Keine kalten Finger mehr – Die richtigen Handschuhe

Die richtigen Handschuhe für jede Situation. (Foto: Malte Hübner)

Je älter ich werde, desto schneller frieren meine Finger. Und je früher meine Finger frieren, desto steifer werden sie. Und schon sind feinmotorische Bewegungen deutlich schwieriger. Ich trage daher auf Tour immer dünne Seidenhandschuhe an den Händen. Bei milden Temperaturen bis -10° Celsius ohne Wind reicht mir das sogar. Sonst habe ich nämlich recht warme Hände. Aber wenn es kälter wird? Oder im Schneesturm?

Die Lösung lautet wie so oft: Zwiebelschichten

Die Seidenhandschuhe bleiben als Liner eigentlich die ganze Zeit an den Händen, auch unter den größeren Überhandschuhen, welche ich je nach Temperatur oder Aufgabe wechseln kann. Leider halten zumindest meine Seidenhandschuhe von Decathlon nicht sehr lange, lassen sich aber leicht einige Male flicken. Bei längeren Touren (über zwei Wochen) würde ich ein zweites Paar mitnehmen. Andere Linerhandschuhe funktionieren sicher ebenfalls.

Wie man es nicht machen sollte: Einmal hatte ich die Seidenhandschuhe ausgezogen und habe aus Gewohnheit zum Aludeckel des Kochtopfes gegriffen. Bei -20° Celsius klebte der Frost diesen dann sofort an meinen Fingern fest.

Zweite Schicht für milde Tage

Wenn es einfach nur ein wenig schattiger wird oder die Finger allgemein kalt werden, ziehe ich ein Paar winddichte Fleecehandschuhe über. Momentan nutze ich von Marmot die alten Windstopper Gloves (neues Modell). Zum Laufen reicht mir das meist aus, nur im Schnee sollte ich damit nicht zu oft landen, da sie leider schnell nass werden und Lederhandflächen haben.

Zweite Schicht für kühle Tage

Wenn es noch kälter wird oder zum Arbeiten im Schnee nutze ich warme wasserdichte Fingerhandschuhe. Dazu gehören der Zeltaufbau oder gröbere Reparaturarbeiten, weil fünf Finger dabei vieles einfacher machen. Die Fingerhandschuhe sollten möglichst mit einem wasserdichten und diffusionsoffenen Außenmaterial ausgestattet sein, damit sie beim Wühlen im Schnee nicht nass werden, man darin aber auch nicht zu sehr schwitzt. Bei mir ist es seit langer Zeit ein Paar Venediger GTX von Ziener, die es nicht mehr gibt (ähnliches Modell Gemor GTX). Grund für die Wahl war die perfekte Passung an meine langen Finger.

Und zweite Schicht für richtig kalte Tage

Bei richtig kalten Temperaturen oder starkem Wind hin bis zu Sturm kommen dann die dicken Wollfäustlinge an die Hände. Ich habe mich für eine Kombination aus dicker Schladminger-Wolle und einem wasserdichten Überhandschuh entschieden, welche mir wieder verschiedene Tragevarianten ermöglichen. Dicke Innenhandschuhe aus anderer Wolle gibt es auch von Devold oder Woolpower, wobei mir Schladminger-Wolle wärmer erscheint. Der Überhandschuh passt auch über die Fleecehandschuhe. Es gibt natürlich auch dicke Fäustel mit Kunstfaser- oder Daunenfüllung, die für dich vielleicht sogar besser sind. Fäustel haben den Vorteil, dass die Finger sich besser gegenseitig warmhalten können, als im Fingerhandschuh.

Wichtig ist vor allem, dass innen genug Platz für die Hände ist, ohne am Handgelenk einzuengen oder schlimmstenfalls die Blutzirkulation zu gefährden. Fangschnüre verhindern den Verlust und so können die Handschuhe auch einfach kurz herunterhängen, wenn man in der Pause seine Finger für feinmotorische Aufgaben benötigt oder mal ein Foto schießen möchte.

Und für die Küche…

Zum Kochen und Hantieren mit Benzin nutze ich einfache Lederhandschuhe aus dem Armeebedarf, angeblich sogar ein „Ausgehmodell“. Diese dienen vor allem als Schutz beim Hantieren mit kaltem Metall, der offenen Flamme oder beim Umfüllen von Benzin. Allerdings ist Leder hygroskopisch, nimmt also Feuchtigkeit auf, welche dann einfriert und das Leder steif werden lässt. Es ist also auch hier besser Sorgfalt angesagt. Zum Schutz habe ich sie ein paar mal gewachst.

Tipps und Tricks

  • Dicke Armstulpen wärmen das Handgelenk gleich mit und schließen den Spalt zwischen Ärmel und Handschuh winddicht ab, dürfen aber nicht zu eng sitzen.
  • Fangriemen helfen, die Handschuhe z. B. beim Fotografieren vor Verlust zu schützen
  • Leder als Handfläche auf der Innenseite der Handschuhe sollte vermieden werden oder muss von Zeit zu Zeit gut imprägniert/gewachst werden, damit es keine Feuchtigkeit annimmt.
  • Wer wie ich sehr warme Hände hat und dort auch schwitzt, mag vielleicht Seidenhandschuhe mit Wollfäusteln einem Kunstfasergewebe vorziehen, weil es sich angenehmer auf der Haut trägt. Irgendwann gönne ich mir vielleicht dazu noch EPIC-Überfäustel als äußere Schicht.
  • VBL-Handschuhe (wie die zum Haare färben) mag ich vom Gefühl an den Händen gar nicht
  • Mindestens für die Innenhandschuhe und für die extra warme Außenschicht würde ich einen Ersatz einplanen oder im Notfall andere Handschuhe miteinander kombinieren können.

Siehst du etwas anders oder möchtest es ergänzen? Dann freue ich mich über Kommentare.

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