Pulka mit Rollen

Eine Pulka mit Rollen erleichtert die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln enorm
Eine Pulka mit Rollen erleichtert die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln enorm (Foto: Malte Hübner)

Wer schon einmal mit Bus und Bahn oder auch mit dem Flugzeug zur Wintertour angereist ist, kennt das Problem: Wie transportiere ich die gepackte Pulka am Bahnhof oder Flughafen? Vielerorts verschwinden die Transportwägelchen aus dem Serviceangebot und da wäre eine Pulka mit Rollen doch eine wirklich gute Idee!

Bisher habe ich dafür ein Rollbrett benutzt, das ich auf der Tour dann in der Pulka liegen hatte. Aber es gibt eine leichtere Lösung, wenn du nur kurze Umstiege zu erwarten hast: Du schraubst die Rollen direkt an die Pulka! Hier mein erstes Fazit dazu.

Ein Rollbrett für die Pulka

Bisher habe ich für mehr Komfort für die Pulka ein kleines selbstgebautes Rollbrett empfohlen. Dafür habe ich zwei Rollen auf eine Siebdruckplatte geschraubt, die dann mit einem Spanngurt um die Pulka geschlungen wurde. Diese Lösung wiegt etwa 480 g und die Pulka lässt sich damit recht gut rollen, wenn der Spanngurt fest genug gezogen ist. Sobald ich längere Strecken zum Hotel oder zur Fähre zu erwarten hätte, würde ich solch ein Rollbrett empfehlen. Als ich einmal durch halb Oslo musste, um vom Hotel zum Bus zu kommen, habe ich sogar ein zweites Rollbrett mit einer Lenkrolle für vorne dabeigehabt. Das sind dann aber fast 800 g Ballast, den ich auf Tour zusätzlich mit mir geschleppt habe.

Wenn die Entfernungen etwas größer werden oder verschiedene Bödenbeläge zu erwarten sind, eignet sich ein Rollbrett gut
Wenn die Entfernungen etwas größer werden oder verschiedene Bödenbeläge zu erwarten sind, eignet sich ein Rollbrett gut (Foto: Malte Hübner)

Leichter Pulkatransport gesucht

Im Zuge von Einsparungsmaßnahmen beim Gesamtgewicht der Pulka habe ich nach Alternativen gesucht und bin bei Bene Bähr von Absolut Canoe fündig geworden. Er hat seine Pulkarollen einfach direkt an die Pulka geschraubt und kann diese damit wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen. Die Idee gefiel mir so gut, dass ich sie nachgebaut habe.

Hier habe ich mir die Idee für Rollen direkt an der Pulka abgeschaut
Hier habe ich mir die Idee für Rollen direkt an der Pulka abgeschaut (Foto: Bene Bähr)

Im Baumarkt habe ich mich dann nach leichten, aber gleichzeitig belastbaren Rollen umgeschaut und mich für Doppelrollen (25 mm Durchmesser mit 55 kg Belastbarkeit) entschieden. Inklusive Schrauben wiegen die Rollen weniger als 100 g insgesamt, sodass ich fast 400 g einspare. Die hohe Belastbarkeit der Rollen scheint mir wichtig, weil es bei kleineren Unebenheiten schnell passieren kann, dass die Pulka nur ein Rädchen belastet.

Kleine Rollen mit großer Belastbarkeit! Hier in der Ruheposition bei liegender Pulka
Kleine Rollen mit großer Belastbarkeit! Hier in der Ruheposition bei liegender Pulka (Foto: Malte Hübner)

Rollen an die Pulka schrauben

Löcher in die Pulka zu bohren, tat im ersten Moment schon ein bisschen weh. Immerhin ist meine Acapulka nachträglich mit dem Wechselkufen nachgerüstet worden, sodass es nicht die ersten Löcher waren. Für die Befestigung der Rollen an der Pulka ergeben sich zwei Positionen. Die erste Möglichkeit ist es, durch die Kufen zu bohren. Oder du setzt die Rollen dahinter an. Das hängt auch von der Länge der Kufen ab. Bei Benes Fjellpulken Modell hat er durch die Kufen gebohrt, bei meiner Acapulka sitzen sie dahinter. Wir haben uns allerdings beide für eine Lösung entschieden, die auch auf der Tour an der Pulka verbleiben kann.

