Pulka Zubehör für mehr Komfort

Bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln leistet ein kleines Rollbrett gute Dienste und bietet etwas mehr Komfort für die Pulka (Foto: Malte Hübner)

Wenn du schon deine ersten Wintertouren mit Pulka hinter dir hast, wirst du den großen Stauraum zu schätzen gelernt haben. Im Vergleich zu einem großen Rucksack hast du damit einfach noch ein paar Reserven für etwas mehr Komfort. Es gibt dazu noch fünf Ergänzungen, die deine Reise mit Pulka angenehmer machen können.

1. Bequemer Anreisen mit der Pulka

Egal ob du mit einem Pulka Selbstbau oder einem professionellem Modell anreist, fast immer musst du deine Pulka noch ein Stück bis zum Einsatzort tragen. Ich bin bisher vor allem mit Zug und Fernbus zu meinen Touren gekommen. Da waren also längere Wege auf Asphalt und Bahnsteigen unumgänglich. Ein kleines Rollbrett unter der Pulka schafft hier enormen Komfort.

Als Material für den Selbstbau benötigst du eine Siebdruckplatte, zwei nicht zu schwere Schwerlastrollen und einen einfachen Spanngurt.

Zuerst sägst du dir aus der Siebdruckplatte (in der „Verschnittkiste“ oft sehr günstig) einen Streifen, der breit genug ist, dass die Kufen deiner Pulka darauf passen. Das werden etwa 30-35 cm sein. In der Längsrichtung zur Pulka solltest du ihn nicht zu schmal wählen, weil er sonst bei Unebenheiten umklappen kann. Etwa 10 cm haben sich bei mir bewährt.

Auf die Platte legst du nun der Breite nach den Spanngurt und schraubst darüber an jeder Seite eine der Rollen fest. Nun kannst du dein Rollbrett unter das Ende deiner Pulka schieben, zurrst den Gurt oben über die Pulka fest und kannst dein Gepäck anschließend wie einen Rollkoffer ziehen.

Für mehrere Umstiege bei der Zugreise habe ich sogar ein zweites Rollbrett mit einer lenkbaren Rolle in der Mitte. Dieses kommt vorne unter die Pulka und wird auf gleiche Weise befestigt. So folgt dir dein Gepäck an einem kleinen Seil auf dem Fuße. Bei einem langen Umstieg in Oslo lernt man damit auch viele Norweger kennen. Sie waren alle beeindruckt von der Idee. Diese kommt zwar nicht von mir selbst, aber ich gebe sie gerne weiter.

Noch ein Tipp: Wähle die Dimensionen der Rollen nicht zu groß! Auf der Tour liegen die Rollbretter schließlich ungenutzt in der Pulka.

2. Mehr Ordnung mit farbigen Stausäcken

Auf einer Tour hat uns der Arbeitgeber eines Tourpartners freundlicherweise mit dunkelblauen Packsäcken unterstützt. Also haben wir alles in unseren Pulken in vielen dieser Säcke verstaut und sie dann auch abends mit im Zelt gehabt. Was für ein Spaß!

Schon bei hellem Licht ließ sich von außen nicht mehr erkennen, was in welchem Beutel war. Im Halbdunkel war es eine Katastrophe. Eigentlich hatte man nie den Beutel, den man gerade suchte, wenn es denn überhaupt der eigene war.

Ich empfehle dir daher verschiedenfarbige Packsäcke für die Unterteilung des Materials in deiner Pulka. Ein Vorschlag ist folgende Aufteilung:

  1. für die täglichen Klamotten, die mit ins Zelt kommen (jeder Tourpartner eine andere Farbe?)
  2. zusätzliche Handschuhe und Mützen, falls es kälter wird oder als Backup
  3. Backup der sonstigen Kleidung
  4. Lebensmittel in Tagesrationen jeweils in Ziplockbeutel
  5. Technik und Batterien
  6. Kulturtasche und Hygiene
  7. Werkzeug und Ersatzteile
  8. Küche und Kocher (evtl. auch in einer kleinen Kiste)
  9. Müllsack

Damit sind alle Dinge gut geschützt und schnell zu finden. Vermisst du den Schlafsack und die Isomatte? Dafür habe ich einen weiteren Tipp für dich.

