Wie man warme Füße behält

Warme Füße erfordern ein Sockensystem aus verschiedenen Schichten (Foto: Malte Hübner)

Die größte Gefahr für Erfrierungen besteht an den weit vom Herz entfernten Körperteilen. Die Füße sind daher besonders empfindlich und müssen sehr gut vor Kälte geschützt werden. Am besten verfährt man dabei nach dem optimierten Zwiebelprinzip. Welche Tricks gibt es noch für warme Füße?

Die zehn goldenen Regeln für warme Füße

Mit warmen Füßen starten
Das ist natürlich unterwegs gar nicht so einfach, da die Schuhe über Nacht vollkommen auskühlen. Innenschuhe, Socken oder Einlegesohlen sollten daher über Nacht in den Schlafsack mitgenommen werden. Die Stiefel werden beim Betreten des Zeltes abgebürstet und in der Apsis so verstaut, dass keine Kondensfeuchtigkeit oder Flugschnee eindringen können.

Mit trockenen Füßen starten
Du reist mit dem Auto oder dem Zug an? Dann trage besser dabei nicht schon deine Skistiefel. So ist es mir passiert, als ich nach 16 Stunden Zugreise nach Norwegen morgens um 5 Uhr mit klammen Skistiefeln starten musste. Abgesehen davon, dass die Schuhe in der Regel überhaupt nicht zum Autofahren geeignet sind, wird man auf der Autofahrt ebenfalls die Isolation durchschwitzen.

Die richtigen Socken tragen
Eine dünne Linersocke sollte perfekt an den Füßen anliegen, um Blasen zu verhindern. Darüber kommen je nach Temperatur mittlere oder sehr warme Wollsocken.

Die Isolation vor Schweiß schützen
Um die wärmende Wollsocke vor Feuchtigkeit zu schützen, wird zwischen die Schicht aus Linersocke und Isolationsschicht eine VBL-Socke gezogen. Ähnlich wie beim Vapour Barrier Liner im Schlafsack handelt es sich dabei um eine wasser- und dampfdichte Plastiksocke oder einen 8-Liter-Brotbeutel aus dem Supermarkt. Abends sollten die Füße dann gut getrocknet werden.

Einlegesohlen verwenden
Wer jemals lange in der Kälte stehen musste, weiß wie viel Wärme über den Boden verloren geht. Es wird sogar mehr Wärme abgegeben als über die Luft. Je hochwertiger und dicker die Einlegesohle ausfällt, desto besser ist die Isolation nach unten.

Große Schuhe wählen
Natürlich müssen die Schuhe im Winter größer ausfallen, um den drei Schichten Socken genug Platz zu bieten. Teilweise kommt sogar noch ein Filzinnenschuh dazu. Eine oder sogar bis zu zwei Nummern größer darf der Schuh schon ausfallen. Die Zehen haben genug Platz, wenn sie trotz dicker Socken die Außenwand nicht mehr berühren. Außerdem dürfen die Stiefel keine Druckstellen verursachen oder die Blutzirkulation behindern. Mehr findest du im Beitrag, welche Skistiefel sich gut für Wintertouren in Skandinavien eignen.

Gamaschen
Um das Eindringen von Schnee in den Stiefel zu verhindern, solltest du immer Gamaschen tragen. Diese sorgen zusätzlich für ein wenig Isolation.

Kalte Füße können auch auf schleichende Unterkühlung hinweisen
Daher kann es helfen, die Körpermitte aufzuheizen. Der Körper zieht, wenn er friert, das Blut in den Rumpf zurück, um die wichtigen Organe warm zu halten. Ein heißer Tee im Magen, kann daher auch dafür sorgen, die Füße wieder besser zu durchbluten. Besser präventiv handeln, als Erste Hilfe Maßnahmen zu benötigen.

Füße auch abends warm halten
Nachdem die Füße abends aus dem Skistiefeln und den Sockenschichten raus sind, brauchen sie natürlich weiterhin genug Isolation. Dafür eignen sich dicke weiche Wollsocken, Filzüberschuhe und Daunensocken. Für den kurzen Gang vor das Zelt passt darüber auch noch ein Überschuh, in Norwegen einfach nur „Fußsack“ genannt.

Zusätzlich kannst du dir mit einem Taschenofen oder einer Wärmflasche den Schlafsack im Fußbereich vorheizen.

Unterhalte dich mit deinen Füßen
Das klingt natürlich erst einmal etwas schräg, aber oft wollen dir deine Füße etwas sagen. Andererseits kannst auch du sie manchmal aufmuntern und dazu bringen, noch ein wenig durchzuhalten. Wichtig ist vor allem, auf ein Taubheitsgefühl zu achten. Das ist nicht immer einfach, weil Taubheit ja gerade die Abwesenheit eines Gefühls ist. Also hör gut zu und achte darauf, nicht zu sehr zu frieren.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

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