Winterfail – Fehler auf Wintertouren

Habt ihr auch schon Fehler auf Wintertouren gemacht? Manchmal kann man selbst im Nachhinein einfach nur darüber schmunzeln, gelegentlich kommen dabei aber auch wichtige Erfahrungen heraus. Es heißt ja schließlich: Aus Fehlern wird man klug! Diese Seite sammelt alle kleinen Ungeschicklichkeiten oder großen Fehler auf Wintertouren, damit andere daraus lernen können. Ich fange mit meinen eigenen „Fails“ an und dann lasst uns alle in den Kommentaren unten diese Seite weiter füllen. Ich bin gespannt, was für eine Sammlung das wird und sage DANKE an alle, die ihre Fehler teilen.

Fehler auf Wintertouren

  • Es war ziemlich windig und hat den Schnee durch das Netz der Lüfter ins Zelt gedrückt. Also habe ich fast alle Lüfter schneedicht verschlossen und dann vergessen. So viel Reif hatten wir morgens sonst noch nie am Innenzelt und alles davon ist schön auf uns heruntergerieselt. Merke: Kommt der Schnee nicht von außen, kommt er halt von innen.
  • Ich habe mich auf eine völlig ungeeignete Lawinenschaufel eingelassen, die schon beim Einbuddeln von Schneeheringen sofort abgeknickt ist. Zum Glück war es nur die Ersatzschaufel.
  • Ich bin bei großer Kälte mit den blanken Fingern an einer Pfanne festgefroren, weil ich für den Kocher (dort war ja alles warm) kurz die Handschuhe ausgezogen hatte und dann unbedacht beherzt nach der Pfanne griff. Das hat die oberste Hautschicht gekostet, als ich sie vor Schreck schnell wieder abschütteln konnte.
  • Meine Brennstoffflasche hatte ich wohl nicht fest genug an die Pumpe vom Benzinkocher angeschraubt oder die Dichtung nicht kontrolliert. Als mein Tourpartner mich auf den Tropfen an der Dichtung aufmerksam machte, hatte sich schon eine 20 cm Durchmesser große Benzinpfütze auf der Kochunterlage gesammelt. Und der Kocher lief dabei! Das war ganz schön knapp, schätze ich. Zum Glück waren wir nicht im Zelt, aber das hätte mir dort genauso passieren können.

Jetzt sind alle gefragt: Was ist dir schon passiert? Schreib gerne einen Kommentar.

12 Gedanken zu „Winterfail – Fehler auf Wintertouren“

  1. Schöner Beitrag

    1. Griffzange vergessen zum Glück hatte ich damals ein Victorinox Messer mit ner mini Zange mit.

    2. beim Nachfüllen der Benzinflasche nicht aufgepasst. Der Merinohandschuh war vollgesaugt mit Benzin bei -20 Grad. Das kühlt extrem aus

    2. 36 Stunden in nem Orkan festgesessen. Mittendrin drehte der Wind; 8 Gestängebrüche….

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  2. Ich habe mal nach einer Wintertour beim bepacken des Autos den teuren Western Mountaineering Schlafsack auf dem Autodach liegen lassen. Am nächsten morgen lag er unterm Auto und beim weg fahren haben wir ihn dann zum Glück noch gesehen…

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  3. Schuhe am Feuer getrocknet. Leider nicht aufgepasst und den Kleber zwischen Sohle und Leder großflächig abgeschmolzen. Zum Glück war eine Tube Kleber und DuctTape zum fixieren dabei.

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  4. Oh je, da könnte ich sicherlich eine lange Fehlerliste erstellen, die mir aber letzten Endes dabei behilflich war, meine mittlerweile vorhandene Erfahrung zu sammeln …

    Schon meine erste Wintertour – der Kungsleden 1993 – ging völlig in die Hose, weil ich die falschen Skier und Schuhe dabei hatte. Alpine Tourenski mit festen Lederbergschuhen. Damit habe ich mir wegen der fehlenden Flexibilität große blutige Blasen an beiden Fersen gelaufen und musste die Tour schon nach 1,5 Tagen an der ersten Hütte abbrechen …

    Bei meiner zweiten Wintertour – der Sarek 1994 – hatte ich dann zwar die richtigen Skier und Schuhe dabei, aber einerseits eine automatische NNN-Bindung, die zufror und sich nicht mehr öffnen ließ, was schließlich zu einem gebrochenen „Bindungsstift“ an einem Schuh führte (und ich dadurch die Ski nicht mehr benutzen konnte), und andererseits hatte ich noch keine VBL-Socken, was mir von Tag zu Tag zu nasseren Socken und immer stärker gefrorenen Schuhen verhalf. Darüber hinaus war ich mir noch nicht bewusst, wie wichtig es ist, das Zelt an allen Seiten sauber mit Schnee abzudichten. Bei einem leichten Sturm drang so Schnee ins Zelt und lagerte sich in der kompletten Apsis ab – Kocher begraben und Schuhe mit Schnee gefüllt …

