Stromversorgung mit Akkus im Winter

Stromversorgung ist mit Akkus im Winter schwieriger. (Foto: Malte Hübner)

All die kleinen Gadgets wollen mit Strom gefüttert werden. Für die meisten Geräte wie Stirnlampe und Navigationsgerät können dafür normale Batterien oder Akkus verwendet werden. Smartphone und MP3-Player lädt man über USB von einem externen Akkupack. Ist es nun sinnvoller viele Akkus mitzuschleppen oder sollte man unterwegs nachladen?

Welche Geräte benötigen unterwegs überhaupt Strom? An erster Stelle wären dies die erwähnte Stirnlampe, ein Navigationsgerät, Fotokamera und vielleicht ein MP3-Player oder ein Smartphone. Luxus wären eine zusätzliche Zeltlaterne, eine Berguhr mit Höhenmesser, ein Windmesser, ein Digitalthermometer, zusätzliches Kamera-Equipment wie ein Funkfernauslöser oder ein Ebookreader. Nur für besondere Unternehmungen kämen noch ein GPS-Tracker wie der SPOT oder sogar ein Satellitentelefon hinzu.

Robust und abgestimmt

Erste Bedingung wäre an all diese Geräte, dass sie kälteunempfindlich sind. Die meisten Hersteller geben dazu in der Bedienungsanleitung eine Betriebstemperatur und eine Lagertemperatur an. Manche Geräte können natürlich mehr ab als diese Angaben. Ein Ebookreader ist mit seinem Display dabei jedoch empfindlicher als ein Smartphone. Beide würde ich immer in der Jacke nah am Körper tragen, wenn man nicht darauf verzichten mag.

Zweite Bedingung sollte sein, dass die Geräte möglichst das gleiche Batterieformat und die gleichen Ladeanschlüsse besitzen. Dadurch lässt sich der Vorrat besser für die wesentlichen Geräte umwidmen, wenn er doch schneller zur Neige geht. Für alle Geräte, die nicht mit normalen Batterien betrieben werden, hat sich dank Micro-USB als Norm einiges vereinfacht.

Dritte Bedingung sollte sein, dass sich die Geräte auch mit dicken Handschuhen bedienen lassen. Touchscreens sorgen da schon einmal für ein Problem. Speziell zum Thema Fotografie habe ich weitere Tipps zusammengefasst.

Batterien oder Akkus?

Im Winter macht die Kälte beiden stark zu schaffen, sodass im schlimmsten Fall nur mit der Hälfte der Sommer-Kapazität zu rechnen ist. Aus Umweltschutzgründen sollten Akkus auf jeden Fall bevorzugt werden und bis zu einer Tourdauer von 10 Tagen lässt sich ein Vorrat davon auch gut mitnehmen. Gute Akkus wie die weißen oder schwarzen Modelle von eneloop halten ihre Ladung auch bei Kälte einigermaßen gut.

Für sehr wichtige Geräte wie den SPOT GPS Tracker oder das Navigationsgerät halte ich es trotzdem für sinnvoll, auf Batterien zu setzen. Da normale Mignon-Batterien im Winter ebenfalls viel Kapazität verlieren, lohnt sich hier der Griff zu Lithium Batterien wie den Energizer Ultimate. Diese werben mit einer stabilen Energieversorgung bis zu -40° Celsius. Leider sind sie etwas teurer und lassen sich nicht wieder aufladen.

Spezielle Akkus und externe Akkupacks

Für alle Geräte, die nicht mit handelsüblichen AA-/AAA-Akkus bestückt werden können, braucht es entweder einen eigenen Vorrat an speziellen Akkus (Spiegelreflexkamera) oder ein externes Akkupack zum Laden (Smartphone). Ein solches Akkupack darf dabei in seiner Kapazität größer ausfallen als üblich, da die Kälte auch hier für Verluste sorgt.

Akkus immer warmhalten oder vorwärmen

Grundsätzlich gilt für alle Akkus im Winter, dass diese möglichst warm gehalten werden sollten. Geräte, die für den rauen Einsatz konzipiert sind, können oft auch mit kalten Akkus umgehen. Spätestens bevor man den neuen Hochleistungsakku in die Fotokamera schiebt, kann man diesen in der Hosentasche vorwärmen und trocknen. Ein ständiges wechseln empfiehlt sich aber nicht, da es zu umständlich wäre.

Laden unterwegs

Auf Expeditionen oder längeren Touren lohnt es sich, einmal nachzurechnen, ob mehr Akkus schwerer wären als eine Nachlademöglichkeit. Dafür eignen sich je nach Wetterlage entweder Solarpanels wie das nomad 14 oder Windräder wie das infinite air oder beide.

Als Akku-Ladegerät eignet sich gut das Guide10 Plus von Goalzero, da es sowohl einen USB-Eingang als auch Ausgang hat und so ebenfalls als Zwischenspeicher verwendet werden kann. Für das Laden von dicken Kameraakkus gibt es passende Ladegeräte mit USB-Eingang als Zubehör. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass über USB nur 5 Volt und meistens eine geringe Amperezahl zur Verfügung stehen. Das Laden dauert also ewig.

Solar

Solarpanels haben den Nachteil, dass sie möglichst rechtwinklig zur Sonne ausgerichtet sein müssen, um einen hohen Wirkungsgrad zu haben. Und die Sonne scheint bei den meisten Touren nur tagsüber, also dann, wenn man selbst unterwegs ist. Es bietet sich daher an, nur ein Solarpanel zu wählen, welches man gut oben auf die Pulka oder ein Bedding Bag schnallen kann. Mindestens 12 Watt sollte es außerdem liefern.

Windkraft

Windräder haben den Nachteil, dass sie stabil befestigt werden müssen, was im Schnee nicht ganz einfach ist. Je stabiler das Stativ, desto schwerer wird diese Lösung. Der große Vorteil an einem Windrad ist, dass es auch nachts laufen und die Akkus laden kann, wenn man im Zelt liegt und schläft.

Ich stelle mir nun vor, wie beim Abwettern im Zelt der Bluetoothlautsprecher auf höchster Lautstärke die Lieblings-Playlist zum Besten gibt, ohne dabei Akku zu benötigen. Wir sind ja nicht draußen, um die Natur zu genießen. Oder doch?

Achtung! Akkus und Batterien gehören wie aller Müll auf keinen Fall in die Natur!!! Sie dürfen aber auch nicht einfach so im Hausmüll der Hütte oder zuhause entsorgt werden. Frag im Zweifelsfall in der Hütte nach oder entsorge sie ordentlich nach deiner Rückkehr.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

3 Kommentare zu „Stromversorgung mit Akkus im Winter

  1. Ich bin ja der Meinung, dass man auf Tour gut ohne Musik auskommen kann. Aber klar, ganz ohne Batterien komme ich auch nicht aus, aber ich beschränke mich auf das Nötigste wie Licht und Navi. Das Handy bleibt aus.

    1. Und keine Kamera dabei? Jede/r kann natürlich selbst sehen, wie man da für sich entscheidet. Die Bluetoothbox war übrigens ein Witz. 😉

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