Nützliche Apps für Wintertouren

Dein Smartphone kann ein sehr nützlicher Begleiter auf Wintertouren sein, auch wenn du das Telefon in großer Kälte tagsüber besser ausgeschaltet lässt. Neben der Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen, bietet es dir vor allem Komfort. Am Anfang stehen die Planung und Vorbereitung deiner Reise in den hohen Norden. Während der Tour sorgt es für einen aktuellen Wetterbericht und beim Umplanen kann es dich bei der Navigation unterstützen. Hier ist meine Liste über nützliche Apps für Wintertouren.

Inhaltsverzeichnis

Liste nützlicher Apps für Wintertouren

Lieber Apple-User, es tut mir leid. Du musst jetzt sehr stark sein und deine Apps für Wintertouren leider selbst im App Store suchen. Die direkten Links hier gehen alle zum Playstore von Android. Ich besitze keine Apple-Geräte mehr, aber du schaffst das schon. Fast immer gibt es ein Äquivalent.

Bitte beachte: Im Winterfjell wirst du nicht überall Mobilfunknetz empfangen können. Verlasse dich also nicht auf diese Möglichkeit des Notrufs.

An- und Abreise

Skandinavien ist traditionell einen Schritt weiter als Deutschland, wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht. Beim Reisen mit Apps scheinen beide aber relativ gleichauf. In den meisten Fällen kannst du ohne Papierticket auskommen und brauchst nur den QR-Code aus der App. Das Papierticket mitzunehmen schadet zwar nicht, es kann aber sicher im Handgepäck verstaut bleiben.

  • SAS – flySAS fliegt in den Norden und mit der englischen App kannst du deine Flüge buchen, verwalten und einchecken.
  • Norwegian – Die alternative Fluggesellschaft für den hohen Norden bietet die gleichen Funktionen wie die schwedische Schwestergesellschaft.
  • Rentalcars – Falls du in eine abgelegene Region willst, hilft manchmal nur ein Mietwagen, die in Skandinavien aber allgemein nicht günstig sind.
  • Sj.se – Für die Zugreise in Schweden bietet diese schwedische App den nötigen Funktionsumfang für Ticketbuchung und -kontrolle.
  • Vy.no – Was Schweden kann, kann Norwegen auch. Hier sind sogar einige Buslinien mit abgebildet.
  • Deutsche Bahn – Die Reise beginnt ja meistens in Deutschland und so schlecht kommt die Deutsche Bahn gar nicht weg, wenn es um das Reisen mit Pulka geht.
  • Busse in Skandinavien haben teilweise eigene Apps (zum Beispiel LTN), oft findest du die Strecken in Apps wie Moovit.
  • Details zum Thema findest du übrigens in dem Beitrag zu Tourplanung und Anreise zur Wintertour.
YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden (Foto: Malte Hübner)
YR.no ist der zuverlässigste Wetterdienst für den hohen Norden

Wetterberichte

Auf der Tour selbst ist Handyempfang manchmal Glückssache, aber bei der Anreise gehört ein letzter Check immer dazu. Die jeweiligen Wetterdienste der Länder haben eigene Apps, die beide gut funktionieren.

  • Yr.no – Diese norwegische App sollte inzwischen auch in der deutschen Outdoorszene bekannt sein, denn die Wettervorhersagen nach dem norwegischen Modell sind oft erstaunlich präzise. ❤ Favorit!
  • Smhi.se – Für Schweden bietet sich diese schwedische App mindestens als Ergänzung an, da sie über das bessere Niederschlagsradar verfügt.
  • klart Väder – Die App vereint die beiden Wetterberichte von yr.no und smhi.se in einer App, lädt bei schlechtem Empfang nach meiner Erfahrung aber etwas langsamer.
  • Varsom Regobs – Zum Wetterbericht passt immer auch gut der Lawinenbericht, den du für Norwegen in dieser norwegischen App findest. Wer einen Tipp für eine App der schwedischen Lawinenprognosen hat, immer her damit.

Unterkünfte

Oft bietet sich eine erste Nacht in einem kleinen Hotel oder einer Hütte zum Akklimatisieren und Sortieren der Ausrüstung an. Auch die letzte Nacht vor der Abreise verbinde ich gerne mit einer Dusche. Zur Unterkunftssuche bieten sich folgende Apps für Wintertouren an:

  • Booking.com, tripadvisor oder hrs – Das sind die klassischen Buchungsportale, wo du Hotels, Hostels und Apartments findest. Teilweise lohnt sich der Anruf direkt bei der Unterkunft, die dir ein eigenes Angebot machen.
  • Airbnb – Die Ferienwohnungsplattform hat sich zu einer Alternative zu den bestehenden Plattformen entwickelt und es finden sich auch Angebote außerhalb der Ballungsräume.
  • Norcamp – Diese Campingplatz-App liefert dir eine gute Übersicht. Gerade in Skandinavien sind kleine Hütten auf Campingplätzen keine Seltenheit. So musst du nicht einmal im Zelt schlafen.
  • Ut.no – Die Hütten des norwegischen Tourismusverbandes (und die meisten privatwirtschaftlichen Hütten) liegen oft an den schönsten Plätzen im Fjell. Diese norwegische App zeigt dir, wo. ❤ Favorit!
  • DNT Hyttebetaling – Wenn du in Norwegen auf einer selbstbedienten Hütte übernachtest oder auch nur deinen Proviant aufstockst, kannst du mit dieser App bezahlen. Großes Plus: Wenn du kein Netz hast, speichert der Warenkorb alles für später. ❤ Favorit!
  • DNT Medlem – Deine DNT Mitgliedskarte hast du hiermit digital dabei. Als Backup vielleicht nützlich, aber ich habe lieber ein Kärtchen dabei und lasse das Handy aus.
  • STF – Der STF bietet ebenfalls eine App, mit der du deine Mitgliedskarte digital mitführen kannst. Auch deine Buchungen kannst du darin verwalten, allerdings lassen sich nicht alle Hütten im Voraus für nur eine Nacht buchen. Du kommst aber immer unter und sei es, im Matratzenlager.
Zur Routenplanung setze ich auf Locus Maps (Foto: Malte Hübner)
Zur Routenplanung setze ich auf Locus Maps