    Nun, das sind ein paar meiner Anfangsfehler. Alle „wichtig“, denn nur so konnte ich daraus viel lernen. Aber selbst mit Erfahrung kann man immer noch Fehler machen, wie z. B. eine Windmauer trotz besseren Wissens zu nah am Zelt zu errichten, wodurch das Zelt im Sturm dann nach und nach beinahe vom Schnee bedeckt und verschluckt wurde. Es gab einen Zeitpunkt, da kamen wir da hoch oben auf dem Jostedalsbreen kaum aus eigener Kraft wieder raus …

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  5. Mehrere Kilometer dem Flussufer mit offenen Wasser gefolgt, nur um dann festzustellen, dass wir wirklich mit Ski und Pulka über die Brücke aus Holz mit Streckmetallgittern gemusst hätten. Es gab auch später am See keine Möglichkeit, um das offene Wasser oder dünne Eis zu kommen. Ein Blick in die Karte hätte übrigens gereicht, um zu sehen, dass der Winterweg auf der gegenüberliegenden Seite eingezeichnet war.

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  6. Ein Klassiker, den ich selbst früher auch falsch gemacht habe: Schön windgepresste Schneeoberfläche, tragfähig für Menschen ohne Skier, aber dann das Zelt einbuddeln wollen… Unter den 10 bis 20 cm festem Schnee gefühlte zwei Meter Powder und kein Halt mehr für die Schneeanker. Ich buddele mein Zelt bei festem Schnee seither nicht mehr ein, zur Not gibt es Luv ein kleines Mäuerchen.

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  7. Ich:
    nicht gesehen, dass ich auf einer Schneebrücke war – stehen geblieben und es machte Wumpf. Fast ging die Pulka baden aber zu zweit haben wir es dann geschafft. Allein wäre sehr doof gewesen.

    Zahnbürste verloren – am 5 von 12 Tagen … Zum Glück gabs Birke und Zahseide

    Tourenpartner:
    Löffel verloren, bei der nächsten Hütte einen „ausgeborgt“

    Wir:
    keine Lust mehr, die Feuerzangenbowle zu machen – Rum pur getrunken 😉

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  8. Leki Teleskopstöcke sind mir auf einer geführten Tour 1995 in Lappland an einer schwierigen Stelle zusammengerutscht. Ich bin damals fast vom Berg gefallen.

    Der Skiführer hatte Swix Mountain Stöcke dabei und seit diesem Vorfall benutze ich nur noch die Swix Mountain Stöcke.

    Meine haben bisher 27 Jahre gehalten, allerdings hat sich 1998 eine Niete am Skiteller gelöst. Im Sportladen in Ringebu hat er eine neue Niete bekommen. Auf meine Frage, was er für die Reparatur haben möchte, antwortete der Norweger nur: „Have a nice trip!“

    Viele Grüße,

    Günther

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  9. Lange Strecken Bergauf mit Pulka kann schwer sein, 45mm breite Fellen hilft. Am Abend Brot, Butter und Schuhe zwischen Schlafsack 1 und 2. sonst sind sie steinhart nächste morgen

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  10. – Einen Tag ne dünne Daune trotz Schwitzen weitergetragen – den Rest von Island hat nur ein gefrorener Daunenmatsch gesehen…

    – der Kocher meines Tourpartners brachte keine Leistung, obwohl er ihn mehrfach getestet hatte und in- und auswendig kannte – zu Hause stellte er dann fest, dass die Gasdüse anstatt Benzindüse drin war – wir hatten dann meinen genutzt…

    – war schon genannt: die ach so gute Schneeschaufel erwies sich als recht flexibel und – nicht sehr umweltfreundlich- verlor die Farblackierung (kauft nie solche wichtigen Sachen bei dem großen französischen Sportgeschäft)

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  11. Nach einem Tag Sturm hatte ich mich in eine Hütte gerettet. Nach der Nacht erwachte ich bei bestem Winterwetter. Blauer Himmel, nahezu windstill und das Grunzen der Schneehühner aus allen Richtungen. =)
    Also alles zusammengepackt und die leichten Handschuhe angezogen. Richtung Nordost und später Richtung Nord. Immer schön dem Kompass nach.
    Nach einer Zeit stellte ich fest, dass wenn ich Nord anpeile die Sonne um die Mittagszeit doch nicht rechts von mir stehen kann?!?! Also GPS rausgeholt. Zeigte die gleiche Richtung an. Irgendwie komisch, aber am Vortag hatten mich Kompass und GPS ja auch zielsicher zur Hütte gebracht. Also weiter! Nach einer halben Stunden kamen erneut Zweifel. Es sollten doch steile Berge in der Nähe sein. Vor mir alles flach… Komisch? Mit GPS Standort überprüft: Weit abgekommen von der eigentlichen Route. Was ist hier los?
    Durch einen Zufall, als ich den Kompass in die andere Hand nahm, hatte ich einen extremen Ausschlag am Zeiger.

    Dann plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen!

    Ich hatte Halbfingerhandschuhe, bei denen man den Fäustlingteil über die Finger stülpen kann. Und wenn zurückgeklappt, dann wurde das nicht mit Knopf o.ä. fixiert, sondern mit einem Magneten!!
    Handschuh ausgezogen und siehe da: Nord war Nord und auf einmal passte wieder alles zusammen. Der Umweg war dann wohl das Lehrgeld! 🙂 Zum Glück hatte ich die Dinger nie im Sturm an!

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