Die Rollen sitzen so am hinteren Teil, dass sie bei der liegenden Pulka nicht den Boden berühren. Hebt man die Pulka nun vorne an, senken sich die Rollen auf den Boden und die Pulka lässt sich wie ein Rollkoffer hinterherziehen. Ein sauschwerer Rollkoffer, zugegebenermaßen. Im Schnee laufen die Rollen in der Spur der Kufen und dürften so nur wenig bis gar nicht bremsen. Ich habe mich trotzdem für Flügelmuttern im Inneren der Pulka entschieden. So kann ich die Rollen mit wenigen Handgriffen nach innen verlegen und außen bleibt dann nur der Schraubenkopf.

Beim Anheben der Pulka senken sich die Rollen auf den Boden
Beim Anheben der Pulka senken sich die Rollen auf den Boden (Foto: Malte Hübner)

Belastbarkeit der Rollen an der Pulka

Jede Rolle sollte laut Hersteller 55 kg aushalten und ich erwarte nicht, dass ich jemals eine so schwere Pulka transportieren werde. Bei der Konstruktion liegt die Last dennoch auf den Schraubenlöchern und damit unverstärkt auf dem Glasfaserlaminat. Ich habe Unterlegscheiben dazwischen gelegt, um eine möglichst form- und kraftschlüssige Verbindung zu erreichen. Sinnvoll könnte aber gerade bei höherem Gewicht über 40 kg eine etwas herausgearbeitete Aufnahme sein, die sich um die Wölbung der Pulka anpasst. Mal sehen, ob mir da noch etwas einfällt.

Der erste Test ohne diese Verstärkung lief dennoch erfolgsversprechend. Zum Glück hat man ja Kinder, die exakt das Gewicht der Ausrüstung einer Solotour haben. So habe ich meine Tochter etwas durch den Keller gefahren und das ging ziemlich gut. Die etwas festeren Rollen sind aber deutlich knarziger als weiche Rollen. Und natürlich sind 40 kg auch mit Rollen kein Selbstläufer.

Situationen für eine Pulka mit Rädern

Die Rollen direkt an der Pulka würde ich dir empfehlen, wenn du mit der Pulka nur umsteigen oder aus dem Flughafen rollen musst. Für längere Strecken auf unterschiedlichen Bodenbelägen ist ein Rollbrett mit größeren Gummirollen angenehmer. Beide haben allerdings Schwierigkeiten mit kleinen Steinchen oder Rollsplit. Wenn du hingegen eine Lösung suchst, mit der du auch auf Tour über schneefreie Straßen oder sogar durch das Gelände kommst, dann würde ich dir eher einen Bootswagen mit richtigen Rädern empfehlen. Großer Fan bin ich von den leichten Modellen des Herkules Bootswagens von CaroKanu.

Diese sind nicht nur deutlich günstiger als die Konkurrenz von Zölzer, sondern auch leichter und schön klein zerlegbar. Gleichzeitig lassen sich damit ganze Anhänger bauen.

Mit dem Herkules Bootswagen von CaroKanu lassen sich ganze Gespanne bauen
Mit dem Herkules Bootswagen von CaroKanu lassen sich ganze Gespanne bauen (Foto: Malte Hübner)

Praxistest der Pulka mit Rollen

Ein echter Härtetest in der Praxis steht noch aus. Vielleicht ergibt sich im nächsten Winter etwas. Bis dahin vertraue ich auf die gute Erfahrung von Bene, der auf Nachfragen sicher gerne mehr erzählt. Für mich bleibt jetzt eigentlich nur noch die Frage, ob ich mich einfach über die 400 eingesparten Gramm freue oder diese auf der nächsten Tour mit vier Tafeln Schokolade wieder auffülle. 😉

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