Das Smartphone ist zur Navigation im Fjell bei Minusgraden nicht die beste Wahl. Der Akku hält nicht sonderlich lange und handschuhtauglich ist es auch nicht. Dazu empfehle ich als weitergehende Lektüre meinen Beitrag zur Navigation im Winter. Seine Stärke spielt das Smartphone beim entspannten Umplanen auf der Hütte aus. Dann ist es sehr wertvoll und komfortabler als ein Handnavigationsgerät.

  • Norgeskart und Norgeskart Outdoor – Beide bieten dir hochwertige topografische Karten. Ich mag die erste lieber, weil es ein Winterrouten Overlay gibt.
  • Locus Map 3 Classic – Es gibt viele Navigationsapps, aber diese ist meiner Meinung nach die beste. Du kannst zum Beispiel gpx-Dateien bearbeiten und speichern und hochwertige Karten offline nutzen. Der einmalige Anschaffungspreis von knapp 11 Euro ist gerechtfertigt. ❤ Favorit!
  • Google Earth – Die 3D Satellitenbilder und Panoramafotos helfen dir besonders dabei, Hangneigungen und Geländebeschaffenheit einzuschätzen.
  • Peakfinder – Diese App ist eher eine Spielerei und nicht ernsthaft zur Navigation zu verwenden. Du kannst damit die Namen der Gipfel in deiner Umgebung als Augmented Reality anzeigen lassen. Lade die umfangreichen Regionsdaten am besten im WLAN herunter.
  • Wenn du ein Handnavigationsgerät für den Outdooreinsatz dabei hast, sind dazu passende Apps wie Garmin Connect sinnvoll. Damit kannst du beispielsweise Tracks übertragen.
  • Hast du einen Notsender wie den Garmin inReach mini dabei, brauchst du für den vollen Funktionsumfang die App Earthmate.

Polarlichtvorhersage

Lohnt sich der abendliche Blick aus dem Zelt? Oder kannst du beruhigt im Schlafsack liegen bleiben? Eine gute Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern abzuschätzen, liefern dir diese Apps für Wintertouren:

  • Aurora – Ich habe verschiedene Apps getestet, diese App zur Polarlichtvorhersage gefällt mir am besten.
  • Google Sky Map – Wenn es keine Aurora Borealis gibt, dann hilft diese App. Sie bildet den Sternenhimmel in Augmented Reality ab. So hast du trotzdem etwas zu schauen.

Bildbearbeitung

Die Voraussetzung dafür ist wohl eine Steckdose in der Nähe. Aber wenn du dein Smartphone und deine Fotokamera miteinander verbinden kannst, dann hast du mit den folgenden beiden Apps einfache, aber schnelle und gute Bildbearbeitungsinstrumente, die sich nur geringfügig unterscheiden:

  • Photoshop Express – Einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Adobe.
  • Snapseed – Ebenso einfache Bildbearbeitung aus dem Hause Google.

Übersetzer und Sprachtrainer

Wenn du eine skandinavische Sprache beherrschst, kommst du damit auch in den Nachbarländern oft recht weit. Die nordischen Sprachen kann man auch ganz gut lernen. Oder es kommt eine Übersetzer-App mit.

  • Babbel – Das ist nur ein Beispiel für eine Sprachlernapp, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. In der schwedischen Variante gibt es zum Beispiel auch eine Lektion Land und Leute mit Begriffen wie „Baumgrenze“. Babbel erfordert ein Abonnement für die volle Nutzung.
  • Google Übersetzer – Diese App bietet dir die Möglichkeit, einzelne Sprachpakete offline verfügbar zu machen. So kannst du auch in der Hütte Hinweisschilder übersetzen.

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Unterhaltung

Ob du jetzt Hörbücher, Musik oder sogar Filme bevorzugst, sei dir selbst überlassen. Manche nutzen zwar klassisch weiterhin einen MP3-Player, aber grundsätzlich klappt das Hören auch mit Apps hervorragend. Spotify, Audible und andere Anbieter sind wohl hinreichend bekannt. Du musst dann nur mit dem Strom haushalten.

Die wichtigste Sache auf dem Smartphone ist eindeutig Winterfjell (Foto: Malte Hübner)
Die wichtigste Sache auf dem Smartphone ist eindeutig Winterfjell

Und das wichtigste zum Schluss

Von allen Apps für Wintertouren ist eine eindeutig am wichtigsten: Du kannst dir auf deinem Android-Smartphone im Browser auch meine Seite zum Startbildschirm hinzufügen und sie dann wie eine App mit dem Klick auf das Icon starten. So hast du schnellen Zugriff auf alle Inhalte bei Winterfjell. ❤ Favorit!

Das ist die Liste an Apps, die ich regelmäßig nutze. Hast du eigene Apps oder Tipps für mich? Dann freue ich mich über jeden Hinweis.

Wenn du dir Sorgen über deinen Akku machst, dann findest du im Beitrag Stromversorgung mit Akkus im Winter einen guten Weg, um dort weiterzulesen.

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