3. Dein „Polarbett“ immer griffbereit

Ein Polar Bedding Bag oder auch Arctic Bedding Bag kann auch außerhalb der Polregionen gute Dienste leisten. In diese Tasche werden die Isomatte(n) und der Schlafsack während der Tour aufbewahrt. Dabei liegen diese ausgebreitet übereinander, sodass der Schlafsack weitestgehend seinen Loft behält. Der Bedding Bag kann dann schnell oben von der Pulka genommen und ins Zelt geschmissen werden. Zum Schluss musst du nur noch den Zipper öffnen und sofort ist alles einsatzbereit.

Der Vorteil liegt damit auf der Hand. Das Bett ist auch in Gefahrensituationen schnell aufgebaut, Luftmatten können aufgeblasen bleiben und der Abbau am Morgen geht ebenfalls schneller. Zusätzlich schützt der geschlossene Bedding Bag beim Kochen im Zelt vor Kondensation am empfindlichen Daunensack.

Der Nachteil ist seine Größe. In der Regel hat ein Bedding Bag Maße von 190 x 60 x 20 cm. Immerhin muss dein gesamtes Schlafsetup hinein. Mein Winterschlafsack, eine dicke Evazote und eine Neoair passen dort hinein. Ein Bedding Bag hat meist Schlaufen zur Befestigung und ist stark wasserabweisend.

Da er oben auf die Pulka geschnallt wird, hängt er schnell vorne und hinten etwas herunter. Bei einer Pulka mit 155 cm Länge geht es aber sehr gut. Zwei verbreitete Modelle sind der RAB Polar Bedding Bag und der Piteraq Arctic Bedding Bag. Sie sind sehr ähnlich, das Modell von Piteraq gibt es Norwegen fast überall, aber ich kenne keinen Shop in Deutschland. Mit dem Modell von Fjellpulken verhält es sich genauso.

4. Schneller Aufbau dank Zeltsack

Der Zeltaufbau und -abbau nimmt bei der täglichen Routine vergleichsweise eine Menge Zeit ein. Das Setzen der Schneeheringe oder Schneeanker dauert zwar am längsten, aber auch das Stecken und Teilen der Zeltstangen, Fädeln in den Gestängekanal usw. brauchen etwas Zeit.

Hier hilft ein Zeltsack für die Pulka. Dabei handelt es sich um einen etwa 150-200 cm langen aber schmalen Packsack, in den das Zelt beim Transport kommt. Das Gestänge wird dafür an den meisten Verbindungsstücken mit Tape verklebt, damit es nicht versehentlich auseinander rutscht. Anschließend ist es nur noch an einer oder zwei Stellen teilbar. Beachte dafür einfach, dass dein Gestänge zerlegt noch geradeso in den Sack passt.

Beim Abbau wird das Gestänge nur halb aus den Kanälen gezogen und einmal über das Zelt gelegt. Anschließend wird das Zelt direkt als lange Rolle aufgerollt und in den Zeltsack geschoben. Dieser wird oben auf die Pulka geschnallt. Dadurch lässt sich das Zelt später schneller aufbauen und du sparst im Wind wertvolle Zeit.

Hilleberg führt seinen Zeltsack unter dem Begriff Sled Sack, Helsport hat ihn als Pulktrekk und bei Fjellpulken heißt er Tentbag. Selber nähen ist aber auch hier günstiger und nicht wirklich schwer.

5. Bremsseil für die Pulka

Bergauf wird dir deine Pulka zwar schwer genug sein, aber bergab kann sie von hinten ganz schön schieben. Nimmt du mit deinem Gespann erst einmal Fahrt auf, wird es auch schwerer zu kontrollieren.

Mit einem Bremsseil rauscht die Pulka nicht ganz so schnell bergab. Dafür wird ein kurzes Seil vorne an beiden Seiten der Deichsel befestigt, sodass es als Schlaufe bis unter die Pulka hängt. Schon ein 8 mm dickes Seil mit einigen Knoten bremst die Pulka um einiges ab. In der Ebene bindest du das Seil dann wieder hoch. Denk auf jeden Fall daran, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sonst sehr mühsam wird. 😉

Übrigens: Wer den Trick mit zwei Rollbrettern von oben übernimmt, hat mit dem Bremsseil auch gleich ein Zugseil für das Pulka-Wägelchen.

Weitere Tipps?

Viele von euch haben noch viel mehr Erfahrung mit Wintertouren als ich. Daher die Frage an euch: Habt ihr weitere Tipps für mehr Komfort mit der Pulka? Dann nehme ich sie gerne auf. Lasst uns das Wissen teilen.

Damit bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

 

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