Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte)

Zu den Gefahren auf Wintertour gehört auf jeden Fall die Orientierungslosigkeit
Zu den Gefahren auf Wintertour gehört auf jeden Fall die Orientierungslosigkeit (Foto: Lutz Grünke)

Zu den größeren Gefahren auf Wintertour zählt auf jeden Fall die Kälte. Ab minus 20 Grad Celsius abwärts funktioniert einfach alles ganz anders. Dennoch möchte ich diesmal nicht direkt auf die Temperaturen eingehen. Stattdessen zeige ich mit dieser Liste zehn Gefahren auf Wintertour, die nur unmittelbar etwas mit Kälte zu tun haben. Spoiler-Warnung: Wirklich gefährlich wird es erst bei Punkt 10!

Zu meiner Absicherung möchte ich kurz darauf hinweisen, dass das Leben an sich mit einigen Risiken verbunden ist und in der Regel mit dem Tod enden wird. Ob eine Winterwanderung für dich zum Spaziergang, zum Abenteuer oder zur Grenzerfahrung wird, hängt zunächst von deinem Können und Wissen, dann aber auch von guter Ausrüstung ab. Gute Vorbereitung und aktuelle Kenntnisse in Erster Hilfe im Winter gehören in deine ganz eigene Verantwortung.

Doch für die nächsten 10 Schwierigkeiten liefere ich dir immer gleich einen Tipp dazu, wie du die Gefahr entschärfen kannst.

Welche Gefahren gibt es auf Wintertour?

  1. Falsche Routenplanung! Die erste Gefahr lauert schon bei der Planung der Tour, wenn du zu lange Distanzen annimmst. Oder du verlässt dich ohne Zelt auf Hütten, die vielleicht nicht auffindbar sind. Eine gute Tourenplanung kostet nur wenig Zeit, schafft aber viel Sicherheit.
  2. Orientierungslosigkeit! Wenn du im Whiteout merkst, dass die Navigation ohne Sicht schwierig ist, solltest du den Umgang mit Karte, Kompass und GPS-Gerät perfekt beherrschen.
  3. Lawinen! Die meisten Wintertouren auf markierten Routen sind im flachen Terrain und damit weniger lawinengefährdet. Wenn du allerdings auf eigene Faust losgehen willst, empfehle ich dir ein gutes Buch zur Lawinenkunde oder noch besser einen Kurs, z. B. im Alpenverein.
  4. Wetterumschwünge! Unterwegs steht dir selten ein aktueller Wetterbericht zur Verfügung und auch der kann sich irren. Du solltest also im Notfall im Zelt abwettern können oder einen Windsack dabei haben. Andererseits gehört aber auch immer eine Sonnencreme mit ins Gepäck.
  5. Überquerungen von dünnem Eis! Eine gesteckte Route oder Skooterspuren über Seen sind sehr verlässliche Zeichen für ausreichende Eisdicke, aber leider nicht immer vorhanden. Bei der Tourplanung solltest du Gewässer, die zur Wasserkraft genutzt werden, umgehen und auch sonst eher vorsichtig entscheiden, wenn du dir unsicher bist.
Die Gefahr von offenem Wasser oder dünnem Eis
Die Gefahr von offenem Wasser oder dünnem Eis (Foto: Malte Hübner)
  1. Benzin auf Haut! Da die meisten flüssigen Brennstoffe sehr flüchtig sind, erzeugen sie in großer Kälte bei Kontakt mit der Haut schnell Gefrierbrand. Schütze dich mit Handschuhen.
  2. Verbrennungen! Bleiben wir bei den Brennstoffen und ihrer eigentlichen Funktion. Unfälle mit dem Kocher bergen ein nicht unerhebliches Risiko, zumal die meisten Funktionsstoffe leicht entflammbar sind und sich schmelzendes Plastik tief in die Haut einbrennt. Der Umgang mit dem Winterkocher sollte daher geübt werden.
  3. CO/CO2 Vergiftung! Im Winter ist die Versuchung groß, geschützt in der Apsis zu kochen. Das ist mit genügend Erfahrung auch durchaus möglich. Du tust aber gut daran, immer mindestens einen Lüfter am Zelt geöffnet zu lassen.
  4. Wilde Tiere! Eisbären werden dir in Skandinavien nicht begegnen und du musst dich auch nicht bewaffnen. Aber im Frühling kann es schon einmal passieren, dass ein Nagetier ein kleines Loch in den Essenssack knabbert. Eine wirkliche Gefahr geht davon zum Glück nicht aus. Leg deine übrigen Vorräte am besten in die feste Pulka.
  5. Suchtgefahr! Es ist wohl die größte Gefahr, nach einer gelungenen Wintertour nicht mehr davon wegzukommen. Leider ist mir keine Möglichkeit bekannt, wie du dich davor schützen kannst.

Sorge für Sicherheit auf Wintertour

Für mehr Sicherheit im Fjell hat der norwegische Tourismusverband die Verhaltensregeln „Fjellvettreglene“ herausgegeben. Diese beziehen sich vor allem auf das richtige Verhalten deinerseits. Dort kannst du dich also gut tiefer einlesen.

Auch andere beschäftigen sich mit dem Thema und so möchte ich gerne auf den Artikel „Gefahren im Winter und Auswirkungen auf die Tourenplanung“ vom Blog aufundab.eu hinweisen.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

3 Kommentare zu „Zehn Gefahren auf Wintertour (außer Kälte)

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