Toilette und Körperpflege in der Kälte

Das Gesicht ist Wind und Wetter ausgesetzt und benötigt daher mehr Körperpflege. (Foto: Lutz Grünke)

Beim kleinen Geschäft haben Männer einen Vorteil gegenüber Frauen, weil sie nur wenig Haut entblößen müssen. Die Frau muss nicht nur mehr Reißverschlüsse öffnen oder kompliziert die Träger und Gurte abstreifen, sondern sich auch in den Schnee und kalten Wind hocken. Die wirklich harten Kerle da draußen sind damit wohl eher die Frauen.

Mehr Gleichberechtigung erfahren beide dann beim großen Geschäft. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einen buddeln sich ein tiefes Loch in den Schnee und nutzen den Aushub für einen kleinen Windschutz, die anderen verrichten ihr Geschäft gleich in der Zeltapsis. Über den Geruch muss man sich nur sehr kurz Sorgen machen, da danach bereits alles einfriert und sich gut mit der Schneeschaufel entsorgen lässt. Ich würde dennoch empfehlen, nur eine Apsis des Zeltes dafür zu verwenden und diese strickt von der Koch-Apsis zu trennen. So kann dort zum Schmelzen weiter der vorhandene Schnee verwendet werden.

Sicher kostet das am Anfang etwas Überwindung. Wenn man nicht allein unterwegs ist, greift es auch in die Intimsphäre der anderen ein. Zu Beginn ist daher zu empfehlen, dass die anderen sich am Morgen schon außerhalb des Zeltes aufhalten und z. B. ihre Pulka packen, während nach und nach jeder sein morgendliches Geschäft erledigt. Im Schneetreiben bei niedrigen Temperaturen ist alles andere einfach sehr, sehr unangenehm. Zumindest kostet mich das Entblößen immer am meisten Überwindung auf Tour.

Das Toilettenpapier sollte man entweder so weit wie möglich verbrennen lassen. Oder man sammelt es in einer extra Mülltüte.

Und wie wäscht man sich?

Um ganz ehrlich zu sein: eigentlich so gut wie gar nicht. Eine richtige Wäsche ist im Winter Luxus und denen vorbehalten, die zwischendrin in Hütten einkehren. Denn Wasser muss erst aus Schnee geschmolzen und erhitzt werden, was wertvollen Brennstoff kostet. Darüber hinaus müsste man sich ausziehen und nasse Körperstellen werden dann sehr schnell kalt.

Für die Körperreinigung, so sie denn nötig ist, eignen sich besser Öl-Feuchttücher. Normale Feuchttücher frieren schneller ein als Öl-Feuchttücher, wobei auch letztere im Schlafsack oder der Innentasche vorgewärmt werden müssen. Pro Tag geht es dann mit einem Feuchttuch am Körper von oben nach unten: Gesicht und Hals, Achseln und dann durch den Schritt. Anschließend kann das Tuch verbrannt werden oder kommt in den Müllsack.

Für alle, die jetzt ihre Nase rümpfen, sei gesagt, dass sich bei kalten Temperaturen deutlich weniger Körpergeruch entwickelt.

Hautpflege

Die kalte Luft, vielleicht gepaart mit großer Trockenheit oder ein scharfer Wind, der die Eiskristalle wie Sandpapier durchs Gesicht ziehen lässt, all das beansprucht die Haut stärker als gewohnt. Eine gute Gesichtscreme ist daher hilfreich.

Normale Gesichtscreme enthält oft Wasser, welches auch noch nach dem Auftragen im Gesicht gefrieren kann und die Haut damit weiter strapaziert. Besser geeignet ist eine Creme auf Ölbasis wie zum Beispiel der Wind- und Wetterbalsam von Weleda. Besser sollte auch diese Creme in der Innentasche der Jacke warm gelagert werden, da sie sonst in der Tube sehr hart wird.

Zähne putzen

Auch Zahncreme würde einfrieren, wenn sie nicht warm gehalten wird. Eine einfache Alternative sind daher Zahnputztabletten wie die Denttabs 7, die man im Drogerieladen bekommt. Ansonsten funktioniert das Zähneputzen wie zuhause, hier gibt es keine Ausreden.

Sonnenschutz

Der Schnee sorgt für eine ähnliche Reflexion wie Wasser beim Paddeln und so kann die UV-Strahlung im Winter deutlich höher ausfallen. Selbst wenn die Kraft der Sonne vielleicht nur für wenig Wärme sorgt, sollte daher immer Sonnencreme im Gesicht aufgetragen werden. Auch hier gilt, dass diese möglichst nur einen kleinen Wasseranteil enthalten sollte, wie es bei Produkten mit Namen „Sonnen- und Kälteschutz“ in der Regel gegeben ist. Kombinationen aus Gesichts- und Lippenpflegestiften mit hohem UV-Schutz funktionieren ebenfalls gut.

Jetzt bist du an der Reihe. Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen, dann freue ich mich über deinen Kommentar.

 

4 Kommentare zu „Toilette und Körperpflege in der Kälte

  1. eigentlich ist Klopapier wie Taschentücher und Küchenkrepp und kann daher in den Biomüll entsorgen werden, würde es daher auch als Biomüll vor Ort liegen lassen. Muss ja nicht sichtbar platziert werden. Mach ich da was falsch?

    1. Erstmal friert es ein und taucht dann im Frühjahr wieder auf. Viele Papiertücher werden mit Chlorverbindungen aufgehellt (nicht so beim Siegel Blauer Engel). Der DAV sagt, ein Taschentuch verrotet je nach äußeren Einflüssen in 3-6 Monaten. Das ist mir zu lang. Und da die Tücher wirklich nichts wiegen, lautet meine Bitte: Verbrennen oder mitnehmen.

Nun bist du an der Reihe. Was denkst du dazu?