Pulka Selbstbau mit Gestänge und Packsack

Für die ersten Wintertouren reicht oft ein günstiger Pulka Selbstbau aus einem Paris Expedition Sled. (Foto: Lutz Grünke)

Wie genial ist bitte der Name Acapulka für einen Pulkahersteller? Das macht ihn doch gleich noch sympathischer. Andererseits lässt es deren hochwertige Pulken nicht günstiger werden. Und es braucht nicht gleich eine Investition von 1000 Euro, um mit Pulka auf Wintertour zu gehen. In diesem Beitrag möchte ich euch daher meinen Pulka Selbstbau aus einem Paris Expedition Sled vorstellen. Besonders wichtig war mir dabei Einfachheit.

KISS

Keep it simple, stupid! Mach es einfach! Was nicht kaputt gehen kann, geht auch nicht kaputt. Und wenn es doch kaputt geht, gibt es Redundanz. Oder du kannst es unterwegs mit einfachen Mitteln reparieren. Das ist die Idee des KISS-Prinzips. Ich habe beim Umbau versucht, mich oft und viel an dieses Prinzip zu halten und schon bei der Recherche darauf geachtet, keine komplizierten Ideen zu übernehmen. Am besten hat mir dabei das Gestänge von barleybreeder gefallen, aber dazu später mehr. Zuerst braucht es ja noch einen angemessenen Namen für meinen Pulka Selbstbau!? Acapulka ist vergeben, Winterfjellpulken wäre billig kopiert…sagen wir: „Mea Pulka!“

Die Grundlage: Paris Expedition Sled

Bei der Paris Pulka handelt es sich um eine schlichte, orange Kunststoffwanne (PE) von 150 cm Länge und 50 cm Breite. In Deutschland führt nur Globetrotter diese im Sortiment, verlangt dafür allerdings inzwischen 49 Euro.

Die Paris Pulken sind wegen ihres Preises und ihrer Einfachheit auf der ganzen Welt beliebt und ich habe kein anderes Pulkamodell häufiger gesehen. Der Orangeton scheint sich je nach Produktionslauf aber etwas zu unterscheiden. Meine etwas ältere ist z. B. satt orange, die meiner Tourpartner eher „augenkrebs-neon-orange“.

Letztendlich könntest du mit dem Paris Expedition Sled allein schon auf Tour gehen. Du bindest einfach einen großen Packsack oben auf die Pulka und ziehst sie mit einem Seil, welches du wiederum an deinen Tagesrucksack hängst. Das wäre zwar das reine KISS-Prinzip, weil nichts Zusätzliches kaputt gehen kann, hätte aber auch einige Nachteile.

Vor- und Nachteile der Paris Pulka

Die größten Vorteile der Paris Pulka sind ihr günstiger Preis und die einfache Konstruktion. Dafür musst du selbst ein wenig basteln, wenn du die volle Funktionalität haben willst. Schauen wir mal genauer hin, was sie von den großen Pulken unterscheidet:

Vorteile

  • günstiger Anschaffungspreis
  • PE ist auch bei Kälte sehr robust (Der Paris Sled hat z. B. schon Grönland mit Kite in Höchstgeschwindigkeit überquert)
  • einfache Konstruktion

Nachteile

  • am Hang weniger kippstabil, da sie keine ausgeprägten Kufen hat
  • läuft nicht in der Loipe, sondern schwimmt eher in der Fläche auf
  • dadurch auch weniger spurtreu; sie bricht schneller aus
  • nur in Einheitsgröße lieferbar
  • keine Tasche, bzw. kein Verdeck vorhanden
  • somit Bastelarbeit nötig, um das Optimum aus der Paris Pulka zu holen

Es finden sich damit einige Nachteile, vor allem der verbesserungswürdige Geradeauslauf. Solange es flach über die Ebene geht, ist ein Zugseil noch ausreichend und spart eine Menge Gewicht. Die Pulka gleitet dann einigermaßen hinterher, auch wenn nicht unbedingt in der Skispur.

