch so etwas inzwischen vorher aus. Zu weite Hosen flattern gerne im Wind, gleichzeitig muss die Hose aber so weit sein, dass noch genügend Schichten darunter passen. Unten sollte die Hose lang genug sein, damit es nicht hineinzieht. Ich empfehle außerdem das Tragen von Gamaschen. Du wirst mutmaßlich einige Hosenmodelle ausprobieren müssen, um das perfekte Modell für dich zu finden. Genügend Wärme am Bein Eine Softshellhose reicht mir als Tourenhose für Wintertouren oft ohne weitere Schicht darunter. Ich könnte also sagen: „Beine sind nicht mein Problem.“ Meine Haglöfs Rugged Standard Pant (Nachfolger ist die Magma Rugged Pant) ist allerdings auch eine dicke Softshellhose. Wenn es kälter als -15 °C wird, ziehe ich meist eine LIOD Gripp Longjohn aus Polypropylen unter. Diese transportiert die Feuchtigkeit etwas schneller als Merino, wenn ich ins Schwitzen komme. Alternativ gibt es Netzunterwäsche von Brynje, Devold oder Aclima, die für ein gutes Mikroklima unter der Tourenhose sorgen. Merinounterwäsche ist selbstverständlich für dich vollkommen in Ordnung, wenn du eher wenig schwitzt. Auch ein Blick auf Unterwäsche in halber oder dreiviertel Länge kann sich für dich lohnen. Es gibt zum Beispiel Boxershorts, die fast bis zum Knie reichen. Wenn es richtig kalt wird, kann eine dickere Wollhose (400er-Stärke) als mittlere Schicht zusätzliche Wärme spenden. Damit das in Bewegung nötig wird, muss es aber sicher schon unter -20 °C kalt sein. Kunstfaser- oder Daunenhosen Für Thermohosen am Abend oder bei längeren Pausen bieten sich dickere Isolationen aus Daune oder Kunstfaser an. Für die ersten Touren brauchst du so etwas aber noch nicht. Im Zweifelsfall kann eine Wollfleecehose gute Dienste leisten. Oder du schlüpfst einfach immer früh in den Schlafsack und sparst dir das Gewicht. Bei milderen Temperaturen habe ich sowieso eine Merino-Longjohn zum Unterziehen für den Abend dabei. Wenn es richtig kalt werden soll, ergänze ich doch meine leichte Daunenhose von Cotopaxi mit knapp 300 g Gewicht. Sie passt in ihre eigene Hosentasche. Einer meiner Tourenpartner trägt sogar nur eine leichte kurze Isolierhose, damit das Gesäß warm bleibt. Schau dir einmal die Pajak Ghost Shorts an. Und es müssen nicht immer Hosen sein: Auch ein Daunenrock ist grundsätzlich schnell anzulegen. Kleiner Tipp: Die Überhose sollte eine Nummer größer ausfallen, damit du sie über deine Tourenhose bekommst. Und wenn du deine Isolierhose schnell überziehen willst, sollte sie über Reißverschlüsse an den Beinen verfügen. Daunenhosen müssen im Vergleich zur Daunenjacke etwas weniger voluminös ausfallen. Ich würde dennoch mindestens nach 100 Gramm guter Gänsedaunenfüllung Ausschau halten. Das reicht für Skandinavien. Ein häufig gehörter Tipp ist die Flash Pants von Western Mountaineering. Durchgesteppte Nähte sind konstruktionsbedingt kühler als eine Boxkammerkonstruktion. Aufwendige Konstruktionen brauchen aber mehr Daunenfüllung (~180 Gramm bei Größe XL). Hardshell- oder Regenhose Auch im Winterfjell kann es manchmal regnen oder zumindest nass werden. Deshalb gehört ein Nässeschutz ins Gepäck. Ich wähle dafür die leichte Berghaus Paclite Regenhose mit seitlichem Reißverschluss, da sie mit 270 g leicht ist und ich sie schnell überziehen kann. Da ich auf Wintertouren grundsätzlich nur eine Tourenhose dabeihabe, ist die Regenhose zusammen mit einer Leggings gleichzeitig mein Backup. Eine Hardshellhose mit Membran wie etwa Gore-Tex trage ich deswegen nicht, weil ich lieber eine richtige Hose aus festerem Stoff am Bein habe. Das Tragegefühl bei den meisten 3-Lagen-Hosen finde ich gewöhnungsbedürftig. Die Skitourengeher dieser Welt sehen das anders und tragen alle Hardshell-Skihosen. Du hast also selbst die Wahl. Entscheide dich nach deinen eigenen Vorlieben. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und was ist mit Geruch im Winter? Auf einer Wintertour hast du wenig Gelegenheit, dich zu waschen. Oft bleibt nur ein Feuchttuch. Deswegen bewährt sich Merinounterwäsche so. Sie nimmt weniger Geruch an und die Wolle wirkt geruchsneutralisierend. Trotzdem müffelt es ab einer Woche leicht von der Unterwäsche. Ich empfehle, das einfach zu akzeptieren und nur mit wirklich netten Menschen auf Tour zu gehen. Sagt die eine Pobacke zur anderen: „Im Flur stinkt’s!“ Ich habe mir sagen lassen, dass Körpergeruch gegen eine Latzhose als Tourenhose für Wintertouren spricht, da Latzhosen bauartbedingt manchmal einen Schwall Luft nach oben herausblasen. 😀 Vielleicht sollte man spätestens jetzt einen Hüttenaufenthalt einschieben, wo wenigstens eine Eimerwäsche möglich ist. Wie viel kostet eine Tourenhose für Wintertouren? Je nach Hersteller wirst du mit 150 bis 250 Euro rechnen müssen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Worauf es bei Gamaschen ankommt](https://www.winterfjell.de/worauf-es-bei-gamaschen-ankommt/) Published: 2022-01-08 | Updated: 2025-05-13 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Sobald der Schnee tiefer wird, kann es passieren, dass du darin einsinkst. Der lose Schnee gelangt dann schnell in deine Hosenbeine oder bis in die Stiefel. Schmilzt er dort, werden zuerst deine Socken und dann die ganzen Stiefel durchnässt. Da nasse Füße auf Wintertour aber nicht nur äußerst unangenehm, sondern sogar gefährlich sind, schützen sich die meisten im Winter mit Gamaschen vor dem Eindringen des Schnees. Inhaltsverzeichnis Welche Gamaschen-Typen kommen infrage?Das normale Modell Die Yeti-Gaiter Stiefel mit fester Gamasche Tourenhosen mit integrierten Gamaschen Worauf solltest du bei Gamaschen achten?Material Verschluss Guter Sitz Tipps und Tricks Welche Gamaschen-Typen kommen infrage? Es gibt unterschiedliche Arten von Gamaschen. Kurze Modelle, wie sie beim Trailrunning verwendet werden, kommen nicht infrage, aber alle anderen gut schließenden Varianten sind prinzipiell möglich. Das normale Modell Die klassische Gamasche wird um die Wade gelegt und vorne verschlossen. Sie besitzt unten einen Steg, der unter dem Fuß durchgeführt wird. Das An- und Ausziehen ist einfach und es gibt Modelle aus verschiedenen Materialien. Üblicherweise sind die Stoffe wasserdicht. Dazu gleich mehr. Die Yeti-Gaiter Die Yeti-Gaiter von Berghaus sind spezielle Gamaschen, die fest über den Schuh gezogen werden und dort im Normalfall dauerhaft verbleiben. Der gesamte untere Schuh wird von einer Gummihülle umschlossen und ist so zusätzlich vor Feuchtigkeit geschützt. Die Hülle muss dafür entsprechend eng anliegen. Das erste Überziehen über den Stiefel ist eine echte Herausforderung und mit Fluchen verbunden. Tipps und Tricks findest du auf Youtube. Manche Skistiefel aus Leder sind leider zu weich für dieses Modell, da die starke Spannung des Yeti-Gummis die Schuhsohle verbiegt. Stiefel mit fester Gamasche Noch dichter als die Yeti-Gaiter zum Nachrüsten gibt es Skistiefel mit fest verbauter Gamasche. Besonders die Firma Alfa aus Norwegen ist dafür bekannt. Auf der einen Seite schützen diese sehr gut den Stiefel, auf der anderen Seite fehlen dir damit die Variationsmöglichkeiten. Gerade bei milden Temperaturen können sie zu warm sein. Tourenhosen mit integrierten Gamaschen Bei einigen Tourenhosen ist eine Gamasche integriert. Meistens findet sich dafür ein Schnürsenkelhaken am Hosenbein und der Beinabschluss ist mit einem Gurtband oder Gummi schneedicht verschließbar. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Hosenbeine für diese Funktion etwas länger sein müssen, als ich sie sonst trage. Für mich funktioniert das Konzept ganz gut. Viele Tourenhosen haben integrierte Gamaschen Worauf solltest du bei Gamaschen achten? Wenn du schon Gamaschen besitzt, würde ich diese einfach auch im Winter nutzen und vorerst keine neuen anschaffen. So speziell ist die Verwendung im Winter dann doch nicht. Wenn du aber auf der Suche bist, empfehle ich einen Blick auf folgende drei Punkte: Material Für Wintertouren sollte das Material der Gamaschen atmungsaktiv sein. Es kommen also entweder hochwertige Stoffe wie Gore-Tex oder Technical Cotton (ein Baumwollmischgewebe) infrage. Gore-Tex-Gamaschen sind absolut wasserdicht, lassen aber Wasserdampf noch ausreichend durch. Da man an den Waden nicht so stark schwitzt, ist Gore-Tex hier gut geeignet. Da das Durchnässen von außen bei großer Kälte eher selten vorkommt, bietet sich Technical Cotton meiner Meinung nach ebenfalls an. Das Material ist robust und verträgt auch mal eine Stahlkante vom Ski oder einen Zacken vom Schneeschuh. Außerdem lässt sich Baumwolle gut abbürsten. Gute Erfahrungen habe ich mit den Singi Gaiters von Fjällräven gemacht. Nebenbei bemerkt: Auf der Liste der hilfreichen Gegenstände auf Wintertour ist eine Bürste eh eine sehr praktische Ergänzung! In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Verschluss Die meisten Gamaschen besitzen eine durchgehende Klettverschlussleiste an ihrer Vorderseite. Allerdings hat Klettverschluss den Nachteil, dass er zum Vereisen neigt und dann nicht mehr fest schließt. Daher bieten sich Gamaschen mit einem zusätzlichen Reißverschluss besser für Wintertouren an. Zwar kann der Reißverschluss ebenfalls vereisen, lässt sich aber über dem Kocher leichter wieder auftauen. Ein zusätzlicher Druckknopf oben und unten sichert den Verschluss. Guter Sitz Wichtig finde ich, dass die Gamaschen steif genug sind, um nicht zu verrutschen. Sie dürfen nicht zu eng sitzen, damit die Blutzirkulation nicht gestört wird. Darauf musst du vor allem am oberen Ende achten. Gleichzeitig sollen die Gamaschen so eng anliegen, dass sie ihre Funktion erfüllen können und kein Schnee in die Stiefel gelangen kann. Damit die Gamasche nicht verrutscht oder sogar nach oben wandert, haben fast alle Modelle einen Steg und zusätzlich einen Schnürsenkelhaken. Mit der Position des Hakens an den Schnürsenkeln kannst du oft auch etwas den Sitz am Stiefel variieren. Tipps und Tricks Gamaschen können auch zu warm sein, lasse sie dann weg. Für besonders kalte Füße gibt es isolierende Modelle wie die Yeti Gaiters Extrem Pro Insulated. Für große Winter- oder Skistiefel müssen Gamaschen ebenfalls groß ausfallen. Wenn du deine Gamaschen abends an den Stiefeln lässt und den Schaft geschickt verschließt, kannst du sicher sein, dass über Nacht in der Apsis kein Flugschnee oder Kondenswasser in die Stiefel gelangt. Gamaschen sind also ein wichtiger Bestandteil, um deine Füße trocken und warm zu halten. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ## Fjellski und Skiausrüstung ### [Skibindungen und Skistiefel](https://www.winterfjell.de/skibindungen-und-skistiefel/) Published: 2025-04-25 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Auch wenn Schneeschuhe für die ersten Versuche eine gute Wahl sind, greifen doch die meisten Menschen auf Wintertouren im skandinavischen Fjell auf Fjellski zurück. Diese Art Ski sind breiter als Langlaufski, aber schmaler als Abfahrtski und weniger tailliert. Ebenso speziell sind die Skibindungen, die den Ski und deine Skistiefel miteinander verbinden. Welche Modelle sich dabei besser eignen und welche nicht, möchte ich kurz erläutern. Inhaltsverzeichnis Warum keine normalen Abfahrtski mit Tourenbindung? Geeignete Bindungen für WintertourenSNS und NNN NNN BC für den rauen Einsatz NN Bindung (3-Pin) NN Kabelbindung im Telemarkstil Spezielle Bindungen Rottelfella Xplore Fangriemen an der Skibindung Rottefella Bindung mit Schnur zum Öffnen Montage der SkibindungPosition der Löcher bestimmen Löcher bohren und verkleben Schrauben anziehen und sichern Reparatur-Set für die Tour Die passenden Stiefel zu deiner BindungWasserdichte Skistiefel Vier weitere Tipps für deine Skistiefel Übersicht über erprobte Stiefel für WintertourenItalienische Skistiefel Skandinavische Skistiefel Andere Hersteller Warum keine normalen Abfahrtski mit Tourenbindung? Deine vorhandene alpine Skiausrüstung zu verwenden, ist aus Kostengründen gewiss ein naheliegender Gedanke, würde aber weniger Freude bedeuten. Du hättest nicht nur weniger Geradeauslauf damit. Mit einer automatischen Tourenbindung und den dazugehörigen steifen Skistiefeln lässt sich der Fuß auch weniger bewegen und würde auf einer klassischen Wintertour zu wenig durchblutet. Du bekommst damit also eher kalte Füße. Die meisten Backcountry-Skistiefel sind deutlich weicher. Häufig werden sogar Stiefelmodelle aus Leder verwendet. Die normalen Abfahrtski taugen daher nicht für traditionelle Wintertouren mit vielen ebenen Flächen, besser sind die erwähnten Fjellski. Geeignete Bindungen für Wintertouren Die meisten Langlaufbindungen kommen grundsätzlich für den Einsatz auf einer leichten Wintertour infrage. Wenn du bereits eine Ausrüstung für Offtrack-Cruising im heimischen Wald hast, dann kannst du damit auch deine ersten Gehversuche starten. Klassische Langlaufski haben jedoch meist etwas zu wenig Auflagefläche für ungespurten Tiefschnee und sind daher eher für gespurte Loipen oder viel begangene Wege geeignet. Wenn du dir langfristig eine komplette Backcountry-Fjellski-Ausrüstung zulegen möchtest, solltest du für die Bindung je nach Modell 80 bis 190 Euro einplanen. Im Set mit Ski und Stiefeln kannst du oft sparen. Als Entscheidungshilfe gibt es diese Übersicht über passende Bindungen für Wintertouren: SNS und NNN Die beiden Bindungssysteme SNS (Salomon Nordic System) und NNN (New Nordic Norm) sind sich vom Aufbau sehr ähnlich, aber leider nicht untereinander kompatibel. Bei beiden ist vorne an der Schuhspitze ein Quersteg montiert, der in die Bindung einrastet. Ein Gummipuffer am Ski sorgt dafür, dass der Stiefel wieder in seine Ausgangsposition zurückgedrückt wird. Der Unterschied zwischen beiden Systemen ist der, dass bei SNS die Bindung einen langen Riegel von vorne bis hinten hat, der in das Profil der Skistiefel passen muss. Bei dem NNN-System gibt es diesen so nicht. Dort finden sich stattdessen zwei schmale Stege am Rand. Das Profil von sportlichen Langlaufstiefeln ist oft leider nicht zum längeren Laufen ohne Ski ausgelegt und eher eine rutschige Angelegenheit. Ein Problem kann bei beiden Systemen das Festfrieren der Bindungsmechanik sein. Dann lässt diese sich nicht mehr öffnen und dir bleibt nichts anderes übrig, als sie aufzutauen oder den Skistiefel am Ski zu lassen. Auch etwas Türschlossenteiser nützt im Gepäck. Der Quersteg am Schuh kann ebenfalls vereisen und lässt sich dann nicht mehr einrasten. Das lässt sich aber mit etwas Stochern mit einem Messer leichter beheben. Sind diese Bindungen deshalb ungeeignet? Die Schneebeschaffenheit und die Temperaturen müssen schon ungünstig zusammenfallen, damit alles vereist. Nasser Sulzschnee und leichte Minusgrade können dazu führen. Bei dauerhaft tiefen Temperaturen sollte es kein Problem sein. Die SNS- und NNN-Bindungen sind im Langlauf in Mitteleuropa der Standard. Normale Langlaufstiefel sind meist zu wenig isoliert, es gibt aber auch passable Skistiefel für Wintertouren mit diesen Systemen. Besser eignet sich aber das BC-System. NNN BC für den rauen Einsatz Eine Erweiterung des normalen NNN Systems stellt die Version BC dar. BC steht dabei für Backcountry, also den Einsatz außerhalb der Loipe. Durch eine breitere Bindungsplatte ist diese etwas stabiler und wintertauglicher. Allerdings ist die BC-Version nicht mit der Non-BC-Version kompatibel. Wenn du also bei der Bindung der Fjellski auf die Version NNN BC zurückzugreifen willst, brauchst du ebenfalls passende (neue) Skistiefel. Die automatischen NNN BC-Bindungen sind in sehr seltenen Fällen wie bei SNS und NNN etwas anfälliger zu vereisen als die robusteren manuellen BC-Bindungen. Achtung: Automatik meint den automatischen Verschluss, keine Auslöseautomatik beim Sturz! Die manuellen NNN-BC-Bindungen wie die Rottefella BC Manual oder die breitere Rottefella BC Magnum bilden deshalb den aktuellen Standard für Wintertouren. Sie sind die am meisten verbreitete Bindung für ausgedehnte Touren mit sanftem auf und ab. Steighilfen gibt es keine. Ein Nachteil der manuellen Bindung im Vergleich zur Automatik ist der Umstand, dass du dich zum Betätigen bücken musst. Die Salomon BC Outside lässt sich mit dem Stock zum Einstieg betägigen, aber zum Öffnen musst du dich bücken. Vergleich der NNN-Bindung mit der 75mm NN-Bindung NN Bindung (3-Pin) Die NN Bindung wird vor allem in Skandinavien noch von vielen verwendet. Die beiden Buchstaben stehen für Nordic Norm, aber leider ist das System nicht mit der New Nordic Norm kompatibel. Der Stiefel ist bei NN anders konstruiert. An seiner Spitze steht die Sohle wie ein Schnabel über. In dieser Spitze befinden sich von unten drei Löcher, in welche bei einfachen NN-Bindungen drei Stifte der Bindung eingehakt werden. Daher nennt man sie auch 3-Pin-Bindung. Anschließend wird von oben ein Riegel der Bindung über die Schuhspitze geklappt und der Schuh so fixiert. Das ist zwar etwas umständlicher zu bedienen als die neueren Systeme, aber sehr robust. Beispiele sind die Bindungen Rottefella Super Telemark und Voile HD Mountaineer 3-Pin, auch liebevoll „Zitronenpresse“ genannt. Achtung! Es gibt auch einen Unterschied innerhalb des NN-Systems: Die Schuhspitze gibt es in Ausführungen mit 75 mm Breite (NN 75) und selten nur 50 mm (NN 50) bei schmalen Stiefeln. Bindungen und Stiefel müssen hier gleich breit sein! Die Kraft wird bei der NN-Bindung über die Sohle übertragen. Durch die ausschließliche Fixierung an der Stiefelspitze hat der Schuh etwas weniger Fersenhalt als bei einer Kabelbindung. Außerdem müssen die Löcher genau auf den Pins sitzen, weil der Stiefel sonst abrutschen kann oder die Sohle beschädigt wird. Ein Schwachpunkt kann auch die Knickstelle am Stiefel sein, wo bei zu weichen Stiefeln das Material brüchig werden kann. Bindung mit Hackenhebel und ohne NN Kabelbindung im Telemarkstil Diese Kabelbindungen erinnern an die alten Kabelsysteme vor einigen Jahrzehnten, sind aber deutlich weiter entwickelt. Anders als beim einfachen NN-System führt eine Kabelbindung um die Ferse. Dort wird dieses Kabel mit einem Kipphebel am hinteren Sohlenrand auf leichte Spannung gebracht. Dadurch wird der Schuh stärker fixiert, das System funktioniert selbst noch bei gebrochener Schuhsohle und der Ski lässt sich dadurch gut steuern. Vereisen kann an einer Kabelbindung nichts. Es gibt auch Modelle, die sowohl 3-Pin als auch Kabel-Mechanismus vereinen. Die verbreiteten Modelle sind die Kabelbindung der norwegischen Firma Rottefella oder die amerikanischen Modelle der Firma Voilé. Achte beim Kauf auf die richtige Länge des Kabels, passend zu deinem Stiefel. Ursprünglich waren diese Kabel tatsächlich aus flexiblem Draht, daher der Name. Voilé hat weiterhin einen weicheren Spiraldraht sowie einen festen Stahldraht für die Hackenbindung im Programm. Ein anderes Modell mit weicherem Kabel war die Rottefella Riva Bindung, die es nicht mehr zu kaufen gibt. Bei den aktuell noch im Fjell zu findenden Modellen Rottefella Chili, 412 und Cobra oder der G3 Targa haben sich die Hersteller ausschließlich für einen festen Stahldraht entschieden. Kabelbindungen haben auch Nachteile: Der erste kleine Nachteil einer Kabelbindung ist, dass du zum Spannen des Kipphebels deutlich in die Hocke gehen musst. Ein etwas größeres Problem kann es werden, wenn das Kabel um die Ferse nicht genügend Abstand vom Schuh hat. An dieser Stelle kann das Kabel den Schuh durchscheuern. Schuh und Kabelbindung müssen daher nicht nur vom System zusammenpassen, sondern auch in der Praxis. Nimm also im Zweifel deine Stiefel oder Ski samt Bindung mit zum Kauf. Die 75 mm NN-Kabelbindung ist die klassische Bindung zum „Telemarken“ und ist dann die beste Wahl, wenn du die Berge richtig abfahren willst. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie dieses System auch beim Abfahrtski verwendet wird, lies am besten den Artikel über Telemarken bei Wikipedia. Es gibt für steilere Hänge auch eine einfache Steighilfe als Zubehör, sofern sie nicht vorhanden ist. Mit diesem Kabelbindung-System sind Generationen (und auch ich) relativ problemlos unterwegs gewesen. Inzwischen scheint es aber auch durch das höhere Gewicht etwas aus der Mode zu kommen. Spezielle Skibindungen ermöglichen es, mit normalen Wanderstiefeln zu fahren Spezielle Bindungen Da für die eisigen Temperaturen an den Polkappen „normale“ Tourenstiefel nicht immer ausreichend sind, gibt es spezielle Bindungen für Polarreisende. Der Australier Eric Philips hat ein eigenes Modell für dicke Winterstiefel wie Kamiks entwickelt, welches aber eine sehr weiche Führung mit wenig Unterstützung für den Fuß hat. Sie ist daher nicht für lange Abfahrten im Schneepflug gedacht, sondern für lange Geradeausfahrten auf flachem Untergrund. Eine ähnliche Bindungsart sind die OAC-Bindung oder die fast baugleiche X-Trace, in welche du mit deinen normalen Winterstiefeln steigen kannst. Eine weitere Bauart ist die Alternative Finngrip Easy 5.0 Bindung aus Kuusamo im Nordosten Finnlands. Wenn du viele Abschnitte mit Fußmärschen erwartest, können diese Bindungen nützlich sein. Die Sohle sollte für diese Bindungsart noch über etwas Flexibilität verfügen, starre steigeisenfeste Bergstiefel sind nur bedingt geeignet. Noch recht unbekannt sind die Stiefel-Adapter von Nordic-Step, mit denen du unter deinen normalen Stiefeln eine Platte befestigst, die dann wiederum in die NNN-BC, NNN oder 75-mm-NN-Bindung passt. Ein Vorteil dieser Variante ist es, dass schon eine Adapterplatte im Team ausreichen kann, falls ein Skistiefel kaputtgeht (einheitliche Bindungen vorausgesetzt). Mehr als diese Notlösung wären die Adapter für mich aber nicht. Rottelfella Xplore Das zur Saison 2022 neu erschienene Bindungssystem Rottefella Xplore sah ich zunächst noch etwas skeptisch: Es bietet zwar eine Innovation in der Bindungstechnik, wie es sie lange nicht mehr gab, musste sich aber in der Praxis erst beweisen. Die Pins, die in der Zehenkappe stecken, sind federgelagert. Wenn dort einmal Feuchtigkeit oder Dreck hineingelangt ist, kann das zum Problem werden. Es gibt sogar ein extra Schmierfett und eine Wartungsanleitung dafür. Wenn eine klassische BC Automatik-Bindung vereist war, blieb der Stiefel am Ski oder musste im Zelt über dem Kocher abtauen. Bei der Xplore-Bindung wäre das Problem umgekehrt: Wenn die Pins im Stiefel stecken, findet der Ski keinen Halt am Schuh. Das wäre deutlich fataler, denn mit nur einem Ski läuft es sich schlecht. Es gibt Hinweise, dass ich mit meiner ursprünglichen Skepsis nicht ganz falsch lag, wenn das norwegische Outdoor-Magazin UTE von Problemen mit der Xplore Bindung berichtet, auch wenn es bei den klemmenden Pins kein Eisproblem war sondern Sand. Ob hier ein neues taugliches System für lange unabhängige Touren entwickelt wurde, entscheidest du am besten selbst. Ich gestehe aber, dass sich bisher keine haufenweisen Probleme damit aufzutun scheinen. Ich konnte die Bindung selbst ausprobieren und kann die Vorteile in der Abrollbewegung, den Komfort der integrierten Steighilfe und den zusätzlichen Komfort beim Ein- und Aussteigen absolut nachvollziehen, wenn sie sich denn nur bei widrigen Bedingungen als verlässlich beweisen. Aber viele Menschen sind ziemlich zufrieden damit. Fangriemen an der Skibindung Stell dir vor, du hast den halben Tag lang einen Hang bestiegen und oben löst sich aus irgendeinem Grund der Stiefel vom Ski und siehst ihn zurück ins Tal sausen, wo er im Tiefschnee zwischen den Bäumen verschwindet. Abhilfe kann in solch einem Fall ein Fangriemen liefern, der an der Bindung und deinem Stiefel oder Gamasche befestigt ist. Bei normalen Touren mit Fjellski und Pulka sind diese Skifänger zwar eher unüblich, aber wenn du zum Telemarken auch mal einen Gipfel erklimmen willst, sind Fangschnüre eine Überlegung wert. Rottefella Bindung mit Schnur zum Öffnen Manchmal sind die manuellen Bindungen wie die Rottefella Manual oder Magnum mit dicken Handschuhen schwierig zu öffnen. Auch die Handkraft spielt dabei eine Rolle. Dafür habe ich mir eine einfache Lösung überlegt, die schnell angebracht ist und das Öffnen sehr viel leichter macht. Rottefella Bindung mit Schnur zum Öffnen Ich habe einfach zwischen den Lamellen ein kleines Loch (3 mm) gebohrt und eine etwas dünnere Reepschnur hindurchgefädelt. Der Knoten bleibt im Inneren verborgen und stört nicht. Wähle die Schlaufe außen aber nicht zu lang, damit sich diese nicht verfängt. Fand das Ergebnis so großartig, dass ich es auch an meinen eigenen Ski verbaut habe! Inzwischen hat das Salomon bei deren BC Outside Bindung ähnlich umgesetzt. Montage der Skibindung Idealerweise lässt du dir deine Bindung direkt im Geschäft montieren. Oft ist das beim Kauf eines Sets kostenlos oder zumindest sehr günstig möglich. Da es aber nicht immer den Laden um die Ecke gibt, bleibt dir manchmal nur Do-it-yourself. Position der Löcher bestimmen Entweder liegt bei deinem neuen Bindungsset eine Schablone für die Montage bei oder du findest eine im Internet. Frag auch in Foren oder beim Verkäufer/Hersteller danach. Wenn du gar nichts findest, musst du dir selbst eine Schablone erstellen: Die Löcher der Bindung werden auf Papier übertragen und dieses dann mit Tesafilm auf den Ski geklebt. So kannst du die Bohrungen sauber setzen. Die richtige Position ist häufig auf dem Ski markiert und auch an Bindungen wie denen von Rottefella ist diese Markierung, sodass du einfach nur Linie auf Linie setzen musst. Diese Linie kannst du auch finden, indem du den Ski auf ein Geländer legst und ihn selbst ausbalancierst. Ansonsten gilt: Je weiter hinten, desto mehr schwimmt der Ski im Tiefschnee auf. Weiter vorne macht den Ski etwas stabiler auf eisigem Untergrund. Löcher bohren und verkleben Bohre die Löcher mit einem speziellen Bindungsbohrer mit Anschlag, entsprechend passend zur Größe der Schrauben. Der Hersteller sollte dir die empfohlene Tiefe und den Bohrdurchmesser nennen können (z. B. Fischer Transnordic 66 mit Rottefella Bindung: 15 mm Tiefe und 3,6 mm Durchmesser). Verwende dafür am besten eine Standbohrmaschine. In die Löcher sollte dann als wasserfester Kleber etwas 1k-PU-Leim gegeben werden, der den Holzkern der Ski vor Feuchtigkeit schützt und die Schraube etwas sichert. Dieser PU-Leim gibt einen Temperaturbereich bis -20 °C an und wird auch von Åsnes empfohlen. Ein Einkleben mit extra kältefestem Epoxid schien mir nie nötig und wahrscheinlich bekommt man die Schraube dann auch nie wieder heraus. Alte Löcher und Fehlbohrungen sollten hingegen immer mit Epoxid verklebt werden, damit keine Feuchtigkeit in den Kern der Ski eindringen kann. Hier reicht nach meiner Erfahrung aber das einfache Baumarktprodukt. Schrauben anziehen und sichern Alle Schrauben sollten mit der Hand festgezogen werden, ohne dabei zu viel Kraft aufzubringen, da die Schraube sonst im Bohrloch überdreht. Mit ein wenig Schraubensicherung wie Loctite 243 an der Bindung kannst du die Schrauben gegen Lösen sichern. Bei der Tourvorbereitung überprüfst du am besten alle Schrauben kurz. Die Montage der Skibindung lasse ich im Laden wie hier bei Sport Kaufmann Hannover erledigen Reparatur-Set für die Tour Mit den Jahren kann sich die Verschraubung der Bindung mit dem Ski lockern. Oder Teile der Bindung brechen oder sie reißt gleich ganz aus dem Ski, wie es mir mit meiner sonst super robusten Kabelbindung einmal passiert ist. Ein sinnvolles Reparatur-Set sollte aus Ersatzteilen für die Bindung, Sekundenkleber für alte Löcher und einem 3-mm-Bohrer mit Bit-Schaft für neue Löcher bestehen. Ersatzschrauben bekommst du für ein paar Cent im Skihandel und mit den passenden Rampamuffen als Inserts kannst du ausgerissen Löcher reparieren. Andere schleppen sogar eine Ersatzbindung mit. Für die Stiefel wären Ersatzschnürsenkel und Schuhkleber wie GearAid Aquasure (ehemals freesole) notwendig. Bei einer Kabelbindung kann auch ein Ersatzkabel nützlich sein. Sollten die Schraublöcher an einer Bindung unterwegs ausreißen und nicht zu kleben sein, ist es meist sinnvoller, die ganze Bindung ca. 1,5 cm nach hinten zu versetzen. Zu nah an der alten Bohrung hält das neue Loch nicht, zu weit versetzt hat der Ski andere Fahreigenschaften. Was noch in dein Reparatur-Set auf Tour gehört, kannst du im Artikel „Werkzeug auf Wintertouren“ nachlesen. Die passenden Stiefel zu deiner Bindung Zuerst die Stiefel oder zuerst die Bindung? Am besten beides zusammen, allerdings gewinnt am Ende der passende Stiefel. Das System muss immer zueinander passen, aber vor allem muss es sich für deinen Fuß gut anfühlen. Schaue besser nicht gleich auf den Preis, denn Backcountry-Skistiefel fangen bei 200 Euro an und Premiummodelle reichen bis zu unfassbaren 700 Euro. Vergiss auch für einen Moment alle gut gemeinten Tipps, mit welchem Modell andere ihre besten Erfahrungen gemacht haben und probiere immer selbst verschiedene Schuhe an! Ein paar generelle Empfehlungen gibt es aber trotzdem: Der Stiefel sollte zunächst etwa eine Nummer größer ausfallen, damit deine drei Lagen Socken noch hineinpassen. So vermeidest du kalte Füße und Druckstellen. An Druckstellen wird es schneller kalt. Auch Knickstellen kurz hinter der Zehenkappe können zu Druckstellen auf dem Fuß führen und behindern die Blutzirkulation. Gerade bei weicheren Lederstiefeln solltest du darauf achten. Andererseits ermöglichen weiche Stiefel insgesamt eine bessere Durchblutung der Füße. Damit frierst du also weniger. Und du läufst ohne Ski besser in weicheren Schuhen, falls es zum Beispiel Abschnitte ohne Schnee gibt. An anderer Stelle schreibe ich noch mehr dazu, wie du warme Füße behältst. Noch ein Satz zur Passform: Die skandinavischen Leisten bei Lundhags und Alfa fallen meiner Erfahrung nach eher breiter aus, für schmale Füße eignen sich eher die Alpina oder Crispi-Leisten. Stiefel mit Schnürsenkeln halte ich für am besten geeignet. Es gibt auch Modelle, die zusätzlich mit einer Schnalle geschlossen werden. Diese gibt guten Halt, lässt sich aber unterwegs nicht so schnell reparieren. Wasserdichte Skistiefel Ob eine wasserdichte Membran im Stiefel nötig oder sinnvoll ist, hängt auch von den Umgebungstemperaturen ab. Bei großer Kälte wirkt kaum Nässe von außen auf den Schuh. Bist du jedoch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt unterwegs, schmilzt Schnee am Stiefel. Oder du musst durch Sulzschnee laufen, was deine Stiefel durchnässt. Dann gibt es ohne Membran nasse Socken, die nur schwer wieder zu trocknen sind. Über Nacht frieren von außen durchnässte Stiefel mit Membran aber genauso bretthart wie Stiefel ohne Membran. Das Wachsen von Lederstiefeln hilft zeitweise, aber nicht auf Dauer. Ein anderer Schutz sind Gamaschen. Mir sind sie aber manchmal schon zu warm und am Stiefel verbaute Modelle sind daher nicht mein Favorit. Aber für Menschen mit kalten Füßen empfehle ich dir zu jedem Stiefel eine gute Gamasche, sofern du keine Stiefel mit integrierter Gamasche wählst. Vier weitere Tipps für deine Skistiefel Für die Lederpflege empfehle ich einfaches Stiefelfett mit Bienenwachs. Verwende es sparsam, damit der Schuh nicht zu weich wird. Wer zwischendurch auch ohne Ski laufen muss, sollte einen Blick auf das Sohlenprofil werfen. Bei Gletschertouren sollte man vorher probieren, ob die Steigeisen auch an die Stiefel passen. Für NN-Bindungen passen Telemark-Steigeisen. Wenn du oft in Hütten einkehrst, lohnt sich die Markierung der Stiefel, zum Beispiel mit einem Stück verknoteter Reepschnur oder einem Filzstift. Das beugt Verwechslungen vor. Übersicht über erprobte Stiefel für Wintertouren Wirklich gute Skistiefel-Manufakturen für Wintertouren finden sich scheinbar entweder im hohen Norden oder in Italien. Italienische Skistiefel Die italienischen Hersteller Alico, Andrews (Webseite andrewfootwear.com inaktiv, Stand September 2024) und Crispi halten verschiedene Schnürstiefeln vor. Eine Auswahl an sehr guten Stiefeln sind: Crispi Antarctic mittelhoher NN-Lederstiefel zum Schnüren mit Thinsulate-Futter, was ihn etwas wärmer macht Crispi Sydpolen GTX ähnliches NN-Modell, allerdings mit Gore-Tex Futter Crispi Stetind GTX ein höherer Stiefel für die NNN BC-Bindung Andrews Expedition Laces ein höherer mittelfester Lederstiefel mit NN-Bindung Andrews Artico Rubber ein wasserdichter hoher Membranstiefel mit NN-Bindung Alico Glide einfacher und schwerer Telemark Lederstiefel mit NN-Bindung Und mit zusätzlichen Schnallen: Crispi Svartisen BC GTX NNN-BC-Schuh mit technischen Details wie einem Skelettrahmen mit Gelenk, Schnallen und Gore-Tex Futter Crispi Svartisen 75 GTX, der gleiche Stiefel, allerdings für die 75 mm NN-Bindung Andrews Zenith etwas niedriger als der Expedition, dafür mit Schnalle und ebenfalls NN-Bindung Alico Blaze robuster Doppel-Schnallenschuh für NN-Bindung Das Gesamtsortiment findest du jeweils hier: Crispi, Alico Viele in meinem Umfeld sind der 75mm NN Bindung lange treu geblieben Skandinavische Skistiefel Bei den Skandinaviern finden sich folgende Modelle von Alfa und Lundhags in der Auswahl: Alfa Skarvet Advance GTX laut Alfa weltweit meistverkaufter Skistiefel mit NNN-BC-System; Damenmodell Alfa Vista Advance GTX für die Xplore-Bindung, auch als Damenmodell, ähnlich wie der Guard Alfa Outback BC 2.0 Skistiefel mit integrierter Gamasche für NNN-BC-Bindung ohne Innenschuh (vergleiche Polar-Modell); auch als Damenmodell; BIG-Modell für Schuhgröße 49 und 50 Alfa Polar Advance Stiefel für Polarexpeditionen mit verstärkter Sohle und Lederschnallen für 75 mm NN-Bindungen; die Isolation wird über einen extra erhältlichen Innenstiefel aus Wollfilz oder einen Innenschuh von Intuition erreicht; BIG-Modell für Schuhgröße 49 bis 51; Schuh für Polarexpeditionen Lundhags Guide Expedition 75 hoher und weiter Lederstiefel zum Schnüren in typischer Lundhagsverarbeitung mit Innenstiefel aus Wollfilz für die Kabelbindung; es gibt ihn auch als NNN-BC-Version Lundhags Guide etwas weniger hoch und weit geschnitten, dafür aber auch leichter und etwas vielseitiger im „normalen“ Winter; nur als NNN-BC-Version erhältlich (Fotos, wie unterschiedlich breit der Leisten bei Guide und Guide Expedition ausfällt, finden sich im Telemarktalk.) Lundhags Abisku für die Xplore-Bindung, der wiederum dem Guide entspricht Lundhags Abisku Expedition für die Xplore-Bindung, entspricht im Prinzip dem Guide Expedition Das Gesamtsortiment findest du jeweils hier: Lundhags, Alfa Herrenmodelle, Alfa Damenmodelle Hinweis zu den Damenmodellen bei Skistiefeln: Alfa ist der einzige Hersteller, der explizit Damenmodelle anbietet, die anderen Hersteller bezeichnen ihre Modelle meist als Unisex. Probiere dich einfach durch die Leisten. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Andere Hersteller Die slowenische Marke Alpina hat ebenfalls verschiedene Backcountry-Skistiefel im Programm, sowohl für das NNN-BC als auch als das NN System und die neue Xplore. Im Grunde ist der Alaska 75 für NN-Kabelbindungen bzw. der Alaska für die BC-Bindung bzw. der Alaska XP für die Xplore-Bindung äußerst interessant, wenn nur nicht der Tiefzughaken aus Gurtband wäre. Leider findet sich diese Sollbruchstelle bei allen aktuellen Modellen aus dem Hause Alpina. Mein Alpina-Stiefel aus 2022 hat das noch nicht. Momentan fahre ich mit einem vergleichsweise leichten Alpina Stiefel BC 1600, der mir sehr gut passt und bisher alle Wünsche erfüllt. Sicherlich gibt es noch weitere Modelle von anderen Herstellern. Mit den Kunststoffmodellen von Fischer wie dem Combi BCX 875 konnten sich wegen mangelnder Haltbarkeit viele nicht anfreunden – im Gegensatz zu deren großartigen Fjellski Transnordic 66! Fischer hat inzwischen mit Modellen für alle drei Bindungstypen (75mm, NNN-BC, Xplore) nachgebessert, aber ich kenne niemanden, der mit Fischer-Stiefeln unterwegs ist. Auch mit Madshus habe ich keine Erfahrung. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Skistöcke – ein vernach­lässig­ter Ausrüstungs­­gegenstand](https://www.winterfjell.de/skistoecke-ein-vernachlaessigter-ausruestungsgegenstand/) Published: 2024-03-28 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Zugegebener Maßen wird Skistöcken auf Wintertouren nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit geschenkt. Man braucht sie halt. Warum sich ein genauerer Blick jedoch lohnen könnte, erfährst du in diesem Beitrag. Vorab sei gesagt, dass der Stock vor allem stabil, lang genug und für dicke Handschuhe geeignet sein muss. Skistöcke mit großen Schneetellern eignen sich auch für Tiefschnee besser. Inhaltsverzeichnis Das beste Material für Skistöcke Die richtige Festlänge finden Teleskopstöcke Wintertour­taugliche GriffeHandschuhtaugliche Schlaufen Skistöcke mit großen Schneetellern statt „Untertassen“ Empfehlenswerte Skistöcke Das beste Material für Skistöcke Für eine Wintertour muss ein Stock an erster Stelle stabil sein. Deine ultra-leichten Carbonstöcke vom Abfahrtski lässt du also besser gleich zu Hause. Ein unbedachter Schritt mit der Stahlkante auf den Stock, ein blöder Sturz und der Stock ist irreparable gebrochen. Im Skiurlaub kostet das Geld und etwas Nerven, auf einer Wintertour in Skandinavien kann es das Ende der Tour bedeuten oder dich schlimmstenfalls in Schwierigkeiten bringen. Das bessere Material sind daher Stöcke aus Aluminium. Festlängenstöcke sind dabei stabiler als Teleskopstöcke, besonders wenn diese bis auf ihr Maximum ausgezogen sind. Fixlängen lassen sich bei einem Unfall auch leichter schienen. Grundsätzlich gibt es eine gute Auswahl an Alu-Stöcken. Zur Vollständigkeit: Auch Bambusstöcke haben viele Touren gesehen, sind nur unberechtigterweise aus der Mode gekommen. Zum Glück bekommt ihr den Bambus-Skistock „Stäcke“ von Eifel Outdoor Equipment bei Outdoorbähr in längeren Festlängen und mit Schneetellern. Von dort habe ich die Stöcke auch zum Testen bekommen und halte sie für absolut tourtauglich. Und Stil haben sie auch, oder? Mit den Bambus-Skistöcken „Stäcke“ von EOE bist du stilsicher und nachhaltig unterwegs Die richtige Festlänge finden Dein Skistock hat die richtige Länge für eine Wintertour, wenn er dir auf festem Grund bis knapp unter die Achselhöhlen reicht. Da die Stöcke auch mit Tiefschneetellern noch etwas im Schnee versinken, sollten deine Arme bei den meisten Schneebedingungen somit bei Benutzung im Stand etwa 90 Grad angewinkelt sein. Für Menschen bis ca. 170 cm Körpergröße besteht daher eine große Auswahl an Festlängenstöcken, wenn man einfache Abfahrtstöcke wählt. Diese sind bis 135 cm Länge überall erhältlich, darüber finden sich schnell nur noch wenige Hersteller. Für größere Menschen wird es damit schon etwas schwieriger. Das einzige mir bekannte Modell mit verlängerter Griffzone, echtem Tiefschneeteller und in Längen bis 165 cm, ist der SWIX Mountain Extreme. Mit Abstrichen beim Griff und Schneeteller, dafür aus Aluminium, wäre der Oneway BC Mountain Stock in solchen Längen erhältlich. Du solltest den Skistock aber nicht zu lang wählen, da du dann zu sehr aus der Schulter arbeitest, was besonders mit Pulka sehr anstrengend wird. Außerdem werden die Hände bei einer niedrigeren Position besser durchblutet und frieren nicht so schnell. Teleskopstöcke Unkompliziert anzupassen sind Teleskopstöcke, weil diese sich auf die optimale Länge einstellen lassen. Und Teleskopstöcke gibt es auch häufiger als Modelle bis 150 cm Länge. Unterwegs könntest du die Stöcke sogar an das Gelände anpassen. Ehrlich gesagt, greife ich aber meistens einfach um und verstelle die Länge auf Tour nur selten. Je länger ein Teleskopstock ausgezogen wird, desto instabiler wird er hingegen meist auch in sich. Die Verbindungsstelle ist der Schwachpunkt. Zweiteilige Stöcke sind daher stabiler als dreiteilige. Und es ist besser, den Stock nicht vollständig ausziehen zu müssen. Die Drehmechanismen am Verbindungsstück können festfrieren. Zum Verstellen ist ein Klemmmechanismus außen daher insgesamt unempfindlicher bei Eis und Schnee. Viele Modelle haben eine Rändelmutter auf der Gegenseite, sodass der Mechanismus sich etwas nachjustieren lässt, wenn er ausleiert. Das ist meiner Meinung nach eine der besten Neuerungen der letzten Jahre. Zur Not musst du sie kurz vorsichtig über dem Kocher auftauen. Sicherung der Schlaufenverstellung bei Åsnes Stöcken Wintertour­taugliche Griffe Eine zusätzliche Grifffläche unter dem eigentlichen Griff ermöglicht ein tieferes Greifen beim Traversieren oder Aufsteigen auf festem Schnee. Der gesamte Griff sollte dabei ohne scharfe Kanten geformt sein, da diese sonst in die Haut einschneiden, wenn du mal ohne Handschuhe gehst. Praktisch ist ein schlanker Griff, damit man die Stöcke kopfüber gut in den Schnee rammen kann, um zum Beispiel das Zelt zu verankern oder den Schlafsack in der Mittagssonne an den Stöcken hängend lüften zu lassen. Handschuhtaugliche Schlaufen Die obere Schlaufe muss groß genug sein, dass du auch noch mit deinen Fausthandschuhen gut hindurchpasst. Anders als beim sportlichen Langlauf greift man auf Wintertouren auch nicht immer mit dem Daumen über das Schlaufenband. Stattdessen fasst du einfach nur durch die Schlaufe an den Griff und schiebst die Hand nach unten, bis das Handgelenk in der Schlaufe locker aufliegt. Durch die Abwechslung kannst du die Durchblutung variieren und mit den Händen zwischendurch auch einfach mal lockerer greifen. Du baust den nötigen Schub dann in der Schlaufe auf, statt aus dem festen Griff. Dabei kannst du die Finger leicht bewegen, damit sie wieder durchblutet werden. Zu lange Stöcke können die Durchblutung ebenfalls behindern, da sich die Hände dabei überwiegend höher als das Herz befinden. Bei Festlängen-Stöcken kann es nützlich sein, sich eine zweite Schlaufe aus Gurtband in die erste Schlaufe einzuhängen. So kannst du sowohl Kraft aus dem Handgelenk aufbauen, als auch tiefer greifen, wenn es länger bergauf geht. Große Tiefschneeteller verhindern das Einsinken der Skistöcke Skistöcke mit großen Schneetellern statt „Untertassen“ Im Pulverschnee kann der Schneeteller gar nicht groß genug sein, damit der Stock nicht zu weit einsinkt. Und selbst Skistöcke mit großen Schneetellern werden noch einsinken. Diesen Umstand solltest du auch für die richtige Länge bis in die Achselhöhle einberechnen. Die richtig großen Schneeteller mit einem Kreuz aus Leder oder Hypalon sind für Tiefschnee am besten geeignet, weil nur sie eine flexible große Auflagefläche bieten. Ein Vorteil von frei drehbaren Schneetellern ist, dass sie sich beim Herausziehen aus dem Schnee weniger verhaken als festsitzende Teller. Solche verbreiteten etwas größeren Plastikteller taugen in Skandinavien zwar auch, wären aber nicht mein Favorit. Normale Schneeteller von Langlaufstöcken sind zu klein und nicht für Tiefschnee geeignet. Außerdem sind ihre angewinkelten Skistockspitzen unpraktisch. Besser sind gerade, spitz zulaufende Spitzen geeignet. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Empfehlenswerte Skistöcke Preislich solltest du für einen guten Alu-Skitock mit 100 Euro aufwärts rechnen. Meine Recherche hat nur eine kleine Auswahl zum Vorschein gebracht: Grundsätzlich empfehlenswert sind die Alu-Modelle von Åsnes, die in deutschen Handel bei Sport Albert gut zu bekommen sind. Ich selbst verwende Teleskopstöcke. Zurzeit ist das der Åsnes Kongsvold mit einer maximalen Länge von 155 cm und Griffzone zum einfachen Umgreifen. Als Ersatz habe ich in abgelegenen Gebieten einen Black Diamond Distance Z Faltstock mit Tiefschneetellern und maximal 145 cm Länge dabei. Es ist kein idealer Stock, da er eine empfindlichere Konstruktion hat und im Winter etwas zu kurz für mich ist. Aber er ist aus dem Sommer vorhanden, sowieso nur für den Notfall und findet immer noch Platz in der Pulka. Black Diamond hat ansonsten je nach Saison taugliche Stöcke bis 155 cm Länge im Programm, zum Beispiel den Expedition. Bis 150 cm sind es bei Leki der Guide 2 oder der Haute Route 2 und bei Komperdell der Thermo Ascent TI 3. Von Fischer gibt es unter der Marke Oneway den TR Vario, aber nur bis 145 cm Gesamtlänge. Alle Modelle sind aus Aluminium und mit einer verlängerten Griffzone, verfügen allerdings nur über normale Schneeteller. Keiner der Hersteller baut noch klassische Backcountry-Skistöcke mit Ledertellern. Für die Fans von lederbespannten Tiefschneetellern sind die Gipron-Stöcke Rondane II ein großer Tipp. Im Unterschied zum einfachen Rondane-Modell der gleichen Marke haben sie eine verlängerte Griffzone. Wenn dir die Modelle hier noch nicht reichen, findest du einen Test für Skistöcke zum Skibergsteigen mit ähnlichen Modellen im Magazin Bergsteiger. Es gibt sicher ein paar Modelle, auf die sich der Blick lohnt. Im Vergleich solltest du dich noch mehr mit der Wahl der richtigen Fjellski und der Skistiefel/Skibindung beschäftigen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Ski oder Schneeschuhe?](https://www.winterfjell.de/ski-oder-schneeschuhe/) Published: 2022-11-06 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Für gemäßigte Winterwanderungen auf präparierten Wegen mögen noch normale Bergstiefel reichen, bei etwas mehr Schnee dann mit Gamaschen. Doch wenn es weiter Richtung Norden geht, wenn der Schnee tiefer wird, dann braucht es zwingend Ski oder Schneeschuhe. Sonst würdest du einfach bis zur Hüfte einsinken. Aber was eignet sich besser für dich? Was musst du beachten? Die Antworten liefert dir dieser Text. Inhaltsverzeichnis Was sind Schneeschuhe? Was sind Fjellski? Was eignet sich besser? Ski oder Schneeschuhe?Vorteile Schneeschuhe Vorteile Fjellski Aber ich kann kein Ski fahren Was sind Schneeschuhe? Schneeschuhe sind im Prinzip Vergrößerungen der Auftrittsfläche des Schuhs, um so das Einsinken im Tiefschnee zu verhindern. Früher waren diese Vergrößerungen aus Holzrahmen, die mit einem Geflecht zum Beispiel aus Lederriemen bespannt waren. Heute haben die Spitzenmodelle einen Aluminiumrahmen, der mit leichten Kunststoffflächen vernietet ist (Bsp.: MSR Lightning Ascent für etwa 300 Euro). Im mittleren Preissegment findest du meistens Vollplastikschneeschuhe, die je nach Modell mit Zacken, sog. Harscheisen aus Metall verstärkt sind (Bsp.: MSR Evo Trail für etwa 200 Euro). So hast du auch auf eisigen bzw. harschigen Passagen guten Halt. Oben auf dem Schuh ist eine Bindung angebracht, in die du deine normalen (Winter-)Bergstiefel schnallen kannst. Die Größe des Schneeschuhs sollte sich nach deinem Gewicht inklusive Kleidung und Gepäck richten. Seriöse Hersteller geben für ihre Produkte einen Gewichtsbereich an. Für hochwertige Modelle gibt es oft Verlängerungen, mit denen du deinen Schneeschuh auf ein höheres Körpergewicht oder eben den schwereren Rucksack einer mehrtägigen Wanderung anpassen kannst. Was sind Fjellski? Fjellski sind breite Langlauf-/Backcountry-Ski für ungespurtes Gelände. Da der Begriff Backcountry-Ski jedoch auch im Skibergsteigen verwendet wird und Langlaufski für Loipen im deutschen Mittelgebirge zu schmal für den Tiefschnee wären, trifft der Begriff Fjellski (oder alternativ Fjällski) die Sache besser. Diese sind etwas breiter als klassische Langlaufski und haben in der Regel eine Stahlkante zum Traversieren von vereisten Hängen. Alle Fjellski haben in der Mitte des Skis eine besonders gearbeitete Steigzone. Diese Flächen sind zum Abstoßen in der Vorwärtsbewegung nötig. Es gibt Modelle mit Schuppen oder mit Wachsfläche in der Steigzone, beide jeweils mit oder ohne integrierte Befestigung für Kurzfelle. Schuppenski sind unterwegs etwas pflegeleichter. Die Norweger schwören hingegen auf das Wachsen ihrer Steigzone und sind damit schneller unterwegs. Mehr zu den Unterschieden findest du in meinem ausführlichen Beitrag über Fjellski für Wintertouren. Nur der Ski allein reicht als Ausrüstung nicht aus, denn oben auf dem Ski braucht es noch eine spezielle Skibindung, zu der wiederum der passende Skistiefel gehört. So kommst du auf mindestens 300 Euro für die Ski, fast noch einmal so viel für die Skistiefel und 80 Euro für die Bindung. Das wirkt viel, aber rechnest du zu den Schneeschuhen noch gute Wanderstiefel, spielt es beinahe wieder in der gleichen Liga. Für Ski oder Schneeschuhe gilt bei beiden, dass mit Stöcken gegangen wird. Tiefschneeteller und eine lange Grifffläche machen des Handling guter Backcountry-Skistöcke einfacher. Im kupierten Gelände im Kahlfjell sind Fjellski besser geeignet Was eignet sich besser? Ski oder Schneeschuhe? Eine endgültige Antwort auf die Frage „Ski oder Schneeschuhe“ wird es nicht geben können, das zeigen schon die beiden Fotos aus diesem Beitrag und die unzähligen Diskussionen in den einschlägigen Outdoorforen. Aber je nach Art der Tour spielen Ski oder Schneeschuhe ihre unterschiedlichen Stärken aus. Eine kleine Entscheidungshilfe: Vorteile Schneeschuhe Gehtechnik ist relativ leicht zu erlernen (stell dir einfach einen etwas O-beinigen Gang vor) Anschaffung ist etwas günstiger als bei Fjellski durch Harscheisen sehr guten Halt auf vereisten Flächen Auch mit Pulka ist man noch etwas wendiger. Wer also vielen Felsen und Sträuchern ausweichen muss, greift zu Schneeschuhen. Steilere Anstiege sind möglich Vorteile Fjellski Gleitfähigkeit! Bergab und auch im richtigen Schwung erreicht man so deutlich mehr Geschwindigkeit. Auf bereits windgepresstem Tiefschnee deutlich weniger Einbrechen/Einsinken sehr guter Geradeauslauf in Kombination mit Steigfellen gute Variationsmöglichkeiten bergauf Man wird im Winterfjell nicht ständig auf die Schneeschuhe angequatscht. 😉 In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Aber ich kann kein Ski fahren Ganz im Ernst, auch ich bin ein miserabler Skifahrer und würde für eine längere Tour trotzdem immer die Fjellski empfehlen. Wenn es steile Abschnitte gibt, nehme ich zusätzlich noch Schneeschuhe mit, um mich und die Pulka den Berg hinab zu bekommen. Die Antwort auf „Ski oder Schneeschuhe“ lautet dann: beides. 😉 Wer wegen der niedrigeren Anschaffungskosten Schneeschuhe vorzieht, dem empfehle ich, bei Vermietern nach ausgemusterten Modellen anzufragen. Dort habe ich zwei Paar MSR-Evo für sehr wenig Geld bekommen. Wer nur ein wenig Ski fahren kann, sollte für Touren im Fjell keinen Gedanken an Schneeschuhe verlieren. Wenn du tiefer in die Thematik „Fjellski“ einsteigen willst, stöbere gern durch die umfangreichen Beiträge im Menü unter dem Stichwort Ski. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Fjellski wachsen leicht gemacht](https://www.winterfjell.de/fjellski-wachsen-leicht-gemacht/) Published: 2022-10-02 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) „Achtung, Skiwachs kann Gespräche eröffnen und führt teils zu erheblichen Diskussionen.“ So oder so ähnlich könnte der notwendige Warnhinweis auf jedem Wachs stehen. Denn über wenige Dinge kommt man im Winterfjell so schnell ins Gespräch, wie darüber, welches Wachs man gerade aufgetragen hat und wie gut es sich damit läuft. Denn mit dem richtigen Skiwachs bist du deutlich schneller und kraftsparender unterwegs. Gleichzeitig scheint richtiges Wachsen eine Wissenschaft für sich zu sein. Hier bekommst du einen Überblick, welche Möglichkeiten du beim Wachsen von Fjellski hast und worauf es dabei zu achten gilt. Inhaltsverzeichnis Muss ich alle Fjellski unterwegs wachsen? Worum geht es beim Wachsen der Fjellski?Wachsen nicht als Wissenschaft sehen Was brauche ich zum Wachsen unterwegs im Fjell? Vorbereitung des Wachsens Gleitwachs für die Gleitzone Unterwegs nur flüssiges Gleitwachs Steigwachs für den Grip Steigwachs auftragen Verkorken Zwei Steigwachse kombinieren Klister für nassen Schnee Welches Wachs nehmen und wie kombinieren?