Sobald es aber etwas auf und ab geht, fährt dir deine Pulka mit Zugseil schnell in die Hacken oder überholt dich bergab an ungünstigen Stellen. Hier hat ein Gestänge Vorteile, weil die Pulka dir immer im gleichen Abstand folgt und deutlich spurtreuer wird. Der Kauf eines fertigen Gestänges übersteigt den Kaufpreis des Paris Expedition Sleds leider um ein vielfaches. Deswegen habe ich auch hier gebastelt. Als Vorlage hatte ich den Pulka Eigenbau von barleybreeder.

Bastelarbeit: Das Gestänge

Wichtigste Bedingung war für mich eine starre Konstruktion, um die Pulka gut kontrollieren zu können und den Geradeauslauf zu verbessern. Daher fiel meine Entscheidung auf eine Konstruktion überwiegend aus Alurohr mit eingezogenem Stahlseil. Alurohr ist leichter als Stahlrohr, wenn auch weniger robust.

Die leichteren Alternativen wären nur Bambus, Carbonrohr oder eben ein Zugseil. Bambus wäre spannend und ich hätte Lust auf einen weiteren Pulka Selbstbau damit, allerdings wäre das Gestänge nicht teilbar. Carbon kann ich nicht gut genug bearbeiten und hätte es aufwendig besorgen müssen. Das Zugseil fiel wegen der fehlenden Kontrolle heraus.

Das untere U am Gestänge bildet die Deichsel. Diese ist aus Edelstahlrohr, da sie robuster sein muss als der Rest vom Gestänge. Die beiden Biegungen habe ich bei einem Schlosser mit Biege-Boy machen lassen. Aluminium hätte man bestimmt mit feinem Vogelsand ausstopfen und über eine Holzschablone biegen können. Bei Stahl habe ich mir das aber nicht zugetraut.

Der nächste wichtige Punkt war, dass mein Gestänge für die Reise teilbar oder klappbar sein sollte. Im Fernbus oder Zug erleichtert das den Transport ungemein.

Das Gestänge muss lang genug sein, dass du in der Abstoßbewegung mit dem Ski nicht gegen die Pulka kommst, aber wiederum nicht zu lang, da Länge Wendigkeit kostet. Mindestlänge wären also 200 cm, für größere Menschen sogar besser 220 cm.

Zum Schluss kommt noch die Besonderheit dieser Bauweise: Eigentlich ziehe ich nicht über das Gestänge, sondern nur über ein Drahtstahlseil im Inneren des Rohres. Somit käme ich auch bei Gestängebruch weiter (KISS-Prinzip). Durch die Alurohre wirkt die Kraft der schiebenden Pulka bergab jedoch auf das Gestänge. So läuft die Pulka nicht auf.

Befestigung an der Pulka

Verbindung von Gestänge und Pulka mittels Spanngurt (Foto: Malte Hübner)

Das Gestänge wird an der Pulka mittels zweier kurzer Spanngurte befestigt. Diese fädelst du durch die jeweils 2 vorhandenen Löcher auf jeder Seite der Pulka und um das Gestänge. Damit ist die Verbindung nicht zu starr, erlaubt aber gleichzeitig eine gute Führung des Schlittens. Ein oder zwei Ersatzgurte können sehr sinnvoll sein. Andere Befestigungen erschienen mir zu empfindlich oder aufwendig.

Die Verbindung sollte auf keinen Fall zu starr werden, da sich damit die Wahrscheinlichkeit für einen Gestängebruch erhöht.

Gestänge im Detail

Als Werkzeug brauchst du eine Standbohrmaschine mit guten Metallbohrern, eine Metallpfeile zum Entgraten und eine Metallsäge. Schraubendreher und Maulschlüssel wird wohl jeder zur Hand haben.

Als Material benötigst du:

  • 4 Alurohre (1000 x 20 x 2 mm) aus dem Fachhandel, weil Baumarktrohre oft nur 1 mm Wandstärke haben
  • 2 Edelstahlrohre (1000 x 15 x 2 mm), möglichst V2A Rohr
  • 2 Kauschen, die in das Alurohr passen
  • 4 Seilklemmen, die in das Alurohr passen
  • 6 m Drahtstahlseil mit 2 mm Durchmesser
  • 2 x 2 Kettenglieder
  • 2 Karabiner, die NICHT in das Alurohr passen
  • 6 Schlossschrauben mit 5 mm Durchmesser und passenden Muttern
  • 2 Federsplinte zum Sichern des teilbaren Gestänges
  • 30 cm Reepschnur und ein Holzknebel

Beim Rohrdurchmesser musst du beachten, dass der Innendurchmesser des Alurohres (hier 16 mm) etwas Luft zum Außendurchmesser des Edelstahlrohres (hier 15 mm) lässt. Wären die beiden Durchmesser identisch, ließen sich die Rohre nicht mehr ineinander stecken.

Für die Deichsel benötigst du das erste Edelstahlrohr. Die Verbindungsstücke für das teilbare Alurohr werden aus jeweils 200 mm vom zweiten Edelstahlrohr gefertigt.

Das Gewicht der Konstruktion liegt bei ca. 1700 Gramm

Der Zusammenbau

Detailfotos für den Zusammenbau findest du auch im Wiki von Outdoorseiten.net

  1. Das Edelstahlrohr für die Deichsel biegst du symmetrisch zu einem U und zwar so, dass du unten etwa auf Pulkabreite kommst. Du kannst dich aber auch an deiner Hüftbreite (Plus Klamotten, Zuggurt!) orientieren.
  2. Stecke nun auf beide Schenkel ein Alurohr und bohre durch beide Rohre auf beiden Seiten 2x hindurch.
  3. Nun kannst du die Deichsel mit dem Zugrohr mittels der Schlossschrauben verbinden.
  4. Säge nun zwei 200 mm lange Stücke vom zweiten Edelstahlrohr und stecke sie jeweils zur Hälfe in das obere Ende des bereits befestigten Alurohres.
  5. Bohre auch hier wieder auf beiden Seiten jeweils 1x durch beide Rohre und verbinde sie mit den Schlossschrauben.
  6. Jetzt steckst du auf beiden Seiten die weiteren Alurohre auf das Verbindungsstück und bohrst erneut ein Loch. Dort wird der Federsplint durchgesteckt.
  7. Gegebenenfalls kannst du das obere Alurohr noch etwas kürzen. Das geht aber auch später noch.
  8. Nun fädelst du durch die gesamte Konstruktion das Drahtseil und befestigst an einem Ende die Einhängung.
  9. Die Einhängung ist so aufgebaut: Die Kettenglieder werden in die Kausche eingehängt. Die Kausche wird in die Drahtseilöse gelegt und mit zwei Seilklemmen fixiert. Nachher wirken hier schließlich große Kräfte. In das äußerste Kettenglied wird der Karabiner eingehängt. So wird das Drahtseil vor Scheuerstellen geschützt.
  10. Auf der anderen Seite verfährst du ebenso, jedoch mit einer kleinen Besonderheit: Die Kausche wird so tief in das Drahtseil eingehängt, dass bei zusammengestecktem Gestänge nur das äußerste Stück vom Kettenglied aus dem Rohr schaut. Um das Gestänge teilen zu können, solltest du zusätzlich in die Kausche ein Stück Reepschnur einhängen, welches du am anderen Ende mit einem Holzknebel sicherst.
Stahlseil, Seilklemmen, Kausche, Kettenglieder, Karabiner (Foto: Malte Hübner)

Gestänge teilen und verbinden

Willst du das Gestänge nun teilen, ziehst du beide Federsplinte hinaus und entfernst den Karabiner auf der Seite mit der Rückholschnur. Nun kannst du erst eine Seite und dann die andere Seite vom Verbindungsstück abziehen und nach hinten umklappen. Der Knebel verhindert, dass die Rückholschnur im Gestänge verschwindet.