Übersicht Skiwachs und Klister Skiwachs als praktisches SetMini-Set Skiwachs und Klister Typische Fehler beim Wachsen für Fjellski Wie lange hält das Wachs auf dem Ski? Wie kommt das Wachs wieder vom Ski herunter? Umweltaspekt bei GleitwachsenFjellski wachsen – geht das umweltfreundlich? Wachshersteller Muss ich alle Fjellski unterwegs wachsen? Nein, musst du nicht. Wer nur ab und zu auf seinen Ski steht und sich nicht weiter darum kümmern will, kommt mit Fjellski mit Schuppen (no-wax) in aller Regel gut aus. Auch ich fahre Schuppenski und nutze unterwegs nur im seltenen Bedarfsfall etwas Gleitwachs gegen das Stollen des Schnees unter dem Belag. Anders sieht es bei Wachsski aus: Ein Wachsski findet ohne Wachs keinen Halt und muss gewachst werden, bei mehrtägigen Touren auch unterwegs. Für die Unterschiede zwischen Schuppenski und Wachsski empfehle ich dir zum Einstieg meinen Beitrag über Fjellski für Wintertouren. Worum geht es beim Wachsen der Fjellski? Ein Fjellski lässt sich grob in zwei Zonen unterteilen, die Gleitzone und die Steigzone. Die Gleitzone im vorderen und hinteren Drittel des Skis dient zum Gleiten. Für besseres Gleiten kannst du auf allen Skimodellen Gleitwachs (glide wax) benutzen. Die Steigzone befindet sich in der Mitte des Skis und du benötigst sie, um dich nach vorne abzustoßen. Die Steigzone braucht daher etwas, womit du im Schnee Halt findest. Bei einem Schuppenski sind das die Schuppen und bei einem Wachsski verwendest du dafür ein Steigwachs (kick wax). Beim Andrücken des Skis pressen sich die Schneekristalle in das Wachs und du bekommst so den nötigen Grip zum Abstoßen nach vorne. Die Bezeichnung anderer Hersteller lautet entsprechend auch grip wax. Bei einem Wachsski hättest du ohne dieses Wachs keinen Grip und kämst kaum von der Stelle. Insofern ist Steigwachs bei Wachsski zwingend notwendig. Wachsen nicht als Wissenschaft sehen Jetzt ist es aber so, dass im Skisport und dort besonders beim Langlauf eine gewisse Obsession entstanden ist und teilweise fast genauso viel Zeit und Energie für das Wachsen verwendet wird wie für die spätere Ausfahrt. Maschinelle Grundreinigungen des Belags, die Pflege mit etlichen Chemikalien und die eigene Skiwerkstatt im Keller sind aber für Wintertouren im Fjell höchstens in der Vorbereitung umsetzbar. Es gibt zu dem Thema auch unzählige Tutorials im Netz und man kann eine Menge Geld dafür ausgeben. Für die alljährliche Grundpflege deiner Ski empfehle ich dir eher einen einfachen Ski-Service beim Händler, wo deinem Fjellski neben der Belagspflege mit einem festen Heißwachs zum Beispiel auch gleich die Stahlkanten geschliffen werden können. Aber wie machst du es unterwegs? Was muss mit? Was brauche ich zum Wachsen unterwegs im Fjell? Willst du unterwegs deine Fjellski wachsen, brauchst du dazu das richtige Wachs. Für alle Skiarten ist das ein flüssiges Gleitwachs für die Gleitzone. Für Wachsski kommt dazu das passende Steigwachs, Klister, ein Korkwürfel zum Verkorken, ein Plastikspachtel, Wachsentferner und ein Lappen zum Entfernen des Wachses. Das passt alles in einen kleinen Beutel. Ein Wachs-Set in Reisegröße (Foto: Swix/Brav) Bronzebürsten, Kupferbürsten, Nylonbürsten, Metallklingen und Abziehklingen aus Acryl, Heißwachse, Gleitwachse zum Einbügeln, Pülverchen und etliche Sprays sind dem Rennsport vorbehalten und dürfen zu Hause bleiben oder müssen erst gar nicht angeschafft werden. Vorbereitung des Wachsens Auch unterwegs solltest du deine Fjellski vor dem Wachsen immer abtrocknen. Bei gutem Wetter stellst du sie aufrecht in die Sonne, aber sonst tut es auch ein Lappen oder der Ärmel. Eis kannst du an der Stahlkante des anderen Skis abstreifen. Alte Wachsreste müssen eventuell entfernt werden, dazu steht unten mehr. Nun musst du schauen, welches Wachs du benötigst. Gleitwachs für die Gleitzone Gleitwachs sorgt für ein etwas besseres Gleiten und darf nur auf die Gleitzone des Fjellskis (egal ob Wachs- oder Schuppenski) aufgetragen werden. In der Regel trägst du hartes Gleitwachs zu Hause als Vorbereitung für die Tour mit einem Wachseisen (Bügeleisen) auf. Das dient auch zur allgemeinen Pflege des Belags. Die Mittelrille kratzt du anschließend mit einem speziellen Stift wieder frei und bürstest dann den gesamten Belag mit einer weichen Nylon- oder Roßhaarbürste schön glatt. Diese Schicht „Grundwachs“ hat aber eine begrenzte Haltbarkeit auf der Tour und ein entsprechendes Nachwachsen ist unterwegs ohne Strom kaum möglich. Selber Ski wachsen in 10 Minuten - wir wachsen uns einen! Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Unterwegs nur flüssiges Gleitwachs Praktikable Gleitwachse für unterwegs müssen flüssig sein, entweder zum Aufsprühen oder zum Auftragen mit einem Schwamm-Applikator. Ohne das Einbügeln haben sie aber den Nachteil, noch kürzer zu haften und sich je nach Schneebedingungen schneller abzureiben. „Vermeidbare Wachse“ sind außerdem schnell ein Umweltproblem. Ob und wie oft sie wirklich nötig sind, darüber lässt sich streiten. Ich nutze flüssiges Gleitwachs unterwegs nur selten bei besonders übler Schneebeschaffenheit, wenn der Schnee am Ski kleben bleibt wie Kaugummi. Man sagt, der Schnee stollt. Bei gefrästen Schuppen kann der sparsame Einsatz eines speziellen Gleitwachses wie das Toko Express Grip & Glide dieses Stollen ebenfalls minimieren. Es kann das Problem aber auch verschlimmern und am Ende hängt alles von der Kombination von Wachs und Schnee ab. Gleiche Erfahrung habe ich mit dem Anti-Ice-Spray von Holmenkol gemacht. Bei starker Stollenbildung ist beides einen Versuch wert. Stollt die Steigzone beim Wachsski, darfst du kein Gleitwachs auftragen. Hier war dein Steigwachs zu weich und du musst ein härteres Steigwachs verwenden. Steigwachs für den Grip Vorweg: Steigwachs ist nur für Wachsski gedacht und darf niemals in die Schuppen eines no-wax Ski aufgetragen werden. Auch mit chemischem Wachsentferner braucht es etwas Zeit, das Wachs dort wieder herauszubekommen. Auf einem Wachsski ist das Steigwachs das wichtigste Wachs und wird dort in der Steigzone aufgetragen. Diese beginnt je nach Ski mindestens 20 cm vor der Schuhspitze und reicht bis etwa 5 cm hinter die Hacke. Das ist jedenfalls eine grobe Orientierung, falls der Hersteller seine Steigzone nicht markiert. Bei sehr weichem Schnee oder Neuschnee kann es nötig sein, einen längeren Bereich zu wachsen, um Halt zu finden. Damit lassen sich dann auch schwere Pulkas bis 50 Kilo noch sanfte Hänge hochziehen. Steigwachs auftragen Je nach Schneetemperatur wählst du das passende Wachs aus. Zu den verschiedenen Sorten kommen später noch mehr Informationen. Am besten wärmst du die Packung schon vor dem Auftragen etwas in der Hosentasche vor. Anschließend reißt du einen kleinen Streifen Alufolie ab, um das Wachs wie einen Klebestift aufzutragen. Du reibst das Wachs der Länge nach mit leichtem Druck auf die Steigzone, ohne die Rille in der Mitte auszufüllen. Bei härterem Wachs ist möglicherweise mehr Druck erforderlich, aber beginne besser immer mit weniger Druck und trage im Zweifelsfall eine zweite Schicht nach. Es muss dabei nicht jeder Quadratzentimeter bestrichen sein. Den Wachs-Stick kannst du mit der beiliegenden Kappe wieder verschließen. Verkorken Nach dem Auftragen des Wachses reibst du das Wachs mit einem Korkwürfel von vorne nach hinten fest. Dadurch verbindet sich das Wachs besser mit dem Skibelag und verteilt sich gleichmäßiger darauf. Wenn du mehrere Schichten Wachs auftragen willst, wird jede einzelne Schicht zuerst verkorkt und dann die nächste aufgetragen. Wachs für wärmeren Schnee wird dicker aufgetragen bzw. in mehreren Schichten. Bei hartem Wachs reicht meist eine Schicht. How To Kick Wax Cross-Country Skis - No nonsense Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Zwei Steigwachse kombinieren Fortgeschrittene können auch zwei verschiedene Wachse miteinander kombinieren, wobei dann oft ein längerer Bereich mit einem härteren Wachs behandelt wird und nur ein kurzer Abschnitt von 25 cm direkt unter dem Fuß mit einem weicheren Wachs für wärmeren Schnee. Vergiss auch hier nicht, jede Schicht zu verkorken. Tipp: Wenn du es dir einfacher machen willst, markierst du mit einem wasserfesten Filzstift an der Flanke des Skis deine Steigzone mit einer Skala in 10 cm Schritten. So hast du auch unterwegs schnell den Überblick und wachst beide Ski identisch. Klister für nassen Schnee Klister ist noch einmal eine ganz besondere Form des Steigwachses. Er ist sehr weich und kommt daher nicht als Stick, sondern in der Tube. Beim Auftragen neigt er dazu, Fäden zu ziehen und macht definitiv mehr Sauerei als Steigwachs. Er wird vor allem dann eingesetzt, wenn normales Steigwachs nicht mehr funktioniert, weil die Schneekristalle transformiert sind und ihre kristalline Struktur verloren haben. Das passiert zum Beispiel bei nassem oder sehr altem Schnee. Mit Klister solltest du nicht die gesamte Steigzone deiner Fjellski wachsen, sondern gut 10 cm weniger, da er dicker aufträgt als Steigwachs. Vor der Verwendung ist es beim Klister noch viel wichtiger, ihn in der Hosentasche oder der Hand so gut wie möglich vorzuwärmen. Er wird dann wellenförmig rechts und links der Mittelrille aufgetragen und mit dem Daumen oder einem Plastikspachtel verstrichen. Zu dicke Anhaftungen oder Klumpen sollten vermieden werden. Abschließend wird er leicht verkorkt. Tipp: Das weiche Wachs „Red silver“ mit dem Kürzel V60 ist ebenfalls sehr weich und verhält sich ähnlich wie Klister. How to apply klister on your skis Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Welches Wachs nehmen und wie kombinieren? Das richtige Wachs für Fjellski richtet sich nach der Temperatur und Beschaffenheit des Schnees. Das Wachs muss zu den Schneekristallen passen, damit diese sich beim Anpressen in das Wachs drücken und beim Abstoßen wieder davon lösen. Wachse für kühlere Temperaturen sind härter, bei wärmerem Schnee nimmt man ein weicheres Wachs. Die Temperaturen werden dabei im Schatten in der Luft gemessen. Dafür reicht ein einfaches Gefrierschrankthermometer. Es gibt zwar auch extra Schneethermometer, aber die sind für unsere Anforderungen unnötig und für den Rennsport gedacht. Bei der Beschaffenheit des Schnees unterscheidet man zwischen Neuschnee, Altschnee, trockenem und feuchtem Schnee. Wenn Schnee seine Kristallstruktur durch leichtes Anschmelzen und erneutes Gefrieren oder durch Windpressen verliert, sprechen wir von transformiertem Schnee. Dies ist bei Altschnee häufiger der Fall, er wirkt dann auch grobkörniger. Gleichzeitig ist Schnee, der bei niedrigen Temperaturen fällt, weniger feucht als Neuschnee bei 0 °C oder höher. In der Praxis wird bei den Temperaturangaben auf den Wachs-Sorten nur zwischen Neuschnee und Altschnee unterschieden. Übersicht Skiwachs und Klister An den meisten Tagen reicht ein Wachs aus und man braucht die Sorten nicht miteinander zu kombinieren. Die richtige Temperatur steht auf der Verpackung des Wachses und du findest eine Übersicht in der nachfolgenden Tabelle. Diese Farbangaben und Wachs-Kürzel stammen von der norwegischen Marke Swix. Die Farben haben sich zwar auch bei den meisten anderen großen Anbietern durchgesetzt, im Einzelfall können die Temperaturangaben aber abweichen. Wachs-Sorte Wachs-Kürzel Neuschnee °C Altschnee °C Polar (black) V05 -12/-25 -15/-30 Green V20 -8/-15 -10/-18 Blue V30 -2/-10 -5/-15 Blue extra V40 -1/-7 -3/-10 Violet special V45 0/-3 -2/-6 Violet V50 0 -1/-3 Red special V55 1/0 0/-2 Red silver V60 3/0 1/-1 Für sehr stark transformierten Schnee, für nassen Schnee und für Schnee, der nach dem Schmelzen wieder gefroren ist oder sogar für Eis bietet Klister den besseren Halt. Hier wird nicht zwischen Alt- und Neuschnee unterschieden, sondern nur nach der Temperatur. Klister-Sorte Klister-Kürzel Schnee °C Universal K22 10/-3 Blue Ice KX30 0/-12 Violet special KX35 1/-4 Silver KX40S 2/-4 Violet KX45 4/-2 Red KX65 5/1 Red extra KX75 2/15 Wenn du dir unsicher bist, mit welcher Sorte du deine Fjellski wachsen sollst oder die Temperatur zwischen zwei möglichen Wachsen liegt, dann beginne besser mit einem härteren Wachs für die niedrigere Temperatur. Nach 5 Minuten wirst du feststellen, ob es ausreicht. Im Zweifel kannst du nun das etwas weichere Wachs nachwachsen. Andersherum wäre das nicht so günstig. Ein zu weiches Wachs gleich zu Beginn kann zum Problem werden. Wenn sich die Temperatur absenkt, neigt zu warm gewähltes Wachs zum Stollen und muss komplett entfernt werden. Taste dich also besser langsam heran. Tipp: Achte bei weicherem Wachs noch mehr auf die Lauftechnik. Besonders bei wärmerem Schnee solltest du den Ski bergan für besseren Halt bei jedem Schritt etwas fester antreten, um die Schneekristalle in das Wachs zu drücken. Skiwachs als praktisches Set Unterwegs wirst du nicht alle Sorten Skiwachs mitschleppen wollen und das ist auch gar nicht nötig. Eine kleinere Auswahl an Wachsen hat sich bei vielen bewährt und so hängen an einigen Hütten die Thermometer von Swix mit genau dieser Einteilung. Wandthermometer von Swix mit Empfehlungen zum passenden Steigwachs oder Klister (Bild: Brav) Das Polarwachs (V5) ist für die kältesten Regionen der Welt gemacht, wie der Name bereits sagt. Da das grüne Wachs auch bei niedrigen Temperaturen noch passabel funktioniert und es in Skandinavien im Spätwinter tagsüber selten so viel kälter ist, kannst du meist auf Polarwachs verzichten. Genauso ist grüner Klister vernachlässigbar. Wie immer gilt aber, dass du am besten mit deiner eigenen Erfahrung fährst. Grünes Steigwachs (V20) für trockenen, sehr kalten Schnee (alles unter -10 °C), der in der Hand sofort zerfällt Blaues Steigwachs (V30) für kalten Schnee (-10 bis -3 °C), der sich formen lässt, aber unter Druck zerfällt Violettes Steigwachs (V45) für mäßig kalten Schnee (-3 bis 0 °C), der sich formen lässt, ohne dass Wasser austritt Rotes Steigwachs (V60) für feuchten Schnee (1 bis +3 °C), der unter Druck bereits Wasser freigibt Blauer Klister (KX30) für vereisten, fest gefrorenen Schnee (unter 0 °C) Violetter Klister (KX45) für Firnschnee (um 0 °C) Roten Klister (KX65) für nassen Schnee (über 2 °C) Mini-Set Skiwachs und Klister Auch das ist noch recht viel und hat Überschneidungsbereiche. Ich würde als Erstes die verschiedenen Sorten Klister weglassen und nur Universal-Klister mitnehmen. Wer mit noch weniger auskommen möchte, kann jederzeit selbst experimentieren. Auf einer kurzen Tour um Ostern ist es nicht mehr zwingend so frostig und ein Set aus V30 blue für kälteren Schnee und V50 violet für wärmeren Schnee kann zusammen mit Universal-Klister vollkommen ausreichen. Zusammen mit Steigfellen hast du ein Wachs-Set für nahezu alle Bedingungen, aber dann solltest du dich auf den Wetterbericht verlassen können. Typische Fehler beim Wachsen für Fjellski Insgesamt gesehen, ist es viel einfacher, das richtige Wachs für tiefe Temperaturen zu finden als für wärmeren Schnee. Bei letzterem braucht es mehr Gespür und Erfahrung, die es bekanntlich nur durch Fehler gibt. Die zwei häufigsten Fehler sind: Du hast ein zu hartes Skiwachs gewählt bzw. ist der Schnee zu warm und die Schneekristalle damit zu weich. Beim Anpressen des Skis auf den Schnee werden die Kristalle zerdrückt, anstatt sich in das Wachs zu drücken. Du rutschst nach hinten durch. In diesem Fall kann mit einem weicheren Wachs nachgewachst werden und das alte Wachs muss dafür nicht einmal zwingend entfernt werden. Du hast ein zu weiches Skiwachs gewählt, bzw. ist der Schnee zu kalt. Die Kristalle drücken sich dann zwar beim Anpressen in das Wachs, aber sie lösen sich beim Gleiten nicht wieder heraus. An den ersten Schneekristallen haften sich schnell weitere an und es kommt zu Stollenbildung. Hier helfen nur das vollständige Entfernen und ein neuer Versuch. Wie lange hält das Wachs auf dem Ski? Die Haltbarkeit hängt vor allem von den Schneebedingungen ab. Das ist auch der Hauptgrund, warum sich Menschen gegen Wachsski entscheiden. Denn bei ungünstigen Bedingungen musst du mehrmals am Tag nach- bzw. umwachsen. Dass du jede Stunde anhalten musst, kommt dennoch sehr selten vor und selbst dann kannst du während der normalen kurzen Trinkpause kurz noch deine Fjellski wachsen. Nur wenn du dich dann auch noch in der Wahl vertust und altes Wachs entfernen musst, kostet das Zeit und Wachsentferner. Das passiert gerade am Anfang manchmal und dann lernst du halt daraus. Ein passend gewachster Ski wird trotzdem immer schneller laufen als ein Schuppenski und das macht immer wieder gute Laune. Wenn die Bedingungen so schlecht sind, dass du ständig nachwachsen musst, dann solltest du bergan besser auf Steigfelle wechseln. Auf hartem Steigwachs (bis Blue V30) kannst du die Felle direkt aufbringen. Weiches Wachs oder Klister solltest du vorher mit dem Spachtel entfernen, weil es sonst am Fellkleber hängen bleibt und seine Haftung reduziert. Wie kommt das Wachs wieder vom Ski herunter? Wenn sich die Temperatur des Schnees über den Tag verändert oder du dich beim Wachsen deiner Ski schlicht verschätzt hast, dann kann es nötig sein, die Wachsschicht wieder vom Ski zu bekommen. War das ursprünglich gewählte Wachs zu hart, kannst du mit weicherem Wachs einfach darüber wachsen. Andersherum musst du das alte Wachs auf jeden Fall entfernen. Das Gröbste kannst du mit dem Plastikspachtel abschaben. Für die vollständige Reinigung gibt es speziellen Wachsentferner zu kaufen. Je öfter du dich verwachst oder sich die Bedingungen ändern, desto mehr brauchst du davon. Gerade als Anfänger ist etwas Reserve also nicht verkehrt. Clean your skis for wax | Swix School Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Notfalls lässt sich das Skiwachs auch mit Petroleum oder Benzin aus deinem Kocher entfernen. Achte dabei aber auf deine Haut, da besonders Benzin sehr flüchtig ist und Kälteschäden hervorrufen kann. Außerdem gehören deine Wachsreste und Brennstoffe genauso wie das Skiwachs nicht in die Natur, sondern in deinen Müllbeutel. Verwende also einen Lappen, entsorge Reste richtig und verschütte keinen Brennstoff. Umweltaspekt bei Gleitwachsen Es ist klar: Skiwachse sind allesamt Stoffe, die so in der Natur nicht vorkommen. Ich spreche hier zwar auch von „Wachs“, aber eigentlich besteht Skiwachs aus synthetischen Paraffinen. Besonders problematisch waren dabei immer die Wachse, die polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) enthielten. Lange Zeit hieß es, dass ohne die Verwendung von Fluor kein haltbares oder gut funktionierendes Gleitwachs zu produzieren sei und auch in Steigwachsen war es zu finden. Leider gelangt das Wachs über Ski aber in die Natur und in beliebten Skigebieten ließ sich Fluor dann auch allerorts nachweisen, teilweise sogar im Fisch der Bergseen. Menschen, die täglich Ski mit solchen Wachsen präparieren, sind ebenfalls deutlich stärker belastet. Details dieses Problems und einen kleinen Abriss der Geschichte des Skiwachses findest du in dem wissenschaftlichen Artikel „Was kommt nach den fluorierten Wachsen?“ von Peter Bützer. Er forscht zu E-Indigo, einem pflanzlichen und umweltverträglichen Ersatz von Fluor. Im Europäischen Wirtschaftsraum wurden rund 20 Tonnen Fluorwachs pro Jahr produziert. Da von den großen Herstellern offensichtlich keine eigenen ernsthaften Bemühungen erkennbar waren und nur kleine Wachs-Schmieden ausschließlich fluorfreie Skiwachse auf den Markt brachten, musste die Politik als Gesetzgeber eine Verordnung schaffen. Mit der EU-Verordnung 2019/1021 (sog. „POP-Verordnung“) und der EG-Verordnung 1907/2006 (sog. „REACH“-Verordnung) samt ihrer Anpassungen ist seit 2022 der Besitz, die Anwendung, der Handel oder die Abgabe von Produkten, die C8-Fluorcarbone/PFOA enthalten, verboten. Seit der Saison 2023/24 untersagt auch der Internationale Skiverband Fluorwachse bei ihren Rennen und überprüft die Rennställe entsprechend mit neu entwickelten Methoden. Und siehe da, alle große Marken bieten inzwischen fluorfreie Skiwachse an, versehen ihre Etiketten mit dem Hinweis PFC-frei und werben mit ihrer großen Nachhaltigkeit. Allerdings wird auch hier getrickst, wie folgendes Beispiel zeigt: Das Label „Regulation 2020 PFC“ von Toko schließt nur die hochproblematischen und daher verbotenen C8-Fluorverbindungen aus, nicht aber fluorierte Alternativen wie C6- oder C10-Fluorverbindungen. Nur die „PFC-free“ gelabelten Produkte sind bei Toko vollständig fluorfrei. Du musst also immer genau hinschauen, bevor du deine Fjellski wachsen kannst, ohne der Umwelt übermäßig zu schaden. Fjellski wachsen – geht das umweltfreundlich? Hast du noch Skiwachse mit Fluorverbindungen im Schrank stehen, solltest du diese der Umwelt zuliebe aussortieren und fachgerecht entsorgen. Auch danach kannst du dich immer fragen, wie viel Chemie denn überhaupt nötig ist. Muss dein Ski gleiten wie bei einem professionellen Langlaufrennen, wenn du sowieso eine schwere Pulka hinter dir herziehst? Wohl kaum. Vielleicht reicht es, den Ski einmal im Jahr mit einem fluorfreien Heißwachs zu wachsen, um den Belag zu konservieren und dann nur im „Notfall“ ein fluorfreies Flüssigwachs zu nutzen. Das ist jedenfalls mein Vorgehen. Steigwachs ist insgesamt unproblematischer, weil es nicht auf die stark wasserabstoßenden Gleiteigenschaften des hydrophoben Fluors angewiesen ist. Dennoch reiben sich alle Wachse ab und gelangen auf diesem Wege in die Umwelt. Einen Wachsski kannst du ohne Steigwachs jedoch nicht fahren und somit musst du deine Fjellski wachsen oder sie eben stehen lassen. Einen ökologischen Fußabdruck hat unser Hobby sowieso immer, aber es lohnt sich, die eigene Nachhaltigkeit zu reflektieren. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wachshersteller Es gibt eine unüberschaubare Zahl an Herstellern von Skiwachsen und ich kann dir leider keinen umfassenden Vergleich der verschiedenen Marken untereinander bieten. Ich sehe aber nicht, wo es die entscheidenden Unterschiede geben soll und würde vor allem nach der Verfügbarkeit entscheiden. Fluorfreie Wachse bieten, wie beschrieben, inzwischen alle Hersteller an. Die beiden bekanntesten Marken sind die ersten beiden in der Liste und gehören zum selben Unternehmen namens Brav: Swix (in Skandinavien weit verbreitet) ToKo SkiGo (vor allem in Schweden verbreitet) Vauhti (in Finnland verbreitet) Rex (in Finnland verbreitet) Start (in Skandinavien verbreitet) Holemkol Maplus HWK Rode Zusätzlich gibt es unzählige kleine Marken, die meist aus der Notwendigkeit entstanden sind, fluorcarbonfreie Wachse zu entwickeln, bevor die großen Marken diesen Schritt gegangen sind. Wenn du dort einen ganz besonderen Tipp hast, lass es mich gerne wissen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Fjellski für Wintertouren mit Pulka](https://www.winterfjell.de/fjellski-fuer-wintertouren-mit-pulka/) Published: 2022-02-11 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die beste Art, sich im Schnee fortzubewegen, ist mithilfe von Ski. Skilaufen hat eine lange Tradition in Skandinavien, denn Ski waren ursprünglich im Winter die einzige Möglichkeit, über das offene Land zu kommen. Heute sind Ski eher ein Sportgerät und es haben sich verschiedene Arten entwickelt, wobei der Fjellski für Wintertouren mit Pulka der geeignetste ist. Aber was sind Fjellski und worauf musst du bei Fjellski achten? Hier findest du einen Überblick über die verbreiteten Modelle und hilfreiche Informationen, um deine eigene Auswahl zu treffen. Inhaltsverzeichnis Was sind Fjellski?Fjellski in Deutschland Vorteile von Fjellski Länge und Breite der Fjellski Die richtige Größe der Fjellski findenTheorie und Praxis bei der Größenwahl der Fjellski Die Steigzone bei Fjellski: Schuppen, Wachs oder Felle?Schuppenski Wachsski integrierter Kurzfelle Belag der Gleitzone Welcher Fjellski eignet sich für den Einstieg? Stahlkanten für Halt auf Eis und Firn Spezielle Varianten von Fjellski Lagerung und Pflege deiner Fjellski Wie gut muss ich Skifahren können? Wo und welche Fjellski kaufen?Erprobte Fjellski Modelle Der Fjellski allein reicht noch nicht Was sind Fjellski? Der Begriff Fjellski (oder in Schweden auch Fjällski, Fjällskidor oder Turskidor) ist ein eher in Skandinavien gebräuchlicher Begriff, der sich inzwischen in Deutschland weiterverbreitet. Gemeint sind damit Langlaufski für ungespurtes Gelände, also außerhalb von Loipen. Sie sind etwas länger und breiter als klassische Langlaufski. Im Prinzip handelt es sich um einen „Wanderski“, manche sprechen daher vom Skiwandern. Sind breitere Langlaufski wie gemächliche „Nordic Cruiser“ etwa 55 mm breit, liegt ein Fjellski bereits bei etwa 65 mm Breite und mehr. Fjellski in Deutschland In Deutschland findet man Fjellski häufig noch unter dem nicht trennscharfen Begriff Backcountry-Ski (kurz: BC-Ski), doch unter diesem Begriff findest du auch alpine Modelle für das Skibergsteigen und Abfahrten im lockeren Pulverschnee. Dazu gehören auch die reinrassigen Telemarkski für Abfahrten im Telemarkstil, denn diese sind kürzer, noch breiter und etwas weicher. Diese Modelle sind für Wintertouren mit Pulka aber nur die zweite Wahl, langfristig bieten richtige Fjellski eben doch mehr Vorteile. Früher konnte man in Deutschland verlässlich nur den E99 von Fischer (inzwischen umbenannt in Fischer Transnordic 66) bekommen und manchmal noch den breiteren E109. Entsprechend waren diese auch die bekanntesten Fjellski und der E99 das Modell, mit dem ich meine Erfahrungen gesammelt habe. In der Ebene mit einer Pulka im Schlepptau spielen Fjellski ihre Stärken voll aus Vorteile von Fjellski Im Unterschied zu klassischen Langlaufski sind Fjellski etwas breiter und oft auch etwas länger, um dir den nötigen Auftrieb im Tiefschnee und ungespurten Gelände zu geben. Denn ihre Hauptaufgabe besteh darin, dass du in der Ebene über den Schnee laufen kannst und nicht darin versinkst. Je breiter der Ski bei gleicher Länge ist, desto weniger wirst du einsinken. Andererseits sind schmalere Fjellski spurstabiler, schneller und passen teilweise noch in die Loipe. Maschinell gespurte Loipen in Skandinavien lassen oft noch gut eine Skibreite von 66 mm zu (ausprobiert mit Fischer Transnordic 66). Damit wird es in Kurven aber schon eng. Bei stärker befahrenen Loipen sind die Ränder ausgefranster und es wird einfacher. Mit einer Pulka im Schlepptau solltest du auch noch darauf achten, ob diese die Loipe zerstört. Die Loipen in Deutschland sind oft schmaler als in Skandinavien und für Fjellski nicht mehr geeignet. Nimm für das Training zu Hause besser schmalere Langlaufski. Auch innerhalb der Kategorie Fjellski gibt es verschiedene Modelle für die verschiedenen Ansprüche. Wie bereits angedeutet, fängt das mit den Breiten und Längen der Ski an. Diese sind auch abhängig vom Gewicht der Person auf den Ski. Dazu kommen verschiedene Ausführungen mit Wachszonen, Schuppen oder integrierten Steigfellen. Es gibt Modelle mit und ohne Stahlkante und am Ende auch noch Spezialfälle für besondere Anwendungen. Länge und Breite der Fjellski Längere und schmalere Fjellski sind spurstabiler und haben einen besseren Geradeauslauf. Im Gegensatz sind kürzere und breitere Ski etwas wendiger und damit besser zu steuern. Breitere Ski haben einen besseren Auftrieb im Tiefschnee. Allerdings geht die Breite teils auf Kosten des Geradeauslaufs. Du ahnst schon, dass es auf einen Kompromiss hinausläuft. Abfahrtorientierte Tourenski sind oft sehr tailliert geformt und erinnern eher an eine Sanduhr bzw. eine 8. Taillierte Ski lassen sich beim Fahren besser „drehen“ und sind somit wendiger. Klassische Fjellski ähneln hingegen eher Langlaufski und haben somit die Form eines I. Bei genauem Blick haben sie jedoch auch eine Taille, die etwa 10 mm schmaler ist als der vordere Teil des Fjellski. Der hintere Teil liegt meist irgendwo dazwischen. Der Fischer Transnordic 66 hat zum Beispiel die Breiten 66-54-61 mm. Je taillierter Fjellski sind, desto agiler lässt sich damit abfahren. Bevor du jetzt zu ganz breiten Modellen greifst, um nicht einzusinken: Bei Tiefschnee oder mehr als 30 cm Neuschnee bringt der beste Auftrieb nichts. Das Spuren wird dann (für den ersten in der Reihe) sehr mühsam und man sollte sich abwechseln. Unter 2 km/h Fortschritt sind auf Wintertour insofern keine Seltenheit! Umgekehrt kommst du auf festem Schnee mit schmalen Ski schneller voran. Es hängt also davon ab, welche Bedingungen dich erwarten. Die richtige Größe der Fjellski finden Egal, was die Angaben bei Herstellern dir auch suggerieren mögen, die Größe deiner Fjellski richtet sich nicht nach deiner Körperlänge, sondern zuallererst nach deinem Körpergewicht. Die meisten Modelle haben eine Gewichtsangabe für ihre Nutzer (Beispiel: Tabelle Längenempfehlung Fischer Ski). Bei dieser Gewichtsangaben solltest du immer bedenken, wie viel zusätzliches Gewicht durch deine Stiefel, Kleidung und ggf. deinen Rucksack dazu kommen. Für Skitouren mit schwerem Rucksack kann es also durchaus nötig sein, den Ski eine Nummer länger zu wählen, als für Touren ohne extra Gewicht. Auch eine Pulka sorgt für etwas mehr Gewicht auf dem Ski, wenn sie am Hang an dir zerrt. Andererseits solltest du nicht so knapp planen, dass du nur mit deinem Gepäck noch Grip hast und ohne die Zuladung keinen Abdruck mehr hinbekommst. Lass mich das kurz erklären. Theorie und Praxis bei der Größenwahl der Fjellski Jeder Fjellski hat eine gewisse Vorspannung. Bei Idealbedingungen berührt der mittlere Teil des Skis unbelastet nicht den Boden. Dieser mittlere Teil ist die sogenannte Steigzone zum Abstoßen. Belastest du den Ski beim Abstoßen in der Vorwärtsbewegung, berührt die Steigzone den Boden und gibt dir so den nötigen Grip. Während des anschließenden Gleitens entlastest du durch die Gewichtsverlagerung auf beide Beine den Ski wieder und die Steigzone bremst dich nicht durch Schleifen am Boden. In der Praxis im unwegsamen Gelände ohne Loipen und mit wechselnden Untergründen spielt das aber eine geringere Rolle, als du vielleicht denken magst. Dann wird zu wenig Grip zum größeren Problem als zu viel Grip. Lieber bei Idealbedingungen etwas langsamer vorankommen, als am kleinsten Hang zu scheitern. Ein in seiner Vorspannung etwas unterdimensionierter Ski ist dabei im Vorteil. Weil viele Fjellski auch in der maximal erwerblichen Länge von etwa 210 cm „nur“ ein Nutzungsgewicht von 90-100 kg angeben, haben große und schwere Personen mit Rucksack sowieso keine andere Wahl als das Schleifen der Steigzone. Natürlich gibt es aber auch spezielle Ski für schwere Personen. Mit den 300 cm langen Forest-Ski von Järvinen hast du guten Geradeauslauf, aber ein Abfahren im Schneepflug wird schwierig. Und mit nur 180 cm langen KSF Patrol von Karhu in der Variante hard hast du einen kurzen, steifen Ski bis 130 kg Nutzungsgewicht für Tiefschnee. Ein Nebeneffekt etwas zu kurzer Fjellski: Für Neulinge ist es oft einfacher, mit einem kürzeren Fjellski unterwegs zu sein, da man sich beim Fischgrät-Schritt bergauf nicht so oft auf die Skienden tritt und einen kurzen Ski besser manövrieren kann. Die Körperlänge sollte also nicht ganz außer Acht gelassen werden, In der Steigzone des Fjellskis finden sich Schuppen oder ein Wachsbereich Die Steigzone bei Fjellski: Schuppen, Wachs oder Felle? Damit du dich mit der Steigzone abstoßen kannst, braucht diese irgendeinen Halt auf Schnee und Eis. Es gibt daher Modelle mit Schuppen (sog. crown oder no-wax, beispielsweise der Fischer Transnordic 66), Modelle mit Wachsfläche in der Mitte des Skis (Bsp.: Åsnes Amundsen) oder Modelle mit integrierten Kurzfellen in der Steigzone (Bsp.: Madshus Fjelltech M50 Skin). Schuppenski sind etwas weniger pflegebedürftig. Die Norweger schwören hingegen oft auf das Wachsen ihrer Ski und sind damit schneller unterwegs. Im Detail finden sich noch mehr Unterschiede: Schuppenski sind gute Allrounder und spielen ihre Stärke im leicht hügeligem Gelände aus benötigen kein Steigwachs in der Steigzone, müssen also unterwegs weniger betreut werden (Schuppen niemals mit Steigwachs wachsen!) gefräste Schuppen haben eine schärfere Kante und damit mehr Halt als thermisch geformte Schuppen sollten für sehr gute Gleiteigenschaften alle paar Wochen in der Gleitzone mit Gleitwachs gewachst werden (no-wax bezieht sich nur auf das Steigwachs) wird es steiler, benötigst du trotz Schuppen zusätzlich montierbare Steigfelle insgesamt sind Schuppenski etwas langsamer Wachsski sind die schnellste Variante und spielen ihre Stärke daher bei langen Abfahrten und in der Ebene aus benötigen Steigwachs und bei Eis oder nassem Schnee Klister in der Steigzone die richtige Wachswahl je nach Temperatur erfordert etwas Übung (und ist somit ein ebenso beliebtes Gesprächsthema wie das Wetter!) sollten für sehr gute Gleiteigenschaften alle paar Wochen in der Gleitzone mit Gleitwachs gewachst werden Wachski sind leiser als Schuppenski, weil keine Rillen über den Schnee schleifen wird es steiler, benötigst du trotz Steigwachs zusätzlich montierbare Steigfelle integrierter Kurzfelle vollständig integrierte Kurzfelle, die dauerhaft am Ski montiert sind, kommen eher bei modernen Langlaufski vor, gibt es aber vereinzelt auch bei Fjellski besserer Halt auf Harsch als Schuppenski, bremsen dafür bei der Einfahrt in Neuschnee etwas stärker sollten für sehr gute Gleiteigenschaften alle paar Wochen in der Gleitzone mit Gleitwachs gewachst werden die Haltbarkeit der Felle ist begrenzt, aber Ersatz leicht zu montieren Langfelle lassen sich nicht über die integrierten Kurzfelle kleben Belag der Gleitzone Außerhalb der Steigzone wirst du beim Belag in der Gleitzone bei allen Fjellski irgendeine Form von Kunststoffen finden, die frühere Holzski mit geteerten Unterseiten lange ersetzt haben. Der Kern der meisten Fjellski ist nach wie vor aus leichtem Holz (z. B. Pappel) konstruiert und zur Gewichtsreduktion mit Röhren durchzogen. Dazu kommen alle möglichen Hightech-Lösungen wie Titanschienen im Ski infrage, um bestimmte Merkmale des Skis zu verstärken. Aber die Diskussion darüber lasse ich hier aus. Die Mittelrille bzw. leichte Vertiefung in der Mitte des Belags über die gesamte Länge soll Wasser besser ableiten und die Stabilität beim Geradeauslauf verbessern. Ich weiß nicht, wie viel sie wirklich bringt und bin eher genervt davon, sie nach dem Wachsen wieder freikratzen zu müssen. Welcher Fjellski eignet sich für den Einstieg? Wer ohne Erfahrung startet und einen „No-Brainer“ sucht, landet wohl oder übel bei Schuppen-Ski. Wer das Wachsen bereits vom klassischen Langlauf kennt, wird mit einem Wachsski etwas schneller unterwegs sein. Eine sehr gute Wahl ist es bei beiden Varianten, nach Modellen mit eingebauten Aufnahme für zusätzliche Kurzfelle zu schauen. Früher gab es diese Einhängeösen nur bei Wachsski, seit ein paar Jahren gibt es sie auch bei Schuppenski (Bsp. Fischer Transnordic 66 Crown/Skin oder Amundsen Fram waxless). Kurzfelle und Schuppenski passen also durchaus zusammen. Leider hält sich das Gerücht, dass Kurzfelle auf den Schuppen nicht halten können. Alle Informationen zu Kurz- und Langfellen für Fjellski findest du in meinem Beitrag über Steigfelle. Neben den gefrästen Schuppen ist hier auch die scharfe Stahlkante für mehr Seitenhalt erkennbar Stahlkanten für Halt auf Eis und Firn Üblicherweise haben alle Fjellski eine durchgehende Stahlkante entlang ihrer Seite. Zum einen schützt diese etwa 2 mm starke Kante deinen Belag beim Kontakt mit Felsen. Zum anderen ist diese so geschliffen, dass sie dir auf vereistem Untergrund besseren Seitenhalt zum Steuern ermöglicht. Wichtig ist dies beim Abfahren und Traversieren von vereisten Hängen. Wird die Stahlkante mit der Zeit stumpf, kannst du sie im Skihandel neu schleifen lassen. Wenn du das öfter machen willst, lohnt sich irgendwann die Anschaffung eines Seitenwangenhobels und einer Stahlkantenfeile. Mit dieser Anleitung zur Stahlkantenpflege kannst du dann selbst Hand anlegen. Wer mit einer Hopfenschorle vorbeikommt, kann beide Werkzeuge bei mir im Keller nutzen. Menschen, die mit Hund auf Wintertour gehen wollen, sollten sich überlegen, ob sie nicht besser ein Modell ohne Stahlkanten (Bsp. Åsnes Finnmark 54 waxless) wählen. Denn diese sind teils so scharf, dass sie beim Kontakt mit dem Tier Verletzungen verursachen können. Auf blankem Seeeis kommen auch Stahlkanten an ihre Grenze Spezielle Varianten von Fjellski Wer sportlich abfahren möchte, findet Mischformen zwischen Abfahrtski und Fjellski. Diese sind dann noch stärker tailliert und breiter. Oder es gibt klassische Langlaufski, die durch höhere Breite den ein oder anderen Ausflug off-piste ermöglichen. Für spezielle Ansprüche kann das sehr sinnvoll sein. Ich denke zum Beispiel an das Skifahren im Telemark-Stil oder Tagesausflüge von einer Ferienhütte im Skigebiet in Skandinavien. Für Frauen gibt es von einzelnen Herstellern inzwischen auch Damenmodelle wie den Cecilie von Åsnes. Außer den kürzeren Größen für das (teils) niedrigere Gewicht und einem anderen Design kann ich darin aber keinen Unterschied zu Unisex-Modellen erkennen. Für „einfachere“ Expeditionen ins arktische Eis werden häufig normale, hochwertige Fjellski genutzt. Das spricht schon einmal für ihre Robustheit. Selbst dort brauchst du keine speziellen Modelle, auch wenn es diese für anspruchsvolle Expeditionen natürlich gibt. Lagerung und Pflege deiner Fjellski Es ist egal, ob du deine Fjellski liegend oder stehend lagerst. Du solltest sie dabei aber in keinem Fall mit Gewicht belasten. Sonst kann es passieren, dass sich der Ski verformt oder der Belag Schaden nimmt. Vor dem Einlagern im Sommer solltest du den Ski noch einmal wachsen, da der Belag so vor dem Austrocknen geschützt ist. Das alte Wachs sollte dann vor der nächsten Tour mit Wachsentferner entfernt werden. Die Bindung kannst du zum Schutz etwas einfetten. Wenn deine Fjellski schon etwas in die Jahre gekommen sind, dann kann ein professioneller Skiservice sie wieder fit machen. Für ca. 30 Euro werden dabei die Stahlkanten geschliffen und der Belag gewachst. Eine Belagsreparatur kostet ca. 10 Euro mehr. Das ist auch als Gutschein eine gute Geschenkidee für Skipflege-Muffel. Ein gepflegter Fjellski hält viele Jahre, bis sein Belag verschlissen oder die Vorspannung des Skis ausgeleiert ist. Wie gut muss ich Skifahren können? Ganz im Ernst, ich bin ein miserabler Skifahrer und würde für eine längere Tour trotzdem immer die Fjellski empfehlen. Ich stapfe dann manchmal vor mich hin und versichere mir selbst, dass es ja schließlich „Ski-laufen“ heißt. Die eine oder anderen Gelegenheit für „Schneeuntersuchungen“ bleibt dann nicht aus. Mit den wichtigsten Basics zum Fjellskifahren kommt man aber gut voran: Hvordan gå på fjellski (basics) Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) So kannst du dich zumindest in der leicht kupierten Ebene des Winterfjells (z. B. in der Hardangervidda) relativ sicher im ungespurten Gelände voranbewegen. Wenn es in steilere Gebiete geht, nehme ich zusätzlich noch Schneeschuhe mit, um mich samt Pulka den Berg hinauf und hinab zu bekommen. Wenn du selbst noch vor der Wahl zwischen den Fortbewegungsmethoden stehst, schau doch mal in meinen Beitrag über Ski oder Schneeschuhe. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wo und welche Fjellski kaufen? Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Herstellern, die einzelne Fjellski im Angebot haben (oft unter der Bezeichnung Backcountry-Ski). Åsnes und Fischer sind dabei die Platzhirsche und lassen sich über spezialisierte Händler wie SportAlbert.de und Sport-Conrad.de auch in Deutschland gut beziehen. Preislich liegst du bei einem guten Fjellski ohne Bindung zwischen 300 und 500 Euro Listenpreis. Oft sind Paketpreise mit Bindung und Stiefel deutlich günstiger als der Einzelkauf. Durch die vielen Details empfehle ich dir im Zweifelsfall eine Beratung im Fachhandel. Bei Åsnes musst du dich dann mit den Gesichtern als Aufdruck anfreunden, weswegen sie bei mir gerne „Fratzenski“ heißen. Erprobte Fjellski Modelle Konkrete Modelle kann ich dir bei der großen Vielfalt nur schwer empfehlen, da ich sie selbst nicht alle kenne. Aber wenn du für den Einstieg eine Eingrenzung auf erprobte Modelle suchst, dann schau dir für mehr Auftrieb und Wendigkeit die Modelle Traverse 78 crown von Fischer oder den Nansen waxless von Åsnes an. Für mehr Geradeauslauf sind es jeweils die Modelle Transnordic 66 crown/skin und besonders mit schwerem Rucksack der Amundsen Fram waxless. Besorge dir ein paar Kurzfelle dazu und schon hast du eine sehr gute Grundausstattung zum Ziehen der Pulka. Ich möchte die jeweiligen Wachsmodelle damit keinesfalls ausschließen, aber für den Anfang eignen sich Schuppenski besser. Eine Übersicht aller verschiedenen Modelle findest du bei den Herstellern: Fischer Åsnes Madshus Rossignol Hagan Tegsnäs (klassische Holzski) Ronningski (Holzski; Facebook-Seite) Järvinen (Ski bis 3 m Länge für Pulverschnee) Salomon (nur ein Modell der Escape-Serie) Der Fjellski allein reicht noch nicht Der beste Fjellski nützt dir ohne Skibindung und die passenden Skistiefel nichts. Und auch die richtigen Skistöcke solltest du dabei haben. Dann sind deinem Abenteuer keine Grenzen mehr gesetzt und es kann losgehen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Besser bergauf mit Steigfellen für Ski](https://www.winterfjell.de/besser-bergauf-mit-steigfellen-fuer-ski/) Published: 2020-12-20 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wenn die schwere Pulka während des Anstiegs an dir zieht und die Ski nicht mehr so richtig Halt finden, dann solltest du es bergauf mit Steigfellen versuchen. Steigfelle, auch Skifelle oder Haftfelle genannt, sind vielen eher als Aufstiegshilfe vom alpinen Tourengehen bekannt. Es gibt sie jedoch auch als schmale Variante für Fjellski. Dabei sind sie sowohl für Wachs- als auch für Schuppenski geeignet. Es kommen unterschiedliche Konstruktionen und Fellmaterialien zum Einsatz. Inhaltsverzeichnis Steigfelle für FjellskiLangfelle Kurzfelle Besser Langfelle oder Kurzfelle? Kleber für Steigfelle Unterschied bei den Fell-MaterialienSteigfelle aus Mohair Steigfelle aus Kunstfasern Steigfelle aus Mohair und Kunstfasern Felle lagern Steigfelle unterwegs reparieren Tipps und Tricks für unterwegs Alternativen zum Laufen bergauf mit Steigfellen? Steigfelle für Fjellski Für Fjellski eignen sich schmale, gerade geschnittene Felle. Für beliebte Skimodelle wie den Fischer Transnordic 66 (früher Fischer E99) mit einer Breite von 54 bis 66 mm sollten die Skifelle maximal 50 mm breit sein, damit die Stahlkanten noch frei bleiben. Schmalere Felle sind möglich und sorgen für besseres Gleiten, breiter als der Ski an seiner schmalsten Stelle dürfen Felle jedoch niemals sein. Wer taillierte Formen wünscht, kann sich Felle auch selbst zuschneiden. Langfelle Klassische Steigfell-Konstruktionen gehen über die gesamte Länge des Skis. Deswegen nennt man sie auch Langfelle. Die Felle gibt es entweder zugeschnitten oder du kannst sie dir mit einer Schere selbst auf die nötige Länge kürzen. Anschließend werden sie vorne mit einer Öse über die Skispitze gehängt. Nun werden sie unter leichter Spannung bis nach hinten angeklebt. Am Ende befindet sich dann meist ein Haken, der über das Ende der Ski gehebelt wird und das Fell so auch auf etwas Spannung hält, wenn der Kleber sich vom Ski lösen sollte. Unterschiedliche Hersteller haben verschiedene Konstruktionen erdacht, wobei die Grundidee dabei identisch bleibt. Kurzfelle Kurzfelle werden nicht über die gesamte Fläche geklebt, sondern bedeckten nur die Steigzone in der Mitte des Skis. Für gewöhnlich werden sie länger als nötig ausgeliefert und du kürzt sie selbst. Oft reicht eine Länge bis etwa 5 cm hinter dem Hacken des Stiefels. Die beste Befestigung für ein Kurzfell ist eine kleine Öffnung kurz vor der Steigzone, in die das Fell eingehängt wird. Die Hersteller Fischer und Åsnes haben dafür unterschiedliche Lösungen entwickelt, wobei es für die Kurzfell-Aufnahme von Fischer auch Bastellösungen für den 3d-Drucker gibt. Viele Jahre gab es von Black Diamond Univeralkurzfelle „Glidelite Kicker Skins“, die einfach mit einem Gurtband um den Ski gezurrt wurden. Allerdings konnte dieses Gurtband an der Stahlkante schnell leiden oder mit der Zeit durchscheuern. Ich finde es trotzdem bedauerlich, dass es sie nicht mehr gibt. Man konnte damit Ski ohne Kurzfellaufnahme schnell nachrüsten, ohne basteln zu müssen. Eine Mischung aus Kurzfell und Langfell sind die Intelligrip Felle von Madshus, die vorne an der Skispitze eingehängt werden wie ein Langfell, dann aber bis zum Beginn des Fells aus einer fellfreien Polyethylen-Fläche besteht, die fast genauso gleitet wie dein Skibelag. Danach kommt die kurze Fellfläche und so sind sie ebenfalls recht universal einzusetzen. Kurzfelle haben ansonsten den Vorteil, dass die Gleitzone frei bleibt und die Stahlkanten der Ski an den unbefellten Stellen noch besser greifen können. Die Ski bieten damit mehr Seitenhalt und schnellere Abfahrten sind möglich. Nur bei der Einfahrt in Neuschnee können sie ruckartig bremsen. Besser Langfelle oder Kurzfelle? Kurzfelle bieten auf verharschtem Schnee und Eis bereits mehr Halt als Schuppenski. Mit der richtigen Gehtechnik, zusätzlichem Einsatz von Fischgrätschritten und bei weniger Gepäck reichen sie meist aus. Für eine Winter-Hüttentour mit Rucksack braucht es keine Langfelle. Auch mit einer eher leichten Pulka laufe ich bei viel auf und ab durchgehend nur mit Kurzfellen. Mit einer schweren Pulka sind Langfelle dennoch griffiger. Wenn es also steil bergan geht, kommst du wahrscheinlich nicht um Langfelle herum. Aber Langfelle bremsen dich in der Ebene oder der Abfahrt ziemlich aus. Du bist dann also entweder sehr langsam oder musst sie beim Wechsel von Abfahrt und Anstieg regelmäßig abziehen und wieder aufkleben. Ich habe trotz Kurzfellen immer ein Paar Langfelle in der Pulka und schon Schneebedingungen erlebt, wo nur damit ein Vorankommen möglich war. Preislich liegen Langfelle (85 Euro) und Kurzfelle (60 Euro) übrigens gar nicht so weit auseinander, wie ihr Name vielleicht vermuten ließe. Kleber für Steigfelle Die Skifelle haften nicht von allein an den Ski, sondern sind mit einem speziellen wiederverwendbaren Kleber ausgestattet. Dieser ist beim Kauf bereits aufgetragen und wird von einer Folie abgedeckt. Ich rate eher zu etablierten Klebstoffen statt zu neu entwickelten Spezialklebern. Bei pfleglichem Umgang hält dieser Kleber einige Jahre oder sogar die gesamte Lebensdauer eines Skifells. Am meisten machen Staub und Schmutz dem Kleber zu schaffen. Aber auch Eiskristalle, die auf die Klebefläche gelangen, können dieser schaden. Kleben nur einzelne Stellen nicht mehr, kann Kleber nachgetragen werden. Relativ schnell auch noch kurz vor der Tour geht das mit einem Sprühkleber für Skifelle (Colltex Quickspray). Ansonsten intakte Felle ohne Klebewirkung können aber auch von ihrem alten Kleber bereinigt werden, um vollflächig neuen Kleber aufzutragen. Ich empfehle dafür die folgende Anleitung im Video: Skifelle neu bekleben: So geht's! Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Unterschied bei den Fell-Materialien Drei Materialien sind mir für Skifelle bekannt: Mohair (Haare der Angoraziege) Kunstfelle aus Nylon eine Materialmischung aus beidem (Die aus alten Geschichten bekannten Robbenfelle sollten wohl schwieriger zu bekommen sein.) Allen Fellen gleich ist ihre Struktur. Die Fasern werden so verwoben, dass ihre Enden nach hinten zeigen. Dadurch ist ein Gleiten nach vorne nahezu ungestört möglich, wohingegen sich die Fasern bei der Rückwärtsbewegung in den Schnee schieben und so ein Zurückrutschen verhindern. Du schiebst den Ski bergauf mit Steigfellen also recht mühelos nach vorne, ohne den Halt zu verlieren. Steigfelle aus Mohair Mohairfelle sind zwar nicht so langlebig wie Kunstfasern, haben aber die besten Gleiteigenschaften und sind frei von Mikroplastik. Du kommst also etwas kraftsparender voran. Außerdem stollen (Verkleben von Schnee unter dem Fell) sie weniger und nehmen bei guten Bedingungen weniger Feuchtigkeit auf. Richtig nass oder sogar vereist lassen sich Nylonfelle aber besser handhaben. Ein Beispiel für gute Mohair-Felle sind die Contour Guide Crosscountry. Tail-Clip und Bügel für die Skispitze an einem Mohair-Fell Steigfelle aus Kunstfasern Kunstfelle sind die robuste Variante und haben damit auf Harsch und Eis einen deutlichen Vorteil. Bei Gleiteigenschaften, der Bremswirkung nach hinten, dem Stollen und der Aufnahme von Feuchtigkeit hat Mohair zwar die Nase vorn, aber schlecht sind Kunstfasern hier auch nicht. Wenn man im nassen Sulzschnee mit Steigfellen aus Kunstfaser unterwegs war, lässt sich Eis sogar besser mit der Stahlkante aus dem robusten Nylon herrausschaben. Reine Nylonfelle gibt es zum Beispiel von Åsnes CombiFix und passen auch an andere Hersteller. Steigfelle aus Mohair und Kunstfasern Materialmischungen versuchen, die Vorteile beider Fellarten zu verbinden. Es gibt unterschiedliche Zusammensetzungen der Anteile beider, meistens überwiegt aber der Mohair-Anteil. Ich selbst nutze solche Hybrid-Backcountry-Felle. Kaufgrund war aber ehrlich gesagt der Mangel an Auswahl zu dem Zeitpunkt. Für viele Fjellski passen die Mixfelle Colltext BC Mix. Wichtiger als die Fellart ist am Ende aber immer, dass du überhaupt Skifelle dabei hast. Felle lagern Wenn du die Felle unterwegs abziehst, solltest du sie im Idealfall nicht wie oft gesehen mit den Klebeflächen aufeinander kleben, sondern das mitgelieferte Mesh/Folie dafür verwenden. Kleber auf Kleber funktioniert zwar und ist weit verbreitet, aber dadurch verringert sich seine Haltbarkeit. Am besten funktioniert das Verstauen, wenn du deine Ski in den Schnee steckst, das Fell abziehst und mit dem Bügel oben mit der Fellseite zum Ski wieder an deine Ski hängst. So kannst du Mesh bzw. Folie anlegen, ohne dass Kleber unbedeckt bleibt. Damit sich kein Dreck auf dem Fell ansammeln kann, verstaust du es am besten in einem kleinen Packsack. Denke aber daran, die Felle am Ende der Tour noch einmal richtig zu pflegen. Jeder Kontakt der Klebefläche mit dem Fellhaar ist zu vermeiden! (aus den Contour Gebrauchshinweisen) Zu Hause solltest du die Felle zunächst gut trocken. Die machst du am besten hängend fern jeder Wärmequelle. Danach kannst du sie entweder wieder auf die Folie kleben oder sie locker aufgerollt auf dem Mesh an einem trockenen Ort bei maximal Zimmertemperatur lagern. Für Mohairfelle kann es sinnvoll sein, einen Tropfen Lavendel- oder Zedernöl in den Aufbewahrungsbeutel zu geben, um Motten fernzuhalten. Steigfelle unterwegs reparieren Ein Steigfell hält bei regelmäßiger Beanspruchung für steile Passagen etwa 50 Tourentage, wenn es sonst gut behandelt wird. Das ist ein absoluter Erfahrungswert und hängt von vielen Faktoren ab. Haltbarkeitsangaben in Kilometern finde ich daher schwierig, aber irgendwann sind sie eben durch. In den meisten Fällen wird nur der Kleber nicht mehr vollflächig haften. Es gibt dafür kleine Haftkleberpads (z. B. Colltex Quicktex) für den Notfall. Denke aber daran, die Pads wieder abzuziehen, bevor das Fell warm wird. Danach wird es fast unmöglich. Zu Hause kannst du dann die Stelle mit richtigem Fellkleber ausbessern. Wenn Felle einreißen, kann man diese mit festem Garn oder Zahnseide provisorisch nähen. Für die Halterungen hinten und vorne sollte man ein wenig Draht, Kabelbinder und Klebeband zum Improvisieren in der Werkzeugtasche parat haben. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Tipps und Tricks für unterwegs nur bergauf mit Steigfellen gehen oder wenn es wirklich nötig ist, um die Lebensdauer des Fells zu erhöhen die Ski vor dem Auffellen von Schnee und Eis befreien und idealerweise gut abtrocknen und ablüften Felle unter der Jacke oder im Schlafsack vorwärmen sehr nasse Stellen oder Wasserkontakt sollte vermieden werden, da auch Mohairfelle dann vereisen können; trockene Felle stollen weniger die Felle nicht über dem Kocher oder direkt am Ofen in der Hütte trocknen, weil der Kleber unter der Hitze leidet das Wasser stattdessen sofort abstreifen oder mit Schnee aufnehmen; auch ein Mikrofaserlappen hilft wahre Wunder; danach in der Innentasche der Jacke aufbewahren gegen das Stollen der Felle hilft spezielle Imprägnierung der Hersteller, das Einreiben mit einem Wachsriegel oder ein einfaches Imprägnierspray auf Silikonbasis Fransen am Fellrand werden mit einer Nagelschere abgeschnitten und das Fell anschließend von der Fellseite aus mit einem Feuerzeug versiegelt, um den Kleber nicht zu erhitzen weiches Wachs (rot) sollte mit einem Spatel vom Wachsski entfernt werden, bevor das Fell aufgeklebt wird; festes (bis Blue V30) und nur dünn aufgetragenes Wachs kann direkt beklebt werden Alternativen zum Laufen bergauf mit Steigfellen? Mit Schuppenski kannst du bis zu einem gewissen Grad vorankommen. Auch hier ist es sinnvoll, die Schuppen mit einem Spray zu pflegen, damit sie nicht stollen. Bei Wachsski kann das richtige Steigwachs noch effizienter sein als Schuppen, erfordert aber im Umgang mehr Kenntnis und Fähigkeiten. Eine weitere Möglichkeit ist ein Wachsband, wie das Start Grip Tape. Es wird unter den Wachsski geklebt und hält dort für etwa 200 km und deckt einen großen Temperaturbereich ab. Nur bei Neuschnee kommt es an seine Grenzen. Je steiler es wird, desto sinnvoller ist es dennoch, bergauf mit Steigfellen zu gehen. Ich würde mit Pulka nie ohne wenigstens Kurzfelle auf Tour gehen. Alternativ könntest du sonst noch auf Schneeschuhe wechseln. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Wintertour mit Hund](https://www.winterfjell.de/wintertour-mit-hund/) Published: 2022-04-23 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Kann ich meinen Hund mit auf Wintertour nehmen? Diese Frage wurde mir schon an der ein oder anderen Stelle gestellt, nur kann ich selbst darauf ohne das nötige Fachwissen nicht fundiert antworten. Zu meinem und eurem Glück hat sich im Kontakt mit Silke Bender ein ausführliches Gespräch zum Thema Wintertour mit Hund ergeben. Silke war mit ihrem Partner Oli und ihrem sibirischen Husky Ego Anfang März für zehn Tage in Norwegen auf einer Rundtour in der Hardangervidda von Ustaoset aus. Sie berichtet für dich ausführlich von ihrer Erfahrung, worauf es zu achten gilt und davon, dass auch ein Husky frieren kann. Kann jeder Hund mit auf Wintertour? Die zentrale Frage, bevor man eine Wintertour mit Hund plant, sollte sein: Ist mein Hund schnee- und kältetauglich? Mag er die Kälte und hat Spaß auf einer Wintertour? Oder ist es eine Frostbeule, die Schnee und Kälte meidet und am liebsten gar nicht aus dem Schlafsack möchte? Bei Letzterem sollte man sich überlegen, ob das wirklich eine gute Idee ist. Sicherlich hängt es auch vom Termin ab, denn im April ist es meist nicht mehr so kalt wie im Februar. Aber wenn es überraschend doch empfindlich kühl wird, sollte man den Hund keinem extra großen Stress aussetzen und Kaltphasen besser abwettern. Grundsätzlich ist es sinnvoll, im Vorfeld mit dem Tierarzt die geplante Tour zu besprechen und im Zweifel vorher einen Gesundheits-Check durchzuführen. Unsere Tierärztin ist für uns immer eine gute Ansprechpartnerin und Beraterin diesbezüglich. Was kann ich tun, wenn mein Hund friert? Auch unserem Husky Ego war es bei Temperaturen um die -20 °C in der Nacht kalt. Er ist ein Wohnungshund und lebt nicht dauerhaft draußen. Anders ist es vielleicht bei den Polarhunden, die im Freien gehalten werden. Aber generell gesagt kann es Hunden (auch mit dichter Unterwolle) bei sehr niedrigen Temperaturen kalt werden und es ist ein Kälteschutz für den Hund erforderlich. Wir hatten eine Wärmejacke für die Nächte bei niedrigen Temperaturen sowie direkt nach dem Ankommen am Zeltplatz dabei. Hierfür haben wir uns für das Glacier Jacket von Non-stop Dogwear entschieden. Auch eine gute Isomatte ist wichtig, und für wirklich kälteempfindliche Hunde braucht es einen Schlafsack. Bei unserer Ausrüstungssuche hat uns Non-stop-Dogware überzeugt. Dort findet man von der Isomatte über den Schlafsack bis hin zum Hundemantel und Booties alles, was man braucht. Booties schützen die Pfoten beim Hund, richtig? Genau, Booties dienen dem Pfotenschutz und sind sozusagen kleine Söckchen aus unterschiedlichem Material. Der Schutz der Pfoten und die Pflege der Pfoten sind ein sehr wichtiges Thema auf der Tour, welches individuell auf das Tier betrachtet werden sollte. Generell gilt, dass sehr harschiger und eisiger Schnee schnell die Pfoten verletzen kann, vor allem über den längeren Zeitraum einer Tour oder bei langen Tagesetappen, wenn der Hund die Pulka zieht oder eine Person im Zug unterstützt. Daher sollten ausreichend Booties und bei Bedarf Pflegeöl oder Pfotenfett auf jeden Fall immer mit dabei sein. Booties gehen auch mal verloren, Ersatz ist also nicht verkehrt. Wichtig ist es auch, vorher mit dem Hund langfristig zu üben, damit er sich an die Booties gewöhnt. Ein Hundesportausstatter kann zu Booties und der richtigen Größe beraten, zum Beispiel die Dogsport Company oder Der Hundling. Bei uns war das ein heikles Thema, auch trotz üben, denn unser Husky hasst alles an den Pfoten und er hat auf Tour einen Tag lang mit den Booties „gekämpft“. Daher haben wir sie letztendlich weggelassen. Er ist prima ohne klargekommen, hat aber eben auch keine empfindlichen Pfoten und die Schneebedingungen waren bei uns unkritisch. Und braucht es extra Hundekleidung auf Wintertour? Wie oben schon erwähnt ist es sicherlich abhängig von der Hunderasse und der allgemeinen Kältetauglichkeit des Hundes. Wer einen Hund hat, der im Winter in Deutschland schon nicht ohne Jacke aus dem Haus geht, der braucht sicherlich auch tagsüber in Bewegung einen Kälteschutz. Für den Zeltaufbau und die Rast hatten wir die besagte Wärmejacke dabei. Diese kann man bei großer Kälte dem Hund auch beim Gehen anziehen. Einen Aspekt sollte man bei einer Wintertour mit Hund noch beachten: Manche Hunderassen sind in kürzester Zeit mit regelrechten Schneebällen verklebt, die sich an Beinen und am Bauch im Fell bilden. Diese sind kaum wegzubekommen und scheuern dem Hund beim Gehen. Am Abend sind diese Schneeklumpen dann mit im Zelt. Die Lösung hierfür sind „Ganzkörperanzüge“ für Hunde. Emmi, eine befreundete Golden Doodle Hündin, hat immer „Schneeknubbel“ im Fell und trägt deshalb auf unseren Ausflügen im Allgäu einen schicken Body vom Hundeausstatter. (Foto: Silke Bender) Kommt der Hund abends mit ins Zelt? Das ist eine Geschmacksfrage und eine Frage des Hundes. Unser Hund schlief in der Mitte zwischen uns beiden Personen auf seiner eigenen Isomatte mit einer dünnen Decke als Zeltbodenschutz. Wichtig ist es, den Zeltboden vor den Krallen zu schützen, vor allem wenn der Hund gerne sein „Bett macht“ und scharrt. Sonst ist schnell ein Loch im Zeltboden. Wenn der Hund mit im Zelt schläft, dann sollte der Platzbedarf dafür auch eingeplant werden. Ein größerer Hund nimmt letztendlich fast so viel Platz ein wie ein Mensch. Das heißt, ein 3-Personen-Zelt kann bei zwei Personen mit Hund schon ganz schön eng werden. Alternativ kann der Hund in der Apsis schlafen, aber das wäre bei uns schwierig geworden, da wir die Apsis als Küche verwendet haben, um dort zu kochen. Ohne Hund war da mehr Platz und auch der Kocher steht sicherer. Also kam unser Hund mit ins Innenzelt. Bei zwei Apsiden kann man das sicher besser trennen. Polarhunde, die große Kälte gewohnt sind, schlafen natürlich draußen und kommen gar nicht ins Zelt. Ist es nicht einfacher, mit Hund auf einer Hütte zu übernachten? Das ist leider ganz und gar nicht einfach! In den meisten DNT Hütten (auch den Selbstversorgerhütten) sind Hunde nicht erlaubt, zumindest nicht im Hauptraum und in den Zimmern. Es gibt manchmal einen separaten Raum, in dem die Hunde bleiben können. Gegebenenfalls sind dort auch Hundekäfige, in denen die Hunde bleiben „können“ bzw. müssen. Wir empfehlen daher dringend, vorher zu checken, wie es mit dem Hund in der geplanten Hütte ablaufen würde. Denn nicht jeder Hund schläft gerne alleine draußen oder in einem ungeheizten Raum in einem fremden Hundekäfig. Aber es gibt ausgewiesene Hütten (beispielsweise über UT.no), in denen Hunde erlaubt sind, jedoch auch dort nicht in allen Räumlichkeiten, egal wie gut erzogen das Tier sein mag. Wer also eine Wintertour mit Hund mit Hüttenübernachtung plant, sollte dies im Vorfeld gründlich recherchieren, um keine böse Überraschung zu erleben. Denn erstmal vor Ort bleibt dann nicht viel Spielraum. Auch wenn ein großer Hund im Zelt viel Platz einnimmt, ist es so oft unkomplizierter als auf einer Hütte zu nächtigen. (Foto: Silke Bender) Kommen wir einmal zur Versorgung des Hundes mit Futter und Wasser. Wie habt ihr das gemacht? Wir finden Trockenfutter ideal, weil Nassfutter gefrieren kann. Barfen wird daher auch schwierig, es sei denn, man kann es mit heißem Wasser auftauen. Wichtig ist vor allem, nicht direkt vor der Tour auf neue Nahrung umzustellen. Das kann zu Verdauungsproblemen beim Tier führen. Am besten sollte man rechtzeitig vorher die Ernährungsfrage klären und dann längerfristig umstellen. Bei Trockenfutter ist wichtig, dass der Hund ausreichend trinkt – sicherlich auch abhängig vom Wetter und den Temperaturen und der geplanten Strecke. Als kleinen Trick kann man Geschmacksträger für das Wasser, zum Beispiel Fischpulver, ins Wasser mischen, damit der Hund gerne und genug trinkt. Auch das testet man am besten langfristig vorher. Und es braucht etwas mehr Brennstoff für den zusätzlichen Bedarf an geschmolzenem Schnee. Am Morgen vor der Tour sowie unterwegs sollte regelmäßig Wasser angeboten werden, damit der Hund nicht zu viel Schnee frisst. Das kann nämlich ebenfalls schnell zu Magenproblemen führen. Wir haben Ego gleich nach dem Aufstehen mit ein bisschen Trockenfutter in warmem Wasser mit Geschmacksträger (bei uns waren es Käseraspel) gefüttert. So hatte er genügend Zeit zum Verdauen, bis wir gefrühstückt und gepackt hatten. Als Snack für die Pausen zwischendurch gab es saftige Leckerlis oder eine Kaustange. Bei den Mushern kommen die Schlittenhunde immer zuerst an die Reihe bei der Versorgung am Abend. Ist das bei euch auch so? Wir haben es so gemacht, dass ich beim Ankommen am Übernachtungsplatz immer direkt Ego mit frischem Wasser und Nahrung versorgt habe. Bei sehr kalten Bedingungen habe ich ihm auch den Mantel angezogen und für eine warme Unterlage gesorgt. Oli hat in der Zeit das Zelt aufgebaut, was an den meisten Tagen bei den Witterungsbedingungen ohne Wind gut alleine ging. Somit war der Hund bereits versorgt und konnte regenerieren. Ok, Booties im Vorfeld üben, Ernährung falls nötig langfristig umstellen … Wie sieht es mit Training im Vorfeld aus? Natürlich muss der Hund genauso wie der Mensch auf die Tour vorbereitet werden. Die Ausdauer sowie die Muskulatur für lange Touren, vielleicht im tiefen Schnee müssen ausreichend trainiert werden. Ein fitter Hund kann aber wie ein fitter Mensch direkt auf Tour gehen, wenn man es nicht übertreibt. Falls der Hund im Zug vor dem Menschen oder der Pulka „arbeiten“ soll, dann muss aber auch das langfristig trainiert und aufgebaut werden. Außerdem kommt es wie gesagt auf die Schneemenge, Schneetiefe und so weiter an. Je nach Schneelage kann es für den Hund ganz entspannt oder sehr anstrengend werden. Wenn es keinen nennenswerten Neuschnee oder tiefen weichen Schnee gibt und sich der Schnee gut gesetzt hat bzw. es eine feste Spur gibt, dann wird es für den Hund kein großes Problem werden, da er kaum einsinkt. Sollte der Hund jedoch bei jedem Schritt tief versinken, dann wird es für ihn ziemlich anstrengend im Gegensatz zu den Menschen auf Ski. Es ist sehr belastend für die Muskulatur und sollte auf jeden Fall im Vorfeld ausreichend trainiert werden. Entsprechend sind dann die Tagesetappen und die Pausen anzupassen und gut auf den Hund zu achten. Sonst führt die Anstrengung zu einer Überlastung des Bewegungsapparates, wenn eine ungewohnte Belastung über mehrere Tage anhält. Unser Tipp ist es daher, genügend Pufferzeit einzuplanen oder Platz in der Pulka für den Hund freizuhalten. 🙂 Bei Tiefschnee wird auch ein gut trainierter Hund an die Grenzen kommen und braucht mehr Pausen. (Foto: Silke Bender) Läuft der Hund sonst einfach frei nebenher? Freilauf ist immer eine Sache des Gehorsams und des Jagdtriebs, vor allem, wenn es irgendwas zu jagen gibt. Wenn man die Bilder vom Fjell im Winter sieht, denkt man schnell, da ist ja nichts, was soll der schon jagen. Da Ego, wie übrigens die meisten Huskys, ein begeisterter Jäger ist, hatte der sehr oft die Nase im Wind oder am Boden und wäre am liebsten los. Rentiere, Polarfüchse und Lemminge – sie sieht man nicht oder nur selten, aber man sieht die Spuren, die Hinterlassenschaften und der Hund hat sowieso schnell die Fährte. Ein jagdbegeisterter Hund ist da schnell hinterher. Und das gilt es auf jeden Fall zu vermeiden. Die Norweger, die wir mit Hund getroffen haben, hatten alle ihre Hunde an der Leine beziehungsweise im Zuggeschirr. Das wäre also unsere Empfehlung. Unabhängig davon gibt es in Norwegen eine Leinenpflicht zwischen dem 1. April und 20. August und regionale Regelungen sollte man ebenso respektieren. Ob der Hund nur an der Leine mitläuft oder aktiv Zugarbeit leistet, ist eine individuelle Sache. Sollte er aktiv die Pulka oder den Menschen ziehen, dann braucht es dafür im Vorfeld wie gesagt ein gezieltes Training sowie die richtige Ausrüstung. Auch hier verweisen wir gerne wieder auf „Der Hundling“ oder die „Dogsport Company“. Dort haben wir die ideale Beratung sowie das passende Material für Mensch und Hund bekommen. Sollte der Hund direkt die Pulka ziehen, braucht es auch hierfür die passende Pulka sowie das Zuggestänge. Auch hier empfehlen wir die Beratung beim Fachhändler. Ego war mit einer langen elastischen Zugleine direkt an meinem Hundesport-Hüftgurt befestigt. Er war vor allem bergauf eine große Hilfe, aber auch auf der Ebene oder leicht bergab. Wir gehen seit vier Jahren sehr oft auf Bergtour oder Skitour und das ist dasselbe Prinzip. Daher sind wir diesbezüglich schon ein eingespieltes Team. Auch dies sollte vorher trainiert und geübt werden, vor allem, wenn später noch die Pulka hinten dranhängt. Zur besseren Kontrollierbarkeit der Pulka hatten wir keine Seile, sondern ein Zuggestänge. Das hat sich bewährt. Und wie ist das bei Abfahrten auf Ski mit dem Hund? Die Abfahrten können mit Hund definitiv sportlich werden. Es ist eben immer eine Sache, ob der Hund entspannt in den Freilauf gehen kann und auch auf Rückruf hört, oder ob er die erstbeste Rentier-Spur verfolgt. Wenn der Hund ohne jagdliche Intensionen freiläuft und keine anderen Menschen oder Hunde in der Nähe sind, würde ich ihn bei steilen oder eisigen Bergabfahrten ggf. frei laufen lassen. Ist dies nicht möglich, dann muss man auf jeden Fall vorher selbst das Abfahren mit Pulka üben, um dann kontrolliert im Pflug mit dem Hund abzufahren. Bei eisigen Bedingungen wird es spannend, wenn der Hund vorne zieht und kaum zu bremsen ist und von hinten die Pulka schiebt. Für diesen Fall hatten wir noch ein Paar Schneeschuhe dabei, um für steile und eisige Abfahrten eine Alternative unter den Füßen zu haben und nicht völlig ohne Kontrolle den Berg runter zu pfeifen. Das mag aber von Hund zu Hund unterschiedlich sein. Ego ist bergab halt kaum zu bremsen und gibt so richtig Gas. Da wird die Abfahrt dann teilweise ganz schön flott und es wird immer schwieriger, die Geschwindigkeit noch zu kontrollieren. Das Einzige, was ihn etwas bremst, ist tiefer Schnee. Was braucht der Hund für ein Zuggeschirr, wenn er kräftig ziehen soll? Es gibt für Hunde unterschiedliche Zuggeschirre. Wir haben ein Dogtrekking-Geschirr verwendet, da für uns nicht so wichtig war, dass Ego immer voll in der Zugarbeit ist. Wer will, dass der Hund direkt die Pulka zieht oder immer auf Zug beim Menschen ist, der sollte auf ein X-Back-Geschirr zurückgreifen, wie sie auch die Musher nutzen. Aber auch das ist abhängig von der Hunderasse und es gibt unterschiedliche Vor- und Nachteile. Deshalb verweise ich auch hier wieder auf den Fachhandel, schon um die richtige Größe zu finden und um Verletzungen oder Fehlbelastungen vorzubeugen. Wichtig ist mir eine elastische Zugleine, also die Verbindung zwischen Hund und Mensch. Meine Zugleine für die Wintertouren ist in der maximalen Dehnung 3,5 Meter lang. Die lange elastische Leine ist wichtig, damit der Hund bei Abfahrten nicht in die Quere kommt. (Foto: Silke Bender) Wie ist es mit Verletzungen beim Tier? Braucht es dafür ein extra Erste-Hilfe-Set? Der Tierarzt ist ja nun mal nicht gleich um die Ecke. Wir empfehlen daher auch für den Hund ein Erste Hilfe Paket und gute Grundkenntnisse der Ersten Hilfe für den Hund. Wir haben uns ein spezielles Set für den Hund besorgt und in Absprache mit unserer Tierärztin noch Schmerz- und Durchfallmittel mitgenommen. Wer sein Tier kennt und schon viele kürzere Touren durchgeführt hat, weiß ja oft, was so die typischen Problemchen sind, die auf einer Wintertour mit Hund auftauchen können. Eine spezielle Gefahr, die bei Hund und Ski immer gegeben ist, sind die Skikanten aus Stahl bei normalen Fjellski. Ich habe spezielle „Hundeski“ von Åsnes (Finnmark). Die sind ohne Stahlkanten und schützen so vor schweren Verletzungen, sollte der Hund doch mit den Kanten in Kontakt kommen. Aus diesem Grund habe ich auch eine ziemlich lange, elastische Zugleine. Somit ist genügend Abstand zwischen mir bzw. meinen Ski und Ego, vor allem bei den Abfahrten. Wie seit ihr mit dem Hund zum Ausgangsort der Tour gekommen? Die Anreise zum Ausgangsort mit Hund war für uns ein K.O.-Kriterium für die Durchquerung der Hardangervidda, die wir eigentlich angedacht hatten. Denn wir hätten einen Teil der Reise mit Zug und den anderen mit einer längeren Busfahrt oder mit einem Shuttle machen müssen. Das wäre mit zwei vollbepackten Pulkas und noch einem Hund ziemlich herausfordernd gewesen. Daher haben wir uns für die Rundtour ab Ustaoset mit gleichem Start- und Endpunkt entschieden. Wir sind mit dem Auto angereist, haben an einem kleinen Parkplatz an der Straße geparkt und sind von dort gestartet, haben letztendlich die Runde dort auch beendet. Das war für uns logistisch die einfachste Lösung. Liebe Silke, vielen Dank für das Gespräch und die vielen wertvollen Tipps für alle, die selbst eine Wintertour mit Hund planen oder nach Erfahrungen anderer suchen. Wer noch weitere Fragen an dich hat, findet den Kontakt zu dir auf deiner Seite „Move in nature“ , wo du spannende Coachings und Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung in der Natur anbietest. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ## Wissen für Wintertouren ### [Warum ich im Tourismus­verband bin](https://www.winterfjell.de/warum-ich-im-tourismusverband-bin/) Published: 2025-03-03 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Die meisten von uns reisen für ihre regelmäßigen Wintertouren nach Schweden oder Norwegen und starten dort ins Winterfjell. Die Vorteile dieser Länder liegen schnell auf der Hand: eine vergleichsweise kurze und einfache Anreise, relative Schneesicherheit und auch in den Bergen oft eine recht gute Infrastruktur durch zahlreiche Berghütten. Diese Hütten werden für gewöhnlich vom lokalen Tourismusverband betrieben, der während der Osterzeit auch für die Markierung der Wege zuständig ist. Um die Vereine dabei zu unterstützen, empfehle ich dir, in mindestens einem Tourismusverband Mitglied zu werden! Inhaltsverzeichnis Welche Tourismus­verbände gibt es?Svenska Turistföreningen Den Norske TuristforenigenDrei Arten von Hütten beim DNT Muss man Mitglied in einem Tourismus­verband sein? Warum Mitglied im Tourismusverband werden?Erkennt der DNT den STF an? Erkennt der STF den DNT an? Welche Tourismus­verbände gibt es? Der schwedische Tourismus­verband nennt sich STF, die Svenska Turistföreningen. Der norwegische Verband trägt den Namen DNT, Den Norske Turistforening. Beide stelle ich dir kurz vor. Svenska Turistföreningen Der Verein wurde im Jahr 1885 von Studierenden aus Uppsala gegründet, um das Friluftsliv (Leben in der Natur) zu fördern und die Naturgebiete Norrlands (Lappland) touristisch besser zu erschließen. Dabei hatten sie auch einen Bildungsauftrag im Sinn. Das Motto des Verbandes lautet: Känn ditt land (Kenne dein Land). Inzwischen arbeiten ca. 200 Festangestellte und zusätzlich 800 Saisonkräfte für den STF. Der Verband zählt ca. 195.000 Mitglieder (Stand 2025). Logo des STF – Svenska Turistforöreningen (Bildquelle: STF) Der Tourismus­verband legte zunächst Wanderwege an und baute Hütten in die einsamen Gebirgsregionen. Die größeren Hütten (Fjällstationen) bieten heute recht komfortable Unterkünfte und ähneln den großen Alpenvereinshütten. Als Fjällstugor werden die einfachen, aber dennoch oft mit Hüttenwartin oder -wart versehenen Hütten bezeichnet. Daneben betreibt der STF in einigen Städten zusätzliche Vandrarhem genannte Herbergen. Wie du es von anderen Berghütten oder Herbergen vielleicht kennst, musst du deinen eigenen Hüttenschlafsack (z. B. Seideninlett) mitbringen, normale Schlafsäcke sind untersagt. Achtung: Der STF ist seit November 2022 nicht mehr Mitglied im Internationalen Jugendherbergsverband und der Mitgliedsausweis der deutschen Jugendherbergwerkes (DJH) wird vom STF nicht mehr anerkannt und umgekehrt ebenso der STF-Ausweis nicht mehr bei Hostelling International. Auch mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) gibt es keine Kooperation. Als Mitglied im STF erhältst du regelmäßig die Ausgabe der Zeitschrift „turist“ mit schwedischsprachigen Artikeln über Naturlandschaften, Freizeitaktivitäten und Kultur. Die schwedischen Wintermarkierungen stehen auf zwei Meter hohen Stangen Im schwedischen Winterfjell sind die Wanderwege oft durch ein liegendes rotes X an festen Holzlatten oder Metallstangen gekennzeichnet und besser sichtbar als die norwegischen Zweige. Weitere Informationen über den STF, den Mitgliedsantrag und eine Übersicht über die Hütten (Preise, Ausstattung, Webseite) findest du auf: svenskaturistforeningen.se Und zur Vollständigkeit: Es gibt in Schweden auch noch knapp 200 Hütten der Bezirksverwaltung (Länsstyrelsen) in den unterschiedlichsten Qualitäten. Diese kannst du unabhängig von der Mitgliedschaft nutzen, aber die Modalitäten dafür unterscheiden sich zwischen den Bezirken teilweise erheblich. Über deren jeweilige Webseiten erfährst du mehr. Den Norske Turistforenigen Der norwegische Tourismusverband ist sogar noch ein wenig älter und wurde im Jahr 1868 auf Initiative des Konsuls Thomas Johannes Heftye gegründet. Der DNT agiert als ein Wander- und Gebirgsverein, der viele Wanderwege und Hütten errichtet hat und noch heute unterhält. Genau genommen besteht der DNT aus 56 eigenständigen Mitgliedsvereinigungen, aber im Normalfall wirst du nur den DNT-Verbund selbst wahrnehmen. Mit über 300.000 Mitgliedern (Stand 2025) ist der DNT im Verhältnis zur Landesbevölkerung deutlich größer als der schwedische Verband, unterhält dafür aber auch deutlich mehr Hütten (550+). Logo des DNT – Den Norske Turistforeningen (Bildquelle: DNT) Die vom DNT betreuten Wanderwege sind im Sommer an den Steinmännchen (aufgestapelte Steinpyramiden) mit einem markanten aufgemalten roten T zu erkennen. Im Winter sind diese Markierungen meist unter dem Schnee verborgen und nicht sichtbar. Oder die Winterwege verlaufen an einer anderen Stelle, weswegen Birkenzweige oder Bambussticks als Markierung verwendet werden. Insgesamt werden so jedes Jahr um Ostern mehrere tausend Kilometer Routen gesteckt. Die Sommermarkierung vom DNT sieht man nur bei wenig Schnee Drei Arten von Hütten beim DNT Bewirtschaftete Hütten (über 40 Stück): Diese Hütten haben Zwei-, Vier- oder Mehrbettzimmer bzw. Schlafsäle, sind vom Personal bewirtschaftet, bieten Abendessen, Frühstücksbuffet und Lunchpakete an und verfügen oft über warme Duschen und Trockenräume. Achte immer auf die Öffnungszeiten in der Wintersaison. Selbstbediente Hütten (über 150 Stück): Diese Hütten haben kein Personal für die Beherbergung, aber eine gut ausgestattete Küche und ein Lebensmittellager zur Selbstbewirtschaftung. Manchmal ist eine Hüttenwartin oder ein Hüttenwart anwesend, aber kümmert sich nur um die Hütte selbst. Geschlafen wird in Mehrbettzimmern und Matratzenlagern. Bezahlt wird per App oder mit Einzugsermächtigung per Kreditkarte. Für diese Hütten benötigst du einen DNT-Standardschlüssel. Der Aufenthalt ist teilweise das gesamte Jahr möglich, teilweise nur eingeschränkt. Beachte also die Öffnungszeiten. Unbewirtschaftete Hütten (über 200 Stück): Diese Hütten bieten oft kein Lebensmittellager, sind aber ansonsten wie die selbstbedienten Hütten aufgebaut. Auch bei allen diesen Hütten gilt: Du musst deinen eigenen Hüttenschlafsack (z. B. Seideninlett) mitbringen, normale Schlafsäcke sind nicht erwünscht. Nur bei den großen Hütten hast du Chance darauf, Bettwäsche relativ teuer zu mieten. Der norwegische Verband schickt dir gegen Portokosten das Mitgiedermagazin „Fjell og Vidde“ zu. Die deutschen Jugendherbergen erkennen den DNT nicht an und umgekehrt. Gleiches gilt für den DAV. Weitere Informationen über den DNT, den Mitgliedsantrag und eine Übersicht über die Hütten (Preise, Ausstattung, Öffnungszeiten) findest du auf: dnt.no In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Muss man Mitglied in einem Tourismus­verband sein? Nein, das muss man nicht. Jedenfalls ist es nicht zwingend. Grundsätzlich stehen die Hütten allen Gästen zur Verfügung, jedoch zahlt man dann höhere Preise und kommt bei der Bettenvergabe auf einer vollen Hütte erst nach den Mitgliedern dran. Handelt es sich nur um eine oder zwei Übernachtungen im Jahr, ist eine Mitgliedschaft zumindest wirtschaftlich noch nicht nötig. Aber generell sind die Jahresbeiträge (35-75 Euro Stand 2025) nicht übermäßig hoch. Die Mitgliedschaft im DNT ist aber essenziell, um in den Besitz des berühmten DNT-Nøkkel zu kommen. Das ist der Schlüssel zu den unbewirtschafteten und selbstbedienten Hütten des norwegischen Tourismusverbandes. Anders als durch den Eintritt in den Verband ist er kaum zu bekommen. Ohne diesen Universalschlüssel steht man bei vielen Hütten vor verschlossenen Türen! Um es kurz zu machen: Natürlich muss man kein Mitglied sein, aber dann ist es halt kacke. Der DNT Nøkkel ist deine Eintrittskarte in viele Hütten Üblicherweise werden alle Reisenden auf den Hütten untergebracht, aber seit der Zeit der Coronapandemie wünschen sich manche Hütten weiterhin Vorbuchungen über DNT Hyttebestelling und das STF Buchungssystem. Für den Notfall sind in vielen Hütten noch Matratzen vorhanden, um zusätzliche Matratzenlager aufzubauen. Denke daran: Die Zeit um Ostern herum ist Hochsaison und es kann auf beliebten Hütten schnell eng werden! Auch das Campen in der Nähe ist möglich. Wenn du dein Zelt in Hüttennähe aufschlägst, musst du eine kleine Gebühr bezahlen, kannst aber dafür Küche, Toilette und Trockenraum mitbenutzen. Erinnerst du das Foto von ganz oben? So malerisch sieht es bei gutem Wetter aus Warum Mitglied im Tourismusverband werden? Ich möchte dir die Gründe noch einmal stichwortartig aufzählen: Deine Mitgliedschaft stärkt den jeweiligen Verband und du bist Botschafter für eine gute Sache. Damit stärkst du die politische Interessensvertretung für das Jedermannsrecht. Dein Beitrag hilft, die Hütten zu erhalten oder sogar neue zu bauen. (Viele Hütten sind ökologisch zertifiziert.) Du unterstützt den Umweltschutz. Die Verbände verhandeln mit den lokalen Interessensgruppen die Naturnutzung und es werden tatsächlich auch Hütten wieder geschlossen und Wege verlegt, um zum Beispiel Schutzgebiete für Rentiere zu ermöglichen. Du kannst die markierten Routen mit dem guten Gefühl nutzen, indirekt einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. Auf vielen großen Hütten kannst du Kurse zu Bergsicherheit oder Backcountry-Skitechniken belegen. Du bekommst problemlos den DNT-Schlüssel. Du erhältst das Mitgliedermagazin und Zugang zu vielen Tipps und Tourvorschlägen. Besonders für die ersten Schritte bieten sich Winter-Hüttentouren an. Du erhältst Ermäßigungen auf die Übernachtungen und auf viele Produkte in den eigenen Shops. Weitere Vergünstigungen beim STF: Du bekommst 10-15 % auf Zugreisen bei verschiedenen Anbietern; bei Outnorth, einem großen Outdoorshop, bekommst du 10-20 % Rabatt. Weitere Vergünstigungen beim DNT: Viele privat geführte Hütten bieten einen Rabatt für Mitglieder an; im Oslo Sportslager, einem großen Outdoorausrüster, erhalten DNT-Mitglieder 10-15 % Rabatt auf alle Einkäufe; bei Alfa Sko gibt es 20 % Rabatt auf Skistiefel. DNT Standard Schloss Erkennt der DNT den STF an? Erkennt der STF den DNT an? Bis zum Winter 2024/2025 kooperierten STF und DNT nahezu uneingeschränkt miteinander. Beide erkannten sich gegenseitig an, es gab das sogenannte Gegenrecht. Das heißt, als STF-Mitglied bekamst du bis dahin ebenfalls problemlos den DNT-Schlüssel und auch die Vergünstigungen in allen Hütten der Verbände waren in der Regel gleich hoch. Allerdings hat sich das zum 1. März 2025 geändert (mit wenigen Ausnahmen im Grenzgebiet, wo es noch Rabatte für die Gegenseite gibt). Ein Grund dafür war nach Aussage des Geschäftsführers des DNT Oslos, dass immer mehr „Sparfüchse“ in den STF eingetreten sind, um dann die Hütten des DNT zu nutzen. Das ist Geiz an der falschen Stelle! So ein Verein lebt von jedem einzelnen Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Auch die bewirtschafteten Hütten sind oft ein Zuschussgeschäft und tragen sich nicht von selbst. Dazu kommt das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder. Meine Konsequenz: Ich reise regelmäßig nach Schweden und nach Norwegen und bin daher ganz einfach Mitglied in beiden Tourismusverbänden. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Toilette und Körperpflege in der Kälte](https://www.winterfjell.de/toilette-und-koerperpflege-in-der-kaelte/) Published: 2024-02-08 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Worauf musst du bei der Körperpflege in der Kälte achten und wie verrichtest du eigentlich dein Geschäft? Beim kleinen Geschäft haben Männer einen Vorteil gegenüber Frauen, weil sie nur wenig Haut entblößen müssen. Frauen müssen nicht nur mehr Reißverschlüsse öffnen oder kompliziert die Träger und Gurte abstreifen, sondern sich auch in den Schnee und kalten Wind hocken. Die wirklich harten Kerle da draußen sind damit wohl eher die Frauen. Inhaltsverzeichnis Wie gehe ich im Winter aufs Klo?Das stille Örtchen Toilettenpapier auf Wintertour Und wie wäscht man sich bei 20 Grad Minus? Hautpflege in der eisigen Kälte Zähne putzen Sonnenschutz bei Schnee und Eis Menstruation auf Wintertour Wie gehe ich im Winter aufs Klo? Unterwegs geht das so, wie es unterwegs halt geht. Da gibt es kein Geheimwissen. Im Zelt sieht es schon anders aus, wenn du nicht herausgehen magst. Die Männer haben dann bei schlechtem Wetter gerne eine Pinkelflasche (engl. Peebottle) dabei. Aber Vorsicht: Im Schlafsack aufbewahrt könnte sie auslaufen und außerhalb würde der Inhalt unweigerlich einfrieren. Daher solltest du sie direkt in der Apsis ausleeren. Angeblich nutzen auch Frauen mit ein wenig Übung solch eine Flasche. Das stille Örtchen Absolute Gleichberechtigung erfahren beide dann beim großen Geschäft. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erste und beste ist es, die Plumpsklos an Hütten zu benutzen. Ab und an kommst du an ihnen vorbei. Und wenn du nicht warten kannst? Die meisten graben sich ein 30 cm tiefes Loch in den Schnee und nutzen den Aushub für einen kleinen Windschutz, manch andere verrichten ihr Geschäft gleich in der Zeltapsis. Wirklich wahr! Über den Geruch musst du dir nur kurz Sorgen machen, da anschließend alles einfriert und sich gut mit der Schneeschaufel entsorgen lässt. Ich würde dennoch empfehlen, nur eine Apsis des Zeltes dafür zu verwenden und diese strikt von der Koch-Apsis zu trennen. So kann der dort vorhandene Schnee weiterhin zum Schmelzen für Getränke verwendet werden. Sicher kostet das am Anfang etwas Überwindung und ist nur die Variante für echtes Mistwetter. Wenn du nicht allein unterwegs bist, greift es auch in die Intimsphäre der anderen ein. Zu Beginn ist daher zu empfehlen, dass die anderen sich am Morgen schon außerhalb des Zeltes aufhalten und z. B. ihre Pulka packen, während nach und nach jeder sein morgendliches Geschäft erledigt. Im Schneetreiben bei niedrigen Temperaturen ist alles andere einfach sehr unangenehm. Zumindest kostet mich das Entblößen im eisigen Wind immer am meisten Überwindung auf Tour. Übrigens hat auch Geertje Jacob in den Reisedepeschen einen schönen Text dazu geschrieben, wie sie im Schnee auf Toilette geht. In das „Das kälteste Klo der Welt“ beschreibt sie das „Geschäftliche“ ganz wunderbar. Toilettenpapier auf Wintertour Das Toilettenpapier kannst du entweder in einer speziellen Hülle aus dem Outdoorbedarf aufbewahren oder du baust dir eine genial-einfache Lösung nach: Die Rolle kommt in einen großen Ziplock-Beutel. Am unteren Ende fädelst du ein dünnes Gurtband durch zwei kleine Löcher im Boden des Beutels und die Rolle. So kannst du dir das Toilettenpapier umhängen, es wird nicht nass und du hast die Hände frei. Unten durch die Zipper-Öffnung kannst du dir Blatt für Blatt herausziehen. Nach der Benutzung solltest du das Papier so weit wie möglich verbrennen lassen oder sammelst es sogar in einer separaten Mülltüte. Am besten verrottet chlorfrei gebleichtes Papier. Aber bitte bedenke, dass der Schnee es konserviert und dann im Frühjahr wieder freigibt. Dank der Wassermassen bei der Schneeschmelze bleibt von den letzten unverbrannten Resten hoffentlich nicht mehr viel übrig. Mehr zu den eigenen „Spuren“ findest du im Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit auf Wintertouren. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und wie wäscht man sich bei 20 Grad Minus? Das ist oft die erste Frage, wenn es um die Körperpflege in der Kälte geht. Um ganz ehrlich zu sein: so gut wie gar nicht. Eine richtige Körperwäsche ist im Winter Luxus und denen vorbehalten, die zwischendurch in Hütten einkehren. Denn Wasser muss erst aus Schnee geschmolzen und erhitzt werden, was wertvollen Brennstoff kostet. Darüber hinaus müsstest du dich ausziehen und nasse Körperstellen werden dann extrem schnell kalt. Das kann sogar gefährlich werden. Wenn es dir nur um Handhygiene geht, zum Beispiel nach der Toilette, dann eignet sich desinfizierender Handreiniger. So schützt du dich und andere vor Bakterien. Für die Körperreinigung, wenn sie denn doch nötig ist, eignen sich Öl-Feuchttücher. Normale Feuchttücher gefrieren schneller als Öl-Feuchttücher, wobei auch letztere im Schlafsack oder der Innentasche vorgewärmt werden müssen, um sie aus der Packung zu bekommen. Pro Waschgang alle paar Tage geht es dann mit einem Feuchttuch am Körper von oben nach unten: Gesicht, Ohren und Hals, Achseln und dann durch den Schritt. Anschließend kommt das Tuch in den Müllsack. Meine Füße wasche ich trotz VBL-Einsatz nicht, trockene Wollsocken sind antibakteriell genug. Rasiert wird sich im Zelt eher nicht und auch die Haare werden nicht gewaschen. Selbst Trockenshampoo ist nicht sinnvoll. Du trägst ja sowieso fast immer eine Mütze. Allen, die bei diesen Vorstellungen ihre Nase rümpfen, sei gesagt, dass sich bei niedrigen Temperaturen deutlich weniger Körpergeruch entwickelt. Außerdem wirken manche Körperflüssigkeiten selbstreinigend und sorgen so für Bakterienschutz. Der Gegenwind hat die Haut gereizt und mein Gesicht bleibt länger rot Hautpflege in der eisigen Kälte Die kalte Luft, verbunden mit großer Trockenheit oder scharfem Wind, der die Eiskristalle wie Sandpapier über dein Gesicht ziehen lässt, all das beansprucht die Haut stärker als gewohnt. Eine gute Gesichtscreme ist daher hilfreich und einer der wichtigsten Bestandteile der Körperpflege in der Kälte. Normale Gesichts- oder Fettcremes enthalten oft Wasser, welches auch noch nach dem Auftragen im Gesicht gefrieren kann und die Haut damit zusätzlich strapaziert. Lass dich nicht von Labels wie „Kälteschutzcreme“ täuschen, offensichtlich rechnet man eher mit dem deutschen Winter. Besser eignet sich eine Creme auf Ölbasis, wie zum Beispiel der Wind- und Wetterbalsam von Weleda. Auch diese Creme sollte am besten warm in der Innentasche der Jacke gelagert werden, da sie sonst in der Tube sehr hart wird. Keine Ahnung, ob Karies und Baktus ebenfalls Wintertouren machen, aber geputzt wird trotzdem Zähne putzen Zahncreme würde einfrieren, wenn du sie nicht warmhältst. Eine einfache Alternative zu Zahnpasta sind daher Zahnputztabletten wie Denttabs, die du im Drogeriemarkt bekommst. Auch eine Bambuszahnbürste ist kältefester als eine aus Plastik. Letztere kann bei -30 Grad tatsächlich spröde werden und einfach abbrechen. Ansonsten funktioniert das Zähneputzen aber wie zu Hause, hier gibt es keine Ausreden für fehlende Zahnpflege. Sonnenschutz bei Schnee und Eis Der Schnee reflektiert das Sonnenlicht ähnlich wie Wasser beim Paddeln und so kann die UV-Belastung im Winter deutlich höher ausfallen. Selbst wenn die Kraft der Sonne nur wenig Wärme spendet, sollte im Gesicht immer Sonnencreme mit hohem UV-Schutz (30+) aufgetragen werden. Auch hier gilt, dass diese möglichst nur einen geringen Wasseranteil enthalten sollte, wie es bei Produkten mit der Bezeichnung „Sonnen- und Kälteschutz“ oft gegeben ist. Leider haben wir eine Sonnencreme erwischt, die nicht einzog Menstruation auf Wintertour Die weibliche Regel kann natürlich auch mit einer Wintertour zusammenfallen. Hygienisch hat es zwar den Vorteil, dass es sich bei der Regelblutung um eine Art Selbstreinigungsfunktion handelt, aber ohne Wechselunterwäsche wäre das ungünstig. Das regelmäßige Wechseln von Tampons ist in der Kälte schwieriger, was aber gerade zu Beginn der Regelblutung nötig ist. Besser sind daher Binden geeignet. Beide gehören nach Benutzung keinesfalls in die Natur, sondern zusammen mit etwas Toilettenpapier in einen gut verschließbaren Gefrierbeutel. Viele Winterwanderinnen sind inzwischen von einer Mentruationstasse überzeugt und kommen damit auch auf Wintertouren gut aus. Mit Schnee lässt sie sich leicht auswischen und die Wechselintervalle von 8 Stunden ermöglichen einen „normalen“ Touralltag. Auf jeden Fall solltest du den Einsatz einer Mentruationstasse vor der Tour üben und ein für dich passendes Modell gefunden haben. Bei leichten bis mittleren Menstruationsschmerzen können Schmerzmittel und abends eine Wärmflasche helfen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Nachhaltigkeit auf Wintertouren](https://www.winterfjell.de/nachhaltigkeit-auf-wintertouren/) Published: 2023-06-25 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Beim Wort Nachhaltigkeit denkst du an den moralischen Zeigefinger? Der ist uns hoffentlich allen bewusst: Reisen und Konsum zum Vergnügen sind ein Luxus, der die Umwelt belastet. Auf Reisen zu verzichten, wäre radikal nachhaltig im Sinne des Umweltschutzes. Ganz so einfach möchte ich es mir dann aber doch nicht machen und setze voraus: „Keine Wintertour ist auch keine Lösung.“ Aber wie geht das umweltschonend? Ich habe bei mir angefangen und mich gefragt, wo ich selbst etwas nachhaltiger werden kann. Meine Gedanken teile ich in diesem Beitrag. Inhaltsverzeichnis Was bedeutet Nachhaltigkeit auf Wintertouren? Nachhaltigkeit der Anreise zur WintertourSind Flüge automatisch die schlechteste Wahl? Anreise mit dem Zug Anreise mit dem Flugzeug Zug oder Flug – Wer gewinnt den Vergleich? Nachhaltigkeit der AusrüstungProduktions­bedingungen überprüfen Lokal kaufen Gebraucht kaufen Wenig oder nur das Nötigste kaufen Dinge lange nutzen Reparieren statt neu kaufen Nachhaltigkeit der KleidungTierwohl bei Leder, Daune und WolleWas ist mit Nachhaltigkeit-Labels? Mikroplastik: Fleece ist am schlimmsten Recycelte KleidungWaschen mit dem Guppyfriend Auf Fluorcarbon in der Imprägnierung verzichten Nachhaltigkeit beim Skifahren Müll unterwegsLeave no trace auf Wintertouren Begegnung mit Rentieren oder anderen Tieren Die innere Einstellung zu Nachhaltigkeit Kritik auch an den anderen? Was bedeutet Nachhaltigkeit auf Wintertouren? Üblicherweise spricht man von den drei Aspekten ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit. Betrachtet wird dabei der gesamte Prozess von der Herstellung bis zum Lebensende des Produktes, teilweise sogar darüber hinaus. Es zählen also die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Näherinnen genauso mit in die Betrachtung von Nachhaltigkeit hinein wie der biologische Abbauprozess des Produkts. Hier geht es mir nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern praktisches Handeln steht im Vordergrund. Außerdem lege ich den Schwerpunkt auf ökologische Faktoren. Viele der folgenden Informationen gelten für Outdoor-Produkte im Allgemeinen, aber es gibt Besonderheiten für Wintertouren. Möglicherweise decke ich noch nicht jedes Detail ab. Wenn ich etwas Wichtiges übersehen habe, bin ich für einen Hinweis dankbar. Nachhaltigkeit der Anreise zur Wintertour Steigen wir direkt ein: Den Großteil des CO₂-Fußabdrucks einer Wintertour macht die Anreise ins Winterfjell aus. Klar, irgendwie müssen wir ja nach Skandinavien hinkommen. Dabei gibt es einige Unterschiede zwischen den zur Auswahl stehenden Verkehrsmitteln. Den größten CO₂-Fußabdruck verursachen Flüge in den hohen Norden. Am klimafreundlichsten wäre die Anreise mit dem Elektroauto, dafür aber auch (noch) mühsam, da du einige Ladestopps einplanen musst. Bleiben öffentliche Verkehrsmittel und ein Spritspar-PKW. Klimafreundlicher ist die Anreise mit dem öffentlichen Personenverkehr, also Bus und Bahn. Selbst wer mit mehreren Personen in einem verbrauchsarmen Auto anreist, ist ein wenig schlechter dran. Ob du dabei mit dem Auto über die Brücken in den Norden fährst oder eine Fähre über die Ostsee nimmst, macht aus Nachhaltigkeitssicht gar nicht so viel Unterschied. Nachhaltige Anreise mit Bus und Bahn zur Wintertour in Norwegen Es gibt verschiedene Emissionsrechner im Internet, mit denen ich meinen Kohlendioxidausstoß genauer berechnen kann. Ich beziehe mich hier zur Übersicht auf die Zahlen einer norwegischen Umweltinitiative für den Schulweg, weil dort (ganz norwegisch) auch die durchschnittlichen Emissionswerte für Schneemobile aufgeführt werden: Transport­mittel kg CO₂ pro km und Passagier zu Fuß 0,000 Elektro PKW 0,043 Dieselzug 0,060 Elektrischer Zug 0,065 U-/S-Bahn 0,065 Bus 0,069 Hybrid PKW 0,084 Schneemobil 0,094 Fähre 0,115 Mittelklasse PKW 0,133 Taxi 0,170 Großer PKW 0,183 Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass je nach Berechnungsart, Fahrzeugalter, Wartung, Fahrverhalten, Zwischenstopps und Form der elektrischen Energiegewinnung Abweichungen von diesen Zahlen zu erwarten sind. Die Unterschiede verdeutlichen trotzdem, wo Einsparungen möglich sind. Alle Tipps zum Weg in den Norden, unabhängig von Nachhaltigkeitsgedanken, findest du übrigens in meinen Beitrag über die Anreise zur Wintertour. Sind Flüge automatisch die schlechteste Wahl? Rein vom Kohlendioxid-Ausstoß muss ich auf das Fliegen verzichten, besonders auf Flüge mit Umwegen, Zwischenstopps und Umstiegen. Direktflüge sind zwar klimafreundlicher und damit nachhaltiger, aber die Umweltbelastung eines Fluges lässt sich nicht wegdiskutieren. Doch es gibt noch mehr Faktoren: Wenn du in Flughafennähe wohnst, dann kannst du innerhalb eines Tages von der Haustür bis ins nordskandinavische Fjell gelangen. Du gewinnst damit im Vergleich zum Zug einen Tag bei der Anreise. Fairerweise solltest du bei einem solchen Zeitvergleich immer den Weg zum Flughafen samt nötigem Zeitpuffer für den Check-in und die Gepäckaufgabe mit einrechnen, der bei der Anreise mit dem Zug wegfällt. Von vielen kleineren Bahnhöfen in Skandinavien lässt es sich fast unmittelbar mit Ski starten und vom Flughafen braucht es erst noch einen Transfer. Schätzungsweise lohnt sich ein Flug zeitlich damit erst bei mehr als 2000 km Anreise und entsprechender Nähe zum Flughafen. Ich möchte das an einem Beispiel deutlicher machen. Anreise mit dem Zug Wenn ich hier in Hannover morgens um 6 Uhr in den IC steige, ist dort für meine Pulka im Fahrradabteil mehr Platz als in einem ICE. In Hamburg habe ich eine Stunde Zeit, in Ruhe das Gleis zu wechseln und mir noch ein Franzbrötchen samt Kaffee zu holen. Die deutsche Antwort auf Fika sozusagen. Mittagessen gibt es dann schon am Kopenhagener Hauptbahnhof. Pünktlich zum Abendessen erreiche ich Göteborg, als Kopfbahnhof sehr pulkafreundlich. Nachdem ich mich für die Nacht eingedeckt habe, steige ich in den Schlafwagen, der mich zum Frühstück in Östersund wieder ausspuckt. Etwas mehr als 24 Stunden sind vergangen, davon die meiste Zeit im Schlafwagen. Bis Storlien sind es jetzt noch 2 Stunden, bei der Ankunft ist es hell und am Abend steht das Zelt im Enan-Tal. Anreise mit dem Flugzeug Mit dem Flugzeug hätte ich zunächst das Problem, dass es keine Direktflüge von Hannover nach Stockholm gibt. Aber nehmen wir mal großzügig an, ich würde in Berlin wohnen und hätte den BER vor der Tür. Zum Flughafen würde ich mich um 5:30 Uhr aufmachen, eine Stunde wird der Weg mich kosten. Damit habe ich 2 Stunden am Flughafen für Check-in und Gepäckaufgabe. Um 8:30 Uhr startet die Maschine und landet um 10 Uhr in Arlanda. Bis ich mein Sperrgepäck bei der Gepäckausgabe erhalte, vergeht noch einmal eine halbe Stunde. Der nächste Zug fährt leider erst um 13 Uhr und kommt um 19 Uhr in Östersund an, sodass es keinen Anschluss mehr nach Storlien gibt. Ich verbringe also eine Nacht in einer Pension. Der Zug am nächsten Morgen ist der gleiche, in dem ich auch bei der vollständigen Anreise mit Zug gesessen hätte. Zug oder Flug – Wer gewinnt den Vergleich? Es geht mir mit diesem Beispiel darum, dass wir alle uns bei der Anreise auch darüber Gedanken machen, wie wir reisen. Die verlockend kurze Flugzeit ist in diesem Beispiel trügerisch. Sie führt zu keiner Zeitersparnis, zudem wird deutlich mehr CO₂ ausgestoßen. Vom möglichen Stress mit der Pulka an der Gepäckaufgabe reden wir mal gar nicht erst. Ich schleppe lieber alles, als plötzlich ohne Kocher dazustehen, weil er in der Sicherheitskontrolle konfisziert wurde. Ich weiß aber auch, dass beide Geschichten bei der Anreise nach Kiruna anders verlaufen wären. Denn zwei Nächte im Schlafwagen sind nicht jedermanns Sache. Ich finde es daher verständlich, bei entsprechender Entfernung auch einmal mit dem Flugzeug anzureisen. Nutze dann aber möglichst eine Kompensation des CO₂-Fußabdruckes über eine Klimaschutzorganisation wie Wilderness International. Nachhaltigkeit der Ausrüstung Neben der Anreise trägt auch unsere Ausrüstung entscheidend zum ökologischen Fußabdruck bei. Hier ist es deutlich schwieriger, konkrete Emissionswerte für einzelne Produkte zu finden. Vielmehr lassen sich generelle Handlungsempfehlungen für mehr Nachhaltigkeit geben. Selbstgenähte Tasche aus Stoffresten eines Pulkaverdecks Produktions­bedingungen überprüfen Hier spielen mehrere Aspekte von Nachhaltigkeit eine Rolle. Wo wurde mein Produkt hergestellt und was kann ich über die Produktionsbedingungen erfahren? Was sagt der Hersteller dazu? Gibt es Standards, denen er sich verpflichtet hat? Viele Hersteller machen inzwischen Angaben dazu an, denen ich aber mehr oder weniger vertrauen muss. Übrigens können auch qualifizierte Fachhändler oft etwas dazu sagen. Frage einfach vor dem Kauf einmal nach, das erhöht auch den „Druck“ auf die Branche. Innovationen im Bereich nachhaltiger Produktion kommen oft von kleinen Firmen, die interessante Konzepte entwickeln, wie die vollständig recyclebaren Ski von earlybirdskis. Zwar wurde das Projekt mangels Industriepartner und kooperierender Händler nicht umgesetzt, aber die Vermeidung aller unnötigen Umweltbelastungen ist auf jeden Fall der richtige Weg. Vielleicht entwickelt jemand ja eines Tages recyclebare Fjellski. Lokal kaufen Hier spielen vor allem sozialökonomische Kriterien mit hinein, denn der Outdoor-Laden deines Vertrauens soll seine Angestellten fair bezahlen können und schafft Arbeitsplätze. Ökologischer ist daran auch, wenn weniger Versand und Retouren anfallen. Auch ein deutscher Onlinehändler kann nachhaltiger sein als ein Direktvertrieb aus der Fabrik in China. Finanziell mag der China-Versand zwar günstiger wirken, schwierig wird es dann aber bei Zoll, Widerruf, Garantiefällen oder Service. Retouren werden dann allzu oft einfach vernichtet, anstatt wieder in den Handel zu kommen. Gebraucht kaufen Für viele Ausrüstungsgegenstände ist es sinnvoll, sich zuerst auf dem Gebrauchtmarkt umzuschauen. Ob Skiausrüstung, Kocher oder Winterschlafsack, oft lässt sich damit nicht nur Geld sparen, sondern auch die Umwelt schonen. Denn der Herstellungsprozess ist im Normalfall der umweltbelastende Teil. Der Vorteil des Gebrauchtkaufs bei hochwertigen Produkten ist, dass du sie auch nach ein oder zwei Touren für faire Preise weiterverkaufen kannst, falls sie dir doch nicht gefallen. Dieser Schlafsack war einige Jahre mein treuer Begleiter und dient nun noch jemand anderen Wenig oder nur das Nötigste kaufen Noch ökologischer wäre es, grundsätzlich nur sehr wenig zu kaufen. Ich gebe zu, das fällt mir schwer, weil ich mich einfach für viele tolle Ausrüstungsgegenstände begeistern kann und sie gerne einmal ausprobieren möchte. Die Erfahrungen gebe ich dann aber hier weiter. Ich hoffe, dir mit Winterfjell die passenden Informationen dafür zu liefern, damit du vorher für dich entscheiden kannst, was du wirklich brauchst und weniger unnötiges kaufst. Ich gebe zu, das entlastet mich nicht wirklich. Es dient mehr als Alibi. Eine Alternative kann es auch sein, sich Ausrüstung zu leihen. An dieser Stelle mache ich dich daher gerne auf meinen Pulka-Verleih aufmerksam. Dinge lange nutzen Auch die Outdoor-Branche lebt davon, kleine Innovationen als etwas ganz Großes, noch nie Dagewesenes zu verkaufen. Sonst kauft sich ja niemand noch einen weiteren Topf. Deshalb ist es sinnvoll, sich selbst zu fragen, ob man diese Innovation wirklich braucht oder sich für Nachhaltigkeit durch Konsumvermeidung entscheidet. Je länger du deine Ausrüstung nutzt, desto besser. Das gilt auch und vor allem für Kleidung. Reparieren statt neu kaufen Viele Dinge lassen sich mit wenig Aufwand wieder instand setzen. Sei es ein neuer Verschluss für die gute Thermoskanne, die gestopfte Merino-Unterwäsche oder eine neue Skistockspitze. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern bereitet dich auch darauf vor, auf einer Tour mit dem Werkzeug für Wintertouren besser improvisieren zu können. Tatsächlich macht mir die Ausrüstungspflege und -optimierung zu Hause großen Spaß. Der einzige Zeitpunkt, wo sie mich manchmal nervt, ist direkt nach der Tour, wenn tonnenweise Material getrocknet, gewaschen und kontrolliert werden muss. Nachhaltigkeit der Kleidung Die Nachhaltigkeit von Kleidung wird besonders kontrovers diskutiert. Zum einen ist Kleidung stärker Modeerscheinungen unterworfen als ein zeitloses Pulkagestänge, zum anderen werden in Funktionstextilien viele unterschiedliche Materialien und Chemikalien eingesetzt. Es gibt zwar Labels für umweltfreundliche Produktionen, aber ich kann dir noch nicht beantworten, welche davon wirklich vertrauenswürdig sind. Nur beim Bluesign-Siegel bin ich mir selbst ziemlich sicher. Meist musst du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen. Auf die kritischen Punkte möchte ich daher kurz eingehen: Tierwohl bei Leder, Daune und Wolle Eine genaue Definition von Tierwohl ist schwierig. Wann fühlt sich eine Gans so richtig wohl? Was braucht ein Schaf? Wie geht es dem Rind? Die gesellschaftliche Diskussion ist oft von Doppelmoral geprägt. Und sobald ich neben dem Tierwohl auch noch den Ölbedarf der Kunststoffproduktion berücksichtigen muss, wird es kompliziert. Ein Beispiel: Ein guter Daunenschlafsack hält locker 10 oder 20 Jahre und seine Füllung kann fachgerecht aufbereitet werden. Die Hülle bleibt die gleiche und braucht höchstens einmal eine Wäsche oder einen Flicken. Ein Schlafsack mit Kunstfaserfüllung hält teilweise nicht mehr als 5 Jahre und kann nicht neu befüllt werden. Welches Modell ist also nachhaltiger? Für mich ist klar, dass Daune und Wolle aufgrund ihrer Langlebigkeit und Funktionalität zu den nachhaltigen Materialien gehören. Doch wie kann ich sicherstellen, dass die Bedingungen für das Tierwohl gleichzeitig so gut wie möglich sind? Was ist mit Nachhaltigkeit-Labels? Die Stiftung Warentest hat 2017 verschiedene Tierwohllabels untersucht und festgestellt, dass nirgendwo vollständiges Tierwohl garantiert wird. Dennoch sind solche Labels und Standards das erste, wonach du schauen kannst und geben zumindest einen Anhaltspunkt. Für Daunen gelten der Global Traceable Down Standard und der Responsible Down Standard als einigermaßen verlässlich, auch wenn es Lücken im komplexen System gibt.. Bei Wolle ist der Responsible Wool Standard vergleichbar, zielt aber vor allem auf das Tierwohl ab. Soziale und ökologische Kriterien wie z.B. der Wasserverbrauch der Schaffarmen werden weniger berücksichtigt. Bei Leder ist die Situation noch komplexer. Weit verbreitet ist die Meinung, dass chromfrei gegerbtes Leder umweltschonender sei. Für die pflanzliche Gerbung wird jedoch Tropenholz benötigt, für das Regenwälder abgeholzt werden. Einen guten Einstieg in das Thema am Beispiel von Wanderstiefeln bietet der Artikel vom Alpenverein. Leder, Wolle, Seide, Fleece, Synthetik und Kombinationen Mikroplastik: Fleece ist am schlimmsten Grundsätzlich lösen sich aus allen synthetischen Kleidungsstücken kleine Fasern und können so in die Umwelt gelangen. Nach dem Winter transportiert die Schneeschmelze sie dann über Bäche ins Meer oder bis ins Trinkwasser. Auf diesem Weg werden sie oft noch weiter zerkleinert, sodass Mikroplastik entsteht. Selbst in den meisten Kläranlagen lässt sich Mikroplastik noch nicht vollständig aus dem Wasser filtern. Und Mikroplastik findet sich in Fischen sowie anderen Meerestieren und reichert sich dort im Körper an. So landet es dann nicht selten nach dem Verzehr auch in unserem Körper. Mikroplastik ist daher ein ernstes Problem, von vielen Menschen völlig unterschätzt, denn man sieht ja nichts davon. Seit mir das Problem durch Birgit Lutz noch einmal deutlicher geworden ist, versuche ich besonders bei meiner Kleidung darauf zu achten. Dabei ist mir bewusst, dass ich bei Outdoorbekleidung für den Winter nicht vollständig auf Kunststoffe verzichten kann. Aber zum Beispiel ist mein Anorak aus Etaproof organic cotton und damit plastikfrei und PFC-frei imprägniert. Vieles andere ist aus Wolle und hält ewig. Am schlimmsten ist sowieso Fleece-Bekleidung, da sie die bei mechanischer Belastung die meisten Fasern verliert. Fast immer gibt es dazu Alternativen. Auch wenn diese ebenfalls mit oder aus Kunststoffen hergestellt werden, dann sind zum Beispiel gestrickte Modelle bei Handschuhen oder Mützen geringere Mikroplastik-Schleudern als Fleece. Recycelte Kleidung Recycling-Kleidung kann trotz Kunststoffanteil interessant sein. Beim Einschmelzen und Wiederverwenden von PET-Flaschen wird nur etwa halb so viel Energie verbraucht wie bei der Herstellung aus Rohöl. Entsprechend geringer ist auch der CO₂-Ausstoß. Allerdings wird oft nur ein Teil der Kleidung aus recyceltem PE hergestellt. In der Regel sollte der Anteil an neuen und recycelten Materialien auf dem Etikett stehen. Vorreiter beim Recycling von Polyester sind beispielsweise Marken wie Vaude und Patagonia. Bei der Wiederverwertung von Polyamid (Nylon) ist dagegen die Marke Klättermusen schon so lange dabei, dass sie dort schon auf Nachhaltigkeit gesetzt haben, als es in der Branche noch kein Trend war. Leider verhindern auch diese recycelten Fleece-Stoffe nicht die Entstehung Mikroplastik. Waschen mit dem Guppyfriend Wenn du unterwegs nicht ganz verhindern kannst, dass Mikroplastik in die Natur gelangt, dann kannst du es zu Hause mit einem Waschbeutel durchaus tun. Die wohl bekannteste Marke ist hier der Guppyfriend. Er verhindert, dass Mikroplastik aus deiner Waschmaschine bis in die Weltmeere gelangt. Denn die Filteranlagen der Klärwerke reichen noch nicht aus, um Kunststoffpartikel vollständig herauszufiltern. Ich habe meinen Guppyfriend inzwischen seit 2018 für Fleece im Einsatz und bin damit zufrieden. Die angesammelten Reste aus dem Waschbeutel sind im Hausmüll weniger schädlich, sofern dieser verbrannt wird. Beim Lagern auf Deponien wäre wiederum ein Abtragen durch Wind oder Auswaschen durch Regen möglich. Der Autor in seiner zehn Jahre alten Gore-Tex pro shell Jacke Auf Fluorcarbon in der Imprägnierung verzichten Beim Neukauf vermeide ich inzwischen mit Fluorcarbon imprägnierte oder mit polyfluorierten Chemikalien (PFC) behandelte Textilien. Selbst das Umweltbundesamt weist seit vielen Jahren auf die damit verbundene Umweltbelastung hin. Leider haben die meisten Hersteller erst spät reagiert, manche tun sich bis heute schwer. Viele Marken bieten wenigstens einzelne Produkte mit Labels wie „DWR Fluorcarbon Free“ an. Die ganz großen Marken sind dabei, ihr gesamtes Sortiment auf Fluorcarbonfreiheit umzustellen, die kleineren Marken waren teilweise schneller und sind schon einen Schritt weiter. In meinem Ausrüstungsschrank gibt es Teile, die mit Sicherheit durch PFC belastet sind. Meine Gore-Tex pro shell Jacke gehört dazu. Ich habe mich entschieden, sie so lange wie möglich zu nutzen, anstatt neu zu konsumieren. Denn sie funktioniert noch einwandfrei und ist somit ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit durch lange Nutzungsdauer. Auf den letzten Touren brauchte ich häufiger eine wasserdichte Tourenjacke statt meines Etaproof-Anoraks. Sobald ich meine Ausrüstung neu imprägnieren muss, verwende ich nur PFC-freie Imprägnierung. Hier kann ich die beiden bekanntesten Anbieter Nikwax und Fibertec gleichermaßen empfehlen. PFC-frei imprägnierte Stoffe müssen übrigens etwas häufiger imprägniert werden. Nachhaltigkeit beim Skifahren Nachdem ich mich nun mit Mikroplastik und Fluorcarbon beschäftigt habe, gibt es leider auch zwei Dinge beim Skifahren, die einen Blick benötigen: Skifelle und Skiwachse. Denn bei den Skifellen gibt es Modelle aus Mohair von der Angoraziege, Modelle aus Kunstfell und Modelle mit einem Materialmix aus beidem. Auch hier gibt es also neben den unterschiedlichen Eigenschaften eine Nachhaltigkeitserwägung zwischen Tierwohl und Mikroplastik. Mohair-Skifelle hinterlassen kein Mikroplastik, sind aber tierischen Ursprungs Bei den Skiwachsen enthielten fast alle bis 2022 verfügbaren Wachse Fluorcarbon. Dieses wird durch die mechanische Beanspruchung beim Fahren an die Umwelt abgegeben, wo es nicht abgebaut werden kann. Inzwischen werden zwar PFC-freie Alternativen angeboten, das Problem ist aber noch nicht vollständig gelöst. Warum du alte Vorräte mit Fluor im Wachs nun besser fachgerecht entsorgst und wie du deine Ski richtig wachst, erfährst du detailliert im Beitrag Fjellski wachsen leicht gemacht. Müll unterwegs Nein, damit meine ich nicht den Müll in der freien Natur. Wer so etwas tut, dem wünsche ich böse Dinge an den Hals. Mögen dir die Ärmel beim Händewaschen immer herunterrutschen, möge deine Bahn immer gerade abgefahren sein und dir dein Karma auch sonst noch eine Menge in Rechnung stellen! Ich wundere mich aber auch immer über die Massen an leeren Outdoor-Tütengerichten, die in den Mülleimern an den Hütten liegen. Selbst bei den Hütten mit Proviantverkauf landet mehr Müll, als durch die dort verkauften Produkte anfallen kann. Wisst ihr, was die Hüttenwirte damit machen müssen? In vielen Fällen wird er einfach verbrannt, weil keine Müllabfuhr kommt. Fairerweise muss ich erwähnen, dass die Versorgung der Hütten im Winter mit Schneemobil etwas einfacher ist. Aber Müllentsorgung ist nicht kostenlos. Ich denke mir dann immer, dass es jemand offensichtlich geschafft hat, sein verpacktes Essen bis zur Hütte zu schleppen. Warum kann man dann nicht auch die paar Gramm Verpackung wieder aus dem Fjell mitnehmen? Wem das zu viel ist, hier meine drei Regeln: Der Müll in der Mülltonne einer Hütte ist besser als der Müll in der Natur. Wer den Müll in der Mülltonne der Hütte lässt, sollte wenigstens im Tourismusverband sein. Den Müll wieder mitzunehmen, ist IMMER besser als ihn auf der Hütte zu lassen. Weitere Gedanken wie zum Beispiel „Tütengerichte vs. selbst kochen“ findest du in meinem Beitrag über Proviant auf Wintertouren. Leave no trace auf Wintertouren An dieser Stelle möchte ich auf die Bewegung „Leave no trace“ (Hinterlasse keine Spuren) hinweisen. Sie stammt ursprünglich aus den USA und sieht sich als eine Ethik, die sich auch auf Wintertouren mit Ski und Pulka anwenden lässt. Ziel ist es, dass du alle Aktivitäten so durchführst, dass sie keine dauerhaften Spuren hinterlassen. Dazu gehört die richtige Entsorgung von Abfall, das Vermeiden von unnötigen Lagerfeuern und der Respekt von Wildtieren und Pflanzen. Begegnung mit Rentieren oder anderen Tieren Wenn du auf einer Reise Rentieren oder anderen Tieren begegnest, solltest du dir immer darüber im Klaren sein, dass du gerade ein Gast in ihrem Gebiet bist. Außerdem leben die Samen von der Rentierzucht und der Winter ist für die Tiere oft hart genug. In immer mehr Gebieten (Rondane, Jämtland, Hardangervidda) werden Schutzmaßnahmen wie Hüttenschließungen, kürzere Öffnungszeiten der Hütten oder Verlegungen von Wegen umgesetzt oder ernsthaft diskutiert. Die Maßnahmen greifen meist innerhalb weniger Monate. Nur so scheinen sich die Rentierherden vor den Tourismusströmen schützen zu lassen. Vermeide solche Gebiete auch mit dem Zelt ab Mitte April, da dann die Kalbunszeit der Rentiere beginnt. Halte auch sonst immer großen Abstand, scheuche die Tiere nicht auf und warte ab, bis sie in Ruhe weiterziehen. Ein paar Fotos aus der Entfernung sind natürlich möglich, aber Drohnenflüge bedeuten für die Tiere ebenfalls schnell Stress. Die innere Einstellung zu Nachhaltigkeit Einmal ist keinmal. Ja, auch ich habe so etwas schon gedacht. Vorzugsweise beim großen Geschäft im arschkalten (wortwörtlich!) Schneetreiben. Da war die nächste windgeschützte Stelle gerade recht und auch das Toilettenpapier wurde nicht angezündet oder extra entsorgt. Ich kann nur hoffen, dass die Wassermassen der Schneeschmelze den Ort sauberer hinterlassen haben als ich. Wenigstens war es chlorfrei gebleichtes Papier mit Umweltengel. Kleine Reparaturen wie diesen neuen Klettstreifen sorgen für Nachhaltigkeit Und vielleicht sind solche Ausnahmen sogar verzeihlich, wenn sie absolute Ausnahmen bleiben. Aber wir dürfen nicht darauf hereinfallen, dass es wirklich nur ein einziges Mal passiert, wenn wir es selbst einmal machen. Erstens kann es zur Gewohnheit werden und zweitens sind wir nun wirklich nicht allein da draußen, auch wenn es manchmal anders wirkt. Der Nächste verschüttet nur einmal etwas Brennstoff, der Nächste nutzt nur einmal etwas Lebendholz für ein kleines Feuer, der Nächste nur einmal … Ich versuche mir dann immer bewusst zu machen, dass ich Gast in dieser Landschaft bin und dankbar dafür wäre, diese Natur noch möglichst lange so erleben zu können. Zumindest hilft es mir, selbstkritisch zu sein. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Kritik auch an den anderen? Ich kenne nur wenige Hobbys, die die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Vergleiche nutzen mir hier nicht so viel. Vielleicht wäre Mountainbiken im Harz viel ökologischer, aber das ist nun einmal nicht mein Ding. Den vollständigen Verzicht auf Wintertouren schließe ich für mich aus. Im globalen Kontext ein unglaubliches Luxusproblem. Ich möchte mich daher nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und über andere urteilen. Nur bei Umweltverschmutzung hört mein Verständnis auf! Und manchmal auch bei knatternden Spaßfahrten mit dem Schneemobil durch das Winterfjell. Was ich von anderen erwarte, ist die Bereitschaft, sich selbst auf den Aspekt der Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Solltest du Hinweise oder Diskussionsbedarf zu einzelnen Punkten haben, teile mir gerne deine Sichtweise mit. Ich freue mich, davon zu lernen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Körperliche und mentale Vorbereitung auf eine Wintertour](https://www.winterfjell.de/koerperliche-und-mentale-vorbereitung-auf-eine-wintertour/) Published: 2023-03-05 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Eine Wintertour mit Ski und Pulka ist eine körperliche Herausforderung. Meist kannst du die Etappenlänge an deinen Trainingszustand anpassen und musst es bergauf nicht gleich übertreiben, aber das Ziehen einer Pulka ist nun einmal keine alltägliche Aufgabe. Noch spannender finde ich die mentale Herausforderung, die eine Wintertour mit sich bringen kann. Nicht umsonst sagen viele, dass solche Touren zu 80 % eine Kopfsache sind. In diesem Beitrag möchte ich erklären, wie deine körperliche und mentale Vorbereitung auf eine Wintertour aussehen kann. Inhaltsverzeichnis Meine aufregendste Tour Wozu sind Pläne da Körperliche VorbereitungAusdauertraining Krafttraining Gewöhnung an die Kälte Allgemeiner Gesundheitszustand Mentales TrainingGrundeinstellung zur Tour Mentale Stärke trainieren Umgang mit ZweifelnRichtige Entscheidungen Umgang mit herausfordernden Situationen1. Was ist das Schlimmste, was realistisch passieren kann? 2. Probleme in Scheibchen schneiden, die Salamitaktik 3. Das große Ganze sehen und nicht das kleine Problem 4. Don’t panic Reflexion nach dem Problem Teambuilding als Vorbereitung auf eine Wintertour Umgang mit sich selbst Innerer Schweinehund Mantras zur Selbstmotivation Vertrauen auf eine Lösung Meine aufregendste Tour Als ich gegen 4 Uhr morgens in Finse aus dem Zug steige, bläst mich der Wind fast um und natürlich ist es dunkel und kalt. Ich bin der einzige Ankömmling und ziehe meine Pulka erst einmal in den kleinen Warteraum des Bahnhofs, denn alles andere ist verschlossen. Ich könnte in das Hotel gehen, denn selbst die Finsehytta ist um diese Jahreszeit noch geschlossen. Ursprünglich war der Plan, in Ruhe im Warteraum zu packen und mit der ersten Morgendämmerung in Richtung Süden aufzubrechen. Aber jetzt bin ich den Tränen nah und völlig übermüdet vom Nachtzug aus Oslo und dem Nachtbus bis dorthin in der Nacht zuvor. Irgendwie hatte ich mir das entspannter ausgemalt, mit einmal Umsteigen von Hannover bis nach Finse zu kommen. Neben dem inneren Schweinehund, mich dort raus in die Kälte zu wagen, packt mich jetzt auch noch die Angst, mir zu viel zugetraut zu haben. Ich sitze da und denke nach. Jetzt hätte ich gerne jemanden, mit dem man gemeinsam entscheiden kann. Das Buchungsportal im Internet ruft mehrere hundert Euro für eine einzige Nacht im Hotel 1222 in Finse auf, also packe ich das Handy wieder ein. Einfach das Zelt an der nächsten windgeschützten Ecke aufschlagen, um mich hinzulegen und etwas Schlaf nachzuholen? Wahrscheinlich die beste Idee. Doch dann weht der Duft von frischem Brot aus der Hotelküche herüber und ich sehe zwei Menschen über die Gleise zum Hotel gehen. Es ist tatsächlich die Frühschicht und nach einer Stunde sitze ich mit frischem Kaffee in der Hotellobby, habe ein Zimmer für eine Nacht für 100 Euro inklusive Abendessen gebucht und kann mein Glück kaum fassen. „Weil es noch so früh ist, buchen wir dich mal als Frühbucher“, haben sie mir augenzwinkernd gesagt, denn meine Not war mir wohl anzusehen. Heute würde ich es mit mehr Erfahrung anders machen und kann über manche meiner damaligen Ideen schmunzeln. Aber letztlich zählt für mich, eine gute Entscheidung auf Grundlage der gegebenen Möglichkeiten getroffen zu haben. Gut war die Entscheidung deshalb, weil sie mir guttat. Denn am nächsten Tag bin ich gestärkt und bei strahlendem Sonnenschein zu meiner ersten Solotour aufgebrochen. Wozu sind Pläne da Der Plan war ein anderer, das ist klar. Am Ende habe ich dadurch einen ganzen Tourtag verloren und musste meine Runde etwas abkürzen. Das tat mir damals schon leid. Inzwischen musste ich so viele Pläne über den Haufen werfen, dass ich sie erstens nicht mehr so detailliert ausarbeite und zweitens irgendwie bereits mitdenke, wie ich sie jederzeit anpassen kann. Pläne sind also dazu da, um geändert zu werden. Braucht man dann überhaupt noch einen Plan? Ja, unbedingt sogar! Denn vom Plan hängt ab, wie deine individuelle Vorbereitung auf eine Wintertour am besten aussieht. Lies dich gern weiter in das Thema Tourplanung von Wintertouren ein. Und natürlich kommt es auf die Tour an: Eine mehrwöchige Überquerung Grönlands bietet eine andere Herausforderung als ein paar ganz normale Tourtage am Rogen in Jämtland. Deshalb solltest du dein körperliches und mentales Training entsprechend anpassen. Schlechte Sicht und die eintönige „Kviste-Autobahn“ drücken auf die Stimmung, die Markierungen sind aber ein Segen Körperliche Vorbereitung Beginnen wir mit dem körperlichen Training an, da es sich leichter in Trainingspläne gießen lässt. Die Fortbewegung auf Ski mit einer 40 kg schweren Pulka im Schlepptau ist für die meisten Menschen eine eher ungewohnte Belastung. Gleichzeitig summieren sich die Gehzeiten pro Tag auf sechs bis acht Stunden und das fast jeden Tag über die Gesamtdauer der Tour. Deine körperliche Vorbereitung auf eine Wintertour sollte daher aus regelmäßigem Ausdauersport wie Jogging, Nordic Walking oder Radfahren bestehen. Denn je fitter du bist, desto mehr Spaß wirst du haben. Ausdauertraining Die gute Nachricht vorweg: Du musst kein Leistungssportler sein. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche reichen aus, wenn du eine „normale“ Wintertour anstrebst und nicht ins Extreme gehen willst. Ansonsten empfehle ich dir besser eine sportmedizinische Beratung. Auch auf die Dauer und Intensität gehe ich hier nicht näher ein, da dies von deinem Trainingszustand und der geplanten Tour abhängt. Eher würde ich dir empfehlen, die Trainingseinheit am Wochenende öfter durch eine längere Wanderung zu ersetzen, bei der du auf die genannten Gehzeiten kommst. Mit möglichst vielen Steigungen und ein paar Trekkingstöcken für die Armmuskulatur kannst du damit optimal auf die die Tourbedingungen trainieren. Wenn dein Körper das locker verkraftet, bist du auch für eine Wintertour gut genug vorbereitet. Wenn nicht, solltest du auf jeden Fall etwas dagegen tun! Denke auch daran, mit Leistungsreserven zu planen, um nicht an dein Limit gehen zu müssen. Krafttraining Neben dem Ausdauertraining kannst du etwas Krafttraining machen, insbesondere für die Körpermitte und deine Rumpfmuskulatur. Übungen aus dem Pilates-Bereich eignen sich gut und ein spezielles Fitness-Programm für Wintertouren ist nicht notwendig. Eine besondere Vorbereitungsmethode möchte ich dir aber nicht vorenthalten, nämlich das sogenannte Reifen-Schleifen. Dabei ziehst du einen oder mehrere Autoreifen an einem Zuggurt hinter dir her, was das Gewicht der Pulka simuliert. Nico beschreibt auf seiner Seite sehr gut, was du für das Reifenschleifen als Vorbereitung auf eine Wintertour brauchst. So trainierst du deine Körpermitte passend zu den Bedingungen auf einer Wintertour. Zumindest so lange du nicht ständig anhalten musst, um anderen Wanderern deine Absichten zu erläutern. 😉 Gewöhnung an die Kälte Kann man sich auf die Kälte vorbereiten? Etwas Eisbaden und regelmäßige kalte Duschen sind bestimmt sehr gesund, werden zur kurzfristigen Gewöhnung an die Kälte aber nicht empfohlen. Sinnvoller halte ich es, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen und sich dabei etwas zu kühl anzuziehen. Im Idealfall solltest du zu Beginn der Tour mindestens einen Tag zum Akklimatisieren in der Kälte einplanen. Der Körper stellt sich durch eine regelmäßige Kälteexposition insofern um, dass der Kältereiz nicht mehr als so stark empfunden wird. Am Ende ist es aber auch eine sehr individuelle Sache, wie du mit Kälte und Frieren umgehst. Allgemeiner Gesundheitszustand Alle bisher beschriebenen körperlichen Übungen sind für den normalen Freizeitsport-Menschen leicht durchführbar. Ich bin der Meinung, dass ein normal „trainierter“ Mensch ohne Vorbereitung auf eine Wintertour gehen kann, wenn es sich nicht um ein extremes Vorhaben mit mehrwöchigen Etappen in abgelegene Gebiete handelt. Das gilt für dich, wenn du einen guten allgemeinen Gesundheitszustand hast oder gute Strategien für das besitzt, was dich auch sonst im Wanderalltag einschränkt. Ich habe schon Menschen im Winterfjell gesehen, die sich gerade ihre Insulinspritze in die Bauchfalte gesetzt haben. Geht alles, wenn du dich damit sicher fühlst. Sobald du dir aber unsicher bist oder etwas Größeres vorhast, empfehle ich dir im Zweifelsfall immer, medizinischen Rat einzuholen. Mentales Training Interessanter wird es bei der mentalen Vorbereitung auf eine Wintertour. Bei meiner geschilderten Solotour fielen mir zwei Dinge schwer: Zum einen das Loslassen von meinen Plänen, zum anderen das Eingeständnis meiner Überforderung. Beides resultiert aus der inneren Grundhaltung zur Tour, oder neudeutsch dem „Mindset“. Sieht im Nachhinein viel harmloser aus: Der Bahnhof Finse bei Nacht Grundeinstellung zur Tour Als Vorbereitung auf eine Wintertour ist es sinnvoll, die eigene Haltung zu überprüfen und sich selbst gut zu kennen. In meinem Beispiel gäbe es wie in den meisten Situationen ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Ich könnte mir den ehrgeizigen Typen vorstellen, der sich einfach durchbeißt. So wirklich gefährlich war der Wind außerhalb der Häuserschluchten nicht und es wurde ja bald hell. Auch langsam und zielstrebig, mit einem Schritt nach dem anderen, wäre ein Weg gewesen. Dieser Typ wäre zunächst zum See heruntergegangen. Dann wäre der erste Abschnitt des Sees an der Reihe und nach 15 Minuten hätte er neu entschieden, ob Umdrehen besser sei oder eben genau dort das Zelt aufgeschlagen wird. Und meine Entscheidung war, dass beides für mich nicht mehr möglich oder erstrebenswert war. Ich hatte die Möglichkeit, aus der Situation zu kommen und habe sie gerne angenommen. Meine Grundhaltung ist auch heute noch, dass ich nicht auf Wintertour gehe, um mir selbst etwas zu beweisen. Nun kannst du durchaus eine andere Einstellung zum Risiko haben und dich selbst als risikofreudiger einschätzen. Um aber bei allem Abenteuer vielfältig auf mögliche Probleme vorbereitet zu sein, solltest du dich immer intensiv mit dem Thema Redundanz der Ausrüstung beschäftigen. Durch diese Herangehensweise fällt dir im Zweifelsfall auch Improvisation leichter. Mentale Stärke trainieren Der Winter in Skandinavien hat mir zwei Dinge gezeigt. Zum einen interessiert er sich nicht für mich oder meine Tourpläne. Die Bedingungen können mies sein vom Wetter, der Schneemenge und vielem mehr. Da hilft nur Geduld. Und zum anderen hat er mir Demut gelehrt, denn die Natur ist immer stärker. Wie steht es bei dir damit? Erwischt du dich, wie du die schnellere Kassenschlange neben dir beobachtest und spürst den Impuls, dorthin zu wechseln? Oder Lückenspringen im Stau auf der Autobahn? An der gelben Ampel nochmal Vollgas? Es gibt eine Menge Möglichkeiten, in unserer hektischen Welt Gelassenheit zu trainieren. Nutze die Sekunden, um zu beobachten, was alles (mit dir) passiert. Überhaupt findest du bei Interesse viel zu Themen wie Achtsamkeit, Resilienz und Selbstregulation im Internet, um deine mentale Stärke zu trainieren. Umgang mit Zweifeln Zweifel gehören dazu. Und Zweifel gehen vorbei. Aber manchmal braucht es dafür etwas Zeit. Daher gibt es auch die Tourweisheit „Never quit on a bad day“, brich niemals an einem schlechten Tag ab. Oft sieht die Situation am kommenden Tag schon wieder anders aus. Und wenn nicht, dann ist es in Ordnung, deinen Zweifeln zu folgen. Manchmal kommen mir auch heute noch kurz vor dem Start leise Zweifel, ob ich gerade wirklich aus meiner Komfortzone herausmöchte. Versteh mich nicht falsch, ich habe richtig Bock auf die Tour und die Lust überwiegt eindeutig, aber ein paar Restzweifel sind manchmal doch da. Wann immer Zweifel lauter werden, lohnt sich ein Blick auf ihre Ursache. Ist es die eigene Unsicherheit? Die Aufregung zu Beginn? In nahezu allen Fällen hilft es, mit jemanden darüber zu sprechen und einen Schritt zurückzutreten. Schnell wird dir dann wieder klar, wozu du das alles machst. Es hilft auch, dir selbst fest zu sagen, dass du eine Entscheidung getroffen hast und diese durchziehst. Du schaffst das! Richtige Entscheidungen „Nicht Rumgemacker bringt dich nach Hause, sondern die richtige Entscheidung!“ So hat es Simon in unserem gemeinsamen Podcast einmal gesagt. Und dem stimme ich voll und ganz zu! Die richtige Entscheidung zu treffen, hängt dabei vor allem von den gegebenen Möglichkeiten ab. Angenommen, es hätte kein Hotel gegeben, wäre ich trotzdem nicht wirklich in Gefahr gewesen. Selbst auf einem abgelegenen Bahnsteig mitten im Nirgendwo hätte ich ein zuverlässiges Winterzelt und genug Essen für mehrere Tage dabei gehabt. In dem Fall hätte ich das Lager aufgebaut und mich darin verkrochen. Ich weiß, dass ich mangels bequemer Alternative auch in einer solchen Situation funktioniert hätte. Am Ende ist eine richtige Entscheidung diejenige, die dich gesund und sicher nach Hause bringt. Nicht umsonst heißt es in den norwegischen Verhaltensregeln für das Winterfjell „Umkehren ist keine Schande“. Du wirst auch an diesen Entscheidungen wachsen und musst dich nicht jeder Herausforderung stellen. Schließlich gibt es noch genug Situationen, bei denen kein warmes Hotel nebenan steht und du die Entscheidungen auf anderer Grundlage treffen musst. Umgang mit herausfordernden Situationen Wenn du an deine individuelle Grenze stößt und vor einem größeren Problem stehst, macht sich möglicherweise Stress in dir breit. Auch Angst und leichte Panik können als Gefühle hinzukommen. Was letztendlich der Auslöser ist, ist dabei unerheblich. Ob „nur“ die Sorge, den Rückflug zu verpassen, weil du dich bei den Tagesetappen verschätzt hast, oder ein akutes Problem, weil du bei Whiteout gerade in einem Hang feststeckst, mir fallen etliche Auslöser ein und am Ende hängt es an dir. Entsprechend ist es zur Vorbereitung auf eine Wintertour grundsätzlich nützlich, sich regelmäßiger in eher herausfordernden Situationen zu bewegen und an die eigenen Grenzen zu kommen. Dann helfen mir vier Herangehensweisen, um aus ängstlichen Gedankenspirale herauszukommen. 1. Was ist das Schlimmste, was realistisch passieren kann? Diese Frage stelle ich mir eher bei längerfristigen Sorgen, wie beispielsweise bei zu langsamen Tourfortschritt. Wenn ich es realistisch betrachte, lässt sich vieles einfach mit mehr Geld lösen. Es tut weh, aber dann muss ein neuer Flug gebucht werden, schlimmstenfalls muss ich einen Tag Urlaub dranhängen, vielleicht Ärger mit der Chefin oder der Familie aushalten, aber die allermeisten Menschen werden mir zustimmen, dass ich doch besser gesund zurückkomme. Wenn deine Rahmenbedingungen nicht so komfortabel sind, solltest du mehr Puffer einplanen. Häufig führen diese Überlegungen aber auch zum dahinterliegenden Problem. In dem Beispiel könnten das Essen oder der Brennstoff knapp werden, wenn ungeplante Tage auf Tour hinzukommen. Also muss ich haushalten oder einen Umweg zu einer Hütte machen, wo ich mich versorgen kann, auch wenn das noch mehr Zeit kostet. 2. Probleme in Scheibchen schneiden, die Salamitaktik Meistens kann ich nicht alle Probleme auf einmal lösen, wenn ich gerade in einer verzwickten Situation stecke. Und der Berg an Problemen erscheint vielleicht unüberwindbar. Häufig hilft es mir, wenn ich mir einzelne Probleme herauspicke, die ich nach und nach lösen kann. Im Idealfall ist klar, welches Teilproblem zuerst gelöst werden muss. Im Sturm ist es beispielsweise besser, sich in den Windsack zu verkriechen und erst einmal Kraft zu tanken, bevor die fummelige Skibindung repariert wird. Mir ist klar, dass sich die Skibindung dadurch nicht von allein repariert, aber ich bin aus dem Wind und verschaffe mir Zeit. Damit verschiebe ich den Fokus vom Problem auf die Lösung. Ich habe dafür Glaubenssätze im Kopf wie „Wenn ich ein Problem nicht gleich lösen kann, dann suche ich mir besser ein anderes“. Und vorzugsweise löse ich zuerst ein Problem, dass für mich gerade auch gut lösbar ist und mich wieder auf das große Ganze schauen lässt. 3. Das große Ganze sehen und nicht das kleine Problem Zurück zu meiner Solotour: Was ist schon der eine fehlende Tourtag im Vergleich zu den vielen wunderbaren Tourtagen danach? Habe ich nicht anschließend meine erste Solotour durch den Norden der wunderschönen Hardangervidda gemacht? Bei bestem Wetter und bester Laune! Viel zu oft ärgern wir uns über das kleine Problem und verlieren aus dem Blick, wie großartig alles andere gerade ist. Allein schon die Möglichkeit, von Finse aus auf den Hardangerjokulen zu blicken, bleibt vielen Menschen verwehrt. Etwas Demut und die Kraft, schon ganz andere Krisen durchgestanden zu haben, helfen mir hier enorm. 4. Don’t panic Zum Glück war ich auf Tour noch nie in einer solchen Situation und hoffe, auch nie in solch eine Situation zu kommen: ein echter Notfall! Wie viele von euch auch trage ich einen kleinen Notsender mit mir, der über Satellit einen Notruf absetzen kann. Ich belege auch regelmäßig Kurse in Erster Hilfe und habe eine Bergungskostenversicherung abgeschlossen. Dennoch möchte ich nichts davon jemals in Anspruch nehmen müssen. Mit Unverständnis schaue ich auf die schlecht ausgerüsteten und unerfahrenen Menschen, die von den oft ehrenamtlichen Bergrettungen in aller Welt gerettet werden müssen. Ich bitte dich daher, dich gut vorzubereiten und den kleinen SOS-Knopf nur im absoluten Notfall und niemals leichtfertig zu drücken. Versuche immer zuerst, dich aus der akuten Situation zu befreien und in Ruhe Lösungen zu überlegen. Bedenke aber auch, dass in der skandinavischen Bergwelt weite Wege zurückgelegt werden müssen und nicht sofort Hilfe kommt, wenn Leib und Leben in Gefahr sind. Nach dem Sturm auf der Hütte ist Zeit für die Reflexion der Tour bei Kaffee und Tee Reflexion nach dem Problem Alle diese Ansätze gelingen mir selbst nicht immer und ich würde auch niemanden glauben, der das behauptet. Der eigene Stress macht dabei den Unterschied zur grauen Theorie. Aber als mentale Vorbereitung auf eine Wintertour lohnt es sich, solche Taktiken als Handwerkszeug zu trainieren. Wenn ich dann doch einmal in Gefahr gerate, ist zunächst einmal Gefahrenabwehr und Handeln angesagt. Um aus der Situation zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen, hilft anschließend eine Reflexion darüber, was schiefgelaufen ist. Im Team fällt das leichter als allein, wenn du nur den eigenen Kopf zur Verfügung hast. Teambuilding als Vorbereitung auf eine Wintertour Im Team fällt nicht nur die Reflexion von Problemen leichter, es kann durch sinnvolle Arbeitsteilung auch zu weniger Problemen kommen. Zumindest dann, wenn Aufgaben und Verantwortung an die richtigen Personen verteilt werden. Das Thema Gruppendynamik würde den Rahmen sprengen, aber es hilft, solche Rollen im Team klar zu verteilen: Wer ist am erfahrensten? Wer ist das schwächste Glied und bestimmt damit die Belastungsgrenze? Was erwarten alle von der Tour? Und was nicht? Ich halte es für sehr sinnvoll, diese Fragen vor der Reise in der Gruppe mehrmals zu besprechen und gemeinsame Probetouren über ein paar Tage durchzuführen, bevor es länger auf große Tour geht. Ein Beispiel, wie furchtbar eine Tour werden kann, wenn in der Gruppe nichts passt, findest du in dem sehr lesenswerten Buch „Quer durch Grönland“ von Birgit Lutz. Beim Vorbereitungstreffen planen wir gemeinsam die nächste Tour Umgang mit sich selbst Neben der Dynamik im Team kann dich auch deine innere Dynamik beschäftigen. Auf einer Solotour musst du mit dir selbst klarkommen und deinen eigenen Kopf aushalten. Wer schon im Alltag Schwierigkeiten mit dem Alleinsein hat, wird auf Solotour zu einer persönlichen Herausforderung kommen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man als Vorbereitung auf eine Solo-Wintertour auch das Alleinsein üben kann. Beim Wandern allgemein spuckt der Kopf nicht selten etwas hervor, an das du lange nicht mehr gedacht hast. Das geht mir selbst in einer Gruppe so, wenn das Wetter keine Gespräche zulässt oder wir stumpf hintereinander gehen müssen. Bei langen Touren können sogar Lebensfragen auftauchen, die dir gar nicht bewusst waren. Davon berichten Wanderer auf dem Jakobsweg genauso wie Wanderinnen von Norge på langs. In einem zweiwöchigen Osterurlaub bleibt es aber eher bei Fragen danach, warum zum Geier ausgerechnet ein Hase bunte Eier versteckt??? Innerer Schweinehund Draußen bläst der Wind? Das Thermometer ist nachts besonders tief gefallen? Du kommst nicht so richtig in die Gänge? Dann ist Selbstmotivation gefragt, oder? Ich bin doch motiviert, sage ich mir. Ich bin stark motiviert, in diesem Schlafsack zu liegen! Spaß beiseite: Meistens habe ich Lust, wieder aufzubrechen. Und manchmal braucht es einen Pausentag, um neue Energie zu tanken. Ein Trick, der mir morgens den Start erleichtert, ist zu mir selbst „aaand action!“ zu sagen und einfach loszulegen, bevor ich lange darüber nachdenke. Im Zweifelsfall tue ich einfach so, als ob ich Lust hätte. Spätestens beim Loslaufen läuft es meist wieder rund. Es ist wie beim Training zu Hause: Das Schwierigste ist schon geschafft, wenn du angefangen hast. Und wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht so richtig klappen will an dem Tag, wird halt früh das Zelt aufgebaut und hoffentlich ist noch genug Schokolade zum Trösten da. Es soll schließlich Urlaub sein! Anders sieht es aus, wenn du in eine Situation geraten bist, bei der es unabhängig von den Gründen um das Durchhalten geht. Hier helfen mir innere Mantras, die ich mir selbst aufsage. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Mantras zur Selbstmotivation Ich bin davon überzeugt, dass „Mantras“ eine sehr persönliche Sache sind und du deine eigenen finden musst. Dabei spielt auch der eigene Humor eine Rolle. Manche meiner Verse finde ich selbst albern, aber sie funktionieren gut, weil ich sie im Kopf oder sogar laut vor mir hersagen und singen kann, ohne mein Gehirn zu gebrauchen. Viele davon hat mein Kopf einfach irgendwann einmal ausgespuckt. Besser ist es, wenn du dir selbst eigene als Vorbereitung auf eine Wintertour einprägst. Beispiele meiner Mantras sind: „Schneeflöckchen, Weißröckchen, da kommst du geschneit?!“ Dieses Winterlied sage ich mir eher in Gedichtform und in Dauerschleife auf, wenn ich im Schneetreiben mit den Ski durch tiefen Neuschnee stapfe. „It’s a long way to (Tipperary; ersetzt durch das Ziel der Tour), it’s a long way go.“ Die Zeilen aus dem Refrain dieses Marschliedes funktionieren bei mir super zu monotoner Spurarbeit. „Ein Schritt, ein Strich und schon ist die lange Straße gekehrt.“ Dieser Satz aus Michael Endes Buch Momo hilft immer, wenn es die Salamitaktik braucht. Eins nach dem anderen, nur nicht vom Problemberg aus der Ruhe bringen lassen. „Willkommen hier mitten aus der Natur!“ und andere spaßige Floskeln aus der Welt des Internets oder übertriebener Tourismussprech wie „wunderschön weite Landschaften mit atemberaubenden Ausblicken“ helfen mir über schlechtes Wetter. „Warum Schirmchendrinks, wenn man auch DAS HIER haben kann?!“ Vertrauen auf eine Lösung Am Ende ist jeder Umgang mit Problemen auch immer eine Frage, ob du selbst eher optimistisch oder pessimistisch auf die Welt blickst. Ich finde mich oft mitten dazwischen und in dem Fall hilft mir die Erfahrung der vergangenen Touren. Die Fernwanderer teilen den Aberglauben oder auch die Weisheit „the trail provides“. Interpretiert im weitesten Sinne: Der Weg liefert dir, was du gerade brauchst. Ich steckte schon bei einigen Touren in unangenehmen Situationen und plötzlich kam eine Lösung um die Ecke, häufig in Form eines hilfsbereiten Menschen. Ich freue mich, dass ich ebenfalls schon oft dieser hilfreiche Mensch für andere sein durfte. Das ist für mich der wahre Spirit auf Wintertour. Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine Lösung her. Okay, Kalenderspruch, aber stimmt wirklich. Zu diesem Prinzip Hoffnung passt auch Simons Leitspruch aus Norwegen „Det ordner seg“, das ergibt sich. Wer weiß schon, wofür das kleine Problem am Ende wieder gut war und welche Wege sich dadurch erst auftun. Oft ergibt sich der Sinn erst im Nachhinein oder zumindest fügt sich das kleine Problem in eine sinnvolle Geschichte ein. Mit so viel Zuversicht und etwas Humor bist du mental bestens gerüstet für deine Wintertouren. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Ein ganz normaler Tag auf Wintertour](https://www.winterfjell.de/ein-ganz-normaler-tag-auf-wintertour/) Published: 2023-02-12 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Was macht ihr da eigentlich den ganzen Tag? Wie läuft ein normaler Tag auf Wintertour ab? Berechtigte Fragen. Denn wer nicht auf reichlich eigene Outdoortouren zurückblicken kann, hat verständlicherweise Schwierigkeiten, sich einen gewöhnlichen Tourtag vorzustellen. Und auch für Neulinge auf Wintertouren ist manches anders als in den anderen drei Jahreszeiten. Ich beschreibe daher hier den normalen Ablauf vom Aufwachen bis zum Schlafengehen, wie er auf einer Wintertour vorkommt. Oder wie er vorkommen kann, denn jeder Tag ist ein bisschen anders und kann durchaus abwechslungsreich sein, aber das macht es ja gerade spannend. Inhaltsverzeichnis Morgenroutine auf WintertourAlles einpacken Tagesroutine auf WintertourRegelmäßige Pausen Tagespensum Was bringt der Tag? Zeltplatzsuche Zeltaufbau Abendroutine auf WintertourUnd was passiert nachts? Morgenroutine auf Wintertour Gegen 7 Uhr klingelt der Wecker an der Armbanduhr, die an der Zeltdecke hängt. Wenn es nicht zu windig ist, hörst du das Piepsen sogar im lauten Zelt und durch die dicke Schlafsackkapuze. Bei Sturm und Schneetreiben will ja ohnehin niemand früh aufstehen und man legt besser einen Pausentag ein. In einer Zeltgemeinschaft sollten dann nicht gleich alle aufspringen und herumwühlen, sondern die Aufgaben sinnvoll verteilt werden. Eine Person muss eh immer zeitig pinkeln gehen und kann danach den Winterkocher anschmeißen, um den Schnee für die Wasservorräte für den Tag und das morgendliche Müsli zu schmelzen. Ich lege mir auch immer schon meinen Tagesproviant bereit, damit ich unterwegs nicht lange kramen muss. Die anderen können in der Zwischenzeit die Tagesetappe auf der Karte durchgehen, die samischen Ortsnamen laut vorlesen, sich mögliche Gefahrenstellen (dünnes Eis, steile Hänge, usw.) einprägen, den Wetterbericht oder auch nur das Barometer checken und sich nach und nach anziehen. Nach Kaffee und Müsli beginnt das Einpacken und vollständige Ankleiden passend zur Wetterlage draußen. Hat der Wetterbericht eine Verschlechterung angekündigt oder willst du zum Beispiel aus dem Wald ins baumlose Kahlfjell aufsteigen, solltest du extra Handschuhe und Mütze griffbereit verstauen. Wenn die Skistiefel sehr kalt sind, ziehe ich sie erst kurz vor dem Aufbruch an. In der Bewegung beim Skifahren werden sie schneller warm als beim Sitzen im Zelt. Wirklich warmhalten kann man sie im Zelt nicht, aber andere wärmen sie mit zwei Nalgene Weithalsflaschen in der Größe 0,5 Liter vor. Alles einpacken Wenn alles im Zelt verpackt ist, geht es nach draußen, um die Packsäcke in der Pulka zu verstauen. Ich versuche, immer alles an den gleichen Platz zu packen, um auch bei schlechtem Wetter schnell zu finden, was ich suche. Auch farbige Beutel helfen hier enorm. Manche nutzen den Schutz der leeren Zelt-Apsis währenddessen noch für den größeren Toilettengang im Schnee. Alternativ ziehst du dich hinter den nächsten Stein zurück. Sind die Pulkas beladen, müssen vielleicht noch schnell die Fjellski gewachst oder mit Steigfellen bestückt werden. Parallel dazu wird das Zelt eingerollt und die Schneeheringe werden ausgegraben. Nach starkem Schneefall und Wind ist Teamarbeit gefragt, um das Zelt auszubuddeln. Das kostet zwar Zeit, dafür wird einem warm. Am Ende kommt die Daunenjacke in die Pulka und das unvermeidliche kurze Frieren beginnt. Die goldene Regel lautet: Wer zu Beginn der Tagesetappe nicht einige Minuten lang fröstelt, ist später zu warm angezogen. Nun schnallst du die Pulka an und auf geht’s. Erfahrungsgemäß sind an einem normalen Tag seit dem Aufstehen bis hierhin eineinhalb bis zwei Stunden vergangen. Wenn alles eingepackt ist, Ski anschnallen und los geht’s Tagesroutine auf Wintertour Wenn der Schnee so weich ist, dass gespurt werden muss, sollte im Team hintereinander gelaufen werden. Die erste Person hat dann die Spurarbeit und übernimmt für gewöhnlich auch die Navigation. Sie muss schließlich wissen, wohin sie laufen soll. Bei schlechten Sichtverhältnissen sind die anderen im Team genauso verantwortlich, den Kurs zu überwachen. Manchmal navigiert es sich leichter von einer Position weiter hinten. Beim Spuren vorne wechselt man sich nach Kräften ab, um sich weiter hinten „ausruhen“ zu können. Auch Pausen sollten regelmäßig eingelegt werden. Regelmäßige Pausen Mindestens 5 Minuten Pause pro Stunde sind ein guter Richtwert, auch bei schlechtem Wetter. Bei gutem Wetter werden es von alleine mehr Minuten. Selbst auf markierten oder bekannten Routen sollte während der Pause kurz der Tourenfortschritt überprüft werden. Wir sind in bester Laune schon mal der falschen Scooterspur gefolgt. Zur Stärkung gibt es einen Becher Tee oder Wasser, eine Handvoll Snacks und ein kurzes Hinsetzen auf die Pulka. Während der Pause streifen alle ihre dicken Daunenjacken über, die oben in der Pulka bereitliegen, um nicht auszukühlen. Bei miesem Wetter macht ein Windsack die Pause deutlich angenehmer. Und bei dem großen Glück einer Hütte, darf die Mittagspause auch einmal länger ausfallen. Tagespensum Je nach Etappenlänge rechnet man so wie beschrieben mit sechs bis acht Stunden Gehzeit inklusiver der kurzen Pausen pro Tag. Entsprechend sollte dein körperlicher Trainingszustand sein. Es gibt Tage, an denen kommt man gut voran, aber auch 2,5 km/h sind keine Seltenheit. Bei richtig schlechten Bedingungen kann es sogar noch darunter liegen. Ein normaler Tag auf Wintertour kann auch so aussehen, dass nicht alles so klappt, wie erwartet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Tour aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen (zu viel Schnee, zu wenig Schnee, Wetter, usw.) umgeplant werden muss. Pläne werden gemacht, um angepasst zu werden. Das ergeht mir jedenfalls bei der Hälfte der Touren so und paradoxerweise ist es bereits irgendwie eingeplant. Für den Anfang sind geplante Tagesetappen von 15 Kilometern eine gute Orientierung bei normalen Schneebedingungen. Bei vielen Höhenmetern kann es sogar niedriger liegen. Am Ende der Tour sind 20 km realistischer, weil die Pulka leichter ist und die Gehtechnik sitzt. Ich plane lieber konservativ und ziehe später ein paar Schleifen, wenn ich „zu schnell“ vorankomme. Dieses Herumtrödeln ist reiner Urlaub! Und wenn erfahrene Skiwanderer über diese Etappenlängen schmunzeln, fehlt es ihnen bloß an Empathie. Ist doch egal. Nimm dir lieber Zeit für ein paar schöne Fotos zur Erinnerung, als auf die Kilometer zu schauen. Was bringt der Tag? Manche Tage bieten die Überraschung eines Umweges, andere führen dich an einer Hütte vorbei, wo es „Trailtalk“, leckere Waffeln und die Möglichkeit einer ausgedehnten Mittagspause gibt. Aber Obacht: Es ist deutlich leichter, in eine behagliche Hütte hinein als wieder herauszukommen! 😉 Auch das nachträgliche Wachsen der Ski, das Nachjustieren der Route oder kleine Anpassungen der Kleidungsschichten fallen über den Tag als ganz normale Aufgaben an. Hoffentlich ist auf deine Ausrüstung Verlass und größere Reparaturen bleiben aus. Dabei unterscheiden sich die Tourtage in Skandinavien oft durch das Gelände. Mal schwitzt du im Aufstieg, dann geht es durch ein enges Tal und schließlich traversierst du einen Hang mit tollem Fernblick. Auf der anderen Seite kann sich das Wetter verändern und fordert dich auch wieder neu. Normale Variationen des Wetters – von Unwetter einmal abgesehen – bestimmen deinen Tourtag ebenfalls enorm. Ich liebe diese Abwechslung und finde es viel spannender, als jeden Tag nur flache Eiswüste. Schlechte Sicht gehört leider auch zu Wintertouren dazu Zeltplatzsuche Zwischen 16 und 18 Uhr kommst du nun also an dein Ziel und oft lohnt es sich, ein wenig nach einem schönen Zeltplatz Ausschau zu halten, sei es für die Aussicht oder für natürlichen Windschutz. Je nach Schneebedingungen wird hier mit Ski eine Plattform für das Zelt gestampft oder der Stellplatz etwas ausgehoben. Beim Buddeln besteht aber immer die Gefahr, in sehr losen Schnee unter der tragfähigen obersten Schicht zu kommen. Hier braucht es ein wenig Erfahrung, was besser ist. Ich würde immer erst nach natürlichem Windschutz durch ein paar Steine oder Sträucher schauen, bevor ich mein Zelt eingrabe. Auch eine Schneemauer im Abstand von 2 Metern zum Zelt kann den Wind brechen. Am Zelt werden bei mir dennoch immer ALLE Abspannschnüre mit Schneeheringen versehen und abgespannt, auch bei gutem Wetter. Bei einem nächtlichen Wetterumschwung raus zu müssen und Heringe zu setzen, möchte ich um jeden Preis vermeiden. Zeltaufbau Der Zeltaufbau ist wieder eine Gemeinschaftsaufgabe und es lohnt sich daher, mehrere Schneeschaufeln dabei zu haben. Während eine Person den letzten Feinschliff am Zelt anlegt und die Abspannschnüre straff (aber nicht zu straff) abspannt, kann die zweite Person Schnee rundherum in die Ritze am Boden des Zeltes schaufeln. Am Ende wird in der Apsis ein Graben ausgehoben, um bequemer sitzen zu können und alle werfen ihre für die Nacht benötigten Utensilien ins Innenzelt. Ich habe dafür extra einen Packsack mit etwas Kleidung und Technik vorgepackt. Dazu kommen Schlafsack, Isomatten, Biwakschuhe, Kocherbeutel und etwas Proviant. Ski und Stöcke solltest du senkrecht in den Schnee stecken, wenn sie nicht als Heringe für den Zeltaufbau verwendet werden. Sonst kann es passieren, dass du sie morgens nicht sofort wiederfindest. Die Pulkas mit dem restlichen Gepäck können als Windschutz aufgestellt werden, sollten gegen Schnee aber auf jeden Fall dicht verschlossen sein. Die Schneeschaufel kommt mit in die Apsis oder aufrecht vor die Zelttür. Sobald das Zelt steht, wird innen alles eingerichtet Abendroutine auf Wintertour Wenn nicht gerade die Abendsonne scheint, hüpfen nun alle ins Zelt, ein letztes Surren des Zeltreißverschlusses und schon kann einem die Welt da draußen nicht mehr viel anhaben. Jetzt wird in der Apsis der Schnee von der Kleidung abgeklopft oder -gebürstet und der Kocher aufgestellt, um wieder Schnee für die Thermosflaschen zu schmelzen und das Abendessen vorzubereiten. Beachte immer, dabei für genügend Belüftung zu sorgen, auch bei schlechtem Wetter! Nach und nach ziehen sich alle um und können im Innenzelt die Isomatten ausbreiten und es sich bequem machen. Deinen Schlafsack solltest du erst ausbreiten, wenn das Kochen beendet ist, weil dadurch viel Luftfeuchtigkeit entsteht. Bei guter Belüftung und offenem Zelteingang geht aber auch der Schlafsack klar. Wenn du nicht zu spät dran bist, kannst du dann durch den Zelteingang dem Sonnenuntergang zuschauen, noch einen Kaffee trinken und schließlich zur Vorsuppe übergehen. Bei mir gibt es oft Tütengerichte mit Beilage oder irgendetwas Einfaches als Tourproviant. Andere kochen aufwendiger und haben etwas zum Anstoßen dabei. Für deinen Flüssigkeitshaushalt solltest du am Abend zwar genug trinken, aber Alkohol entwässert und zählt definitiv nicht dazu. Nach dem Kochen räume ich die Apsis auf und mache „Klarschiff“. Bei mir fliegt nichts lose herum, Müll wird verpackt, die Stiefel sind schneedicht verschlossen und ich habe lieber alles für einen schnellen Aufbruch vorbereitet. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und was passiert nachts? Vom Ankommen über Zeltaufbau bis zum vollen Magen vergehen erneut zwei, eher drei Stunden. Ob mit einem Buch bei Kerzenschein, netten Gesprächen, kleinen Reparaturen oder dem großen Glück von Polarlichtern am Himmel, irgendwie wird der Abend dabei ausklingen. Auf den Fernwanderwegen in den USA nennt man 21 Uhr „Hikers Midnight“, weil sich dann alle in ihre Schlafsäcke zurückziehen. Und für gewöhnlich ist es auf Wintertour genauso. Die nächsten 10 Stunden verbringst du im dicken Winterschlafsack und verlässt ihn nur zum Pinkeln. It’s not a bug, it’s a feature: Schwache Blasen sehen mehr vom Himmel und nicht selten lohnt sich der Anblick! Denk an die Polarlichter. Eine Ausnahme gibt es leider, wenn es stark schneit und Wind aufkommt. Dann musst du schlimmstenfalls das Zelt in der Nacht freischaufeln, um die Schneelast vom Gestänge zu bekommen. Wirklich nervig ist Wind bei einem Tunnelzelt, wenn er dreht und von der Seite kommt. Dann musst du sogar zusätzliche Heringe setzen oder ein Mäuerchen errichten. Das Zelt komplett zu drehen, ist zu aufwendig und ein Tunnelzelt ohne zusätzlichen Schutz anfälliger gegen Seitenwind. Nach einer erholsamen Nacht tief in deinem Schlafsack beginnt dein neuer ganz normaler Tag auf Wintertour, bei dem du schon ein wenig mehr Routine haben wirst. Eine andere Beschreibung vom Tagesablauf einer Wintertour findest du bei Geertje von Nordicfamily, die sich damit erfolgreich auf eine Grönlandüberquerung vorbereitet. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Wie fange ich als Neuling an?](https://www.winterfjell.de/wie-fange-ich-als-neuling-an/) Published: 2022-11-10 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wer seine Begeisterung für Touren im Winter entdeckt hat, wird in der Regel schon erste Erfahrung mit eintägigen Wanderungen in der kalten Jahreszeit gesammelt haben. Der nächste Schritt wären nun entweder Touren im Tiefschnee oder eine erste Übernachtung in der eisigen Kälte. Doch was solltest du dabei alles beachten? Inhaltsverzeichnis Erste Schritte Wohin kann es als Erstes gehen? Was braucht man für eine Übernachtung im Schnee? Wie geht es danach weiter?Und wann geht es nach Skandinavien? Worauf muss ich mich mental einstellen? Erste Schritte Ich gehe davon aus, dass du bereits über etwas Outdoorerfahrung aus den anderen drei Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst verfügst. Um deine erste Übernachtung im Schnee im deutschen Winter zu planen, brauchst du nicht viel mehr Ausrüstung als in den anderen drei Jahreszeiten. Nur zum Ausprobieren lohnt sich noch keine Anschaffung einer Pulka oder eines speziellen Winterschlafsacks, für den auf allen anderen Touren wenig Verwendung wäre. Da dein normaler 3-Jahreszeiten-Schlafsack aber zu kalt ist, würde ich für den Anfang empfehlen, zwei solche mittelwarmen Schlafsäcke übereinander zu ziehen. Das ist zwar fummelig beim Einstieg, weil zwei Reißverschlüsse zugezogen werden müssen, aber es hält warm. Im Zweifel reicht auch ein weit geschnittener Sommerschlafsack vom Discounter als Überzug. Genauso verhält es sich mit Zelt, Kocher und den meisten anderen Utensilien. Für den Anfang sollte viel vorhandene Ausrüstung reichen, auch wenn es Zelte mit verschließbaren Lüftern gegen Schneeflug, Benzinkocher mit hoher Effizienz bei Kälte und z. B. Stirnlampen mit externem Batteriefach gibt, damit die Batterien unter der warmen Jacke getragen werden können. All das stellt (semi-)professionelle Ausrüstung dar und kann bei anhaltender Begeisterung nach und nach angeschafft werden. Wer als Kind seine Mittagspause im Windsack verbringen muss … Wohin kann es als Erstes gehen? Für die erste Erfahrung empfehle ich dir eine Übernachtung im Schnee auf einem verschneiten Campingplatz. Im Süden Deutschlands wirst du dafür sicher fündig. In der Mitte bieten sich Erzgebirge, Thüringer Wald und das Sauerland als relativ schneesichere Gebiete an. Bei uns im Norden Deutschlands hast du dazu in Schierke im Harz eine schöne Möglichkeit, weil es dort für Zelte keine parzellierten Bereiche gibt und du dir einfach deinen eigenen Platz suchst. Da kann sogar die Schneeschaufel zum Einsatz kommen. Die Lagerfeuerstelle kann abends gut genutzt werden, wobei du dein Holz selbst mitbringst. Der Vorteil dieser Variante ist, dass es eine beheizte Küche mit Kochmöglichkeit gibt und auch die Sanitärräume warm sind. Für den Einstieg in die erste Übernachtung im Schnee ist es damit nicht ganz so herausfordernd. Was braucht man für eine Übernachtung im Schnee? Schneeschaufel (für den Anfang geht vieles, aber kaufe lieber gleich robust) Einigermaßen stabiles Zelt, falls Schnee fällt oder es windig wird Ein paar Schneeheringe oder Sandheringe Zwei normale Schlafsäcke (Komfortbereich Limit bei 0 °C) miteinander kombiniert, idealerweise ist einer etwas weiter geschnitten als der andere Zwei dicke Isomatten miteinander kombiniert Warme Kleidung, am besten nach dem Zwiebelprinzip (Mütze, Handschuhe, lange Unterwäsche,…) Für den Abend am Feuer eine warme Jacke Ein Sitzkissen für die Lagerfeuerrunde Eine gute Thermoskanne für warme Getränke Eine hitzebeständige Trinkflasche, die auch als Wärmflasche genutzt werden kann Taschenlampe mit frischen Akkus Ein Overnighter in einer offenen Schutzhütte im Mittelgebirge lässt dich mit dem Winter vertraut werden Wie geht es danach weiter? Wer nun die nächsten Schritte in Richtung einer Wintertour gehen möchte, sollte eine mindestens dreitägige Tour durch das Mittelgebirge durchführen. Dass du dabei gar nicht so weit weg von skandinavischen Erlebnissen bist, zeigt Haukes Artikel „Friluftsliv im Böhmerwald“. Spätestens jetzt braucht es einen großen Rucksack oder du leihst dir eine Pulka bei mir aus. Außerdem musst du einen Kocher zum Zubereiten von warmen Mahlzeiten und Tee mitnehmen, ggf. sogar zum Schmelzen von Schnee oder Eis. Und du solltest dich auch fragen, ob Ski oder Schneeschuhe das geeignete Fortbewegungsmittel für dich sind. Die Erfahrungen einiger solcher Touren liefern dir das praktische Basiswissen für größere Touren. Friere ich schneller an den Füßen oder an den Händen? Wie lässt sich mein Kocher mit dicken Handschuhen bedienen? Wie stark steigt mein Energiebedarf bei Kälte an? Am besten passieren dir dabei schon kleine Missgeschicke, aus denen du lernen kannst. Es heißt schließlich: Aus Fehlern wird man klug. Und alle müssen da irgendwie durch, wie die Sammlung von Fehlern auf Wintertouren zeigt. Umgekehrt lassen sich mit kleinen Lifehacks für Wintertouren manche Dinge angenehmer machen. Für den Anfang ist eine Hüttentour eine gute Idee Und wann geht es nach Skandinavien? Vor der ersten längeren Winterwanderung würde ich drei kürzere Touren empfehlen. Erst dann lohnt sich die Anschaffung von spezieller Ausrüstung, was ich dann für eine längere Tour auch empfehlen kann. Welchen Bedarf es dafür gibt, muss jede oder jeder selbst entscheiden. Tipps zu wintertauglicher Ausrüstung gibt es hier in den meisten Beiträgen und auch eine Packliste für Wintertouren habe ich als Beispiel angelegt. Geht es schließlich in das skandinavische Fjell, empfehle ich entweder eine reine Hüttentour mit Übernachtung in den Berghütten oder eine Kombination von Hütte und Zelt. Mancherorts kannst du Ski oder Schneeschuhe leihen, denn ohne funktioniert es im Fjell nicht mehr. Am besten geht es sich in einer kleinen Gruppe, von denen vielleicht einzelne schon erfahrener sind. Schöne (erreichbare) Landschaften sind die östliche Hardangervidda, Rondane und der südliche Kungsleden. Ein guter Zeitpunkt für die Tour wäre Ende März/Anfang April. Zur besseren Vorstellung beschreibe ich hier einen ganz normalen Tag auf Wintertour. Drei Beispiele für unterschiedliche Tourstile von Basiscamp bis Mini-Expedition findest du im Beitrag zur Tourplanung von Wintertouren. Oder willst du gleich in die Vollen gehen? Dann lies gerne Annes Beitrag über ihre erste Wintertour „12 Tage quer durch das schwedische Lappland“, in dem sie gut beschreibt, wie sie sich in der Zeit weiterentwickelt und wertvolle Erfahrungen sammelt. Ohne Vorbereitungstour im Harz ist aber auch sie nicht losgegangen und hat sich für eine Region mit Hütten für den Einstieg entschieden. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Worauf muss ich mich mental einstellen? Kälte bringt zum einen ganz technischen Problemen mit sich: Auch wenn übermäßiges Frieren in Bewegung nur selten das Problem ist, so ist es eben doch ziemlich kalt. Große Kälte erfordert mehr Umsicht und oft ein Umdenken. In Pausen musst du dir immer etwas überziehen, um nicht auszukühlen. Abends schlüpfst du recht bald in den Schlafsack und liegst dann eben herum. Bei vielen Kleinigkeiten musst du dich schlicht umgewöhnen: Metall solltest du nicht mit bloßen Händen anfassen. Was einfrieren kann, friert ein, auch Zahnpasta in der Tube. Wer im Tiefschnee wandert, schafft bei ungünstigen Bedingungen, nur halbe Tagesetappen von Sommertouren. Denn Winter bedeutet in der Regel auch, dass deutlich weniger Tageslicht und damit weniger Zeit zur Verfügung steht. Interessanter ist aber der Umgang mit Problemen, stressigen Momenten oder ungewissen Situationen. Hier gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und viel Zeit in die mentale Vorbereitung einer Wintertour zu stecken. Dafür belohnt dich der Winter mit unberührten Naturlandschaften, dem einzigartigen Winter-Wunderland. Selbst vertraute Landschaften sehen nun ganz anders aus. Die Sonne lässt Eiskristalle funkeln und der Schnee schluckt viele Geräusche. Wandern im Schnee ist für mich noch meditativer als zu anderen Jahreszeiten. Oft bemerke ich plötzlich, dass ich schon seit geraumer Zeit keinen einzigen Gedanken mehr bewusst gedacht habe. Das entschädigt dann für die vielen Gedanken, die man sich vorher zur Vorbereitung machen musste. Übrigens: In der Pilotfolge des gemeinsamen Podcasts haben Simon und ich uns thematisch ein bisschen an einer exemplarischen ersten Wintertour entlanggehangelt. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Norge på langs im Winter – Ein Interview mit Simon på tur](https://www.winterfjell.de/norge-pa-langs-im-winter-ein-interview-mit-simon-pa-tur/) Published: 2018-12-25 | Updated: 2026-07-10 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Manche halten mich für verrückt, weil ich einmal im Jahr für zwei Wochen nach Skandinavien reise, um dort auf eine kleine aber feine Wintertour zu gehen. Ich selbst halte mich für ziemlich normal und kenne inzwischen einige Leute mit ähnlichen Interessen. Wenn ich mich unter diesen so umschaue, dann haben einige davon schon mehrwöchige Touren hinter sich. Solche Touren sind oft mit großen Anstrengungen verbunden. Umso verrückter erscheint mir daher die Idee, im Winter der Länge nach durch Norwegen zu wandern. Nicht nur zwei Wochen lang, sondern gleich mehrere Monate am Stück. Diese Idee hatte Simon Michalowicz. Zusammen mit seinem Kumpel Ulrich unternahm er im Jahr 2015 den Versuch, Norwegen im Winter von Süd nach Nord zu durchqueren. Aber es lief anders als erwartet. Nun durfte ich über diese Tour mit ihm sprechen. Lieber Simon, Norge på langs im Winter – was für ein Mensch kommt auf so eine Idee? Ein ganz normaler! Man muss dazu weder Superman noch Børge Ousland sein. Ich bin halt dem Nordlandvirus verfallen, habe Norwegen im Sommer-Halbjahr zu Fuß durchquert und Gefallen an Wintertouren gefunden. Da kommt man natürlich irgendwann auch auf die Idee, dass man ja Norwegen auch im Winter der Länge nach durchqueren könnte. Das ist immerhin für Norweger nichts Neues und auch in Deutschland gibt es ja Leute, die schon solche Touren gemacht haben. Ich brauche wohl nicht extra erwähnen, dass ich Barbara gut kenne und sie uns viele Tipps bei der Vorbereitung gegeben hat. Simon Michalowicz wagte sich an eine Wintertour durch ganz Norwegen. (Foto: Simon Michalowicz) Jetzt träumen andere ihr Leben lang von so etwas wie Norge på langs und du bist es im Sommer schon zweimal gelaufen. Beweisen musst du dir also wohl nichts mehr. Was reizt dich denn an einer Wiederholung im Winter? Derzeit nix! Beim ersten Versuch im Winter haben wir beide gemerkt, dass die ganze Sache nicht so wirklich einfach ist, wie sie vielleicht klingt. Der Winter lässt einem einfach viel weniger Spielraum voranzukommen, wenn das Wetter mies ist oder die Verhältnisse schlecht sind. Zudem hatten wir relativ wenig Zeit für unsere Tour, was den Druck, jeden Tag so weit es nur eben geht zu laufen, erheblich gesteigert hat. Das klingt stressig. Wie unterscheidet sich so eine Wintertour noch von der gleichen Tour im Sommer? Sind es einfach nur mehr Gepäck und Ski? Im Grunde schon! Der große Unterschied ist vermutlich, dass man mehr aushalten muss. Sei es die ständige Kälte oder auch die Dunkelheit. Die Grenzen sind viel enger gefasst, der Spielraum geringer, alles ist krasser und anstrengender, falsche Entscheidungen haben mitunter gewaltige Auswirkungen. Das Laufen bei Dunkelheit fordert vor allem mental. (Foto: Simon Michalowicz) Wie habt ihr euch auf die Tour vorbereitet? Wir haben das damals aufgeteilt. Mein Kumpel Ulrich hat sich um die Route und alles Drumherum gekümmert und ich habe versucht einige Materialsponsoren und so weiter zu gewinnen. Abgesehen davon haben wir uns individuell versucht fit zu machen, ich bin recht viel laufen gegangen und Ulrich ist auch laufen gegangen und war viel Schwimmen. Also haben wir uns eher versucht allgemeiner fit zu machen als spezifisch. Nebenher mussten wir beide ja voll arbeiten und ich habe daneben noch mein Buch geschrieben. Und was waren für dich auf der Tour besonders wichtige Erfahrungen? Vor allem sind mein Respekt und Demut vor den Kräften der Natur weiter gestiegen. Wintertouren sind definitiv nichts für Hasardeure und Leute ohne Respekt und Demut. Wenn ich Leute sehe, die ihre erste Wintertour ohne jegliche Wintererfahrung so krass wie möglich planen und dann nicht mal mit ihrer Ausrüstung richtig umgehen können und unterwegs ziemlich leichtfertige dumme Entscheidungen treffen, die ihnen, wenn es blöd läuft, ganz schnell das Leben kosten können, dann rollen sich mir echt die Fußnägel auf. Der skandinavische Winter kann einem zu jeder Zeit so gewaltig in den Arsch treten, das versteht man aber erst, wenn man es wirklich auch selbst mal erlebt hat. Eine Wintertour erfordert sehr gute Ausrüstung und vor allem viel Erfahrung mit dieser. (Foto: Simon Michalowicz) Und ich habe für mich entschieden, dass ich mir selbst nie wieder so einen krassen Zeitdruck auferlegen möchte, wie es bei dieser Tour war. Das hat mich wirklich an Grenzen geführt, die ich vorher so nicht kannte. Dafür bin ich dankbar, denn ich habe auf dieser Reise sehr viel über mich selbst gelernt. Das klingt jetzt sehr reflektiert. Gab es auch eine Erfahrung, auf die du lieber verzichtet hättest? Während der Tour war fast jeder Tag ein krasser Kampf. Vom Aufstehen sehr früh am Morgen über Tage mit White-Out oder fiesem Nassschnee bis hin zu Episoden, wo wir bis lange in den Abend bei völliger Dunkelheit gelaufen sind, um dann bei -30°C zu zelten. Auf dieses ständige Kämpfen und sich selbst bis über die Grenzen zu quälen aufgrund des selbst auferlegten (Zeit-) Druckes hätte ich sehr gerne verzichtet. Ich wäre jeden Tag am liebsten nach Hause gefahren! Jeden Tag! Zu viel nasser Schnee und Lawinengefahr oder zu wenig Schnee und Ski unterm Arm… beides zum Fluchen. (Foto: Simon Michalowicz) Und nach ein paar Wochen musstet ihr genau diese schwere Entscheidung treffen: Die Tour wurde früher beendet als geplant. Wie kam es dazu und wie ging es dir damit? Unterwegs haben wir immer mehr gemerkt, dass wir uns zu viel Druck machen, da wir zu wenig Zeit für unseren Plan hatten. Alles war super geplant, aber der Winter war schlecht, wir mussten unsere Pläne anpassen, was uns stark gebremst hat. Dazu kam die mentale Erschöpfung, denn diese Tour hatte wenig mit Spaß zu tun. Wenn der Wecker am Morgen um halb sechs klingelt, du um acht Uhr aufbrichst, aber es erst irgendwann um zehn hell wird, ist das keine gemütliche Tour kurz vor Ostern, wo dir beim Frühstück die wärmende Sonne aufs Zelt scheint. Und dann läufst du bis weit in Dunkelheit hinein, eben so weit es geht, und das jeden Tag ohne eingeplante Ruhetage. Da baut sich dann irgendwann ein gehöriger Druck auf, der Spaß geht flöten. Und dann bricht ein großer Sturm über ganz Nord-Norwegen herein, der alle Verhältnisse durcheinander bringt und dich eigentlich zu einer Pause zwingt, wenn du weiter gehen möchtest. Stichwort Neuschnee mit krasser Lawinengefahr. Da war klar, es macht einfach keinen Sinn mehr, weiterzumachen. Es fühlte sich eher wie eine Erlösung an als eine schwere Entscheidung. Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen. (Foto: Simon Michalowicz) Wie verarbeitest du so eine Enttäuschung, dass die Tour eben manchmal ganz anders läuft als der Plan? War es das Gefühl, zu scheitern? Viel Zeit zur Verarbeitung blieb zum Glück nicht. Als ich zurückkam, konnte ich direkt wieder in meinem alten Job anfangen. Zudem hatte mich damals mit den restlichen Arbeiten an meinem Buch zu tun. Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, vor allem auch, weil die Tour so unglaublich fordernd war. Und ja klar, mit dem Plan, Norwegen in Winter zu durchqueren, sind wir gescheitert, das ist richtig. Aber ich konnte aus dieser Tour so viele Erfahrungen ziehen, dass ich schon froh bin, dass wir es wenigstens probiert haben. Ein erfahrener Kumpel sagt vor der Tour zu uns, ihr werdet es nicht schaffen, aber zu scheitern ist auch eine gute Erfahrung bzw. Geschichte. Von daher, es ist einfach immer das, was man am Ende daraus macht. Ist die Idee damit passé? Erstmal schon, denke ich. Klar, die Idee, Norwegen der Länge nach im Winter zu durchqueren, ist wirklich reizvoll, aber wer sich wirklich daran versuchen möchte, sollte gut vorbereitet sein und wirklich wissen, wie man sich im Winter richtig verhält. So eine Tour ist nichts für Draufgänger. Also ich bin erstmal raus, wer es sich vornimmt, kann sich gerne melden, ich stehe immer mit Rat und Tat bereit zu helfen! Was würdest du beim nächsten Mal anders machen? Vor allem würde ich mir mehr Zeit lassen bzw. von vorneherein mehr Zeit einplanen. Und gerade für den Winter würde ich versuchen, insbesondere vom Start weg sehr viel fitter zu sein. Det ordner seg. Eine Art Lebensmotto von Simon. (Foto: Simon Michalowicz) Wie sieht es mit konkreten Plänen für eine kürzere Wintertour aus? Oder hast du erst noch etwas anderes vor? Konkrete (Winter-)Pläne habe ich gerade nicht, ich bin ja gerade erst wieder zurückgekommen und muss zusehen, dass zu Hause wieder alles läuft. Aber ein paar coole Dinge stehen schon auf meiner Winter-Bucketliste. Zum Beispiel eine lange Wintertour auf dem Nordkalottleden oder Svalbard der Länge nach. Na wir schauen mal, was die Zukunft so bringt. Fürs Erste würde mir schon reichen, wenn ich näher zum Winter käme und einfach am Wochenende mal kürzere Touren machen könnte. Der Norden ruft! Herzlichen Dank, Simon, für dieses sehr persönliche Interview. Ich wünsche dir weiterhin viele wundervolle Touren, egal ob im Winter oder im Sommer. Es macht einfach immer wieder Spaß, von deinen Erlebnissen und Reisen zu lesen. Gerade auch dann, wenn es mal anders läuft als erwartet. So ist eben das echte Leben und ich kann viel davon lernen, wie du damit umgehst. „Det ordner seg!“ Das ist nicht nur ein norwegisches Sprichwort für mehr Gelassenheit, sondern auch dein Motto. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wer noch mehr lesen möchte, findet Simons Buch „Norwegen der Länge nach“ über die erste Norge på langs Tour im Sommer 2013 im Buchhandel oder klickt einfach auf Simons Blog www.simonpatur.de Inzwischen haben er und ich uns ausführlicher über Wintertouren unterhalten und dazu eine Podcastreihe veröffentlicht, was man alles für Wintertouren braucht. Hör gerne einmal rein. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [15 Geschenkideen für Wintertourfans](https://www.winterfjell.de/15-geschenkideen-fuer-wintertourfans/) Published: 2018-11-24 | Updated: 2026-07-11 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Du möchtest einem lieben Menschen eine Freude machen? Und dieser Mensch geht zufälligerweise gerne auf Wintertouren? Dann habe ich hier eine Liste mit 15 kleinen und großen Geschenkideen, über die sich die meisten Wintertourfans freuen werden. Und nicht traurig sein! Wenn du niemanden zum Beschenken hast, findest du meine Adresse im Impressum. 🙂 Lange Schneeheringe, denn davon hat man oft zu wenig. Allerdings sind gute Schneeheringe nicht ganz günstig. Die Premiummodelle von Hilleberg oder SwissPiranha kosten schnell 100 Euro. Merinounterhose, denn Unterhosen sind einfach Verschleißteile. Während sich dicke Longjohns und andere Merinokleidung mühelos stopfen lassen, halten dünnere Unterhosen leider nicht ewig. Merino als Unterhosenstoff lohnt sich deshalb, weil er nicht so schnell riecht. Ein geringer Synthetik-Anteil macht den Stoff etwas stabiler als reine Wolle. Für ein gutes Modell von Woolpower für Herren oder Damen musst du etwa 75 Euro rechnen. Kleidung mit Winterfjell-Design. Für die „harten Fans“ kann es das Winterfjell-Logo auf einem Shirt sein, für die anderen gibt es von meiner Tochter entworfene Winter-Designs auf Hoodies oder andere Textilien im Winterfjell-Shop von Spreadshirt. Diese Individualität kostet dich je nach Produkt rund 40 Euro. Dicke Merinosocken, denn die machen sich auch auf dem Sofa gut. Die 600er oder 800er Modelle von Woolpower halten zwar lange, aber man kann sie immer gebrauchen. Der Preis: 30-40 Euro. Ski-Service für die Fjellski, am besten als Gutschein vom lokalen Skihändler. Für 30 Euro solltest du schon Heißwachsen mit Gleitwachs und das Schleifen der Stahlkanten bekommen. Tut den Ski jedes Jahr aufs Neue gut. Gesichtscreme oder Sonnencreme von Mawaii aus der Produktlinie WinterCare. Die Cremes von Mawaii enthalten keine Parabene und sind dadurch umweltverträglich. Für eine Tube sind rund 22 Euro fällig. Outdoorfood-Spezialitäten, denn darüber freut man sich auf jeder Tour. Einfach nur Wasser einfüllen und kurz darauf gibt’s was zu futtern. Nimm ruhig etwas anderes als die üblichen Spaghetti Bolognese oder Hähnchen-Pfanne. Ein Fertiggericht mit Rentierfleisch von drytech kostet dich 13 Euro. Hörbücher, für den Tag im Zelt. Wer einmal einen ganzen Tag im Zelt abwettern musste, weiß wie man sich über ein gutes Hörbuch freuen kann. Das kostet dich ca. 10-15 Euro und dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Daunenwaschmittel, vor allem für Funktionswäsche, damit man seine Daunenklamotten fachgerecht waschen kann. Für 14 Euro bekommst du eine Flasche Grangers Down Wash mit Bluesign-Zertifizierung und Bällen für den Trockner. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob die Wäsche wirklich zu Hause durchgeführt wird oder du gleich noch ein paar Münzen für die große Industriewaschmaschine im Waschsalon dazu schenkst. Seidenhandschuhe als Liner, denn auch sie sind ein Verschleißteil. Ich trage die günstigen Modelle von decathlon, welche bei mir 2 Wochen Dauereinsatz aushalten. Mit 13 Euro eine schöne Kleinigkeit. Rätselsammlung für den Abend, damit die Zeit im Zelt spannend wird. Gut geeignet sind zum Beispiel die berühmten Black Stories. Damit kann man sich für 12 Euro sowohl zu zweit als auch in der Gruppe die Zeit vertreiben. Lithiumbatterien, auch sie sind ein Verbrauchsgegenstand. Hat die oder der Beschenkte ein GPS-Gerät, liegst du mit vier Lithium-AA-Batterien von Varta Ultra für 10 Euro richtig. 1 Liter Reinbenzin. Ok, das ist ein bisschen verrückt. Aber probiere es aus! Du wirst das Leuchten in den Augen sehen. Ein Liter Power Fuel von Primus kostet etwa 9 Euro. Zippertüten, am besten 1-Liter für die Müslimischung oder größere für das komplette Tagespaket. Eine Packung stabiler IKEA-Istad Beutel kostet maximal 4 Euro. Aber mit persönlichen Sprüchen versehen, kannst du damit viel Freude auf Tour schenken. Eine Playlist, am besten eine selbst zusammengestellte. Wie wäre es mit einem Motto? „Chillen nach der Tour“ oder „Schritt für Schritt für Schritt voran“? Wenn du eine gute Musiksammlung hast, kannst du sicher etwas sehr Persönliches zusammenstellen, was mehr wert ist als Geld. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [100 Lifehacks für Wintertouren](https://www.winterfjell.de/100-lifehacks-fuer-wintertouren/) Published: 2024-01-20 | Updated: 2026-02-03 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Keine langen Erklärungen, sondern einfach nur geballte Tipps und Tricks? Dafür habe ich eine Sammlung von 100 Lifehacks für Wintertouren zusammengestellt, die leicht umzusetzen sind und deine Tour sicherer und komfortabler werden lassen. Auch fast selbstverständliche Kleinigkeiten machen das Leben angenehm und erleichtern den Alltag. Und bestimmt fällt dir zu Punkt 100 auch noch etwas ein. Extraportion Essen und Brennstoff für ungeplante Pausentage geplante Pausentage Ersatzhandschuhe Auch bei Zelttouren Hüttenbesuche ab und an, am besten mit Sauna dicke Filz-Einlegesohlen in den Schuhen ein eher etwas zu warmer Schlafsack Kurse in Lawinensicherheit und Erster Hilfe Kurzfelle für deine Fjellski 4-Liter-Wasserkessel mit großer Öffnung, um damit Schnee zu schmelzen Reisezeitraum nicht zu früh im Jahr (kalt) oder an Ostern (voll) planen mit Schneeschaufel und Windsack umgehen können sich Zeit lassen Zeltplätze mit Aussicht wählen wirklich dichte 1-Liter-Weithalsflasche zur Wärmflasche machen auf Skooterspuren laufen statt im Tiefschnee versinken Skooterspuren verlassen und eigene Wege finden sparsam und leicht packen richtig gut passende Skistiefel Wachsriegel zum Wachsen der Steigfelle Tiefschneeteller an den Skistöcken Fjellski ohne Stahlkanten, wenn man mit Hund unterwegs ist (Verletzungsgefahr) einfach loslaufen mit einem Paris-Schlitten statt teurer Carbon-Pulka Demut für Wetter und Natur Ausdauertraining verschiedenfarbige Packsäcke in der Pulka Erwartungen an die Tour aller Gruppenmitglieder vorab klären nachsichtig mit sich und anderen sein mehr Schokolade mentale Verfassung anderer Gruppenmitglieder stärken Lippenbalsam mit Bienenwachs genug trinken, besonders bei trockener Kälte auch No-Wax-Ski ab und an mit Gleitwachs pflegen auch mal albern sein Skistürze als „Schneeuntersuchungen“ umdeuten jede Sauna auf der Strecke besuchen beim Sonnenschutz das volle Programm aus Sonnencreme, Brille, Kappe Fotos machen nicht immer nur Fotos machen, auch einfach bewusst nur schauen nie im Zelt die langen Haare kämmen Innenzelt immer einen Spalt auflassen für bessere Belüftung Rentierfell auf die Isomatte legen Enteiser für Reißverschlüsse und Skibindungen mitnehmen bei kleinen Problemen das große Ganze im Blick behalten statt Schnee zu schmelzen immer offenes Wasser vorziehen, wenn verfügbar lange Haare zu Flechtzöpfen frisieren, damit man sie nicht oft kämmen muss Probetouren vorab machen, um das eigene Material zu testen vorherrschende Windrichtung bei der Tourplanung berücksichtigen Erdnussbutter im Grießbrei Andere immer grüßen und kurzen Trail-Talk halten Tagebuch schreiben oder aufnehmen Eine gute Papierkarte muss immer mit die Verhaltensregeln für das Winterfjell beherzigen vorher alle Fragen stellen, auch wenn irgendwelche „Profis“ einen dafür belächeln schwere Ausrüstung auf mehrere Gruppenmitglieder aufteilen sich gegenseitig mit leckeren Snacks überraschen nachts einfach pinkeln gehen, wenn man muss (und vielleicht Polarlicht sehen) mindestens ein gutes Buch einpacken für die Nacht immer einen trockenen Satz Unterwäsche und Socken im Schlafsack haben Rentiere und andere Tiere nie aufscheuchen, sondern mit viel Anstand abwarten Satelliten-Messenger als Notsender mitnehmen, aber nie benutzen (müssen) mit dem Zug anreisen bei der Wetterprognose erst auf die Windstärke schauen, dann auf die Temperaturen kleines Werkstatt-Set mit Nähzeug, Kabelbindern, Klebeband, Sekundenkleber und Multitool möglichst schnell über die eigenen Fehler lachen können Schnee reinigt besser als jedes Toilettenpapier Packlisten nach der Tour auf Unnützes überprüfen nicht allen Menschen fortlaufend nur noch vom eigenen Winterprojekt erzählen Kocher auf ein Brettchen stellen, damit er nicht einsinkt der Pulka einen Namen geben sich eine eigene Meinung über Arctic Bedding Bags zulegen bei sicherheitsrelevanten Dingen auf hochwertige Ausrüstung setzen einen 40 Liter Rucksack für kurze Touren auf den nächsten Gipfel dabeihaben Winterzelte können innen nicht geräumig genug sein jeden Reißverschluss-Zipper mit etwas Kordel handschuhtauglich verlängern Stiefel nie offen im Vorzelt stehen lassen, falls Schnee hereinweht bei der Unterbekleidung auf Merinowolle setzen zu kalt bekleidet starten, um später nicht zu schwitzen Wollkleidung erstmal lüften und nur waschen, wenn es nicht mehr anders geht atmungsaktive Stoffe vor der Tour imprägnieren auf Fluorcarbone verzichten VBL Socken verwenden feuchte Kleidung am Körper trocknen beim Kochen immer einen Windschutz benutzen die eigene Ausrüstung optimieren in einer Sturmhaube schlafen Eis mit einer Bürste von der Kleidung entfernen eine Papierkarte mitführen Bedenken ernst nehmen anderen helfen ohne Gegenleistung niemals eine Tour machen, nur um darüber bei instagram zu posten Hotspots an den Füßen abkleben, bevor sie zur Blase werden einen Plan B haben Zahnputztabletten besser mit dem Wind als gegen den Wind gehen beim Kochen im Zelt immer alle Lüfter offen Zwiebelprinzip auf alle Bekleidung anwenden schwere Gegenstände in der Pulka ganz nach unten packen die Pulka nicht zu hoch beladen auf Wintertouren geht sogar Früchtetee Geschichten kennen und erzählen Und jetzt kommst du! Was wären deine Lifehacks für Wintertouren, die es in diese Liste verdient hätten? Schreib es gern in die Kommentare. Und wenn du dann immer noch nicht genug hast, gibt es mit unserer Podcastfolge „Tipps, Tricks und Hacks“ etwas auf die Ohren. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. ### [Packliste für Wintertour mit Pulka](https://www.winterfjell.de/packliste-fuer-wintertour-mit-pulka/) Published: 2023-05-24 | Updated: 2026-02-03 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Was hast du alles dabei? Das ist oft die erste Frage von Leuten, die selbst für ihre erste Wintertour packen wollen. Und ich verstehe den Wunsch gut, einfach eine fertige Packliste für Wintertouren zu bekommen, an die man sich halten kann. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass jede oder jeder sich vorher selbst ein paar Gedanken macht. Was ich für eine erste Tour so mitnehmen würde, steht ihr in dieser Beispielliste. Inhaltsverzeichnis Beispiel-PacklisteKleidung am Körper Variations­möglichkeiten griffbereit in der Pulka Warme Kleidung für das Lager Weitere Kleidung verstaut in der Pulka Ausrüstung für die Übernachtung Kocher und Küche Brennstoffe in stabilen kleinen Flaschen Isolierflaschen in der Pulka griffbereit Erste Hilfe und Toilette Technik, Notausrüstung, Werkzeug Fortbewegung und Transport Packliste als PanoramaNicht auf dem Bild Download Packliste für den Kungsleden mit Pulka Software als Ausrüstungsdatenbank Beispiel-Packliste Beispiel bedeutet in diesem Fall: Du bekommst hier keinen „Einkaufszettel“. Dies ist eine Packliste für autarke Touren mit Zelt. Nicht alles davon musst du tatsächlich immer dabei haben. Je nach Dauer, zu erwartenden Temperaturen und Gebiet solltest du sogar variieren. Wenn du mit dem Auto anreist, kannst du auch noch vor Ort entscheiden, ob du wirklich alles mitnehmen möchtest. In einer Gruppe braucht man dabei nicht immer alles doppelt und dreifach. Und wenn du nur in Hütten schlafen willst, reicht dir bestimmt meine kürzere Packliste für Winter-Hüttentouren. Denke bitte daran, dass jedes eingesparte Gramm für mehr Spaß auf Tour sorgt. Ein, zwei Kilo mehr in der Pulka machen zwar noch keinen großen Unterschied, aber zehn Kilo mehr merkst du im Tiefschnee sofort. Deswegen gibt es an anderer Stelle auch einen eigenen Beitrag zum Pulka-Gewicht und der richtigen Beladung. Kleidung am Körper Buff/Schlauchtuch Merino Gamaschen atmungsaktiv statt wasserdicht Handschuhe Windstopper 5 Finger Handschuhe Liner­hand­schuhe z.B. Seide 5 Finger Linersocken Coolmax oder Polypropylen Longsleeve Netz­unter­wäsche und Poly­propylen­schicht Mütze Beanie, winddicht und die Ohren bedeckend Sonnenbrille Gläser Klasse 4 „Gletscherbrille“ Thermosocke mind. 600er-Stärke von Woolpower Tourenhose stark wasser­abweisend und winddicht Tourenjacke Etaproof Anorak oder Hardshelljacke, winddicht Unterbüx (plus Sport-BH bei Frauen) Merino VBL-Socke 6-Liter-Gefrierbeutel Variations­möglichkeiten griffbereit in der Pulka Balaclava Merino oder Polypropylen Buff/Schlauchtuch Merino, dick Fäustel warme Faust­hand­schuhe aus Wolle Fäustel Überfäustel, winddicht Handschuhe wasserdicht 5 Finger, z. B. Gore-Tex Longjohn Merino oder Polypropylen Mütze warme Wollmütze oder 300er Fleece Skibrille helle Gläser für bedecktes Wetter Strickjacke 400er-Stärke von Woolpower Weste 400er-Stärke von Woolpower Warme Kleidung für das Lager Balaclava 400er-Stärke von Woolpower Biwackschuhe Daunenschuhe mit Überschuhen und Evazote-Einlegesohle Daunenjacke mind. 300g Daune in Boxkammer-Konstruktion Wollfleecehose auch als Hüttenhose Longjohn 200er-Stärke für die Nacht Longsleeve 200er-Stärke für die Nacht Thermohose Daune oder Primaloft (nur bei großer Kälte) Thermosocke mind. 600er-Stärke von Woolpower Weitere Kleidung verstaut in der Pulka Handschuhe Liner­hand­schuhe z.B. Seide 5 Finger Hüttenschuhe Crocs (bei Hüttentouren) Linersocken Coolmax Regenhose leichtes Modell, bleibt oft in der Pulka Regenjacke leichtes Modell, bleibt oft in der Pulka Tshirt dünnes Merinoshirt Unterbüx Merino, 2 Stück Ausrüstung für die Übernachtung Isomatte Evazote Winter 19mm Dicke Isomatte aufblasbare für die Bequemlichkeit Mikrofaser­lappen no-name Schlafsack mind. 1000g gute Daune für -20 °C Schneeheringe ausreichende Zahl langer Schneeheringe (mit Kordeln und Karabinern) VBL-Liner selbst genäht aus Silnylon Zelt sturmfester Tunnel mit Apsis zum Kochen Kocher und Küche Ersatzbrenner Trangia Spiritusbrenner Feuerzeuge 3 Stück, Streichhölzer Haferl Plaste Kocher Multifuel im Trangia-Windschutz Kocherwerkzeug Repairkit mit Ersatzleder und O-Ringen Kochunterlage dünne Holzplatte Löffel 1 Langstiel Topf 2 Liter mit Deckel Topfzange fester Griff Trinkbecher Thermobecher Wasserflasche Weithals 1 Liter Zip-Lockbeutel 3x 1 Liter für angebrochene Lebensmittel Brennstoffe in stabilen kleinen Flaschen Benzin 250ml pro Tag pro Person Spiritus Flasche 1000ml (Backup) Isolierflaschen in der Pulka griffbereit Thermoskanne 1 Liter in Thermohülle Thermoskanne 0,5 Liter in Thermohülle Erste Hilfe und Toilette Erste Hilfe Komplettset selbst zusammen­gestellt Feuchttücher Öltücher Handtuch Mikrofaser Hautcreme Wind- und Wetterbalsam Kulturbeutel Zahn­putz­tabletten, Zahnbürste, Deostick Lippenschutz UV-Schutz Peebottle Weithals 0,5 Liter gut markiert Sonnencreme mind. UV30 Taschentücher 2 Packungen pro Woche Toilettenpapier 1 Rolle in Packsack Technik, Notausrüstung, Werkzeug Akkupack 10.000 mAh Buch nicht zu schwer Kartenspiel bei Touren mit Gruppe Ladegerät Handy Smartphone vielleicht besser ein älteres Modell Tagebuch Papier mit Bleistift und Anspitzer Batterien 6-8 Stück Lithium AA für Navi pro Woche, 3-6 Stück AAA eneloops für Stirnlampe DNT Schlüssel Signalpfeife, Mitgliedausweis DNT oder STF Dokumente Perso, Visacard, Führerschein, Tickets (im Brustbeutel) Ersatzakkus Cam 3 Stück pro Woche GPS hand­schuh­tauglich, also kein Touchdisplay Kamera nach Bedarf, mir reicht die Pocketcam Kameratasche Gürteltasche Kartentasche mit Landkarte Kompass Spiegelkompass mit Band Multitool mit Zange Müll-Drecksack komprimierbarer Beutel mit Müllsack Ohrenstöpsel 2 Paar Schneebürste mit Holzgriff Notfallsender Garmin inReach Stativ für Nacht­aufnahmen Stirnlampen mit 200 Lumen Werkzeug eigene Zusammen­stellung „MacGyver“ Windmesser mit Thermometer Windsack vor allem bei Hüttentouren! Fortbewegung und Transport Bindung passend zu den Schuhen Bedding Bag Geschmacks­sache, ich mag ihn Gestänge oder im flachen Terrain ein Zugseil Gurt mit Schultergurten Pulka Pulka-Selbstbau oder ein Modell nach Wahl Rucksack leichtes Modell mit etwa 30 Litern Schneeschaufel stabile Metallschaufel, eine pro Person! Schneeschuhe bei Bedarf oder statt der Ski Schuhe ein bis zwei Nummern größer für extra Socken Ski Backcountry-Fjellski mit Stahlkanten Skistöcke mit Tief­schnee­tellern Stausäcke verschiedene, wasserdicht Steigfelle Langfelle und ggf. Kurzfelle Packliste als Panorama Panorama-Packliste Nicht auf dem Bild Kamera (damit habe ich fotografiert) Proviant (kommt in einen großen Packsack) Schneeschaufel (habe ich offensichtlich im Keller vergessen, sollte auf Tour nicht passieren!) Zu vielen Ausrüstungsgegenständen gibt es eigene Beiträge, in denen ich auf die einzelnen Vor- und Nachteile genauer eingehe und teilweise konkrete Produkte empfehle. Stöber gerne einfach herum. Wichtig ist vor allem, dass die Ausrüstung winteroptimiert ist und zu deinem Bedarf passt. Ich optimiere meine Packliste für Wintertouren von Jahr zu Jahr an und passe nach fast jeder Tour ein paar Kleinigkeiten der Ausrüstungsgegenstände an. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Download Packliste für den Kungsleden mit Pulka Als eine schöne Einsteigertour empfehle ich gerne einen Klassiker Ende März von Abisko nach Nikkaluokta. Als konkretes Beispiel zum Download gibt es dafür hier meine Packliste für den Kungsleden mit Pulka. Ein weiteres Beispiel für eine erprobte Packliste für Wintertouren findest du bei simonpatur.de. Und eine Gepäckliste von zwei Frauen findest du auf The Wild Ways. Software als Ausrüstungsdatenbank Wenn dir eine einfache Liste nicht mehr ausreicht und du deine gesamte Ausrüstung in einer Datenbank verwalten möchtest, empfehle ich dir die kostenlose Software Tourcheck von www.swiftease.de. Dort kannst du alle Gegenstände anlegen, verwalten und unterschiedlichen Touren-Typen zuordnen. So vergisst du nicht mehr so schnell etwas zu Hause. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Rundtour im Naturpark Vålådalen – Toursteckbrief](https://www.winterfjell.de/rundtour-im-naturpark-valadalen-toursteckbrief/) Published: 2021-11-14 | Updated: 2025-03-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Diese Rundtour im Naturpark Vålådalen führt in eines der größten Naturreservate Jämtlands durch großartige unberührte Wildnis mit Nadelwäldern, uraltem Baumbestand bis hoch in den typischen Fjällbirkenwald an der Waldgrenze und ins Kahlfjäll auf zwei Bergetappen. Die Tagesabschnitte sind nicht allzu lang, es liegen einige Hütten in günstigem Abstand zueinander. Auf die reichhaltige Fauna weisen viele Tierspuren hin. Mit etwas Glück bekommt man Schneehühner, Fuchs, Rentiere oder auch Elche zu Gesicht. Die Tour ist auch gut für Anfängerinnen und Anfänger geeignet. Achtung! Die Hütte Gåsen wurde Anfang 2024 aus Rücksicht auf die Sami und ihre Rentierherden geschlossen. Diese Runde ist seitdem nur noch mit Zelt möglich. Bitte nehmt Rücksicht auf Rentiere. Diese Tour stammt aus dem Buch „Fjällskitouren“ von Andreas Schulte (In der 2. Auflage ab Februar 2025 ist die Schließung der Hütte Gåsen bereits berücksichtigt!). Er beschreibt darin Touren in den Gebieten von südlichem Kungsleden, Jämtlandstriangeln und Trøndelag und es handelt sich damit wohl um den einzigen spezialisierten Reiseführer für diese Region in deutscher Sprache. Gemeinsam haben wir hier eine besonders schöne Tour als Beispiel ausgewählt; weitere Touren und viele praktische Tipps zur Vorbereitung, Ausrüstung und Anreise finden sich im Buch. 1. Etappe Vålådalen – Lunndörren (13 km, 3-4 h) Der Ausgangspunkt in Vålådalen ist leicht zu erreichen. Die Straße von Undersåker nach Vålådalen ist ganzjährig geöffnet. Von Undersåker fährt meist zweimal täglich ein Bus in Abstimmung mit der Zugankunft nach Vålådalen. Falls man erst nachmittags in Vålådalen ankommt, kann es sinnvoll sein, dort zu übernachten. Es gibt dabei drei Möglichkeiten, zum einen in der Vålådalen Fjällstation oder 3 Kilometer vorher in Östra Vålådalen. Die Vålådalen Fjällstation beherbergt seit 1923 Gäste und bietet den an Fjällstationen üblichen Komfort. Richtig voll wird es hier nur, wenn z.B. der 70 Kilometer Skimarathon von Åre ausgetragen wird, oder ein anderes Skirennen stattfindet. Vallbo ist übrigens der eigentliche Kirchort von Undersåker und Umgebung. Ein Blick in die Kirche lohnt sich. Von Östra Vålådalen braucht man nicht bis Vålådalen, sondern kann auch direkt über Vallbo und Grönvallen nach Lunndörren gehen. Die Entfernung ist ungefähr gleich. Von Östra Vålådalen folgt man zunächst der Scooterspur über den zugefrorenen Fluss. Auf der anderen Flussseite steigt man bergauf und gelangt nach einem Kilometer nach Vallbo. Ab dort ist die Skiroute nach Lunndörren markiert. Zuerst durch den Wald, anschließend über offene Flächen gelangt man nach Grönvallen, einem ehemaligen Hof fernab der Zivilisation. In Grönvallen gibt es eine einfache Windschutzhütte. Ab dort steigt die Route im Wald stärker an. Wir folgen der Markierung Richtung „Pyramiderna“, nicht jedoch nach „Issjödalen“. Nachdem wir die Waldgrenze erreicht haben, sehen wir auf der linken Seite die Pyramiden. Es sind pyramidenförmige Moränenformationen aus der letzten Eiszeit. Wir lassen die Pyramiden links liegen und gelangen bald zu einem Rentierzaun mit einem entsprechenden Gatter, um die Rentiere zusammenzutreiben. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass wir uns in der nordschwedischen Natur fast immer auf dem Weidegebiet von Rentieren aufhalten. Die Rentierhaltung ist nach wie vor eine wichtige Erwerbsquelle der samischen Bevölkerung. Nachdem wir den Rentierzaun überquert haben, kommt von Osten der Weg von der Anarisstugan. Wir queren den Hang in westlicher, später südwestlicher Richtung und sehen schon bald die Lunndörrenstugan. Von Vålådalen aus ist die Route ebenfalls gut beschildert. Ab dem großen Parkplatz am Ortseingang zunächst links, dann über die Brücke und den Fluss Vålån, ab dort einfach der Beschilderung der Skiroute folgen. In Jämtland findet man häufig Skirouten und Scooterrouten getrennt, manchmal verlaufen beide Routen auch parallel. Man will damit den häufig störenden Scooterverkehr von den Skiwanderern trennen. Im weiteren Verlauf der Route findet man nach 6 Kilometern wieder ein Schild nach Grönvallen. Hier ist es möglich, alternativ über Grönvallen und die Pyramiden nach Lunndörren zu laufen, dies sind etwa 2 Kilometer zusätzlich. Ansonsten folgt man einfach der Beschilderung und steigt langsam aber stetig bergauf. Von dieser Seite aus sieht man die Hütte erst kurz vorher. 2. Etappe Lunndörren – Vålåstugorna (15-16 km, 5-6 h) Von Lunndörren aus wenden wir uns nach Westen und können nochmals einen Blick nach Süden in das schöne und imposante Trogtal Lunndörren werfen. Die Skispur führt uns zunächst bergab. Wir müssen ein wenig um die kleinen Bäume und Baumwurzeln herumfahren, queren die Scooterspur, bis wir nach 2,5 Kilometern die Hängebrücke über den Lunndörsån erreichen. Je nach Schneelage geht es über die Brücke und im weiteren Verlauf ca. 150 Höhenmeter bergauf. In westlicher Richtung immer an der Waldgrenze entlang, bis es kurz vor dem Tronnan/Bavtanjohke erst bergab, dann über eine ausladende Hängebrücke geht. Nach der Brücke steigt die Spur zunächst mäßig, dann steiler an. Im Sommer finden sich hier etliche nasse Stellen. Im Winter können wir galant über das Moor gleiten, auch wenn der Schnee in den Waldgebieten dem Skiwanderer manchmal intensive Spurarbeit abverlangt. An einer schmalen, verhältnismäßig steilen Stelle zweigt der Sommerweg nach Norden ab. Wir sehen die Brücke über den Vålån. Unsere Spur führt uns zunächst weiter auf der Südseite des Vålån entlang. Im breiter werdenden Tal überqueren wir bei guter Schneelage fast unmerklich den Gråssjöån und Vålån. Auf der Nordseite des Vålån steigt die Spur zwischen vereinzelten Bäumen leicht an. Nach einer letzten Biegung durch den Zwergbirkenwald kommt die Vålåstugorna in Sicht. 3. Etappe Vålåstugorna – Gåsen (14 km, 4-5 h) Diese Etappe ist im Vergleich zu den Tagen zuvor wesentlich mehr dem Wind ausgesetzt. Bei sehr schlechtem Wetter kann man von der Vålåstugorna alternativ auch direkt nach Stensdalen (13 Kilometer) oder Vålådalen (20 Kilometer) laufen. Die Spur Richtung Gåsen läuft zunächst gemeinsam mit der Spur Richtung Helagsstugorna. Von der Hütte aus geht es zunächst in südliche Richtung in das flache und breite Tal des Vålån hinunter. Im Winter kann man an dieser Stelle kaum sehen, wo das eigentliche Flussbett verläuft. Kurz vor der tiefsten Stelle zweigt die Skispur nach Gåsen nach Westen ab und quert die sanften Hänge im hier breiten Tal. Die markierte Skispur hält sich in der Talmitte, weitab von den unter Umständen lawinengefährdeten Hängen. Auf einer Höhe von 983 Metern quert man in der Talmitte einige Seen. Nach 10 Kilometern erreicht man eine Windschutzhütte (Nottelefon). Gerade bei heftigem Wind findet man hier Schutz für eine kleine Rast. Nach der Windschutzhütte steigt die markierte Spur in der Talmitte weiter an, bevor sie sich nach 1,5 Kilometern nach Südwesten wendet und einen kleinen Pass quert. Anschließend verläuft die Markierung leicht abfallend zu den aussichtsreichen und häufig windverblasenen Gåsenstugorna, die nicht mehr für Übernachtungen zur Verfügung stehen. Du kannst sie aber als Marker in der Landschaft nehmen und in ausreichend Entfernung zelten. Aufbruch am Morgen in die Berge (Foto: Andreas Schulte) 4. Etappe Gåsen – Stensdalen (14 km, 3-4 h) Diese Etappe führt uns vom Kalfjäll wieder in die naturschönen Wälder des Vålådalen – Naturreservats. Zunächst geht es direkt nach Norden. Die Spur steigt rund 100 Höhenmeter an, bevor es flott hinunter zur Windschutzhütte Stäntja (Nottelefon) geht. Bei guten Verhältnissen kann man die Hänge weit ausfahrend entsprechend genießen. Der weitere Winterweg folgt anfangs immer dem Talgrund. Auf der rechten Seite sehen wir den Gipfel des Lill-Stensdalfjället. Nach dem Erreichen der Waldgrenze verläuft die Markierung nicht mehr ganz so gradlinig. Einige Wellen und kleine Gegenanstiege sorgen für eine kurzweilige Abfahrt. Kurz vor der Hütte queren wir mittels einer Brücke den Bach und stehen kurz darauf vor der Sauna von Stensdalen. Stensdalen wurde 2014 neu aufgebaut, nachdem die alte Hütte im Mai 2010 durch einen Brand zerstört worden war. Entsprechend ist die Haupthütte sehr modern und ansprechend gestaltet. 5. Etappe Stensdalen – Vålådalen (13 km, 3-4 h) Auf dieser Etappe wird man sich nochmals der Weitläufigkeit des Vålådalens bewusst. In einem steten Auf und Ab geht es durch die abwechslungsreichen Wälder. Mal etwas steiler, mal flacher, durch verschneite Moore und flechtenbehangene Bäume folgt man der Markierung talwärts, bis gespurte Loipen die Nähe des Ziels verkünden. An zwei Stellen ist etwas Vorsicht geboten. Zum einen beim Eintritt in den dichteren Fichtenwald. Dort geht es ein kleines Stück etwas steiler bergab. Je nach Schneebeschaffenheit kann die Abfahrt dort schnell sein. Eine weitere kurze steile Stelle befindet sich kurz vor Schluss nach der Überquerung eines kleinen Sees. Auch dort ist die Spur schmal. Im dichten Wald sollte man vorsichtig abfahren. Kurz vor Vålådalen erreicht man die Loipe und nach etwa 2 Kilometern die Vålådalen Fjällstation. Man kann hier übernachten oder nachmittags mit dem Bus nach Undersåker und mit dem Zug die Heimreise antreten (www.ltr.se, Bus 562). Lohnenswert ist ein Besuch im Naturum mit einer sehenswerten Ausstellung zu Flora und Fauna im Vålådalen Naturreservat. Nun ruft dich die Rundtour im Naturpark Vålådalen, oder? Den Autor Andreas findest du auch auf seiner eigenen Seite Pino-und-Ski.de, wo er von seinen Touren berichtet. Von ihm existiert auch noch ein weiterer Reiseführer für Fjällskitouren auf dem Lapplandsleden. Einen anderen Vorschlag von mir für eine kurze erste Wintertour findest du im Toursteckbrief Südlicher Kungsleden. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Der südliche Kungsleden im Winter – Toursteckbrief](https://www.winterfjell.de/der-suedliche-kungsleden-im-winter-toursteckbrief/) Published: 2020-05-03 | Updated: 2025-05-13 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Der südliche Kungsleden im Winter ist so etwas wie eine Einstiegsdroge in Wintertouren und führt durch eine wunderschöne Region. Der hier vorgestellte Abschnitt ist eine entspannte Anfängertour für eine Woche Urlaub. Einfache Infrastruktur ist auf dem Weg vorhanden, nur die An- und Abreise sind etwas mühsamer als an anderen Orten. Dafür gibt es eine gemütliche Sauna als kleine Besonderheit. Gesamtlänge: ca. 66 km Etappen: 5 Etappen Wegmarkierungen: in der Regel wintermarkiert Beste Reisezeit: Ende Februar bis Ende März Landkarte: Fjällkartan Z8 und W1 oder Calazo Fjällkarte C08 Tourcharakter: als reine Hüttentour machbar, allerdings mit längerer erster Etappe sowohl mit Schneeschuhen als auch mit Ski begehbar insgesamt anfängertauglich weder überlaufen noch einsam keine Rundtour (Startpunkt mit Auto 150 km entfernt) mit Backup, An- und Abreise gut in einer Woche Urlaub machbar Besonderheiten: Vor allem in Schweden gibt es außerhalb von Nationalparks viel Scooterverkehr. Das romantische Bild vom Dahingleiten über den Schnee stimmt dann leider nicht mehr, denn diese Schneemobile machen mächtig Krach. Es klingt eher wie der Nachbar, der den Rasen mäht, am Sonntag, um sieben Uhr früh. Südlich von Fjällnäs ist der Scooterverkehr aber eingeschränkt, daher ist es hier ruhiger und ich kann den Abschnitt gut empfehlen. Anreise und Abreise: Die Anreise nach Funäsdalen ist mit Bus ab Mora (oder in 9 Stunden sogar von Stockholm) möglich, danach muss man Glück haben, dass die weiteren Verbindungen nach Tänndalen gut passen oder sich für die letzten 10 km ein Taxi nehmen. In Tänndalen kannst du die erste Nacht verbringen. Das winzige Dorf liegt in einem beliebten Skigebiet und so gibt es dort auch Übernachtungsmöglichkeiten. Bei der Abreise fährt von Grövelsjön ein Bus bis Idre, von wo du über Mora wieder Anschluss an Fernverbindungen oder dein dort geparktes Auto hast. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Der südliche Kungsleden im Winter Etappen­beschreibungen Es gibt am südlichen Kungsleden mehre Rasthütten, die Schutz bieten können. Diese sind nicht zum geplanten Übernachten gedacht, aber es spricht nichts dagegen, sein Zelt in der Nähe aufzuschlagen. Die Etappenlängen zwischen den folgenden Hütten sind so gewählt, dass sie anfängertauglich sind. Tag 1: Tänndalen – Skedbrostuga (ca. 21 km, zu Beginn An- und Abstieg, später ohne große Höhenunterschiede) Die erste Etappe ist die längste und erfordert daher etwas Kondition. Wenn du eh mit Zelt unterwegs bist, kannst du die Tour gerne kürzen und die restlichen Kilometer an den nächsten Tag hängen. Diese erste Etappe ist dabei sogar schon eine kleine Abkürzung, denn den eigentlichen Kungsleden erreichst du erst nach etwa 6,5 km. Aus Tänndalen folgst du dem Winterweg in Richtung Süden in die Berge. Auf diesen Winterwegen sind meist Birkenzweige (Ruskmarkering) gesteckt, es fahren aber auch Scooter. Immer weiter aufsteigend folgst du dem Weg auf den Sattel zwischen Vättafjället und Rödfjället, bis du den höchsten Punkt dieser Etappe nach knapp 7 km erreicht hast. Kurz darauf steigst du fast 300 Höhenmeter mit ordentlichem Gefälle ab und kommst in einen Birkenwald und vorbei an einer Kote namens Broktjärnskojan. Mit dem Zelt könnte hier schon eine erste Etappe enden. Sobald der Wald sich nach wenigen Kilometern öffnet, bist du am See Dalstenshån. Von dort sind es noch etwa 5 km Weg mit wenig Steigungen und am nächsten See befindet sich schon die Skedbrostuga, die am südöstlichen Ufer liegt. Tag 2: Skedbrostuga – Rogenstuga (ca. 12 km ohne nennenswerte Höhenunterschiede) Von der Skedbrostugan gilt es heute, zu der Rogenstugan zu gelangen. Bei gutem Wetter ist die gesteckte Route direkt über den Rogen ein Traum, da du hier ein eindrucksvolles Panorama vorfindest. Allerdings bist du dem Wind dort meist voll ausgesetzt, da der See natürlich keinen Windschutz bietet. Der erste Abschnitt über den Rödsjön ist noch etwas geschützter. Wer Kraft und Lust hat, kann die 250 Höhenmeter auf den Bustvålen erklimmen und hat einen wunderbaren Blick über das Naturreservat Rogen. Über die südöstliche Flanke des Bustvålen geht es steil hinauf und du kannst die Pulka unten stehen lassen. Der „Umweg“ beträgt dann insgesamt etwa 2 km. Der weitere Weg zur Stuga führt immer am Ostufer des Rogens entlang (bei guten Eisbedingungen auf dem See mit Ruskmarkering) und du kannst die Rogenstugan nach knapp 7 km nicht verfehlen. Ein kleines Highlight ist dann vielleicht der Besuch der Sauna mit Blick auf den Rogen mit einer Leckerei aus dem kleinen Proviantregal. Tag 3: Rogenstuga – Storrödtjärnstuga (ca. 12 km mit leichtem Anstieg am Ende) Zu Beginn kannst du dem See auf dem Eis Richtung Süden folgen und triffst genau an seiner Südspitze wieder auf den Sommer- und Winterweg. Den Großteil dieser Etappe hast du nun schon hinter dir. Nach einem leichten Anstieg von gut 100 Höhenmetern gelangst du langsam zurück ins Kahlfjäll und betrittst damit Dalarna Län. Die Storrödtsjärn Fjällstuga liegt kurz darauf direkt vor dir. Alternativ kannst du den Rogen in südwestliche Richtung queren und über den Bredåsjön von Norden nach Hävlingen weiterziehen. Hier hast du weniger Höhenmeter, dafür aber eine lange Etappe. Unendliche Weiten auf dem Rogen See Tag 4: Storrödtjärnstuga – Hävlingenstuga (ca. 9 km mit moderatem Anstieg und anschließender Abfahrt) Der vierte Tag lässt sich noch entspannter angehen und bleibt von den Kilometern einstellig. Nach einem moderaten Anstieg kommst du etwa bei der Hälfte der Strecke und fast am höchsten Punkt an einem Windschutz vorbei. Bei gutem Wetter bleibt hier sicher Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause und ein Sonnenbad. Danach geht es eine Weile bergab, bis du unten an einen See gelangst. Am gegenüberliegenden Ufer findest du die Hävlingenstuga, die nicht vom STF betreut wird. Tag 5: Hävlingenstuga – Grövelsjön Fjällstation (ca. 12 km mit leichtem Anstieg und anschließendem Abstieg) Die letzte Etappe bringt dich nach Grövelsjön, ohne dir noch besonderes Können oder viel Kondition abzuverlangen. Die ersten 8 km geht es immer leicht bergauf. Ab dort geht es die restlichen Kilometer bergab, mit Pulka und Ski aber bis auf wenige Meter am Ende noch machbar. In Grövelsjön warten dann plötzlich wieder alle Annehmlichkeiten vom Shop, über Buffet, Sauna und Dusche auf dich. Ich empfehle daher, hier die Tour ausklingen zu lassen und nicht überhastet abzureisen. Wenn du noch etwas Zeit hast, ist auch ein Abstecher nach Norwegen in Form einer Tagestour von hier möglich. So ganz ohne Pulka und schweres Gepäck ist das die reinste Freude. Für deine weitere Vorbereitung helfen dir vielleicht noch die Beiträge zu Tourplanung und Anreise und über Apps auf Wintertouren. Als einen alternativen Tourenvorschlag empfehle ich dir die Rundtour im Naturpark Vålådalen. Nun ruft der südliche Kungsleden im Winter nach dir, oder? Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Podcast – Was braucht man fürs Winterfjell?](https://www.winterfjell.de/podcast-was-braucht-man-fuers-winterfjell/) Published: 2025-04-17 | Updated: 2026-01-22 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Bereits im Februar 2022 trafen sich die beiden Winterfans Simon Michalowicz und Malte Hübner zu einem zweistündigen Nerd-Talk. Schnell wurde klar, dass wir noch viel tiefer in die einzelnen Bereiche auf Wintertouren eingehen müssen, um unsere ganzen Erfahrungen damit auf die Tonspur zu bekommen. Schließlich ist es ein umfangreiches Thema. Deshalb gehen wir nun mit einem Winterspezial in Serie und ihr findet alle Folgen seit November 2022 in Simons Podcast „Ein Löffel Butter“ oder auf seiner Webseite simonpatur.de Gerade für Einsteigerinnen und Einsteiger gibt es eine Menge Tipps, die wir gerne weitergeben möchten. Alle Podcast Folgen Wer einfach alle Folgen hören möchte, findet diese in meiner Winterfjell-Podcast-Playlist auf Spotify. Die einzelnen Folgen Die Pilotfolge findest du unter dem Titel „Malte Hübner – Was braucht man fürs Winterfjell?“ Die erste Folge der Serie folgt unter dem Titel „Winterspezial mit Malte – Was reizt dich am Winter?“ In der zweiten Folge geht es um „Ski, Bindungen, Schuhe und Stöcke“. In der dritten Folge reden wir darüber, „was man alles über den Pulkaschlitten wissen muss“. Die vierte Folge dreht sich um die Frage, „welches Zelt kommt mit auf Wintertour?“. Folge Fünf handelt passend dazu von „Schlafsack und Isomatte auf Wintertour“. In der sechsten Folge geht es um die „richtige Bekleidung auf Wintertour“. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Und nun widmen wir uns in der siebten Folge „der winterlichen Küche und dem Kocher“. In Folge Acht geht’s um „Simons erste Hüttentour in Norwegen“. In der neunten Folge dreht sich alles um den „Plan C oder Chaos auf Wintertouren“. Wer hätte gedacht, dass wir schon Folge Zehn zu „Tipps und Tricks auf Wintertour“ veröffentlichen durften?! Folge Elf ist unser Hals-Nasen-Ohren Spezial für alles rund um den Kopf. In der zwölften Folge schauen wir auf unsere diesjährigen Touren zurück und plaudern über neue Ausrüstung. Unsere Aufnahme 13 beantwortet die Frage, was uns inspiriert beim Warten auf den Winter. Folge 14 ist ein Rückblick auf die Wintertouren in 2025 und klärt die Frage, ob man Langfelle braucht. Welche Traumtouren im Winter uns vorschweben und welche eher nicht, bereden wir in Folge 15. Und viele kleine Themen behandeln wir in Folge 16 Eine bunte Tüte Winterfjell. Viel Spaß beim Hören der Podcast-Folgen! Und wenn du Themenwünsche, Fragen oder Feedback hast, dann gerne her damit. ## Pulka und Pulka-Zubehör ### [Rucksack oder Pulka – Nicht nur eine Glaubensfrage](https://www.winterfjell.de/rucksack-oder-pulka-nicht-nur-eine-glaubensfrage/) Published: 2024-09-01 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Voller Bewunderung sah ich in der Hardangervidda junge Frauen mit 100-Liter-Rucksäcken auf Ski in ästhetischer Leichtigkeit die Hänge heruntersausen. Das wäre für mich unmöglich. Na gut, Norwegerinnen haben das Skifahren im Blut, sagt das Klischee. Ich selbst bin leider kein guter Skifahrer und schon gar nicht mit Rucksack. Mit Schneeschuhen ist ein großer Rucksack vielleicht noch besser zu koordinieren, aber sein Gewicht und Volumen verlangen dir dennoch einiges ab. Wählst du also Rucksack oder Pulka? Wie kannst du deine Ausrüstung im Winter am besten transportieren? Inhaltsverzeichnis Massenweise Gepäck im Winter Mit Rucksack auf Wintertour? Mit Pulka auf Wintertour?Einfache Pulka Modelle können schon viel Wie funktioniert eine Pulka? Ruckdämpfer einbauen Meine Erfahrung spricht für den Lastenschlitten Pulka leihen oder selbst bauen Massenweise Gepäck im Winter Im Winter ist alles voluminöser, allein Schlafsack, Isomatten und Daunenjacke fallen um ein Vielfaches größer aus, als im Sommer. Auch im Zelt darf im Winter etwas mehr Platz sein, falls du dort tagelang abwettern musst. Es wird mehr Proviant und Brennstoff benötigt, da du dir dein Wasser selbst schmelzen musst. Sicherheitsausrüstung wie eine Schneeschaufel und etwas Ersatzkleidung sind relevante Gegenstände, die auf keiner Tour fehlen dürfen. Kurzum: Wählst du den Rucksack, bleibt wenig Platz für die kleinen Annehmlichkeiten wie fette Daunen-Booties, eine kleine Gaslaterne oder auch einfach nur ein gutes Buch. Die Entscheidung zwischen Rucksack und Pulka-Schlitten hängt vor allem von der Dauer und der Beschaffenheit der Tour ab. Klar dürfte aber bei rucksacktauglichen Touren sein, dass es sich um ein sehr großvolumiges Modell handeln muss. Auch ein Modell mit einem Packvolumen von 90 Litern ist schnell gefüllt. Bedenke: Eine einfache Pulka hat bereits etwa 250 Liter Stauraum. Mit Rucksack auf Wintertour? Bei der Frage Rucksack oder Pulka kommt der Rucksack augenscheinlich nicht so gut weg, aber hat auf jeden Fall seine Vorteile bei kürzeren Touren im Gebirge, zu Trainingszwecken oder dem Test der Ausrüstung. Auch bei Winter-Hüttentouren ohne Zelt reicht ein Rucksack aus und ist in der Hütte viel flexibler zu handhaben. Eine Pulka bleibt normalerweise vor der Tür stehen. Verzichten würde ich dennoch niemals auf ein Mindestmaß an Sicherheit mit Windsack, Isomatte, Schlafsack und Schneeschaufel, falls ich die Hütte nicht erreiche. Weitere Situationen, in denen der Rucksack klar von Vorteil ist: bei der Anreise mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln bei warmen Bedingungen mit langen schneefreien Abschnitten an sehr steilen Hängen auf felsigen, exponierten Graten sobald zwischendurch geklettert werden muss in Gebieten mit Flussüberquerungen, die nicht zugefroren sind Die Pulka für längere Touren, der Rucksack für kürzere Mit Pulka auf Wintertour? Für längere Touren in flachen Gebieten ist dennoch die sinnvollere Wahl der Griff zur Pulka. Bei einer Pulka handelt es sich um einen Lastschlitten zum Transport von Gepäck. Viele sprechen daher auch vom Pulkaschlitten. Ob es korrekt die oder der Pulka heißt, ist dabei noch einmal eine andere Frage. Einfache Modelle wie der Paris Expedition Sled, die Aiguille-Pulka (früher Snowsled) oder der vergleichsweise Fjellpulken Transporter sind geformte Wannen aus kältebeständigem Kunststoff ohne weiteres Zubehör. Schwerer und teurer, dafür aber noch kippstabiler wäre der Jackl Waldbob von Prijon, der ursprünglich von Thomas Ulrichs als „Beluga²“ speziell für Touren in der Ebene ohne Packeis wie Grönland oder Baffin Island konzipiert wurde. In der Mittelklasse findet sich Jemtlander mit verschiedenen Modellen. Jemtlander stammt aus dem gleichen Hause wie Hilleberg und bietet etwas weichere Kunststoffwannen mit Kufen, Gestänge und passenden Packtaschen. Noch weicher wäre die Siglin Pulk, die für mich aber eher die professionelle Version meiner ultraleichten Pulka darstellt. Andere setzen auf eine Art Schleifsack und bauen so eine zusammenfaltbare Pulka. Hochwertige Modelle von Acapulka und Fjellpulken haben für gewöhnlich ein fest vernähtes Verdeck und Kufen aus HD-PE, kosten aber bereits 900-1200 Euro. Die Savotta Border Ahkio kostete etwa 850 Euro, aber die Verfügbarkeit war immer unklar. Dafür wäre ein einfaches Gestänge bereits im Preis enthalten. In Finnland gibt es auch noch HIT Pulks, aber ich habe noch nie eine anschauen können. Hochwertigere (oder einfach nur besonders leichte) Expeditionsmodelle sind preislich nach oben hin offen und nur für spezielle Unternehmungen sinnvoll. Und mehr zur Vollständigkeit möchte ich die Holzmodelle von Segebaden aus Schweden und Ahkiot aus Finnland erwähnen. Die Segebaden sind echte Klassiker und werden gerne aufbereitet, um sie noch viele Jahre zu nutzen. Einfache Pulka Modelle können schon viel Die einfachen Pulka-Modelle reichen für den Anfang und erste Touren vollkommen aus und bieten genügend Zuladung für die übliche Gepäckmenge. Auch das Gleitverhalten der einfachen Pulkawannen ist sehr gut. Wenn du damit allerdings Hänge queren willst, neigt eine einfache Pulka ohne Kufen zum seitlichen Wegrutschen und hängt dann an dir zur Seite den Hang hinab. Mehr Spurstabilität bieten die Kufen der teureren Modelle. Bei den Herstellern wie Acapulka oder Fjellpulken gibt es aber auch verschiedene Varianten für mehr Beladung bzw. größeres Volumen und extra breitem Kufenabstand. Breite sorgt immer für Kippstabilität, weswegen vor allem Snowkiter auf breite Modelle schwören. Die ganz großen Pulkas sind aber für die normalen Touren schnell überdimensioniert und laufen nicht mehr in der ausgetretenen Skispur. Wie funktioniert eine Pulka? Der erste große Vorteil einer Pulka im Vergleich zum Rucksack ist der erhebliche größere Stauraum. Der zweite Vorteil ist, dass man sein Gepäck zieht, anstatt es zu tragen. Dafür benötigst du einen Zuggurt oder befestigt die Pulka am Hüftgurt eines kleinen Rucksacks. Wahlweise ziehst du über ein Zugseil oder ein festes Gestänge. Ein Zugseil reicht für Touren im flachen Gelände. Je bergiger es wird, desto eher wird ein Gestänge empfohlen. Denn das Zuggestänge hat den Vorteil, dass die Pulka bergab nicht auffährt, führt jedoch gleichzeitig zu einem höheren Kurvenradius. Es gibt unterschiedliche Gestängearten mit Bambus, Metall oder Kunststoffen. Eine Pulka kannst du sowohl mit Ski als auch mit Schneeschuhen ziehen. Um die Steigungen mit der zusätzlichen Last hochzukommen, empfehle ich dir zu den Ski Steigfelle. Tipp: Gemischte Gruppen mit Menschen mit Rucksack oder Pulka haben oft recht ungleiche Geschwindigkeiten und das sollte man auch für die Teamdynamik einplanen. Ruckdämpfer einbauen In der topfebenen Fläche gefrorener Seen wirst du es kaum vermuten, aber da deine Bewegungen nie vollkommen fließend sind, ruckelt die Pulka im unebenen Gelände gerne etwas am Gurtzeug. Dagegen gibt es einen einfachen Trick: Mit einer doppelt gelegten Schlinge aus 8 mm Gummikordel kannst du dir einen einfachen, aber effektiven Ruckdämpfer zwischen Hüftgurt und Pulka hängen. Ich habe diese Gummischlinge in einer Schlaufe des Pulkagurtes verknotet und hänge den Karabiner des Pulkagestänges dort hinein. In ein Zugseil kannst du die Gummikordel entsprechend einknoten. Das Gummi darf in beiden Fällen nicht zu weich sein, sonst kannst du nicht genug Kraft auf die Pulka übertragen und schaukelst dich zu Tode. Am gerne beworbenen Ruckdämpfer im Pulkagestänge von Fjellpulken stört mich, dass er eine Neigung zum Quietschen bei jeder Bewegung hat. Das nervt mit der Zeit sehr. Pulkas sind vergleichsweise sperriger und nehmen viel Platz ein Meine Erfahrung spricht für den Lastenschlitten Für Touren mit Zelt und mehr als drei Nächten und unter Voraussetzung einer weitgehend geschlossenen Schneedecke würde ich immer zur Pulka greifen. Dabei reichen die kleineren Modelle (bis 150 cm Länge) im Normalfall für Touren bis zu zwei Wochen aus. Größere Modelle verleiten nur dazu, unnütze Dinge mitzunehmen. Für die Pausen und das Allernötigste haben manche ein Daypack dabei. So müssen sie in der Pause nicht an die Pulka. Ich laufe allerdings lieber ohne zusätzlichen Rucksack. Jetzt siehst du auf Fotos hier auf Winterfjell auch andere Pulka-Modelle, wo ich doch so überzeugt von der Paris-Wanne scheine? Das stimmt. Doch obwohl ich auch geräumige Featherlight-Modelle von Acapulka besitze, greife ich gerne immer wieder zu meinem etwas modifizierten Paris-Pulka-Selbstbau. In der Gruppe reicht mir die kleine und stabile Paris und ist bei der Anreise einfach praktischer zu stapeln. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Pulka leihen oder selbst bauen Wenn du zunächst ausprobieren möchtest, ob so eine Pulka etwas für dich ist oder du dir für deine erste Tour nicht gleich selbst eine anschaffen möchtest, biete ich dir einen tollen Service: meinen kostenlosen Pulka Verleih. Alle Bastelfreudigen finden bei mir die Anleitung zum Selbstbau einer Paris Pulka. Es gibt aber auch viele alternative Umbauten mit mehr oder weniger nützlichen Details. Lass dich gerne in Foren und auf Youtube inspirieren. Wenn du selbst bereits einen Gepäckschlitten nutzt, dann schau dir auch meinen Beitrag für etwas mehr Komfort mit der Pulka an. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Zuggeschirr für die Pulka](https://www.winterfjell.de/zuggeschirr-fuer-die-pulka/) Published: 2024-03-05 | Updated: 2026-07-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Drei Dinge brauchst du zum Ziehen deines Gepäckschlittens: die Pulka selbst, ein Gestänge (oder Zugseil) und ein Zuggeschirr. Mit dem Zuggeschirr wird die Last des Schlittens auf die Hüfte übertragen, sodass du dich zum Ziehen mit dem ganzen Körper in dein Gespann stemmen kannst. Einfache Modelle besitzen nur einen Hüftgurt, Expeditionsmodelle haben für gewöhnlich noch zusätzliche Schultergurte. Worauf du zusätzlich achten kannst, erfährst du in diesem Beitrag. Inhaltsverzeichnis Anlegen wie einen Rucksackgurt Befestigung des GestängesRuckdämpfer für die Pulka Worauf du bei einem Pulkagurt achten musstSchultergurte Übersicht über Pulka-Zuggeschirr Modelle Pulkagurt selbst bauen Pulka mit Gestänge oder Zugseil ziehenZugseil Gestänge Körperliche Belastung und das passende Training Drei weitere Tipps Anlegen wie einen Rucksackgurt Du trägst deinen Pulkagurt wie einen normalen gepolsterten Rucksackhüftgurt über deinem Beckenknochen. Bei einem Modell mit Schulterriemen legst du diese über die Schultern, ziehst sie aber nicht zu fest. Am besten sitzen sie so, dass sie gerade nicht rutschen. Ein Zuggeschirr für die Pulka überträgt das Gewicht des Schlittens auf deine Hüften und sollte daher gut gepolstert sein Das Gestänge oder Zugseil wird daraufhin rechts und links in die Ösen eingehängt und schon kann es losgehen. Das Ganze ist also wirklich einfach. Einen kleinen Tagesrucksack kannst du problemlos zusätzlich tragen. Es gibt aber auch spezielle Pulka-Rucksäcke mit vormontierten Ösen am Hüftgurt von Fjellpulken. Im Zweifelsfall kannst du deinen Rucksack auch mit Schlaufen tunen, um die Pulka zu ziehen. Allerdings rate ich dir in dem Fall zu einem Rucksackmodell mit einem dicken Hüftgurt. Ziehe das Gewicht deiner Pulka nie ausschließlich über die Schulterträger des Rucksacks, da es eine große körperliche Belastung darstellt. Befestigung des Gestänges Idealerweise hat dein Pulka-Zuggurt mehrere Einhängepunkte an der Seite, damit du ihn auf deine Hüftbreite anpassen kannst. Die Karabiner deiner Zuggabel hängst du in die entsprechende Öse an der Außenseite des Gurtes ein oder leicht nach hinten versetzt. So bohrt sich das Gestänge bei einem Sturz nicht in deinen Rücken. Damit das Gestänge von der Pulka bis zur Hüfte schön parallel verläuft, habe ich mein selbstgebautes Pulkagestänge sogar in der Breite auf meine Hüfte samt Gurt angepasst. Alternativ wird auch ein Zugseil rechts und links eingehängt und als Y zu einem Seil zusammengeführt. So verteilt sich die Last besser auf den Gurt. Ruckdämpfer für die Pulka Beim Laufen wird deine Pulka immer etwas ruckeln. Dieses Ruckeln überträgt sich über die Zugvorrichtung auch auf deinen Körper. Bei einer schweren Pulka (über 40 Kilo) lohnt sich der Gedanke an einen Ruckdämpfer. Bei den Modellen von Fjellpulken ist solch ein Dämpfer bereits integriert, aber du kannst dir auch schnell selbst helfen. Nimm einfach eine ausreichend dicke Gummikordel (min. 6 mm) und knote sie zu einer Schlaufe mit 10 cm Durchmesser. Diese legst du doppelt und hängst sie zwischen Gurt und Gestänge. Beim Zugseil kannst du den Dämpfer auch in das Seil einknoten. Bei diesem Modell kannst du die D-Ringe an der Seite verstellen Worauf du bei einem Pulkagurt achten musst Dein Pulka Zuggeschirr muss sehr robust sein, denn das ständige Ziehen und Ruckeln an den Ösen stellt eine große Belastung dar. Nicht selten wiegt eine Pulka zu Beginn der Tour über 35 kg, manchmal sogar bis zu 50 kg. Kritische Punkte sind daher die Einhängeösen und deren Befestigung. Achte also genau auf die Nähte und die Verarbeitung. Auch die Schnalle vorne sollte stabil gebaut sein. Eine Schnalle aus Kunststoff hat dabei Vorteile gegenüber einer Metallschnalle, weil letztere eher zum Vereisen neigt. Wenn du Karabiner am Zuggurt befestigst, wähle diese groß genug, damit sie mit Handschuhen bedienbar sind. Schultergurte Ob Schulterträger notwendig sind, wage ich zu bezweifeln. Wenn du nicht gerade eine mehrwöchige Expedition planst, würde dein Hüftgurt für das Gewicht der Pulka ausreichen. Schultergurte können sogar dazu verleiten, zu viel Gewicht auf die Schultern zu übertragen. Und das wirst du am Abend spüren. Andererseits lässt sich bei geschicktem Einsatz der Schulterriemen die Last oft besser variieren. So kannst du den Gurt abwechselnd etwas niedriger und etwas höher tragen, um Druckstellen zu vermeiden. Tipp: Du kannst die Schulterriemen mit simplen Gurtpolstern aus dem Armeeshop etwas aufbessern. Übersicht über Pulka-Zuggeschirr Modelle Es gibt eine gute Auswahl an Pulka-Zuggurten zu erwerben. Die großen Hersteller bieten jeweils ein Standard- und ein Expeditionsmodell an. Das Expeditionsmodell ist zusätzlich mit gepolsterten Schulterriemen ausgestattet oder einfach etwas dicker gepolstert. Im Handel sind folgende Modelle erhältlich, wobei du mit 85 Euro einsteigst und bis zu 230 Euro für das Premiummodell hinlegst: Fjellpulken Standard-, Touring- und Expeditionsmodell Acapulka Standard– und Expeditionsmodell Aigiulle Shaft-and-Rope-Modell und Rope-Modell Jemtlander Sele Zuggurt Tatonka Tec Harness (vergriffen, selten bei kleinanzeigen) Beim Tatonka-Modell war es sinnvoll, die Druckknöpfe an den D-Ringen festzunähen, da sich diese sonst bei hoher Belastung öffnen können. Dafür war dieser Gurt preislich unschlagbar. Oder baust du dir für den Anfang einen MYOG-Gurt selbst? Make your own Pulka Zuggeschirr! Bei meinem Selbstbau habe ich mehrere Einhängepunkte angenäht Pulkagurt selbst bauen Alternativ zu den käuflichen Modellen kannst du dir einen einfachen Pulkagurt auch selbst basteln. Für die Näharbeiten solltest du allerdings über eine kräftige Nähmaschine verfügen, die auch durch mehrere Lagen Gurtband kommt. Als Basis kannst du den Hüftgurt eines ausgedienten Rucksacks verwenden oder du schaust dich nach einer Koppeltrage aus dem Armeeshop um. Für meinen Pulka-Selbstbau habe ich mich ebenfalls an den Selbstbau eines Zuggeschirrs gewagt. Mein Zuggeschirr für die Pulka als Eigenbau ist sehr spärlich gepolstert, aber dafür klein verpackbar Übrigens finden sich dieser Selbstbau-Gurt und der Zuggurt von Tatonka auch in den beiden Sets aus meinem Pulka Verleih. Pulka mit Gestänge oder Zugseil ziehen Du ziehst deine Pulka entweder an einem Zugseil oder an einem Gestänge. Beides hat seine Vor- und Nachteile: Zugseil sehr leicht und gut zu transportieren du brauchst dich nicht abzuschnallen, wenn du an die Pulka willst in der Länge anpassbar relativ günstig Nachteile: kann sich in Ästen verfangen und hält die Pulka bei Abfahrten nicht auf Abstand Gestänge hält die Pulka bergab auf Abstand, sodass sie dir nicht in die Hacken fährt gutes Gefühl für das Verhalten der Pulka hinter dir dadurch gute Kontrolle über den Schlitten und bessere Spurstabilität Nachteile: vergleichsweise teuer und du musst dich abschnallen, wenn du an die Pulka willst Ich kann beiden Lösungen etwas abgewinnen. Je kupierter das Gelände wird, desto eher wähle ich das Gestänge, damit die Pulka bergab hinter mir bleibt. Wenn es nur wenige kurze Abfahrten gibt, kann man die Pulka am Zugseil auch wie einen Hund an die kurze Leine nehmen und neben sich führen. Ich habe hier mein selbstgebautes Pulkagestänge, ein Acapulka, ein Fjellpulken und als Bastelprojekt auch noch zwei Bambusstangen. Meine Pulka habe ich mit einem ausgeklügelten Seilsystem und mit zwei einfachen parallelen Seilen gezogen. Dadurch bin ich inzwischen zu dem Ergebnis gekommen, dass alle Modelle und Varianten ihre Berechtigung haben. Die Pulka-Zuggabel, die sich am besten transportieren lässt, ist die von Acapulka. Für das Zugseil gibt es unterschiedliche Lösungen, die in diesem Artikel über Zugseil-Konstruktionen für Pulkas beschrieben werden. Die Variante mit einem Seil in gekreuzten Kunststoffrohren (Aufputzrohre für Elektroinstallationen) ist zwar beliebt und billig, aber vereint die Nachteile von Zugseil und Gestänge, wie im Video zu sehen. Körperliche Belastung und das passende Training Für die meisten von uns ist das Ziehen einer Pulka eine eher ungewohnte Belastung. Manche versuchen daher, sich körperlich auf die Wintertour vorzubereiten, indem sie alte Autoreifen an ihrem Pulkagurt durch den Wald ziehen. Das Reifenschleifen als Training ist aber wohl eher etwas für die Profis. Diese trainieren vor großen Polar- und Grönlandüberquerungen auf diese Art und Weise und somit wird es wohl einen positiven Effekt haben. Aber wer von uns plant solch eine große Tour? Wir werden also nicht wochenlang im Gurt hängen und jeden Tag über 25 km Strecke zurücklegen (müssen). Plane einfach zu Beginn deine Etappen der Tour so, dass diese dich nicht überfordern. Das ist erfahrungsgemäß das schönste Training. Falls du im Winter vor deiner Tour Schnee in der Nähe hast, kannst du hervorragend mit der Pulka im Wald trainieren, mit oder ohne Ski. Ein oder zwei kleine Testtouren sind mit neuer Ausrüstung sowieso Pflicht, bevor es das erste Mal richtig losgeht. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Drei weitere Tipps Ich persönlich setze in Pausen eher den gesamten Gurt ab, als dass ich das Gestänge aus dem Gurt aushänge. Das ist weniger fummelig. Macht ihr das auch so? Manche befestigen noch ihre Kamera, ihr GPS oder ähnliches am Gurt, um immer alles griffbereit zu haben. Ich selbst mag das Gebaumel nicht und habe lieber alles in einer der großen Taschen meines Etaproof-Anoraks. Die Kamera hat mein „Tourfotograf“ Lutz in einer Kameratasche umhängen. Wer sich zwischen den verschiedenen Modellen nicht entscheiden kann, liest am besten die Diskussion auf den Outdoorseiten. Es gibt sehr unterschiedliche Erfahrungen mit fast allen Modellen und jeder hat seinen eigenen Stil. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Pulka Verleih](https://www.winterfjell.de/pulka-verleih/) Published: 2021-01-11 | Updated: 2026-05-28 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Du möchtest auf deine erste „richtige“ Wintertour losziehen, besitzt aber noch keine Pulka? Vielleicht bist du dir auch noch nicht ganz sicher, ob du Wintertouren magst und möchtest es als Neuling erst einmal für eine Runde im Harz ausprobieren? Oder du hast einen anderen Grund, dir eine einfache Pulka zu leihen? Dann biete ich dir privat dazu den passenden Pulka Verleih. Inhaltsverzeichnis Gegenstände im Pulka Verleih Wie viel kostet es, eine Pulka zu leihen? Bedingungen für den Pulka VerleihWeitere rechtliche Hinweise Kontakt Bei anderen Anbietern eine Pulka mieten Gegenstände im Pulka Verleih Bei mir kannst du zwei einfache Lastenpulkas ausleihen. Diese Kunststoffwannen sind erprobte Lastenschlitten und auch ich selbst bin immer mal wieder mit meinem erweitertem Pulka-Selbstbau unterwegs. Als Einsteigermodelle sind sie unschlagbar. Da sich hier inzwischen zwei komplette Sets angesammelt haben und sonst die meiste Zeit nur herumstehen, verleihe ich die Pulkas nun. Folgendes habe ich für dich im Angebot: zwei Paris Pulkas mit Zurrgurten zum Befestigen der Tasche zwei passgenaue Pulkataschen von Piteraq mit je 224 Litern Fassungsvermögen zwei Piteraq Arctic Bedding Standard für Isomatte und Schlafsack ein Fjellpulken-Gestänge mit Acapulka Zuggeschirr ein Zuggestänge aus Alurohr mit Tatonka Tec Harness Zuggeschirr alternativ zum Gestänge: zwei Zugseile Aiguille Alpine eine Pulka-Transporttasche für alles zusammen Du kannst Teile davon einzeln leihen oder auch alles zusammen. Termine und Leihdauer vereinbaren wir immer gemeinsam in Absprache. Ich empfehle dir zwar eine rechtzeitige Reservierung, aber manchmal klappt es auch noch spontan. Du kannst sie dann auf der Reise in den Norden hier in Hannover einsammeln oder nimmst sie auch nur für ein Testwochenende mit in den Harz. Wie viel kostet es, eine Pulka zu leihen? Die juristisch Vorgebildeten wissen es längst: Ein Verleih erfolgt unentgeltlich, nur eine Miete kostet Geld. 😉 Ich habe mich gegen die kommerzielle Variante einer Pulka Vermietung entschieden und biete sie dir kostenlos an. Wer mir gerne eine Freude machen möchte, könnte mir zum Dank eine Kleinigkeit aus dem Reiseland mitbringen. Wenn du Winterfjell lieber finanziell unterstützen willst, dann gibt es auch dafür einen Weg: In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Bedingungen für den Pulka Verleih Ganz ohne ein paar Bedingungen komme ich leider nicht aus, um Missverständnissen vorzubeugen: Sorry, aber ich biete keinen Versand an. Die Pulkas wären Sperrgut. Die Abholung und Rückgabe der Leihgegenstände finden in Hannover statt. Die Termine dazu sind vorher mit mir abzustimmen. Du hinterlegst pro Pulka-Set (inkl. Tasche, Bedding Tasche, Zuggurt und Geschirr) deine Meldeadresse und eine Kaution von 100 Euro in bar, welche du nach der vereinbarten Rückgabe zurückerhältst. Sollten Teile der Pulka verloren gegangen oder beschädigt worden sein, verrechne ich die Reparatur bzw. den Ersatz mit der Kaution. Die normale Abnutzung gilt nicht als Beschädigung. Grundsätzlich bleibst du für über die Kaution hinausgehende Schäden oder Verluste in der Haftung für Ersatz. Bei Beschädigung der Leihgegenstände durch unsachgemäße Handhabung empfehle ich dir daher eine private Haftpflichtversicherung. Weitere rechtliche Hinweise Der Pulkaverleih erfolgt nicht über Winterfjell, sondern von mir als Privatperson an dich als Privatperson. Ich übernehme keine Haftung für auftretende Schäden an den Leihgegenständen oder Folgen dieser Beschädigungen für deine Tour. Es besteht kein Anspruch auf Verfügbarkeit. Kontakt Für die Saison 2027 sind diese Zeiten bereits vergeben (Namenskürzel): 27.03. – 18.04. eine Pulka (GJ) Schreibe mir einfach eine E-Mail an kontakt@winterfjell.de mit deiner Leih-Anfrage. Wir klären dann alles Weitere zusammen. Bei anderen Anbietern eine Pulka mieten Mein Freund Bene aus Hamburg verleiht seine Pulkas (Fjellpulken 144 und Savotta Pulka) privat gegen eine faire Gebühr. Schreib ihn gerne über Benes Instagram-Account an oder ich kann dir seine Telefonnummer vermitteln. Kommerzielle Anbieter gibt es in Deutschland wenige. Und auch bei diesen musst du die Pulkas selbst abholen. Ich habe dir die mir bekannten Anbieter einmal aufgelistet: Camp4 (Berlin) Der Aussteiger (Berlin) Sport Albert (Muldenhammer, Sachsen) Alternativ könnte es für dich interessant sein, dir Ski und Pulka direkt auf einer Fjällstation beim STF zu leihen. Viele der größeren Hütten bieten solch einen Service an, allerdings musst du rechtzeitig buchen. In allen Fällen lohnt sich ein Vergleich der Preise und ein Blick in die Mietbedingungen. ### [Pulka Gewicht und richtige Beladung](https://www.winterfjell.de/pulka-gewicht-und-richtige-beladung/) Published: 2020-09-27 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Eine Pulka mit viel Platz birgt immer die Versuchung, den vielen Stauraum komplett auszunutzen und zu viel einzupacken. Ein zu hohes Pulka Gewicht macht aber auf Tour keinen Spaß. Oft liegt der Grund für das überschüssige Gewicht an der generellen Herangehensweise. Daher möchte ich hier einige Hinweise zum sinnvollen Packen und zum Reduzieren der Ausrüstung geben. An Ende kannst du vielleicht noch das eine oder andere Kilo beim Gewicht der Pulka einsparen. Auch das Beladen der Pulka mit der richtigen Gewichtsverteilung kommt dabei zur Sprache. Inhaltsverzeichnis Wenn deine Pulka zu schwer istWarum zu viel Ausrüstung? Pulka Gewicht und Menge der Ausrüstung reduzierenDas optimale Pulka Gewicht Pulka ultralight? Hinterfrage deine Packliste Sinnvoll auf Packsäcke aufteilen Die Pulka richtig beladen und das Gewicht verteilenDas Gepäck auf der Pulka sichern Kraftübertragung auf den Körper Wenn deine Pulka zu schwer ist Vor einiger Zeit habe ich jemanden getroffen, der gerade von seiner ersten Wintertour kam. Das Ziehen der Pulka wurde für ihn zur Qual, da sie vollgepackt knapp 60 Kilogramm wog. Die Tour war dadurch zu einer Belastungsprobe von Mensch und Material geworden. Doch er war nicht etwa auf einer monatelangen Grönlandtraverse, sondern auf seiner ersten zweiwöchigen Tour in der Hardangervidda. Eine Pulka, zwei Personen, zehn Tage, absolut autark, unter 50 kg Pulka Gewicht Seine Ausrüstung war hochwertig und für teures Geld zusammengestellt. Vieles davon würde sich genauso in meiner Ausrüstung finden, aber es waren auch viele zusätzliche Nice-to-have-Gegenstände dabei, die für das hohe Pulka Gewicht sorgten. Vielleicht lag es an der Unerfahrenheit bei der ersten Tour und er ist nun deutlich sorgfältiger bei der Auswahl. Kritische Selbstreflexion („Nie wieder!“) gab es auf seiner Seite jedenfalls genug und ich möchte die damit gemachte Erfahrung keinesfalls belächeln. Im Gegenteil frage ich mich eher selbst, wie ich mit dieser Seite meinen Teil dazu beitrage, sich alles Mögliche anzuschaffen. Warum zu viel Ausrüstung? Ausrüstung macht eben einfach Spaß. Der Platz in der Pulka lädt ein, mehr mitzunehmen als nötig. Und auch eine Mischung aus Unerfahrenheit und großem Sicherheitsbedürfnis verleitet schnell dazu, ein paar Dinge mehr einzupacken. Insgesamt finde ich das bei ein paar Dingen sogar vertretbar, solange du nach jeder Tour schaust, was du nicht gebraucht hast und was du daher nicht wieder einpackst. Empfehlenswert sind zu Beginn deshalb kürzere Touren, bis du deine Ausrüstung gut kennst. Und gewiss gibt es keine Verpflichtung, weniger Gepäck mitzunehmen. Wenn du lieber alles dabei haben möchtest, dann mach es (und hör auf zu jammern). Vor allem die Outdoorindustrie trägt ihren Teil dazu bei, immer mehr und immer speziellere Ausrüstung zu vermarkten, ohne die man „niemals auf solch eine Tour gehen sollte“. Insofern trifft wohl auch mich etwas Schuld daran, wenn ich begeistert über Ausrüstung schreibe und gerne neue Dinge ausprobiere. Allerdings versuche ich dabei auch immer wieder zu verdeutlichen, dass es sich um meine Erfahrungen handelt, die ich gerne mit dir teilen möchte. Vieles habe ich über die Jahre angepasst, verändert, dazugekauft oder (wieder) weggelassen. Ich betrachte das als Lernprozess, der mir noch dazu großen Spaß macht. Ausrüstung ersetzt keine Fähigkeiten, auch wenn die Werbung oft gegenteiliges suggeriert. Mit jeder Tour habe ich weitere Erfahrungen gewonnen und mache einiges anders als zu Beginn. Einen Teil dieses Wissens kann ich weitergeben und deswegen schreibe ich hier schließlich auch so viel dazu. Aber du möchtest bestimmt auch deine eigenen Erfahrungen machen und ich freue mich, wenn du sie anschließend ebenfalls teilst. Die schweren Pulkas bei der Anreise im Regal auf der Fähre Pulka Gewicht und Menge der Ausrüstung reduzieren Es gibt grundsätzliche Kriterien für Ausrüstung auf Wintertouren wie Robustheit, Kältetauglichkeit und leichtes Gewicht. Achte auf solche Faktoren bei der Anschaffung. Aus Gewichtsgründen schaffst du dir aber am besten gar nicht erst viel unnötiges Zubehör an, welches du dann später aus Gewichtsgründen wieder streichst. Überlege dir zunächst anhand einer Packliste, was du wirklich unbedingt brauchst. Auch ich habe eine Packliste für Wintertouren veröffentlicht und diskutiere gerne mit dir über deine (oder meine), wenn du Fragen hast. Aber bitte nimm nicht alles von jeder Packliste mit, nur um „vollständig“ zu sein. Wie schwer deine Pulka am Ende sein sollte, hängt von etlichen Faktoren ab. Wie lange bist du unterwegs? Bist du alleine unterwegs oder kannst du dir in der Gruppe schwere Dinge wie Zelt und Winterkocher teilen? Bist du vollkommen autark unterwegs oder kannst du Dinge in Hütten nachkaufen? Es macht sogar einen Unterschied, ob du XL oder M trägst. Konkret lässt sich also kaum ein einziger Richtwert finden. Ich versuche es dennoch einmal. Das optimale Pulka Gewicht Bei etwa 45-50 Kilo Gesamtgewicht der Pulka würde ich die Grenze setzen. Ein höheres Pulka Gewicht braucht es auf normalen Touren bis zu 14 Tagen einfach nicht. Besser wären 35-40 Kilo Gesamtgewicht, die du aber eher in einer Gruppe erreichst. Bedenke immer, dass jedes Kilo weniger in der Pulka die Tourfreude erhöht. Für einen Tag veranschlage ich 900 g für Nahrung und 200 g Benzin (etwa 250 ml). Bei 14 Tagen wären es also 15,4 Kilo, die du nach und nach verbrauchst. Wenn deine Ausrüstung in der Pulka ohne diese Verbrauchsgüter also bei etwa 30 kg landet, dann ist das Gewicht im normalen Rahmen. Dazu kommen dann noch fast 10 kg am Körper (Kleidung, Skiausrüstung, Pulkagurt). Übrigens: Die nötige Menge Benzin kannst du im Benzin Rechner für Wintertouren schnell ablesen. Bergauf bist du froh, wenn du auf das Pulka Gewicht geachtet hast Pulka ultralight? Die großen Pulkahersteller haben sehr leichte Modelle auf dem Markt, die durch die Verwendung moderner Materialien wie Kevlar und Kohlefaser Gewicht einsparen. Aber du greifst für diese Modelle etwa doppelt so tief in die Tasche wie für die normale Ausführung. Da kommst du schnell in die Nähe von einem Euro pro Gramm Gewichtsersparnis. Wenn du bereits bist, so viel Geld für eine leichtere Pulka auszugeben, schau dir die etablierte Acapulka Featherlight 120 an. Es gibt auch noch größere Modelle, aber dann füllst du den Raum ja doch nur mit neuem Gewicht. Eine günstige Alternative ist es, die Paris Pulka mit einem Seil zu ziehen und auf eine möglichst leichte Tasche zu setzen. So wird ein Pulka Gewicht mit weniger als 4 Kilo für Pulka, Tasche, Seil und UL-Gurt möglich. Eigenbauten wie meine ultraleichte Pulka sind kein vollwertiger Ersatz und damit im Zweifelsfall nur „Spielerei“. Für eine Hüttentour mit Rucksack würde ich sie aber weiterhin in Betracht ziehen. Hinterfrage deine Packliste Viele als ultralight bezeichnete Ausrüstungsgegenstände gehen Kompromisse in der Robustheit ein und haben damit im Winter nichts zu suchen. Aber ich weiß, dass der Ansatz der Ultraleicht-Bewegung oft einfach falsch verstanden wird. Es dreht sich bei UL vor allem darum, die Ausrüstung so weit wie möglich zu reduzieren und nichts Unnötiges mitzunehmen. Im Winter muss aber die Bedingung dazukommen, dabei auch keine zusätzlichen Gefahren einzugehen! Übertragen wir das auf ein Winterzelt, ist ein Außenzelt mit 30 Denier Materialstärke im nordischen Winter nun einmal Mindestmaß und schwerer als ein 15-d-UL-Zelt im Sommer. Auch ein Innenzelt ist im skandinavischen Winter sehr nützlich. Aber brauche ich wirklich eine GT-Apsis? Die Leitfragen sind durchaus ähnlich und können zum Beispiel sein: Wie schwer ist deine Packliste insgesamt und wie hoch ist der Druck, Gewicht zu reduzieren? Welche Gegenstände sind sicherheitsrelevant und welche eher Luxus? Welche Annehmlichkeiten möchtest du dir ganz bewusst gönnen? Brauchst du Ersatz? Oder kannst du durch doppelte Nutzung etwas einsparen? (z. B. Ski und Stöcke als Schneeheringe) Wenn du den Gegenstand verlierst, musst du dann die Tour abbrechen? Wie kannst du das Gewicht jedes einzelnen Gegenstandes (durch Tuning) verringern? (Sicherheit und Robustheit haben höchste Priorität!) Manchmal kann es helfen, den Stauraum künstlich zu reduzieren und nur das auszuwählen, was noch hineinpasst. Packe einfach mal für die Anreise mit dem Flugzeug mit 23 kg Aufgabegepäck plus 8 Kilo Handgepäck. Die schwersten Gegenstände wie Zelt, Schlafsack und Kochausrüstung sind immer einen genauen Blick wert. Sie können manchmal durch leichtere Modelle ersetzt werden. Allerdings kostet das meist viel Geld. Wo und wann ein Neukauf wirklich sinnvoll ist, musst du selbst entscheiden. Ein neuer Premium-Winterschlafsack kostet schnell 800 Euro. Und spart er auch 800 g Gewicht ein? Also 1 Euro pro Gramm!? Puh. Günstiger ist es, unnötiges einfach wegzulassen. Sinnvoll auf Packsäcke aufteilen Wenn du den großen Haufen Gepäck einfach nur in die Pulka stopfst, findest du unterwegs wahrscheinlich nichts wieder oder musst ewig wühlen. Auch um die Pulka richtig zu beladen, hat die Aufteilung auf verschiedene Packsäcke daher einige Vorteile: empfindliche Dinge können schneesicher verpackt werden in einen „Innenzeltbeutel“ kommen alle Dinge für die Nacht im Zelt mit einem Bedding-Bag hast du dein Bett griffbereit und mehr Komfort für die Pulka Ersatzkleidung kommt in einen Extrabeutel und kann in der Pulka bleiben Kochutensilien kommen in einen Beutel oder eine Kiste für die Apsis Vorräte und Benzin sollten sicher voneinander getrennt transportiert werden (in Gruppen in verschiedenen Pulkas), da Lebensmittel kontaminiert werden können die Stausäcke bleiben beim richtigen Packen der Pulka an ihrem angestammten Ort Gewöhne dir an, immer alles in den dazugehörigen Packsack zu verstauen, so findest du es schnell wieder Es lohnt sich übrigens, in verschiedenfarbige Säcke zu investieren. Wir hatten auf einer der ersten Touren vom Arbeitgeber eines Freundes lauter dunkelblaue Beutel, in denen wir unsere meist schwarze Unterwäsche transportierten. So wusste man auf Tour im Zelt nie so ganz genau, ob es gerade der eigenen Beutel war, den man durchwühlte. Das Zelt ist oben auf die Pulka geschnallt, um es schnell aufbauen zu können Die Pulka richtig beladen und das Gewicht verteilen Wie schön wäre es, wenn dir deine Pulka wie von selbst folgt, sobald du sie nur richtig belädst. Leider bleibt das ein Wunschtraum. Egal wie leicht oder schwer sie beladen ist, eine Pulka kann alleine schon durch ihre Größe unhandlich und störrisch sein. Abhängig von den Schneebedingungen wird es manchmal sehr mühsam sein, den Gepäckschlitten hinter dir herzuziehen. Manchen Frust kann man mit besserer Gewichtsverteilung in der Pulka ausgleichen, manchmal hilft aber nur noch fluchen. Schweres nach unten und eher nach hinten! Die richtige Lastverteilung in der Pulka zu finden, ist grundsätzlich einfach. Die schweren Genstände wie Brennstoffflaschen sollten möglichst weit unten und hinter der Mitte im Schlitten verstaut werden. So schwimmt die Pulka bei Tiefschnee besser auf. Das Gepäck in der mittleren Gewichtsklasse wie Lebensmittel sollte an die Enden der Pulka gepackt werden, damit der Schlitten spurtreu bleibt. Und das leichte, voluminöse Gepäck kommt ganz nach oben, damit die Pulka nicht so schnell umkippt. Daraus folgt auch, dass bei großen Mengen an Gepäck eine längere Pulka stabiler gepackt werden kann als ein kurzes Modell, welches dann zu sehr in die Höhe wächst. Als grober Anhaltspunkt liegt die Grenze bei 50 cm Höhe, wobei es natürlich einen Unterschied macht, ob oben nur ein flauschiger Daunenschlafsack oder ein nasses Hilleberg Keron 4 GT verschnürt sind. Andererseits bist du durch die zusätzliche Länge weniger wendig und die Pulka sollte daher insgesamt so klein wie möglich bleiben. Wenige Ausnahmen gibt es bei der Gewichtsverteilung in der Pulka dennoch: Die Dinge für die Pause wie Thermoskanne und Daunenjacke oder auch die Schneeschaufel kommen immer griffbereit nach oben. Und auch das Zelt sollte am Abend schnell hervorzuholen sein, ohne erst alles auspacken zu müssen. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Das Gepäck auf der Pulka sichern Trotz guter Beladung der Pulka kann es im unwegsamen Gelände passieren, dass sie seitlich umkippt und sich am Hang überschlägt. Oder du bleibst im ebenen Terrain damit in einer Fjellbirke hängen. Irgendetwas davon passiert immer. Tipp: Gib der Pulka einen Namen, um sie besser beschimpfen zu können. Alle Gegenstände auf dem Lastschlitten sollten daher gut befestigt sein und die Gurte nicht in Schlaufen an den Seiten herunterhängen. Eine große Tasche oder ein geschlossenes Verdeck der Pulka schützen gut davor, dass etwas verloren geht. Du kannst auch einfach wie Erik Normark eine Plane wie einen Burrito um die einzelnen Beutel schlagen und diesen mit Spanngurten gut verzurren, wobei dort immer Schnee eindringen wird. Achte ebenso darauf, dass die Verschlüsse und Haken handschuhtauglich sind. Dann fällt das Beladen der Pulka deutlich leichter. About the Pulk and Hauling the Winter Gear Mit Abspielen des Videos stimmst du der Datenübermittlung an Youtube zu. (Info) Kraftübertragung auf den Körper Wichtig ist neben der optimalen Lastverteilung im Schlitten auch die richtige Lastübertragung auf den Körper. Das Pulka Gewicht wird im Normalfall aus der Hüfte gezogen, wozu du einen passenden Hüftgurt brauchst. Widerstehe besser der Versuchung, die Pulka mit einem Rucksack ohne Hüftgurt aus den Schultern zu ziehen. Auf Dauer wird das erst anstrengend und dann schmerzhaft. In einem anderen Beitrag findest du noch mehr Details zu den Anforderungen an ein gutes Zuggeschirr für die Pulka. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Pulka Selbstbau mit Gestänge und Packsack](https://www.winterfjell.de/pulka-selbstbau-mit-gestaenge-und-packsack/) Published: 2025-02-04 | Updated: 2026-02-19 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wie genial ist bitte der Name Acapulka für einen Pulkahersteller? Das macht ihn gleich noch sympathischer. Andererseits lässt es deren hochwertige Pulkas nicht günstiger werden. Und es braucht nicht gleich eine Investition von 1000 Euro und mehr, um mit einer Pulka auf Wintertour zu gehen. In diesem Beitrag möchte ich dir daher meinen Pulka Selbstbau aus einem Paris Expedition Sled vorstellen. Besonders wichtig war mir dabei Einfachheit. Und inzwischen ist mein Modell viele Jahre im Einsatz und hat sich als sehr zuverlässig erwiesen. Ich bin trotz hochwertiger Acapulka im Keller ein echter Fan! Inhaltsverzeichnis KISS-Prinzip Die Grundlage: Paris Expedition Sled 960 Vor- und Nachteile der Paris PulkaVorteile Nachteile Bastelarbeit: Das GestängeBefestigung an der Pulka Gestänge im Detail Der Zusammenbau Gestänge teilen und verbinden Zuggurt oder Zuggeschirr Fazit und Tipps zum Gestängebau Näharbeit: Der PacksackApropos: Zeltsack und Arctic Bedding Bag? Die Verbindung von Lastenschlitten und Packsack Andere Pulka Selbstbauten im VergleichKufen an die Paris Pulka? Verdeck direkt an der Pulka? Bodenplatte für die Paris Pulka? Warum nicht vergrößern? Warum keine Finnen? Warum keine Rollen? Warum nicht lackieren? Wie viel kostet ein Pulka Selbstbau? KISS-Prinzip Keep it simple and stupid! Mach es so einfach wie möglich! Was nicht kaputtgehen kann, geht auch nicht kaputt. Und wenn es doch kaputtgeht, gibt es Redundanz. Oder du kannst es unterwegs mit einfachen Mitteln reparieren. Das ist die Idee des KISS-Prinzips. Ich habe beim Umbau versucht, mich oft und viel an dieses Prinzip zu halten und schon bei der Recherche darauf geachtet, keine komplizierten Ideen zu übernehmen. Am besten hat mir dabei ein bestimmtes Gestänge gefallen, dazu später mehr. Zuerst braucht es ja noch einen angemessenen Namen für meinen Pulka Selbstbau!? Acapulka ist vergeben, Winterfjellpulken wäre billig kopiert … sagen wir: „Mea Pulka!