Für den Zusammenbau steckst du erst die eine Seite auf das Verbindungsstück und dann die anderen. Anschließend ziehst du mit der Rückholschnur das Kettenglied wieder bis an das Rohrende und hängst den Karabiner ein.

Zuggurt

Der Zuggurt soll die Last der Pulka gut auf den Körper übertragen. Zu Beginn hatte ich auf meinen Touren ein Koppeltragegestell der Bundeswehr. Daran hatte ich mir Ösen genäht und es etwas gepolstert. Das ist günstig und reicht für erste Versuche. Inzwischen habe ich mir den Tatonka Tec Harness von Globetrotter für 30 Euro im Angebot (sonst 45 Euro) zugelegt, weil er etwas mehr Komfort bietet. Auch aus einem Hüftgurt eines ausgedienten Rucksacks könntest du dir günstig etwas nähen. Die hochwertigen Gurte von Acapulka und Fjellpullken kosten wieder viel Geld.

Die Karabiner vom Gestänge hängst du am besten nicht direkt in den Zuggurt ein. Fädle stattdessen ein Gummiseil von 8 mm Durchmesser doppelt durch die Öse am Gurt und hake in diese Schlaufe dann das Gestänge ein. Auf diese Weise hast du einen Puffer beim Ruckeln der Pulka. Wähle das Gummi nicht zu dünn, sonst wird es schwammig.

Fazit und Tipps zum Gestängebau

Brauchst du wirklich eine Pulka oder tut es ein großer Rucksack? Bedenke vor der Tour auch, ob wirklich ein Gestänge nötig ist. Für flache Gegenden kommst du oft ohne aus. Denn auch der Eigenbau geht ins Geld, wenn du gute Materialien kaufst und sowas nicht rumliegen hast. Gleichzeitig kann ich dir versichern, dass ein Gestänge deutlichen Komfortgewinn bringt.

Die Umbauarbeiten sind relativ leicht, nur das Biegen der Deichsel macht etwas Aufwand und ich empfehle dir den Weg zum Schlosser.

Wenn du nicht basteln möchtest oder kannst, empfehle ich dir zum Kauf das klassische Zuggestänge von Fjellpulken. Es lässt sich mit dem gleichen Prinzip an der Pulka befestigen wie mein Eigenbau, hat einen Dämpfer, ist klappbar und manchmal sogar im Sonderangebot zu finden.

Näharbeit: Der Packsack

Natürlich kannst du am Anfang einfach einen großen Trekkingrucksack, Duffel-Bag oder Ortliebsack auf die Pulka binden. Wenn du eine fertige einfache Pulkatasche suchst, dann schau dir mal das RAB Pulkbag in Größe L an. Mehr Komfort bietet aber ein passender großer Packsack, damit jeder Zentimeter ausgenutzt wird. Diesen habe ich mir selbst genäht.

Mein Packsack ist aus beschichtetem Cordura 500den extremtextil, etwa 50 x 45 x 140 cm groß und fasst damit über 300 Liter.

Oben ist ein 20 cm langer Rollverschluss, damit der Packsack möglichst schneedicht ist. „Möglichst“ heißt jedoch auch, dass Flugschnee immer jedes kleinste Loch findet. Der Rollverschluss muss also immer sauber aufgerollt werden. Ein Reißverschluss wäre hier dichter, aber auch anfälliger. Daher habe ich mich wieder für Einfachheit entschieden und verpacke sowieso alles Empfindliche in der Pulka noch einmal in wasserdichte Packsäcke. Das schafft auch Ordnung durch unterschiedlich farbige Beutel.

Große handschuhtaugliche Schnallen (Foto: Malte Hübner)

Die Näharbeiten für den Pulkasack sind nicht besonders kompliziert und auch für Anfänger geeignet. Wenn eine Naht mal etwas schief wird, macht das nichts. Für mich war das der leichteste Teil am Pulka Selbstbau. Außen habe ich drei breite Kompressionsriemen angebracht, die auch den Rollverschluss sichern. Diese sind extra lang, sodass auch ein Zeltsack oder ein Polar Bedding Bag darunter passen. Sie schließen mit normalen Schnallen, die ich möglichst groß gewählt habe, damit sie handschuhtauglich sind.

Die Tasche wiegt stolze 1200 Gramm, da ließe sich mit dünnerem Material sicher noch etwas einsparen.

Apropos: Zeltsack und Polar Bedding Bag?

Ein Zeltsack funktioniert so: Das Gestänge wird nur halb aus den Kanälen gezogen und einmal über das Zelt gelegt. Nun wird das Zelt direkt als lange Rolle aufgerollt und in den langen Zeltsack geschoben. Dieser kommt dann oben auf die Pulka. Dadurch lässt es sich später schneller aufbauen.

Ein Polar Bedding Bag beinhaltet die Isomatte und den Schlafsack. Beides liegt voll ausgebreitet übereinander in dem Bedding Bag. Dieser muss nur ringsherum mit einem Reißverschluss geöffnet werden und das Bett ist sofort einsatzbereit. Der Schlafsack behält größtenteils seinen Loft. Zum Transport wird der Polar Bedding Bag oben auf die Pulka geschnallt und steht vorn und hinten meist etwas über.

Du kannst dazu noch mehr lesen und erfährst weitere Tricks für mehr Komfort mit der Pulka.

Die Verbindung von Pulka und Packsack

Der Packsack wird mittels einer gekreuzten Gummikordel (8 mm) in der Pulka gehalten. Das hielt selbst bei einem Überschlag alles fest.

Der Packsack wird in der Pulka von einer Gummikordel gehalten, welche sich oben mit Holzknebeln schließen lässt (Foto: Malte Hübner)
Detailansicht Holzknebel (Foto: Malte Hübner)

Die Kordel ist durch die bestehenden Löcher (kein Bohren nötig) gefädelt und hat an mehreren Stellen Holzknebel, womit sie sich ineinander hängen lässt. Diese sind aus einem Rest Rundholz gebaut. Karabiner täten es auch, sind mit Handschuhen aber schwerer zu bedienen.

Die Pulka wiegt mit der Gummikordel etwa 2300 Gramm und der Zuggurt 550 Gramm, sodass ich auf 5750 Gramm Gesamtgewicht mit Gestänge komme. Perfekt, unter 6 Kilogramm! Vergleicht man das mit dem Gewicht der leeren Pulken anderer Hersteller, ist das eher leicht.

Andere Umbauten im Vergleich

Viele Umbauten des Paris Expedition Sled sind deutlich aufwendiger und versuchen, seine (vermeintlichen) Nachteile auszugleichen. Manchmal frage ich mich, ob sie nicht eher das Gegenteil erreichen. Du findest einige Varianten bei den Outdoorseiten.net

Warum kein Verdeck direkt an der Pulka?

Viele Selbstbauten ahmen die Großen Modelle von Fjellpulken oder Acapulka nach. Der Vorteil eines Verdecks direkt an der Pulka ist natürlich, dass sich kein Flugschnee zwischen Packsack und Pulka sammeln kann. Ich habe mich trotzdem für eine abnehmbare Tasche entschieden. Diese konnte ich auf Solotour direkt mit in mein Zelt nehmen und den Schlitten selbst draußen lassen. Bei schlechtem Wetter war das ein echter Vorteil. Es sammelt sich nur sehr wenig Schnee zwischen Pulka und Packsack, das ist zu verkraften und schnell entfernt. Und letztendlich entspricht eine einfache Tasche wieder dem KISS-Prinzip.