“ Die Grundlage: Paris Expedition Sled 960 Bei der Paris Pulka Wanne handelt es sich um eine schlichte, orange oder weiße Kunststoffwanne (PE) von 150 cm Länge und 50 cm Breite. In Deutschland bekommst du sie fast nur im Onlinehandel und musst dafür 50-80 Euro einplanen. Die genaue Bezeichnung lautet „Paris Pro Expedition Sled 960„, aber im Alltag sagen immer nur alle „Paris Pulka“ dazu. Die Paris Pulkas sind wegen ihres Preises und ihrer Einfachheit auf der ganzen Welt beliebt und ich habe kein anderes Pulkamodell häufiger gesehen. Der Orangeton scheint sich je nach Produktionslauf oft etwas zu unterscheiden. Meine etwas ältere ist z. B. satt orange, die meiner Tourpartner eher „augenkrebs-neon-orange“. Wen das stört, muss nach der weißen Paris Pulka suchen und meist aus dem Ausland bestellen. Eine Alternative zu diesen Farben liefern der blaue Aiguille Snowsled oder der schwarze Fjellpulken Transporter 155, die aber beide auch mehr kosten. Letztendlich könntest du mit dem Paris Expedition Sled allein schon auf Tour gehen. Du bindest einfach einen großen Packsack oben auf diesen Lastenschlitten und ziehst sie mit einem Seil, welches du wiederum an den Hüftgurt deines Rucksack hängst. Das wäre zwar das reine KISS-Prinzip, weil nichts Zusätzliches kaputtgehen kann, hätte aber auch einige Nachteile. Vor- und Nachteile der Paris Pulka Die größten Vorteile der Paris Pulka sind ihr günstiger Preis und die einfache Konstruktion. Sie ist damit der Favorit für den Pulka Selbstbau. Allerdings musst du eben selbst ein wenig basteln und deine Pulka modifizieren, wenn du die volle Funktionalität erreichen willst. Schauen wir mal genauer hin, was sie von den großen Pulken unterscheidet: Vorteile günstiger Anschaffungspreis PE ist auch bei Kälte sehr robust (der Paris Sled hat z. B. schon Grönland mit Kite in Höchstgeschwindigkeit überquert) einfache Konstruktion leichter als eine GFK-Pulka Nachteile am Hang wenig spurstabil, da sie keine ausgeprägten Kufen hat läuft nicht in der Skispur, sondern schwimmt eher in der Fläche auf dadurch auch etwas weniger spurtreu nur in Einheitsgröße lieferbar keine Tasche, bzw. kein Verdeck vorhanden somit Bastelarbeit nötig, um das Optimum aus der Paris Pulka herauszuholen Es finden sich damit einige Nachteile, vor allem der verbesserungswürdige Geradeauslauf. Ich muss im Vergleich zu meinem Modell von Acapulka inzwischen sagen, dass diese Nachteile auf vielen Touren kaum ins Gewicht fallen und der zigfach höhere Preis einer Acapulka nicht grundsätzlich genauso viele Vorteile bringt. Einzig der Platz in der Paris Pulka ist etwas begrenzt. Ob der vielfache Preis für eine Acapulka im Vergleich zur Paris Pulka gerechtfertigt ist, musst du selbst entscheiden Solange es flach über die Ebene geht, ist ein Zugseil noch ausreichend und spart eine Menge Gewicht. Die Pulka gleitet dann einigermaßen hinterher, auch wenn nicht unbedingt in der Skispur. Sobald es aber etwas auf und ab geht, fährt dir deine Pulka mit Zugseil schnell in die Hacken oder überholt dich bergab an ungünstigen Stellen. Hier hat ein Gestänge Vorteile, weil die Pulka dir immer im gleichen Abstand folgt und deutlich spurtreuer wird. Der Kauf eines fertigen Gestänges übersteigt den Kaufpreis des Paris Expedition Sleds leider um ein Vielfaches. Deswegen habe ich auch hier gebastelt. Als Vorlage hatte ich das Gestänge aus dem Pulka Eigenbau von barleybreeder. Bastelarbeit: Das Gestänge Wichtigste Bedingung war für mich eine starre Konstruktion, um die Pulka gut kontrollieren zu können und den Geradeauslauf zu verbessern. Daher fiel meine Entscheidung auf eine DIY-Konstruktion überwiegend aus Alurohr mit eingezogenem Stahlseil. Alurohr ist leichter als Stahlrohr, wenn auch weniger robust. Die leichteren Alternativen wären nur Bambus, Carbonrohr oder eben ein Zugseil. Bambus wäre spannend und ich hätte Lust auf einen weiteren Pulka Selbstbau damit, allerdings wäre das Gestänge nicht teilbar. Carbon kann ich nicht gut genug bearbeiten und hätte es aufwendig besorgen müssen. Das Zugseil fiel wegen der fehlenden Kontrolle über die Pulka weg. Das untere U am Gestänge bildet die Deichsel. Diese ist aus Edelstahlrohr, da sie robuster sein muss als der Rest des Gestänges. Die beiden Biegungen habe ich bei einem Schlosser mit Biege-Boy machen lassen. Aluminium hätte man bestimmt mit feinem Vogelsand ausstopfen und über eine Holzschablone biegen können. Bei Stahl habe ich mir das aber nicht zugetraut. Der nächste wichtige Punkt war, dass mein Gestänge für die Reise teilbar oder klappbar sein sollte. Im Fernbus oder Zug erleichtert das den Transport ungemein. Das Gestänge muss lang genug sein, dass du in der Abstoßbewegung mit dem Ski nicht gegen die Pulka kommst, aber wiederum nicht zu lang, da Länge Wendigkeit kostet. Mindestlänge wären also 200 cm, für größere Menschen sogar besser 220 cm. Zum Schluss kommt noch die Besonderheit dieser Bauweise: Tatsächlich ziehe ich nicht über das Gestänge, sondern nur über ein Drahtstahlseil im Inneren des Rohres. Somit käme ich auch bei Gestängebruch weiter (KISS-Prinzip). Durch die Alurohre wirkt die Kraft der schiebenden Pulka bergab jedoch auf das Gestänge. So läuft die Pulka nicht auf. Verbindung von Gestänge und Pulka mittels Spanngurt Befestigung an der Pulka Das Gestänge wird an der Pulka mittels zweier kurzer Spanngurte befestigt. Diese fädelst du durch die jeweils 2 vorhandenen Löcher auf jeder Seite der Pulka und um das Gestänge. Damit ist die Verbindung nicht zu starr, erlaubt aber gleichzeitig eine gute Führung des Schlittens. Ein oder zwei Ersatzgurte können sehr sinnvoll sein. Andere Befestigungen erschienen mir zu empfindlich oder aufwendig. Gestänge im Detail Als Werkzeug brauchst du eine Standbohrmaschine mit guten Metallbohrern, eine Metallfeile zum Entgraten und eine Metallsäge. Schraubendreher und Maulschlüssel wird wohl jeder zur Hand haben. Als Material benötigst du: 4 Alurohre (1000 x 20 x 2 mm) aus dem Fachhandel, weil Baumarktrohre oft nur 1 mm Wandstärke haben 2 Edelstahlrohre (1000 x 15 x 2 mm), möglichst V2A Rohr 2 Kauschen, die in das Alurohr passen 4 Seilklemmen, die in das Alurohr passen 6 m Drahtstahlseil mit 2 mm Durchmesser 2 x 2 Kettenglieder 2 Karabiner, die NICHT in das Alurohr passen 6 Schlossschrauben mit 5 mm Durchmesser und passenden Muttern 2 Federsplinte zum Sichern des teilbaren Gestänges 30 cm Reepschnur und ein Holzknebel Beim Rohrdurchmesser musst du beachten, dass der Innendurchmesser des Alurohres (hier 16 mm) etwas Luft zum Außendurchmesser des Edelstahlrohres (hier 15 mm) lässt. Wären die beiden Durchmesser identisch, ließen sich die Rohre nicht mehr ineinander stecken. Für die Deichsel benötigst du das erste Edelstahlrohr. Die Verbindungsstücke für das teilbare Alurohr werden aus jeweils 200 mm vom zweiten Edelstahlrohr gefertigt. Das Gewicht der Konstruktion liegt bei ca. 1700 Gramm, was den Vergleich zu den großen Herstellern nicht scheuen muss. Der Zusammenbau Das Edelstahlrohr für die Deichsel biegst du symmetrisch zu einem U und zwar so, dass du unten etwa auf Pulkabreite kommst. Du kannst dich aber auch an deiner Hüftbreite (Plus Klamotten, Zuggurt!) orientieren. Stecke nun auf beide Schenkel ein Alurohr und bohre durch beide Rohre auf beiden Seiten 2x hindurch. Nun kannst du die Deichsel mit dem Zugrohr mittels der Schlossschrauben verbinden. Säge nun zwei 200 mm lange Stücke vom zweiten Edelstahlrohr und stecke sie jeweils zur Hälfe in das obere Ende des bereits befestigten Alurohres. Bohre auch hier wieder auf beiden Seiten jeweils 1x durch beide Rohre und verbinde sie mit den Schlossschrauben. Jetzt steckst du auf beiden Seiten die weiteren Alurohre auf das Verbindungsstück und bohrst erneut ein Loch. Dort wird der Federsplint durchgesteckt. Gegebenenfalls kannst du das obere Alurohr noch etwas kürzen. Das geht aber auch später noch. Nun fädelst du durch die gesamte Konstruktion das Drahtseil und befestigst an einem Ende die Einhängung. Die Einhängung ist so aufgebaut: Die Kettenglieder werden in die Kausche eingehängt. Die Kausche wird in die Drahtseilöse gelegt und mit zwei Seilklemmen fixiert. Nachher wirken hier schließlich große Kräfte. In das äußerste Kettenglied wird der Karabiner eingehängt. So wird das Drahtseil vor Scheuerstellen geschützt. Auf der anderen Seite verfährst du genauso, jedoch mit einer kleinen Besonderheit: Die Kausche wird so tief in das Drahtseil eingehängt, dass bei zusammengestecktem Gestänge nur das äußerste Stück vom Kettenglied aus dem Rohr schaut. Um das Gestänge teilen zu können, solltest du zusätzlich in die Kausche ein Stück Reepschnur einhängen, welches du am anderen Ende mit einem Holzknebel sicherst. Stahlseil, Seilklemmen, Kausche, Kettenglieder, Karabiner Gestänge teilen und verbinden Willst du das Gestänge nun teilen, ziehst du beide Federsplinte hinaus und entfernst den Karabiner auf der Seite mit der Rückholschnur. Jetzt kannst du erst eine Seite und dann die andere Seite vom Verbindungsstück abziehen und nach hinten umklappen. Der Knebel verhindert, dass die Rückholschnur im Gestänge verschwindet. Für den Zusammenbau steckst du erst die eine Seite auf das Verbindungsstück und dann die anderen. Anschließend ziehst du mit der Rückholschnur das Kettenglied wieder bis an das Rohrende und hängst den Karabiner ein. Auch wenn dieser Zusammenbau ohne Werkzeug möglich ist, empfehle ich dir immer ein Werkzeug-Set mit auf Wintertour zu nehmen, in dem sich auch ein paar Ersatzteile finden. Zuggurt oder Zuggeschirr Der Zuggurt soll die Last der Pulka gut auf den Körper übertragen. Zu Beginn hatte ich auf meinen Touren ein Koppeltragegestell der Bundeswehr. Daran hatte ich mir Ösen genäht und es etwas gepolstert. Das ist günstig und reicht für erste Versuche. Der Tec Harness von Tatonka taugte ebenfalls, scheint aber vergriffen. Inzwischen habe ich mir einen gut gepolsterten Hüftgurt zugelegt, weil er etwas mehr Komfort bietet. Auch aus einem Hüftgurt eines ausgedienten Rucksacks könntest du dir günstig etwas nähen. Die hochwertigen Gurte von Acapulka und Fjellpullken kosten wieder viel Geld. Wenn du mehr erfahren willst, findest du hier meine Übersicht über das Thema Zuggeschirr für die Pulka. Die Karabiner vom Gestänge hängst du entweder direkt in das Zuggeschirr oder baust dir noch einen Ruckdämpfer ein. Fädle dafür ein Gummiseil von 8 mm Durchmesser doppelt durch die Öse am Gurt und hake in diese Schlaufe dann das Gestänge ein. Auf diese Weise hast du einen Puffer beim Ruckeln der Pulka. Wähle das Gummi nicht zu dünn, sonst wird es schwammig. Fazit und Tipps zum Gestängebau Brauchst du wirklich eine Pulka oder reicht ein großer Rucksack? Bedenke vor der Tour auch, ob wirklich ein Gestänge nötig ist. Für flache Gegenden kommst du oft ohne aus. Denn auch der Eigenbau geht ins Geld, wenn du gute Materialien kaufst und sowas nicht herumliegen hast. Gleichzeitig kann ich dir versichern, dass ein Gestänge deutlichen Komfortgewinn bringt. Die Umbauarbeiten sind relativ einfach, nur das Biegen der Deichsel macht etwas Aufwand und ich empfehle dir den Weg zum Schlosser. Wenn du nicht basteln kannst, sondern möglichst günstig kaufen möchtest, empfehle ich dir das klassische Zuggestänge von Fjellpulken. Es lässt sich mit dem gleichen Prinzip an der Pulka befestigen wie mein Eigenbau, hat einen Dämpfer, ist klappbar und manchmal sogar im Sonderangebot zu finden. Näharbeit: Der Packsack Notfalls kannst du am Anfang einfach einen großen Trekkingrucksack, Duffel-Bag oder Ortliebsack auf die Pulka binden. Wenn du eine fertige einfache Pulkatasche suchst, dann schau dir die Pulkatasche von Piteraq an. Mehr Komfort bietet aber ein passender großer Packsack, damit jeder Zentimeter ausgenutzt wird. Diesen habe ich mir selbst genäht. Mein Packsack ist aus beschichtetem Cordura 500den extremtextil, etwa 50 x 45 x 140 cm groß und fasst damit über 300 Liter. Oben war ursprünglich nur ein 20 cm langer Rollverschluss verbaut, damit der Packsack möglichst schneedicht ist. Aber Flugschnee findet jedes kleinste Loch. Den Rollverschluss habe ich daher nach einigen Touren mit einem langen Reißverschluss ergänzt, der mir alleine zu anfällig gegen Vereisen wäre. Zusätzlich verpacke ich sowieso alles Empfindliche in der Pulka noch einmal in wasserdichte Packsäcke. Das schafft auch Ordnung durch verschiedenfarbige Beutel und hilft bei der richtigen Beladung der Pulka. Große handschuhtaugliche Schnallen Die Näharbeiten für den Pulkasack sind nicht besonders kompliziert und auch für Anfänger geeignet. Wenn eine Naht mal etwas schief wird, macht das nichts. Für mich war das der einfachste Teil am Pulka Selbstbau. Außen habe ich drei breite Kompressionsriemen angebracht, die auch den Rollverschluss sichern. Diese sind extra lang, sodass auch ein Zeltsack oder ein Polar Bedding Bag darunter passen. Sie schließen mit normalen Schnallen, die ich möglichst groß gewählt habe, damit sie handschuhtauglich sind. Die Tasche wiegt stolze 1200 Gramm, da ließe sich mit dünnerem Material sicher noch etwas einsparen. Apropos: Zeltsack und Arctic Bedding Bag? Ein Zeltsack funktioniert so: Das Gestänge wird nur halb aus den Kanälen gezogen und einmal über das Zelt gelegt. Nun wird das Zelt direkt als lange Rolle aufgerollt und in den langen Zeltsack geschoben. Dieser kommt dann oben auf die Pulka. Dadurch lässt es sich später schneller aufbauen. Ein Arctic Bedding Bag (oder Polar Bedding Bag) beinhaltet die Isomatte und den Schlafsack. Beides liegt voll ausgebreitet übereinander in dem Bedding Bag. Dieser muss nur ringsherum mit einem Reißverschluss geöffnet werden und das Bett ist sofort einsatzbereit. Der Schlafsack behält größtenteils seinen Loft. Zum Transport wird der Polar Bedding Bag oben auf die Pulka geschnallt und steht vorn und hinten meist etwas über. Du kannst dazu noch mehr lesen und erfährst weitere Tricks für mehr Komfort mit der Pulka. Die Verbindung von Lastenschlitten und Packsack Der Packsack wird mittels einer gekreuzten Gummikordel (8 mm) im Lastenschlitten gehalten. Das hielt selbst bei einem Überschlag alles fest. Der Packsack wird in der Pulka von einer Gummikordel gehalten, welche sich oben mit Holzknebeln schließen lässt Detailansicht Holzknebel Die Kordel ist durch die bestehenden Löcher (kein Bohren nötig) gefädelt und hat an mehreren Stellen Holzknebel, womit sie sich ineinander hängen lässt. Diese sind aus einem Rest Rundholz gebaut. Karabiner täten es auch, sind mit Handschuhen aber schwerer zu bedienen. Die Pulka wiegt mit der Gummikordel etwa 2300 Gramm und der Zuggurt 550 Gramm, sodass ich mit dem Gestänge auf 5750 Gramm Gesamtgewicht komme. Perfekt, unter 6 Kilogramm! Vergleicht man das mit dem Gewicht der leeren Pulkas anderer Hersteller, ist das eher leicht. Viel leichter geht es nur mit einer ultraleichten Pulka, die aber nicht annähernd vergleichbar reagiert und daher nicht ebenbürtig ist. Andere Pulka Selbstbauten im Vergleich Viele Umbauten des Paris Expedition Sled sind deutlich aufwendiger und versuchen, die (vermeintlichen) Nachteile auszugleichen. Manchmal frage ich mich, ob diese Ideen nicht eher das Gegenteil erreichen. Du findest etliche Varianten im Internet und so mancher scheint mit seinem Pulka-Selbstbau gleich noch eine Bachelorarbeit in Angewandter Pulkologie aka The Pulkbook abzulegen. Auf ein paar Dinge möchte ich daher näher eingehen. Kufen an die Paris Pulka? Kufen sind die naheliegende Ergänzung für mich, da sie die Spurstabilität der Paris Pulka erhöhen können, indem sie für mehr Seitenhalt und Geradeauslauf sorgen. Die Pulka rutscht dann beim Traversieren nicht so schnell seitlich den Hang hinab. Bei dem Material würde ich mich jedoch anders entscheiden als die meisten. Alukufen können schnell stollen, Messing wie beim klassischen Segebaden wäre teurer, Edelstahl wäre schwer und versteift die Pulka. Wenn ich ein Material empfehlen würde, dann wären es die PE-HD Kufen von extremtextil. Diese stollen nicht und falls doch, ließen sie sich mit Skiwachs behandeln. Gleichzeitig sind sie leicht, flexibel und einfach zu bearbeiten. Gegen Kufen sprechen der Aufwand der Montage und 400 g mehr Gesamtgewicht durch die Kufen. HD PE Kufen an der Paris Pulka mit versenkten Nieten befestigt Für einen Test wurden im Winter 2018 diese PE-HD Kufen an meine Paris-Pulka genietet. Dafür habe ich ein kurzes Sackloch mit 10 mm gebohrt, damit der Nietenkopf darin versenkt ist. In dieses Loch habe ich dann die Bohrung für die 4 mm Niete gesetzt. Eine dünne Unterlegscheibe von Innen verteilt den Druck besser. Das Sackloch kannst du nach dem Nieten mit Heißkleber oder Epoxidharz verschließen. Wichtig ist in allen Fällen, dass keine Schrauben oder Nieten als Bremse nach außen herausstehen oder im Inneren deine Ausrüstung beschädigen können. Der Geradeauslauf wird durch die Kufen tatsächlich besser, aber man darf keine Wunder erwarten. Auf sehr festem Schnee laufen sogar nur die beiden Kufen auf dem Boden, was das Vorankommen sogar etwas erleichtert. Verdeck direkt an der Pulka? Viele Selbstbauten ahmen die großen Modelle von Fjellpulken oder Acapulka nach und bringen eine Persenning direkt an der Pulka an. Der Vorteil eines Verdecks ist, dass sich kein Flugschnee zwischen Packsack und Pulka sammeln kann. Allerdings müssen dafür die Ritzen zwischen Wanne und Stoff gut abgedichtet werden, was bei den meisten Konstruktionen nicht zu funktionieren scheint. Nicht umsonst bringen die meisten Hersteller das Verdeck außen an die Wanne an. Ich habe mich daher für eine abnehmbare Tasche entschieden. Diese konnte ich auf Solotour direkt mit in mein Zelt nehmen und den Schlitten selbst draußen lassen. Bei schlechtem Wetter ist das ein echter Vorteil. Es sammelt sich nur sehr wenig Schnee zwischen Pulka und Packsack, das ist zu verkraften und schnell entfernt, solange der Schnee nicht schmilzt. Und letztendlich entspricht eine einfache Tasche wieder dem KISS-Prinzip. Übrigens: Wenn man mehrere Paris Pulken im Auto transportieren möchte, stapelt man die Wannen möglichst direkt ineinander. Wohl dem, der dann einen Packsack hat, den er schnell gepackt herausnehmen kann. Bodenplatte für die Paris Pulka? Diese Idee stammt wohl von Snowsled, wo es so eine Platte im Zubehör gibt. Eine zusätzliche vollflächige Bodenplatte im Inneren versteift die Paris-Pulka, deren Prinzip aber das „Reiten über die Welle“ ist. Im Gegensatz zu den großen Modellen von Fjellpulken und Acapulka schwimmt die Paris eher vollflächig auf und verformt sich etwas. Ihre Flexibilität schützt das Material vor harten Stößen. Ich sehen keinen Vorteil in einer Platte. Warum nicht vergrößern? Ich halte die Paris Pulka für ausreichend groß. Wer mit der Größe dennoch an die Grenze des Stauraums kommt, möge geneigt sein, die Wanne zu verlängern oder zu verbreitern, indem zwei Pariswannen aufgeschnitten und aneinander genietet werden. Ich sehe keine Vorteile darin. Die verlängerte Paris Pulka bleibt schmal und fasst gerade einmal das mehr, was auch in einen zusätzlichen Rucksack passt. Die verbreiterte Wanne erzeugt mehr Widerstand im Tiefschnee und kann bei der Gleitfähigkeit mit dem langezogenen Bug einer Acapulka Expedition 135 nicht mithalten. Mein Tipp: Wer viele Lebensmittel und Brennholz in ein Basecamp ziehen will, spannt besser zwei Paris Pulkas hintereinander und kehrt ineinander gestapelt damit zurück. Warum keine Finnen? Manche bauen aus L-Profil Finnen unter die Pulka, um am Hang mehr Seitenhalt zu haben. Oder wie mein Tourenpartner Lutz konstruieren sie diese Finne sogar versenkbar an den Rand der Pulka. Das scheint mir für Touren in der weiten Hochebene aber zu viel Aufwand zu sein. Möglich, dass im alpinen Gelände beim Traversieren mehr Verwendung dafür besteht. Statt Finnen würde ich zuerst Kufen probieren. Warum keine Rollen? Bei meinem Pulka Selbstbau habe ich für ein Rollbrett entschieden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Rollen direkt an der Pulka anzubringen. Das hatte ich bei meiner schweren Acapulka so getan und für kurze Wege am Flughafen reichte das aus. Der Kunststoff der Paris erscheint mir empfindlicher und so nutze ich lieber das Rollbrett. Warum nicht lackieren? Weil Lack auf der Paris nicht hält. Alle Versuche, die ich bisher gesehen habe, hielten bis spätestens zum ersten Steinkontakt, manche nicht einmal bis zum ersten Schnee. Die hohen Temperaturunterschiede sind eine echte Herausforderung für das Material. Bei Steinkontakt zieht es manchmal sogar Späne aus dem Plastik. Die Eiskristalle können wie Schleifpapier wirken. Meine Meinung: Freunde dich besser mit der Farbe an, als die Natur mit vielen kleinen Lacksplittern zu verschmutzen. Wenn du dich – aus welchen Gründen auch immer – tarnen willst, dann schaue nach der weißen Paris Pulka, die es meines Wissens nach bisher nur in ausländischen Shops gibt. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Wie viel kostet ein Pulka Selbstbau? Paris Expedition Sled ca. 50-80 Euro Gestänge ca. 80 Euro für das Material und das Biegen Packsack ca. 35 Euro für das Material Zuggurt ca. 45 Euro Gesamtkosten: unter 250 Euro Das ist doch ein fairer Preis für einen Pulka Selbstbau, oder? Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob eine Pulka wirklich das richtige ist, dann empfehle ich dir meinen Beitrag zum Thema Rucksack oder Pulka. Alternativ zum Selbstbau kannst du bei mir solch eine einfache Pulka leihen und bekommst das hier vorgestellte Gestänge im Verleih dazu. Auf manchen Hütten in Norwegen oder Schweden kannst du auch professionelle Modelle leihen (Vorbestellung absolut empfehlenswert), um es auszuprobieren. Dabei merkst du auch, was dir persönlich wichtig ist. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Pulka Zubehör für mehr Komfort](https://www.winterfjell.de/pulka-zubehoer-fuer-mehr-komfort/) Published: 2021-08-25 | Updated: 2026-01-06 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wenn du schon deine ersten Wintertouren mit Pulka hinter dir hast, wirst du den großen Stauraum zu schätzen gelernt haben. Im Vergleich zu einem großen Rucksack hast du damit einfach noch ein paar Reserven für etwas mehr Komfort. Es gibt dazu aus meiner Erfahrung noch einige Ergänzungen, die deine Reise mit der Pulka angenehmer machen können. Hier meine Tipps für sinnvolles Pulka Zubehör: Inhaltsverzeichnis 1. Dein „Polarbett“ immer griffbereit 2. Mehr Ordnung mit farbigen Stausäcken 3. Bequeme Anreise mit der Pulka 4. Schneller Aufbau dank Zeltsack 5. Pulkabremse dank Bremsseil 6. Leichter Tagesrucksack in der Pulka Welche Tipps hast du zu mehr Komfort für die Pulka? 1. Dein „Polarbett“ immer griffbereit Ein Polar Bedding Bag oder auch Arctic Bedding Bag kann für den schnellen Auf- und Abbau gute Dienste leisten. In dieser Tasche werden die Isomatte(n) und der Schlafsack während der Tour verstaut. Dabei liegen diese ausgebreitet übereinander, sodass der Schlafsack seinen Loft weitestgehend behält. Der Bedding Bag kann dann schnell oben von der Pulka genommen und ins Zelt geworfen werden. Zum Schluss musst du nur noch den Zipper öffnen und sofort ist alles einsatzbereit. Der Titel verspricht ja: Komfort für die Pulka. 😉 Der Vorteil liegt damit auf der Hand. Das Bett ist auch in Gefahrensituationen schnell aufgebaut und der Abbau am Morgen geht ebenfalls schneller. Luftmatten können in der Regel aufgeblasen bleiben, nur bei viel Sonne solltest du etwas Druck ablassen. Zusätzlich schützt der geschlossene Bedding Bag beim Kochen im Zelt vor Kondensation am empfindlichen Daunensack. Der Nachteil ist seine Größe. In der Regel hat ein Bedding Bag die Maße von etwa 190 x 60 x 15 cm. Immerhin muss dein gesamtes Schlafsetup hinein. Ein Winterschlafsack, eine dicke Evazote und eine Exped Dura sind nun nicht gerade klein. Dadurch wird die Pulka windanfälliger und alles sollte gut festgezurrt werden. Ein Bedding Bag hat meist Schlaufen zur Befestigung und ist stark wasserabweisend. Da er oben auf die Pulka geschnallt wird, ist der zweite Nachteil, dass du nicht mehr ohne weiteres an deine Ausrüstung kommst, weil die Tasche alles abdeckt (siehe Tipp 6). Zudem hängt der Bedding Bag bei kurzen Pulkas schnell vorne und hinten etwas herunter. Bei einer Pulka mit etwa 150 cm Länge geht es sehr gut. Zwei verbreitete Modelle sind der RAB Polar Bedding Bag und der Piteraq Arctic Bedding Bag. Sie sind sehr ähnlich, das Modell von Piteraq ist deutlich robuster und gibt es in Norwegen fast überall, aber ich kenne keinen Shop in Deutschland. Der von RAB scheint Stand 2024 im Abverkauf zu sein. Alternativ gibt es ein schwergewichtiges Modell von Fjellpulken, mit Sitzfunktion sogar noch hochpreisiger. Das Modell von Sydvang hat leider keine Taschen auf der Oberseite und wäre daher nicht meine Wahl. Der schwere Exped Dura Bedding scheint schon wieder vom Markt verschwunden. Ich habe ein maßgeschneidertes Modell aus X-Pac genäht, das nicht nur wasserdicht ist, sondern auch leichter als die käuflichen Modelle. Zwei Bedding Bags von Piteraq kannst du bei mir mit den Pulkas leihen. 2. Mehr Ordnung mit farbigen Stausäcken Auf einer Tour hat uns der Arbeitgeber eines Tourpartners freundlicherweise mit dunkelblauen Packsäcken unterstützt. Also haben wir alles in unseren Pulkas in vielen dieser Säcke verstaut und sie dann auch abends mit ins Zelt genommen. Was für ein Spaß! Schon bei hellem Licht ließ sich von außen nicht mehr erkennen, was in welchem Beutel war. Im Halbdunkel war es eine Katastrophe. Man hatte nie den Beutel, den man gerade suchte, wenn es denn überhaupt der eigene war. Ich empfehle dir daher verschiedenfarbige Packsäcke für die Unterteilung des Materials in deiner Pulka. Ein Vorschlag ist folgende Aufteilung: für die täglichen Klamotten, die mit ins Zelt kommen (jeder Tourpartner eine andere Farbe?) zusätzliche Handschuhe und Mützen, falls es kälter wird oder als Backup Reserve der sonstigen Kleidung Lebensmittel in Tagesrationen jeweils in Gefrierbeuteln (3 bis 5 Liter) Super sicher davon getrennt: Benzin Technik und Batterien Kulturtasche und Hygiene Werkzeug und Ersatzteile Küche und Kocher (evtl. auch in einer kleinen Kiste) Müllsack Damit sind alle Dinge gut geschützt und schnell zu finden. Bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln leistet ein kleines Rollbrett gute Dienste und bietet Komfort für die Pulka 3. Bequeme Anreise mit der Pulka Egal ob du mit einem Pulka Selbstbau oder einem professionellen Modell anreist, fast immer musst du deine Pulka noch ein Stück bis zum Einsatzort tragen. Ich bin bisher öfter mit Zug und Fernbus zu meinen Touren gefahren. Da waren also längere Wege auf Asphalt und Bahnsteigen unumgänglich. Zwar gibt es extra Transporttaschen für Pulkas, aber wohin dann mit dem Inhalt der Pulka? Gepackt trägt man die eher nicht allein. Ein kleines Rollbrett unter der gepackten Pulka schafft hier deutlich mehr Komfort. Als Material für den Selbstbau benötigst du eine Siebdruckplatte, zwei nicht zu schwere Schwerlastrollen und einen einfachen Spanngurt. Zuerst sägst du dir aus der Siebdruckplatte (im Baumarkt oft günstig in der „Verschnittkiste“) einen Streifen, der breit genug ist, dass die Kufen deiner Pulka darauf passen. Das werden etwa 30-35 cm sein. In der Längsrichtung zur Pulka solltest du ihn nicht zu schmal wählen, weil er sonst bei Unebenheiten umklappen kann. Etwa 10 cm haben sich bei mir bewährt. Auf die Platte legst du nun der Breite nach den Spanngurt und schraubst darüber an jeder Seite eine der Rollen fest. Nun kannst du dein Rollbrett unter das Ende deiner Pulka schieben, zurrst den Gurt oben über die Pulka fest und kannst dein Gepäck anschließend wie einen Rollkoffer ziehen. Für mehrere Umstiege bei der Zugreise habe ich sogar ein zweites Rollbrett mit einer lenkbaren Rolle in der Mitte. Dieses kommt vorne unter die Pulka und wird auf gleiche Weise befestigt. So folgt dir dein Gepäck an einem kleinen Seil auf dem Fuße. Bei einem langen Umstieg in Oslo lernt man damit auch viele Norweger kennen. Sie waren alle beeindruckt von der Idee. Diese kommt zwar nicht von mir selbst, aber ich gebe sie gerne weiter. Ein einfaches Rollbrett für die Pulka Noch ein paar Tipps: Wähle die Dimensionen der Rollen nicht zu groß. Auf der Tour liegen die Rollbretter schließlich ungenutzt in der Pulka. Wähle die Rollen nicht zu klein bzw. achte auf genug Abstand zwischen der Rolle und der Montageplatte, da sich sonst Rollsplitt dazwischen verhaken und die Räder blockieren kann. Bockrollen mit einem Finger Abstand sind ideal. Schraube zwei kleine Leisten im Innenabstand deiner Kufen auf das Rollbrett, um das seitliche Verrutschen noch besser zu verhindern. Verrutscht dein Rollbrett auch in der Längsrichtung, kann ein zweiter Spanngurt am Brett befestigt werden, welcher dann vorne und hinten durch die Griffe der Pulka führt. Wenn du es deutlich leichter brauchst und nur am Flughafen umsteigen willst, dann kannst du die Rollen direkt an die Pulka schrauben. Das Gestänge wird nur halbiert und das Zelt zu einer „Wurst“ gerollt 4. Schneller Aufbau dank Zeltsack Der Zeltaufbau und -abbau nimmt bei der täglichen Routine vergleichsweise eine Menge Zeit ein. Das Setzen der Schneeheringe oder Schneeanker dauert zwar am längsten, aber auch das Zusammenstecken und Teilen der Zeltstangen, das Einfädeln in den Gestängekanal usw. brauchen etwas Zeit. Hier hilft ein Zeltsack für die Pulka. Dabei handelt es sich um einen etwa 170-200 cm langen, aber schmalen Packsack, in den das Zelt beim Transport kommt. Das Gestänge wird dafür an fast allen Verbindungsstücken mit Tape verklebt, damit es nicht versehentlich auseinanderrutscht. Anschließend ist es nur noch an einer oder zwei Stellen teilbar. Beachte dafür einfach, dass dein Gestänge zerlegt noch geradeso in den Sack passt, um nichts zu verlieren. Beim Abbau wird das Gestänge nur halb aus den Kanälen gezogen und einmal über das Zelt gelegt. Anschließend wird das Zelt direkt als lange Rolle aufgerollt und in den Zeltsack geschoben. Dieser wird oben auf die Pulka geschnallt. Dadurch lässt sich das Zelt später schneller aufbauen und du sparst im Wind wertvolle Zeit. Hilleberg führt seinen Zeltsack unter dem Begriff Sled Sack und Helsport hatte ihn als Tent Bag. Selber nähen ist aber auch hier günstiger und nicht wirklich schwer. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. 5. Pulkabremse dank Bremsseil Bergauf wird dir deine Pulka zwar schwer genug sein, aber bergab kann sie von hinten ganz schön schieben. Nimmst du mit deinem Gespann erst einmal Fahrt auf, wird es auch schwieriger, die Fahrt zu kontrollieren. Mit einer Pulkabremse rauscht die Pulka nicht ganz so schnell bergab. Dafür wird ein kurzes Seil vorne an beiden Seiten der Deichsel befestigt, sodass es als Schlaufe bis unter die Pulka hängt. Schon ein 8 mm dickes Seil mit einigen Knoten bremst die Pulka um einiges ab. In der Ebene bindest du das Seil dann wieder hoch. Denk auf jeden Fall an den letzten Schritt! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sonst sehr mühsam wird. 😉 Übrigens: Wer den Trick mit zwei Rollbrettern von oben übernimmt, hat mit dem Bremsseil auch gleich ein Zugseil für das Pulka-Wägelchen. 6. Leichter Tagesrucksack in der Pulka Ein leichter Rucksack mit 45-60 Litern Volumen wiegt etwa ein Kilogramm und kann in schwierigen Passagen etwas Gewicht aus der Pulka auf deinen Rücken bringen. Oder du hast tagsüber deinen Proviant, deine Thermosflasche und die Daunenjacke darin. Dann musst du unterwegs gar nicht mehr an die Pulka. Das ist besonders dann wichtig, wenn du ein Arctic Bedding oben auf der Pulka hast. Auch für einfache Ausflüge ohne Pulka ist so ein Rucksack wichtig, weil du immer etwas Sicherheitsausrüstung mitnehmen musst, wenn du das Zelt verlässt. Ein Nachteil beim Tragen eines Rucksacks kann dafür immer sein, dass du darunter schwitzt. Welche Tipps hast du zu mehr Komfort für die Pulka? Welche kleinen Ideen und hilfreichen Tricks hast du für dich entdeckt? Was hast du für weitere Tipps für mehr Komfort mit der Pulka? Ich nehme sie hier gerne mit auf. Lasst uns das Wissen teilen. Zum Weiterlesen findest du eine Liste mit allgemeinen Lifehacks für Wintertouren. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Pulka mit Rollen](https://www.winterfjell.de/pulka-mit-rollen/) Published: 2020-11-15 | Updated: 2025-05-13 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wer schon einmal mit der Bahn oder dem Flugzeug zur Wintertour angereist ist, kennt das Problem: Wie transportiere ich die gepackte Pulka am Bahnhof oder Flughafen? Vielerorts verschwinden die Transportwägelchen („Kofferkulis“) aus dem Serviceangebot und da wäre eine Pulka mit Rollen doch eine wirklich gute Idee! Bisher habe ich dafür ein Rollbrett benutzt, das ich auf der Tour dann in der Pulka liegen hatte. Aber es gibt eine leichtere Lösung, wenn du nur kurze Umstiege zu erwarten hast: Du schraubst die Rollen direkt an die Pulka! Hier mein erstes Fazit dazu. Inhaltsverzeichnis Ein Rollbrett für die PulkaLeichter Pulkatransport gesucht Rollen an die Pulka schrauben Belastbarkeit der Rollen an der Pulka Situationen für eine Pulka mit Rädern Praxistest der Pulka mit Rollen Ein Rollbrett für die Pulka Bisher habe ich für mehr Komfort für die Pulka ein kleines selbstgebautes Rollbrett empfohlen. Dafür habe ich zwei Rollen auf eine Siebdruckplatte geschraubt, die dann mit einem Spanngurt um die Pulka geschlungen wurde. Diese Lösung wiegt etwa 480 g und die Pulka lässt sich damit recht gut rollen, wenn der Spanngurt fest genug angezogen ist. Sobald ich längere Strecken zum Hotel oder zur Fähre zu erwarten hätte, würde ich solch ein Rollbrett empfehlen. Als ich einmal durch halb Oslo musste, um vom Hotel zum Bus zu kommen, habe ich sogar ein zweites Rollbrett mit einer Lenkrolle für vorne dabeigehabt. Das sind dann aber fast 800 g Ballast, den ich auf Tour zusätzlich mit mir geschleppt habe. Bei der Anreise mit längeren Wegen leistet ein kleines Rollbrett bessere Dienste Leichter Pulkatransport gesucht Im Zuge von Einsparungsmaßnahmen beim Gesamtgewicht der Pulka habe ich nach Alternativen gesucht und bin bei Bene Bähr fündig geworden. Er hat seine Pulkarollen einfach direkt an die Pulka geschraubt und kann diese damit wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen. Die Idee gefiel mir so gut, dass ich sie nachgebaut habe. Hier habe ich mir die Idee für Rollen direkt an der Pulka abgeschaut. (Foto: Bene Bähr) Im Baumarkt habe ich mich dann nach leichten, aber gleichzeitig belastbaren Rollen umgeschaut und mich für Doppelrollen (25 mm Durchmesser mit 55 kg Belastbarkeit) entschieden. Inklusive Schrauben wiegen die Rollen zusammen weniger als 100 g, sodass ich mehr als ein halbes Kilo einsparen kann. Die hohe Belastbarkeit der Rollen erscheint mir wichtig, weil es bei kleineren Unebenheiten schnell passieren kann, dass die Pulka nur ein Rädchen belastet. Kleine Rollen mit großer Belastbarkeit! Hier in der Ruheposition bei liegender Pulka Rollen an die Pulka schrauben Löcher in die Pulka zu bohren, tat im ersten Moment schon ein bisschen weh. Immerhin war die Acapulka nachträglich mit dem Wechselkufen nachgerüstet worden, sodass es nicht die ersten neuen Löcher waren. Für die Befestigung der Rollen an der Pulka ergeben sich zwei Positionen. Die erste Möglichkeit ist es, durch die Kufen zu bohren. Oder du setzt die Rollen dahinter an. Das hängt auch von der Länge der Kufen ab. Bei Benes Fjellpulken Modell hat er durch die Kufen gebohrt, bei meiner Acapulka sitzen sie dahinter. Wir haben uns allerdings beide für eine Lösung entschieden, die auch auf der Tour an der Pulka verbleiben kann. Die Rollen sitzen so am hinteren Teil, dass sie bei der liegenden Pulka nicht den Boden berühren. Hebt man die Pulka nun vorne an, senken sich die Rollen auf den Boden und die Pulka lässt sich wie ein Rollkoffer hinterherziehen. Ein zugegebenermaßen sauschwerer Rollkoffer. Im Schnee laufen die Rollen in der Spur der Kufen und dürften so nur wenig bis gar nicht bremsen. Ich habe mich trotzdem für Flügelmuttern im Inneren der Pulka entschieden. So kann ich die Rollen mit wenigen Handgriffen nach innen verlegen und außen bleibt dann nur der Schraubenkopf. Beim Anheben der Pulka senken sich die Rollen auf den Boden Belastbarkeit der Rollen an der Pulka Jede Rolle sollte laut Hersteller 55 kg aushalten und ich erwarte nicht, dass ich jemals eine so schwere Pulka transportieren werde. Bei der Konstruktion liegt die Last dennoch auf den Schraubenlöchern und damit unverstärkt auf dem Glasfaserlaminat. Ich habe Unterlegscheiben dazwischen gelegt, um eine möglichst form- und kraftschlüssige Verbindung zu erreichen. Sinnvoll könnte aber gerade bei höherem Gewicht eine etwas herausgearbeitete Aufnahme sein, die sich um die Wölbung der Pulka anpasst. Der erste Test ohne diese Verstärkung lief erfolgversprechend. Zum Glück hat man ja Kinder, die exakt das Gewicht der Ausrüstung einer Solotour haben. So habe ich meine Tochter etwas durch den Keller gefahren und das ging ziemlich gut. Die festeren Rollen sind aber deutlich knarziger als die weichen Rollen vom Rollbrett. Und gewiss sind 40 kg auch mit Rollen kein Selbstläufer. Und bei dem Pulka Selbstbau aus der Paris Pulka bleibe ich dann doch beim Rollbrett, weil ich dem Kunststoff nicht ganz so viel Belastung zutraue wie dem sehr dicken Laminat der Acapulka. Auch bei letzterer würde ich die Rollen nur auf glatten und barrierefreien Böden einsetzten. Bei Schwellen und Kopfsteinpflaster sind die Kräfte, die auf die Schraubenlöcher einwirken, einfach zu groß. Und stell dir einmal vor, die reißt ein Stück Pulka heraus! Inzwischen habe ich die stabile Acapulka aus Glasfasern verkauft und bin auf ein leichteres Carbon-Kevlar-Modell umgestiegen. In dieses werde ich aus Stabilitätsgründen ebenfalls keine Löcher bohren. Ironisch daran: Ich spare so am Pulka-Gewicht, um dann das „schwere“ Rollbrett einzupacken. 😉 In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Situationen für eine Pulka mit Rädern Die Rollen direkt an der Pulka würde ich dir dann empfehlen, wenn du mit der Pulka nur im Bahnhof umsteigen oder aus dem Flughafen rollen musst. Für längere Strecken auf unterschiedlichen Bodenbelägen ist ein Rollbrett mit größeren Gummirollen angenehmer und sicherer. Beide haben allerdings Schwierigkeiten mit kleinen Steinchen oder Rollsplit. Schaue nach einer Bockrolle mit genug Platz zur Montageplatte, damit sich dazwischen keine Steine verfangen. Wenn du hingegen eine Lösung suchst, mit der du auch auf Tour über schneefreie Straßen oder sogar durch einfaches Gelände kommst, dann würde ich dir eher einen Bootswagen mit richtigen Rädern empfehlen. Großer Fan bin ich von den leichten Alumodellen des Herkules Bootswagens von CaroKanu oder dem Edelstahlmodell Prijon Steel S. Beide sind mit knapp 2 kg leicht und klein zerlegbar. Gleichzeitig lassen sich damit ganze Anhänger bauen, wenn man mit Pulka durch den Tunnel zum Nordkap laufen will. Mit dem Herkules Bootswagen von CaroKanu lassen sich ganze Gespanne bauen Praxistest der Pulka mit Rollen Die Rollen direkt an der Pulka funktionieren auf glatten Untergründen im Flughafen perfekt. Etwas Vorsicht musst du bei kleinen Schwellen walten lassen, weil beim Herüberrollen höhere Kräfte wirken. Aber es spart im Vergleich zum Rollbrett ein halbes Kilo Gewicht und das ist gerade bei Flugreisen interessant. Andererseits fliege ich so gut wie nie zur Wintertour, sondern nehme den Zug. Für mich bleibt daher die Frage, ob ich mich einfach über die eingesparten Gramm freue oder diese auf der nächsten Tour mit vier Tafeln Schokolade wieder auffülle. 😉 Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Die oder der Pulka?](https://www.winterfjell.de/die-oder-der-pulka/) Published: 2020-02-08 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Ich wurde darauf hingewiesen, dass der Duden von Pulka als Maskulinum spricht. Jetzt könnte ich sagen: Die oder der Pulka … Was kümmert mich der Duden? Statt der Pulka klingt die Pulka viel harmonischer und findet sich meiner Erfahrung nach deutlich häufiger im allgemeinen Sprachgebrauch. Ich arbeite also mit Winterfjell daran, dass der Duden als Dokumentationsmittel der deutschen Sprache endlich ein Einsehen hat und das ändert. Aber schauen wir uns den Begriff „Pulka“ einmal genauer an. Inhaltsverzeichnis Woher kommt das Wort „Pulka“? Plural von Pulka Synonyme für Pulka Woher kommt das Wort „Pulka“? Der Begriff pulka kommt aus einer samischen Sprache und findet sich früh auch im Finnischen als pulkka. Im Nordsamischen gibt es die Variation bulki, im rekonstruierten Proto-Samischen findet sich pulkke. Die Schweden haben es als pulka in ihre Sprache übernommen und im Norwegischen wurde es in den meisten Dialekten zu pulk verkürzt. Da sowohl Samisch als auch Finnisch ganz anderen linguistischen Gesetzmäßigkeiten folgen als die indogermanischen Sprachen, lässt sich aus dem (finnougrischen) Wortstamm wohl kein Genus ableiten. Da die Schweden in ihrer Sprache nur das Utrum und Neutrum verwenden, wird sich wohl auch dort kein Hinweis finden lassen. Die Facebook-Gruppe „Anonym språkpolis“ klärt auf: Es gab im Schwedischen historisch ein Femininum und in den Dialekten in Österbotten und Värmland wäre Pulka weiblich gewesen. Aber die Norweger haben ein Maskulinum, welches durch den Artikel en angezeigt wird. Es heißt dort also unbestimmt en pulk und bestimmt pulken. Ein klarer Beweis für das Maskulinum? Wenn man sich an den norwegischen Weg halten will, dann wäre ein Pulk/der Pulk angebracht, bei der Pulka wäre man jedoch dichter an der schwedischen/samischen Sprache und ein bestimmter Artikel fehlt. Meiner Meinung nach wäre das nicht konsequent. Im Deutschen ist der Pulka damit wohl eine Mischform aus norwegischem Maskulinum und schwedischem/samischem Wortstamm. Warum sollte sich dann nicht auch die Pulka durchsetzen lassen? Bei Paprika sind ja laut Duden auch der Paprika und die Paprika erlaubt. Global betrachtet wäre sowieso nur das Pulka logisch, weil sie ein Gegenstand ist. Aber die deutsche Sprache funktioniert so eben nicht. Das wissen alle Deutschlernenden seit der Vokabel das Mädchen. Und es gibt zwar viele Endungen, die das Geschlecht bestimmen, -a ist hier aber nicht eindeutig. Plural von Pulka Bei der Beschäftigung mit dem Begriff fiel mir noch etwas anderes auf: Der im Deutschen beliebte Plural die Pulken lehnt sich mutmaßlich an den bestimmten Singular im Norwegischen an, weil es so schön zur häufigen Pluralbildung im Deutschen passt. Außerdem klingt es dank der Marke Fjellpulken angenehm vertraut. Fjellpulken ist aber nichts anderes als die bestimmte Form von en Fjellpulk. Denn so deklinieren die Noweger pulk: Norwe­gisch Singular Plural un­bestimmt en pulk pulker bestimmt pulken pulkene Da wir im Deutschen hauptsächlich den Begriff Pulka verwenden, schauen wir auch noch einmal auf die schwedische Deklination von pulka: Schwe­disch Singular Plural un­bestimmt en pulka pulkor bestimmt pulkan pulkorna Nichts davon hilft im Deutschen. Wenn wir dem Duden folgen wollen, wäre der richtige Plural von der Pulka nämlich die Pulkas. Damit kann auch ich mich anfreunden, obwohl ich mich weiterhin für den weiblichen Artikel im Singular einsetze. Im Lulesamischen verwendet man inzwischen übrigens überwiegend den Begriff Gieris (Plural: Gierisa) und im Südsamischen ist es Gierehtse (singular), so viel konnte mir ein Same dazu versichern. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Synonyme für Pulka Andere Begriffe sind Pulk, Pulke, Pulka Schlitten, Lastschlitten, Lastenschlitten, Transportschlitten, Nansenschlitten, Zugschlitten, Schlitten, Toboggan, Bulki, Ackja, Ahkio, Bobsleigh, Sled und Sledge. Oft sind damit aber auch nur ähnliche Gegenstände gemeint oder es soll auf feine Unterschiede hingewiesen werden. Mehr zur typischen Pulka und den Unterschieden zum Rucksack findest du in verschiedenen Beiträgen auf meiner Seite. Klick dich einfach durch. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Ultraleichte Pulka](https://www.winterfjell.de/ultraleichte-pulka/) Published: 2019-11-09 | Updated: 2026-01-05 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Wenn du eine Möglichkeit suchst, dir eine ultraleichte Pulka zu bauen, dann habe ich vielleicht einen Tipp für dich. Ich will dir nicht zu viel versprechen. Es ist eindeutig keine vollwertige Pulka, vielmehr müsste sie Toboggan genannt werden, aber es nimmt dir dennoch wortwörtlich die Last von den Schultern und kostet dabei fast nichts. Du ziehst damit einfach deinen Rucksack hinter dir her, kannst ihn aber noch jederzeit aufsetzen. Inhaltsverzeichnis Auf der Suche nach einer FaltpulkaRollpulka trifft es besser Die Bastelarbeit für die ultraleichte PulkaGummikordel und Karabiner Zugseil für die ultraleichte Pulka Und ist sie wirklich ultraleicht? Erfahrung nach einer Tour Auf der Suche nach einer Faltpulka Ursprünglich habe ich im Internet nach einer leichten Pulka zum Falten gesucht, um für die nächste Tour mit meiner Tochter auch für sie eine Transportlösung zu haben. Während ich die große Pulka ziehe, wird sie einen 45-Liter-Rucksack mit den Daunenjacken und Tagesproviant tragen. Um die 10 Kilo werden es schon sein und so bietet es sich spätestens in der Ebene an, dieses Gewicht zu ziehen, statt es zu tragen. Gleichzeitig darf die Faltpulka beim Tragen nicht zu schwer sein. Rollpulka trifft es besser Die Pulka besteht im Wesentlichen aus HD-PE-Folie und einer Gummikordel. Für ausgefeilte Projekte lässt sich solche hochfeste PE Folie über den Fachhandel beziehen. Es gibt verschiedene Arten und geschältes PE 1000 (oder UHMW-PE) in maximal 1 mm Stärke wird das robusteste Material mit minimalem Gewicht sein. Ich habe jedoch zufällig auf dem chinesischen Onlinemarktplatz einen rollbaren Kinderschlitten gefunden, der sogar deutlich leichter ist. Die Materialstärke liegt hier eher bei 0,8 mm und ich vermute, dass es sich um das weichere PE 300 oder PE 500 handelt. Dafür habe ich gerade einmal 6 Euro bezahlt und es hat schon nahezu die richtigen Endmaße. Der Zuschnitt der PE Folie gelingt mit einer normalen Haushaltsschere Die Bastelarbeit für die ultraleichte Pulka Der Aufwand ist überschaubar. Du benötigst eine Haushaltsschere, eine Lochzange und etwa 4-5 Meter Gummikordel. Ich habe Kordel in 4 mm Stärke gewählt. Anschließend habe ich am Rucksack Maß genommen und die Seitenwände etwas nach oben gefaltet. Nun wurden an den Seiten 10 cm und 20 cm vor dem Ende jeweils Schnitte gesetzt, damit sich die Folie zu einer Wanne formen lässt. Die überlappenden Teile werden durch die Gummikordel beieinander gehalten. Mit der Lochzange habe ich entsprechend Löcher gesetzt, immer auf beiden Seiten parallel. Am Ende der Gummikordel sitzt vor dem Knoten noch eine kleine Unterlegscheibe. Gummikordel und Karabiner Die Gummikordel wird anschließend über den Rucksack gespannt und mit winzigen Karabinern verschlossen. Zusätzlich zu den beiden seitlichen Schlaufen habe ich noch eine Kordel von hinten nach vorne gesetzt, damit alles sicher hält. Allerdings sieht man so auch den Nachteil der weichen PE-Folie, weil die Gummis dafür fast zu stark sind und diese aus der Form zieht. Rucksack auf Faltpulka Seitenasicht Zugseil für die ultraleichte Pulka Ein Gestänge ergibt bei dieser Konstruktion keinen Sinn. Das Material wäre schwerer als die Pulka selbst. Spurtreue darfst du bei diesem Modell eh nicht erwarten. Es entlastet einfach nur den Rücken. Gezogen wird die UL-Pulka dabei mit zwei 4 mm Reepschnüren, die an einer einfachen Bundeswehr-Koppel und am Rucksack eingehängt werden. So besteht der Vorteil, dass du den Rucksack samt Hüftgurt darüber tragen kannst und einfach abwirfst, sobald du ihn lieber ziehen möchtest. Gerade bergab ist es mit diesem Modell auf dem Rücken wahrscheinlich angenehmer. Ein Rulk – halb Rucksack, halb Pulk Und ist sie wirklich ultraleicht? Ich finde, mit 375 g inklusive Karabinern darf sich diese Pulka ultraleicht nennen. Dazu kommt noch das Zugseil von 75 g maximal. So fällt das Mehrgewicht auf dem Rücken nicht auf, bietet aber die geniale Zusatzfunktion Rulk (halb Rucksack, halb Pulk). Die 15 Euro Materialkosten insgesamt sind dafür einfach unschlagbar. Mit einem schweren Rucksack über 20 kg kommt die leichte Pulka aber vom Handling an ihre Grenzen und ich würde zur richtigen Pulka tendieren. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Erfahrung nach einer Tour Die ultraleichte Pulka rutscht. Und zwar in alle Richtungen. Insofern tut sie, was sie soll und auch, was ich von ihr erwartet habe. Ohne Bäume und andere Hindernisse bekommt man so die Last vom Rücken, aber ein richtiges Pulka-Gefühl stellt sich nicht ein. Wer aus Gründen nur mit Rucksack unterwegs ist, kann das gerne einmal ausprobieren. Du solltest dabei aber nicht zu viel außen am Rucksack befestigen wollen, wie etwa Schneeschaufel oder Isomatte. Wer es einfach nur möglichst leicht will, sollte zur Paris Pulka mit leichtem Packsack und Zugseil greifen. Das bietet wesentlich mehr Komfort. Aufgerollt passt die Rollpulka in die Seitentasche des Rucksacks und wiegt fast nichts Wie gefällt dir das? Wäre das auch etwas für dich? Wenn du es deutlich robuster haben willst, dann empfehle ich dir stattdessen meinen Pulkaselbstbau mit Gestänge. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ## Technik und Werkzeug ### [Fotografie im Winter](https://www.winterfjell.de/fotografie-im-winter/) Published: 2023-08-14 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Glitzernde Eiskristalle, vom Schnee geformte Landschaften oder fesselnde Polarlichter lassen das Fotografenherz höher schlagen. Doch Tageslicht ist im Winter ein knappes Gut, denn die Tage sind kurz. Und oft ist es einfach zu kalt, um lange auf den Moment für das perfekte Foto zu warten. Deshalb habe ich mir Gedanken über meine Ausrüstung für die Fotografie im Winter gemacht, da sie auch in klirrender Kälte verlässlich funktionieren soll. Inhaltsverzeichnis Kamera-Akkus im WinterAkkus sparen Feuchtigkeit durch Kondensation Die wichtigsten Kameraeinstellungen Motivgestaltung Weitere Tipps für Fotografie im Winter Welche Ausrüstung nutze ich selbst? Kamera-Akkus im Winter Wer schon meinen Beitrag zur Stromversorgung im Winter gelesen hat, wird bei der Kameraausrüstung zuerst an die kälteempfindlichen Akkus denken. Grundsätzlich leiden alle Akkus bei Kälte und stellen weniger Kapazität zur Verfügung. Allerdings sind die deutlich größeren Akkus von DSLR oder Systemkamera meiner Erfahrung nach weniger empfindlich als beispielsweise der kleine Akku einer Pocketkamera. Andererseits passt eine kleine Kamera in die warme Tasche der Tourenjacke. Ab und zu lese ich in anderen Blogs, dass man die Akkus zwischen den Einsätzen in der Innentasche wärmen soll. Das ist auf einer normalen Wintertour nicht gerade praktikabel. Schnappschüsse wären unmöglich, zum Einlegen des Akkus müssten die dicken Handschuhe umständlich ausgezogen werden und am Ende der Tour wären dadurch mit Sicherheit deutlich weniger Bilder auf der Speicherkarte. Für eine passionierte Fotografin oder einen Fotografen mag das ein gangbarer Weg sein, aber für mich steht die Fotografie im Winter nicht im Vordergrund, sondern die Tour selbst. In der Hardangervidda sind einmal ca. 80 Rentiere direkt hinter einer Anhöhe an mir vorbeigezogen. Sie waren in dem Moment nur 25 Meter von mir entfernt, weil der Hügel mich vorher verdeckte. Leider habe ich nicht schnell genug meine Handschuhe ausgezogen und die Kameratasche geöffnet. Hätte ich noch einen Akku einlegen müssen, hätte ich nicht einmal mehr die Rentierhintern fotografiert. Für die Ersatzakkus empfiehlt es sich dann aber doch, diese kurz vor dem Einsatz an einem trockenen und möglichst warmen Ort aufzubewahren bzw. vorzuwärmen. Auch ein gelegentliches Rotieren zwischen benutzten Akkus kann sinnvoll sein, sobald ihnen die Kälte zusetzt. Ungenutzte Akkus lassen sich aber grundsätzlich kalt lagern. Die Sonne geht früh unter und bringt Farbe ins Spiel Akkus sparen Die Akkus großer Kameras brauchen länger, um aufgeladen zu werden, und sind daher unterwegs kaum zum Nachladen geeignet, außer auf einer der seltenen Hütten mit Stromanschluss. Du solltest also sparsam mit deinen Akkus umgehen und Ersatz mitnehmen. Am meisten Strom verbrauchen interner Blitz, Display, Funkverbindungen und Langzeitbelichtungen. Auf den internen Blitz kannst du sowieso verzichten und bei Bedarf einen externen mit normalen AA-Akkus mitschleppen. Für klassische Fotografie im Winterfjell fallen mir jedoch nur wenige Verwendungsmöglichkeiten dafür ein. Ein lichtstarkes Objektiv zahlt sich viel eher aus. Das Display solltest du bei der Bildkontrolle auf ein kurzes Timeout setzen oder sogar nur im digitalen Sucher schauen. Um die sehr helle Displaybeleuchtung kommst du bei sonnigem Wetter im Schnee leider nicht herum. Daher: Ein digitaler Sucher mit Bildkontrolle spart viel Akku! Der Flugmodus hilft, alle nicht benötigten Funkverbindungen abzuschalten. Langzeitbelichtungen sind gerade für Nachtaufnahmen oder Polarlichter nötig. Hier musst du haushalten. Starke Kontraste Feuchtigkeit durch Kondensation Die Elektronik und Mechanik der Kamera verträgt Kälte meistens gut, auch -20 °C. Zumindest so lange du die Kamera nicht zu schnell aufwärmst, denn dann kann sich Kondensat an der kalten Kamera niederschlagen. Besonders beim Betreten einer warmen Hütte solltest du also vorsichtig sein und die Kamera langsam aufwärmen lassen. Die Feuchtigkeit am Gehäuse kannst du mit einem Mikrofasertuch aufnehmen. Problematisch wird es aber, wenn sich Feuchtigkeit im Inneren des Objektivs bildet. In dem Fall musst du die Kamera behutsam und geduldig trocknen lassen. Auch bei abgedichteten Kameras rate ich zur Vorsicht. Ist die Kamera vor dem Betreten der Hütte in einer dünnen Kameratasche wie dem Camera Pod von Hyperlite Mountain Gear verstaut, kann sie dort langsam aufwärmen und es dringt keine Feuchtigkeit zu ihr durch. Dicke Fototaschen oder -rucksäcke isolieren oft so gut, dass die Kamera ewig braucht, um auf Zimmertemperatur zu kommen. Langzeitbelichtung bei Nacht mit Stativ Die wichtigsten Kameraeinstellungen Durch die vielen weißen Flächen im Winter kann es passieren, dass diese Bereiche auf dem Foto ausgefressen wirken, also keine Strukturen mehr aufgenommen sind. Oder bei mattem Licht belichtet die Kamera zu kurz und das Foto wird zu dunkel. Die erste Schwierigkeit ist also die richtige Belichtung. Solange ein Objekt als Kontrast dient, funktionieren Autofokus und Belichtungsautomatik sehr gut. Bei Sonnenschein kannst du Objekte daher sehr intuitiv fotografieren. Schwieriger wird es im Schneetreiben oder bei vollkommen bedecktem Himmel. Hier muss die Bildkontrolle an der Kamera sehr genau durchgeführt und die Belichtung im Zweifelsfall angepasst werden. Viele Kameras erzielen in solchen Situationen gute Ergebnisse, wenn die Belichtungsmessung manuell um knapp eine Stufe verstellt wird. Teste dich mit deiner Kamera einfach ans Optimum heran. Es empfiehlt sich außerdem, die Fotos (auch) im RAW-Format abzuspeichern und zu Hause noch ein wenig Arbeit in den Weißabgleich zu stecken. Dieser kann in der Automatik je nach Licht zu grauem, gelbem oder bläulichem Schnee führen. Hier ist Fotografie noch Handwerk. Mit modernen Smartphones gelingen selbst Polarlicht-Aufnahmen Motivgestaltung Nach allen technischen Voraussetzungen ist es vor allem das Gespür für das richtige Motiv, das ein gelungenes Foto ausmacht. Die Möglichkeiten reichen hier von Landschaftspanoramen über Porträts bis hin zu Makroaufnahmen. Bei gutem Wetter leuchten die Farben bunter Outdoorkleidung oft noch intensiver und bilden einen schönen Kontrast zum Weiß. Aber diffuses Licht bei trübem Wetter oder in der Dämmerung kann viel mehr Spannung erzeugen. Auch monochrome Schneelandschaften können magisch wirken, wenn Wolkenschlieren viele Abstufungen und Grautöne in das Bild bringen. Und die Eiskristalle auf Zelt und Pulka können schöne Makroaufnahmen ergeben. Weitere Anreize zur Motivwahl bei der Fotografie im Winter kannst du dir bei Profis wie Martin Hülle, Michael Schaake, Jan Vincent Kleine oder Lars Schneider holen. Weitere Tipps für Fotografie im Winter für Langzeitbelichtungen ist ein (kleines) Stativ erforderlich um dich selbst mit Pulka in der Weite fotografieren zu können, nutze einen Funkfernauslöser oder die Steuerung via Smartphone um unverspurten Schnee vor der Gruppe auf dem Foto abzulichten, laufe entweder einen weiten Bogen oder spure eine parallele Strecke bei Sonnenschein ist eine Streulichtblende sinnvoll, außer du willst Lens-Flare als Stilmittel ein UV-Filter mildert den Blaustich etwas auch Belichtungsreihen (HDR) können die Kontrasttiefe im Schnee erhöhen noch kalte Zoomobjektive können durch das Zoomen wärmere Luft ins Innere pumpen und beschlagen dadurch auch von innen (siehe Thema Feuchtigkeit) auch bei der Fotografie in der Kälte sind Fingerhandschuhe Pflicht; sonst sind die Finger schnell steif In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Welche Ausrüstung nutze ich selbst? Ich hatte lange eine Nikon D90 im Gepäck, die mir in vielen Fällen völlig ausgereicht hat. Dazu nutzte ich ein 18-105 mm Objektiv, also beides keine Profiausstattung, aber sehr solide Technik mit wirklich schönen Ergebnissen. Da einer meiner Tourfreunde oft mit seiner Ausrüstung fotografiert, hatte ich anschließend selbst nur eine Sony RX100 in der Jackentasche, damit auch er mal abgelichtet wird. Wenn ich an die letzten Touren mit dieser kleinen Kamera zurückdenke, dann möchte ich keine große DSLR mehr mit mir herumschleppen. Also kämen nur die kleineren Systemkameras infrage. Bei einem Kilo für beispielsweise eine Sony α6700 mit Sony 24-105 mm OSS Objektiv oder eine Fujifilm X-S20 mit einem Tamron 17-70 mm Objektiv wäre meine Grenze. Ehrlicherweise reicht mir inzwischen aber mein Smartphone aus. Hochwertige Modelle, so etwa ab dem Jahr 2023, machen so gute Fotos, dass selbst Polarlichtaufnahmen möglich sind. Ein kleines Stativ ist dafür aber viel wert. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Strom­­ver­sorgung mit Akkus im Winter](https://www.winterfjell.de/stromversorgung-mit-akkus-im-winter/) Published: 2023-07-31 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Früher kam man ohne technische Geräte aus und ohne Internet sowieso. Aber Hand aufs Herz: Auch auf Wintertouren wollen die meisten von uns nicht mehr auf all die kleinen modernen Gadgets verzichten. Und die müssen mit Strom versorgt werden. Eine Stirnlampe und ein Outdoor-Navigationsgerät gehören für dich wahrscheinlich genauso ins Tourengepäck wie das alltäglich genutzte Smartphone. Doch woher lässt sich der Strom auf Wintertour am besten beziehen? Taugen Akkus im Winter, besser Batterien nehmen oder gleich ein Solarpanel? Eine Übersicht zum Thema Strom. Inhaltsverzeichnis Welche Geräte benötigen unterwegs Strom? Robust und abgestimmt Batterien oder Akkus im Winter? Spezielle Akkus und externe Powerbank Akkus im Winter warmhalten oder vorwärmen Akkus unterwegs laden im WinterOutdoor Akku-Ladegerät Solar Windkraft Peltier-Element Fazit zum Laden von Akkus im Winter Welche Geräte benötigen unterwegs Strom? Grundsätzlich finde ich es wichtig, von technischen Geräten unabhängig zu sein. Die Navigation solltest du daher nur mit Karten und analogem Kompass beherrschen. Aber Technik kann das Leben erleichtern und ich sortiere sie nach drei Kategorien: Standardtechnik: Diese ist immer dabei wie eine Stirnlampe, ein Navigationsgerät, eine Berguhr mit barometrischem Höhenmesser zur Vorhersage von Schlechtwetterfronten und dein Smartphone. Nützliche, aber verzichtbare Technik: Über die Notwendigkeit einer Fotokamera lässt sich bei der Bildqualität neuer Smartphones bereits streiten. Drohnen sind ein nettes Spielzeug, wo sie denn erlaubt sind. Etwas Luxus sind eine LED-Zeltlaterne, ein eBook-Reader, eine Smartwatch, ein digitaler Windmesser (Anemometer) oder ein digitales Thermometer. Und nutzt noch jemand MP3-Player? Spezielle Technik: Für Unternehmungen in abgelegenen Gebieten kommt als Notsender noch ein GPS-Tracker (beste Abdeckung liefert das Iridium-Netz: Garmin inreach oder ZOLEO) oder sogar ein Satellitentelefon hinzu. Robust und abgestimmt Bevor wir uns für die Mitnahme eines Gerätes entscheiden, müssen wir darauf achten, wie kälteempfindlich es ist. Die meisten Hersteller geben dazu Betriebs- und Lagertemperaturen in den Bedienungsanleitungen an, aber manche Geräte vertragen auch tiefere Temperaturen. Das Display eines eBook-Readers ist wahrscheinlich empfindlicher als ein abgedichtetes Smartphone. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kompatibilität der Technik. Die wichtigsten Geräte sollten möglichst das gleiche Akku- oder Batterieformat aufweisen. Das erleichtert die Umverteilung des Vorrats auf diese Geräte, wenn er zur Neige geht. Ein Wechsel ist immer noch schneller und weniger fehleranfällig als das erneute Aufladen. Fest eingebaute Akkus haben hier gegenüber wechselbaren Akkus einen Nachteil, auch wenn das Nachladen via vereinheitlichter Micro-USB und USB-C-Anschlüsse einfacher geworden ist. Und wo wir bei den Kabeln sind: Mit Gewebe ummantelte Kabel erscheinen mir aus Erfahrung kältefester als reine Kunststoffkabel. Zudem sollten die Geräte auch mit dicken Handschuhen bedienbar sein. Kleine Knöpfe oder Touchscreens stellen hier ein Problem dar. Batterien oder Akkus im Winter? Im Winter macht die Kälte den Batterien und Akkus stark zu schaffen, sodass du im schlimmsten Fall nur mit der Hälfte der Sommerkapazität rechnen kannst. Aus Umweltschutzgründen solltest du auf jeden Fall Akkus bevorzugen und bis zu einer Tourlänge von zwei Wochen lässt sich ein Vorrat davon auch gut mitnehmen. Das spart dir im Vergleich zu einer unabhängigen Lademöglichkeit (z. B. Solarpanel) sogar Gewicht. Gute Akkus wie die weißen oder schwarzen Modelle von eneloop halten ihre Ladung auch bei Kälte relativ gut. Ein Mix aus Lithium-Batterien und Akkus für die Wintertour Für sehr wichtige Geräte wie das Navigationsgerät empfehle ich dir dennoch, auf Batterien zu setzen. Da auch normale Mignon-Batterien im Winter Kapazität einbüßen, lohnt sich hier der Griff zu Lithium-Batterien wie den Varta Ultra oder Energizer Ultimate. Diese liefern dir eine stabile Energie bis zu -40 °C und sind auch als Knopfzellen für die Berguhr erhältlich. Leider sind sie etwas teurer und nicht wiederaufladbar. Spezielle Akkus und externe Powerbank Für alle Geräte, die nicht mit handelsüblichen AA-/AAA-Akkus betrieben werden können, benötigst du entweder einen eigenen Vorrat an speziellen Akkus (Digitalkamera, Drohne) oder eine externe Powerbank zum Laden (Smartphone, inReach mini 2 oder 3). Die Kapazität eines solchen Akkupacks darf größer ausfallen, da die Kälte auch hier zu Verlusten führt. Ein besonders kältefestes Modell kann ich dir nicht empfehlen, es hilft nur ausprobieren. Testberichte haben oft keine Wintertour-Bedingungen oder sind gleich gesponsert. Ich hatte schon sehr zuverlässige No-Name-Anbieter dabei und gleichzeitig ist ein Markenprodukt ausgefallen. Zwar gibt es Powerbanks mit eingebautem Heizelement wie die Nitecore Summit 10000, aber ob sie wirklich ihren hohen Preis wert sind? Das Heizen kostet natürlich einen Teil der Energie. Die Marke Nitecore ist ansonsten für ihre leichten Powerbanks bekannt. Ich verwende aktuell eine 20.000 mAh Powerbank von INUI mit 326 g, obwohl zwei 10.000er wohl ausfallsicherer wären. Ich habe mich für das Modell entschieden, da es sowohl das Smartphone schnell lädt als auch selbst schnell aufgeladen werden kann. Das spart am Abend Zeit und auf einer seltenen Hütte mit Strom ist die Powerbank schnell etwas geladen, bevor das Aggregat nachts ausgeschaltet wird. Die besten Ergebnisse beim Laden mit einer Powerbank erzielst du abends im warmen Schlafsack (nicht im feuchten VBL!) oder wenigstens in Körpernähe unter der Jacke. Achte darauf, die Kabel und Anschlüsse nicht zu belasten. Eine kleine Powerbank bietet dabei am Körper weniger „Eisklotz-Faktor“ als ein großes Modell. Bei fest eingebauten Akkus kommst du um diesen Weg nicht herum. Auch wenn die Kälte einer Powerbank bei der Lagerung im Normalfall wenig anhaben kann, musst du sie immer aufwärmen lassen, bevor du sie z.B. auf einer Hütte wieder auflädst. Eine Tiefentladung bis zum letzten Prozent würde ich ebenfalls vermeiden, um den Akku zu schonen. Akkus im Winter warmhalten oder vorwärmen Grundsätzlich gilt für alle Akkus im Winter, dass diese während der Benutzung möglichst warmgehalten werden sollten. Der unbenutzte Vorrat kann kalt lagern. Eine zusätzliche Isolation nützt bei der Lagerung ohne Wärmequelle nichts, weil die Akkus in Ruhe keine Wärme abgeben. Eine isolierte Box zusammen mit chemischen Handwärmern gilt als Trick, wenn es Probleme mit den Akkus gibt. Geräte, die für den rauen Einsatz konzipiert sind, können aber oft auch mit kalten Akkus umgehen. Spätestens bevor du den neuen Hochleistungsakku in die Fotokamera schiebst, solltest du diesen in der Hosentasche deiner Tourenhose vorwärmen und trocknen. Ein ständiges Warmhalten des Akkus zwischen den Fotos empfehle ich dir aber nicht, da es zu umständlich wäre. Speziell zum Thema Fotografie im Winter habe ich dir weitere Tipps zusammengefasst. Spannend wird die Entwicklung von Solid State Akkus und Powerbanks. Dabei handelt es sich um eine Batterietechnologie, bei der ein Festkörperelektrolyt verwendet wird, um das flüssige Elektrolyt in herkömmlichen Flüssig-Lithium-Batterien zu ersetzen. Sie gelten als besonders robust und kältefest, aber noch gibt es nur wenige Modelle mit dieser Technologie auf dem Markt. Alle Akkus für die Wintertour werden aufgeladen Akkus unterwegs laden im Winter Auf Expeditionen oder Touren, die intensiven Kameraeinsatz erfordern oder länger als drei Wochen dauern, liegt es nahe, einmal nachzurechnen, ob mehr Akkus und Powerbanks schwerer wären als eine Lademöglichkeit. Je nach Wetterlage kommen dafür Solarpanels, Windräder oder Peltier-Elemente infrage. Zu deren Grenzen komme ich gleich. Outdoor Akku-Ladegerät Du kannst deine normalen eneloop Akkus im Winter auch auf Tour unterwegs nachladen, obwohl dieses Szenario immer seltener wird. Der Hersteller Panasonic bietet für AA- und AAA-Akkus ein einfaches Ladegerät mit Micro-USB-Eingang. Da es sowohl über einen USB-Eingang als auch Ausgang verfügt, kannst du es auch als Zwischenspeicher verwenden. Du kannst notfalls unterwegs sogar mit nachgekauften Batterien dein Smartphone damit aufladen. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass klassisch nur 5 Volt und eine geringere elektrische Stromstärke zur Verfügung stehen. Das Aufladen dauert also länger. Bei solch optimalen Bedingungen funktioniert ein Solarpanel am Zelt gut Solar Solarpanels haben den Nachteil, dass sie möglichst rechtwinklig zur Sonneneinstrahlung ausgerichtet sein müssen, um einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen. Und die Sonne scheint bei den meisten Touren nur tagsüber, also dann, wenn du selbst unterwegs bist. Daher ist es ratsam, nur ein Solarpanel zu wählen, welches du gut oben auf der Pulka oder einem Bedding Bag befestigen kannst. Mindestens 25 Watt sollte es außerdem liefern, um überhaupt sinnvoll laden zu können. Bei stärker bedecktem Himmel funktioniert es dennoch nicht effizient. Erwarte also keine Wunder, autark wirst du damit nicht. Und bedenke das Gewicht des Panels, das mit einem Kilo fast drei großen und leistungsstarken Powerbanks entspricht. Überprüfe vor der Tour unbedingt, ob Powerbank und Solarpanel miteinander harmonieren und das Laden nach Unterbrechung erneut beginnt. Windkraft Wind ist im Winterfjell nicht selten. Aber Windräder haben den Nachteil, dass sie stabil befestigt werden müssen, was im Schnee nicht ganz einfach ist. Denn wir sprechen hier von einem optimalen Wirkungsgrad bei Windgeschwindigkeiten von über 50 km/h. Je stabiler das Stativ, desto schwerer wird die Lösung. Der große Vorteil an einem Windrad ist, dass es nachts bei Wind laufen und die Akkus laden kann, wenn du im Zelt liegst und schläfst. Es benötigt aber relativ viel konstanten Wind, autark wirst du damit also ebenfalls nicht. Texenergy wäre wohl der bekannteste Anbieter, aber ich habe keine eigenen Erfahrungen mit deren Produkt. Überprüfe auch hier, ob Powerbank und „Windkraftanlage“ miteinander harmonieren und das Laden nach Unterbrechung erneut beginnt. Peltier-Element Peltier-Elemente erzeugen aus dem Temperaturgefälle in einem Bauteil die nötige Energie zur Stromversorgung einfacher Geräte. Ein Ende ragt in die Flamme des Kochers, das andere sollte möglichst kühl bleiben. Mit Schnee lässt es sich dort sogar besser kühlen als mit Luft in Kühlrippen. Der Kocher läuft abends sowieso lange, das klingt also nach einer interessanten Idee, oder? Ich habe vor einiger Zeit den Flamestower mitfinanziert, aber sein Wirkungsgrad war unterirdisch. Auch neuere Peltier-Technik reicht höchstens zum Laden einer winzigen Powerbank. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Fazit zum Laden von Akkus im Winter Alle technischen Lösungen zur Energiegewinnung haben starke Grenzen im Wirkungsgrad und wiegen eben ihr Gewicht. Ich würde daher immer zuerst den tatsächlichen Energiebedarf berechnen und schauen, ob nicht zwei oder drei Powerbanks ausreichen und sogar leichter sind. Nur in wenigen Ausnahmefällen wie langer Tourdauer, Mitternachtssonne in Grönland, stationärem Basecamp im Windgebiet und ähnlich speziellen Situationen lohnt sich dann der Blick auf mobile Lademöglichkeiten. Achtung! Akkus und Batterien gehören wie alle anderen Abfälle auf keinen Fall in die Natur! Sie dürfen aber auch nicht einfach so im Hausmüll der Hütte entsorgt werden. Frag im Zweifelsfall in der Hütte nach oder entsorge sie nach deiner Rückkehr fachgerecht zuhause. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Werkzeug für Wintertouren](https://www.winterfjell.de/werkzeug-fuer-wintertouren/) Published: 2023-04-20 | Updated: 2026-07-07 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Eine Wintertour fernab der nächsten Hütte stellt hohe Anforderungen an die Ausrüstung. Die Kälte lässt Plastik spröde werden und kleine Fehler im Umgang mit der Ausrüstung sind weniger verzeihlich als im Sommer. Natürlich funktioniert der Kocher gerade dann nicht mehr, wenn du ihn am dringendsten brauchst. Deshalb solltest du sicherheitshalber immer ein Reparaturset mit Werkzeug für Wintertouren mitnehmen, um notfalls deine Ausrüstung vor Ort reparieren zu können. Inhaltsverzeichnis Was muss alles ins Reparaturset? Womit musst du rechnen?Kocher und Zubehör Ski, Schneeschuhe, Pulka Zelt Schlafsack und Isomatte Universalbedarf Werkzeug für Wintertouren Mitnehmen reicht noch nicht Was muss alles ins Reparaturset? Je nach Tourlänge, Tourgebiet und Ausrüstung musst du dein Werkzeug für Wintertouren sorgfältig anpassen. Ein komplettes Ersatzgestänge für das Zelt mit auf Tour zu schleppen, wird nur in wenigen Gegenden zwingend notwendig sein. Meistens reichen eine Rohrschiene und ein einzelnes Ersatzsegment. Damit kannst du zur Not ebenfalls einen lädierten Skistock schienen. Das Stichwort für ein geschickt zusammengestelltes Reparaturset ist daher auch immer „double-use“. Die Skibindung ist unerwartet aus dem Ski gerissen Womit musst du rechnen? Mit allem und mit nichts, das zeigen schon die Beispiele in der Sammlung von Fehlern auf Wintertouren. Im Normalfall kannst du nicht vorhersehen, was dir unerwartet kaputtgehen wird. Und kannst du es doch vorhersehen, dann tauschst du es besser vor der Tour aus. Stattdessen hilft es unterwegs mehr, ein bisschen MacGyver zu sein, als sich auf exakt jede mögliche Situation vorzubereiten. Generell solltest du damit rechnen, mit deiner kleinen mobilen Werkstatt irgendwie improvisieren zu müssen: Meine ausgerissene Skibindung konnte ich nur wieder anschrauben, nachdem ich Streichholzstücke als Dübelersatz in die alten Bohrlöcher geklebt hatte. Achtung! Ich rede hier nicht davon, sinnvolle Backups wegzulassen. Ein Ersatzskistock irgendwo unten in der Pulka kann sehr nützlich sein. Ein Paar Ersatzstiefel wird jedoch kaum jemand mitschleppen, obwohl auch diese kaputtgehen können. Redundanz und Ersatzteile auf Wintertour sind daher ein eigenes Thema. Du wirst immer deine eigene Zusammenstellung brauchen. Nach meiner Erfahrung gehören folgende Gegenstände in deine mobile Werkstatt: Kocher und Zubehör Für Benzinkocher unbedingt als Ersatz: Pumpenleder Ersatzdichtungen für Pumpe, Schlauch und Brenner Prallblech als Ersatz Kocherwerkzeug zum Reinigen der Düse und zerlegen spätestens bei drei Personen lohnt sich ein baugleicher Ersatzkocher Ski, Schneeschuhe, Pulka Schrauben und ggf. passende Rampamuffen zu Fixierung der Bindung am Ski 3-mm-Bohrer mit Bit-Schaft für neue Löcher Ersatzteile für die Bindung, z. B. ein Flexgummi der NNN-BC oder gleich eine Ersatz-Bindung Notfall Klebepads für Steigfelle (z. B. Colltex Quicktex) Bei Schneeschuhen (Schrauben mit Muttern, ggf. Ersatznieten für die Verlängerung der Fläche, Ersatzriemen) Für das Pulkagestänge Ersatzteile je nach Gestängetyp oder Reepschnur (siehe unten) 2-Komponten-Kleber zum Selbstanrühren (z. B. J-B Weld Original), möglichst in warmer Hütte verarbeitet Der Prototyp des Pulkagestänges erfordert mehr Werkzeug Zelt Ersatzsegment für Gestänge oder komplettes Ersatzgestänge bei extremen Touren Zwei Rohrschienen/Reparaturhülsen für das Gestänge Zeltflicken mit Nähgarn, zum Abdichten Silnet (für silikonisiertes Gewebe) bzw. Seamgrip (für PU-Beschichtungen); mit einem Topf warmen Wasser auf der geklebten Stelle trocknet es schneller Schlafsack und Isomatte Klebeflicken passend zum Material Gehe bei Luftmatten auf Nummer sicher und wähle zusätzlich eine verlässliche Isomatte Universalbedarf Blumendraht 2 m (den etwas dickeren Edelstahldraht nehmen) Klebeband, wie Gaffa-Tape (gewebeverstärkt) oder Duct-Tape (wasserdicht) Kabelbinder (unbedingt hochwertige, kältebeständige wählen) Sekundenkleber, mind. 3 kleine Tuben 6 m Reepschnur (z. B. zum Ziehen der Pulka, wenn das Gestänge bricht) Nite Ize Gear Tie Nähset mit stabilem Corespun-Garn, Stopfgarn für Wollunterwäsche und etwas Zahnseide als Garn für besonders feste Stoffe Sicherheitsnadeln Schnürsenkel (für die meisten Stiefel etwa 170 cm lang) evtl. GearAid Aquasure (ehemals freesole) Schuhkleber Werkzeug für Wintertouren gutes Multitool mit Zange, Schere, Feile und Schraubendrehern (Leatherman, Victorinox) Griff mit Bit-Aufnahme für den Bindungsbohrer oder spezielle Inbus-Bits für das Acapulkagestänge In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Mitnehmen reicht noch nicht Selbstverständlich musst du mit all dem Werkzeug auch umgehen können. Ein bisschen handwerkliches Geschick schadet daher nicht. Aus meiner Erfahrung lernt man beim Basteln zu Hause am meisten. Das ein oder andere MYOG-Projekt hilft, im Fall der Fälle seinen Zeltstoff nähen zu können. Auf jeden Fall solltest du deine Ausrüstung ausprobieren und kennen, bevor es auf große Tour geht. Außerdem solltest du bedenken, dass die Bedingungen unterwegs meist schlechter sind als in deinem Bastelkeller. Denn Kleber lässt sich in einer warmen und trockenen Umgebung besser verarbeiten als im Zelt über dem Kocher. Ein Zeltstangensegment zu tauschen, macht in der Hütte ebenfalls mehr Freude als im flatternden Zelt. Wenn es ich Wahl habe, ziehe ich jedenfalls den Besuch einer Hütte der Freiluftwerkstatt vor. Das beste Reparaturset ist nur so gut wie die Person, die es benutzt. Das gilt umso mehr für das „Reparaturset für Menschen“ aka Erste-Hilfe-Set. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Was muss eine Stirnlampe im Winter leisten?](https://www.winterfjell.de/was-muss-eine-stirnlampe-im-winter-leisten/) Published: 2022-10-19 | Updated: 2026-06-15 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Im Winter sind die Tage kürzer und die Dunkelheit kommt oft schneller als gedacht. Denn je früher im Jahr wir aufbrechen, desto weniger Tageslicht steht uns zur Verfügung. Entsprechend legen wir auch unsere Gehzeiten eher in die hellen Stunden und das Zeltleben fällt in die dunkle Tageshälfte. Dafür brauchen wir eine zuverlässige Lichtquelle und meiner Meinung nach führt kein Weg an einer hellen Stirnlampe vorbei. Doch nicht jedes Modell eignet sich gleichermaßen. Was deine Stirnlampe im Winter können muss, erfährst du in diesem Beitrag. Inhaltsverzeichnis Braucht es überhaupt eine spezielle Stirnlampe im Winter?Welche Kriterien braucht eine Stirnlampe im Winter?Hochwertige LED Lange Akkulaufzeit Helle Fokusleuchte und sparsames Streulicht Handschuhtaugliche Bedienung Hilfreiche, aber nicht zwingend nötige Eigenschaften Welche Stirnlampen-Modelle sind gut geeignet? Geht es auch ohne Stirnlampe im Winter? Braucht es überhaupt eine spezielle Stirnlampe im Winter? Auf deine ersten Winterabenteuer kannst du mit jeder durchschnittlichen Stirnlampe von Petzl, Black Diamond oder ähnlichen Herstellern losziehen. Wenn du nicht gerade den Kungsleden in der Polarnacht laufen willst, wird das schon funktionieren. Heutzutage nutzt du in der Regel eine LED-Lampe. Diese sind robust gegen Erschütterungen und sparsam im Verbrauch, sodass du nur an genügend Ersatzbatterien denken musst. Aber sobald es länger auf Tour geht oder du abends auch nach der Dämmerung noch weiterlaufen willst (oder musst), lohnt sich der Gedanke an eine spezielle Stirnlampe für Wintertouren. Welche Kriterien braucht eine Stirnlampe im Winter? Im Unterschied zu den anderen Jahreszeiten sollte deine Stirnlampe im Winter etwas heller sein, weil fallende Schneeflocken viel Licht schlucken. Andererseits führt ein zu heller Spot dazu, dass wir durch die Reflexion des Schnees nur im Lichtkegel gut sehen können, außerhalb des Strahls aber kaum etwas erkennen. Du kennst diesen Tunnelblick vielleicht vom Autofahren bei Schneefall. Grundsätzlich sollte deine Stirnlampe robust sein und möglichst wenige bewegliche Plastikteile haben, denn Kunststoff wird in der Kälte empfindlicher. Die wichtigsten Eigenschaften einer Stirnlampe im Winter sind: hochwertige LED als Leuchtmittel lange Leuchtdauer, also meist eine hohe Akkukapazität sowohl helles Fokuslicht als auch sparsames Streulicht handschuhtaugliche Bedienung Daran kannst du dich orientieren und gerne einmal selbst schauen, ob dein vorhandenes Modell diesen Anforderungen entspricht. Dazu liefere ich dir noch ein paar Details. Hochwertige LED Gute LEDs sind effizient und sparsam und bieten dir eine optimale Lichtausbeute. In ihrem Lichtbild findest du keine fleckigen Artefakte und bei der Lichtfarbe kannst du inzwischen manchmal wählen, ob dir neutralweißes oder warmweißes Licht angenehmer ist. Probiere dafür einfach verschiedene Lampen aus. Die Vorlieben sind unterschiedlich und führen in Foren gerne zu Diskussionen. Entscheide besser selbst, was zu dir passt. Lange Akkulaufzeit Im Winter ist die Akkulaufzeit grundsätzlich geringer. Detaillierte Informationen dazu kannst du in meinem Beitrag „Stromversorgung mit Akkus im Winter“ nachlesen. Gute Batterien, vor allem Lithium-Batterien, oder gute Akkus sind essenziell für lange Laufzeiten. Für deine Stirnlampe heißt das trotzdem, dass du die Herstellerangaben zur Laufzeit besser halbierst und damit auf der sicheren Seite bist. Das klingt überraschend pauschal, schafft dir aber genügend Reserve. Wenn du dein Gerät schon bei Kälte testen konntest, kannst du dich dennoch auf deine eigene Erfahrung verlassen. Helle Fokusleuchte und sparsames Streulicht Es gibt zwei typische Anwendungsgebiete für deine Stirnlampe im Winter: Du läufst bei Nacht und suchst den Weg. Zwar benötigst du dafür keinen vollwertigen Suchscheinwerfer, aber die nächste Markierung oder nächste Wechte solltest du schon gut sehen. Oder du sitzt abends im Zelt und kochst dein Süppchen. Dafür brauchst du ein gutes Streulicht als Zeltbeleuchtung, da dich das fokussierte Licht blenden würde. Eine zur Funzel dimmbare Lampe ist außerdem deutlich sparsamer. Konkret empfehle ich für das fokussierte Licht mindestens 300 Lumen und halte nichts von Spielereien wie programmierbaren Lichtmodi und Bluetooth-Modellen. Auch eine automatische Dimmfunktion je nach Umgebungshelligkeit kann ich im Winter nicht empfehlen, weil die Reflexion der Atemluft und des Schnees bei einem Tourpartner zu häufigen Helligkeitswechseln führte und uns das eher irritierte. Handschuhtaugliche Bedienung Damit du deine Stirnlampe auch mit Handschuhen gut bedienen kannst, sind große Knöpfe oder besser noch Drehschalter sehr sinnvoll. Touchfelder oder dicht beieinander liegende Knöpfe sind in der Regel nicht voll wintertauglich. Ich habe neben der Stirnlampe noch eine Lichterkette am Zelthimmel für gemütliches Licht Hilfreiche, aber nicht zwingend nötige Eigenschaften Neben den wirklich wichtigen Eigenschaften für deine Stirnlampe im Winter gibt es einige zusätzliche Funktionen, die hilfreich, aber nicht zwingend nötig sind: Ein externes Akkupack mit langer Zuleitung hilft dir, deine Batterien unter der Jacke warmzuhalten und so ihre Lebensdauer zu verlängern. Wenn du lange in der Nacht läufst, ist das wirklich nützlich. Falls du die Stirnlampe aber immer nur kurz aufsetzen willst, können das lange Kabel und das externe Batteriefach auch stören. Das Laden über einen USB-Anschluss oder einen speziellen Adapter finde ich immer praktisch. Am besten ist natürlich, wenn alle Geräte den gleichen Anschluss haben (USB-C). Im Winter würde ich jedoch ein Modell bevorzugen, bei dem ich auch normale Batterien nutzen kann. Gerade auch wegen der Redundanz der Batterien zu anderen Geräten. Eine Rotlichtfunktion für die Hütte finde ich angenehm, da die Rezeptoren deiner Netzhaut nicht auf das Licht ansprechen und die Nachtsichtfähigkeit erhalten bleibt. Ich mag das Licht und nutze es häufiger. Eine Dimmfunktion kann dir helfen, Strom zu sparen, wenn du am Abend nur noch etwas liest. Andere Funktionen wie ein Stroboskoplicht oder eine SOS-Funktion nerven mich eher, wenn man sie zu leicht aktivieren kann. Aber vielleicht helfen sie ja doch irgendwann einmal. Ein zweites Band über den Kopf ist bei hoher Bewegungsintensität hilfreich, für mich aber bisher nicht relevant. Wichtiger ist mir, dass die Lampe auch unter der Kapuze gut herausleuchten kann. Gerade mit einem Pelzkragen muss es passen. Ein geringes Gewicht ist immer von Vorteil, aber wirklich schwere Modelle gibt es kaum noch. Ein großes Akkupack am Hinterkopf verteilt das Gewicht sogar. Eine kleine Ersatzlampe ist immer sinnvoll, wenn du allein unterwegs bist. Zum einen hilft das beim nächtlichen Batteriewechsel der Hauptlampe, zum anderen hast du ein Backup, falls etwas kaputtgeht. In der Gruppe braucht es keinen Ersatz, wenn jedes Mitglied eine Lampe hat. Ein Lichtsack wie der Mammut Ambient Light Dry Bag sorgt für angenehmes Licht im Zelt und ersetzt dir eine LED-Zeltlaterne. Infografik zu Stirnlampen im Winter Welche Stirnlampen-Modelle sind gut geeignet? Ich werde dir hier keine vollständige Übersicht aller möglichen Modelle liefern. Für Taschenlampen begeistern sich viele Leute ähnlich stark wie für Messer. Es gibt fast immer endlose Möglichkeiten wie die neueste LED-Technologie, Titanhüllen oder speziell geformte Reflektoren. Mir selbst kommt es nur auf solide Funktionalität und einen fairen Preis an. Daher habe ich für dich hier ganz unterschiedliche und sehr taugliche Beispiele als persönliche Empfehlung, die mit maximal 50-110 Euro noch bezahlbar sind: Petzl Actik Core für Licht rund ums Zelt: aufladbarer Akku (der Zusatz-Akku Petzl Core 2 hat USB-C Anschluss), kann auf Tour später gegen drei AAA-Batterien getauscht werden; mit Handschuhen noch bedienbar, klein und leicht; mein Favorit für immer dabei Wurkkos HD 17 für beste Handschuhtauglichkeit: dank Drehschalter lässt sich dieses Modell auch mit dicken Fausthandschuhen gut bedienen; der Modus mit 5 Lumen reicht für die meisten Aufgaben im Zelt und spart viel Energie, die über den USB-C-Anschluss nachgeladen werden kann; günstiges Modell Fenix HP16R für die Nachtwanderung: schwerstes Modell; mit externem Batteriefach samt Akku und USB-C Anschluss zum Nachladen oder für vier AA-Batterien (wie z. B. im Navi, also Redundanz); mein Favorit für Skifahren bei Nacht Die teils hochpreisigen Premiummodelle der genannten oder von anderen Herstellern wie Black Diamond, Silva, Ledlenser, Nitecore, Princeton Tec etc. sind gewiss auch schon erfolgreich auf Wintertouren gewesen. Doch viele Modelle davon finde ich überteuert für das, was sie bieten. Nur auf die Top-Modelle Piko und Blika von Lupine schwören so gut wie alle Hundeschlitten-Musher, die beruflich viel Licht in der Polarnacht brauchen und bereit sind, mehr als 400 Euro dafür auszugeben. Eine goldene Regel beim Laufen mit Stirnlampen in der Gruppe: Beim Gespräch nicht gegenseitig anschauen! In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Geht es auch ohne Stirnlampe im Winter? Alternativ lohnt es sich immer, die Augen ein wenig an die Dunkelheit zu gewöhnen. Dann geht mehr ohne Licht, als man denkt. Bei klarem Himmel reichen der Mondschein und das Licht der Sterne oft noch zum Fortbewegen. Wenn du ständig deine Lampe anknipst, gewöhnst du dich natürlich nicht an die Dunkelheit. Sicherlich eignen sich auch andere Taschenlampen, aber eine Stirnlampe ist einfach praktischer, weil du sie nicht in der Hand halten musst. Für das Zelt oder die Hütte wäre auch noch eine kleine LED-Zeltlaterne denkbar, aber das ist fast schon Luxus. Im Vergleich sorgt eine kleine Gaslaterne gleichzeitig sogar für ein wenig Wärme im Zelt. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Welche Kriterien muss die Ausrüstung auf Wintertour erfüllen?](https://www.winterfjell.de/welche-kriterien-muss-die-ausruestung-erfuellen/) Published: 2023-07-13 | Updated: 2025-08-17 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Auf einer Wintertour musst du dich auf deine Ausrüstung verlassen können. Deshalb muss sie vor allem robust und langlebig sein. Hier ist nicht der richtige Ort für Experimente. Eine gute Ausrüstung auf Wintertour ist aber auch leicht, weil du sie tragen oder ziehen musst. Und bestenfalls ist sie auch noch günstig, damit du sie dir leisten kannst. Leider gibt es nur selten Ausrüstung, die alle drei Kriterien gleichzeitig erfüllt. Was leicht und günstig ist, hält meist nicht lange. Günstige, robuste Ausrüstung ist dagegen schwer. Und leichte, langlebige Ausrüstung kostet bedauerlicherweise oft ein Vermögen. Inhaltsverzeichnis Welches Equipment ist nötig? Kriterien für Ausrüstung auf WintertourWo treffen diese Kriterien zu? Perfekte Ausrüstung gibt es nicht Fazit zur Ausrüstung auf Wintertour Welches Equipment ist nötig? Die eingangs genannte Erfahrung gilt generell für die gesamte Winterausrüstung. Jetzt könntest du auf die Idee kommen, Kompromisse einzugehen. Mit einer Pulka lässt sich durchaus etwas großzügiger packen und auch den einen oder anderen schwereren Gegenstand mitnehmen. Das ist in Ordnung. Wenn Geld keine Rolle spielt, könntest du dir auch das Beste vom Besten kaufen und hättest dann leichte und robuste Ausrüstung. Auch das wäre ein Weg. Nur an der Robustheit darfst und solltest du nicht sparen, denn das könnte ins Auge gehen. Doch bevor du dich jetzt in den Dispokredit stürzt und einen Großeinkauf tätigst: Du brauchst keine vollständige Polarausrüstung, um überhaupt starten zu können. Nur an wenigen sicherheitsrelevanten Gegenständen würde ich wirklich niemals sparen: Zelt, Kocher und Schneeschaufel. Kriterien für Ausrüstung auf Wintertour Für eine gute Zusammenstellung der Ausrüstung auf Wintertour kommen zu Robustheit und leichtem Gewicht weitere Kriterien dazu: Kälte erprobt: Es kommt nicht nur auf die Robustheit im Sinne der Kältebeständigkeit des Materials bei tiefen Temperaturen an, sondern auch darauf, in der Kälte mit Handschuhen noch gut bedienbar zu sein. Einfache Konstruktion: Wenn es einfach konstruiert ist, lässt es sich in den meisten Fällen auf Tour leichter reparieren. Das Prinzip heißt KISS – Keep it simple and stupid. Platzsparend: Alles ist gut komprimierbar wie ein Daunenschlafsack oder klein verstaubar wie ein ausgeklügeltes Kochsystem. Denn am Ende kommt doch eine ganze Menge Ausrüstung zusammen, die verstaut werden will. Schnelltrocknend und wenig Nässe aufnehmend: Nässe gefriert in der Kleidung oder mindert in fast allen Fällen ihre Funktion. Gute Funktionskleidung hat hier die Nase vorn. Umweltfreundlich: Neben allen funktionalen Punkten solltest du auf nachhaltige Produkte achten. Schließlich wollen wir alle auch morgen noch die Natur erleben. Wo treffen diese Kriterien zu? Selten erfüllen sich alle Kriterien gleich gut in einem wintertourtauglichen Gegenstand. Schau dir deine (zukünftige) Ausrüstung an und gehe die Punkte einmal der Reihe nach durch. Ich gebe dir zwei Beispiele: Eine dicke Evazote-Isomatte ist zwar absolut bewährt, einfach konstruiert und robust. Für ihre hohe Isolationswirkung ist sie auch relativ leicht, aber sie ist ganz sicher nicht platzsparend. Einer ultraleichten Luftmatratze mit irgendeiner Isoliermasse vertraue ich dagegen hinsichtlich ihrer Kältetauglichkeit und ihrer Langlebigkeit (Atemluft gefriert innen, Laminat löst sich, Loch, Riss …) als einziger Matte niemals. In Kombination mit einer Evazote-Matte liefert sie hingegen viel Komfort und nimmt wenig Platz ein. Ähnlich verhält es sich mit Wolle als warme Baselayer-Schicht. Es heißt immer, Wolle trockne langsamer. Aber Wolle trocknet im Vergleich für sich genommen genauso schnell wie Kunstfasern. Sie verfügt nur über die Fähigkeit, deutlich mehr Feuchtigkeit wie Körperschweiß aufzunehmen und zu speichern als Funktionswäsche aus Kunststoff. Daher dauert es in der Praxis entsprechend länger, wenn die Wolle erst einmal durchnässt ist. Doch bis dahin wirkt sie zu einem kleinen Grad feuchtigkeitsregulierend und fühlt sich nicht sofort nass an. Wolle hält die Wärme auch im leicht feuchten Zustand besser, als es ein vergleichbares Polyester-Fleece könnte. Ebenso positiv wirkt sich die geruchshemmende Wirkung der Wolle auf das (gemeinsame) Wohlbefinden in Hütte und Zelt aus. Sie ist daher sehr gut für Wintertouren geeignet, solange sie nicht nass wird. Vorsicht! Die Werbebotschaft, dass Wolle auch nass wärmt, vergisst du auf Wintertouren bitte als Erstes. Nass wärmt im Winter nichts. Wer nass ist, muss in trockene Schichten wechseln oder sich mit moderater Bewegung „trockenlaufen“. Nass ausgezogene Wolle friert ein und ist nur schwer zu trocknen. Wenn du deine Kleidung gut aufeinander abstimmen möchtest, empfehle ich dir dafür das winteroptimierte Zwiebelprinzip. Zu jedem Gegenstand auf Tour habe ich mir Gedanken gemacht Perfekte Ausrüstung gibt es nicht Okay, das ist reißerisch formuliert. Gute Ausrüstung gibt es schon. Aber bei käuflich zu erwerbender Ausrüstung vermisse ich häufig die eine oder andere ganz spezielle Funktion. Vieles davon ist einfach nur eine individuelle Anpassung auf meine Bedürfnisse, aber oft werden Ausrüstungsgegenstände dadurch erst wirklich wintertourtauglich. Eine unvollständige Liste meiner kleinen Anpassungen oder Ergänzungen: Universal-Kurzfelle für Ski, die keine integrierte Kurzfellaufnahme hatten Windrichtungsbändchen an den Skistöcken zur groben Navigation Extra Wolleinlegesohlen in den Skistiefeln Gefrierbeutel als VBL-Socken Mehrwege- statt Einwege-Reißverschluss in Pulkaverdeck genäht Zusätzliche Taschen im Bedding Bag nachgerüstet Integrierte Gamaschen in die Tourenhose eingenäht, um auf zusätzliche Gamaschen verzichten zu können Etaproof-Anorak selbst genäht Reißverschlüsse an Kleidung, Schlafsack und Zelt mit Kordel handschuhtauglich gemacht Mehr Wäscheleinen und kleine Karabiner im Zelt nachgerüstet Windseite an den Abspannpunkten mit Kordel markiert und Sicherungsleine am Zelt befestigt Kombination aus zwei Isomatten für Bequemlichkeit und Sicherheit Vapour Barrier Liner selbst genäht Winterkocher auf Brettchen geschraubt to be continued … Bitte lasse dich von solchen Details nicht abschrecken. Wenig davon ist in irgendeiner Weise spielentscheidend, sondern folgt eher meinem eigenen kleinen Perfektionsdrang. Aber du siehst, worauf du alles achten könntest. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Fazit zur Ausrüstung auf Wintertour Im Winter geht es vor allem um Zuverlässigkeit. Alles muss robust und auf strenge Kälte ausgelegt sein, besonders die sicherheitsrelevanten Gegenstände. Wenn du solche Ausrüstung besitzt, kannst du damit losziehen. Deine persönliche Zusammenstellung wird sich wahrscheinlich mit zunehmender Erfahrung verändern. Du wirst vielleicht sogar Kompromisse zwischen den oben genannten Kriterien eingehen, ganz nach deinen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Deshalb empfehle ich dir auch nicht, einfach alles von einer fremden Packliste zu kaufen. Es ist sinnvoller, sich bestimmte Produkte erst nach und nach anzuschaffen, sobald der längerfristige Einsatzzweck feststeht und deine Erfahrung den Blick für das Detail geschärft hat. Interessant ist, dass sich bei den wirklich verlässlichen Ausrüstungsgegenständen in den letzten fünfzehn Jahren gar nicht so viel geändert hat, wie die älteren Einträge auf Fjaellwanderung.de zeigen. Neue Hightech-Entwicklungen glänzen oft eher mit Komfort und nicht mit Robustheit. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Nützliche Apps für Wintertouren](https://www.winterfjell.de/nuetzliche-apps-fuer-wintertouren/) Published: 2020-08-18 | Updated: 2026-02-19 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Dein Smartphone kann ein sehr nützlicher Begleiter auf Wintertouren sein, auch wenn du das Telefon in großer Kälte tagsüber besser ausgeschaltet lässt. Neben der Möglichkeit, bei Netzverfügbarkeit einen Notruf abzusetzen, bietet es dir vor allem Komfort. Am Anfang stehen die Planung und Vorbereitung deiner Reise in den hohen Norden. Während der Tour sorgt es für einen aktuellen Wetterbericht und beim Umplanen kann es dich bei der Navigation unterstützen. Hier ist meine Liste über nützliche Apps für Wintertouren. Inhaltsverzeichnis Liste nützlicher Apps für WintertourenAn- und Abreise Wetterberichte Unterkünfte Navigation Polarlichtvorhersage Bildbearbeitung Übersetzer und Sprachtrainer Unterhaltung Und das wichtigste zum Schluss Liste nützlicher Apps für Wintertouren Lieber Apple-User, es tut mir leid. Du musst jetzt sehr stark sein und deine Apps für Wintertouren leider selbst im App Store für das iPhone suchen. Die direkten Links hier gehen alle zum Google Play Store für Androidgeräte. Ich besitze keine Apple-Geräte mehr, aber du schaffst das schon. Fast immer gibt es ein Äquivalent. Bitte beachte: Im Winterfjell wirst du nicht überall Mobilfunknetz empfangen können. Verlasse dich also nicht nur auf diese Möglichkeit. An- und Abreise Skandinavien ist traditionell einen Schritt weiter als Deutschland, wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht. Beim Reisen mit Apps scheinen beide aber relativ gleichauf. In den meisten Fällen kannst du ohne Papierticket auskommen und brauchst nur den QR-Code aus der App. Das Papierticket mitzunehmen schadet zwar nicht, es kann aber sicher im Handgepäck verstaut bleiben. SAS – flySAS fliegt in den Norden und mit der englischen App kannst du deine Flüge buchen, verwalten und einchecken. Norwegian – Die alternative Fluggesellschaft für den hohen Norden bietet die gleichen Funktionen wie die schwedische Schwestergesellschaft. Rentalcars – Falls du in eine abgelegene Region willst, hilft manchmal nur ein Mietwagen, die in Skandinavien aber allgemein nicht günstig sind. Sj.se – Für die Zugreise in Schweden bietet diese schwedische App den nötigen Funktionsumfang für Ticketbuchung und -kontrolle. Vy.no – Was Schweden kann, kann Norwegen auch. Hier sind sogar einige Buslinien mit abgebildet. Deutsche Bahn – Die Reise beginnt ja meistens in Deutschland und so schlecht kommt die Deutsche Bahn gar nicht weg, wenn es um das Reisen mit Pulka geht. Busse in Skandinavien haben teilweise eigene Apps (zum Beispiel Tabussen.nu für Nordschweden), oft findest du die Strecken in Apps wie Moovit. Und um für die eigene Anreise mit dem Auto Straßensperrung, Abschnitte mit Kolonnenfahrt und weitere Hinweise zum Verkehr zu bekommen, empfehle ich für Norwegen die App Vegvesen trafikk und für Schweden Trafikläget. Details zum Thema findest du übrigens in dem Beitrag zu Tourplanung und Anreise zur Wintertour. YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden Wetterberichte Auf der Tour selbst ist Handyempfang manchmal Glückssache, aber bei der Anreise gehört ein letzter Check immer dazu. Die jeweiligen Wetterdienste der Länder haben eigene Apps, die beide gut funktionieren. Yr.no – Diese norwegische App sollte inzwischen auch in der deutschen Outdoorszene bekannt sein, denn die Wettervorhersagen nach dem norwegischen Modell sind oft erstaunlich präzise. ❤ Favorit! Smhi.se – Für Schweden bietet sich diese schwedische App mindestens als Ergänzung an, da sie über das bessere Niederschlagsradar verfügt. klart Väder – Die App vereint die beiden Wetterberichte von yr.no und smhi.se in einer App, lädt bei schlechtem Empfang nach meiner Erfahrung aber etwas langsamer. Varsom – Zum Wetterbericht passt immer auch gut der Lawinenlagebericht, den du für Norwegen neben User-Beobachtungen in dieser App findest. Wer einen Tipp für eine App der schwedischen Lawinenprognosen hat, immer her damit. Unterkünfte Oft bietet sich eine erste Nacht in einem kleinen Hotel oder einer Hütte zum Akklimatisieren und Sortieren der Ausrüstung an. Auch die letzte Nacht vor der Abreise verbinde ich gerne mit einer Dusche. Zur Unterkunftssuche bieten sich folgende Apps für Wintertouren an: Booking.com, tripadvisor oder hrs – Das sind die klassischen Buchungsportale, wo du Hotels, Hostels und Apartments findest. Teilweise lohnt sich der Anruf direkt bei der Unterkunft, die dir ein eigenes Angebot machen. Airbnb – Die Ferienwohnungsplattform hat sich zu einer Alternative zu den bestehenden Plattformen entwickelt und es finden sich auch Angebote außerhalb der Ballungsräume. Norcamp – Diese Campingplatz-App liefert dir eine gute Übersicht. Gerade in Skandinavien sind kleine Hütten auf Campingplätzen keine Seltenheit. So musst du nicht einmal im Zelt schlafen. Ut.no – Die Hütten des norwegischen Tourismusverbandes (und die meisten privatwirtschaftlichen Hütten) liegen oft an den schönsten Plätzen im Fjell. Diese norwegische App zeigt dir, wo. ❤ Favorit! DNT Hyttebetaling – Wenn du in Norwegen auf einer selbstbedienten Hütte übernachtest oder auch nur deinen Proviant aufstockst, kannst du mit dieser App bezahlen. Großes Plus: Wenn du kein Netz hast, speichert der Warenkorb alles für später. ❤ Favorit! DNT Medlem – Deine DNT Mitgliedskarte hast du hiermit digital dabei. Als Backup vielleicht nützlich, aber ich habe lieber ein Kärtchen dabei und lasse das Handy aus. STF – Der STF bietet ebenfalls eine App, mit der du deine Mitgliedskarte digital mitführen kannst. Auch deine Buchungen kannst du darin verwalten, allerdings lassen sich nicht alle Hütten im Voraus für nur eine Nacht buchen. Du kommst aber immer unter und sei es, im Matratzenlager. Zur Routenplanung setze ich auf Locus Maps Navigation Das Smartphone ist zur Navigation im Fjell bei Minusgraden nicht die beste Wahl. Der Akku hält nicht sonderlich lange und handschuhtauglich ist es auch nicht. Dazu empfehle ich als weitergehende Lektüre meinen Beitrag zur Navigation im Winter. Seine Stärke spielt das Smartphone beim entspannten Umplanen auf der Hütte aus. Dann ist es sehr wertvoll und komfortabler als ein Handnavigationsgerät. Norgeskart und Norgeskart Outdoor – Beide bieten dir hochwertige topografische Karten. Ich mag die erste lieber, weil es ein Winterrouten Overlay gibt. Locus Map 4 – Es gibt viele Navigationsapps, aber diese ist meiner Meinung nach die beste. Okay, Locus Map 3 Classic gegen Einmalzahlung fand ich noch besser, aber Version 3 wird ab 2026 nicht mehr fortgesetzt. Weil ich großer Locus Map Fan bin, finde ich das Gold-Abo für 24 Euro im Jahr fair. Du kannst nicht nur gpx-Dateien bearbeiten und speichern, sondern auch hochwertige Karten offline nutzen. ❤ Favorit! Google Earth – Die 3D Satellitenbilder und Panoramafotos helfen dir besonders dabei, Hangneigungen und Geländebeschaffenheit einzuschätzen. Peakfinder – Diese App ist eher eine Spielerei und nicht ernsthaft zur Navigation zu verwenden. Du kannst damit die Namen der Gipfel in deiner Umgebung als Augmented Reality anzeigen lassen. Lade die umfangreichen Regionsdaten am besten im WLAN herunter. Wenn du ein Handnavigationsgerät für den Outdooreinsatz dabei hast, sind dazu passende Apps wie Garmin Connect sinnvoll. Damit kannst du beispielsweise Tracks übertragen. Hast du einen Notsender wie den Garmin inReach mini (1, 2 oder 3) dabei, brauchst du für den vollen Funktionsumfang die App Earthmate. Mit der dritten Generation lassen sich Fotos und Sprachnachrichten verschicken, falls das jemand braucht. Polarlichtvorhersage Lohnt sich der abendliche Blick aus dem Zelt? Oder kannst du beruhigt im Schlafsack liegen bleiben? Eine gute Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern abzuschätzen, liefern dir diese Apps für Wintertouren: Aurora – Ich habe verschiedene Apps getestet, diese App zur Polarlichtvorhersage gefällt mir am besten. Google Sky Map – Wenn es keine Aurora Borealis gibt, dann hilft diese App. Sie bildet den Sternenhimmel in Augmented Reality ab. So hast du trotzdem etwas zu schauen. (Seit August 2024 nicht mehr im Google Play Store erhältlich!) Bildbearbeitung Die Voraussetzung dafür ist wohl eine Steckdose in der Nähe. Aber wenn du dein Smartphone und deine Fotokamera miteinander verbinden kannst, dann hast du mit den folgenden beiden Apps einfache, aber schnelle und gute Bildbearbeitungsinstrumente, die sich nur geringfügig unterscheiden: Die On-Board-Bearbeitung reicht für vieles: Zuschnitt, etwas Belichtungskorrektur usw. Snapseed – Ebenso einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Google. Die Adobe-Apps mag ich nicht, denn du musst dafür zahlen oder ein Wasserzeichen akzeptieren. Übersetzer und Sprachtrainer Wenn du eine skandinavische Sprache beherrschst, kommst du damit auch in den Nachbarländern oft recht weit. Die nordischen Sprachen kann man auch ganz gut lernen. Oder es kommt eine Übersetzer-App mit. Babbel – Das ist nur ein Beispiel für eine Sprachlernapp, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. In der schwedischen Variante gibt es zum Beispiel auch eine Lektion Land und Leute mit Begriffen wie „Baumgrenze“. Babbel erfordert ein Abonnement für die volle Nutzung. Google Übersetzer – Diese App bietet dir die Möglichkeit, einzelne Sprachpakete offline verfügbar zu machen. So kannst du auch in der Hütte Hinweisschilder übersetzen. Und es gibt sogar die nordsamische Sprache! In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Unterhaltung Ob du jetzt Hörbücher, Musik oder sogar Filme bevorzugst, sei dir selbst überlassen. Manche nutzen zwar klassisch weiterhin einen MP3-Player, aber grundsätzlich klappt das Hören auch mit Apps hervorragend. Spotify, Audible und andere Anbieter sind wohl hinreichend bekannt. Du musst dann nur mit dem Strom haushalten. Die wichtigste Sache auf dem Smartphone ist eindeutig Winterfjell Und das wichtigste zum Schluss Von allen Apps für Wintertouren ist eine eindeutig am wichtigsten: Du kannst dir auf deinem Android-Smartphone im Browser auch meine Seite zum Startbildschirm hinzufügen und sie dann wie eine App mit dem Klick auf das Icon starten. So hast du schnellen Zugriff auf alle Inhalte bei Winterfjell. ❤ Favorit! Das ist die Liste an Apps, die ich regelmäßig nutze. Hast du eigene Apps oder Tipps für mich? Dann freue ich mich über jeden Hinweis. Wenn du dir Sorgen über deinen Akku machst, dann findest du im Beitrag Stromversorgung mit Akkus im Winter einen guten Weg, um dort weiterzulesen. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. ### [Hilfreiche Gadgets auf Wintertour](https://www.winterfjell.de/hilfreiche-gadgets-auf-wintertour/) Published: 2019-08-24 | Updated: 2025-07-29 | Author: Malte Hübner (Winterfjell) Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns das Leben versüßen. Deswegen geht es in diesem Beitrag um hilfreiche Gadgets auf Wintertour. Damit meine ich vor allem die Dinge, die nicht zwingend auf deine Winterwanderung mitgenommen werden müssen, aber es dennoch etwas angenehmer oder auch interessanter machen. Oft handelt es sich dabei um die kleinen Optimierungen, die sich erst von Tour zu Tour ergeben. Deswegen ist die Liste teils ein wenig spaßig gemeint, sicher nicht vollständig und ich freue mich über witzige und ernstgemeinte Ergänzungen. Ein einfacher Windmesser schützt dich zwar nicht vor dem Wind, aber wenigstens kannst du im Tour-Logbuch damit genau eintragen, unter welchen Bedingungen du unterwegs warst. Die meisten Leute überschätzen sich bei den Windgeschwindigkeiten „nach Gefühl“ nämlich und so hast du Fakten, Fakten, Fakten. Mit einer Schneebürste (oder „Zeltbürste“) kannst du abends die vereisten Stiefel oder andere Kleidungsstücke von Schnee und Eis befreien, damit sie besser trocknen und du das Zeug nicht mit ins Zelt schleppst. Als Bürste eignen sich zum Beispiel harte Wurzelbürsten mit einer Kante zum Abkratzen von Eis. Ich gehe nie mehr ohne. Ohrenstöpsel (aka Ohropax) schützen nicht nur vor den Schnarchgeräuschen der anderen im Zelt, sondern sind auch sehr gut geeignet, um im Schneesturm im Zelt zur Ruhe zu kommen. Wenn die Eiskristalle über das Zelt rauschen und der Wind die Zeltplane flattern lässt, tauchst du einfach mit den Ohrenstöpseln tief in deinen Schlafsack ab. Wenn du deine Pulka clever packen willst, ist vielleicht ein „Innenzeltbeutel“ ein Tipp. In diesen kommen alle Kleidungsstücke für den Abend und die wichtigsten Dinge, die du auf jeden Fall im Zelt brauchen wirst. So musst du nicht lange suchen und kommst schnell in deine trockenen Klamotten. Und wo wir bei Packsäcken sind: Es gibt Packsäcke mit Sichtfenster. Diese sind zwar etwas kälteempfindlicher, aber es soll ja Leute geben, die sonst immer ewig suchen müssen. Alternativ helfen auch verschiedenfarbige Packsäcke, in der Pulka etwas wiederzufinden. In eigener Sache: Ich benötige deine Unterstützung Werbung nervt!? Doch wer bezahlt für guten Content? Winterfjell ist unabhängig. Damit es ohne lästige Werbung auskommt, braucht es mindestens 360 Euro im Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung. Der Balken zeigt dir, wo wir aktuell für das Jahr 2026 stehen. Deine Unterstützung über PayPal oder Wero hilft mir riesig bei der Finanzierung. Ich danke allen Unterstützer*innen ganz herzlich und wünsche nun viel Spaß beim Weiterlesen! Details Du entscheidest, wie viel du geben magst. Kein Abo, keine Pflichten, keine Fußnoten. Möchtest du eine Rechnung? Findest du PayPal doof und willst Wero nutzen oder klassisch überweisen? Hast du Fragen? Nimm einfach Kontakt mit mir auf. Mit einem Stativ gelingen dir bei der Fotografie im Winter bessere Aufnahmen, vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen (Ich sage nur Polarlicht!). Allerdings solltest du abwägen, ob dir ein richtiges Stativ das zusätzliche Gewicht wert ist oder ob ein kleines Gorillapod auf der umgedrehten Pulka schon ausreicht. Ebenfalls für die Fotografie ist ein Fernauslöser nützlich, damit du dich auch einmal selbst vor die Linse bekommst. Damit bist du flexibler als mit dem Selbstauslöser. Und wenn du in einen Auslöser mit Funk (statt IR) investierst, kannst du dich sogar aus noch größerer Entfernung fotografieren. Neuere Kameramodelle lassen sich häufig über Wi-Fi vom Smartphone aus steuern. Wenn du auf deinem Android Smartphone professionelle Navigations-Apps wie Locus Map 4 verwendest, dann kannst du die Routen oder Daten von dort mit einem USB-Kabel vom Handy auf das Garmin übertragen. Für neuere Garmin-Geräte empfehle ich die Apps von Garmin, für ältere Geräte die App „Exchanger for Garmin“ von Bulkodel Software (nicht im Play-Store). Willst du Rentiere beobachten oder vielleicht nur andere Menschen, wie sie stundenlang ihr Zelt eingraben? Dann ist ein leichtes Fernglas nützlich. Ich habe gerne eins dabei und gönne mir diesen Luxus. Playmobil für den Pausentag: Hilfreiche Gadgets auf Wintertour dürfen großen Spaß machen! Das hilft nämlich, den Pausentag in der Sonne mit Fotografieren zu vertrödeln. Es gibt tatsächlich eine Pulka, Zelte, Ski, Kocher … einfach alles! Dieser kleine Pulkawanderer war unser vierter Mann auf Tour Das sind meine 10 Dinge als hilfreiche Gadgets auf Wintertour. Wenn du andere Tricks und Tipps für Wintertouren suchst, dann empfehle ich dir meine Übersichten dazu: Tipps für die Zeltküche, nützliches Pulka-Zubehör und ein wenig Wärme im Zelt. Jetzt bist du an der Reihe. Welche Fragen hast du? Was gefällt dir an diesem Beitrag? Was möchtest du ergänzen? Lass es mich in einem Kommentar wissen. --- End of llms-full.txt