Übrigens: Wenn man mehrere Paris Pulken im Auto transportieren möchte, stapelt man die Wannen möglichst direkt ineinander. Wohl dem, der dann einen Packsack hat, den er schnell gepackt herausnehmen kann.

Warum keine Kufen?

Kufen sind die naheliegende Ergänzung für mich, da sie die Kippstabilität der Paris Pulka erhöhen können und für mehr Seitenhalt sorgen. Auch der Geradeauslauf würde sich etwas verbessern. Bei dem Material würde ich mich jedoch anders entscheiden als die meisten. Alukufen können schnell stollen, Messing wie beim klassischen Segebaden wäre teurer, Edelstahl wäre schwer und versteift die Pulka. Wenn ich ein Material wählen würde, dann wären es die PE-HD Kufen von extremtextil. Diese stollen nicht und falls doch, ließen sie sich mit Skiwachs behandeln. Gleichzeitig sind sie leicht, flexibel und einfach zu bearbeiten.

Bisher bin ich noch gut ohne Kufen ausgekommen und habe keine Nachteile zu Paris Pulken mit Metallkufen erkennen können.

Wichtig ist in allen Fällen, dass keine Schrauben oder Nieten als Bremse nach außen herausstehen oder im Inneren deine Ausrüstung beschädigen können.

Warum keine Bodenplatte?

Eine zusätzliche vollflächige Bodenplatte im Inneren versteift die Paris-Pulka, deren Prinzip aber das „Reiten über die Welle“ ist. Im Gegensatz zu den großen Modellen von Fjellpulken und Acapulka schwimmt die Paris vollflächig auf und verformt sich etwas. Ihre Flexibilität schützt das Material vor harten Stößen.

Warum keine Finnen?

Manche bauen aus L-Profil Finnen unter die Pulka, um am Hang mehr Seitenhalt zu haben. Oder wie mein Tourenpartner Lutz konstruieren sie diese Finne sogar versenkbar an den Rand der Pulka. Das scheint mir für Touren in der Hochebene aber zu viel Aufwand zu sein. Mag sein, dass im alpinen Gelände mehr Verwendung dafür besteht. Vor Finnen würde ich Kufen probieren.

Warum nicht lackieren?

Weil Lack auf der Paris nicht hält. Alle Versuche, die ich bisher gesehen habe, hielten bis spätestens zum ersten Steinkontakt, manche nicht einmal bis zum ersten Schnee. Die hohen Temperaturunterschiede sind eine echte Herausforderung für das Material. Bei Steinkontakt zieht es manchmal sogar Späne aus dem Plastik. Die Eiskristalle können wie Schleifpapier wirken. Meine Meinung: Freunde dich besser mit dem Orange an, als die Natur mit vielen kleinen Lacksplittern zuzumüllen. Wenn du dich – aus welchen Gründen auch immer – tarnen willst, dann zieh doch im Lager einen weißen Tyveksack über die Pulka.

Was kostet ein Pulka Selbstbau?

  • Paris Expedition Sled ca. 49 Euro
  • Gestänge ca. 80 Euro für das Material und das Biegen
  • Packsack ca. 35 Euro für das Material
  • Zuggurt ca. 45 Euro

Gesamtkosten: ca. 210 Euro

Das ist doch ein fairer Preis für einen Pulka Selbstbau, oder? Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob eine Pulka wirklich das richtige ist, dann empfehle ich dir den Artikel zum Thema „Rucksack oder Pulka“. Alternativ kann man auf Hütten in Norwegen oder Schweden auch professionelle Modelle leihen (Vorbestellung sinnvoll), um es auszuprobieren. Dabei merkst du auch, was dir persönlich wichtig ist.

Wenn du auch einen Pulka Selbstbau planst oder schon fertig hast, teile hier gerne einen Link dazu.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

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